Samstag, 19. Mai 2012

Spargel und B12...

Ich hab jetzt eine ganze Woche Mikro-Cobalamin zu mir genommen und merke überhaupt nichts. Weder so was wie mehr Energie noch eine bessere Fähigkeit zu denken.

Dafür wird mir das Phänomen B12 immer klarer, was damit zusammen hängt, dass wir vorletzte Woche das Thema Anämie hatten und letzte Woche in Histologie mit den Geweben von Magen und Darm angefangen haben.

Über B12 steht soooooo viel Blödsinn im Internet: Dass es in Sauerkraut drin ist, dass es in Spirulina und Chlorella drin ist, dass man es selber bilden kann, dass man es nicht selber bilden kann, dass man einen Mangel mit tierischen Produkten beheben kann, dass man ihn mit Wildkräutern beheben kann…alles, alles mögliche…..

Was mal klar ist ist, dass weder Spirulina noch Chlorella noch Weizengraspulver aktives B12 enthalten, sondern B12 Analoge. Was jetzt für mich definitiv auch klar ist, ist was mein Histologieprofessor diese Woche gesagt hat – und ich habe das Zitat extra 1 zu 1 mitgeschrieben, damit ich nichts verfälsche:

„Eine gute Darmflora produziert B12“

Was den Umkehrschluss nahelegt, dass eine schlechte Darmflora keins oder zu wenig produziert. Nur Bakterien im Darm produzieren das B12 und es ist auch nur in tierischen Produkten drin, weil die Därme der Tiere auch das B12 produzieren. Und weil die Bakterien eigene Organismen sind und nicht etwa auf irgendwas reagieren können, was der Körper ihnen mitteilt, können Sie auch nicht mehr B12 produzieren, wenn der Körper einen erhöhten Bedarf hat. Sie sind so ähnlich wie Bäume, die Sauerstoff produzieren, welchen wir dann einatmen. Wenn wir einen erhöhten Bedarf an Sauerstoff haben, produzieren die Bäume auch nicht mehr.

Pauschal kann man davon ausgehen, dass die meisten Menschen keine gute Darmflora haben weil die meisten Menschen sich in regelmäßigen Abständen Antibiotika verschreiben lassen.

Dann gibt es noch einen weiteren Faktor, warum auch viele Fleischesser einen B12 Mangel haben können: Der Intrinsic Factor. Der ist im Magensaft enthalten und wird gebraucht um B12 aufnehmen zu können. Manche Menschen produzieren zu wenig Intrinsic Factor, und nehmen demzufolge auch zu wenig B12 auf. Die können auch nicht ihr von den Darmbakterien produziertes B12 aufnehmen. Es heißt sehr oft, ob bei Reflux, Sodbrennen oder auch bei Victoria Boutenko, dass viele Menschen zu wenig Magensäure produzieren. Ich weiß nicht ob das zusammenhängt, ob überhaupt zu wenig Magensaft produziert wird oder nur die Säure aber möglicherweise gibt es da einen Zusammenhang. Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang, dass in der 80/10/10 Szene sich intensiver mit B12 Mangel beschäftigt wird, weil man zur Verdauung von Obst ja eh nicht so viel Magensaft gebraucht wird und dementsprechend auch weniger Intrinsic Factor ausgeschüttet wird oder es hängt damit zusammen dass Fruchtzucker, in den Mengen, auch nicht das Non plus Ultra für die Darmflora ist.

Aber das ist alles nur hypothetisch.

