Sonntag, 28. Oktober 2012

Artherothrombose

- ist die Haupttodesursache in der westlichen Welt
- 250 000 Deutsche erleiden jährlich einen Myokardinfarkt
- insgesamt sterben 180 000 an den Folgen
- 170 000 Deutsche erleiden pro Jahr einen Schlaganfall, etwa die Hälfte bleibt arbeitsunfähig
- 11% der mänlichen Bevölkerung sind von subklinischer oder klinischer PAVK ( periphere arterielle Verschlusskrankheit / Schaufensterkrankheit) betroffen

Das sind Fakten, die ich diese Woche gelernt habe und die mir die Medizinische Fakultät so präsentiert hat. Wir hatten das Kompetenzfeld "Angina Pectoris".

Angina Pectoris per se, hat mir bis dahin nichts gesagt, muss ich gestehen. Und jetzt wird mir immer klarer, dass es eigentlich nur 2 Krankheiten gibt, an denen Menschens sterben. Kaputte Gefäße und Krebs.

Angina Pectoris ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes, was zu einer Minderdurchblutung des Herzens führt, was sich wiederum an Schmerzen bemerkbar macht. Sie ist sozusagen eine Vorstufe des Herzinfakts und wird ebenfalls ausgelöst durch Plaqueablagerungen in den Gefäßen, die sich bei erhöhter Herzaktivität (Sport oder Stress) lösen und sich irgendwo ablagern. Diese Plaque, so der Professor, bestehen aus Fettsäuren, Cholesterin und Kalk. Wenn sie die Zellen der Innenwand der Gefäße schädigen, kommen die Thrombozyten an die Arbeit, die versuchen den Schaden wieder zu beheben und, wie es ihre Aufgabe ist, gerinnen. Dadurch wird das Gefäß aber um so mehr verschlossen und wenn die abgelagerten Thombozyten losgerissen werden, passiert das gleiche wie wenn Plaques losgerissen werden. Häufig ist es eine Mischung aus beiden.

Nun hatte ich kürzlich Geburtstag und habe mir vom Amazon-Gutschein, den mir eine Schwester geschenkt hat unter anderem den Film Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch gekauft, der ja früher schon mal auf Amazon veröffentlicht war, mittlerweile aber gelöscht wurde. Wahrscheinlich wegen Urheberrechten. Jedenfalls kam alles was in Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch an wissenschaftlichen Fakten über koronare Herzerkrankungen gezeigt wurde, genau so auch in der Vorlesung dran. Es wurde gesagt, dass die Entdothelzellen ekkrine Funktion hätten, dass sie Stickstoffmonoxid produzieren um die Gefäße zu erweitern, wenn Bedarf ist und dass das Stickstoffmonoxid auch dafür zuständig sei, Entzündungen zu verhindern. Und dass die Schädigung der Endothelzellen die grundlegende Ursache für koronare Herzerkrankungen ist. Endothelzellen gehen kaputt vom Rauchen und von Ablagerungen. S.o.

Laut Vorlesung kommen diese Ablagerungen durchaus von ungesundem Essen und Übergewicht steigert das Risiko. ein BMI von über 25 steigert das Risiko um das 4fache. Zur Risikovermeidung soll man abnehmen. Schlussendlich ist aber auch das Übergewicht nur ein Symptom.

Laut Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch und Dr. Esselstyn, von Haus aus Chirurg, kann man koronare Herzerkrankungen heilen allein durch eine vollwertige, auf Pflanzen basierende, fettarme Ernährung. Und nach allem was ich gelesen und recherchiert habe sind es anscheindend die tierischen Produke und die Frucotse, vor allem aus raffiniertem Zucker, die zu diesen Ablagerungen führen.

Bezeichnenderweise war ich nach der Vorlesung zum ersten Mal in der Cafeteria der Uniklinik. Ich reihte mich zum Bezahlen in eine Schlange an der Kasse ein und es waren 5 "Weißkittel" vor mit. Schätzungsweise alles Ärzte, vieleicht auch Labormitabreiter. Und alle 5 hatten auf ihrem Telle Pommes mit Currywurst und ein großes Glas Cola!

Ich war kurz vorm Weinen, oder vorm Lachen, oder in der Twighlight Zone?! - Keine Ahnung.

Was für eine wahnsinnige, bekloppte Welt ist das nur, in der wir Leben!

Typ 2 Diabetes zu haben steigert das Risiko für koronare Herzerkrankungen dann überigens auch.

Letztes Wochenende war ich zu Besuch bei meinem Vater. Von Samstag auf Sonntag ist unser Nachbar verstorben. An Thrombose und einer darauf folgenden Lungenembolie. Zudem hatte man bei Einlieferung ins Krankenhaus festgestellt, dass er Leber- und Magenkrebs hatte. Er war Mitte 60, mein Vater war fast sein ganzes Leben mit ihm befreundet.

Nun hatte ich bis dato auch keine Ahnung von Thrombose oder Lungenembolie, aber nachdem ich das recherchiert hatte, kam wieder die selber Ursache raus: Plaqueablagerungen im Körper, sogenannte Thromben (diesmal nicht am Herzen sondern in der Körperperipherie). Wenn sich so ein Thrombus löst kann er irgendwo im Körper hängen bleiben. Bleibt er im Herzen hängen ist das ein Herzinfarkt, bleibt er im Gehirn hängen ist es ein Schlaganfall, bleibt er in der Lunge hängen ist es eine Lungenembolie.

Ich möchte die Leute am liebsten anschreiben und ihnen sagen sie sollen aufhören sich selbst mit Messer und Gabel umzubringen, ihren Körper zu zerstören und das auch nochauf Kosten unschuldiger Tiere und damit auch noch die Volkswirtschaft belasten. Und sich selbst und ihren Angehörigen so viel Leid zuzufügen.

Aber das tue ich nicht. ich tue gar nichts, weil sich niemand was sagen läßt.

Ehrlich gesagt, ich bin es leid. Ich bin es leid, dass alle Krebs haben, dass alle Bluthochdruck haben, dass jeder dritte Patient im Krankenhaus Diabetes hat und dass sie alle qualvoll sterben. Es wird Zeit, dass Zucker und Fleisch rationiert wird, ebenso wie Milchprodukte (da ist der Filmtitel leider schlecht gewählt, denn die meisten Studien die Esselstyn über Krebs und tierische Produkte gemacht hat, waren mit Casein, dem Milcheiweiß) und dass der Staat "Essensmarken" verteilt für geringe Mengen von eben diesen Lebensmitteln, die man sich dann für Sonntags vorbehält. Sonntags einen Braten und ein Stück Kuchen. Mehr nicht. Das war's pro Woche.

Aber die Leute essen jeden Tag Süßigkeiten und jeden Tag Fleisch und jeden Tag Milchprodukte und Weißmehl und genau davon kommt sowas. Davon kommt Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Übergewicht, Lungenembolie, Thrombose, Demenz und wahrscheinlich noch 1000 andere Krankheiten.

In Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch sagt Dr. John McDougall dass jeder Krebs zurückgehen kann, selbst wenn er schon Metastasen gebildet hat.

Schlussendlich: Vielleicht ist es egal. Esst euren Scheiß. Der Körper kann sich schließlich selbst heilen. Man kann auch später noch auf eine vollwertige, auf Pflanzen basierende, fettarme Kost umsteigen. Wenn es einen erwischt hat. Denn darin sind sich unglaublich viele Ärzte mittlerweile einig, Vorreiter, nicht die in der Uniklinik in Köln.

