Freitag, 29. April 2016

"Kluge Leute trinken keine Cola"



Das würde ICH mich niemals trauen zu behaupten. Aber ich bin auch keiner der renommiertesten Ernährungsforscher der Welt, Koautor der Nurses Health Study, Professor in Harvard und Autor tausender Aufsätze und mehrere Bücher über Ernährung. Walter Willet aber schon und die Frankfurter Rundschau zitiert ihn diesem Artikel im Dezember 2015.

Ich hab versucht rauszufinden ob er diesbezüglich eine Studie vorlegen kann oder ob das eine reine Behauptung ist, die er aus Beobachtungen oder aus eigenen Rückschlüssen vertritt. - Natürlich trinken kluge Leute keine Cola, denn kluge Leute wissen, dass da nur Zucker, leere Kalorien und Farbstoff sowie Koffein drin ist. - Und dennoch tun sie es.;-) (Die liebe Sucht lässt grüßen). Ich hab schon haufenweise Einser-Abiturienten sowohl in der Mensa als auch in der Uniklinik-Cafeteria Cola trinken sehen.;-)

So amüsant ich es finde, dass ein derart renommierter Ernährungsforscher sowas gesagt haben soll, so mies finde ich die Quelle dazu. Das Original-Interview mit der "Brigitte" und Quellenangaben gibt es schon gar nicht.

Der Neuen Züricher Zeitung hat Willet im Oktober 2015 ein Interview gegeben in welchem er eine gesunde Ernährungsweise ziemlich ausführlich darlegt. Das ist natürlich alles nicht neu:

"Verschiedene Ernährungsweisen sind gesund. Es gibt aber einige Grundregeln, die man beachten sollte: Schlechte Fette sollte man durch gute ersetzen, also Transfette, die vor allem in industriell produzierter Nahrung vorkommen, durch natürliche, pflanzliche Öle. Bei den Kohlenhydraten sollte man zu Vollkornprodukten greifen. Insbesondere sollte man Süssgetränke meiden, damit nimmt man Unmengen von Zucker zu sich. Möglichst verzichten sollte man zudem auf Produkte aus verarbeitetem, rotem Fleisch, also beispielsweise Wurstwaren aus Rind- oder Schweinefleisch. Sie steigern das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Stattdessen sollte man auf pflanzliche Proteinquellen setzen, auch Poulet und Fisch sind aber sehr gesund. Und natürlich sollte man viele Früchte und Gemüse essen."

Mir persönlich geht das natürlich nicht weit genug, aber wenn das in Restaurants, Mensen, Kantinen und Cafeterien schon mal umgesetzt werden könnte, wäre schon mal ne Menge geholfen.

Vor allem immer und immer wieder von allen Ernährungsorganisationen der Ruf nach Vollkornbrodukten! - Und die gibt es nirgends. Außer in Kalifornien wo jedes Restaurant auch braunen Reis anbietet. - Versucht mal braunen Reis in Deutschland bei irgendeinem Chinesen zu kriegen. Oder eine Vollkornpizza in der Pizzeria um die Ecke. Vollkorn gibt es auch nicht in der Unimensa oder Cafeteria, geschweige denn im Krankenhaus. Manchmal gibt es Brot wo ein bisschen Vollkorn mit drin ist und was dann noch schick mit Zuckerculör braun gefärbt wurde. Die meisten Bäckereien um die Ecke haben nicht mal reine Vollkornbrötchen im Sortiment. Immer nur meinen bisschen Vollkorn drin.

Man kann sicherlich sehr gesund bleiben wenn man geringe Mengen Fleisch oder Fisch isst und wenn man es mit den Fetten nicht übertreibt, aber diese Ignoranz in der Gesellschaft kein Vollkorn anzubieten sondern alles als Weißmehl, obwohl das von allen Ernährungsorganisationen der Welt immer und immer wieder unterstrichen wird, auch in Bezug auf alle Zivilisationskrankheiten!

Da glaube ich, ich habe es mit Dummen zu tun. Wer weiß, vielleicht haben sie ja zu viel Cola getrunken.

Menü des Tages am 26. April 2016 

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken, Maisgries, Paranuss, Leinsamen, Traubenkernmehl, Sunwarrior, Banane, Erdbeeren, Zimt


2 kleine Scheiben glutenfreies Brot mit zuckerfreier Erdnussbutter


Mensasalat, Vollkornnudeln, rote Linsen



ca. 20 g Kalechips


Salat in der Uniklinik-Cafeteria mit Vollkornnudeln, roten Linsen und schwarzen Bohnen


Ein paar Reischips


 Ich fühle mich seit dem Zuckerverzicht und auch der Reduktion von Obst als Dessert erstmalig dauerhaft stabil und habe das Gefühl, dass ich mich auf meine Hungergefühle zu 100% verlassen kann. Wenn ich Hunger kriege ist es auch immer Hunger und nicht nur Appetit oder die Bewältigung von Stress. Es ist Zuckerfrei Tag 49 und Dessertfrei Tag 39. Und es ist ein verdammt gutes Gefühl nie irrationaler Weise die Kontrolle zu verlieren oder schlagartig Heißhunger auf irgendwas zu bekommen. Ich esse nie über den Hunger hinaus, esse nie aus Spaß und kann aufhören, was bei Schokolade, Kuchen, Chips und Keksen nicht geht. Und das möchte ich um nichts in der Welt mehr hergeben!

Besonders beeindruckend war das gestern bei den Kalechips, aber auch bei den Reischips. Ich war den ganzen Tag unterwegs und von morgens bis abends in der Uni und zwischendurch im Bioladen einkaufen. Von Kalechips und Reischips muss ich keine ganze Packung leer machen. - Obwohl man das bei den Kalechips wohl sollte, denn sie sollen, laut Packungsangabe, binnen 24 h nach dem Öffnen verbraucht werden. Und damit fühle ich mich "normal". Unter dem Einfluss von Zucker, aber auch von zu viel Obst, fühle ich mich psycho. Ich tue Dinge, die ich nicht tun will, zu viel Dopamin, zu wenig Impulskontrolle.

Im True North gab es immer haufenweise leckeres frisches Obst zum Dessert und ich weiß genau, ich habe zu viel davon gegessen, also mehr als mein bereits völlig gedehnter Magen brauchte, einfach nur weil es so süß und lecker war, aber auch, weil es so nett war mit den Menschen am Tisch zu sitzen und sich zu unterhalten.

"Psycho" definiere ich, weiter essen zu wollen, obwohl man satt ist. Und es ist richtig krass, wie viele Leute das machen. Allein schon in Anbetracht von: "Dessert geht immer noch rein, egal, wie satt man ist" - Das ist die Macht des reinen, raffinierten Zuckers!

Alles Liebe,

Silke


Montag, 25. April 2016

Warum wird im True North mit destilliertem Wasser gefastet?



Ich hab versprochen dieser Frage nach zu gehen und darüber zu berichten. Es kam aber bisher zu keinem Blogeintrag, weil die Antwort langweilig ist und auch nicht sonderlich plausibel. Ich wurde aber in den Kommentaren vor ein paar Tagen erneut dazu befragt, also hier die Erklärung warum im True North mit destilliertem Wasser gefastet wird.

Ich fand das ja nicht sonderlich klug, weil immer mal wieder aufgrund des Mineralstoffmangels bei dem Patienten eine Elektrolytimbalance zustande kommt und im Zuge dessen Herzrhythmusstörungen. Er muss dann von Wasser zu Brühe wechseln und die Elektrolyte verschieben sich dann wieder in ein ausgewogenes Verhältnis.

Ich habe also Dr. Klaper im Intern Meeting dazu befragt und er wusste sogleich worauf ich hinaus. will, nämlich dass es ja immer hieße destilliertes Wasser entziehe dem Körper Mineralstoffe. Klaper hat erklärt, was logisch ist, dass destilliertes Wasser nur so lange reines H2O bleibe, bis es die Magenssäure trifft. Spätestens dann vermischt sich Wasser mit Natrium und Chlorid aus der Magensäure und enthält auch Mineralstoffe. Und das passiert natürlich im gesamten Körper, der vom destillierten Wasser passiert wird. Der Entzug der Mineralstoffe, sei, wenn überhaupt, ziemlich minimal. Die Niere behält ja fast alles zurück, was der Körper noch verwenden kann.