Ich hab in den letzten 30 Jahren ein einziges Mal Antibiotika genommen, vor etwa 5 Jahren, weil ich eine entzündete Zahnwurzel hatte. Die Antibiotika haben die Entzündung unterdrückt und ein halbes Jahr später kam sie dann wieder. Da hab ich dann keine Antibiotika genommen sondern den Körper tun lassen, was er tun musste. Der hat dann Eiter gebildet, der dann durch das Zahnfleisch nach außen getreten ist und dann war gut. Also, ich bin kein Freund von Antibiotika…wirklich nicht…Auf der anderen Seite haben mir unglaublich viele Leute gesagt wie gefährlich es ist, so eine Zahnwurzelentzündung nicht behandeln zu lassen. Man könne von dem Eiter eine Blutvergiftung bekommen…“Don’t try this at home, kids!“

Wenn sich jetzt die ganzen 60 Tage B12 mäßig keine Veränderungen zeigen, gehe ich mal pauschal davon aus, dass meine lieben Darmbakterien genug B12 für mich produzieren. Was soll ich sonst glauben, nach all den Jahren mit viel zu wenig B12 in der Nahrung?

Ob man testen kann, ob die eigene Darmflora gut ist? Keine Ahnung. Und ehrlich gesagt habe ich auch nicht viel Ahnung was man machen kann um sie zu verbessern. Fermentierte Produkte essen, nehme ich an. Das erfordert wohl noch weitere Recherchen….

Ich hab Spargel von meinem Joggingfreund geschenkt bekommen und dann stand ich vor der schweren Frage, wie ich den am besten zubereiten sollte. Zugegebenermaßen mag ich ja am liebsten Sauce Hollandaise. Und da ich nun nicht mehr darauf achten muss 100% roh zu sein, kann ich ihn auch kochen, denn gekochter Spargel schmeckt mir immer noch besser als roher.

Ich hab natürlich keinen Schimmer, wie man Sauce Hollandaise macht, da meine Mutter sie immer nur aus Tetra Pack auf den Tisch gebracht hat. Die wollte ich natürlich nicht kaufen, zumal sie Industrienahrung ist und auch nicht vegan. Dann habe ich nach "veganer Sauce Hollandaise" gegoogelt und auch ein Rezept gefunden, aber da hat mich wieder das gestört, was mich bei veganem Essen fast immer stört: Es ist vegan, aber mit Schrott zubereitet – mit Zucker, Weißmehl und Co.

Also habe ich "Sauce Hollandaise roh vegan" gegooglet und Bingo! Da war die Alternative – und zwar von Nelly. Nelly hat sie zu rohem Spargel gemacht, und ich dann in einer Abwandlung zu gekochtem und es war ein Traaaauuuuum!!!!!


Zuerst war ich skeptisch, denn nur die Sauce schmeckte nicht wie Sauce Hollandaise aber auf dem Spargel selbst, war kaum ein geschmacklicher Unterschied festzustellen. Die Konsistenz war ein wenig dünner, tat dem ganzen aber keinen Abbruch. Und hier meine Variation von Nelly Rezept:

Sauce Hollandaise

60 ml Orangensaft
30 g Mandelpüree
30 g Wasser
1 TL Salz
½ TL Curry
1 Prise Pfeffer

Alles pürieren und fertig.

Und bezeichnender Weise ist mir dann dadurch wieder klar geworden was für eine Besonderheit Rohkost doch ist, selbst, wenn man davon ausgeht, dass 100% Rohkost nicht das Non plus Ultra ist. In diesem Sauce Hollandaise Imitat ist nur wenig Fett, kein Cholesterin, nichts tierisches, keine gesättigten Fett und auch noch Vitamine und so allem Überfluss ist es auch noch köstlich!

Rohkost braucht auf jeden Fall einen Ehrenplatz in jeder Deutschen Küche! – aber der Bullshit, der im Zusammenhang damit immer verbreitet wird muss aufhören.

Es ist wirklich was anderes, ob man seine Gesundheitsinfos von einem Anatom der eine Professur inne hat einholt oder von einem Lebesmittelhändler oder Finanzbeamten, der ein Buch über Ernährung geschrieben hat!

