Mittwoch, 31. Dezember 2014

Was ist eigentlich mit Sport bei der Challenge?



Habt ihr auch so einen Chef? - Erst teilt er mir Zwangsurlaub für die ersten 3 Januarwochen zu, als Resturlaub von 2014 und nun komme ich gestern in den Bioladen zum Einkaufen und um zu schauen, wann ich heute arbeiten muss und stelle fest, dass ich am Freitag, meinem ersten Urlaubstag UND dem ersten Challengetag, für die Frühschicht eingeteilt bin! - Ich dachte schon, das Schicksal meint es gut mit mir und gibt mit die Möglichkeit mich 3 Wochen nur um Challenge und Challengebetreuung zu kümmern und dann sowas?!

Nun, mein Chef ist neu, er ist auch nicht so richtig Chef, einfach nur der Vertreter bis ein richtiger Chef gefunden ist, er ist jung, unerfahren und scheint zu denken, dass das wichtigste am Chefsein ist, zu bestimmen. Dabei muss ein Chef in erster Linie doppelt so hart anpacken um seine Mitarbeiter dazu zu kriegen auch was zu leisten und er muss kommunizieren. Im Bioladen ist Uraubssperre zwischen den Feiertagen, aber er hat sich Urlaub genommen. Ich bin nicht die einzige, die sich wundert, die Kollegen sind teilweise stinksauer aber es ist doch keine Kunst zu erkennen, dass man, wenn man den Dienst- und Urlaubsplan abändert, man den Mitarbeiter darüber informieren muss, was er nicht hat. Was wenn ich Urlaub gebucht hätte? Ich kopfschüttele...

Jedenfalls muss ich also am Tag nach Neujahr um 4:30 Uhr aufstehen und Brokkoli essen, was ich nun gar nicht mehr gewöhnt bin weil ich lange keine Frühschicht mehr hatte. Und dann lasse ich mich mal überraschen, ob der Rest meines Urlaubs noch da ist, oder ob er mich einfach völlig vergessen hat! Dummerweise treffe ich den Chef aber auch erst wieder am 2. Januar.

Ich hab gestern den Newsletter raus geschickt mit der Mitteilung, dass ich ihn zum Ende des Jahres hin einstelle, weil ich mich lieber um challengetaugliche Rezepte kümmern möchte. Bei jedem Rohkostrezept, was ich für den Newsletter mache, ärgere ich mich nämlich darüber, dass so viel Fett drin ist. Hab dann noch kurz die Challenge erklärt, den Sinn dahinter und die Facebook-Gruppe verlinkt und die platzt jetzt aus allen Nähten. 120 Leute sind es jetzt, die ab 2. Januar die Challenge mitmachen oder zumindest so neugierig darauf sind, sie sich anzugucken.

Ein weiteres Video habe ich auch gedreht darüber ob man bei der Ultimate Weight Loss und Entwöhnungs-Challenge Sport machen muss oder nicht. Voila!


Menü des Tages am 30. Januar

375 g Brokkoli


Couscous mit Wasser, Sunwarrior, Agave, Hanf, Chia, Kakaonibs, Banane


Sushi All you can eat
Koffeinfreier Soja Latte mit Zucker

Süßkartoffel  mit Brokkoli und schwarze Bohnen Sauce


8 Datteln

Der menschliche Magen hat ein Fassungsvermögen von 1,5 l was in Zeiten ohne Kühlschränke, im Gegensatz zu heute, auch notwendig war – so mein Physiologieprofessor. All you can eat funktioniert genau so, denn da wird der selbe Mechanimus aktiviert wie wenn man mit der Sippe ein Mammuth erlegt hat oder urplötzlich auf einen Baum, der reichlich Früchte trägt, stößt.;-)

Möglicherweise war der Magen vor mehr als 2 Mio Jahren auch noch größer, da manche Wissenschaftler davon ausgehen, dass das Schrumpfen des Brustkorbs vor 2 Mio Jahren damit zusammen hängen könnte, dass die Vorfahren des Menschen da anfingen zu kochen. Das Sushi hat toll vorgehalten, ich war nach der halben Portion der Süßkartoffel satt und zufrieden.

Und dann lag ich abends im Bett und konnte nicht einschlafen, weil der koffeinfreie Kaffee doch wohl mit Koffein war. Leider passiert sowas öfter, was das Bestellen von koffeinfreiem Kaffee teilweise echt gefährlich macht. Ich bin froh, dass es in der Challenge nur Tee gibt, bzw. ich Kaffee ohne Milch, die ja tabu ist, nicht mag.

So und heute bin ich zum arbeiten eingeteilt von 11:30 Uhr bis 14 Uhr. Kann mir irgendwer den Sinn dahinter erkären???

Alles Liebe und einen guten Rutsch in 2015, das Jahr in dem „Zurück in die Zukunft 2“ spielt ;-)

Silke

Dienstag, 30. Dezember 2014

Wie die Lebensmittelkonzerne uns süchtig machen...



Während ich in Joan Iflands Sugars and Flours: How They Make us Crazy, Sick and Fat, and What to do About It das letzte Kapitel sehr fasziniert gelesen habe, in welchem Erfahrungsberichte anderer ehemaliger Essüchtiger gesammelt sind die sehr faszinierend sind, habe ich gleichzeitig begonnen mich mit dem Gegenteil zu beschäftigen. Mit der Lebensmittelindustrie und wie diese versucht uns dazu zu kriegen, mehr von ihren Produkten zu kaufen. Krass bei den Schilderungen bei Joan Ifland finde ich, dass auch Dinge angesprochen werden mit denen ich gelegentlich zu kämpfen habe und natürlich frage ich mich, ob es da einen Zusammenhang gibt. Z.B. sich zu konzentrieren und Dinge zu behalten, was mir in jeder Klausurphase Probleme bereitet, oder der auch Ängste, die mir ebenfalls in jeder Klausurphase Probleme bereiten und natürlich Heißhungerattacken. Alles Klausurphasenassoziiert, aber die werde ich ja noch ein paar Semester haben...

Und ich finde außerdem Dinge krass, die mich nicht betreffen, jedenfalls nicht primär aber vielleicht sekundär. Die Leute schildern zwischenmenschliche Probleme, in der Familie oder auf der Arbeit, die durch ihre Stimmungsschwankungen durch reaktives Essen zustande kommen. Ich würde gerne wissen wie oft ich mich, vor allem in der Kindheit, aber bestimmt auch später in meinem Leben, zurückgewiesen und unliebenswert gefühlt habe, nur weil die betreffende Person reaktives Essen oder sonstige Substanzen verzehrt hat. Meine Mutter hat jedenfalls immer und tut es auch noch heute, ausschließlich Mist zu sich genommen, ist auch deshalb krank, psychisch und physisch, und ich habe keine  Kontakt zu ihr weil ich mich vor den schlechten Gefühlen, die sie mir in Bezug auf mich vermittelt, nicht schützen kann. Seit ich keinen Kontakt mehr zu ihr habe, geht mein Leben jedoch bergauf. Sogar meine Schwester, die von all den negativen Reaktionen die ich abbekommen habe geschützt war, weil sie bereits krank auf die Welt kam (oder meine Theorie durch künstliche Babynahrung krank wurde, denn sie hatte Asthma und Neurodermitis) ist der Auffassung, dass ich niemals das Medizinstudium angefangen hätte, wenn ich Kontakt zu meiner Mutter hätte.

Naja, die andere Seite der Medaille ist die Lebensmittelindustrie über die ein Herr Namens Michael Moss ein Buch geschrieben hat Das Salz-Zucker-Fett-Komplott: Wie die Lebensmittelkonzerne uns süchtig machen. Es handelt davon was die Lebensmittelindustrie unternimmt um ihre Produkte schmackhaft zu machen, wie man den „Glückspunkt“ eines Lebensmittels ermittelt etc. Allerdings ist Salz in diesem Zusammenhang ein wenig irreführend, da Salz nicht süchtig macht. Mein Physiologieprofessor sagte sogar, dass wir unter Umständen, wo wie überhaupt kein Salz essen, auch in der Natur vor Erfindung des weißen Goldes, mit Salz unterversorgt seien, denn Natrium und auch Chlorid werden bei unzähligen Stoffwechselprozessen benötigt und die Ursache für unseren Bedarf ist schlussendlich, dass wir irgendwann mal aus dem Meer kamen. Ich nehme mal an, dass der Körper sich auch an kein zusätzliches Salz anpassen kann aber die meisten Menschen sind dran gewöhnt, suchen es gezielt aus und es ist für die Lebensmittelindustrie ein Faktor.