Als ich dann fragte, warum kein Mineral- oder Quellwasser verwendet wird erklärte er, dass es dabei sein könne, dass die Patienten dem True North vorwerfen oder unterstellen könnten, dass in dem Wasser ja alles mögliche sonst drin sein könne, Pestizide oder sonstige Rückstände. Das sei sehr clever von Goldhamer destilliertes Wasser zu verwenden.

Aber weiß denn irgendwer ob das destillierte Wasser 100% rein ist? Immerhin wird es in Plastikflaschen geliefert. Ist das denn so gut?

Ich persönlich glaube, Goldhamer folgt einfach der Tradition der Natural Hygene, einer Gesundheitsbewegung, die vor 100 Jahren oder so entstand und in der traditionell destilliertes Wasser verwendet wurde. Auch in dem Glauben, dass der Körper Mineralstoffe aus Wasser gar nicht aufnehmen könne sondern, dass sie sich im Köper ablagern und ihm schaden. Die Rohköstler erzählen das auch heute noch. Natural Hygene ist halt auch eine Laienbewegung. Fit für's Leben basiert auch darauf.

Ich würde jederzeit eher Mineralwasser zum Fasten verwenden, einfach damit es zu keinerlei Herz-Rhythmusstörungen kommen kann.

Menü des Tages am 24. April 2016

Brokkoli mit Paprika


Haferflocken, Maisgries, Banane, Erdbeeren, Leinsamen, Kokosflocken, Zimt, Paranuss, Sunwarrior, Traubenkernmehl


2 Scheiben Vollkornbrot mit ungesüßter Erdnussbutter


Schwarze-Bohnen-Süßkartoffel-Salat mittags und abends


Süßer Reis mit Erdbeeren



Der süße Reis sollte eigentlich ein Reispudding-Rezept werden, welches ich falsch umgesetzt habe. Reispudding ist neben Obst das, was ein mal die Woche als Dessert angeboten wird. Dabei gab es eine Kreation, schwarzer Reis mit junger Kokosnuss, was ich besonders gelungen fand. Meine Zimmergenossin fand es nicht süß genug. Es ist mit Apfelsaft gesüßt. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal aber lieber Apfelmus verwenden, da Apfelsaft auch nur purer Zucker ist.

Wie gesagt, das Rezept ist schief gegangen und ich muss es ein weiteres Mal austesten...

Alles Liebe,

Silke


Samstag, 23. April 2016

Zucker macht mich bekloppt!


Ich wünsche jedem Menschen, dass er mal das erleben kann, was ich gerade erlebe: Wie geil das Leben ohne Zucker ist!

Jetzt, wo der Alltag wieder los geht, die Uni und das Arbeiten, zeigt sich was für gravierende Vorteile ein Zuckerverzicht hat. Ich bin nämlich völlig stressfrei und focusiert. Mich kann nichts aus der Ruhe bringen. Ich kann mich konzentrieren und fühle mich durch und durch wohl.

Ich habe es endlich gecheckt: Zucker macht mich bekloppt!

Es hat 2,5 oder 3 Jahre gebraucht, bis ich es wirklich begriffen hatte. Von den ersten Erkenntnissen über das Belohnungssystem durch Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können über all die anderen Esssucht-Bücher, die ich gelesen habe, über die Forschung von Dr. Volkow und vieles, vieles mehr, wollte ich dennnoch nie wirklich Zucker komplett aufgeben, habe immer wieder damit experimentiert um rauszufinden in welcher Dosis ich Kuchen, Schokolade und Eis essen kann, aber das waren alles nur Schwindeleien meines Belohnungssystems. Zucker ist Müll und weckt an mir Charakterzüge, die ich an mir nicht mag und ohne finde ich mich wesentlich besser.

Aufgrund meine nicht-gut-genug-seins-Gefühle, auf die mich das True North aufmerksam gemacht hat und die ich in Bezug auf Medizin eigentlich dauernd habe, habe ich mich vor 5-6 Wochen in Santa Rosa hingesetzt und mich gefragt, was ich dagegen tun kann. Schlussendlich natürlich gut genug werden. Das ist natürlich schwer in anbetracht einer scheinbar unbewältigbaren Menge an Lernstoff. Aber ich hab mich hingesetzt und "Lerntechniken" gegoogelt, auch, weil ich die Klausurphase so abgrundtief hasse und mein Leben dann hasse und dadurch umso mehr Lust auf Belohnungssystemnahrung bekomme.

Google war der Meinung, dass ein Lernplan eine gute Sache ist.

Ich hab mir natürlich an den Kopf gepackt und mich gefragt, warum ich auf diese Idee noch nicht selber gekommen bin. Ich hab zwar schon Regeln für mein Lernen aufgestellt, aber ich habe noch nie den Lernstoff in Häppchen gesplittet und sie auf das Semester verteilt. Und das ist umso dämlicher, weil ich es beim Textlernen wirklich absolut immer so mache. Da weiß ich, dass mein Kurzzeitgedächtnis nicht ausreichend funktioniert und ich früh genug anfangen muss mit lernen und kleine Häppchen brauche, weil ich auch Textlernen abgrundtief hasse. Das ist das schrecklichste am Schauspielberuf (abgesehen davon, dass man dauernd Leuten in den Arsch kriechen muss um einen Job zu kriegen und auch dann kriegt man ihn nicht.)

Kleine Häppchen habe ich auch vorher schon gemacht, wenn ich Sachen tun musste, die ich hasse. Meine Steuer zum Beispiel. Da nehme ich mir dann vor jeden Tag nur eine halbe Stunde oder so an der Steuer zu arbeiten und ehe man sich versieht ist sie auch schon erledigt.

Ich habe mich auch ewig gefragt, wie ich es hin kriegen könnte Spaß am Lernen zu haben!

Das hat sich jetzt von selbst gegeben. Ich habe innerhalb des Lernplans jeden Tag Teilziele, die es zu erreichen gilt und plötzlich funktioniert das Dopamin in Bezug auf Lernen. Ich habe plötzlich Motivation und Ehrgeiz und will ihn auch bewältigen, weil ich weiß, dass ich dann mit guten Gefühlen belohnt werde, wenn ich es geschafft habe. Und gleichzeitig weiß ich, ich kann darauf vertrauen, dass die Rechnung aufgeht und vielleicht kann ich dann sogar am Ende des Semesters mal ein paar andere Dinge als Lernen machen und gehe mit einem guten Gefühl in die Klausur, weil ich auch weiß, dass ich was weiß und fühle mich nicht nicht-gut-genug, denn das Gefühl hasse ich auch.

Und ich denke, das alles hängt mit dem Zuckerverzicht zusammen. Das Dopamin funktioniert wieder besser, ich war gedanklich klarer und konnte überhaupt diesen Plan entwerfen und ich hatte die Motivation diesen Plan zu entwerfen, weil ich die negativen Gefühle zugelassen habe und eine andere Lösung dafür gesucht habe als sie mit Drogennahrung zu betäuben. Heute ist übrigens zuckerfrei Tag 43.

Es gibt einen Kunden im Bioladen, der immer mit einer Dose Pulmoll Bonbons rum läuft und jedem Mitarbeiter davon eines anbietet. So macht man sich Freunde!;-))) So versuchen sie es all! - Deshalb steht bei jedem Arzt, den ich in den letzten 12 Monaten besucht habe Bonbons oder ähnliche Dinge rum. Man assoziiert die positiven Gefühle dann mit der Person. Es ist totale verarsche. Oder das was wir mit Tieren machen, wenn wir sie dressieren...

