Sonntag, 29. April 2012

Arschengel und Hormone....

Ich habe gestern das idiotischte Gesetz der Bundesrepublik Deutschland gebrochen und bin dafür bestraft worden und das hat mir völlig und total den Tag versaut! - Und das, obwohl ich es eigentlich besser weiß. Obwohl ich weiß, dass die eigene Stimmung nicht von den äußeren Umständen abhängt, sondern von der eigenen Einstellung zu den äußeren Umständen.

Ich war mit dem Fahrrad auf dem Weg zu Arbeit und die Polizei hat mich angehalten, weil ich während der Fahrt auf das Handy geschaut habe. Ich wollte wissen wie spät es ist und ob ich pünktlich komme. Dummerweise ist es verboten auf sein Handy zu schauen. Auf seine Armbanduhr zu schauen ist nicht verboten.

Der Grund dahinter ist folgender: Es ist der Polizei nicht möglich nachzuweisen warum man sein Handy in die Hand genommen hat. Ob man eine SMS schreiben oder beantworten wollte oder ob man eine Nummer gewählt hat und telefonieren wollte. Und weil es nicht möglich ist es zu beweisen haben die folgendes Gesetz in Kraft gesetzt: Die Aufnahme des Handys während der Fahr ist verboten.

Das wusste ich nicht!

Ich habe in einer Zeit Fahrrad fahren gelernt, als es reichte zu wissen, dass man bei rot nicht fahren darf, dass man links und rechts gucken muss und dass man rechts statt links fahren soll.

Schlussendlich hat mich noch nichtmal das Gesetz so aufgeregt, obwohl es völlig idiotisch ist, dass man bei 20km/h nicht auf sein Handy schauen darf, sich aber bei 130 km/h auf der Autobahn eine Zigarette anstecken darf. Aufgeregt hat mich der Tonfall und die Art der Polizei. Ich finde sie nämlich immer wieder zum kotzen!

Sie haben mich von hinten überholt gesagt ich solle anhalten, habe ich natürlich gemacht, und dann sagten sie: „Geben Sie mir den Personalausweis, dann sagen wir ihnen auch, was sie falsch gemacht haben.“ -....- Wie ich es gerne hätte wäre so: „ Entschuldigung, sie haben da eben auf ihr Handy geschaut. Wissen sie nicht, dass das verboten ist. Nein? Nun, jetzt wissen sie’s. So was kann den Straßenverkehr gefährden. Machen sie es bitte nicht wieder sonst kostet es 25 € Strafe.“ Aber nein, Polizei verhält sich immer als sei man 5 Jahre als sei und sie einen erziehen müssten und ich habe wirklich und total ein Problem mit Autoritäten. Autoritäten deren Kompetenz ich bezweifle und deren Regeln in meinen Augen keinen Sinn machen.

Und natürlich weiß ich, dass die Polizei in diesem Fall und in jedem anderen Fall meine „Arschengel“ sind und ich dadurch irgendwas lernen sollte – aber ich kann sie wirklich auf den Tod nicht ausstehen.

Ich fahre viel Fahrrad und ich habe wahrscheinlich auch schon alles falsch gemacht was man falsch machen kann und jedesmal haben sie mich behandelt wie Scheiße und mittlerweile bin ich da reichlich empfindlich. Ich würde ihnen ja aus dem Weg gehen, aber sie drängen sich mir immer auf.

Naja, dieses Gesetz ist jedenfalls reichlich irrational und wahrscheinlich will die Stadt auch nur Geld. 25 € wollten sie von mir, die ich ihnen natürlich nicht geben konnte, weil Ende des Monats ist…

Gelernt habe ich dennoch was….

Seit ich im 2. Semster bin wurde mir bereits 3 Mal beigebracht, dass 5 Mal so viele Leute an Krankheiten sterben, die sie sich immer Krankenhaus eingefangen haben als im Straßenverkehr!!!! 4000 Tote im Straßenverkehr pro Jahr und ca. 20 000 Tote durch Krankheiten, die man sich im Krankenhaus geholt hat. Schuld daran ist mangelnde Hygiene. Es wird nicht genug darauf geachtet, dass man wirklich vor und nach jedem Kontakt mit Patienten oder seiner Umgebung die Hände desinfiziert und hauptsächlich wird es, wie ich diese Woche in Individualhygiene gelernt habe, von Oberärzten nicht beachtet. Die Pflege ist da ziemlich gut drin.

Wenn die Polizei also wirklich Leben retten will, dann sollten sie vielleicht nicht Fahrradfahrer anhalten, die auf ihr Handy schauen, sondern sie sollten Oberärzten beim Händedesinfizieren auf die Finger schauen und wenn das nicht einwandfrei gemacht wird dort 25 € kassieren. Oberärzten tut das Geld auch nicht so weh wie mir. Daran erkennt man wieder in was für einer verrückten Welt wir leben.

Ah, aber sonst war die Woche toll. Psychoonkologie stand auf dem Programm und Anämie. Und jetzt ist mir auch klar geworden, warum Ärzte weder Ahnung von Psychosomatik haben noch von Eisenmangel. Sie schwänzen die Vorlesung dazu, weil sie der Meinung sind, es gäbe wichtigere Dinge zu lernen. 4/5 aller Studenten waren nicht da.