Letztes Semster hatten wir Medizinische Soziologie und Psychologie und haben da u.a. alles über Modelllernen gelernt. Kinder neigen dazu ihre Eltern zu immitieren, Angestellte verhalten sich so wie ihre Vorgesetzten und Patienten so wie ihre Ärzte. Jeder will einen Arzt der Kaffee trinkt, raucht und Currywurst mit Pommes und Cola isst. Oder?

Und dann hadere ich wiederum mit mir, warum ich mich in gesellschaftlichen Situationen anpasse, wo doch eigentlich genau da die Chance ist per Modelllernen den Leuten in meiner Umgebung was mitzugeben.

Ach, und ich hadere mit mir, dass im Bioladen so viele Sachen gezuckter sind, wie in jedem anderen Geschäft auch und den Leuten aber, durch das Wort "Bio" suggeriert wird, das sei gesund. Es gibt Leute, die kaufen nur einen Riesenberg Biosüßigkeiten. Das ist natürlich genau so schädlich. Mit dem Fett in Tofuprodukten ist es übrigens das selbe, wenn auch da meist weniger drin ist als im Fleisch.

Wir brauche eine staatliche Sanktionierung oder eine Fett- und Zuckersteuer oder wir müssen, der Fairness halber, die staatliche Krankenkasse abschaffen. Ich zahle jeden Monat mit für diese Leute, die es vorziehen Dreck in sich rein zu stopfen und sich selbst Leid zuzufügen und trotz Diabetes II Weißbrot mit Butter und Nuss-Nugat-Creme essen. Das sollte verboten werden! Irgendwie.

Alles Liebe,

Silke

PS: Falls es nicht klar ersichtlich war: "Gabel statt Skalpell" ist ein absolut großartiger Film und er sollte eigentlich den Sendeplatz von "Wetten dass?!" am Samstagabend haben. Er ist wichtig, wichtig, wichtig. Ich werde ihn kopieren und an alle Leute verschenken, die ich kenne!!! Und dass solltet ihr auch tun!

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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Der ultimative Frischkornbrei...

Wie bereits vorgestern angekündigt, hier also das Rezept für den ultimativen Frischkornbrei, oder auch Porridge. Das ist das Grundrezept und man kann es je nach Geschmack abwandeln und ggf. Obst oder andre Nüsse hinzu geben. Ich persönlich habe allerdings festgestellt, dass es bei mir dann leichter zu Blähungen kommt, wenn ich mehr Fett hinzu gebe oder auch mehr Trockenfrüchte, daher ziehe ich es vor das Porridge genau so zu verzehren wie es ist.

An den meisten Tagen sättigt es mich bis zum Mittagessen komplett, manchmal nicht und dann esse ich noch eine Banane mehr. Das wichtigste aber ist, dass ich den ganzen Tag damit denken kann. Vor allem morges wenn entweder Uni ist, oder ich zuhause sitze und lerne. Glucose sei dank!

Es hat 650 kcal und 10,5 g Fett macht darüber hinaus 75/11,4/13,6.

Erfahrung nach kann mehr als 10% Fett gerne mit Gemüse verzehrt werden, aber mit Obst und Frischkornbrei sollte man es tunlichst lassen.

Der ultimative Frischkornbrei

Zutaten:

40 g Quinoa
40 g Buchweizen
40 g Nackthafer
2 Bananen (noch besser 150-200 g Kochbanane, reif)
1 Paranuss
1/2 TL Leinsamen
1 TL Zimt

Quinoa, Hafer und Buchweizen über Nacht einweichen lassen. Am nächsten morgen in einem Sieb abspülen. Zurück in eine hohe Schüssel füllen und zusammen mit den Bananen zu einem Brei pürieren. Leinsamen und Paranuss mahlen und ebenfalls, zusammen mit dem Zimt, in den Brei pürieren. In eine Servierschüssel umfüllen und mit etwas Zimt bestreuen.

Ein wenig Fett ist, finde ich, notwendig, allein schon als Geschmacksträger.

Warum ich genau die beiden verwende?

Eine Paranuss deckt den Tagesbedarf an Selen, welches in fast allen anderen Nahrungsmitteln zu kurz kommt und ein halber TL Leinsamen deckt den Tagesbedarf an Omega 3 Fettsäuren.


Ein Foto ist, ich weiß, nie sehr aussagekräftig, besonders wenn man kein Fan von Haferflocken ist. Im Krankenhaus haben mir auch alle in meinen Frühstücksbrei geguckt und gesagt: Das sieht aber nicht lecker aus. - Ist es aber!!! Probiert es aus!!!

Lecker, sättigend, gesund, roh, glucosereich und Gehirnnahrung!

Alles Liebe,

Silke

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Montag, 22. Oktober 2012

Schlank im Schlaf...

Ich hab das Buch vor 4 Jahren, oder so, schon mal gelesen und bin jetzt, im Zusammenhang mit der "niedriger Glyx-Theorie" in der Zentralbibliothek wieder drauf gestoßen. Nicht, dass sich die Autoren groß´um den glykämischen Index scheren würden, aber sie scheren sich um das Insulin und das spielt ja auch beim Glyx eine Rolle. Deshalb heißt es auch Insulin-Trennkost.

Die Rezepte und Ernährungsempfehlungen in Schlank im Schlaf: Die revolutionäre Formel: So nutzen Sie Ihre Bio-Uhr zum Abnehmen (Einzeltitel Gesunde Ernährung) sind eine Vollkatastrophe. Weißmehl, Marmelade und mittags und abends Fleisch. Kaffee in rauhen Mengen erlaubt, wenn auch die Autoren zwischendurch immer mal wieder erwähnen, dass vollwertig und schonend gegart immer gut ist und pflanzliches Fett besser als tierisches. Aber wie auch in vielen anderen Ernährungsbüchern stimmt der Rezeptteil einfach nicht mit dem Theorieteil überein. Mittlerweile gibt es zwar auch ein "Schlank im Schlaf - vegetarisch", aber das "hauptsache vegetarich" nicht automatisch gesund ist ist ja wohl mittlerweile auch klar.

Das Konzept der Insulin-Trennkost ist denkbar einfach. Morgens isst man Kohlenhydrate ohne tierisches Eiweiß, mittags Mischkost und abends Gemüse und Eiweiß. Zwischendurch nichts, um seine Bauchspeicheldrüse nicht anzuregen. Die Menge der verzehrten Kohlenhydrate richtet man nach seinem BMI, genau so wie die dss abends verzehrten Eiweiß und landet schlussendlich bei ca. 1800 kcal.

Abends nur Eiweiß zu essen hat den Vorteil, dass das Wachstumshormon über Nacht anständig arbeiten kann - selber Effekt wie beim Dinner-Canceling und es hat den Vorteil, dass der Körper um auch Nachts ohne Essen mit Energie/Kohlenhydraten versorgt zu sein an die Fettreserven geht und diese umwandelt.

Viel Interessanter an dem Buch fand ich hingegen, dass den Autoren durchaus bewußt ist, dass tierisches Eiweiß in Kombination mit Kohlenhydateten den Insulinspiegel ungefähr doppelt so hoch steigen läßt, wie wenn man nur die Kohlenhydrate verzehren würde!