Und so überlege ich dass ich und wahrscheinlich alle die hier mitlesen, irgendwann mal auf Lebensmittelindustrie Fett und Zucker geprimed wurden. Irgendwann in der Kindheit möglicherweise im Zusammenhang mit schlechten Gefühlen. Das war der kardinale Fehler! Seither sind wir konditioniert. Und selbst wenn Bananen, Datteln, Vollkornbrot und Nüsse uns nicht übermäßig fett oder krank machen, versteckt sich auch dahinter noch die Sucht, die uns zuweilen dennoch Probleme macht. Und vielleicht auch im Weg steht bei der Selbstoptimierung.

Menü des Tages am 29. Dezember

9 Uhr: 375 g Brokkoli mit Salz und Chili


Couscous mit Wasser, Zimt, Banane, Chia, Sunwarrior, Hanf, Kakaonibs, Reissirup


11 Uhr: 1 Banane

12 Uhr: 2 Scheiben Feinschmeckerbrot mit Sojasahne und Reissirup


15:20 Uhr: 375 g Brokkoli mit Salz und Chili
2 Scheiben  Feinschmeckerbrot mit Sojasahne, Banane und Agave


18 Uhr: 6 Datteln

19:30 Uhr: 750 g Brokkoli mit Salz und Chili


Ich hab mir wohl die Feiertage über einen Brokkolimangel zugezogen oder es lag daran, dass ich gestern faul war und Brokkoli so schnell zubereitet ist und ich keine Reste von anderem Essen hatte. Ich fand ihn jedenfalls voll lecker und brauchte was herzhaftes nach dem Brot und Zucker.

Heute bin ich wieder mit einer Freundin zum Sushi verabredet und dann mal schauen was Silverster bring. Ich bin völlig unentschlossen ob und was ich machen soll. Da wäre eine vegane Silversterparty wo ich niemanden kenne oder alternativ ein Saufgelagere wo ich jemanden kenne. Oder soll ich zuhause bleiben und fernsehen?
Und ist da draußen ein Kölner der Lust hat auf die vegane Silversterparty im Past&Future mit zu kommen? Oder geht jemand, der das liest da hin? Dann schreibt mit...:-)

Alles Liebe,

Silke

Montag, 29. Dezember 2014

Die Sache mit der Motivation...



Ich hab an Weihnachten mit meinem Vater bei einer sehr guten und teuren Flasche Bio-Wein zusammen gesessen und darüber diskutiert welche Folgen der haben kann. Dabei bemängelte mein Vater nicht nur den Kater, der am nächsten Tag wahrscheinlich ist, sondern vor allem auch die Motivationslosigkeit, die ihm Probleme bereitet.

Das fand ich interessant, weil ich noch von niemandem außer mir selber davon gehört habe, dass einen das belastet. Das ist das Schlimmste! Schlimmer als der Kater! Dass das, was einem sonst Sinn im Leben gibt, plötzlich nicht erstrebenswert oder tunswert erscheint. Das ganze ist nicht nur verwandt mit Depression, es ist schlussendlich das Gleiche. Und das geht so...

Normalerweise ist der Körper biochemisch völlig ausgeglichen. Für die produzierte Anzahl von Neurotransmittern gibt es genau die passende Anzahl Rezeptoren, so dass jeder Mensch die gleiche Chance auf gleich viel Zufriedenheit hat. Wir erinnern uns, dass Zufriedenheit von einem ausgeglichenen Serotoninspiegel her rührt und die Motivation z.B. beim Werbeverhalten einen potentiellen Partner für sich zu gewinnen kommt vom Serotonin. Auch die Zufriedenheit in seinem Job, wenn man etwas sinnvolles tut, kommt vom Serotonin. Sogar der Genuss wohlschmeckender Nahrung kommt vom Serotonin. Das ist alles normal.

Wenn man dann aber irgendeine Substanz von außen zuführt, die diesen Mechanismus kurz schließt bzw. sich einmischt und mehr Serotonin ausgeschüttet wird als normal, seien es Alkohol, Zigaretten, Drogen oder Zucker, dann ist man zunächst mal sehr zufrieden und motiviert in dem was man gerade tut, aber dann stellt der Körper fest, dass er aus der Bahn geworfen wird und reguliert die Anzahl der Rezeptoren runter, damit nicht mehr so viel Neurotransmitter ankommt. In Folge braucht man immer mehr von der Substanz um die selbe Menge an Zufriedenheit zu erleben.

Wenn man dann auf die glorreiche Idee kommt die Substanz komplett abzusetzen, ist die Anzahl der Rezeptoren zu niedrig aber es wird auch nur noch wenig Neurotransmitter produziert. So weit noch so gut. Aber wenn sich dann die Anzahl der Rezeptoren wieder auf das normale Maß erhöht, kommen die Entzugserscheinungen und im Falle des Serotonins damit einhergehend ein Mangel an Motivation bzw. Depression, schlechte Laune, keine Sinnhaftigkeit und „Faulheit“.

Im Falle von Zucker reichen 4 Tage aus um das System wieder zu normalisieren und Neurotransmitter und Rezeptoranzahl wieder aneinander und ein normales Maß anzupassen. Und dann funktioniert auch der ganze Rest wieder. - Und das ist doch echt keine Zeit! 4 Tage! - Die 4 Tage sind natürlich Scheiße und man nimmt sich dafür am besten Urlaub und bleibt nur im Bett. Man hat ein hohes Schlafbedürfnis, aber wenn die 4 Tage vorbei sind ist man entwöhnt und wieder ausgeglichen und erlebt ein völlig anderes Lebensgefühl. Und die Motivation kommt auch zurück. Und die ist sooooo wichtig für alles was man tut. Es ist ein so tolles Gefühl Ideen zu haben und Lust darauf sie umzusetzen! Ich glaube, das könnte es mir wert sein dauerhaft auf künstliches Glück zu verzichten...

Menü des Tages am 28. Dezember 2014

9:30 Uhr: 375 g Brokkoli mit Salz und Chili


Couscous mit Banane, getrockneten Erdbeeren, Sunwarrior, Chia, Hanfsamen


12:45 Uhr: 2 Scheiben Feinschmeckerbrot mit Sojasahne, Banane und Reissirup


15 Uhr: Gourmet-Reismischung mit Spinat, Zucchini, Salz, Chili und Sojasahne


5 getrocknete Feigen

18 Uhr: 100 g Couscous mit Salz und Zwiebelpulver und 375 g Brokkoli, Salz und Pfeffer


3 getrocknete Feigen

Es wird alles wieder normaler und das ist auch gut so...Es sind noch Brotreste da bis zur Challenge, noch die Sojasahne und noch Trockenfrüchte. Ich bemühe mich nicht gezielt das aufzuessen aber wenn es sich ergibt, ergibt es sich. Ich war 50 Minuten bei Minustemperaturen joggen, was zwar saukalt war aber bei der Sonne war mir auch klar, dass ich mich danach sehr gut fühlen würde.
Ach ja, Sonne sorgt für Serotonin-Ausschüttung und Sport für Endorphinausschüttung, was so viel heißt wie Sport in der Sonne kann Zucker ersetzen! - Allerdings, wenn man unmotiviert ist, muss man sich leider manchmal ein bisschen zwingen. So wie ich gestern. Aber ich war dann so froh, dass ich es gemacht habe!

Alles Liebe,

Silke

Sonntag, 28. Dezember 2014

Liebe und Neurotransmitter...



I fucking love Science verkauft Ketten mit einem Anhänger, die eine Struktur eines Moleküls zeigen. Ich weiß nicht genau ob es daran liegt das Weihnachten ist, dass man da Schmuck verschenkt oder man besonders auf diese Substanzen abgeht aber das hier kann man kaufen:


Serotonin und Dopamin. Technisch betrachtet, die einzigen beiden Dinge, die einem Freude bereiten. Und die zwei arbeiten ja unterschiedlich. Serotonin macht Zufriedenheit und Dopamin ermöglicht einem den „Kick“ zu empfinden, zum Beispiel beim Orgasmus. Mir ist nicht bewusst ob es ein Medikament gibt, was beides gleichzeitig ,beheben kann. Ich glaube auch nicht, dass das möglich ist weil es laut Inke Jochims z.B. Bulimiker mit zu hohem oder zu niedrigem Dopaminspiegel gibt aber in beiden Fällen mit zu wenig Serotonin.

Beides wird aus Aminosäuren aufgebaut, Serotonin aus Tryptophan und Dopamin aus Phenylalanin/Tyrosin. Zu wenig Eiweiß bzw. richtige Aminosäuren kann daher auf die Psyche schlagen.