Psychoonkolgie war supercool, denn es ging um die Entstehung von Krebs durch negative Gefühle. Louise L. Hay sagt immer, dass die psychosomatische Ursache für Krebs Groll sei. Schlussendlich kommt das wahrscheinlich auf das selber heraus. Stesshormone, Adrenalin und Noradrenalin, sind tatsächlich in zu hoher Dosis krebserregend. Genauso wie Zigarettenrauch und sonstige Karzinogene. Es gibt Studien darüber, dass z.B. 5-6 Jahre nach dem Balkankrieg ein weit höheres Krebsaufkommen in der kroatischen Bevölkerung bestand als jemals davor oder als momentan.

Ich hab nachgefragt, ob Sport tatsächlich Stresshormone effektiv abbaue oder ob es sich nur so anfühle und der Professor ist fast in die Luft gesprungen vor Freude aufgrund dieser tollen Frage: „Ja, ja, das ist wirklich so!“ sagte er voller Begeisterung. „Das funktioniert sogar noch in der Paliativmedizin“ (also bei Patienten, die bereits im Sterben liegen denen nicht mehr zu helfen ist) „Wir haben Studien gemacht mit Paliativpatienten von denen einige zu sportlicher Betätigung angeregt wurden und andere nicht. Die mit der sportlichen Betätigung haben weitaus länger gelebt.“

Am Tag drauf ging es dann konkret um Psychosomatik oder um somatoforme Störungen oder was für Abstufungen es da auch immer noch geben mag, zwischen organisch und psychisch bedingt. Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Zum einen haben 4/5 der Studenten die Vorlesung geschwänzt, zum anderen gibt es nach dem 2. Semster wohl auch keine Fächer mehr, die sich mit Psychologie beschäftigen. Leider, leider…

Ach ja, und dann gab‘s da noch Anämie, also Blutarmut, wenigstens mal eine Krankheit die ich schon mal hatte!:-) Die häufigste Form der Anämie in Deutschland ist die Eisenmangelanämie. „Kriegen strenge Vegetarier häufig“ – Gemeint damit sind Veganer. Das liegt aber schlicht und ergreifend daran, dass sie Tierschutzveganer sind und nicht etwa Gesundheitsveganer. Es ist nicht sonderlich schwer Eisen auch mit veganer Nahrung aufzunehmen, aber es wird eine ziemliche Herausforderung, wenn man das mit Rohkost zu erreichen versucht, denn dann muss man reichlich Grünzeug zu sich nehmen. Die üblichen 500 g pro Tag. Mit Getreide und Hülsenfrüchten ist das weniger problematisch.

Und dann wollte ich noch das Video von Melanie Maria mit euch teilen. Es hat mich in vielerlei Hinsicht bewegt und verstört, denn die schwere Operation, der sie sich unterziehen musste war tatsächlich eine Krebs-OP. Sie hatte Zungenkrebs, den man normalerweise nur bekommt, wenn man im fortgeschrittenen Alter ist und sein Leben lang geraucht und getrunken hat. Sie erzählt wie sie es zunächst mit Naturheilmethonden verusucht hat und mit positivem Denken, mit Yoga und last but not least mit Rohkost. Schließlich ist sie ja auch noch Heilpraktikerin. Das macht mich zum einen dankbar, dass sich mir die Tür der Schulmedizin geöffnet hat und zum anderen entsetzt es mich, dass so ein Krebs so verdammt unberechenbar sein kann!



Vielleicht hat sich der ein oder andere gefragt, wie meine eigene Ernährung gerade aussieht. Ich habe vor 3 Wochen bei dem Theaterstück 3 Packungen Haferflocken geschenkt bekommen. Sie waren Teil der Requisite und hätte ich sie nicht genommen, wären sie im Müll gelandet. Also gab es jetzt jeden Tag statt Porridge Haferflocken, die natürlich nicht 100% roh sind sondern bei 70-80 Grad gedämpft wurden und dadurch hat sich mein Rohkostanteil vermindert. Ich spüre allerdings nichts davon, daher hat es wohl auch keine große Relevanz. Und Haferflocken sind zudem so superbillig und ebenso wie Hirse voll von Silicium und auch mit Eisen!!! Gutes Nahrungsmittel also, trotz der Dämpfung!

Brokkoli gibt es zu selten. Salat gibt es auch zu selten. Ich versuche zu sparen wo es geht. Ich weiß, dass ich nährstofftechnisch unterversorgt bin, aber ich hatte nicht die Zeit mich intensiver damit zu befassen. Tage die von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr abends gehen, sind da eine ganz schöne Herausforderung. Ich habe gelegentlich Brot gegessen, Vollkornbrot und auch Hirse, Linsen, Quinoa und solche Sachen. In der Mensa werde ich nach wie vor nicht satt und wenn ich sie zu oft besuche kriege ich Pickel.