Schönes Wochenende und alles Liebe,

Silke

Nächsten Sonntag am 27. 05. Ist übrigens Potluck in Köln. Um 16 Uhr. Wer Interesse hat kann sich melden: silke@rohelust.com

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Wege ausdrücken möchtest, kannst du dies hier gerne tun:


Sonntag, 13. Mai 2012

Blutgruppendiät...

Wir haben diese Woche wieder mit Nadeln gespielt und gelernt, wie man eine Venenverweilkanüle legt. Das hat allerdings nicht so viel Spaß gemacht wie das Blutabnehmen, weil Venenverweilkanülen am Unterarm gelegt werden, weil man eine ziemlich lange gerade Vene dafür braucht und weil Venen dann auch noch so was wie Klappen haben, durch die man eine Verweilkanüle nicht schieben kann, oder soll, hat das Legen der Venenverweilkanüle nur bei einem von 4 Studenten geklappt und es war zudem unangenehm für ihn.

Und wo wir gerade dabei waren hat eine der Tutorinnen gefragt, ob jemand Lust hätte seine Blutgruppe zu bestimmen. Es gäbe so einen schönen Schnelltest dafür und den könnten wir gerne machen.

Ich wollte. Wofür ich zwar wieder meinen Arm zum Üben für eine Kommilitonin zur Verfügung stellen musste und einen kleinen Bluterguss zurückbehalten habe, aber jetzt weiß ich Bescheid.

Ich schreibe das deshalb, weil ich letztes Jahr öfter nach meiner Blutgruppe gefragt wurde, denn der Fragesteller vermutete, dass ich Blutgruppe B hätte, weil ich mit Kohlenhydraten so gut zurecht käme und es mir ohne Fleisch zu gut geht. Weil ich meine Blutgruppe nie wusste, habe ich mich auch um die Blutgruppendiät nie gekümmert. Aber sie geht so:

"Laut Peter D’Adamo soll die Blutgruppe 0 die älteste Blutgruppe sein. Sie entwickelte sich schon, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Daher seien Menschen mit Blutgruppe 0 laut der Blutgruppendiät an fleischreiche Nahrung gewöhnt, nicht aber an Getreide oder Milchprodukte, da es zu dieser Zeit weder Ackerbau noch Viehzucht gab. So sollen also Menschen mit Blutgruppe 0 auch heute täglich Fleisch essen, um gesund zu bleiben, und auf Getreide, vor allem auf Weizen sowie auf Milch verzichten. Welche Blutgruppe die älteste „Urblutgruppe“ ist, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. In der Diskussion sind sowohl Blutgruppe A als auch Blutgruppe 0. Da Menschenaffen ebenfalls die Blutgruppen 0, A und B haben, gilt als gesichert, dass die Blutgruppen nichts mit menschlichen Wirtschaftsformen zu tun haben.[3] Die Blutgruppe A entstand laut D’Adamo mit den ersten Bauern. Sie sollen vor allem Gemüse und Getreide essen, aber kein Fleisch und keine Milch, da die ersten Bauern angeblich keine Tiere zur Nahrungserzeugung hielten. Die Blutgruppe B soll sich unter Viehzüchtern in Asien entwickelt haben, dem „Nomaden-Typ“, daher seien Menschen mit Blutgruppe B an Milch gewöhnt, auch bestimmte Fleisch- und Getreidesorten sollen zu ihrer natürlichen Nahrung gehören. Die Blutgruppe AB entstand in jüngerer Zeit aus der Vermischung der Blutgruppen A und B und symbolisiert den modernen Menschen. Diese Gruppe sollte vor allem Obst und Gemüse essen."

Quelle: Wikipedia

Diese Theorie entbehrt laut Wikipedia jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, wer mehr wissen will kann sich auch hier bei Wikipedia noch schlauer machen. Ich kann aber auch nicht einschätzen wie wissenschaftlich Ayurverda oder die Stoffwechseltheorie ist. Nun gut, es macht Spaß darüber nachzudenken und wer heilt hat ja sowieso Recht.