Ich habe gestern und vorgestern das gemacht, was ich quasi jedes Jahr zwischen den Jahren mache, nämlich Filme geguckt. Erstens Tatsächlich...Liebe, ein wirklich wunderbarer Weihnachts-Episodenfilm der alle Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen beleuchtet mit ihren Vor- und Nachteilen und dann, inspiriert dadurch, dass Hugh Grant so ein coole Typ und Schauspieler ist, gehe ich zu Bridget Jones über und reflektiere über meinen Liebeskram des vergangenen Jahres. Bridget Jones, die bei jedem Männerfrust zu Schokolade, Alkohol und Zigaretten greift.

Das Buch dazu habe ich schon vor 15 Jahren gelesen mich tot gelacht dabei und mich selbst erkannt. Mittlerweile bin ich nicht mehr so aber ich setzte mich damit auseinandern, wo die ganzen Gefühle so her kommen. Douglas Lisle beschreibt „Werbeverhalten“ in der Lustfalle sehr schön. In dem Moment wo man einen potentiellen Partner entdeckt wird Serotonin ausgeschüttet und dann noch mehr, wenn man das Gefühl hat, dass der ggf. die Gefühle erwidert. Das ist Weg der Natur dir zu sagen, du sollst dem weiter nachgehen, hier gibt es eine Chance die Art zu erhalten. Wenn der potentielle Partner sich dann zurück zieht fällt dein Serotoninspiegel ab und du kriegst ihn nur mit Zucker oder Alkohol kurzfristig wieder hoch. Anschließend stürzt er aber wieder ab.

Es liegt ein großes Problem da hinter zu erwarten, dass ein anderer einen glücklich machen soll, denn dann dreht man durch: Man klammert und erhebt Besitzansprüche und genau das treibt den anderen dann  wieder noch weiter von einem weg. Man kann daher auch regelrecht süchtig nach einem Partner werden. Serotonin wird aber auch ausgeschüttet, wenn man eine sinnvolle berufliche Aufgabe hat, auf einen Abgabetermin hin arbeitet, ein Projekt umsetzt oder einem Job entgegenfiebert. Nicht wenn man einen unbefriedigenden Job ohne Aufstiegschancen hat, wie viele Angehörige der Unterschicht.

Ich hab mich viel in der Unterschicht rumgetrieben. In Callcentern oder mit arbeitslosen Künstlern rumgehangen die das alles nicht hatten. Die hatten Drogen. Ich hab aber auch meine Erfahrungen gemacht mit beruflich erfolgreichen Männern, die mich regelrecht vergessen haben, weil sie ihr Serotonin über Wochen in ihren Jobs bekommen haben.

Ich frage mich wie es wohl wäre, wenn man seine Neurotransmitter immer auf normalem Maß hätte, wenn man weder Drogennahrungmittel noch richtige Drogen hätte. Würden Beziehungen dann länger halten und ohne so viel Drama auskommen? Bin ich selbst, mit meinen relativ ausgeglichenen Neurotransmittern vielleicht einfach gar nicht kompatibel?

Der Typ, den ich nach der Weihnachtsfeier mit nach hause genommen habe trinkt viel, raucht viel und kifft. Mit einem anderen Typen hatte ich was Anfang des Jahres und da stellte sich im Laufe der  Zeit zwei Dinge raus: Der Mann nahm Antidepressiva und als ich mich zurück zog, weil er katastrophal küsste, dass er klammerte wie bescheuert. Antidepressiva setzten gleichzeitig die sexuelle Lust außer Kraft, also war das auch nichts.

Nur Dopamin, zum Beispiel durch einen Orgasmus, funktioniert aber auch nicht, wenn das Serotonin nicht hoch genug ist. Heißt so viel wie Sex ohne Sinnhaftigkeit ist auch nichts, es sei denn du hast einen tollen Job!

Eine Rettung gibt es dafür aber vielleicht: Das Oxytocin. Das ist ein Bindungshormon, was ausgeschüttet wird, wenn man körperliche Nähe erfährt, wenn ein Baby an der Mutterbrust saugt und auch, wenn man Sex hat. Vielleicht ist Oxytocin aber auch eine Katastrophe, weil man sich dann weiterhin mit jemandem körperlich verbunden fühlt, der einem nicht gut tut.

Das ist die naturwissenschaftliche Seite, aber weil die keiner verstehen kann, muss man sich dann in Helene Fischer rein steigern und seinem Partner vorwerfen, dass er keine Zeit hat atemlos mit einem durch die Nacht großes Kino zu erleben. Tatsächlich ist das Leben nämlich gar nicht wie im Kino, auch nicht wie in Tatsächlich...Liebe. Gerade bei Liebe weiß ich nicht ob die Kunst versucht das Leben zu imitieren oder es vielmehr das Leben ist, was versucht die Kunst zu imitieren. Auch so ein Film funktioniert natürlich über Neurotransmitter. In dem Moment, wo man sich positiv identifizieren kann, bekommt das eigene Leben gleich mehr Sinnhaftigkeit und das Hirn Serotonin.

Oder man geht über das Gesetz der Anziehung indem man sich gute Gedanken macht und man Serotonin ausschüttet, weil man positive Gedanken denkt und auf das Gute vertraut. So kann auch Religion Opium für's Volk sein.

Ich bin in keiner Beziehung, weil es sich nie richtig anfühlte, vielleicht auch, weil diese Serotonin-Dopamin-Schaukel bei mir vereinzelt zu extrem abging. Ein weiterer Faktor ist, dass die Wirkung genau wie die von Substanzen, irgendwann nicht mehr ausreicht. Man will immer noch mehr und wenn einem das vorenthalten wird, macht man dem Partner Vorwürfe. Ich mache keine Vorwürfe. Ich gehe. Ich weiß, dass Vorwürfe nichts bringen, egal ob berechtigt oder unberechtigt, derjenige der die Vorwürfe bekommt wird sich rechtfertigen und nicht zugeben, dass er unrecht hatte. Das muss man anderes bewerkstelligen.

Ich versuche mich gerade in meine Leben wieder rein zu finden, befinde mich, glaube ich, in Detox-Mode und habe nicht viel Lust auf anderes als Fernsehen. Die Balance fehlt. Heute wird wieder joggen gegangen, Brokkoli gegessen und gelernt und dann mal weiter schauen.

Menü des Tages am 27. Dezember 2014

Rest Lovechock Rocks
Haferflocken mit Cashews, Banane, Sunwarrior, getrockeneten Erdbeeren, Chia, Kakaonibs, Reissirup



4 Riegel Ombar Kokosmilch

Rest Gemüsepfanne mit Hirse und Linsen


2 Riegel Ombar Kokosmilch

2 Bananen mit Sojasahne und Reissirup



Coucous-Pizza


getrocknete Erdbeeren

Die Schokolade ist nun aus und ich habe, seltsamer Weise, nicht das Gefühl zugenommen zu haben. Die Hosen spannen nicht.

Es ist seltsam wie sich das ausschleicht, wie man von Schokolade mit voll dem Kick über geht zu Bitterschokolade, Rohkostschokolade und dann bei Bananen landet. Zugegeben mit Sojasahne und Reissirup. Ich hab die geschenkt bekommen und wollte sie an Weihnachten mit nach Hause nehmen, habe sie aber vergessen. Und jetzt stehe ich da und sie muss weg bis Silvester oder in den Müll. Sie ist neu auf dem Markt bzw. im Bioladen und sie ist sehr, sehr fest. Ist mein Kühlschrank zu kalt? Oder muss sie erst Raumtemperatur annehmen bevor man sie verwendet?

Und dann habe ich versucht ein Challenge-Pizza herzustellen inspiriert dadurch, dass ich mal ein Rezept für Polenta-Pizza irgendwo gesehen habe. Polenta gab es aber gerade nicht, also habe ich Couscous verwendet, was zwar toll schmeckte, aber der Boden fiel auseinander. Geht Polenta besser? Oder vielleicht noch besser Amaranth? Das ist komplett vollwertig und klebt unglaublich! Ich werde es also nochmal ausprobieren müssen.

Alles Liebe,

Silke

Samstag, 27. Dezember 2014

Pizza Calzone aus Vegan International



Na, Ihr Lieben? Alles gut überstanden?

Ich bin gestern Nachmittag von meinem Vater zurück nach Köln gefahren und dank moderner Technik, genannt Smartphone, erhielt ich unterwegs im Zug eine FB-Nachricht von Gabriele Lendle, die über die Weihnachtstage Nachricht von ihrem Verlag bekommen hatte, wie ihr Buch Vegan international: In 115 veganen Rezepten um die Welt angenommen wurde. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Rezension darüber geschrieben und war schwer begeistert, weil Gabrieles Buch nicht nur vegan ist, sondern auch ziemlich vollwertig und gesund und weil ich eine Schwäche für internationale Küche habe. Ich denke neben Gabel statt Skalpell ist es aktuell mein absolut liebstes veganes Kochbuch.

