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Freitag, 24. Dezember 2010

Heiligabend....mit Hindernissen....




Hallo Liebes,

Tag 631: Frohe Weihnachten zusammen!!!

Ich gehe kaum davon aus, dass heute irgendjemand liest was ich schreibe, da man am 24. Dezember, weiß Gott, wichtigere Sachen zu tun hat. Ich hab mich gestern Mittag aufgemacht auf den überaus beschwerlichen Weg zurück in die Heimat. Er war die Hölle!!! Zunächst wurden meine Füße vom Schnee durchnässt, sobald ich am Bahnhof stand hieß es, der Zug hat Verspätung, zunächst 20 Minuten, dann 40 Minuten und der Nachteil ist, wenn man auf einen verspäteten Zug wartet, dass man das Gleis nicht verlassen kann und dann dort steht und die Füße einem zu Eisklötzen werden. Ich hab gelitten. Jawohl. Gelitten. Ich weiß, ich jammere wahrscheinlich auf hohem Niveau, aber es ist Kacke wenn man wo hin fährt, wo man gar nicht hin will und einem dann der Weg auch noch so beschwerlich gemacht wird. Ich war mir sicher ich kriege ne Erkältung, bin von einem Fuß auf den anderen getreten, hätte fast geheult vor Kälte und mich darüber geärgert, dass ich zu Weihnachten die Stadt verlassen muss und jetzt sage ich euch auch warum.

Seit 6 Jahren wünsche ich mir, und das ist gar nicht leicht mir einzugestehen und vor anderen erst recht, Weihnachten mit meinem Joggingfreund zu verbringen, weil der tatsächlich der Mensch ist, der mir wohl am meisten auf dieser Welt bedeutet. Die Gründe dafür mögen beklopp, manigfaltig und teilweise mystisch-kosmischer Schnickschnack sein, schlussendlich läufts aber darauf hinaus. Vor zwei Wochen auf dem Weihnachtsmarkt, hat er gefragt, wie ich am liebsten Weihnachten verbringen würde und das Schlimmste, was ich hätte tun können wäre gewesen zu sagen „Mit dir, mit dir!!!“ – Also habe ich es natürlich nicht gesagt. Bin ja nicht bescheuert. Er hätte sofort die Flucht ergriffen, weil das total neurotisch ist. Statt dessen habe ich gesagt: „Keine Ahnung, auf jeden Fall nicht so.“ Und dann hat er sich ausgemalt wie man am besten Weihnachten feiern sollte, unter wirklich lieben Menschen, mit Freunden, köstlichem Essen etc. und gesagt, dass man das mal planen sollte für’s nächste Jahr.

Jetzt hockt er in Köln und muss anders feiern als er will und ich muss an den Ort der bei mir die schlimmsten Gefühle überhaupt auslöst: zu meiner Schwester. Die letzten Jahre war das nicht so furchtbar, weil die Beziehung zwischen mir und meinem Joggingfreund da immer komplizierter oder auf Eis gelegt war, aber jetzt ärger ich mich. Und mit dem ganzen Schnee, ärgere ich mich noch mehr und fantasiere darüber welch perfektes Weihnachten ich hätte haben können, würde ich in Köln bleiben.

Schlussendlich läuft aber auch das wieder darauf hinaus, dass ich mir fleißig sage: Wer weiß wozu es gut ist. Eine andere Möglichkeit gibt es wohl nicht, und wer weiß was ich daraus lernen kann.

Offensichtlich läuft es zumindest scheinbar darauf hinaus, dass mein Vater mir zu Weihnachten das Geld für ein neues Laptop schenkt und das macht mich natürlich sehr glücklich. Das würde ich nicht bekommen, wenn ich in Köln geblieben wäre. Also was ist mir lieber? Die Liebe meines Lebens oder ein Laptop? Schwere Frage. Ich denke auf ein Laptop ist mehr Verlass. Ich gehe nämlich eigentlich nicht davon aus, dass mein Joggingfreund in der Lage ist dieses Weihnachten so zu organisieren, wie er es angedeutet hat. Zum Vergleich: Er plant auch schon seit 6 Jahren eine Amerikareise mit mir, bei der wir uns in New York einen Wagen mieten und die Route 66 runter fahren nach LA. Um mir das zu erklären stelle ich mir immer die Szene in „Titanic“ vor, in der Rose zu Jack sagt: „Und sei’s drum, dass wir nur drüber reden“ – So bin ich nicht. Alle Macht liegt im Machen, nicht im drüber reden.