Ach, aber die tollsten beiden Dinge der Woche habe ich ja noch gar nicht erzählt…

Zunächst mal habe ich Blutabnehmen gelernt, was supergeil war und bei mir voll den Adrenalinkick ausgelöst hat. In einen Menschen reinstechen und sein Blut rausholen. Ein Kommilitone hat sich dafür zur Verfügung gestellt und ich bin sehr dankbar dafür. Man möchte ja nicht am Patienten üben.

Das andere war: Ich habe dem Kompetenzfeldleiter von „Diabetes“ eine Mail geschrieben mit der Idee für mein wissenschafltiches Projekt, was ich bis zum 4. Semster machen muss. Das wissenschaftliche Projekt kann eine Grundlage für eine spätere Doktorarbeit sein und mich interessiert am meisten was ich von Cousens und Barnard über Diabetes gelesen habe. Ich war ein bisschen ängstlich, da der Kompetenzfeldleiter für „Diabetes“ Pharmakologe ist, also Spezialist für Medikamente. Und dann komme ich daher und frage ob ich ein wissenschaftliches Projekt über die Heilung von Diabetes nur durch Ernährungsumstellung machen könnte. – Im Laufe der Woche bekam ich Antwort von ihm: Normalerweise würde er nur wissenschafltiche Projekte aus seinem eigenen Forschungsbereich verteilen, meine Idee klinge allerdings sehr interessant, daher solle ich mich telefonisch bei ihm melden um einen Termin zu vereinbaren.

Jetzt darf ich mich für die Uni mit Gabriel Cousens und Neal Barnard beschäftigen! So geil! Habe mich super gefreut darüber. War ne tolle Woche, angesehen von gestern. Aber alles wo man seine Aufmerksamkeit drauf richtet vermehrt sich, daher entscheide ich mich jetzt zu vergessen, dass es die Polizei gibt und schaue nie wieder während der Fahrt auf mein Handy.

Alles Liebe,

Silke

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Sonntag, 22. April 2012

Erkenntnisse der Woche...

Mir geht’s fantastisch! Ich hab mir definitiv den richtigen Studiengang ausgesucht und obwohl es wahnsinnig viel zu tun gibt, macht es auch Spaß, was häufig im ersten Semster nicht so war. Und dann kommt diese Woche meine Tutorin, die im 10. Semster ist, tatsächlich noch auf die Idee zu sagen, dass es richtig toll erst im 3. Semster wird, wenn Anatomie kommt und es dran geht im Präp-Saal Menschen zu zerschnibbeln. So richtig kann ich mir das noch nicht vorstellen, denn eine gewisse Scheu habe ich immer noch, wenn es um den Präp-Saal und um Leichen geht, aber ich merke, es wird weniger.

Diese Woche war meine Aufgabe mir einen Kittel, einen Arztkittel, zu kaufen, weil wir – ja im Präp-Saal – eine Gehirndemonstration hatten. Man darf den Präp-Saal nur mit Kittel betreten und daher musste ich mir einen kaufen, obwohl ich dafür diesen Monat eigentlich noch kein Geld ausgeben wollte. Irgendwann muss ich es aber eh machen. Im Präpsaal wurde uns an echten Gehirnen gezeigt wie die aussehen, wenn man sie in Scheiben schneidet. Ob das wirklich notwendig war, weiß ich nicht, denn es gibt auch sehr gute Fotoatlanten darüber und ehrlich gesagt sind die schon nichts für zarte Gemüter.

Im Präp-Saal habe ich dann auch das Gerücht gehört, dass jeder Medizinstudent während seines Studiums wohl mindestens 1 Mal das Bewusstsein verliert. Die Kommilitonin, die mir das erzählte, geht davon aus, dass es bei ihr wohl nächstes Semster so weit sei. Aber eigentlich war die Gehirnaufschneidung nicht unbedingt das Spannendste.

Ich habe gelernt, dass es 3 unterschiedliche Arten von Knochenaufbau gibt. Den beim Fötus, den im Wachstum und den beim erwachsenen Menschen. Hauptsächlich interessant war für mich der beim Erwachsenen, aber was beim Baby spannend ist, oder überhaupt im Wachstum, ist dass der Knochen nur dann wächst, wenn auch die Organe wachsen und er wächst so lange bis der Mensch aus der Pubertät raus ist. Laut Prof. ist das bei Männern mit 25, bei Frauen mit 21. Sprich, ein Großteil meiner Kommilitonen ist noch in der Pubertät! Ihr Knochenwachstum noch nicht komplett abgeschlossen.;-) Bis dahin besteht ein Teil ihrer Gelenkknochen noch aus Knorpel. Wenn man dann aber ausgewachsen ist, erneuert sich der Knochen indem Osteoklasten einen alten Teil Knochen wegfressen und Osteoblasten einen neuen Teil Knochen bauen. Und das „neuen Knochen bauen“ dauert Monate!!!