Gott sei Dank war auch Gabriele ziemlich angetan von meiner Rezension. Sie hat sich, wie sie schrieb, darüber amüsiert und ihr gefiel mein offener, ehrlicher Stil. Einen Auszug aus meiner Rezension hat sie dann wiederum auf ihrer FB-Seite geteilt, was mir wiederum imponierte. Ach ja, und ich fand sie unglaublich nett!:-) Hab sie ja noch nie vorher irgendwo getroffen oder Kontakt zu ihr gehabt...

Jedenfalls, wo ich sie gerade „an der Strippe“ hatte, fiel mir ein, dass seinerzeit eine Leserin gefragt hatte, ob ich das Pizza Calzone Rezept aus Gabrieles Buch teilen könnte. Konnte ich natürlich nicht, weil Gabriele und der Thieme-Verlag die Rechte an dem Rezept haben. Ich hatte aber auch nicht die Zeit oder die Nerven mit einem von beiden Kontakt herzustellen um darum zu bitten mir zu gestatten ein Rezept zu veröffentlichen. So kam es also gestern, dass ich Gabriele fragen konnte, die damit absolut kein Problem hatte und schrieb, dass der Thieme-Verlag da auch nichts gegen habe, insofern gesagt würde aus welchem Buch es ist. Womit ich selbstredend wiederum keine Probleme habe, weil der Thieme-Verlag nicht nur von Medizinstudenten leben kann!!!;-) Ich hoffe zwar eh, dass ihr Gabrieles Buch alle zu Weihnachten verschenkt habt, wie ich es empfohlen habe, aber wer das nicht hat, kann hier vielleicht einen Vorgeschmack aüf die Weihnachtsgeschenke 2015 erkosten!

Pizza Calzone




aus Vegan international erschienen im Thieme Verlag

Für den Pizzateig:

250 g Dinkelmehl
1TL Salz
12,5 g frische Hefe
ca. 125 ml lauwarmes Wasser
15 ml Olivenöl

Für die Füllung:

120 g Pfifferlinge
1-2 EL Mehl
500 g Mangold
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Tomaten
2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
2 Msp. Cayennepfeffer
1 TL Majoran
1 TL Zitronensaft
Olivenöl zum Beträufeln

1. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Hefe zerbröckeln, mit etwas lauwarmen Wasser in einer zweiten Schüssel verrühren und mit dem Öl zum Mehl geben. Zu einem geschmeidigen Teig kneten, dabei das restliche Wasser nach und nach dazugeben. An einem warmen Ort zugedeckt etwa 45 Min. gehen lassen

2. Die Pfifferlinge ungewaschen in ein Nudelsieb geben, Mehl darüberstäuben und die Pilze vorsichtig mit den Fingern vermischen, bis sich das Mehl gleichmäßig in den Lamellen der Pilze verteilt hat. Nun das Sieb 2-3 mal kurz in eine große Schüssel mit kaltem Wasser tauchen und mit fließendem Wasser kurz abwaschen.

3. Mangold waschen, die Stiele entfernen und beiseite legen. Mangold in einem Topf mit kochendem Salzwasser 2 Min. blanchieren, abseihen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Etwa 40 g der Stiele in feine Stücke schneiden, den Rest für einen anderen Zweck verwenden.

4. Den Backofen auf 240°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

5. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Tomaten waschen, auf Wunsch häuten und in kleine Würfel schneiden.

6. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauch, Zwiebel und Mangoldstiele darin glasig dünsten. Die Pilze hinzufügen und unter Wenden etwa 2-3 Min. anbraten. Mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Majoran würzen. Mangold und Zitronensaft unterrühren und etwas abkühlen lassen.

7. Den Teig halbieren und jeweils etwa 3 mm dünn kreisrund auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Fülle jeweils in die Teigmitte setzen, mit Olivenöl beträufeln, den Teig zu einem Halbmond zusammenklappen und den Rand durch zusammendrücken mit den Fingern dicht verschließen. Im Ofen etwa 12 Min. backen und heiß servieren.

TIPP von mir: Ich hab das Rezept mit Vollkornmehl gemacht und es bröckelte ein wenig auseinder. Vielleicht sollte man lieber etwas feiner ausgemahlene Mehlsorten nehmen oder Hälfte vollkorn Hälfte Auszugsmehl. Darüber hinaus sollte man die Ränder der Pizza wirklich richtig fest aneinander drücken, da beim Backen, wenn der Teig aufgeht sich die Verbindung bei mir gelöst hat.

Nichts desto trotz was es unglaublich lecker! - Dinnerpartytauglich war meine Pizza Calzone optisch leider nicht...Da muss ich noch etwas üben. Das hübscheste Stück ist auf dem Foto verewigt.


Tja, und mein Weihnachten? - Sowohl mein Vater als auch ich, haben gelernt, dass manche Süßigkeiten mehr „kicken“ als andere. Billigschokolade und Dominosteine waren ganz weit vorne und Rohkostschokolade kam ganz hintern. Daher ist LoveChock Rocks und Ombar das einzige was ich jetzt noch übrig habe. Gestern Abend verschwand noch eine komplette vegane Tafel Rapunzel Nirwana dark in meinem Mund.

Ich denke darüber nach, ob man diesen Gepflogenheiten der Gesellschaft komplett entkommen kann und ob das erstrebenswert ist. Versuche mir ein Leben komplett ohne vorzustellen und kann es nicht. Jetzt schon wieder nicht in Anbetracht dessen, dass über die Feiertage sich eine meiner liebsten Freundinnen aus Berlin für die Karnevalstage angekündigt hat. Das ist Mitte Februar. Mir wäre es ja am liebsten man könnte Weihnachten, Silvester, Karneval und Ostern komplett zwischen den 24. und 31. Dezember packen und ab ersten Januar ist dann Fastenzeit bis 23. Dezember...oder so. Es kommen Gefühle nach Neuanfang auf, nach Selbstobtimierung... Silvester ist für jeden von uns ein neuer Anfang. Man kann es kaum erwarten.

Und doch ist auch das alles irgendwie irre. Wir wissen ja, wie es die Jahre vorher lief...

Vielleicht ist auch alles anderes, wenn man um die Zustände in seiner Hirnbiochemie weiß! Ich hab auf dem Rückweg nochmal in Potatoes Not Prozac: How to Control Depression, Food Cravings and Weight Gain gelesen und was ich besonders toll darin finde ist, dass die Schuld ausschließlich auf die Hirnbiochemie geschoben wird. Nicht auf falsche Gedanken und Gefühle und auf deine Unfähigkeit sie zu verändern. Das ist so läpsch und gleichzeitig irgendwie total befreiend. Eine Form der Absolution! Dein Denken und Sein ist gar nicht defekt, wie du es die letzten Jahren wahrgenommen hast. Es ist nur Biochemie! Da gibt es keine Schuld.

Wenn man Biochemie als Gott definiert, habe ich schlagartig auch gar keine Probleme mehr mit den 12 Schritten der Anonymen Alkoholiker, die sagen, dass sie machtlos über ihre Sucht seien und sie an Gott übergeben. - Ach ja, und dann bin ich beim Ausgangsproblem: Die Anonymen Alkoholiker machen alles nur einen Tag nach dem anderen, genau weil die Vorstellung nie wieder die Lieblingsdroge zu verwenden so schrecklich ist. Also keine Gedanken an Karneval, an Geburtstage, Familienfeste oder die nächsten Weihnachtstage. Und an schlichte Biochemie. Stell dir vor du würdest denken es läge an deien fehlerhaften Gedanken und Gefühlen, dass ein Apfel vom Baum fällt. In Wirklichkeit ist nur die Erdanziehungskraft schuld, nur die Natur und wenn man sie versteht kann man sie Überwinden und tonnenschwere Maschinen bauen, die sich aerodynamisch in die Luft erheben und hunderte Menschen transportieren können.

Ich hätte viel früher anfangen sollen mich für Naturwissenschaften zu interessieren, oder?

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 23. Dezember 2014

Geplante Rückfälle an tollen Tagen...



Nachdem ich in den zurückliegenden Wochen relativ verschont blieb von dem ganzen Weihnachtssüßkram, zumindest im Vergleich zu den meisten Challengern, geht nun der geplante Rückfall los. Das fühlt sich irgendwie seltsam an.