Die Häufigkeit der Blutgruppen sieht in Deutschland wie folgt aus:

A: 43%
0 : 41%
B: 11%
AB: 5%

Also sollten laut der Blutgruppendiät 41% der Bevölkerung täglich Fleisch essen, 43% Gemüse und Getreide aber kein Fleisch und keine Milch, 11% nur dürfen überhaupt Milch verzehren und nur 5% sollten vorwiegend Obst und Gemüse essen.

Die Kritik der Blutgruppendiät besagt folgendes:

„Manche der Empfehlungen und Verbote sind absolut zufällig oder beruhen auf Fehlern. So ist zum Beispiel die angebliche Milchunverträglichkeit der Blutgruppen 0 und A nur die Folge einer Namensverwechslung. Zur Blutgruppe B gehört die Alpha-N-D-Galaktose, in Milch ist hingegen Beta-N-D-Galaktose enthalten. Die Moleküle dieser Galaktosearten sind zwar ähnlich (daher der ähnliche Name), die Wirkung im Organismus ist aber völlig unterschiedlich. Selbst wenn die Lektin-Theorie richtig wäre, wäre eine negative Wirkung von Milch auf Menschen mit Blutgruppe 0 oder A also fraglich. D’Adamo rät den Blutgruppen 0, A und AB, Milch zu meiden. In Deutschland wären das 80 Prozent der Bevölkerung. Nur in Asien ist die Blutgruppe B am stärksten vertreten. Die regionale Verteilung von Milchzuckerunverträglichkeit widerspricht jedoch seiner Theorie, denn sie ist in Asien weit häufiger als im europäischen Raum. Primäre Laktoseintoleranz ist keine Allergie, sondern eine fehlende Mutation auf dem Chromosom 2. Es ist nicht verständlich, warum Menschen mit Blutgruppe A, die besonders häufig in Europa ist (in manchen Ländern die häufigste), die meisten Fleischsorten, Weizen und Milchprodukte nicht konsumieren sollen, die ja schon seit längerem die Basis der Ernährung darstellen. Stattdessen wird zu vermehrtem Soja-Konsum geraten, was eher zu Trägern der Blutgruppe B passen würde: diese Blutgruppe tritt am häufigsten in Asien auf, nur dort ist Soja ein typischer Bestandteil der regionalen Küche. Das Ganze widerspricht auch der Theorie der Abfolge und regionalen Entstehung der Blutgruppen, weil nach D’Adamo die Blutgruppe A in der Kaukasus-Region, B in der Himalaya-Region entstanden ist. Warum dann ausgerechnet Menschen mit Blutgruppe A vermehrt Soja konsumieren und Milch bzw. Milchprodukte (gerade Menschen in der Kaukasus-Region sind für ihren Kefir-Konsum bekannt, Kefir wird für Blutgruppe A als neutral, für B und AB als bekömmlich eingestuft), Fleisch und Weizen vermeiden sollten, entbehrt einer belastbaren Logik. Je nach Blutgruppe ist der Eiweißanteil der Kost teilweise überhöht, was Gicht oder die Bildung von Harnsteinen zur Folge haben kann. Die Gruppe der „Jäger“ erhält zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Teuer ist auch der empfohlene Sekretor-Status (ca. 55€), der zur Verfeinerung des Konzeptes dient. Des Weiteren bietet D’Adamo zahlreiche speziell für Blutgruppen designte Nahrungsergänzungsmittel, die nur über bestimmte Online-Shops bezogen werden können. Abgesehen von den relativ hohen Kosten ist auch der positive Einfluss umstritten.