Nach Brüchen oder Frakturen bastelt der Körper erst mal einen provisorischen Knochen, der vorerst hält und dann auf oben genanntem Wege über Monate in richtigen Knochen umgebaut wird. Der Knochen wird aber auch, da haben die alternativen Ernährungsbücher recht, als schnelle Mineralstoff- und Kalziumquelle herangezogen. Sinkt der Kalziumspiegel im Blut, stellen die Knochen Kalzium zu Verfügung und so kriegt man dann, wenn man dauerhaft nicht genug Kalzium isst, Osteoporose. Wobei ich auch diesmal nicht Milchkalzium meine. Magersüchtige kriegen z.B. Osteoporose, wie ich auch diese Woche erfahren habe, weil sie zu wenig Kalzium essen, aber dazu später nochmal.

Nun, es dauert Monate bis sich Knochen regeneriert hat. Falls sich Zähne und Zahnschmelz regenerieren können, und darauf wollte ich hinaus, muss man auch da Monate einplanen. Das geht nicht binne Wochen oder von jetzt auf gleich und schon gar nicht geht es ohne Kalzium und Mineralstoffe.

Aber auch für die Muskelbewegung ist Kalzium wichtig. Auch das wusste ich nicht und habe es erst diese Woche erfahren, weil wir auch das Muskelgewebe durchgenommen haben und jetzt denke ich, dass mein Kraftverlust bei Obstrohkost nicht nur mit zu wenig Eiweiß, sondern auch mit zu wenig Kalzium zusammengehangen hat. Bei Gourmetrohkost hatte ich das Problem nämlich nicht, was hauptsächlich daran lag, dass ich reichlich Mandeln gegessen habe, die eine ziemlich gute Kalziumquelle sind, aber dafür leider auch wieder sehr fettig. Brokkoli ist da viel besser, aber ich glaube auch Tofu und Sojamilch machen evtl. Sinn. Da bin ich mir aber noch nicht so ganz sicher…

Und ich habe erfahren, dass wohl auch in Medizinlehrbüchern, genauso wie bei Rohkostbüchern, der eine Autor vom anderen abschreibt. Der Prof. hat sich tierisch darüber aufgeregt, dass manch einer vom anderen Dinge abschriebe, die so nicht stimmen. Das kann ich nicht beurteilen, aber ich weiß was er meint. Die ganze Wahrheit wird man wohl nie in Erfahrung bringen können. Leider.

Ach so, und dann musste ich mir ein paar Gedanken zu Magersucht machen, die ich als Referatsthema habe, aber eigentlich muss ich gar kein Referat halten, sondern nur eine Magersüchtige spielen. Wir müssen dauernd Spielszenen vorbereiten in denen einer den Arzt und der andere den Patienten spielt und weil ich Schauspielerin bin wurde ich gefragt, ob ich spielen möchte und die Rolle des Kranken ist immer spannender.

Dummerweise verstehe ich Magersüchtige überhaupt nicht!

Ich habe mir ganz viele Videos angesehen und versucht rauszufinden wie die ticken, aber es erschließt sich mir nicht. Einerseits ist es Masochismus, was sie antreibt nichts zu essen, Selbsthass und der unbewusste Wunsch, sich selber quasi „zu verdauen“ andererseits üben sie damit auch Macht über andere Menschen aus, und kriegen einen Kick dadurch. Was ich aber nicht begreife ist, wie jemand, der erkannt hat, dass er krank ist und da raus will, es nicht schafft all diese Gefühle zu rationalisieren und warum man, wenn man doch zunehmen will, nicht einfach isst. Halt einfach bis zu dem Punkt, bis man das Gewicht erreicht hat, was man als optimal ansieht. Sehr viele Erkrankte sterben tatsächlich an Magersucht und es ist nicht NUR das Bild in den Medien nach denen man wie ein Topmodel aussehen muss um in eine Magersucht rein zu rutschen. Ich, als jemand der so einen Hochgenuss bei Essen empfinden kann, kann dass überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich habe dann aber auch erfahren, dass es im Internet eine Anorexie-Szene gibt, die sich Pro-Ana nennt und sich gegenseitig motiviert immer noch dünner zu werden durch Fotos, die sie Posten, Regeln die sie aufstellen und Mantras die sie predigen bis hin zu Gebeten. Diese Szene mit ihrer ungeheuren Selbstdisziplin wirkt auf viele junge Mädchen, die beim googeln darauf stoßen wohl regelrecht betörend und faszinierend. Und da konnte ich mich dann tatsächlich wieder finden. So ging mir das auch immer, wenn ich irgendwo von einem Rohköstler lese, der eine weitaus radikalerer Ernährung wählt, als ich es jemals gemacht habe. 80/10/10 zum Beispiel oder auch Mono. Es ist so radikal, so weit weg von der Gesellschaft, so anders und wenn jemand dabei auch noch schwärmt und euphorisch wird und sagt so geil habe er sich noch nie gefühlt, er schlafe nur 4 Stunden, mache 8 Stunden Sport jeden Tag und sich dann auch noch eins fühlt mit dem Universum (das habe ich mir jetzt alles aus den Fingern gesogen, tatsächlich hat nie jemand das behauptet, aber ich hoffe das Prinzip wird klar) dann ist das faszinierend.