Ich hab immer gedacht, dass sei irgendwie auf Dr. Barnards Mist gewachsen und sonst wüsste das irgendwie keiner. Ne, diese deutschen Schulmediziner sind sich dessen auch bewusst. Nur, im Gegensatz zu Barnard und Cousens kommen sie nicht mal ansatzweise auf die Idee das tierische Eiweiß raus zu schmeißen. Gut, zugegeben, sie wollen mit Schlank im Schlaf nicht Diabetes heilen, aber da ist die Erklärung dafür, warum Cousens und Barnards Programme besser funktionieren als die standart Diabetikerkost, die Kohlenhydrate reduziert, aber tierisches Eiweiß weiterhin erlaubt. Die reduzierten Kohlenhydrate erfordern durch die Kombination mit tierischem Eiweiß auch wieder mehr Insulin und so kann es zu keiner Heilung kommen. Zudem bekommt der Patient Heißhunger auf Kohlenhydrate.

Seltsam finde ich auch die Einteilung in Ackerbauern und Nomaden, die das Buch macht, einfach nur, weil das wieder so eine dämliche "Urkosttheorie" ist. Wir fantasieren darüber wie unsere Vorfahren wohl gelebt haben und jede Partei, high carb und low carb, findet in dieser Fantasie eine Erklärung dafür, dass ihre Theorie richtig ist. Da man sich dabei aber nur auf eine Fantasie bezieht, finde ich, sollte man lieber mit Wissenschaft argumentieren. Die Autoren sind aber auch wissenschaftlich der Auffassung, dass sich etwa 1/3 der Bevölkerung nicht an den hohen Konsum von Stärkekohlenhydraten gewöhnt hätten und sich nach der neolithischen Revolution nicht an den Ackerbau angepasst hätten. Das sind die Nomaden. Denen ginge es besser ohne viel Kohlenhydrate, wenn auch die ausreichen Kohlenhydrate bräuchten. Schießlich verbrennt Fett im Feuer der Kohlenhydrate.

Darüber hinaus warnen sie davor eine kohlenhydratearme Ernährung wie "Atkins" einzuschlagen.

Und dann, irgendwo im "Kleingedruckten" stieß ich dann darauf, dass geleichzeitig zur Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß und der Einhaltung von 3 Mahlzeiten empfohlen wird nicht mehr als 20 g Fett pro Mahlzeit zu essen. Das fand ich bemerkenswert, denn eigentlich suggeriert "Schlank im Schlaf", dass man essen könne was man will und dabei abnimmt. Tatsächlich sind es aber nur 1800 kcal und 20% Fett pro Tag. So ähnlich funktionierte meine 1700 kcal Diät auch, und auch ich habe abends keine Kohlenhydrate mehr gegessen. Nur Salat. Hat das deshalb so gut funktioniert?

Naja, was mich daran inspiriert ist abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen und mich an 3 Mahlzeiten zu halten. Das hat nämlich den Vorteil, dass ich mir um Zwischenmahlzeiten keine Gedanken machen muss, was bei einem bewegten Alltag, wo man den ganzen Tag unterwegs ist, sehr praktisch ist. Ich brauche nur eine Mahlzeit mit mir rum schleppen, keine 3.

Bin aktuell übrigens zutiefst enttäuscht von der Mensa, denn die wird umgebaut, was als Konsequenz hat, dass es, genau wie in der Medizinermensa, nur 2 Mal die Woche veganes Essen gibt. Das widerum hatte zur Folge, dass ich vegetarisch gegessen habe und zwar Omlett was zum einen ganz grauselig geschmeckt hat, was aber viel schlimmer war: es lag mir sauschwer im Magen. Scheißgefühl. Weg mit diesem Schrott!

Jetzt nehme ich wieder mein eigenes Essen mit. Das Salatbuffet ist mir nämlich zu teuer. Genau. Und deshalb schleppe ich lieber nur ein Essen mit als 3.

Und durch das Essen von Stärke morgens, roher Stärke in Form von Frischkornbrei kann ich mich jetzt auch erstmalig, seit ich studiere, auch richtig laaaaaaaange konzentrieren. Das ging zuvor immer nur 2-3 Stunden. Jetzt geht es vier Stunden am Stück und länger. Glucose ist wirklich besser dafür geeignet als Fructose. Ich fühle mich damit jedenfalls wesentlich besser als mit einem Smoothie aus 5 Bananen, der zu allem Überfluss auch nach 2 Stunden schon wieder hungrig macht. Aber das liegt ja auch an der Fruktose...

Naja, ich bin super zufrieden damit weil er roh ist, weil er Stärke enthält, weil er mein Gehirn füttert, einen niedrigen glykämischen index hat und weil er lange satt macht und mehr kann ich mit von einem Nahrungsmittel eigentlich nicht wünschen. Ach, noch was, er läßt mich vieles mit mehr Gelassenheit angehen, was ich auf die B-Vitamine in Getreide schiebe. Besser als Studentenfutter. Nächstes Mal gebe ich euch das Rezept.

Alles Liebe,

Silke

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Montag, 15. Oktober 2012

Essener Roggen-Fladenbrot

Wissenschaftlich betrachtet hat Brot, oder besser gesagt Getreide, eine ganze Menge Vorteile, finde ich. Es besteht ausschließlich aus Glucosemolekülen, enthält wenig Fett, enthält genug Eiweiß und ist weltweit das Hauptnahrungsmittel #1. Aus irgendeinem Grund wird weltweit Stärke als menschliches Grundnahrungsmittel genutz und eben nicht Obst und das wurde nicht wissenschaftlich, offiziell entschieden, sondern hat sich so entwickelt. Hier bei uns ist es der Weizen und Co, bei den amerikanischen Ureinwohnen war es der Mais, in Asien der Reis, in Südamerika die Kartoffel und in Afrika die Hirse aber auch die Kochbanane, wie ich kürzlich gelesen habe.

Ich hab dennoch ein ambivalentes Verhältnis zum Getreide und weiß nicht ob es an der Rohkostindoktrination über all die Jahre liegt oder an meinem Körper. Die meisten Rohköstler essen überhaupt kein Getreide und ich fahre mit dem morgendlichen Porridge, oder Frichkornbrei sehr gut. Vor allem stelle ich jetzt, wo die Uni wieder los geht und ich Konzentration zum Lernen brauche fest, dass das mit Getreide/Stärke bzw. Glucose tatsächlich besser geht und ich mich viel länger konzentrieren kann als mit Bananen. Und nach all den Infos über Fructose ist mir auch völlig klar warum. Fructose geht nicht ins Gehirn. Nicht, dass ich sie komplett gestrichen hätte, aber es gelingt mir ganz gut unter den "erlauften, nicht schädlichen" 35 g zu bleiben mit ca. 2 Bananen und viel Gemüse. Kohlenhydrate beziehe ich hauptsächlich aus Stärke bzw. aus Frischkornbrei.

Wegen meines ambivalenten Verhältnisses zu Brot oder zu gekochter Stärke an sich versuche ich aber das Getreide so häufig wie möglich roh zu verzehren und dabei gibt es ein bisschen was zu beachten. Beim Frischkornbrei z.B. sollte man das Einweichwasser genau so wegschütten, wie beim Einweichen von Nüssen und Hülsenfrüchten. Die Erfinder des Frischkornbreis machen es eben nicht so. Die Folge davon sind, zumindest bei mir, Blähungen und Unwohlsein, wenn ich das Einweichwasser mit verarbeite. Und ich bin überzeugt davon, dass das auch der Grund ist, weshalb auch andere Leute über Probleme mit Frischkornbrei berichten. Im Einweichwasser lösen sich die Enzyminhibitoren, die das Korn vor Fressfeinden schützen sollen. Sie sind dazu da, die Verdauung zu stören, damit das Tier, welches vom Korn frisst, dieses kein zweites Mal anrührt. Daher: Einweichwasser wegschütten und ggf. neues drauf gießen.um den Brei herzustellen.