Bewertung der Diät durch die Stiftung Warentest: „Da wir trotz jahrhundertelanger Verstöße gegen diese Regeln immer noch am Leben sind, stellt sich die Frage nach dem Sinn und Unsinn der Diät. (…) Eine Verklumpung von Blutzellen (durch Lektine, erg.) wurde bisher in keinem einzigen Fall festgestellt. Und Belege dafür, dass Erkrankungen durch die Blutgruppendiät positiv beeinflusst werden, fehlen ebenfalls.“[8]

Aus einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): „In keinem Fall ist wissenschaftlich dokumentiert, dass Lectine aus Lebensmitteln im Blut zu Verklumpungen (Agglutinationen) führen. (…) D’Adamo verwendet ungesicherte, verführerisch einfach klingende Annahmen als Fakten und stellt Lectine in Nahrungsmitteln als eine generelle Gefahr dar. (…) Die meisten pflanzlichen Lectine sind unschädlich. (…) Zudem zerstört Erhitzen die Lectinaktivität in fast allen Nahrungsmitteln mit Ausnahme von gerösteten Erdnüssen (…).“


So, jetzt dürft ihr 3 Mal raten welche Blutgruppe ich habe: AB+

Die seltenste Blutgruppe (abgesehen von AB-) die es gibt und die, der empfohlen wird, vorwiegend Obst und Gemüse zu essen!

Da ich das eh mache, brauche ich wohl auch nicht länger über die Blutgruppendiät nachdenken, aber was, wenn es stimmt?

Was gibt man denn Leuten für Ratschläge die Blutgruppe 0 haben und sich gesünder ernähren wollen?

Ich hoffe die DGE hat Recht und Blutgruppen sind Humbug, immerhin haben auch Affen die Blutgruppen A, B und 0 und die essen auch alle gleich.

Jetzt würde mich aber dennoch interessieren welche Blutgruppen andere Veganer oder Rohköstler haben? Gibt es jemanden da draußen der Blutgruppe 0 hat und schon lange vegan lebt?

Das Tolle an Blutgruppe AB+ ist auf jeden Fall, dass man, falls man einen hohen Blutverlust erleidet, von allen anderen Blutgruppen eine Bluttransfusion bekommen kann. Alle anderen sind Einschränkungen unterworfen. Geile Sache!

Heute markiert dann übrigens Tag 1 meines 60 tägigen Experiments mit Methylcobalamin-Lutschtabletten von Nutrient Logistics. Ich weiß ja, dass ich definitif nicht so viel B12 esse, wie empfohlen wird und das schon seit 20 Jahren, aber ich habe noch nie Auswirkungen davon bemerkt. Mein Hausarzt sagte nur ich könne garkeinen B12 Mangel haben, weil meine Erythrozyten nicht vergrößert seien. Aber über B12 und B12 Tests gibt es viele Mythen und Gerüchte und man kann nicht ungefragt alles glauben. Einen tollen Artikel gibt es von Dr. John Switzer hier: http://www.ein-langes-leben.de/index.php?option=com_content&view=article&id=47

Ich habe nicht wirklich einen organischen Grund B12 einzunehmen, aber ich frage mich ob es meine Gehirnfährigkeiten steigern kann und ich mit B12 schneller und besser denken kann. B12 Mangel zeigt sich ja in schlechter funktionalität der Nerven. Möglicherweise lernen 19 jährige nur deshalb effektiver, weil sie einen höheren B12 Spiegel haben?! Dr. Switzer schreibt auch darüber, dass B12 hochgradig hitzeempfindlich ist, also nicht mal ein Steak einen anständig mit B12 versorgen kann, genausowenig wie Milch oder Joghurt, weil das Zeug alles pasteurisiert ist.

Also, ich beobachte mal...60 Tabletten sind ein einer Packung und man nehme eine pro Tag laut Packungsanweisung. Dr. Switzer nimmt allerdings nur jeden 2. Tag eine...

 Alles Liebe,

Silke

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Wege ausdrücken möchtest, kannst du dies hier gerne tun:


Sonntag, 6. Mai 2012

Spirulina-Neuigkeiten!

Ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich mein Bild über Ärzte her habe. Faktisch habe ich nämlich fast nie welche getroffen. Ich war ja nie krank. Nicht so richtig. Ich hatte mir den Arm gebrochen als ich 3 Jahre als war, aber man kann sich ja kaum an was erinnern, was war, als man 3 war. Danach kann ich mich an keine Arztbesuche mehr erinnern, außer als Teenager als ich mal ein Attest haben wollte, um die Schule zu schwänzen. Mit Zahnärzten habe ich Erfahrung und die sehen irgendwie so aus, dass ich finde das Zahnärzte, um etwas zu reparieren, eigentlich mehr kaputt machen. Aber Zahnärzte sind auch eigentlich mehr Handwerker als Ärzte, deshalb stehen sie in der Anerkennung von Humanmedizinern nicht so hoch ;-) - Nichts für ungut....

Ich hab viel Zeit als Besucher in Krankenhäusern verbracht, aber da trifft man auch keine Ärzte, sondern nur Krankenschwestern und Pflegepersonal. Also wieso habe ich so ein mieses Bild von Ärzten, obwohl ich gar keine Erfahrungen mit ihnen gemacht habe? Ich denke von Ärzten, dass sie geldgeil sind, dass sie nur Symptome bekämpfen, dass sie gerne Medikamente verschreiben und Patienten einfach nur abfertigen.

Die Ärzte auf die ich jetzt treffe sind alle völlig anders und ich fürchte, dass meine ursprüngliche Meinung noch nicht mal durch meine eigenen Erfahrungen geprägt wurde, sondern durch Ernährungsbücher von Nicht-Ärzten und durch meine Mutter, die gelernte Krankenschwester ist. Bin ich dem so auf den Leim gegangen? Oder sind die Ärzte die ich jetzt treffe nicht mit normalen Ärzten zu vergleichen, schließlich sind die Dozenten an der Uni und keine Landärzte mit Minipraxis…

Ich habe mich mit dem Professor getroffen, der mein wissenschaftliches Projekt über Diabetes, Gabriel Cousens und Neal Barnard betreuen soll und ich hatte ein wenig Angst davor. Besonders wegen meiner schlechten Erfahrung mit der Polizei letzte Woche. Das macht rational keinen Sinn, aber durch die Polizei kam ich ins Grübeln, ob mir vielleicht doch Menschen in meiner Umgebung nicht so wohlgesonnen sind wie sie tun. Mir fiel wieder ein, dass ich gelesen habe, dass der Autor von Die Bombe unter der Achselhöhle! angeblich einem Mordanschlag entkommen ist, weil er alternative Medizin predigt.

Naja, so viel zur Paranoia.

Der Professor der mich betreut ist zudem Pharmakologe also hatte ich noch mehr Angst.

Egal, eine Frau muss tun, was eine Frau eben tun muss. Ich war pünktlich da und wurde sehr warmherzig empfangen. Die beiden Bücher hatte ich in der Tasche dabei, für den Fall, dass er sich näher damit auseinandersetzen wollte. Er wiederholte direkt eingangs, dass er normalerweise nur wissenschaftliche Projekte aus seinen eigenen Forschungsarbeiten verteilen würde, aber bei mir, wie gesagt, eine Ausnahme machen würde. Das Thema Ernährung als Einfluss auf die Gesundheit würde ihn interessieren, er selber würde an sich bereits seit 14 Monaten Spirulina testen. Ob ich das kennen würde!

Na klar, kenne ich das! – Er hielt mir sein Döschen hin, in dem er die Spirulinatabletten aufbewahrt und bat mich zu riechen. Ich sagte, ich kenne die und besonders lecker seien sie, wenn man Spirulina mit Bananen püriere, dazu sollte man aber Spirulinapulver nehmen und nicht die Tabletten.

