Montag, 23. Juni 2014

Glykämischer Index vs. Insulinindex



Ich muss mich heute früh leider kurz fassen, weil ich spät dran bin, also hoffe ich mal, dass ein paar Bilder mir einen Großteil der Erklärungen abnehmen.

Ihr wisst ja sicher, dass die LowCarber argumentieren, man müsse seinen Insulinspiegel niedrig halten, weil Insulin ein Speicherhormon ist und Fett in den Fettzellen fest hält. In Anbetracht dessen, dass Insulin aber nur eine Halbwertzeit von 5 Minuten hat, hat jeder Mensch ein Zeitfenster in welchem er gar kein Insulin mehr ausschüttet, weil er gar nichts isst und zwar mindestens nachts. Und selbst wenn man abends eine kohlenhydratreiche Mahlzeit isst, sollte dann, wenn man ins Bett geht eigentlich keinerlei Insulin mehr im Blut sein, es sei denn man isst eine Mahlzeit, die sehr lange im Magen-Darm-Trakt verweilt.

Am Wochenende fiel mir der Insulinindex wieder ein. Der Insulinindex misst nicht wie schnell Glukose ins Blut geht, das ist der glykämische Index. Der Insulinindex hält fest wie viel Insulin bei welchem Nahrungsmittel ausgeschüttet werden muss. Spannend am Insulinindex ist, dass Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch, eine Ausschüttung von relativ viel Insulin bedürfen, sogar mehr als Pasta oder Haferflocken. Jetzt noch in Betracht gezogen, dass Fleisch länger im Verdauungstrakt verweilt und damit über einen längeren Zeitraum Insulinausschüttung bedarf, ist Fleisch vom Abnehmstandpunkt tatsächlich ungünstiger. Darüber hinaus liefert Fleisch auch wieder viel Fett, was auf die Dauer zur Insulinresistenz der Zellen führen kann.

Ich hab da mal ein paar schicke Balkendiagramme gefunden, Quelle: American Journal of Clinical Nutrition in welchem zuerst der Glykämische Index gezeigt wird, dann der Insulin Index und dann ein Balkendiagramm welches beide kombiniert mit dem Rückschluss, dass Diabetiker oder Menschen, die Gewicht verlieren wollen, bevorzugt die Nahrungsmittel mit dem grünen Balken nach links essen sollten, statt die mit dem roten Balken nach rechts.





Und auch, wenn Insulin die Fettspeicher aufrecht erhält, kann ich mir, je mehr Ahnung ich von Biochemie bekomme umso weniger erklären wie Glucose überhaupt in Fett umgewandelt werden kann. Das korreliert natürlich mir der Meinung, dass die Fettsynthese aus Glucose beim Menschen eine sehr untergeordnete Rolle spielt im Vergleich zur Ratte. Aber dazu komme ich in meinem nächsten Blogeintrag.

Ich hab heute auch kein Menü des Tages für euch. Ich war das Wochenende über bei meinem Vater, der Geburtstag hatte, habe eine McDougall-Kuchen gebacken, der zwar sehr fettarm war, dafür aber voll von braunem Zucker und damit voll Fructose. Dennoch war ich erstaunt, dass es alle Zutaten dafür in diesem 6000 Seelen Dorf überhaupt zu kaufen gab. Ebenso wie veganes Schnitzel, was ich zum gemeinsamen Grillen besorgt habe. Und ich habe zwei Salate aus Ingrid Newkirks Buch Die vegane Küche gemacht und statt Öl den Fettfreien Ölersatz rein getan, welcher aus 200 ml Wasser, 1 EL Instantbrühe und 2 TL Stärke zubereitet wird. Ingrid Newkirk verwendet leider viel zu viel Pflanzenöl. 4 EL Öl sollen in einen Salat. Mit dem fettfreien Ölersatz funktionierte es genau so gut, aber war wahrscheinlich nicht ganz so lecker. Dennoch hat sich keiner beschwert. Hier ein paar Fotos:




Alles Liebe,

Silke




Kommentare:

  1. Liebe Silke,
    ein echt toller Artikel, wie schon so viele von dir toll waren. Weil man da eben sieht, dass du durch das Medizinstudium Informationen hat, an für mich als Laien so schnell nicht verfügbar sind. Das Thema Insulin und Abnehmen in Bezug auf KH ist echt spannend. Am eigenen Leib habe ich bei Low Carb auf jeden Fall die Erfahrung gemacht, dass ich weniger leistungsfähig bin, und auch viel unfitter und geistig eher niedergeschlagen. Und abgenommen habe ich im Prinzip gar nicht dabei. Seitdem ich umgestiegen bin auf komplexe KH, um satt zu werden, fühle ich mich leichter, bin beim Sport besser dabei, kann ordentlich schlafen, und bin zufrieden :) Das hätte ich nie so gemacht, wenn es deinen Blog nicht gäbe. Dafür muss ich dir wirklich danken! Es braucht mehr Mediziner wie dich, Silke!

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  2. Das freut mich zu hören! Vielen Dank!:-)))

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  3. Glukose wird nicht in Fett umgewandelt, sondern als Glykogen gespeichert (Muskeln, Leber) und bei Bedarf im Zitratzyklus verstoffwechselt. Aber werden viele Kohlenhydrate aufgenommen und sich kaum bewegt, dann findet keine Fettoxidation weder aus Nahrung noch aus Fettspeicher statt.
    Die Fettverbrennung ist ein im Körper ständig ablaufender Vorgang. Das Ausmaß hängt vom Grad körperlicher Betätigung und damit vom Energiebedarf ab.Eine kohlenhydratreiche Ernährung, durch den resultierenden höheren Insulinausstoß, senkt die Fettoxidation um bis zu 35 %, was noch sechs bis acht Stunden nach Einnahme einer Mahlzeit andauern kann. Dadurch wird man auf Dauer bei zuviel Kohlenhydrate, klaorien und zuwenig Energieverbrauch fett! Deswegen werden Schweine mit Insulin 'gemästet'.

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  4. Doch, wenn dir Glykogernspeicher voll sind wird Glucose in Fett umgewandelt.

    Woher hast du die Info, dass die verminderte Fettoxidation 6-8 Stunden andauern kann? Das klingt mir nicht plausibel. Welcher Mechanismus sollte da hinter stecken, wenn das Insulin nur eine Halbwertzeit von Minuten hat`?

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  5. Die Insulinausschüttung erfolgt oszillierend. Alle drei bis sechs Minuten wird Insulin in die Blutbahn abgegeben.

    Nach der Nahrungsaufnahme ist bei Stoffwechselgesunden ein biphasischer Verlauf der Insulinsekretion feststellbar: Der erste „Insulinpeak“ hat seine Spitze nach drei bis fünf Minuten und dauert nur ca. zehn Minuten. Danach schließt sich eine zweite Phase an, die so lange anhält, wie eine Hyperglykämie besteht.

    ... 1 min. in wikipedia....

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