Es gibt dann aber auch noch Essener Brot, mit dem man rohes Getreide verzehren kann. Die meisten Essener Brote-Rezepte enthalten jedoch auch immer unmengen Fett in Form von Nüssen. Vor kurzem erst, bin ich auf ein Rezept gestoßen, welches kaum Fett enthält und dennoch, für Essener Brot, ziemlich gut schmeckt. Mit Aufstrich jedenfallls, was bei mir meistens Hummus oder neuerdings Reissirup ist. Dieses Rezept wollte ich euch heute mal mitteilen.

Essener Roggen-Fladenbrot

5 Tassen gekeimter Roggen
1 EL Olivenöl
1 EL Sojasauce
2 TL Kümmelsamen
1 TL Oregano, getrocknet
Prise Salz

Alle Zutaten in der Küchenmaschine mit dem S-Messer zu einem Teig verarbeiten.

Ich könnte jetzt einfach schreiben: "Auf dem Dörrgerät ausstreichen und fertig" aber das ist doof. ;-)
Rohes Fladenbrot ist immer doof, wenn man es einfach nur ausstreicht. Es krümelt an den Rändern, man kann es nicht odentlich bestreichen und es sieht nicht wie echtes Brot aus.

Daher habe ich die Verpackung von gefrorene Durian genommen, und den Boden abgeschnitten, so dass eine oben und unten offene Form entstanden ist. Diese Form lege ich auf das Backpapier, mit welchem ich das Dörrgerät auslege und streiche den Teig in dieser Form aus, hebe sie ab und fertig ist die Brotscheibe. Diese Brotscheibe dann noch mit der Gabel an manchen Stellen (gerne mit Muster) einstechen, so dass die Angriffsfläche für die Dörrgerätluft erhöht wird und das Brot schneller trocknet. Bei 42°C ca. 12-24 Stunden trocknen.



Guten Appetit!

Alles Liebe,

Silke

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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Trial und Error...


Ich komme mir wieder vor wie damals, vor fast 10 Jahren als ich erstmals auf die Rohkost aufmerksam wurde. Trial und Error.

Also ich versuche zum einen hohe glykämische Indices zu vermeiden und zum anderen zu viel Fructose, was sich als schwerer rausstellt, als ich dachte. Außerdem fülle ich eine Tabelle aus, die Barnard in seinem Buch Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally angibt, wo man notiert was man isst und auch warum und wie man sich jeweils davor und danach dann fühlt. Denn definitiv esse auch ich noch häufig aus emotionalen Gründen oder durch Stress und unter Stress greift man halt zu Nahrungsmitteln mit viel Zucker, Fett oder Salz. Ich musste mir sogar eingestehen, dass ich mich irgendwie sträube das zu hinterfragen, aber manchmal ist das, wogegen man sich am meisten sträubt auch das, was man am dringendsten braucht!

Naja, Trial und Error war es, weil ich zumindest vorgestern auf Nahrungmittel zurückgegriffen habe, die ich noch im Haus hatte, wo ich nicht mehr wusste, dass ich sie mit Agave gesüßt hatte. Und aufgefallen ist mir das auch nur, weil ich davon nicht satt wurde ;-)))

Also, das scheint sich wirklich als wahr herauszukristallisieren. Bei Fructoseverzehr setzt das Sättigungsgefühl nicht ordentlich oder zu spät ein.

Darüber hinaus kann ich mich nicht entscheiden ob ich Kalorien zählen soll oder nicht, habe aber irgendwo doch Angst, dass ich, wenn ich mich nicht limitiere, alles was ich abgenommen habe, wieder zunehmen. Mist, hatte vergessen, dass das der Nachteil von Diäten mit Kalorienzählen ist. Dr. Barnard rät davon ab! Er sagt, man solle sich satt essen, damit einen der Heißhunger nicht irgendwann einholt und zwar an Nahrungsmitteln mit eher niedrigem glykämischen Index.

Vorgestern sah so aus:

Grüntee mit Stevia
Greenjuice
Frischkornbrei aus Hirse, Buchweizen und Quinoa mit einer Banane und Zimt
125 g Sojajoghurt mit Stevia

5 Chia Cookies (Agave!!!)
Essenerbrot mit Reissirup (Glyx 100!!!)

Mangold mit Tomate und Paprika gedünstet und mit Sojajoghurtdressing angerichtet
1 Banane

220 g Pflaumen
238 g Möhren

Süßkratoffelspaghetti (roh) mit Tomatensauce (gekocht)
1 Kochbanane

macht:

2263 kcal, 80,3 g Eiweiß, 422,6 g Kohlenhydrate und 44,5 g Fett oder 71/17/12

33,5 g Fructose - hart an der Grenze und 22 % gekocht also 78 % Rohkost.

Ich nehme an, so, oder so ähnlich hat sich Cousens das gedacht mit der Ernärhung. Fettgehalt niedrig zu halten ist schwer ohne viel Obst, weshalb ich die Süßkartoffel und die Kochbanane integriert habe. Beide enthalten viel Stärke. Und Kochbananen sind wahrscheinlich eh das Beste, was jemandem wie mir passieren kann, der so versessen auf Bananen ist. Sie haben einen glykämischen Index von 50 und auch nur 0,3 g Fruktose auf 100 g. Normale Bananen enthalten das 10fache. Ich habe also einen Stapel Kochbananen gekauft, von denen die meisten leider er noch reif werden müssen. Außerdem versuche ich bei den Green Juices am morgen zu bleiben, denn ein besseres Nahrungsmittel gibt es unter Garantie nicht.

Außerdem habe ich eine Vorliebe für Sojajoghurt entwickelt, weil der ein guter Eiweißliferant ist, man ihn gut mit Banane kombinieren kann und er als sehr fettarmes Salatdressing taugt.

Und jetzt muss ich mich auch schon wieder sputen. Die Uni ruft und ich habe einen sehr straffen Lernplan.

Alles Liebe,

Silke

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Montag, 8. Oktober 2012

Der Weisheit letzter Schluss???


45 Tage Pflegepraktikum sind vorbei und obwohl ich niemals jemals Krankenschwester sein wollen würde, noch nicht mal auf dieser menschlich so netten Station, habe ich echt ne Menge gelernt. Über medizinische Praktiken, über Patienten und auch über mich.

Und innerhalb der letzten Tage ist mir ebenfalls, so glaube ich, klar geworden, warum sowohl Graham als auch Cousens Recht haben. Ein Widerspruch, der mich mindestens seit 2,5 Jahren umtreibt.

Und zwar sagt Dr. Lustig in Sugar - The bitter truth, dass es eine Ausnahme gäbe, eine Funktion im Körper für die die Fructoseaufnahme tatsächlich sehr entscheidend ist: für das Auffüllen der Glycogenreserven in Muskeln und Leber, nachdem man z.B. einen Marathon gelaufen ist. Fructose helfe beim Aufbau von Glyogen, deshalb sei sie auch in Sportdrinks enthalten!