Und das passiert bei den Pro-Anas auch irgendwie. Es ist so krass, so radikal, so existenziell. Ich gestehe, dass mich das Marathonlaufen auch interessiert, weil es so radikal ist, so extrem. Auch 100% Rohkost wird immer in einem ähnlichen Kontext eingebettet und nicht umsonst gibt es so viele Rohkost-„Gurus“- Die Rohkostszene rutscht immer mal wieder in was Sektirisches ab. Da werden dann Ernährungsratschläge aus der Bibel gegeben und Fastenperioden immer weiter verlängert oder man versucht immer noch "reiner" zu werden. Das alles macht mich sehr, sehr stutzig.

Und dann stellte Stefan Hiene Ende der Woche einen Link bei Facebook ein aus Melanie Maria’s Newsletter, zu dessen Niederschrift er sie bewogen hatte. Melanie Maria hatte sich vor ein paar Monaten aus privaten Gründen aus der Rohkostszene zurückgezogen und ihre Termine abgesagt. Einen Grund dafür hat sich nicht genannt und jetzt schrieb sie darüber, dass sie sich einer schlimmen OP unterziehen musste und welche Erfahrung sie im Krankenhaus gemacht hat, und dass es kein ewiges Bekriegen zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin geben dürfe, sondern alles Hand in Hand gehen muss. Aber lest selbst: Melanie Marias Newsletter

Und last but not least: Wir hatten diese Woche auch HIV (nächste Woche kommt Anämie, da bin ich besonders gespannt drauf) und es wurde auch da erwähnt, und ich habe es mir extra rausgeschrieben: Bei HIV ist eine gesunder Ernährung besonders wichtig.:-) Klar, ist ja auch das Immunsystem angegriffen und gesunde Ernährung ist immer gut für das Immunsystem!

Alles Liebe,

Silke

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Samstag, 14. April 2012

Knochen und Zähne....

Ich habe doch den richtigen Studiengang gewählt. Letztes Semster hatte ich da echt ein wenig dran gezweifelt, aus dem einfachen Grund, weil es für meinen Geschmack zu viele Tage gab, die mir überhaupt keinen Spaß gemacht haben. Ich habe wirklich, wirklich überhaupt gar kein Interesse an Physik. Es ist einfach so, und egal wie sehr ich mich um Interesse bemühe, es funktioniert nicht. Sich den ganzen Tag mit etwas beschäftigen zu müssen, was einen nicht interessiert ist natürlich auch überaus ungesund.

Chemie ist da ein bisschen anderes, da habe ich ein bisschen Interesse dran, aber eigentlich nur an aller Chemie, die im menschlichen Körper abläuft und nicht solche, die z.B. im Weltall abläuft. Dummerweise kam Biochemie im ersten Semester auch noch nicht vor. Das kommt erst im 4. Ich habe also auch in Chemie sehr gekämpft.

Und jetzt ist schlagartig alles anderes! Plötzlich ist alles interessant. Ok, nicht immer alles, aber soooo viiiiiel mehr!

Ich habe doch tatsächlich gelernt, dass das Beste, was man bei einem Bandscheibenvorfall tun kann ist: Nichts zu machen! – Außer ein bisschen Rückenstärkung.

Ich hatte bisher keine Ahnung von Bandscheibenvorfällen und ich kenne auch nur 2 Leute die mir davon erzählt haben, dass sie einen hatten. Beide in meinem Alter oder etwas jünger.

Da tritt also der sogenannte Nucleus Pulposus aus der Wirbelsäule aus und drück auf einen Spinalnerv. Daher die Schmerzen. Operativ verfährt man dann so, dass der Rücken aufgeschnitten wird, man den Nucleus Pulposus vom Spinalnerv runter kratzt und den Rücken wieder zunäht. Man kann sich aber, so der Professor, genauso gut darauf verlassen, dass die Makrophagen den ausgetretenen Nucleus Pulposus wegfressen und so von innen abtragen. Man müsse dazu nicht 15 Muskel operativ durchtrennen! Einziger Hacken an der Sache ist natürlich, dass der Patient immer noch Schmerzen hat, so lange der Nucleus Pulposus noch nicht wegefressen worden ist und deshalb wird wahrscheinlich lieber operiert.

Ich frage mich immer mehr, ob die Schulmedizin nicht vielleicht einfach diese Möglichkeiten liefert, weil das Volk sie verlangt! Die Mediziner, die ich so kennenlerne, sind nämlich durch die Bank weg alle sehr idealistisch veranlagt und überhaupt nicht die Dollarzeichen-in-den-Augen-Verbrecher, als die die Ökoszene sie immer darstellt. Wie gesagt frage ich mich, ob das Hauptproblem nicht vielleicht in der unaufgeklärten Bevölkerung steckt und nicht in der Schulmedizin selbst. Schlussendlich ist es ähnlich wie mit der Lebensmittelindustrie: Die Leute wollen doch die Industrienahrung. Sie wollen doch glauben, dass raffinierte Zucker und rotes Fleisch ihnen nichts anhaben kann.