Ich weiß nicht wie unendlich viel Süßkram ich letztes Jahr in der Vorweihnachtszeit gegessen habe! Dauernd wurde das Zeug im Bioladen verkostet. Aber dieses Jahr: Schon seit Nikolaus Lieferschwierigkeiten bei allen möglichen Sachen. Ich weiß nicht genau woran das liegt. Als einzige Erklärung habe ich eigentlich, dass die Biobranche vielleicht 2014 stärker gewachsen ist als sie dachte! Letztes Jahr haben wird total viel von dem Kram nach Weihnachten mit Rabatt verkauft. Jetzt haben wir keine Stollen, keinen Glühwein, keine Nikoläuse, keine Vanillekipferl, keine Dominosteine....eigentlich gar nichts....

Naja, die Geschenke sind verpackt und ich fahre heute zu meinem Vater und komme am 26. wieder.  Ich frage mich, perfektionistisch, wie auch ich sein kann, wie gesund ich diese 3 Tage überhaupt leben soll. Macht das überhaupt Sinn? Soll ich heute und die Weihnachtstage joggen gehen und Krafttraining machen? Ich habe mich für Machen entschieden, weil es nach einer Pause immer schwer ist wieder rein zu kommen. Ich nehme an, dass es nach morgen bis Silvester kein Halten mehr gibt. Ich habe sicherlich zu viel Süßkram gekauft und mein Vater auch.

Weitere Fragen: Soll ich Brokkoli frühstücken? Könnte der dafür sorgen, dass ich nicht soooo viel Süßkram esse? Vielleicht...Und ich denke ich muss mir die Frage stellen: Ginge das theoretisch auch ohne? Könnte ich, wenn ich entwöhnt wäre, auch auf Weihnachtssüßkram verzichten und wäre mit Apfel, Nuss und Mandelkern zufrieden? Ich bin schon weit gekommen an Weihnachten, denn tote Tiere stehen bei uns nicht mehr auf dem Tisch. Wenn er Lust hat, macht mein Vater sich irgendein Fleisch dazu, aber häufig hat er die auch nicht. Er meckert aber auch nicht, wahrscheinlich als Weihnachtsgeschenk an mich!;-) Und weil er mittlerweile weiß, dass es auch ohne schmeckt. Und, weil er ein sparsamer bis geiziger Mensch ist, den es kickt, wenn er Arme-Leute-Essen wie Kartoffeln und Linsen isst, weil er dann so viel Geld sparen kann!;-)

Und dann hab ich mich gestern Abend noch über Kay Shepard aufgeregt, die in ihrem Buch erklärt man könne ihren Ernährungsplan nicht vegetarisch machen. Wohlgemerkt, das ist der Ernährungsplan, den aller Anonymen Overeater verfolgen. Das läge an zwei Gründen: 1. Sei vieles pflanzliche Eiweiß auch gleichzeitig stärkehaltig und viele Esssüchtige bingen Stärke – da sag ich „Blödsinn, sie bingen nicht Stärke, sie bingen Stärke ohne Ballaststoffe“ oder denkt irgendwer dass Millionen Asiaten süchtig nach Reis sind? 2. Vegetarische Kost würde die Nahrungsmittelauswahl zu sehr einschränken, was das selbe ist wie zu sagen: „Ach, als Vegetarier kann man ja nichts mehr essen!!!“ was Blödsinn ist.

Jetzt frage ich mich auch ob Atkins und Paleo nur deshalb wirken, weil die Anhänger Zuckersüchtige sind.Wahrscheinlich. Es heilt die Zuckersucht und lässt einen Wasser abnehmen. Fertig ist die Wunderdiät! - Und dann stirbt man an nem Herzinfarkt!

Also, ich denke, dass es durchaus möglich ist Zuckersucht mit pflanzlicher Kost zu heilen und ich denke es muss auch irgendeinen Weg geben innerhalb dieser Gesellschaft mit all dem Umzugehen. Gestern kam in mir kurz der Wunsch auf, wie Nadine Hagen nach Teneriffa auszuwandern.  Andererseits liebe ich viele Aspekte in der modernen Gesellschaft auch. Aber das es überall diesen Mist als Nahrung gibt, finde ich furchtbar. Und ich finde auch furchtbar, dass ich manche Sachen will und gleichzeitig nicht will. Ich will den Genuß des Rauchens/Zuckers/Alkohols aber ohne seine Nachteile und ohne die Sucht. Und manchmal kann ich mich nicht entscheiden was ich will. Ich hab eine Kommilitonin die will Medizin studieren und Klausuren bestehen, aber gleichzeitig nicht lernen. So ähnlich ist das. Vielleicht muss ich mir da mal überlegen, was ich eigentlich wirklich will. Eigentlich beides, aber ist das miteinander vereinbar?

Menü des Tages am 22. Dezember 2014

8 Uhr: Brokkoli mit Salz und Chili


Haferflocken mit Banane, Reissirup, Zimt, Kakaonibs, Sunwarrior, Chia, Traubenkernmehl



10:25 Uhr: 3,5 Scheiben Ananas
2 Scheiben Dinkelkruste mit Steviamarmelade (die Gott sei Dank jetzt aufgebraucht ist)



14:20 Uhr: Süßkartoffel mit Ratatouille


16 Uhr: Glühwein auf Weihnachtsmarkt

17 Uhr: Süßkartoffel mit Ratatouille
¼ Gestürzten Ananaskuchen
100 ml Rotwein

Ich war in der Stadt, letzte Geschenke einkaufen und abschließend auf dem Weihnachtsmarkt zu einem Glühwein. Ich dachte auch, dass der Kuchen vor der Challenge noch weg muss und habe ihn aus dem Gefrierfach geholt. Auch der Rest davon wir mit eingepackt und kommt mit nach Glandorf. Zusammen mit einer neuen veganen Schlagsahne, die ich testessen muss und auch dafür die Weihnachtstage vorgesehen habe. Ratatouille auf Süßkartoffe ist ganz fantastisch und total sättigend und taugt auch als Weihnachtsessen!!! Die Amis essen doch so gerne Süßkartoffel an den Feiertagen und wir übernehmen doch auch sonst alles von denen...

Ich pack mir weiterhin an den Kopf, weil ich irgendwie überhaupt nicht verstehe was das alles soll? Was hat Christi Geburt mit Braten, Schokolade und geschmückten Nordmann-Tannen zu tun?;-) Und irgendwie bin ich da genau so geprägt, wie andere Kinder, die beim Zahnen und wenn sie schreien einen Butterkeks zwischen die Kiefer geschoben kriegen. Und wahrscheinlich geht das uns allen so.  Kann man seine Kinder so erziehen, dass Apfel, Nuss und Mandelkern tatsächlich genug sind oder muss man sie der Verführung aussetzen nur damit sie keine Außenseiter sind?


Alles Liebe, frohe Weihnachten und passt auf euch auf,

Silke

Montag, 22. Dezember 2014

Gibt es eigentlich einen Sättigungsindex?



Ich hab gestern ein Video gedreht und veröffentlicht zu alle meinen Gedanken über Getreide bezüglich der Challenge und darüber, dass es in manchen Bereichen irgendwie schwer ist Grenzen oder Bereiche abzustecken. So sind die Regeln der Challenge eigentlich völlig easy, indem man sagt alles vollwertig, nichts fetthaltiges und mindestens 1 kg stärkefreies Gemüse, 500 g davon als allererstes zum Frühstück, aber man kann auch echt spitzfindig werden und päpstlicher als der Papst sein.



Popcorn zum Beispiel ist ein ganzes Maiskorn, was nur der Hitze ausgesetzt wird und dann poppt es. Also ist es eigentlich vollwertig. Genauso ist das mit Flocken, für die man eine Kornquetsche benötigt um sie zu pressen. Das ist also ein Hauch von Verarbeitung, aber es ist kein Mehl. Feingemahlenes Mehl erhöht die Angriffsfläche für die Verdauungsenzyme um Längen mehr als es poppen und flocken tut, aber es ist auch nicht mehr ganz.

Ähnliche Gedanken wurden zu Coucous oder Bulgur geäußert. Das ist kein volles Korn mehr, aber es ist auch kein Mehl. Ich denke es gibt da bei den einzelnen Produkten Abstufungen wie ideal oder weniger Ideal sie sind. In der ganzen Diskussion darum kam mir aber auch die Erinnerung daran, dass ich gelesen habe, dass viele Bulimiker und Binge Eater Perfektionisten seien, die alles, was sie nicht perfekt können, gleich bleiben lassen. Daher rührt die Mentalität: „Mist, jetzt habe ich einen Riegel Schokolade gegessen, da ist ja auch gleich alles ruiniert, da kann ich auch gleich 5 Tafeln essen“. - Ich will nicht, dass die Challenge als Dogma empfunden wird und auch nicht, dass man das Gefühl hat man müsse sich perfekt an Regeln halten. Wir sind alle mündige Bürger, die selber entscheiden können. Manchmal hat man aber nicht das Hintergrundwissen über das eigene Verhalten wenn man z.B. nichts über die Belohnungssystem-Mechanismen weiß, Oder wenn man nicht weiß nach welchen Kriterien etwas als gut oder schlecht einzuordnen ist.- Das fasziniert mich immer wieder, wenn ich darüber Nachdenke welche Nahrungmittel als gesund oder ungesund eingestuft werden. Als „gesund“ gelten viele Nahrungsmittel nur, weil die Bevölkerung verhältnismäßig zu wenig davon isst. Gesättigte Fette und Cholesterin sind ja auch nur „ungesund“ weil zu viel davon gegessen wird! Per se ist das einfach nur Energie und Cholesterin.