Jemand der keinen Ausdauerspürt betreibt braucht nicht die Mengen Fructose die ein Ausdauersportler braucht und deshalb funktioniert 80/10/10 so gut bei Leuten die Ausdauersport betreiben und bei anderen eben nicht. Graham hat Recht, dass man die überschüssigen Kalorien auch verbrennen muss, aber nicht um der Kalorien willen, sondern damit die Fructose auch verbraucht werden kann.

Cousens arbeitet hauptsächlich mit übergewichtigen, kranken Menschen und auch wenn er, während er studiert hat, aktiv Profi-Football gespielt hat, treibt er als Arzt sicherlich nicht mehr so viel Sport wie man muss, um mit den Mengen Fruktose gesund zu bleiben.

Und so kann völlig ohne Widersprüche erklärt werden warum die beiden Psitionen, nicht nur diese beiden, sondern überhaupt die gegensätzlichen Positionen von low fat vs. low carb zustande kommen und beide Recht haben.

Wenn man anfängt sich mit low carb zu beschäftigen stößt man schnell auf so Aussagen, wie, dass Kohlenhydrate schuld seien an Herz-Kreislauf Erkrankungen und man diese weglassen soll. Auf der anderen Seite heißt es, tierische Produkte seien schuld daran und man solle die und das viele Fett, welches sie enthalten, weglassen. Dr. Robert Lustig erklärt, dass Fructose wie ein Fett verstoffwechselt wird, sie Endprodukte wie von der Verstoffwechselung tierischer Produkte bildet, nämlich auch Harnsäure, Triglyceride und einige andere und so kommt es in Studien zu solchen Resultaten wie, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko senken kann. Das liegt aber nicht am Verzicht auf Kohlenhydrate sondern am Verzicht auf Fructose, denn Glucose hat diese Nebenwirkungen nicht. Ergo, der Verzicht auf raffinierten Zucker ist schuld. Daher ist low carb erfolgreich bei der Gesundheitsverbesserung, wegen der Reduktion des raffinierten Zuckers und nicht weil Fleisch gesund ist.

Dass Fleisch nicht gesund ist, habe ich auch in den letzten Tagen in einem low carb Buch gelesen und wenn es da schon drin steht, dass sind das keine veganen Mythen sondern die nackte, wissenschaftliche Wahrheit.

Weil sich Barnard in seinem Buch Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally auch mit dem glykämischen Index beschäftigt und sagt, man solle, um Heißhunger zu vermeiden, nicht unbedingt Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index essen, habe ich in der Stadtbibliothek ein Buch ausgeliehen mit dem Titel Die SLOW CARB-Diät: Dauerhaft abnehmen mit langsamen Kohlenhydraten und dem Plus an Eiweiß Sticker (eingedruckt): Mit 2-Wochen Diätplan.

Es handelt davon, dass man zunächst mal, um abzunehmen 2 Wochen low carb machen soll. Weil das auf die Dauer aber nicht gesund ist, steigt man danach auf "slow carb" um, also auch Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischem Index. Hier wird zunächst erwähnt, dass Studien gezeigt hätten, dass es bei low carb zu keiner Steigerung des LDL Cholesterin und der Triglyceride gekommen sei und es deshalb kein größeres Risiko gäbe an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.

Macht Sinn weil, siehe oben, auch Fructose zu einem Anstieg von LDL Cholesterin und der Triglyceride führt und wenn man bei low carb den Industriezucker und das Obst reduziert, nimmt man keine Fructose mehr auf. Dann wird aber auch erwähnt, dass man viele Ballaststoffe essen müsse und die sind ja in tierichen Produkten nun mal nicht drin, daher solle man auf jeden Fall viel Gemüse essen.

Für Gemüse wird umso mehr auch geworven, weil die Balaststoffe darin den Magen füllen und somit satt machen.

Dann wird erwähnt, dass es auch wichtig sei viele sekundäre Pflanzenstoffe aufzunehmenen und dazu mindestens "5 am Tag" Portionen Gemüse zu essen. Später dann auch niedrig glycämisches Obst.

Dann heißt es, dass Methionin, eine Aminosäure die viel in tierischen Produkten vorkommt und die es mir immer schwer fällt in ausreichenden Mengen aus Pflanzen zu beziehen, den Homocysteinspiegel im Blut ansteigen läßt, welcher aktuell als weiterer Indikator für Herzerkrankungen und Arteriosklerose gesehen wird. Um das Risiko einzudämmen soll man viel Folsäure essen, welche in tierischen Produkten kaum vorkomme, dafür aber in Gemüse. Also wieder viel Gemüse zum Ausgleich.

Dann solle man Salz niedrig halten (auch viel in Salami etc enthalten).

Und dann kommt der Knaller:

Tierisches mache einen Säureüberschuss im Körper und senke den pH-Wert. Eine pH-Wert-Sekung führe dazu, das den Knochen Kalzium entzogen wird, und dass führe widerum zu Osteoporose. Um das zu ändern solle man viel Vitamin D konsumieren, also Sonne tanken und im Freien sein und Salz reduzieren, denn auch Salz reduziere die Knochensubstanz.

Und dann kommt der unter diesen Aspekten völlig bekloppte Hinweis, dass Kalzium in Milchprodukten stecke. (tja, da sind wir an dem Punkt wo all die veganen Ärzte sagen, dass die Kalziumausscheidung die Aufnahme übertreffe, wenn man Milchprodukte und Fleisch verzehre)

Abschließend zittieren ich noch mal kurz:

"Auch die Herkunft des Proteins spielt eine Rolle. Eine Studie, in der Freiwillige zwar alle die gleiche Menge, aber von verschiedenen Proteinquellen stammendes Kalzium zu sich nahmen, zeigt, dass die Kalziumausscheidung über den Urin nach Sojapreoduktaufnahme um 33 Prozent (50 mg) geringer ist. also nach dem Verzehr von ausschließlich tierischen Produkten."

Sowas steht in einem low carb-Buch!!! Ist das zu fassen?! Jetzt weiß ich, wenigstens, dass es wirklich stimmt... Und dann folgen reichenweise Rezepte mit tierischen Produkten und kaum Gemüse....wie das so ist...

In meinen Augen ist das gespndere immernoch eine fructosearme, vegane high carb-low fat-Ernährung als low carb. Auf die Kohlenhydrate kommt es an und damit muss ich noch experimentieren.

Aber wenn man die Prinzipien von "Slow Carb" auf Rohkost überträgt, landet man ungefähr beim Programm von Gabriel Cousens, Barnard erlaubt noch ein wenig mehr Kohlenhydrate und auch das "Slow Carb"-Buch sagt, dass wenn jemand mehr Sport treibt, er auch mehr Kohlenydrate zu sich nehmen darf und muss.

Und damit lande ich wieder am Anfang des Beitrags von heute. Beides stimmt, je nachdem wie viel Sport man treibt. Und der eine oder andere braucht wohl auch was in der Mitte.

Low carb andereseits, heißt nicht automatisch high fat. Das ist wohl auch ein Fehler, den viele Leute machen. Um die Wahrheit zu sagen: das menschliche Dasein war über Jahrhunderte so beschissen, dass wir an eine Ernährung mit wenig Fett und Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index angepasst sind. Und auch an viel Rohkost. Herzlichen Glückwunsch!

Was mich bei Cousens immer zurückhaltend gemacht hat ist seine Abneigung gegen, ja, z.B. Bananen. Zu hoher glykämischer Index. Sollte man nur selten verzehren, wie auch Trockenfrüchte. Barnard erlaubt sowas, aber bei beiden kommt nicht ein Mal das Wort Fructose vor. Auch bei den Low Carbern wird Fructose nicht erwähnt. Immer nur "Kohlenhydrate" Das ist aber halt nicht alles.