Ich habe auch gelernt, dass alle fettlöslichen Giftstoffe sich im Fettgewebe ablagern und dass man deshalb eine Fastenkur nur unter ärztlicher Aufsicht machen soll. Der Arzt kann dabei die Leberwerte begutachten und wenn sie zu hoch werden eingreifen oder die Fastenkur entschärfen. Das gilt wahrscheinlich nicht für Rohköstler, denn die haben meist nicht so viele Giftstoffe im Gewebe wie Leute die z.B. lange krank waren und lange Medikamente nehmen mussten. Je mehr Körperfett jemand hat, desto mehr Giftstoffe hat er auch immer Körper eingelagert.

Gleichzeitig habe ich gelernt, dass man niemals so viel abnehmen soll, dass das Baufett abgebaut werden muss um Energie zu liefern. Baufett regeneriert sich so gut wie gar nicht. Das ist bedeutsam für Magersüchtige oder Bulimiker, aber ich denke es gibt auch den einen oder anderen Rohköstler, der um immer noch reiner zu werde, immer noch mehr fastet ohne Rücksicht auf sein Baufett zu nehmen.

Und dann ging es auch noch um die Regeneration von Knochen und warum es für die Gesundheit der Knorpel so wichtig, dass man Sport treibt. Knorpel wird nämlich nicht durchblutet, weil er über keine Blutgefäße verfügt, anders als Knochen. Knorpel ernährt sich durch Diffusion indem er zusammengepresst wird, Wasser aus ihm austritt und sobald er wieder freigegeben wird, Wasser in ihn zurückfließt, was dann Nährstoffe mit sich bringt. Wenn man sich natürlich eh nährstofffrei, oder mit zu wenig Nährstoffen ernährt, bringt auch das nichts!

Knochen ist da anders, Knochen regeneriert sich permanent immer selbst, genauso wie Haut und Gewebe. Ist total lebendig! Das fand ich alles super und habe mich die ganze Vorlesung hindurch gefragt, ob alles was für die Knochen gesagt wurde, auch für die Zähne gilt. Diese Frage wurde aber nicht beantwortet. Also bin ich nach der Vorlesung zum Professor um persönlich zu fragen, ob alles was für Knochen gilt auch für Zähne gilt, oder ob da noch spezielle Dinge zu beachten sein.

Der Professor fragte mich zunächst mal ob ich Zahnmediziner sei und deshalb fragen würde. Ich erklärte ihm, dass dem nicht so sei, sondern ich eine oder besser 2 empfindliche Stellen an 2  unteren Backenzähnen habe und ich permanent auf widersprüchliche Aussagen stoße, ob sich Zahnschmelz regenerieren können. Er sagte mir sofort, dass sich Zahnschmelz NICHT regenerieren könne und dass Zähne ein klein wenig anders seien als Knochen. Klar Kieferknochen und Verankerung der Zähne ist alles noch Knochen, funktioniert auch genau wie Knochen, aber Zahnschmelz eben nicht. Und irgendwo dazwischen gibt es so eine Art Übergangszone. Wenn der Zahnschmelz also weg ist, ist er weg. So offizielle schulmedizinische Aussagen von meiner Zahnärztin und diesem deutschlandweit mit-führenden Anatom.

Da fällt mir aber wieder das mit der Leberzirrhose ein, dass die Schulmedizin noch bis vor ca. 10 Jahren geglaubt hat, dass die nicht reversibel sei, mittlerweile aber als reversibel gilt, aber immer noch davon ausgegangen wird, dass die meisten Patienten nicht gewillt sind ihr Leben so weit umzustellen, dass die Leber sich auch tatsächlich regeneriert. Vielleicht funktioniert eine Regeneration des Zahnschmelz deshalb nicht, weil bisher nur versucht wurde ihn mit Milchprodukten und Kalktabletten zu regenerieren. Milchprodukte übersäuern allerdings und zum Ausgleich dafür werden Mineralien aus den Knochen gezogen. Kalktabletten soll der Körper nicht aufnehmen können.

Und dann gibt es da ja das Flour, oder besser Flourid, was zu Härtung das Zahnschmelz verwendet wird. In der Chemievorlesung habe ich gelernt, dass Fluor hochgiftig ist. Meinen Chemienachhilfelehrer, der gerade an seiner Doktorarbeit schreibt, habe ich dazu befragt, wie das aussieht mit der Hochgiftigkeit von Fluor und der Zahncreme und der sagte mir, er könne das im Endeffekt auch nicht einschätzen. Klar, Fluor sei hochgiftig, aber in so kleinen Dosen wie in Zahnpasta könne es auch nicht viel ausrichten. Man soll es ja auch nicht essen, oder schlucken, sondern es nur auf den Zahn auftragen. Quecksilber ist ja ebenfalls hochgiftig und das hat man, wenn man Amalganplomben hat, jahrelang im Mund, was weitaus schlimmer ist als mal ein bisschen Fluor.