Ich habe es vorher schon, in Challengezeiten geschafft, dem Kunden "nein" zu sagen, wenn er mir ein Bonbon angeboten hat. Aber in nicht-Challengezeiten nicht. Da melden sich dann immer Engelchen und Teufelchen zu Wort. Das Engelchen das sagt, das sollte ich nicht essen und das Teufelchen das sagt, dass ein Bonbon ja nicht schaden kann. Vorgestern auf der Arbeit stand der Kunde da, bot mir ein Bonbon an und ich hab gesagt: "Nein, danke, Zucker macht mich bekloppt!"

Das weiß man aber erst, wenn man mal auf Zucker verzichtet hat und das haben die meisten Menschen in der westlichen Welt ihr ganzes Leben noch nicht.- Ich raten absolut jedem das mal zu machen!

Und dann kommt das Argument: "Aber man muss sich doch auch mal was gönnen!"

Das ist aber kein Gönnen, das sind Vorwände des Belohnungssystem, die es verwendet, damit man es weiter manipuliert.

Es gibt auch immer Menschen, die regelrecht stolz von sich behaupten, sie seien ein "Genussmensch" - Auch das ist nur eine Ausrede des Belohnungssystems für den Konsum von Drogen und Drogennahrung. Genießen kann man auch völlig andere Sachen, nämlich Sachen für die das Belohnungssystem wirklich da ist.

Als ich mich Anfang des Jahres darüber echauffiert habe, dass Mütter ihren Kindern Zucker füttern obwohl die WHO erklärt, dass Kinder unter 2 Jahre weder Zucker noch Salz essen sollten, sind unglaublich viele Mütter in den Kommentaren Sturm gelaufen. - Ich glaube der Gedanke seinen Zucker weggenommen zu bekommen ist für Menschen noch weitaus schlimmer, als dass man ihnen ihr Fleisch wegnimmt. Und das ist auch logisch, denn Zucker wirkt stärker auf das Belohnungssystem als Fleisch.

Und das man sich dann bedroht fühlt ist auch logisch, denn das Belohnungssystem gibt einem immer dann gute Gefühle, wenn man sein Leben oder die Art erhält. Unbewusst glaubt man, man könnte sterben oder aussterben, wenn man die Substanz, die diese Gefühle auslöst, weglässt!

Und das Problem haben leider 99,9 wenn nicht gar 100% der Bevölkerung. Ich war am Donnerstag fast den ganzen Tag in der Uni. Musste beobachten, wie in der Mensa kostenlos Limo an die Besucher verteilt wurde, eine Substanz, die in England gerade mit Steuern belegt wurde, weil sie zu Diabetes führt, in der Lernzone saß eine alte Frau mit Rolator, die sich von einem Blutläufer Essen hat bringen lassen: Ein Stück Fleisch und Pommes. Kein Fitzelchen Gemüse. Vorm Herzzentrum standen zwei kahlköpfige, aber eigentlich noch relativ junge Ärzte, die rauchten und in der Cafeteria holten sich zwei fette Menschen Kuchen. - Wie soll irgendeine Message bei Patienten ankommen, wenn auf diese Weise suggeriert wird, man könne dieses Verhalten mit aller Ruhe an den Tag legen? Wenn Ärzte sich genau so verhalten. Wenn es haufenweise Schokolade im Uniklinik-Kiosk verkauft wird und man diese dann Patienten als Besuchergeschenk mitbringt!

Ich verstehe einfach nicht, warum gerade diese hochgebildeten Leute, die wissen was Dopamin, Serotonin und Endorphine sind, diese Zusammenhänge nicht sehen?!

Und dennoch, jeder Mediziner mit dem ich darüber gesprochen habe stimmt mir zu. Und ändert dennoch sein Verhalten nicht.

Also, ich bin wesentlich zufriedener mit zuckerverzicht, weil ich der Mensch bin, der ich sein will und so funktioniere, wie ich funktionieren will.

Wir hatten diese Woche "Parkinson" Vorlesung. Eine Krankheit, die auf Dopaminmangel beruht, weil die dopaminergen Neurone in einem Teil des Hirns sterben. Die Behandlung ist L-Dopa, was dann vom Hirn zu Dopamin umgewandelt wird. Wenn man dieses Medikament nimmt, verliert man allerdings seine Impulskontrolle, fängt an mit Binge Eating, Spielsucht, Sexsucht und Kaufrausch. Das ist es, was unphysiologisch hohe Mengen an Belohnungsbotenstoffen mit uns machen können und ich wage die These, dass das beim Konsum von Drogennahrung genau so ist. Es schaukelt sich gegenseitig hoch. Vielleich ist es sogar so, dass diese übermäßige Dopaminausschüttung dafür sorgt, dass ein Parkinson überhaupt erst entstehen kann. Aber darüber gibt es, glaube ich, bisher noch keine Forschung.

Menü des Tages am 22. April 2016

Brokkoli und Paprika


Haferflocken, Maisgries, Paranuss, Leinsamen, Kokosflocken, Traubenkernmehl, Sunwarrior, Banane, Heidelbeeren


2 St. Rote Beete



Mensasalat mit glutenfreien Nudeln, roten Linsen und Hofgemüse-Streich


Gung Bao Gemüse mit Reis



Ich war gestern Abend mit einer Freundin im Well Being zum Abendesssen und in der Sauce, in der das Gemüse serviert wurde, war ziemlich wahrscheinlich Zucker drin. Ich fand sie auch viel zu süß. Aber getriggert hat auch das nicht. Es ist wirklich das "Zucker als Nahrungsmittel-Ding" was mich bekloppt macht.

Ich habe die Kellnerin auch darauf angesprochen, dass ich kürzlich in den USA war und es dort in absolut jedem Restaurant braunen Reis gab und dass ich das absolut großartig fand. Sie hat dann erzählt, dass immer wenn sie braunen Reis kochen würden, sie einen Großteil davon wegwerfen müssten. Aber ab nächsten Monat würde es den wieder geben. Der sei ja auch gesünder und sie würde den auch lieber essen. Die meisten Besucher aber wohl nicht.

Das mit dem Vollkorn ist das nächste Problem. Die DGE weist explizit darauf hin, dass der Mensch Vollkornprodukte essen soll und dennoch gibt es z.B. weder in der Mediziner-Mensa, noch in der Uniklinik Cafeteria je Vollkornreis oder Vollkornnudeln. Ist das nicht pure Ignoranz? Ehrlich, ich verstehe die Welt da nicht...Und fühle mich auch sehr irritiert, wenn ich da rum hänge, verglichen mit dem True North. In der Uniklinik sind alle bekloppt! - Man muss doch sehen, dass hier keine Kausalität vorliegt!? - Aber das Belohnungssystem ist halt auch stärker als der Präfrontale Kortex. Sogar bei Ärzten.

Dafür habe ich jetzt kürzlich gelernt, wofür die Schulmedizin da ist. Und zwar ist es so, Studien können das belegen, dass kranke Menschen, wenn sie ihre Medikamente nehmen, trotz ihrer Krankheit länger leben. Mit Nebenwirkungen, klar, aber sie brauchen ihr Verhalten nicht ändern und leben dennoch länger. Toll, oder? (Ironienmodus aus)

Ich frage mich, warum niemand von den Medizinern einen irgendwie höheren Anspruch an seine Tätigkeit hat. Heilen, z. B....nur mal so als Idee und Anregung...

Alles Liebe,

Silke


Mittwoch, 20. April 2016

Ist gesättigtes Fett besser bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Pflanzenfett? - Wie das Deutsche Ärzteblatt und das British Medical Journal auf eine 40 Jahre alte, neu entdeckte Studie rein fällt



Das Deutsche Ärzteblatt machte mich auf eine Studie aufmerksam, die zuvor im British Medical Journal erschienen ist und die mich auf heftigste daran zweifeln ließ, dass beide Journale auch nur einen Hauch Ahnung von Ernährung und den Richtlinien der WHO oder der DGE haben.