Also hocke ich jetzt hier mit dem auseinander fallenden Laptop in meinem Kinderzimmer und verfüge über die mieseste Internetverbindung der Welt. Sie ist noch schlimmer mit Schnee und ich bin es nicht gewohnt ohne meine Verbindung zur Außenwelt zu sein. Das Fotos machen, habe ich mir gestern direkt gespart, weil es ein Ding der Unmöglichkeit sein wird sie hoch zu laden.

Aber ich habe meine Schwester angerufen um zu erfragen, was es denn zu Essen gibt. Es gibt – haltet euch fest – das schrecklichste Essen der Welt. Das sage ich jetzt nicht aus Rohkostperspektive sondern aus der Perspektive von jemandem, der dieses schrecklich Essen als Kind jeden Sonntag in den unterschiedlichsten Varianten essen musste: Braten, Rotkohl und Knödel. Ich hasse es. Die meisten Menschen lieben die Gerichte ihrer Kindheit. Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich hasse deutsch Küche.

Die Alternative, die meine Schwester, die Vegetarierin, dazu macht ist Fisch mit Sauerkraut und noch irgendwas – Kartoffeln oder so. Das mag einen Hauch gesünder sein, aber keinen Deut leckerer. Ich geb’s auf!

Das Weihnachten, was in meiner Fantasie nun stattfindet, welches mein Joggingfreund plant, enthält Sushi, Rohkosttorte und Pralinen, Avocado, Durian und Jackfruit, Macadamianüsse, Mandelpüree in allen Varianten, Maulbeeren, Kokosnuss, jung und alt, 80&ige Lifefood Schoko, Booja-Booja Eis und Trüffel, Cashewcreme und Gojis. Das ist das, was mir aus dem Stegreif so einfällt. Allerdings habe ich noch mindestens 365 Tage um darüber nachzudenken…oder auch den Rest meines Lebens.

Was gab’s zu essen?:

5 Grüntee mit Steviosid
4 EL Mandelpüree

13 Uhr: 15 Paranüsse

16 Uhr: 5 Leinsamencracker
3 Miniromana mit Aioli
10 Paranüsse
1 Keks, in welchem Datteln waren…

3 Pfefferminztee

19:30 Uhr gemischter Salat aus Eisbergsalat, Paprika, Frühlingszwiebeln, Avocado, Gurke mit Zitronesaft, Steviosid und Salt + Blumenkohl gedippt in Spanische Mandelsauce
5 TL Mandelpüree

4 Ingwertee mit Steviosid

Und jetzt gerade hat mein Vater erklärt, dass er daran denkt einen Rückzieher zu machen und nicht nach Hannover zu fahren, weil überall Stau ist und davor gewarnt wird, die Autobahnen zu befahren….

Hört das Generve an Weihnachten nie auf? Ich wünschte ich säße zuhause in meinem Keller mit meiner Katze und hätte meine Ruhe, mit einer funktionierenden Internetverbindung. Und mal wieder: Wer weiß wozu es gut ist? Mein Vater überlegt morgen zu fahren. Ich bereue, dass ich gefahren bin. Lieber würde ich Hausaufgaben machen!!

Wisst ihr was: Egal!!! Ich habe gute Literatur dabei, es ist warm, noch kann ich was zu essen kaufen und, mein Gott, dann wird halt nur Fernsehen geguckt.

Aber die Wahrheit ist: Ich hatte gestern Appetitmangel und den habe ich nur wenn ich unglücklich bin. Appetitmangel macht mich aber nicht gerade unglücklich, sondern es gefällt mir. Ich nahm immer ab, wenn ich unglücklich verliebt war. Seit ich mir verbiete unglücklich verliebt zu sein habe ich diese 5 Kilo zu viel. Und natürlich auch, seit ich mir das Rauchen verbiet. Kompensation halt...

Also, ihr seht, Weihnachten tut mir in mehreren Bereichen nicht gerade gut und ich sollte ihm aus dem Weg gehen oder es mit irgendwelchen Drogen unterdrücken.: Wer weiß wozu es gut ist!!

Also frohe Weihnachten, alles Liebe und guten Hunger,

Silke

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