Jedenfalls sprach ich bei all diesen Gedanke jemand darauf an, ob es den Satiety Index, auf den AJ sich häufig beruft, eigentlich gäbe. Das ist ein „Sättigungsindex“ mit dem auf einer Skala bestimmt wird, wie gut ein Nahrungsmittel sättigt. Für alle die keine Lust haben sich mit den ettlichen Sättigungsmechanismen zu beschäftigen, die die Molekularbiologen gefunden haben! Ich hab es gegoogelt und rausgefunden, dass vor 20 Jahren mal ein Wissenschaftlerteam hingegangen ist und eine Studie gemacht hat in der getestet wurde, wie sättigend 38 Nahrungsmittel auf Probanden wirken. Dabei ist das ganze Unternehmen wahrscheinlich schon zum Scheitern verurteilt, wenn man berücksichtigen muss, was die Person vorher gegessen hat, was für einen Kalorienbedarf sie hat, wie viel Rücklagen sie hat etc.  Man hat in dieser Studie den Probanden von einem Nahrungsmittel jeweils 1000 kJ gegeben und sie dann alle 15 Minuten über einen Zeitraum von 120 Minuten beobachtet und befragt. Dann hat man den Sättigungswert von Weißbrot mit 100 festgelegt und alles andere daran gemessen. Von diesen 38 Nahrungmitteln hatten Kartoffeln, trotz ihres hohen glykämischen Index einen Sättigungsindex von 323 und waren damit der GewinnerQ Darauf folgten Haferflocken mit 209, Orangen mit 202, Äpfel mit 197, Vollkornnudeln mit 188 und gebackene Bohnen mit 168. Am schlechtesten sättigte Croissant mit 45, Kuchen mit 65, Dougnut mit 67, Mars Riegel mit 70. Daran kann man so ungefähr erkennen welche Nahrungmittel bevorzugt gegessen werden sollen. Dummerweise scheint das Wissenschaftlerteam nicht die Mühe gemacht zu haben, Gemüse zu messen. Wie gesagt, es waren nur 38 Nahrungmittel. Alle Details dazu wurden, passender Weise, auf diabetesnet. com veröffentlicht.

Dabei stellte sich auch heraus, dass Fett, obwohl die Menschen erwarten, dass es sie besser sättigte, tatsächlich gar nicht so sättigend wirkt. Dr. Susan Holt, die Versuchsleiterin erklärt das damit, dass der Körper Fett wohl weniger als Energie zur direkten Verwertung erkenne, sondern mehr als Energie, die man einlagern müsse. Ich weiß nicht ob das Sinn macht, sondern nehme an, dass der Körper sich das, was er zur Energiegewinnung braucht halt immer nimmt. Ich finde Doug Lisles Erklärung logischer, dass die Dehnungs- und Nährstoffrezeptoren Probleme haben so hohe Fettmengen und so geringe Ballaststoffe, wie wir sie verzehren, adäquat einzuschätzen.

Spielt auch keine Rolle, denn es macht offensichtlich nicht sonderlich viel Sinn Fett zu essen außer das bisschen essentielle Fett, was man halt braucht! Weder um satt zu werden, noch für sonst etwas.
Und so kommt es, dass Kartoffeln, trotz ihres hohen glykämischen Index einen gleichzeitig sehr hohen Sättigungsindex haben. Jedenfalls über 2 Stunden. Das gibt Fr. Dr, Holt zu bedenken.

Und so sind wir wieder dabei, dass all Nahrungmittel einen positiven und einen negativen Aspekt haben, aber grundsätzlich zeichnet sich eine Tendenz ab. Am besten sättigen tun auch hier die fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Nahrungmittel. Und mir ist lieber jemand isst feine Haferflocken zu, Frühstück als einen Doughnut, auch wenn man an sicher was besseres essen kann als feine Haferflocken, nämlich Vollkornhaferflocken. Oder noch besser: Selbst gequetschte Flocken. - Aber selbst ich habe keine eigene Kornquetsche.

Es geht nicht darum alles perfekt zu machen, es geht nicht darum der perfekte Orthoretiker zu sein, sondern darum Verbesserungen vor zu nehmen und zu gucken, wie es einem damit geht. Es geht darum seine Comfortzone ein wenig auszudehnen und sich selber herauszufordern mal was zu tun, was einen ein bisschen Mühe kostet. Sonst nicht...

Menü des Tages am 21. Dezember

9:15 Uhr: Brokkoli mit Salz und Chili


Haferflocken, Banane, Chia, Reissirup, Zimt, Sunwarrior, Kakaonibs, Orange



11:20 Uhr:  3 Scheiben Dinkelvollkornbrot mit Steviamarmelade



14 Uhr: Rest vom Rest der Restepfanne ;-) mit Kichererbsen


1 Banane
1 Scheibe Dinkelvollkornbrot mit Steviamarmelade

17:20 Uhr: Blumenkohl mit Pilzen, Sellerie, Knoblauch, Salz und Chili


1 Süßkartoffel


2 Bananen

Ich muss sagen, ich empfinde Süßkartoffeln auch als außergewöhnlich befriedigend. Da ist schon was besonderes dran. Es lohnt sich immer welche gebacken im Kühlschrank vorrätig zu haben. Sie schmecken pur einfach so aus dem Kühlschrank absolut fantastisch. Und sie machen echt überhaupt keine Arbeit: Man legt sie in den Ofen, stellt ihn an, wartet ne 3/4 Stunde und fertig. Sich gesund zu ernähren kann auch wirklich ausgesprochen einfach sein.:-)

Mit dem Vollkornbrot geht es mir aber tatsächlich nicht besonders gut. Vielleicht liegt das daran, dass ich Marmelade drauf hatte, vielleicht wäre das mit Käse oder Nussmus anders, aber ich spüre ein größeres Verlangen nach Süßkram und auch immer noch durch die Anwesenheit des Tannenbaums!;-) Vielleicht auch die Kombination aus beidem. Der Weihnachtssüßkram liegt hier rum und ich rühre ihn nicht an!

Hab gestern mit meinem Vater telefoniert, der erzählte er habe auch Weihnachtssüßkram gekauft weil er sich dachte: „Bevor wir gar nichts haben?!“ - Er steht da echt gar nicht so drauf, aber auch für ihn scheint das irgendwie eine Tradition zu sein. Vielleicht hat seine Mutter ihm auch beigebracht, dass Schokolade an Weihnachten keine Sünde ist. Ich glaub, das selbe gilt für Alkohol!;-) - Hach, sind schon irgendwie süß unsere Traditionen, oder?;-)

Alles Liebe,

Silke

PS: Ich hab da noch ne Meinung zum Herztod von Udo Jürgens, den ich als Künstler sehr schätze: 80 ist kein Alter! Und es ist absolut nicht erforderlich so jung zu sterben. Das ist zu jung in Anbetracht der Fortschritte der Schulmedizin und des Wissens um die Vermeidung von Atherosklerose.
Hier nochmal der wunderbare Herzchirurg und Anhänger der Pflanzenkost Dr. Ellsworth Wareham, der müsste nächstes Jahr 100 werden müsste und erst mit 95 in Rente ging:




Sonntag, 21. Dezember 2014

Wie man einen Nobelpreis gewinnt...



Ich schwöre, direkt in dem Moment, als der Weihnachtsbaum stand, kam in mir Lust auf Schokolade auf!


Diesmal nicht biochemisch getriggert, sondern rein assoziativ! - Ich war dennoch entsetzt und habe dennoch widerstanden. Ich hab die Schokolade ja für den Baum meines Vaters gekauft und nicht für meinen. Aber dennoch, ich glaub, es war schon immer meine Aufgabe den Weihnachtsbaum zu schmücken und ich glaube ich habe auch schon immer Schokolade dabei gegessen! - Meistens habe ich aber auch am 24. geschmückt und nicht am 20. aber da der Happy Tree ja 65 € kostet und ich so viel wie möglich aus meinem Geld rausholen will, habe ich ihn so lange gemietet wir möglich!