Ich kann mich dennoch nicht wirklich zu Fluor durchringen, wenn auch Maiglöckchen ebenfalls hochgiftig sind aber als herzstärkendes Mittel Digitalis verschreiben werden. Vielleicht hat Paracelsus recht mit seiner Aussage „Die Dosis macht das Gift“

Meine Zähne jedenfalls waren völlig in Ordnung, bevor ich 80/10/10 ausprobiert habe und daher hier nochmal die Warnung: Es kann sein, dass wenn man es nicht richtig macht und minderwertiges Obst kauft, womit ich alles meine was hier in Supermärken und Bioläden verkauft wird, kann man seinen Körper, seinen Zahnschmelz dauerhaft, irreversibel schädigen.

Ich las kürzlich bei einer 80/10/10erin die bloggt, dass sie immer unter starken Schmerzen ihre Datteln gegessen hat. Abgesehen davon, dass Grahams Maxime „fresh, ripe, raw, organic“ ist, rät er auch von Trockenfrüchten ab. Der Clou ist hier „ripe“. Besorgt euch reifes Obst von Orkos oder Passion4Fruit, aber nicht das von Aldi.

Bitte!!!!

Das von Aldi kann man immer mal wieder essen, aber nicht bei 80/10/10. Das ist zu viel für den Körper bzw. die Zähne!

Also, ich werde kein Fluor nehmen. Aber alles, worauf meine Zähne empfindlich reagieren, werde ich auch nicht essen. Will ich auch gar nicht essen. Mittlerweile habe ich eine Aversion gegen saure Früchte entwickelt. Unterdessen habe ich auch rausgefunden, dass der gefrorene Brokkoli von Aldi geschmacklich der allerbeste ist. Und billiger als der von Rewe ist er zudem.

Das war’s von meiner Seite für heute. Ich würde so gern öfter bloggen, weil ich wirklich jeden Tag was neues, spannendes lerne, aber es ist zeitlich nicht drin.

Alles Liebe,

Silke

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Sonntag, 8. April 2012

Das 2. Semster...

Diese Woche ging die Uni wieder los und es sieht doch glatt so aus, als würde ich dieses Semster auch was lernen, was mich interessiert und nicht so Sachen wie: Berechnen Sie mit welcher Kraft ein Auto gegen die Wand fährt.

Das erste Semster was echt hart mit fast ausschließlich Physik, Chemie und Bio und dann noch ein bisschen Diabetes, Hepatitis, Strahlung und Krebsentstehung, abgesehen vom Pauken von 1000 Vokabeln auf Latein, wo man noch nicht mal weiß was das deutsche Wort bedeutet. Egal, es ist vorbei und ich bin heilfroh, dass ich es hinter mich gebracht habe.

Dieses Semester gibt es hauptsächlich Histologie, Neuroanatomie, Medizinische Psycholoie und Medizinische Soziologie. Auch das ist nicht ganz ohne Herausforderungen. Aber ich habe in der ersten Woche schon mehr gelernt, was mich interessiert, als im ganzen ersten Semster.

Hauptsächlich haben wir Histologie und sitzen in riesigen Mikroskopiersälen und gucken uns Zellgewebe an. Dazu gibt es ein paar Vorlesungen. Alles bei einem Professor, den ich ganz und gar nicht einschätzen kann. Er ist sehr streng, behauptet von sich cholerisch zu sein, legt gleichzeitig eine gaaaanz große Show hin, weigert sich über ein Mikro zu sprechen, damit wir auch alle ruhig sind und uns bemühen müssen ihn anzuhören und ganz oben drauf, finde ich seine Darstellung dann auch noch witzig. Er hat nämlich auch noch was von einem Stand-Up Comedien.

Dabei wirft er immer wieder hochinteressante Dinge ein, die eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun haben, die ich aber schon immer mal wissen wollte. So erzählte er uns, dass das Darmepithel aus 300 g Zellen bestünde, welche eine Lebensdauer von 3 Tagen haben, so dass man täglich 100 g ausschließlich Darmepithelzellen ausscheidet. Daher hat auch ein Fastender immer noch Stuhlgang, selbst wenn er wasserfastet. Er erzählte von seiner Erfahrung mit Null-Diät-Patienten in Kliniken, die nach 4-5 Tagen Fasten Angst gehabt hätten, dass sie sich selbst verdauen würden und dass daher der Stuhlgang käme.

Außerdem erzählte er Ansatzweise was passiert, wenn man Diät machen will und z.B. auf alle Kohlenhydrate verzichtet, warum es dann nach 2-3 Wochen dazu kommt dass man außer Rand und Band einen Bäckerladen stürmt. Es habe rein gar nichts mit der mangelnden Disziplin zu tun, sondern damit, dass der Körper nach etwas 2-3 Wochen realisiert, dass es sich dabei offensichtlich um eine dauerhafte Situation handele und er sich entschließe was Radikales dagegen zu tun. Hängt alles mit den jeweiligen Rezeptoren für die Substanz und der Regulation zusammen. Ins Detail ist er leider nicht gegangen. Nach 2-3 Wochen Mangel entschließt sich der Körper jedenfalls den Verstand zu dominieren und einen Bäckerladen aufzusuchen und man kann sich nicht mehr zurückhalten, wenn es zu gut riecht.