Ich hab die letzen 3 Tage mit grünen Säften gefastet um mich zu dekalibrieren und muss sagen, so leicht war Fasten noch nie. Tja, habe auch noch nie fructosefrei gefastet (Fructose macht hungrig) und jetzt schaue ich mal wo hin die Reise geht.

Alles Liebe,

Silke

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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Zucker und Krebs...

Um Krebstumore zu diagnostizieren, gibt man dem Patienten eine radioaktive Glucoselösung zu trinken mit deren Hilfe man später auf MRT oder CT den Tumor erkennen kann. Das liegt daran, dass Krebszellen Glucose fressen, etwas 16 Mal mehr Glucose als normale, gesund Zellen brauchen. Da dieses diagnostische Mittel standart ist, müsste eigentlich bekannt sein, dass Krebszellen Zucker fressen. Ist es aber irgendwie nicht.

Mein erster Gedanke, als ich über Krebszellen und Glucose nachdachte war: Hm, vielleicht ist Fructose dann ja vielleicht gut wenn man Krebs hat. Dann versaut man sich vielleicht die Leber, aber wenigstens füttert man Krebszellen nicht. Nach ein bisschen Recherche online stellte sich heraus, dass ich da falsch gedacht hatte. Krebszellen fressen noch lieber Frucotse als Glucose, wobei sie grundsätzlich mal jeden Zucker nehmen. Der Grund warum zur Tumordiagnostik aber keine Fructose sondern Glucose verwendet wird ist der, dass der Körper Glucose schneller aufnimmt. Der Arzt kommt schneller zu seinem Ergebnis.

Ich habe gerade 3 Patienten auf Station die sterben. Ziemlich bald. In Wochen, vielleicht Monaten. Zwei der drei mag ich auch sehr gerne und so laufe ich immer wieder über die Flure und mache mir Gedanken darüber wie ich ihnen sagen kann, dass die Dauer ihres Lebens von der Menge Zucker abhängt, die sie verzehren. (Laut diverser andere Studien auch von der Menge Fleisch und natürlich dann auch davon wie viele sekundäre Pflanzenstoffe man dem Körper zuführt. Aber Zucker ist, denke ich, das Hauptfutter.)

Da ich weiß, dass es leichter ist eines Menschen Religion zu verändern als seine Ernährung bin ich sensibilisiert für jeden Hauch von Offenheit, den ein Mensch mir entgegen bringt, mehr zu erfahren. Beim Blutzuckermessen habe ich immer mal wieder Andeutungen gemacht, dass man ja weniger Zucker essen könnte, aber das half nicht. Dazu muss ich sagen 2 der Patienten haben Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Bauchspeicheldrüse ist ja nun auch das Organ was das Insulin produziert, welches den Zucker, also die Glucose in dem Fall, in die Zellen bringt.

Da ist eine ältere Dame, 89 Jahre als mit Pankreaskrebs, die weiß, dass ich mich für alternative Heilmethoden interessiere, mit der ich immer mal wieder über Müsli gesprochen habe, weil sie sich Biomüsli von DM hat mitbringen lassen. Bei ihr haben die Ärzte resigniert und machen gar nichts mehr. Sie schicken sie bald nach Hause zum sterben und sie ist die einzige meiner Patienten, die realisiert hat, dass sie bald stirbt. Und die einzige die offen ist für etwas, das ich erzähle. Sie hatte letztens Besuch von einer Freundin und erzählte dieser, dass ich Medizin studiere und mich für alternative Heilmethoden interessiere und bat mich dann zu erklären, was ich denn machen möchte. Darauf erzählte ich, ich interessiere mich für Essen und Psychosomatik, z.B. interessieren mich so Dinge, wie das Krebszellen hauptsächlich von Zucker leben und von tierischem Eiweiß, aber noch mehr von Zucker. Darauf antwortete sie: "Dann weiß ich woher ich das habe." (Ihre Besucherin holte ihr Notizbuch raus um zu vermerken, dass Zucker und tierisches Eiweiß schlecht bei Krebs sind)

Leider scheint sie nach und nach zu resignieren und den Kopf in den Sand zu stecken, sie entwickelt Symptome, die sie eingentlich gar nicht hat, von denen sie aber gelesen hat im Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie stellt sich darauf ein, dass sie bald stirbt und man nichts machen kann. So eine Einstellung ist hingegen auch tödlich somit habe ich ihr erzählt, dass ich ein Buch von einer Frau gelesen habe, die seit 10 Jahren mit Krebs im Endstadium lebe. Man wisse also nie! (damit war die gute Kris Carr gemeint - schwer empfehlenswert: Crazy Sexy Diet: Eat Your Veggies, Ignite Your Spark, and Live Like You Mean It! und Kämpfen, Leben, Lieben: Wie ich mich gegen den Krebs wehre)

Der andere Patient mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein 56 jähriger Mann, Familienvater, der eigentlich mitten im Leben steht. Der durfte für ein paar Tage gar nichts essen weil man eine Coloskopie machen wollte um rauszufinden ob der Ausgangsort für sein Krebsleiden nicht vielleicht doch der Darm und nicht die Bauchspeicheldrüse ist. Das hätte seine Prognose verbessert. Ist aber nicht so. Er hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und stirbt bald unter Schmerzen. Jetzt darf er wieder essen und bekommt "Wunschkost" quasi, weil er ja sonst nichts vom Leben hat und das bedeutet, dass ihm die Krankenschwestern Bockwurst und Kuchen essen lassen.

Warum???????

Ich habe mich bisher nicht getraut zu fragen...

Ich beobachtete ihn bei einem Gespräch mit dem Stationsarzt und den hat er, das war allerdings bereits vor ein paar Wochen, kurz nach der Diagnose, gefragt ob er irgendwas mit Ernährung machen könnte. Der Arzt sagte, er solle möglichst ballaststoffreich essen. Recht hat er...

Ist klar, Kuchen und Bockwurst ist voll mit Ballaststoffen! *Ironie* - Nein, da sind natürlich gar keine drin. Aber so schnell kann man vergessen...

Gestern war ich bei ihm Blutzucker messen und da erzählte er mir, so im Vorbeigehen, dass er bereits seit 10 Jahren Diabetiker sei. Seit 10 Jahren!!!! Der Körper sagt ihm bereits seit 10 Jahren, dass er zu viel Zucker und Fett isst und er macht einfach weiter damit. Und was macht seine überlastete Bauchspeicheldrüse, die mit der Insulinproduktion nicht mehr hinterher kommt. Sie gibt auf! Sie wirft sich den Krebszellen zum Fraß vor. Und nachdem die arme Bauchspeicheldrüse aufgegeben hat wandert der Krebs weiter. Der Patient hat ihn jetzt auch noch in der Leber und im Darm.

Nach dem Mittagessen verteilen wir immer Kaffee, was auch so ein Krankehausschwachsinn ist, immerhin sollen die Patienten ausruhen und nicht von Koffein hochgeputscht werden. Ich war gestern im Zimmer dieses Krebspatienten bei der Austeilung von Kaffee. Er wollte einen und ich habe gefragt: "Mit Milch und Zucker? Oder vielleicht doch lieber Süßstoff?"

Patient: "Ne, Zucker!"

Ich: "Sind Sie sicher?"

Patient: "Ja"

Ich (fast flehentlich ist es einfach aus mir rausgerutscht nach wochenlangen Klappehalten): "Aber Sie haben Krebs!"