Aber ich möchte euch heute erzählen, wie man einen Nobelpreis gewinnen kann...

Mein wirklich, wirklich kluger Physiologieprofessor hat diesen unglaublich komplizierten Hunger- und Sättigungsmechanismus des Hirns vorgestellt und dann gesagt, wenn man ein Medikament entwickeln würde, was diesen Mechanismus bei Menschen, bei denen er aus dem Gleichgewicht geraten ist, wieder korrigieren kann, dann wäre das sicher einen Nobelpreis wert. Er erzählte in der selben Vorlesung auch, dass Jeffrey Friedman, der Mann der 1994 das Leptin entdeckt hat und mit 22 bereits ein Medizinstudium abgeschlossen hat, auch noch darauf hofft, dass er dafür eines Tages einen Nobelpreis bekommt.

Der Mann hat aber auch echt Pech gehabt....Er hat dieses wunderbare Hormon namens Leptin entdeckt und festgestellt, dass es dafür sorgt, dass dem Gehirn signalisiert wird, dass man satt ist....ABER....Leptin wird vom Fettgewebe hergestellt und daher müssten eigentlich alle Menschen, die übergewichtig sind, keinen Hunger haben. Zunächst wusste man aber nicht, dass Leptin vom Fettgewebe produziert wird, sondern hat bei fettleibigen Mäusen Leptin gespritzt und die nahmen dann ab! Stellte sich raus, dass das beim Menschen alles nicht so war und der Traum vom Nobelpreis von Jeffrey Friedman platzte und der Traum von unendlichem Reichtum der Pharmaindustrie eine Pille gegen Adipositas verkaufen zu können auch. Leptin wird vom Fettgewebe produziert, fettleibige Menschen haben reichlich davon im Blut, aber es wirkt nicht an seinem Rezeptor. Der Rezeptor ist defekt, genau wie der Insulinrezeptor bei Diabetikern. Wahrscheinlich wegen jahrelanger Überbeanstpruchung durch falsche Nahrung, nehme ich an...

Aber es gibt ja auch nicht nur Leptin sondern noch viele andere Mechanismen, die bei dem ganzen System, was eigentlich das Gewicht absolut perfekt auf Idealgewicht reguliert, eine Rolle spielen. Und ich wette darauf, das niemals jemand irgendeine Pille entwickelt, die das ganze System reguliert.  In Spektrum der Wissenschaft hieß es, dass die Wirkung von Leptin und Ghrelin (Hungerhormon) von den Dopamin- und Serotoninausschüttungen von süchtigmachender Nahrung unterdrückt werden, aber es wird wohl niemals jemand einen Nobelpreis verleihen dafür, dass man es geschafft hat mit richtiger Nahrung, das System wieder auszugleichen! - Denn genau das passiert, wenn man nicht-süchtig(glücklich)-machende Nahrung verzehrt.

Ich wette Dr. Dean Ornish hätte einen Nobelpreis bekommen, wenn er eine Pille erfunden hätte, die Atherosklerose wieder rückgängig macht. Hat er aber nicht, er hat eine Ernährungsweise entdeckt, die Atherosklerose rückgängig macht und damit die Krankheit an der 40% aller Menschen in der westlichen Welt sterben. Kein Nobelpreis für Dr. Ornish.

Mein Physiologieprofessor hat auch über seinen eigenen wirklich sehr kleinen Bauch gewitzelt und gesagt, dass aufgrund dessen, was man bisher über Übergewicht weiß, man eigentlich sagen muss, dass es eine neuroendokinologische Störung sei, eine Störung zwischen Nervenzellen und Hormonewirkung. Keine Disziplinlosigkeit! Und er erwähnte auch: Zucker macht süchtig und in Cola sei deshalb so viel Zucker, weil die einen so niedrigen pH-Wert habe, und daher unglaublich sauer sei, dass man so viel Zucker rein tun müsse.

Mich schrieb gesten ein Leser an, warum ich mich denn ausschließlich auf die Nahrung konzentrieren würde und nicht auf die Probleme, die die Ursache seien, weshalb ein Mensch dann emotional esse. Das ist eigentlich ganz leicht. Ich kenne viele Menschen die in psychotherapeutischer Behandlung sind, aber kein Gramm Gewicht dadurch verlieren. Andereseits gibt es viele Menschen, die echte Traumata erlebt haben wie Flucht, Vergewaltigung, Naturkatastrophen, KZ, die davon nicht fett geworden sind. Hinzu kommt, dass man, wenn man aus emotionalen Gründen isst nicht irgendwelche Wohlschmeckenden Sachen wie z.B. einen Apfel oder Brokkoli binged, sondern ganz bestimmte Nahrungsmittel welche in der Lage sind das Belohungssystem besonders gut zu manipulieren. Als nächstes kommt die Frage nach zu fetten Haustieren auf? Haben die auch alle unbewältigte Probleme???

Ich glaube auch, dass es therapeutisch leichter ist über die Handhabung realer Gegenstände, also über das Tun, an seine Gefühle ran zu kommen. Zuckerentwöhnung dauert meiner Erfahrung 4 Tage. In den 4 Tagen können durchaus ein paar Gefühle hoch kommen, die man dann mit bingen von gesunde Nahrung eindämmen könnte oder auch mit Verarbeiten oder auch mit beidem. Wer in einer Psychotherapie hockt und, weil er Nahrungmitteldrogen verwendet, vielleicht überhaupt keinen Zugang zu seinen Gefühle hat, kann diese auch nicht bearbeiten. Sicherlich kann man auch beides versuchen oder halt, sich darauf konzentrieren, was einem liegt, aber die Grundlage von Übergewicht ist nicht emotionale Probleme, obwohl ich schon der Auffassung bin, dass man halt irgendwann auch gelernt haben muss, dass Drogennahrung ein sehr simpler Problemlösungsmechanismus ist. Aber genau wie jeder weiß, dass Alkohol keine Lösung ist, ist auch Drogennahrung keine Lösung und wir sind wieder bei Genuss, Missbrauch, Abhängigkeit und Sucht und dem Unterschied dazwischen. Einen Nobelpreis in Psychologie gibt es aber eh nicht, oder? - Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass man jedes, absolut jedes Krankheitssymptom zunächst mal mit Verbesserung der Ernährung behandeln sollte, und was dann noch an Krankheit da ist, kann man dann immer noch schulmedizinisch therapieren...falls dann noch was da ist...

Menü des Tages am 20. Dezember

Brokkoli mit Salz und Chili


Haferflocken, Banane, Wasser, Sunwarrior, Kiwi, Traubenkernmehl, Reissirup, Chia, Kakaonibs, Rosinen


11:40 Uhr: 2 Bananen

13:30 Uhr: Rest von der Restepfanne


2 Scheiben Dinkelkrustenbrot mit Stevia-Marmelade


1 Banane

16:30 Uhr: Brokkoli mit Salz und Pfeffer


½ Süßkartoffel
1/2 Glas Kichererbsen


19:30 Uhr: einige getrocknete Erdbeeren und dann, DIR Idee


5 Nur-Bananen Erdbeer-Vanille-Cookies


Ich fühlte mich durch die Dinkelkruste ziemlich getriggert oder vielleicht auch durch die Steviamarmelade oben drauf, die ich geschenkt bekommen habe und jetzt denke: "Das Zeug muss ich vor der Challenge verbrauchen!!!"...genau so wie das Brot. Ich hab immer noch viel nicht-challengetaugliche Nahrung im Haus, obwohl ich keine neue gekauft habe...Getriggert fühlte ich mich auch letztens von superreifen Kakis. Inke Jochims sagt, man solle zu Kohlenyhdraten immer auch Protein essen. Ich frage mich, ob das bedeuten könnte, das man vor Obst als Zwischenmahlzeit immer erst Gemüse essen sollte...Muss ich mal ausprobieren.

Und die Challengegruppe ist so riesig geworden!!! Jetzt über 70 Mitglieder – ich werd' bekloppt!!!
Und freu mich gleichzeitig total. Und ich gespannt wo ich nach den Weihnachtstagen und Silvester stehe...

Alles Liebe,

Silke


Samstag, 20. Dezember 2014

Über die Suchtexperten und Fachliteraturautoren...