Diese Studie ist eigentlich keine neue Studie sondern uralt, nämlich 40 Jahre alt. Man hat sie jetzt im Keller des verstorbenen Studienleiters gefunden und man ist der Meinung sie sei revolutionär, weil sie durchgeführt wurde um zu belegen, dass ungesättigte Fettsäuren vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, aber genau das nicht beweisen konnte. Sowohl das Deutsche Ärzteblatt als auch das BMJ bezweifeln jetzt den Nutzen von ungesättigten Fetten, den sogenannten "herzgesunden Fetten" für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Ärzteblatt weist auch noch auf weitere Studien hin, die ähnliches berichten. Hier war, obwohl der Cholesterinspiegel bei den Probanden durch mehr pflanzliches statt tierisches Fett gesenkt wurde, die Anzahl der Herz-Kreislauf-Zwischenfälle größer. Wenigstens ist man so vernünftig, das nicht auf den gesenkten Cholesterinspiegel zu schieben, da andere Studien nachweisen können, dass ein niedrigerer Cholesterinspiegel das Infarktrisiko senkt.

Jetzt aber zur Studie:

Es gab zwei Personengruppen, insgesamt 9423 Probanden, beide bekamen 38% Fett (!!!) in ihrer Nahrung. Die eine Gruppe die Standard-Amerikanische-Kost, die andere Gruppe bekam eine Nahrung mit 9%(!!!) weniger gesättigten Fetten und dafür aber mehr Margarine (!!!) mit ungesättigtem Fett.

Jedem, der die Empfehlungen zum Fettverzehr der DGE und des WHO kennt stehen bereits jetzt die Haare zu Berge, denn eine optimale Ernährung sollte laut beiden Organisation nicht mehr als 25-30% Fett enthalten. Egal ob gesättigt oder ungesättigt.

Da man den erniedrigten Cholesterinspiegel nicht für die erhöhte Anzahl von kardiovaskulären Ereignissen verantwortlich machen kann, muss man hier also anderswo nach einem Schuldigen suchen, denn verwirrend sind diese Ergebnisse schon, da Kohortenstudien bisher immer ergeben haben, dass Menschen, die mehr ungesättigte Fett verzehren, weniger kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen – die seien jedoch, so das Deutsche Ärzteblatt leichter für Störungen anfällig, da es ja auch sein könne, dass Menschen, die mehr ungesättigte Fette essen, sich vielleicht auch anderweitig mehr um ihre Gesundheit bemühen.

Man kommt also auch hier zu dem Schluss, dass vielleicht die Linolsäure, also das Omega 6, sich nicht allzu günstig auf auf die kardiovaskuläre Gesundheit auswirke. Der Grund wird vor allem darin gesucht, dass Homo Sapiens noch vor 10-20 000 Jahren nicht so viel Omega 6 aß. In der Steinzeit war das Omega 6 zu Omega 3 Verhältnis 1:1. Jetzt ist es bei den meisten Leuten ca. 1:30 was damit zusammen hängt, dass sie zu viele industrielle Produkte essen. Und es kommt noch was anderes hinzu: Ungesättigte Fett sind hitzelabil, sie werden beim Erhitzen zu Transfetten. Im Margarine ist das ebenso und das sich Transfette nicht gut auf die Herzgesundheit auswirken ist eigentlich auch klar. Wurde hier auch geschaut, ob die Fette roh oder erhitzt/gehärtet verzehrt wurden? Schon garnicht, wenn der Anteil in der Ernährung 38% beträgt!

McDougall hat einen Facebook-Post über diese Studie geschrieben. Betitelt: Sorry, but I told you vegetable oils are bad.

Man kann diese Studie sicher so interpretieren, dass sie darauf hinweist, dass man keine Öle essen soll. Man kann aber auch überlegen ob die Öle vielleicht in erhitzter oder gehärteter Form verzehrt wurden oder auch ob der Anteil von Fett einfach viel zu groß war. Nochmal zur Erinnerung es gibt die klinischen Studien von Esselstyn und Ornish die mit fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung Atherosklerose sogar rückgängig machen, etwas was bis heute, 25 Jahre nach Ornish' Studie noch nicht in die Lehrmeinung eingegangen ist, weil niemand diese Studie kennt, der klinisch tätig ist, obwohl sie in einem der renomiertesten Medizinjournale der Welt veröffentlicht wurde.

Was jetzt natürlich der völlig falsche Schluss aus dieser Studie wäre ist, dass es völlig egal ist, wie man sich ernährt und man so oder so herzkrank wird. Menschen hören ja gerne gute Nachrichten über ihre schlechten Angewohnheiten und das ist so eine Nachricht.  Der hohe Anteil an Omega 6 - Fettsäuren ist aber auch nach wie vor mein Hauptkritikpunkt an Attila Hildmann und seiner Küche, der ja ursprünglich auch vegan wurde, weil sein Vater einem Herzinfarkt erlegen ist. Nur vegan reicht eben nicht, dann lieber omnivor mit einer wirklich ausgewogenen Ernährung, niedrigem Fettanteil und vollwertig.

Es hilft nur eins zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (abgesehen von Stressreduktion, Rauchen aufgeben und Zucker meiden;-)): Fett zu reduzieren und den verbliebenen Fettanteil mit essentiellen Fetten, also Omega 3 und 6 im Verhältnis von maximal 1:4 zu bestreiten. Das weiß man aber. Das weiß die DGE und auch die WHO. Ich verstehe nicht, warum das Deutsche Ärzteblatt und das BMJ jetzt versuchen wollen irgendwas anderes zu belegen. Und dabei geht es nicht um vegan oder nicht! Und Leute, die bereits herz-kreislauf-krank sind müssen sich strenger an diese Vorgaben halten als Gesunde.

Menü des Tages am 19. April 2016

Brokkoli mit Tomaten


Glutenfreie Haferflocken, Maisgries, Banane, Heidelbeeren, Paranuss, 1 TL Leinsamen, 1 EL Kokosflocken, Sunwarrior


Mensasalat mit Vollkornbrot und weißen Bohnen


Couscoussalat und Tomaten


1 Dinkel-Cranberry-Brötchen



Ich war morgens in der Uni und nachmittags im Bioladen und musste mal wieder feststellen, dass es unmöglich ist, wenn ich keine Pause habe, ausreichend Gemüse zu essen. Ich war an der Backtheke  auch jetzt wieder wunderbar frei davon Kuchen essen zu wollen.:-) Es ist heute zuckerfrei Tag 40, wenn auch in dem Dinkel-Cranberry-Brötchen Zucker drin war, aber es war halt nicht Zucker als Nahrungsmittel. Das hat mich auch nicht getriggert. Den Couscous-Salat gab es als Fertignahrung im Bioladen und ich fand ihn ätzend-fettig. Das Öl darin war ganz furchtbar und ich werde ihn nie wieder kaufen obwohl ich ihn früher schon mal mochte. Ich hätte doch lieber einfach ein Glas Kichererbsen kaufen sollen, was auch viel billiger gewesen wäre.

Ich habe mich zudem an das glutenfrei-leben nicht gehalten, weil ich noch Brot im Gefrierfach hatte, als ich aus den USA zurück kam, was ich nicht wegwerfen möchte. - Zur Erinnerung, ich wollte mal konsequent glutenfrei leben, weil ich einen Patienten im True North kennengelernt habe, der erst frei von Heuschnupfen wurde, als er komplett auf Gluten verzichtet hat. Ich will testen, ob das für mich auch funktionieren könnte, zumal mir eine Zuschauerin meines YouTube-Kanals ähnliches erzählte. Ihr Heuschnupfen wurde sogar spontan besser, wenn sie in der Heuschnupfenzeit kein Gluten aß, wohingegen ich dachte, das brauche bestimmt Vorbereitungszeit.

Ich muss mir fürs "Gluten bleiben lassen" wohl auch einen konkreten Tag raus picken und dann die Tage zählen wie lange ich mich daran halte.

Alles Liebe,

Silke


Montag, 18. April 2016

Müssen Ärzte suggerieren, dass sie perfekt sind und absolut alles können?