Dummerweise passiert das nicht nur bei Mangelzuständen sondern auch, wenn man sich eine Droge versucht abzugewöhnen. Auch da ist die Rückfallgefahr nach 2-3 Wochen besonders hoch. Das habe ich beim Rauchen immer wieder erlebt.

Dabei fiel mir ein, dass während ich 80/10/10 gemacht habe, oder besser, es versucht habe, ich im Supermarkt die Schokolade in der Süßigkeitenabteilung sogar durch die Verpackung hindurch riechen konnte. Nie habe ich Gerüche von Essen so intensiv wahrnehmen können wie zu der Zeit. Der Körper war noch nie so dominant wie damals...

Nebenbei erzählte er dann auch noch, dass eine salzfreie Diät Blödsinn sei, außer man hat Bluthochdruck, denn es sei eine gute Eigenschaft, dass Salz Wasser im Körper binde. Schütz vor Dehydrierung. Natürlich ist das Gewebe dann mit mehr Wasser angefüllt als es ohne Salz ist, das hätte aber keinerlei Nachteile. Außer für bluthochdruck Patienten.

Und damit bin ich bei Medizinische Soziologie angelangt. Das ist schockierend!

In der Vorlesung geht es im moralische Fragen, um das Gesundheitssystem, darüber wie bestimmt wird was eine Krankheit ist und was nicht und ab welchen Werten etwas krankhaft ist etc. Dabei habe ich erfahren, dass früher ein weit höherer Blutdruck als krankhaft galt als heute und auch dass z.B. Burn-out als „keine Krankheit“ verabschiedet wurde. Aber Testosteronmangel bei Männern im mittleren Alter durchaus.

Fällt euch da auch was auf? Hmmm, es ist nämlich so: Gegen Burn-out gibt es bisher kein MEDIKAMENT.

Gegen Bluthochdruck gibt es Medikamente, gegen Depressionen (offizielle Krankheit) gibt es Medikamente und vor 10-15 Jahren hat eine Pharmafirma eine Salbe mit Testosteron drin erfunden, die nun Männern in den Wechseljahren verschrieben werden kann. Ich dachte ich spinne! Ich möchte überhaupt nicht wissen, wie viele Schmiergelder da fließen, damit irgendeine Interessensvereinigung ihre Waren unter die Leute bringen kann.

Es geht nun darum, dass wir als Medizinstudenten uns solche Fragen stellen sollen wie: „Will ich dazu beitragen Krankheiten zu machen!“ So was macht die Kassenärztliche Vereinigung, die entscheidet was die Krankenkasse bezahlt und was nicht.

Und damit wäre ich bei Medizinische Psychologie angelangt. Da darf ich ein Referat über Essstörungen halten.:-) Wurde gelost, aber besser hätte ich es mir auch nicht wünschen können.

Die Vorlesung wird von einer Psychologin in kleineren Gruppen gehalten und da habe ich gelernt dass 40% aller Krankenkassenkosten für Leute draufgehen, deren Gesundheitsprobleme nicht klinisch, sondern psychologisch sind. Im ersten Semster hatte ich schon gelernt, dass 20% für Diabetiker drauf gehen, nun 40% für psychische Defekte, somit sind schon mal 60% der Krankenkassenkosten vermeidbar, wenn man sich anderes ernährt und anderes mit seiner Psyche umgeht bzw. die Psychosomatik berücksichtigt.

Das ist ein krankes, krankes System das „Gesundheitssystem“ – Ich weiß nicht, ob sich da tatsächlich was dran ändern lässt, jemals, oder ob die Zeit einfach noch nicht reif ist oder ob viele Leute es auch einfach nicht ändern wollen.

Während der Psychologievorlesung hörte ich aus der Reihe hinter mir folgenden Satz von einem Kommilitonen: „Du kannst mir sagen was du willst, aber Psychologen haben alle selber einen Hau!“ Mit solchen Menschen kann man natürlich auch kein System verändern.

Unterdessen habe ich Pickel bekommen vom Mensaessen, aber es war auch nicht vegan, sondern vegetarisch, aber irgendwas muss drin sein, was mir Pickel macht. Mein eigenes gekochtes Essen macht das nicht. Ich weiß jedoch nicht was es sein kann, Konservierungsstoffe? Industriescheiß? Und ich glaube auch nicht, dass das irgendein Dermatologe weiß. Womöglich muss ich die Mensa einfach meiden oder dort immer nur Salat essen.

So langsam fange ich aber auch an Freundschaften zu schließen und dann geht man in der Pause nun mal gemeinsam in die Mensa. Wird schon…

Die erste Woche des 2. Semsters war auf jeden Fall sehr vielversprechend und macht Lust auf mehr!

Ich wünsche euch einen schönen Ostersonntag!!!

Ach ja, für die Kölner ein bisschen Werbung in eigener Sache: Ich spiele gerade auch Theater. Gestern war Premiere und heute und morgen ist auch nochmal Vorstellung im Arkadas Theater, Bühne der Kulturen und zwar Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ 20 Uhr geht’s los!

Alles Liebe,

Silke

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