Wenn man erstmal anfängt sich mit dem Thema Esssucht zu beschäftigen, ist die Literatur dazu schlussendlich überwältigend! - Ich schrieb ja bereits, dass wenn man Food Addiction in den Suchpiloten der Medizinbibliothek Köln eingibt 101 Seite mit Hinweisen angezeigt werden. Einer der ziemlich weit oben ist Food and Addiction: A Comprehensive Handbook von Kelly D. Brownell und Mark S. Gold. Gold ist einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Esssucht und beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren damit. Das Buch wurde herausgegeben von der Oxford University Press 2012 und beinhaltet Beiträge von Teilnehmern der ersten Konferenz für Esssucht 2007, der Yale Conference on Food and Addiction. Einpaar alte Bekannte sind darin vertreten, nämlich Joan Ifland, die ihren Doktor in Addictive Nutrition mittlerweile gemacht hat, aber auch Barbara Rolls Phd, die von Barnard in Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs erwähnt wird, weil die daran geforscht hat, wie das Sättigungsgefühl zustande kommt, und erkannt hat, dass der Magen stark auf Gewicht reagiert, weshalb es Sinn macht wasserhaltige Nahrung zu essen im Gegensatz zu Brot. Sie hat auch ein Buch darüber geschrieben The Volumetrics Weight-Control Plan, was leider auch nicht auf Deutsch erschienen ist  Food and Addiction ist selbstredend auch nicht auf Deutsch erschienen. Alle wichtige Medizinliteratur ist auf Englisch!

Naja, um es zu verlinken, habe ich Food and Addiction dann auch in Amazon eingegeben und es nicht gefunden. Dafür aber eine Seite voll mit Verweisen über Esssucht. Alles auch wieder auf Englisch. Aber das Buch was tatsächlich so heißt, erscheint nicht. Also habe ich Food and Addiction Gold in Amazon eingegeben, tja, und da erschien dann die richtige Fachliteratur, nicht nur die Trivialsachen, die Otto Normalverbraucher verstehen kann, sondern die Literatur der Wissenschaftler selbst. Food and Addiction kostet satte 95 € ein weiteres Buch von Marc S. Gold Eating Disorders, Overeating and Pathological Attachment to Food: Independant or Addictive Disorders? kostet 112 €. Ich nehme an, weil der Verlag nicht so viele Exemplare von derartigen Büchern verkauft, aber wundert es dann, dass das Wissen nicht durchdringt, vor allem nicht, wenn die Industrie das gar nicht will und die Politik sich mit anderen Sachen rumschlagen muss, die wichtiger sind? Zucker und Fett ist ja auch Opium für's Volk und so hält es wenigstens still und begehrt nicht auf.

In Food and Addiction kommt auch Kay Shepard M.A. zu Wort, die ebenfalls mehrere Bücher über Essucht geschrieben hat, sie ist Betroffene nicht Forscher und auf ihre Ideen gründet eigentlich alles was die Food Addicts Anonymus so machen. Sie war es auch, die die 12 Schritte der Anonymen Alkoholiker auf Esssucht übertragen hat. Zwei ihrer Bücher habe ich bestellt, eines ist schon da From the First Bite: A Complete Guide to Recovery from Food Addiction, aber das ist mir zu wenig biochemisch und zu sehr esoterisch. Die Anonymen Alkoholiker geben nämlich all ihre Probleme einfach an Gott ab, sagen sie seien machtlos über ihre Sucht und das ist ein Konzept was mir widerstrebt auch wenn es dem ein oder anderen möglicherweise zusagt. Es liegt eine gewisse Befriedigung darin frei von Schuld zu sein, besonders wenn Schuldgefühle einen dazu bringen, dass man weiter seine Drogen konsumiert. Das Buch, was ich noch nicht habe ist Kays Erstling Food Addiction: The Body Knows

Das ist schon ein interessantes Phänomen mit der Esssucht, Binge Eating, der Abhängigkeit von Essen und dem Missbrauch von Zucker gerade, weil er so geläufig ist, genau wie Weißmehl und Fett und weil wir es unseren Kindern zu Weihnachten und zu Geburtstagen geben. Oder auch, wenn wir wollen, dass sie uns nicht nerven. Wenn sie quengeln und wir keine Zeit haben etc. Aber was glaubt ihr, warum das Zeug für sowas funktioniert? - Und es wird auch nicht jeder abhängig, eigentlich nur der, der es jeden Tag konsumiert und dann immer mehr davon, daher ist grundsätzlich Weihnachten und Geburtstag schon ok. Was aber nicht ok ist ist, dass das Bewußtsein für die Mechanismen einfach nicht vorhanden ist und auch nicht, dass Leute, die sich selbst dabei beobachten, 1500 kcal in Eis oder Schokolade verzehen nicht erkennen, dass das eine Binge Eating Attacke ist und Abhängigkeit/Missbrauch von Essen. Und da sind wir gleich wieder bei den Alkoholikern, die abstreiten ein Problem zu haben...aber das Alkohol Probleme machen kann, ist weitaus akzeptierter. - Dabei fällt mir ein: Meine Oma wollte wohl nicht, dass mein Vater Maurer wird, weil auf dem Bau immer so viel gesoffen wird! Sie hat wohl auch gesagt, dass mehr als 2 Schnaps am Tag Sünde sei, genau wie Zucker pur zu essen. Das lässt mich gerade schmunzeln und rührt mich auch sehr, denn eine derartige Mentalität stünde und heutzutage vielleicht gut zu Gesicht. Als Kind habe ich mich allerdings darüber geärgert, dass meine Oma immer nur Äpfel zu Besuch mitbrachte, während meine andere Oma, die ich natürlich lieber mochte...genau deswegen...Toffifee schenkte! Ich armes, manipuliertes Kind...

Menü des Tages am 19. Dezember 2014

6:45 Uhr: Brokkoli mit Salz und Chili


Haferflocken mit Wasser, Banane, Kakaonibs, Sunwarrior, Orange, Reissirup


11 Uhr: Restepfanne aus diversen Gemüsen, Hirse und schwarzen Bohnen


1 Kaki
1 Banane

13:40 Uhr: 2 Bananan
½ Süßkartoffel

17:45 Uhr: Marokkanischer Süßkratoffeleintopf


paar Chips und 2 Spekulatius im Bioladen verkostet

20:45 Uhr: Rest Marokkanischer Süßkartoffeleintopf

Ich hab euch erzählt, dass ich bis Silverster nicht mehr in den Bioladen muss, richtig? Pustekuchen! Eine Kollegin hat sich krank gemeldet und ich musste gestern den Laden abschließen, was ich nur ein paar Mal gemacht habe bisher und schon ziemlich lange nicht mehr. Ich hab mich nicht getraut in aller Ruhe Pause zu machen, hab zu wenig Süßkartoffeleintopf gegessen, dann wieder Hunger gehabt und ein paar Chips genascht, aber echt nur 10 Stück oder so und während ich die Endabrechnung gemacht habe zu Spekulatius gegriffen. Ich weiß nicht, ob mich das getriggert hat, dass ich abends noch den Rest des Eintopfs essen musste oder ob ich echt noch Hunger hatte. Vielleicht beides.

Na, egal, Weihnachten rückt immer näher und ich denke zurück an letztes Jahr. Ich hatte Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können letztes Jahr gelesen und hab 2-3 Monate zuckerfrei und alkoholfrei gelebt, ach, und auch völlig nikotinfrei, weil ich wollte, dass mein Belohungssystem wieder normal wird. Das war die einzige Motivation. Was ich durch das Lesen der Lustfalle aber noch nicht begriffen hatte war, dass es nach dem Serotoninanstieg durch den Zucker und die Substanzen auch wieder zu einem Abfall kommt, wo man deprimiert und motivationslos ist und sich das Leben sinnlos anfühlt. (Passiert übrigens auch nach Alkohol). Ich hab letztes Jahr Weihnachten gedacht: „Dann gönn ich mir mal 3 Tage lang die volle künstliche Dopamin- und Serotonindröhnung“ aber schlussendlich habe ich mehr von dem Abfall empfunden als von dem Glück, den die Substanzen bringen und ich habe absolut und total den Sinn von Weihnachten hinterfragt, denn künstliche Stimulation mit Serotonin und Dopamin mit dem darauffolgenden Abfall kann es ja wohl auch nicht sein! - Was eigentlich an diesem Jahr nichts ändert, aber vielleicht bin ich durch die Erinnerungen an letztes Jahr motiviert weniger zu essen...Wer weiß!

Am meisten freue ich mich eh, dass heute mein Happy Tree geliefert wird und dann ist wirklich Weihnachten. Nicht durch Schokolade. Und ich freue mich voll darauf, wie der Kater darauf reagiert! Er hatte ein Weihnachten mit mir bei meinem Vater und fand den Baum dass super! - Weihnachtsglück kommt eigentlich, wenn man was für die Kleinen tut, oder?;-) Am besten was, was sie nicht krank, fett und süchtig macht!

Alles Liebe,

Silke