Patient: "Ja, und?"

Ich: "Krebszellen brauchen als Hauptnährstoff Zucker! Je weniger Zucker sie essen, desto länger leben Sie!"

Damit bin ich tatsächlich zu ihm durchgekommen, hatte ich jedenfalls das Gefühl. Ich habe ihm dann Süßstoff und Zucker gebracht und ihm die Wahl gelassen und ihn gebeten mal drüber nachzudenken.

Beste Ernährung bei Krebs meiner Meinung: Hülsenfrüchte, Salat, Gemüse, Nüsse und nicht süße Früchte wie auch Beeren und Grapefruit. Das würde ich machen, wenn ich Krebs hätte. Auch auf alle tierischen Produkte verzichten.

Und der Zusammenhang zwischen Krebs und Zucker (Fructose hauptsächlich) ist zumindest für mich eine Erklärung, warum es durchaus auch Rohköstler mit Krebs gibt. Kuchenrohkost mit ordentlich Agave und Trockenfrüchten füttert nämlich auch Krebs, wenn sie in Übernmaßen genossen werden. Obst und Gemüse an sich schützt aber allein schon vor Krebs, das darf man nicht vergessen. Ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass in "Krebszellen mögen keine Himbeeren" Trockenfrüchte als Krebs vorbeugend erwähnt wurden.

Über den tragischen Tod von Dirk Bach brauchen wir nichte reden, oder? Bei so einem Krörpergwicht muss der Körper vor seiner Zeit aufgeben und das Herz aufhören zu schlagen.

Jeder Dritte bei uns auf Station hat Diabetes, fast jeder den ich messe, ich würde sagen die Hälfte der Patienten hat einen zu hohen Blutdruck, 3 haben Krebs und gaaaaanz viel alte Leute sind dement und haben Osteoporose (trotz Milchkonsum) und sind bei uns, weil sie gestürzt sind. Aber die meisten, die bei uns liegen bekommen eine künstliche Hüfte oder ein künstliches Kniegelenk und sie sind allesamt zu fett.

Ich möchte darauf hinweisen, dass wir eine chirurgische Station sind. Wir haben im Krankenhaus eine Extra-Station für Diabetiker und Herz-Kreislauf-Patienten!!!

Also, hier ein neues Video von der University of California und Dr. Robert Lustig wo vieles widerholt wird was auch schon in "Sugar - The bitter truth" vor kam, wo aber ganz klar dargestellt wird, dass Übergewichtige nicht selber schuld sind an ihrem Essverhalten. Sie haben Stress, die Nahrungsmittel, die sie essen machen süchtig und die Gesellschaft unterbindet dieses Verhalten nicht. Und in diesem Video wird Zucker, für mein Bewusstesein jedenfalls, erstmal auch mit Demenz in Verbindung gebracht. Ob es dabei um Fructose oder Glucose handelt, wird leider nicht gesagt, ich tippe aber auch hier auf die Fructose.

Viel Spaß! Es lohnt sich und es ist auch nicht so biochemisch wie das andere Video, sondern laiengerechter:



Es sind 7 Teile. Wenn ihr alle auf einer Seite haben wollte schaut mal hier: http://www.uctv.tv/skinny-on-obesity/

Alles Liebe,

Silke

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Montag, 1. Oktober 2012

Weg mit der Fructose....

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Eine Woche Praktikum habe ich noch vor mir und dann mache ich 3 Kreuze, wenn es vorbei ist.

Ich habe weiter über Zucker nachgedacht in den letzten Tagen und weiter recherchiert und weiter experimentiert. Ich muss sagen, Dr. Lustig hat es nun endgültig geschafft mich davon zu überzeugen, dass zu viel Fruktose schädlich und giftig ist.

Er sagt in seinem Vortrag "Sugar - The bitter truth", dass wir vor 150 Jahren nur 15 g Fruktose täglich konsumiert haben, heute kommen wir mit Softdrinks und kommerziellen Fruchtsäften auf 70-80 g Fruchtzucker. Dass da im Körper was aus dem Gleichgewicht kommt, ist ziemlich logisch. Glucose hingegen nennt er die Energie des Lebens, alle unsere Zellen benötigen und verwerten Glucose und 80% der aufgenommenen Glucose gehen in die Körperzellen, 20% in die Glykogenspeicher der Leber für Notzeiten.

Fructose hingegen wird über die Leber verstoffwechselt und bei ihrem Abbau entsteht Harnsäure, welche Gicht verursacht sowie Fettsäuren die als Körperfett gespeichert werden und schädliches LDL Cholesterin, welches mit Herzkreislauferkrankungen und Bluthochdruck einhergeht. Außerdem verändert sie die Proteinstruktur der Leber und es lagern sich die gebildeten Fettsäuren auch dort ab. So kommt es zu Leberzirrhose und Fettleber, die man auch von zu viel Alkohol bekommt, denn Fructose wird ebenso verstoffwechselt wie Ethanol.

Schlussendlich heißt das so viel wie: Fruktose verursacht die selben Krankheiten wie tierische Produkte und Alkohol.

Ich habe also recherchiert und entdeckt, dass es zum einen die Fructoseintolleranz gibt, bei einer von 100 000 Personen und die erworbene Fructosemalabsorbtion bei 30-40 von 100 Personen, die man bekommt, wenn man zu viel Frutose verzehrt. Fructose wird ja, wie gesagt, nicht über Insulin in den Körper aufgenommen sondern über einen Transporter namens GLUT 5 und auch im Schlepptau mit Glucose. Beide Mechanismen sind hingenen nicht besonders leistungsstark.

Und dann gibt es noch die Diffusion gegen den Konzentrationgradient was so viel heißt wie, wenn im Körper der Fruktosespiegel fällt, wird welche aufgenommen, sonst nicht. Die Experten gehen davon aus, dass 8-15 g Fructose pro Tag eine gute Menge ist, dass 15-35 g noch keine Probleme machen und dass es ab 35 g zu viel wird. Was dann passiert ist folgendes: Fruktose bleibt im Verdauungstrakt zurück, weil sie nicht aufgenommen werden kann und wird von den Darmbakterien und Pilzen gefressen und verstoffwechselt und dadurch kommt es zu Blähungen und Durchfall. Und das ist genau das was mir passiert, wenn ich unter Stress anfange Trockenfrüchte zu essen, was ich im Krankenhaus und während der Chemieklausur gemacht habe, denn Trockenfrüchte haben folgende Mengen Fruktose:

100 g Rosinen 32 g Fructose
100 g Datteln 25 g Fructose
100 g getrocknete Feigen 23 g

Ich hab das alles gegessen, weil ich davon ausgegangen bin, dass es besser ist Obst zu essen, als Brot oder Süßkram.

Zum Vergleich: 100 g Banane 3 g Fruktose

Was mir schlagartig erklärt, warum ich von Rohkostsüßigkeiten Blähungen bekomme und von Bananen nicht. Und auch warum ich bei 80/10/10 meine Verdauung versaut habe. Das Böse war gar nicht die Candida. Es ist schon so wie Graham sagt: Candida ist gut um den überschüssigen Zucker wegzufressen.

Bei 30 bananas a day kommt man nämlich allerdings auf 90 g Fructose und dann herzlichen Glückwunsch, Candida! Daher rührt der Zusammenhang! Und daher ist es auch grundfalsch einfach nur von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten zu sprechen, denn die haben Untergruppen mit unterschiedlichen Qualitäten!

Die Mediterane Ernährung enthält bis zu 35% Fett und dennoch haben die Menschen am Mittelmeer (oder besser "hatten") weniger Herz-Kreislauf Erkrankungen. Dr. Lustig schiebt das zudem auf den geringen Fructoseverzehr, denn in Pasta ist keine Fructose. Auch die Franzosen lieben ihr Weißbrot heiß und innig und ebenso den Rotwein, daher haben sie trotz eines recht hohen Fleischkonsums weniger Herzerkrankungen. Daher wird Rotwein nachgesagt dass er gesund sei, wegen des Französischen Paradox.

Aber die Amerikaner und naja, eigentlich die ganze westliche Welt, mittlerweile auch die Franzosen und am Mittelmeer ansäßigen Volker und sogar die Japaner, verzehren zum einen rauschende Mengen Zucker in welchem sich jeweils die Hälfte Fructose befindet UND tierische Fette und Alkohol und dadurch machen wir unsere Gesundheit wirklich kaputt. Nicht durch Weißmehl, welches einfach nur schnell aufgenommen wird, den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen läßt, was zur Folge hat, dass man schnell wieder hungrig wird und falls man glutenhaltiges Weißmehl aufnimmt hat man noch den Nebeneffekt, dass man sich ein wenig mit Opiaten zudröhnt und sich somit beruhigt. Mehr nicht. Fruktose ist viel schädlicher und das ist wahrscheinlich die Hauptkatastrophe die Obstrohkost anrichten kann und deshalb tut Dr. Graham auch gut daran sich nicht mit den 30bananas-Leuten in einen Topf werfen zu lassen sondern weiter darauf zu bestehen, dass er auch viel Gemüse und Grünzeug empfiehlt. Das geht schon, das man ca. 10 Bananen isst, nur so als Beispiel, und als Restnahrung Gemüse und Grünzeug und 25 g Nüsse. So, oder so ähnlich sind ja auch seine Ernährungspläne aufgebaut nur hält sich niemand daran, weil alle der Propaganda von 30bananas anheim fallen.

Naja, also was habe ich gemacht: Zunächst mal habe ich mir Reissirup gekauft, ein Süßungsmittel welches absolut keine Fruktose enthält - und wie ich feststellte, auch superlecker ist. Schmeckt sehr mild, so wie Akazienhonig und hat keinen so ätzenden Eigengeschmack wie Yacon-Dicksaft oder Kokosblütennektar, den ich auf der Veggie World das erste mal gekostet habe. Ist nicht meins, ist außerdem auch nicht roh im Gegensatz zu Yacon - aber Yacon ist ja eh derzeit verboten. Es gibt also kein fructosearmes, rohes Süßungsmittel außer Stevia. Reissirup ist auch nicht roh, aber er enthält zudem mehrkettige Zucker nicht nur Glucose und dann auch noch Vitamine und Calzium was kaum ein anderes Süßungsmittel enthält. Zu kaufen gibt es ihn in der Glutenfrei-Abteilung von Bioläden und ich bin völlig eingenommen von diesem Produkt. Was ich noch dringend ausprobieren muss ist diverse Rohkostsüßigkeiten, die ich bisher immer mit Agave oder Honig gemacht habe mal mit Reissirup zu testen und zu schauen ob Blähungen dann ausbleiben. Das wäre mal was!

Was ich auch rausgefunden habe ist, warum Sorbit, der Zuckerausstauschstoff eine Katastrophe ist: Er benutzt zur Verstoffwechselung die selben Wege wie Fructose und besetzt den GLUT 5 Transporter. Fructose bleibt im Körper zurück, wenn Sorbit schneller ist und auch dann kommt es zu Blähungen etc.

Ich esse Sorbit, weil ich Kaugummis kaue, was ich mache, wenn ich nervös bin oder beunruhigt weil ich mir mit Nikotinkaugummis das Rauchen abgewöhnt habe und diese Assoziation in meinem Bewußtsein ist: Kauen = Stressbewältigung. Oder Süß = Stressbewältigung wie Dr. Barnard sagt, dass allein schon vom süßen Geschmack Beruhigungsmittel im Gehirn ausgeschüttet werden.

Also versuche ich mir das abzugewöhnen, gleichzeitig keinen Zucker und keine Trockenfrüchte zu essen, weniger Bananen und siehe da, die Blähungen, die durch den Konsum von Trockenfrüchten wieder entstanden sind werden weniger oder bleiben ganz aus. Der erhöhte Verzehr von Glucose gibt mir im übrigen auch mehr Energie. Ich kann mich besser konzentrieren und brauche weniger Schlaf. Glucose ist nämlich im Gegensatz zu Kaffee kein falscher, vorgaukelnder Energielieferant, ne, es ist die echte, richtige Energie, die der Körper braucht um Leistungsfähig zu sein, sein Treibstoff. Der Körper muss sie aber auch aufnehmen können und das geht am besten, wenn die Zellen nicht zu viel - sagen wir über 35% - Fett bekommen. Diabetes kommt nicht an sich von zu viel Glucose sondern daher, dass die Zellen aufgrund des zu hohen Fettkonsums insulinresistent werden.

Dr. Lustig erzählt von einer Studie die an Medizinstudenten vorgenommen wurde. Diese Studie zeigte, dass Medizinstudenten von Glucose nicht, von Fruktose aber zunehmen. Also bilde ich mir mal ein, dass ich, als Medizinstudent, von Glucose nicht zunehmen kann...oder????;-))))

Also, es gibt immer wieder neues zu entdecken. Da wird man bekloppt!

Nun mal zu den Fructosewerten anderer Lebensmittel:

Alles Gemüse wie Brokkoli, Möhren, Salat, Fenchel, Grünkohl, Gurke, Paprika etc enthält auf 100 g ca. 1 g Frucotse.

100 g Apfel 6 g
100 g Erdbeere 2,3 g
100 g Granatapfel 7,9 g
100 g Grapefruit 2,1 g
100 g Honigmelone 1,3 g
100 g Kiwi 4,3 g
100 g Mandarine 1,3 g
100 g Mango 2,6 g
100 g Orange 2,5 g
100 g Papaya 0,3 g
100 g Pfirsich 1,23 g

Also: Papaya ist die Superfrucht, was Fruktose angeht.

In Tabellen in welchen sowas gelistet wird, wird hingegen der Glucosegehalt des Nahrungsmittels auch immer noch angegeben, weil Glucose die Aufnahme von Fructose erleichtert und man nach Möglichkeit immer mehr Glucose als Fructose aufnehmen soll. Daher kann man Bananen mit ihren 3 g Frucotse auch mit etwas Reissirup zusätzlich essen, was ich ausprobiert habe und was sehr lecker ist. Habe ich früher immer mit Honig gemacht. 1 TL Honig enthält übrigens auch 3 g Fructose, genau so viel wie eine Bananen.... Tja und das liebe Brot enthält eben so gut wie gar keine Fructose und es fällt mir von Tag zu Tag schwerere zu erkennen warum es ein schon schrecklicher, gefährlicher Stoff sein soll. Abgesehen von dem Steinzeitargument oder dem Gluten fällt mir da nicht so richtig was ein. Brot, Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln haben nämlich so gut wie keine Fructose. Und was bitte enthalten sie, dass man sie nicht essen soll???? Dr. Walkers Stärkeargument stimmt ja biochemisch nicht.

Ich halte euch auf dem laufenden.

Alles Liebe,

Silke

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