Ich war Samstag morgens auf dem Weg zu DM ein paar unentbehrliche Dinge wie Katzenfutter und Küchenrolle kaufen. Als ich den Laden betrat befand sich direkt im Eingangsbereich meine StudiPat- Patientin, das heißt, die Patientin, über die ich für die Uni alle halbe Jahr einen Bericht schreiben muss. Sie wohnt bei mir um die Ecke, hat die selbe Hausärztin  und so kann es schon mal passieren, dass man sich über den Weg läuft. Samstag war so ein Fall, nur war das ein Notfall. Die Patientin befand sich in einem Ausnahmezustand und ich hab bis heute keine Ahnung, wie ich das einzuschätzen habe. Sie konnte sich kaum artikulieren, hyperventilierte und saß auf ihrem Rollator, währen sich ein Mann und eine Frau um sie kümmerten.

Ich wollte mich nicht gleich einmischen und die Situation stören, sondern stellte mich etwas abseits und beobachtete was passierte. Der Mann war dabei das Blutzuckermessgerät der Patientin zu benutzen aber kriegte es beim besten Willen nicht hin. Er hatte keine Ahnung wie es funktionierte und wierum er das Messstäbchen einführen musste und ich konnte seine Probleme nur zu gut verstehen, denn in den ersten Tagen im True North ging es mir genau so.

Also bin ich näher an das Geschehen heran getreten, habe gesagt ich sei Medizinstudentin und ob ich vielleicht helfen könnte. Darauf der Mann: "Was sind sie? Medizinstudentin? Ich bin Arzt" - Ich: "Ich habe gerade eine Famulatur beendet, wo ich dauernd Blutzucker messen musst" - Der Mann: "Na, wenn Sie meinen, dass Sie es besser können hier..." Und reichte mir das Blutzuckermessgerät. Stellte sich raus, dass das Ding genau so funktionierte wie das im True North und so dauerte es nicht mal eine Sekunde bis ich es zusammen gesetzt hatte und der Blutzuckerspiegel gemessen war. Währenddessen sah ich noch aus dem Augenwinkel, dass man bereits zwei der Traubenzucker, die es bei DM zum mitnehmen gibt geöffnet hatte und wahrscheinlich der Patientin, in der Annahme ihr Zustand sei ein Unterzucker, gegeben hatte. Es lagen zwei leere Plastikverpackungen neben den restlichen verpackten Traubenzuckern.

Der Blutzuckerspiegel war aber 123 und damit kein Unterzucker. Ich verkündete also der Blutzuckerspiegel sei 123 in der Annahme, dass jedem klar ist, dass das kein Unterzucker ist und der Arzt fragte: "Und? Ist das zu niedrig?" Ich: "Nein, das ist zu hoch" - Ich war mir in dem Moment nicht sicher ob er mich was lehren wollte, oder ob es es tatsächlich wusste. Daraufhin verschwand der Arzt kurz und kam wieder, um mir zu erzählen, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu hoch sei, sondern, dass er ab 125 erst zu hoch ist. (Rückblickend frage ich mich, ob er das in seinem Handy nachgeschlagen hat) 123 ist auf jeden Fall prädiabetisch und in meinen Augen zu hoch.

Mit den Mitteln die ihr blieben machte die Patientin klar sie wolle, dass man mit ihrem Handy ihre Schwester anriefe, was ich getan habe. Die Schwester sagte, die Bahn käme in 4 Minuten und sie sei gleich da. Die Frau, die sich mit dem Arzt um die Patientin gekümmert hatte erzählte mir unterdessen sie sei Krankenschwester. Der Krankenwagen sei auch bereits unterwegs und wir beide blieben dann bei der Patientin und hielten ihre Hand und animierten sie durchzuatmen. Der Arzt verschwand dann irgendwann von der Bildfläche und ich weiß nicht genau was mit ihm passiert ist.

Kurz darauf kam der Krankenwagen vom ASB, die Mitarbeiter maßen erneut den Blutzucker, der dann bei 150 war, brachten die Patientin zum Krankenwagen und unterdessen erklärte ich ihre Krankengeschichte, dass sie Diabetes, erhöhten Cholesterinspiegel und Bluthochdruck habe, Antidepressiva nehme, in psychiatrischer Behandlung sei und einen 2003 diagnostizierten Parkinson habe, von dem man derzeit aber davon ausginge, dass die "Parkinson-Symptome" auf psychosomatische Ursachen zurück zu führen seien. - Die Frau ist tatsächlich ein sehr trauriger Fall. Sie ist Ende 50, mit Ende 20 hat man angefangen ihr ein Organ nach dem anderen zu entfernen, welches nicht lebensnotwendig ist. Die Schilddrüse, den Dickdarm, die Gebärmutter und Eierstöcke und sowohl ich als auch ihre Hausärztin gehen davon aus, dass auch die Leiden, die mit diesen Entfernungen der Organe verbunden waren, wohl nur psychosomatisch waren und als dann die Psyche kein Organ mehr fand, welche sie befallen konnte, nahm sie sich das Nervensystem, welches man natürlich nicht entfernen kann, und treibt nun dort sein Unwesen. Die Patientin kann das jetzt natürlich nicht glauben, denn dann müssten sich ja etliche Ärzte 2003 geirrt haben! - Darüber hinaus hat sie nur noch die üblichen Zivilisationerkrankungen nämlich Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Der Alltag der Patientin besteht quasi nur darin Ärzte aufzusuchen und Medikamente zu nehmen und sie ist dabei äußerst complient, tut also wirklich alles, was man ihr sagt. Und dennoch kann sie keiner mehr gesund machen.

Nachdem die Patientin sich im Rettungswagen befand und ich mit einer der Sanitäterinnen darüber sprach was sich zugetragen hatte, wer die betreuende Ärztin ist, dass ich, wenn sie noch was brauchen mehr Informationen zuhause hätte etc. kam die Krankenschwester dazu und sagte: "War der Typ da eben Arzt?" - Ich: "Das hat er zumindest gesagt..." Sie: "Was war das denn für eine Flasche!?" Und wir erklärten der Rettungssanitäterin dann, dass es ihm nicht gelungen sei, das Blutzuckermessgerät zu betätigen etc.. Darauf sagte sie, dass das schon mal sein könne, je nachdem was für ein Facharzt man ist. Und da hat sie natürlich Recht. Die Frage ist: Sollte man sich dann so aufspielen, wenn man von einem Sachverhalt keine Ahnung hat? Nur weil man Arzt ist?! Oder kann man auch als Arzt sagen: "Ich bin mit diesem Messgerät nicht vertraut. Haben Sie, als Krankenschwester, vielleicht mehr Routine damit?" Oder darf man nach einem Diabetiker suchen, der sich mit den Geräten vielleicht auch besser auskennt?

Ich habe am Wochenende einen Vortrag von Dr. Lisle gehört, den McDougall veröffentlich hat. Er hieß: "Dare to be lousy" - Er handelte davon, dass man es wagen sollte in Dingen auch mal nicht gut, also lausig zu sein, denn nur dann hätte man eine Chance sich auch zu verbessern. Und so schlecht wie man jetzt ist, wird man ja nie wieder sein.

Ich hatte im True North auch echte Schuldgefühle, dass ich dieses dämliche Blutzuckermessgerät nicht routinemäßig betätigten konnte, denn die Messgeräte im Krankenhaus waren völlig anderes als das im True North oder das der Patientin. Ich hab mich auch schwer unzulänglich gefühlt.

Was ist wohl in dem Arzt vorgegangen? In dem Moment wo jemand sagt er ist Arzt kuschen andere. Vielleicht traute sich die Krankenschwester auch nicht anzubieten selber den Blutzucker zu messen. Hätte er darauf bestanden es weiter zu versuchen, hätte ich mich auch nicht aufgedrängt...Er ist ja Arzt und ich nicht.

Ich musste wieder an das Gespräch denken, was ich mit meiner Zimmergenossin im True North hatte, über mein ständiges Nicht-gut-genug-seins-Gefühl, dass ich Dr. Lisle gegenüber erwähnt hatte, in welchem sie sagte, dass besonders in der Medizin die Wettbewerbsmentalität so enorm sei und keiner sich traut zuzugestehen, wenn er was nicht weiß oder kann. Dabei ist gerade Medizin so unglaublich umfangreich, dass man einfach nicht alles wissen kann! Deshalb gibt es Fachärzte! Meine Zimmergenossin war der Auffassung, dass wir Patienten wesentlich besser würden dienen können, wenn wir diese Wettbewerbsmentalität aufgeben und unsere Schwächen auch mal eingestehen.

In Arzt-Patienten-Kommunikation bei den Psychosomatikern haben wir gelernt, dass man, wenn man eine Antwort auf die Frage eines Patienten nicht weiß, man mit aller Ruhe sagen könne, dass man dazu nicht genug Hintergrundwissen habe und man einen Vorgesetzten fragen müsse. Die Patienten reagieren immer sehr wohlwollend darauf uns sind froh, dass man nicht einfach irgendwas praktiziert, was man nicht voll und ganz verstanden hat.

Nachdem der Rettungswagen abgefahren war, ging ich zurück zum DM und an der Kasse sagte die Kassiererin, die den ganzen Vorfall beobachtet hatte: "Was war das denn für eine Lusche eben "Ich bin Arzt...blablabla..."" - Es war komisch. Irgendwie hatte jeder mitbekommen, dass der Mann gerade nicht viel von dem verstand was er tat und ich frage mich, ob es für ihn nicht besser gelaufen wäre, hätte er das einfach zugegeben statt zu versuchen was zu tun, was er nicht beherrscht. Oder muss man Patienten gegenüber immer ausstrahlen, dass man ein allwissender Gott in Weiß ist?

Ich persönlich glaube ja, dass man mit Ehrlichkeit immer besser fährt und dass auch Verständnis dafür aufgebracht werden kann, dass man nicht in allem ein Experte sein kann. Wenn der Typ Radiologe wäre völlig klar, dass er von Blutzuckermessgeräten nichts versteht.

Ich fühlte mich in der Situation nur halb nicht gut genug. Ich konnte den Zucker messen und den Puls fühlen, aber nicht mal mir mit dem Hintergrundwissen über die Patientin war klar, was hier wohl passiert ist. Intuitiv denke ich, mit ihrer Medikation ist irgendwas schief gelaufen oder auch das war eine psychosomatische Kiste.

Ich muss sie eh eigentlich wieder aufsuchen um ein neues Dossier über sie zu verfassen, was ich wahrscheinlich so in zwei Wochen machen werde. Dann ergibt sich die Gelegenheit auch nach diesem Vorfall zu fragen. Möglicherweise fand sie ja auch mein Verhalten falsch, nämlich, dass ich dem Notarzt etwas gesagt habe, was sie nicht wahrhaben will, dass sie gar keinen Parkinson hat, sondern eine somatoforme Störung.

Menü des Tages am 17. April

Brokkoli und Tomaten


Glutenfreie Haferflocken mit Traubenkernmehl, Sunwarrior, Banane, Leinsamen, Paranuss, Kokosflocken und Anananas


 1 alkoholfreies Erdinger



Gemüsepfanne aus Reis, Linsen, Brokkoli, Knoblauch, Ingwer, Sojasauce, Gemüsebrühe, Pfeffer
Tomaten



Scheibe veganer US-Käse
1 Miniromana
Gemüsepfanne aus Rote Beete, Fenchel, Knoblauch, Kapern, Linsen, Rest Reispfanne, Cashewmayo, Chilisauce und Tamarindenpaste
Vollkornbrot mit Hofgemüse Streich



Ich war von Samstag auf Sonntag bei meinem Vater um die Katze wieder abzuholen, was reibungslos geklappt hat. Samstagabend und Sonntag habe ich gekocht. Samstag ein Gericht aus Gabel statt Skalpell, was ich meistens mache, wenn ich bei ihm bin, weil ich ihm das Buch mal zu Weihnachten geschenkt habe und es unglaublich umfangreich ist und immer was zu bieten hat. Die Gemüsepfanne am Sonntag war eine Resteverwertung.

Ihm hat beides sehr gut geschmeckt und er hat sich nicht mal die Mühe gemacht sich ein Stück Fleisch dazu zu legen. Allerdings hat der Kater offensichtlich in den letzten 7 Wochen gelernt, dass auch Menschennahrung für ihn interessant sein könnte. Dass ich nur Sachen esse, die er eh nicht mag, weiß er, aber auf den Teller meines Vater musste er gestern Mittag genau schauen, ob da wirklich kein Fleisch drauf ist von dem er was ab haben könnte. Er war auch ganz erpicht darauf an meiner Cashewmilch zu riechen, als ich das Tetrapack geöffnet habe, was mit gezeigt hat, dass er offensichtlich auch Milch bekommen hat, in der Zeit, in der ich nicht da war...Jaja, so kommt dann alles ans Licht...;-)

Alles Liebe,

Silke


Freitag, 15. April 2016

Juhu, England hat eine Softdrink-Steuer!



Ich muss mich entschuldigen, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Ich bin Sonntag mit einem mörder Jetlag wieder in Köln eingetroffen, musste am Montag wieder zur Uni und am Dienstag wieder zum Bioladen, bin voll auf Kaffee und total unmotiviert. Heute ist der erste Tag an dem ich ausgeschlafen habe und bin immer noch unmotiviert, was aber daran liegt, dass ich aus meiner Routine raus bin.

Als ich am Montag in die Uni fuhr, fiel mir auf, dass ich einen Teil meines Respekts vor der Schulmedizin verloren habe. Mir fiel die Diskrepanz wieder ein, mit welcher Ineffektivität in der Uniklinik Diabetes und Bluthochdruck behandelt wird, verglichen mit dem True North. Erstaunlicher Weise tat das meinem Ego gut und meinem chronischen nicht-gut-genug-seins-Gefühl, was ja von Leuten ausgelöst wird, die Klausuren stellen, die aber gleichzeitig nicht in der Lage sind Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck zu heilen.

Ich bereite mich derzeit auf die Nachholklausur Pharmakologie vor und ich weiß, dass in 95% der Fälle sowieso keine Notwendigkeit besteht, diese Medikamente zu verschreiben, wenn der Patient seinen Lebenswandel ändert. Natürlich ist es gut, dass es gewisse Medikamente gibt, in Notfällen, wenn ein Patient starke Schmerzen hat oder für eine OP oder vielleicht auch wegen eines Gendefekts. Aber in den meisten Fällen braucht es all das nämlich nicht, sondern es bringt noch mehr Krankheiten und Defekte mit sich. Demzufolge fällt es mir schwer mir die diversen Blutdrucksenker und ihre Mechanismen zu merken, wenn ich doch weiß, dass 2 Wochen Wasserfasten und/oder eine Umstellung der Ernährung das gleich ausrichtet ohne irgendwelche Nebenwirkungen. Blutdrucksenker zu lernen scheint mir einfach sinnlos! Und meinem Unterbewusstsein auch, weshalb ich mit den Mist nicht merken kann. - Dennoch muss ich das, wenn ich die Klausur bestehen will denn nur wenn ich sie bestehe, kann ich irgendwann als Arzt praktizieren und harmlosere, effizientere Therapien anbringen.

Im Bioladen bekam ich dann hingegen die andere Seite der Medaille zu sehen. Ich hatte die Backtheke inne, ein Kunde kam rein und wandte sich an meine Kollegin im Laden mit einer Frage. Die Kollegin rief mich schlussendlich dazu, weil sie sie nicht beantworten konnte bzw. worauf der Kunde hinaus wollte. Er suchte Getreide, was weder Weizen, noch Roggen noch Dinkel war. Ich kam also dazu, fragte, was der damit machen wolle, ob es darum ginge, dass das Getreide glutenfrei sei oder ähnliches.

Es stellte sich heraus, dass er "Die Weizenwampe" gelesen hatte und jetzt der Meinung war, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit vom Getreide herrühren. Das erste was ich gesagt habe war, dass dieses Buch purer Blödsinn ist, dass sich alles, was Dr. Davis, der Autor des Buchs, an wissenschaftlichen Belegen vorlegt, sich ausschließlich auf Menschen mit Zölliakie bezieht und er sich nicht an den biochemischen Fakten orientiert sondern anekdotisch argumentiert. - Da merkte ich aber schon, dass es in mir brodelte, dass ich nicht die Zeit haben würde medizinisch ins Detail zu gehen und schlussendlich habe ich ja auch nichts gegen eine glutenfreie Ernährung.

Ich bin also möglichst bald dazu über gegangen dem Kunden das glutenfreie Sortiment zu zeigen. Selber backen war nicht sein Anliegen. Dabei erzählte er mir, dass er mehrere Bypässe gelegt bekommen habe und dass Eier ja gesund seien, dass hätte er in irgendeiner Zeitung gelesen und er würde regelmäßig Eier essen, sein Cholesterin sei auf 180 (keine Ahnung ob gesamt oder nur LDL) und bei ihm sei alles in Ordnung. Also habe ich erklärt, dass Atherosklerose sehr wohl mit Cholesterin in Verbindung zu bringen ist, wie auch mit Nahrungsfett und dass es bereits seit 25 Jahren Studien gibt, dass eine fettarme, vollwertige, pflanzlicher Ernährung diese sogar Rückgängig machen könne.

Daraufhin erwähnte der Kunde, dass alle Studien ja von der Pharmaindustrie finanziert und manipuliert seien und fing an über Veganer zu schimpfen, und dass die einen dauernd versuchen wollen zu bekehren. Daraufhin habe ich dann erklärt, dass das durchaus einen Sinn habe, wenn die versuchen würden ihn zu bekehren, denn wenn man bereits einen Bypass gelegt bekommen habe sollte man auf Cholesterin und gesättigte Fette besser verzichten. Sogar die Hersteller von Cholesterinsenkern empfehlen den Verzehr von Eiern zu reduzieren! (Wenn auch nicht auf das Maß, was erforderlich wäre. Nur gerade so sehr, dass man noch Cholesterinsenker einnehmen muss ;-)) Der Kunde erwähnte dann noch, dass ja auch Rauchen schuld sei an Atherosklerose, was natürlich stimmt. - Dann kam Gott sei Dank Kundschaft in die Backtheke und ich musste den Kunden verlassen und dachte schon so bei mir, dass ich bestimmt zu weit gegangen sei. Ich hätte dem Kunden einfach das geben sollen, was er wollte, nämlich glutenfreies Getreide und es dann gut sein lassen, nachher hagelt es wieder Beschwerden! - Dem war aber nicht so.

Er kam später an die Backtheke, mit haufenweisen glutenfreien Produkten beladen und bedankte sich für die kompetente Beratung. Im Anschluss erzählte er mir, dass er extra darauf achte, den fetthaltigen griechischen Joghurt zu kaufen, denn der enthalte weniger Zucker. - Ich war kurz davor wieder auszurasten und habe mich beherrscht und möglichst ruhig versucht zu erklären, dass das aber doch das böse gesättigte Fett sei und dass wir durchaus Joghurt im Sortiment haben, der keinen Zucker UND kein Fett enthalte. Man müsse ja nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben und Zucker durch Fett oder Fett durch Zucker ersetzen, wenn beides ungesund ist. Haferflocken mit Obst und Nüssen sei ein gesundes fett- und zuckerfreies Frühstück - Der Kunde suchte dann also im Kühlregal nach zuckerfreiem Joghurt und hat ihn nicht gefunden aber natürlich hat unser Naturjoghurt keine Zuckerzusatz. Das meinte er aber nicht, so stellte sich heraus, sondern er hat sich den pauschalen Gehalt an Kohlenhydraten und davon dann die Zucker angeschaut. Das ist natürlich kein "Zuckerzusatz" sondern die in der Milch enthaltene Laktose und selbst wenn ich kein Fan vom Verzehr von Milchprodukten bin, ist Laktose sind das Problem bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Lange Rede kurzer Sinn: Was soll auch passieren, wenn Ärzte die nicht wissen wie man Bluthochdruck heilt auf Patienten treffen, die von laienhaften Information völlig fehlgeleitet sind? - Gar nichts! Die Pharmaindustrie lacht sich ins Fäustchen und freut sich über ihre Gewinne. Und man kann es ihr noch nicht mal übel nehmen...

Aber eigentlich sollte diese Post davon handeln, dass Jamie Oliver es in England tatsächlich geschafft hat. Der Staat hat eine Zuckersteuer auf Softdrinks erhoben und das setzt nun hoffentlich ein Beispiel für die gesamte restliche Welt. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt, dass Diabetesorganisationen diese Softdrinksteuer begrüßen. - Wenn Ärzte und Patienten nicht auf einen Nenner kommen, muss der Staat halt den Nenner vorgeben. Und ich bitte darum, das in Deutschland auch zu tun, statt über Ärztemangel zu jammern. Wir haben keine Ärzte, wir haben kein Geld für die Bahndlung und wir haben eigentlich auch keine Menschen die scharf darauf sind krank zu sein. Oder???

Aber muss das ganze wirklich von einem Koch mit einer humanitären Ader losgetreten werden? - Fühlt sich da sonst niemand für zuständig? - Das wäre schon echt traurig...

Menü des Tages am 14 April 2016

Brokkoli
Tomaten


Haferflocken mit Banane, Datteln, Sunwarrior, Paranuss, Erdnussbutter, Kokosflocken, Leinsamen, Zimt


Linsen-Brokkoli-Eintropf mit Erdnussbutter und glutenfreien Nudeln


Ein unbelegtes Brötchen



Insgesamt 3 Kaffee mit zuckerfreier Mandelmilch

Ich schleiche den Kaffee gerade aus. Ohne Kaffee wäre ich in der Uni und auf der Arbeit eingepennt. Jeden Tag gibt es eine halbe Tasse Kaffee weniger.

Ich bin grundsätzlich ein Fan vom Ausschleichen und werde auch noch mal ein Video darüber machen, weil das Ausschleichen von Nicotinkaugummi auch ein Mittel war, welches ich verwendet habe um mit dem Rauchen aufzuhören. Ich glaube, dass kann grundsätzlich auch eine Methode sein, sich ungesundes Essen abzugewöhnen. Also, jemand der täglich in 3 Mahlzeiten Fleisch isst, reduziert dies auf 2 Mahlzeiten und dann halt immer weiter um sich nach und nach um zu gewöhnen und nicht mit allen Entzugserscheinungen und Gefühlen gleichzeitig konfrontiert zu werden. Bei Kaffee und Nikotin hat das bei mir immer sehr gut funktioniert und schlussendlich auch vor 27 Jahren, als ich Vegetarier wurde, auch wenn ich damals kein bewusstes Ausschleichen praktiziert habe. Ich bin aber auch nicht von einen Tag auf den anderen Vegetarier geworden, weil ich einfach zu oft verführt wurde. Ein ungeplantes Ausschleichen also. Den Verzicht in kleine Bröckchen aufteilen und erst wenn man sich stabil fühlt, wieder einen Schritt weiter gehen...

Mein Zuckerverzicht läuft dagegen großartig und ich durfte mit Begeisterung feststellen, dass ich an der Backtheke nicht verführt war Kuchen zu naschen. Wobei, ich habe einen Kuchenkrümel von vielleicht 5 mm Durchmesser gegessen, der irgendwo rum lag und wurde sofort getriggert. Die Menge war aber so gering, dass nach etwa 5 Minuten der Wunsch nach mehr aufhörte.

Was nicht heißt, dass ich gar keinen  Zucker verzehrt habe, denn er ist ja als "Würze" auch in anderen Sachen drin. Ich habe auf das verzichtet, was Dr. Klaper als "Zucker als Nahrungsmittel" bezeichnet. ½ TL Zucker als Zutat, um den Geschmack zu verbessern, ist nicht das Problem. Das Problem ist Eis, Schokolade, Kuchen, Bonbons etc. ½ TL Zucker als Zutat in einem Lebensmittel ist quasi das Selbe wie Obst. - Und die Sache ist die: Erst, wenn man Zucker weglässt, hat man keine Gelüste mehr darauf. Punkt. Die einzige Lösung für den Ausstieg ist das Weglassen. Und das könnte auch ein Problem beim Ausschleichen von Zucker sein, denn dann muss man mit seinem Verstand gegen die Gelüste kämpfen. - Oder alternativ eben erstmal zu Obst greifen. Da ist die Frage, was leichter ist.

Heute ist zuckerfrei Tag 35 und dessertfrei Tag 25 und ich habe meinen Frieden damit gemacht nie wieder "Zucker als Nahrungsmittel" zu verzehren. Frei von Gelüsten zu sein ist wirklich ungleich angenehmer.

Alles Liebe,

Silke


Dienstag, 5. April 2016

Gedanken über Fasten, Krebs und den Tod von Guido Westerwelle



Ich habe nach meiner Schicht am Samstag auf YouTube die Trauerfeier für Guido Westewelle geschaut. Ich muss sagen, dass mich sein Tod echt berührt hat. Einerseits, weil ich den Mann echt mochte, weil er untere der Regierung Schröder in der Opposition kein Blatt vor den Mund genommen hat und auch, weil ich eine Schwäche für Minderheiten habe bzw. für die Rechte von Homosexuellen. Ich fand es großartig, dass wir einen offen homosexuellen Außenminister hatten, der in Länder reiste, in welchem Homosexualität teilweise unter Strafe stand und die Regierenden mussten ihn dennoch in Empfang nehmen. Sein Tod hat mich aber auch berührt, weil er in Köln lebte, in der Uniklinik in Köln behandelt wurde, sein behandelnder Arzt ziemlich wahrscheinlich irgendwann meine Ökologie-Vorlesungen halten wird und Last but Not least, weil Westerwelle erst 54 Jahre alt war.

Und parallel dazu dürfte ich letzte Woche durch Dr. Klaper erfahren, dass besonders hormon-positive und „flüssige Krebse“ sehr gut auf Fasten ansprechen. Westerwelle hatte so einen „flüssigen Krebs“ nämlich Blutkrebs, akute Leukämie.

Es gibt Studien dazu, dass sich Fasten positiv auf Krebs auswirkt. Es gibt sogar Studien, wie die Kombination von Fasten und Chemotherapie untersuchen, die sehr vielversprechend aussehen. Ich hatte noch nicht die Zeit die Sachlage zu recherchieren, aber das ganze war vor 2 Wochen Thema im „Doctors Meeting“ im True North. David, Personal Trainer und Ernährungscoach im True North fragte, warum das True North nicht die Kombination aus Fasten und Chemotherapie anbieten würde, denn das sähe ja recht vielversprechend aus. Ich dachte zuerst: „Ist das sein Errnst? Das widerspricht sich doch total!“ Das war aber absoluter Ernst und das TrueNorth macht es natürlich deshalb nicht, weil Goldhamer nichts von Chemo hält. Aber es gäbt er Ärzte, so wurde gesagt, die ernsthaft daran arbeiten. Klaper und Co. empfehlen unterdessen vor Beginn der Chemotherapie ein paar Tage zu fasten, das könne die Chemo ebenfalls unterstützen.

Eigentlich heißt es, das Fasten bei Krebs kontraindiziert sei, was so viel heißt wie, dass man bei Krebs nicht fasten soll.Ich habe mich daher gewundert, dass wir eine Patientin haben die einen Krebs, welchen habe ich vergessen, Stage 4 hatte und habe Klaper im nächsten Intern Meeting darauf angesprochen. Er erklärte, der Grund, warum Krebskranke nicht fasten sollen sei ausschließlich der, dass sie meist vom Krebs bereits völlig ausgezehrt sind und keine körperlichen Reserven mehr haben, von denen sie zehren können. Das war's. Demnach können über- und normalgewichtige Krebskranke mit aller Ruhe wohlgemerkt NUR UNTER ÄRZTLICHER AUFSICHT fasten. Ich kann das nicht oft und entschieden genug betonen!!! -  Hausgemachte Fastenwochen für Gesunde sind wirklich nur für Gesunde. Jeder der Medikamente nimmt darf auf gar keinen Fall alleine zuhause fasten, schon gar nicht Wasserfastens. Das ist gefährlich und man kann sich dann durch veränderte Medikamentenwirkung unter Umständen in der Notaufnahme wiederfinden.

Aber zurück zum Krebs: Chemo zerstört alle Zellen, kranke und gesunde. Fasten entzieht beiden die Nahrung. Aber Chemo zerstört das Immunsystem, Fasten stärkt es.

Bei Westerwelles Trauerfeier sang der Kölner Opernchor, dessen Mitglieder ich fast alle persönlich kenne, weil ich gelegentlich an der Oper arbeite. Ein Mitglied des Herrenchors macht es so ähnlich wie ich und verteilt seine Talente auf Kunst und Medizin. Er hat eine halbe Stelle im Opernchor und eine andere halbe Stelle in der Psychoonkologie der Uniklinik Köln. Dort gibt er Singstunden für Krebskranke weil Singen ebenfalls da Immunsystem stärkt. Auch er sang bei Westerwelles Trauerfeier mit, sein behandelnder Arzt sitzt in der ersten Reihe und ich frage mich: Fühlt der sich gerade eigentlich wie ein Versager? Hat der Selbstzweifel?

In meinem letzte Post ging es um meine Selbstzweifel. Das ich ständig das Gefühl habe nicht gut genug zu sein. Ich habe von Westerwelles Tod erfahren, als ich vor zwei Wochen mit meinem Vater telefoniert habe, der es wie folgt formulierte: „ An der Kölner Uniklinik haben sie gestern Westerwelle sterben lassen“

Ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob man es besser hätte machen können. Ob man mehr hätte tun können bzw. etwas besseres hätte tun können. Und ich wünschte mir, die Studien an denen gerade gearbeitet wird währen schon veröffentlicht.

Unterdessen, so Goldhamer, arbeitet die Pharmaindustrie daran Medikamente zu entwickeln, die die Wirkungsweisen des Fastens simulieren. So ist das in dieser Welt.

Menü des Tages am 2. April

Haferflocken, Frenchtoast, Obst, Zimt, Walnüsse


Quinoa, Salat, Avocadodressing, dicke Bohnen, Tomaten


Süßkartoffel, Kidneybohnen, Hummus, Salat



Ich bin unterdessen in Venice, LA, angekommen und befinde mich derzeit im Café Gratitude um hier zu tippen. Das ist auch ein langgehegter Traum von mir, denn das Café Gratitude ist das wahrscheinlich bekannteste und größte Rohkostrestaurant bzw. Restaurantkette der Welt. Mehrere Zweigstellen befinden sich in Kalifornien obwohl sie einige Filialen auch schon wieder geschlossen haben. Der Rohkostboom ist vorbei. Das Gratitude hatte jedoch Glück, weil sie nicht nur rohe, sondern auch schon immer gekochte Gerichte angeboten haben. Ich kann es schwer empfehlen hier mal vorbei zu schauen! Es ist das größte vegane Restaurant, was ich bisher in den USA besucht habe. Da ich aber bereits frühstückt hatte, habe ich nur Kaffee mit Mandelmilch und einen Smoothie mit Banane, Hanf, Maca und noch ein paar andren Zutaten bestellt.



Wer es nicht bis Venice schaffen sollte, kann auch mal nach München fahren, denn auch dort befindet sich ein Gratitude, ein Rohkostreastaurant. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Name einfach nur geklaut ist oder ob es eine echte Zweigstelle ist. In München muss man allerdings
reservieren, so klein ist es, sonst kriegt man keinen Tisch. In Venice nicht. Das ist angenehm.:-)

Alles Liebe,

Silke