Naja, er experimentiert mit Spirulina weil in Spirulina eine histaminähnliche Verbinung enthalten ist, die er gerade im Labor untersucht. Und was sich in den letzten 14 Monaten gezeigt hat ist, dass er frei von jeglichen Heuschnupfensymptomen ist. Ich hab über Spirulina schon einiges gehört, aber nicht, dass es von Heuschnupfen heilt. Allerdings habe ich auch noch nie von einem Arzt über Spirulina gelesen. Oder besser fast nie.

Wir kamen auf Barnard und Cousens zu sprechen und ich holte die Bücher raus, die er kurz anblätterte, besonders Cousens. Und welche Seite schlug er ausversehen auf? – Das Kapitel über Spirulina und Chlorella! Der Professor sagt: „Schauen sie mal was ich aufgeblättert habe“ und zeigt mir die Seite „Was für ein Zufall!“ – Das war natürlich kein Zufall, sondern das Gesetz der Anziehung.:-) Aber egal. Er fragt: „Kennen Sie sich mit den Autoren aus? Wie ich sehe haben die einen MD (der amerikanische Doktortitel)

Also habe ich kurz erzählt, dass Barnard etwas schulmedizinischer unterwegs sei als Cousens, dass er viel veröffentlich habe und dass Cousens ein Heilzentrum in Arizona führe, wo er viel mit Fasten, Grassäften, Rohkost und Algen mache. Und dass er sehr spirituell sei, so mit Yoga etc. Der Professor: „Also, mit diesen spirituellen Sachen kann ich ja gar nichts anfangen. Positives Denken und so oder Homöopathie. Ich brauche immer eine molekulare Ursache für alles. Daher finde ich Essen auch interessant“ - Puh!

Wir sprachen dann noch kurz darüber, dass er auch in seiner eigenen Diabetesvorlesung immer wieder eine Statistik präsentiert, wie die Diabetesvorfälle nach den beiden Weltkriegen schlagartig runter gingen. Ich hab ihm dann erzählt, dass es diese Statistiken auch über Krebs und Herzinfarkte gäbe und dann waren wir uns sofort einig, was halt einfach Fakt ist, dass seit der Industriellen Revolution die menschliche Ernährung nicht mehr mit der menschlichen Physiologie übereinstimmt. Aber bis dato hat noch niemand rausgefunden, was denn nun wirklich richtige gesunde Ernährung ist. Sonst würden sich nicht alle wiedersprechen. Auf der anderen Seite: Man kann nicht alle Krankheiten mit ein und dem selben Mittel heilen. Vielleicht auch nicht alle unterschiedlichen Körperkonstitutionen mit einer Ernährung! Chemotherapie hilft bei Diabetes nicht, vielleicht Obstrohkost eben auch nicht bei Krebs? Wer weiß!

Jedenfalls hat der Professor mit seiner Spirulina schon so einige Leute in seinem Bekanntenkreis angesteckt und er sagte: “Wer weiß, wenn das gut läuft, dann machen wir vielleicht auch bald eine klinische Versuchsreihe!“

Und das finde ich dann wieder geil an der Schulmedizin. Ein Heilpraktiker wird nie die Möglichkeit haben eine klinische Versuchsreihe zu machen und daher nie wirklich anerkannt werden in dem was er tut. Er kann eine eigene Versuchsreihe starten aber das braucht viel, viel Geld. Dann doch liebe am Puls der Schulmedizin sitzen und alle Möglichkeiten haben die Dinge zu erforschen die einen interessieren. Sogar Spirulina! – Ich überlege jetzt es auch mal regelmäßig zu testen, denn ein kleines bisschen Heuschnupfen habe ich auch immer. Diesen Frühling jedoch kaum, aber das Wetter geht ja auch gerade gar nicht…Das soll Mai sein? Ich hoffe das wird noch besser…

Ansonsten alles fantastisch bei mir. Besser war es noch nie.

Alles Liebe,

Silke

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Wege ausdrücken möchtest, kannst du dies hier gerne tun: