Samstag, 31. Dezember 2011

Blumenkohlcremesuppe und Zähne...

Unter großem Bedauern musste ich mich leider vorgestern Abend von einem Zahn verabschieden. Nicht dass das eine Überraschung gewesen wäre, aber leid tut es mir schon und es ist mir, gelinde gesagt auch ein wenig peinlich, aber ich halte es trotzdem für außerordentlich wichtig, dass ich darüber berichte, denn viel zu viele Leute in der Rohkostszene tun es nicht.

Eigentlich ging der Verlust dieses Zahnes auch viel weiter zurück, so was passiert ja nicht von heute auf morgen. Vor ca. 10 Jahren, oder noch etwas früher, ich war zu der Zeit auf der Schauspielschule, wurde er wurzelbehandelt und bereits davor hatte er eine Amalgamfüllung. Ich glaube als Teenager hatte ich schon den ganzen Mund voll Amalgam, daher weiß man nie was von was kommt, aber auch schon als Teenager war meine Ernährung nicht optimal, womit ich sowohl Nährstoffmangel als auch zu viel Zucker meine.

Seit 8 Jahren beschäftige ich mit Rohkost und immer, immer wieder hört man schlimme Sachen über Zahnverlust und immer wieder hört man, dass Trockenfrüchte vermieden werden sollen und auch immer wieder sagen Urköstler, dass das egal sei und auch 80/10/10er berichten darüber wie schön viele Trockenfrüchte sie pro Tag essen. Super! Man ist gelinde gesagt verwirrt und die Gourmetrohkost prahlt dann auch noch damit wie viel roh-vegane Kuchen Plätzchen und Co. man essen kann und dabei gesund ist.

Nun ja, es stimmt, dass Trockenfrüchte und Rohkostschokolade durchaus auch Vitamine und Nährstoffe enthalten, aber für die Zähne ist Zucker fast gleich Zucker, obwohl meine Zahnärztin mir auch immer gesagt hat, dass meine Karies nicht so aggressiv sei.

Vor 3,5 Jahren brach die Hälfte dieses Zahnes ab und zwar ziemlich tief unten im Zahnfleisch drin und meine Zahnärztin hat mit ganz viel Liebe um den Zahn zu erhalten, auf meine Bitte hin, eine Füllung der verbliebenen Hälfte vorgenommen. Diese Füllung war nun schon seit ein paar Tagen locker, aber ich dachte der Zahn schafft es vielleicht noch bis zu meinem nächsten Termin am 19. Januar. Tat er nicht. Jetzt ist die zweite Hälfte abgebrochen und der Rest des Zahns muss gezogen werden und irgendwie muss ich dann ein Implantat finanzieren, denn wenn ich sehr breit lache sieht man die Lücke sogar!

Es stimmt natürlich, dass sich Zähne remineralisieren können, weshalb ich jetzt, also seit einem halben Jahr, dank Chronometer, darauf achte genug Mineralstoffe zu bekommen, aber ein toter Zahn hat diese Fähigkeit natürlich nicht. Er ist dem Zucker schonungslos ausgeliefert. Ein weiterer Nachteil von Trockenfrüchten ist dann eben auch noch, dass sie wenig Mineralstoffe enthalten und man so den Zähnen von 2 Seiten schadet: Durch den Mangel an Mineralstoffen und das zu viel an Zucker.

Gekochte Kohlenhydrate im Gegenzug enthalten komplexe Kohlenhydrate, die zum einen nicht so stark an den Zähnen kleben bleiben wie Trockenfrüchte, zum anderen auch Mineralstoffe enthalten. Besonders Kalzium kommt bei Rohkost und bei veganer Ernährung häufig zu kurz, weil zu wenig Brokkoli verzehrt wird. Die meisten Experten, auch Graham, raten von Trockenfrüchten ab und wenn dann nur eingeweicht und, Leute, das hat seinen Grund. Glaubt mir!

Man merkt es nicht sofort, dass die Zähne leiden, man merkt das nach Jahren erst. Zu Beginn meiner Rohkostzeit habe ich mich fast ausschließlich von Mandeln und Datteln ernährt! So wenig Süßkram wie momentan habe ich noch nie verzehrt, außer als ich Low Carb gemacht habe um meine Candida weg zu bekommen, was damit zusammen hängt, dass ich gekochte Kohlenhydrate esse, die den Kohlenhydratbedarf decken. Andere Rohköstler fangen dann an auf Fleisch auszuweichen, was ich nicht empfehlen würde. Für alle, die bisher mit 80/10/10 gut fahren, kann ich nur empfehlen, achtet auf eine ausreichende Menge Mineralstoffe und wenn man doch mal Trockenfrüchte verzehren will, dann lieber in so was wie Kuchen und, wenn pur, nur eingeweicht. Uneingeweicht kleben sie zu sehr an den Zähnen und dann haben besonders die wurzelbehandelten Zähne keine Chance sich zu wehren, weil sie keine Mineralstoffe aus der Ernährung mehr aufnehmen können.

Nachher ist man immer klüger heißt es. Und weil meine Zahnärztin wirklich bei jeder Kontrolle irgendwas findet, habe ich gestern Abend mal mit Ölziehen angefangen, denn einfach nur morgens und abends putzen reicht offensichtlich nicht. Wenn sich aber mein Bindegewebe durch die gekochten Kohlenhydrate so wunderbar aufbaut, vielleicht tuen es dann auch meine noch lebenden Zähne. Bei diesem Nahn war leider eh Hopfen und Malz verloren.

Und glaubt bitte nicht daran, dass alles gesund ist, so lange es roh ist. Das ist totaler Humbug. Und bitte schützt auch die Zähne eurer Kinder!

Rohkost-Buch

Unterdessen habe ich mich die letzten 2 Tage mit Suppen beschäftigt, während meine Ernährung ca. 50% roh war, was mir im übrigen sehr gut tut. Auf Suppen kam ich, weil ich über Weihnachten einige Male Sojacreme benutzt habe und dachte, dass es Zeit wäre eine Brokkolicremesuppe zu kreieren, denn die habe ich schon immer sehr gerne gegessen und Brokkoli ist das beste Nahrungsmittel überhaupt!!!

Eigentlich bin ich aber auch kein großer Fan von Sojacreme oder besser gesagt, von veganer Industrienahrung. Ich hab mir die Verpackung durchgelesen, es sind E-Nummern drin, habe entdeckt, dass es auch Soja-Creme-light gibt, wo noch mehr Zusatzstoffe drin sind und habe mir gedacht: Warum nicht einfach Cashews nehmen. Cashews sind wenigstens ein Naturprodukt!

In der Veganens Szene ist einfach so unglaublich viel künstlich, dass man der, abgesehen vom Tierschutz, echt nichts abgewinnen kann. Mir sträuben sich immer wieder die Haare, wenn ich sehe, was viele Veganer so in sich reinstopfen. Vorgestern habe ich ein erstes Experiment mit Brokkolicremesuppe gemacht, was ich aber noch verfeinern muss und gestern dann eines mit Blumenkohlcremesuppe, was ich außerordentlich köstlich fand.

Bei Dr. Neal Barnard habe ich über eine Wissenschaftlerin gelesen, die behauptet, dass Suppen besonders gut sättigen, weil die Nahrung mit Wasser gemeinsam dem Körper ein super Sättigungsgefühl vermittelt. Nahrung + getrunkenes Wasser mache nicht so satt. Ich hab das für Humbug gehalten, bis ich gestern selber festgestellt habe, dass ich von 600 ml Blumenkohlcremesuppe mit 120 kcal und 5 g Fett pickpacke satt werde. Und so geht’s:

Blumenkohlcremesuppe


1 Kopf Blumenkohl (gerne inklusive der grünen Blätter)
1 l Wasser
1 Zwiebel
30 g Cashews, gemahlen
1 TL Salz, oder nach Geschmack
1 Prise Muskat
1 Prise edelsüße Paprika


Blumenkohl und Zwiebel in 1 l Wasser gar kochen. Einige Röschen entnehmen und den Rest gemeinsam mit den Cashews pürieren. Gewürze und entnommene Röschen hinzugeben, umrühren und servieren.

Die Brokkolicremesuppe geht fast genauso, wird nur anders gewürzt. Davon gab es bei mir gestern 1 l dazu noch einen Romanasalat mit Paranussvinaigrette, ein Buchweizenporridge, zwei Riegel Schokolade, eine Banane mit Mandelpüree und ein glutenfreies Baguette mit Aioli, die ich von Weihnachten über habe und Aioli schmeckt einfach wahnsinnig gut auf Brot. Eigentlich mag ich Brot eh überhaupt nur mit Aioli. Ich bin auf 33% Fett und 10% Eiweiß gekommen bei 1900 kcal und hatte nur 62% Kalzium, 79% Methionin und 76 g Vitamin E.

Über Kalzium muss ich echt noch mehr rausfinden, weil ich immer noch glaube, dass die Mengen, die vorgegeben sind von der DGE nicht exakt erreichen muss, sondern weniger ausreicht, weil das Kalzium aus Milchprodukten nicht so effektiv ist wie das aus Pflanzen. Aber so lange ich das nicht weiß, sollte ich mich auf viel Brokkoli einschießen. Sicher ist sicher. Oder Statt Cashews Sesam in die Cremesuppe geben!

Alles Liebe und einen guten Rutsch!!!!

Silke

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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Paprika-Nuss Paté und die Nachwirkungen von Weihnachten...

Ich muss leider zugeben, so sehr „gesündigt“ wie dieses Jahr Weihnachten habe ich schon lange nicht mehr. Und dabei war das sicherlich bei weitem nicht so schlimm, wie es bei anderen Leute passiert.

Ich habe meinen Vater vegan und sehr gemüsehaltig bekocht und es hat ihm auch großartig geschmeckt. Weil ich gekocht hatte gab es somit wenig Rohkost, aber Rohkost ist auch nur dann lecker und gesellschaftsfähig, wenn sie schön viel Fett enthält und mittlerweile ziehe ja auch ich gekochtes fettarmes Essen den Unmengen Öl und Nüssen, die es in der Rohkost immer gibt vor.

Zur Feier des Tages gab es dann auch noch ein wenig rohe Lachs, aber dann eben auch so Sachen wie Schokokugeln von Lindt, die leider die beste Schokolade der Welt sind und so eine Art traditionelle Familiensüßigkeit, mein Vater mag Stollen sehr gerne und ich habe mitgegessen, wenn auch nicht besonders viel, dann gab es natürlich noch Alkohol, ein wenig Eiscreme und Weißbrot und das alles hatte zur Folge, dass ich mich selbst die letzten 3 Tage nicht wiedererkannt habe.

Entgiftungserscheinungen!

Ich war gereizt, alles fühlte sich sinnlos an und ich war einfach nicht gut drauf. Das Joggen war sauschwer und ich fühlte mich fett. Und das alles wegen ein bisschen raffinierten Zucker. Ach ja, meine Nase lief auch. Wenn sich jemand dauerhaft so fühlt, nennt man das Depression!

Also habe ich mich, sobald ich zuhause war um bessere Ernährung bemüht und da ich jetzt Semesterferien habe, Jippy, habe ich auch mal Zeit dafür. Ach, und noch was ist mir an Weihnachten wieder mal aufgefallen. Ich kann Riesenportionen in mich reinstopfen und werde einfach nicht satt, wenn nicht entsprechend Nährstoffe enthalten sind. Ganz gruselig. Das hat man davon, wenn der Körper einmal kennt, wie es ist alle Nährstoffe zu bekommen.

Und dennoch hadere ich jetzt wieder mit Methionin und Calcium. Calcium ist völlig ok, wenn ich Brokkoli esse, aber wenn ich das nicht tue, bekomme ich zu wenig, wie wahrscheinlich jeder Mensch, der auf Milchprodukte verzichtet. Was das zu bedeuten hat, ist mir auch noch nicht klar. Schreibt die DGE diesen hohen Kalziumwert vielleicht nur vor, weil sie von der Milchindustrie bestochen wurden? Oder liegt der Wert so hoch, weil bei saurer Ernährungsweise auch so viel Kalzium wieder mit ausgeschieden wird? Es gibt offensichtlich noch genug Fragen zu klären. Unterdessen kann es jedenfalls nicht schaden so viel Brokkoli wie möglich zu essen. Oder auch Wildkräuter und sonstiges Grünes.

Rohkost-Buch

Ich habe gestern mal wieder ein Rohkostrezept gemacht und es ist köstlich und dabei viel zu fetthaltig. Eine Paprika-Nuss-Paté, die ich in Romana gefüllt und mit Sprossen ergänzt habe. Das war zwar alles sehr lecker, aber es ist schon weitaus besser viele grüne Blätter und wenig Fett zu essen, statt viel Fett und wenig grüne Blätter. Naja, Paracelsus sagte: „Die Dosis macht das Gift“

Paprika-Nuss-Paté

40 g Walnüsse
40 g Paranüsse
½ Zitrone, Saft von
1/2 Chilischote
¼ rote Zwiebel
1 rote Paprika, ca. 200 g, geschnitten
35 g getrocknete Tomaten, 6-8 h eingeweicht
1 TL Salz


Zubereitung: Wie immer bei Rohkost ;-))) einfach in eine hohe Schüssel geben und pürieren, wahlweise in einen High Speed Blender. Lecker als Dip oder als Füllung oder womöglich sogar ziemlich gut zu Kartoffeln, was ich heute wahrscheinlich mal ausprobieren werde.

Kann sein, dass ich es in den Semesterferien jetzt wieder schaffe öfter zu Bloggen. Ich muss euch nämlich eigentlich noch dringend erzählen, wie im Physikunterricht das Gesetz der Anziehung bewiesen wurde und dass es Gott gibt und so ;-))) Vielleicht morgen!

Alles Liebe,

Silke

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Sonntag, 18. Dezember 2011

Quinoa Gemüsepfanne und das Verschwinden von Dehnungsstreifen...

Mein Stressmanagement Programm hat auch diese Woche wieder einwandfrei geklappt. Alles woran man denken muss ist regelmäßig tief ein und aus zu atmen, richtig schön in den Bauch hinein, und auch immer dann, wenn man merkt, dass man kurz davor ist sich überfordert zu fühlen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das Joggen dann noch notwendig ist, aber ich möchte es auch lieber nicht ausprobieren. Was ich jetzt gerade mache funktioniert einwandfrei, außer, dass ich ein bisschen Zweifel hege, ob ich dadurch zu gelassen werde.

Ich stürze mich nicht mehr verkrampft auf die Bücher und versuche nicht mehr jeden Fitzel Zeit ins Lernen zu investieren. Es scheint mir nicht mehr notwendig, seitdem ich atme und jogge, oder ist das eine Täuschung? Eigentlich weiß ich es ja gut genug. Habe es an dieser Stelle auch schon etliche Male durchgekaut und spiritueller Fakt ist natürlich, dass Gelassenheit die einzige Lösung ist. Es kommt so wie es kommen muss, es kommt immer richtig und so, dass man rückblickend sehr zufrieden mit der Entwicklung ist. Ich weiß das. Ich hab es erlebt.

Unsere Gesellschaft weiß es aber nicht und so neige dann auch ich immer mal wieder mal dazu, dass für mich als definitiv richtig erkannte zu vergessen, nur weil alle anderen es auch nicht so machen. Mit Gelassenheit habe ich aber bessere Gefühle und weniger Stress. Und nur gute Gefühle und Gedanken können auch gute Dinge anziehen.

Weil mir das ganze Uni-Ding aber neu ist neige ich zu Unsicherheit, stelle mir so Fragen wie was passiert, wenn ich welche Prüfung nicht in der und der Zeit bestehe etc, etc. Das war aber, wenn ich mich zurück erinnere, im Abi genau so, bis ich es irgendwann raus hatte, gelassener wurde und dann ein besseres Abi gemacht habe, als ich ursprünglich dachte. Und ich kann mich auch zurück erinnern, wie schwer es am Anfang mit dem Abi war mich in den Stoff rein zu denken und das System der Schule zu verstehen und Co. daher denke ich ist Gelassenheit das, was hier richtig am Platz ist.

Dummerweise habe ich momentan keine Gelassenheit in Gelddingen und frage mich warum der Dezember bei mir immer der allerknappste Monat sein muss. Nicht, dass ich Weihnachtsgeschenke kaufen würde. Bei mir brechen im Dezember immer Einnahmequellen weg. Andere Leute haben ein 13. Monatsgehalt und ich habe nur 2/3 von dem was ich sonst habe. Es ist echt zum kotzen. Daher war auch diese Woche die die Ernährung eher suboptimal, wenn auch mindestens 50% roh.

Rohkost-Buch

Ich bin immer noch tief verzückt, was momentan alles im meinem Körper passiert, dadurch, dass ich nicht mehr 100% roh esse. Nicht nur, dass das Bindegewebe immer straffer wird, dass ich immer mehr auf eine Idealfigur zusteuere ohne irgendwas dafür tun zu müssen und meine Oberschenkel immer glatter werde, jetzt verblassen auch noch Dehnungsstreifen.

Ich weiß nicht wie viel MSM ich in mich reingeschüttet habe in der Hoffnung, von David Wolfe propagiert, dass genau das mit meinem Bindegewebe passiert. MSM hat nicht geholfen, es hilft Hirse, Buchweizen, Kartoffeln und Brokkoli. Und zwar, so glaube ich, nicht ausschließlich wegen des Siliziums, sondern wegen des Eiweiß. Man kann schmieren und schlucken wie bekloppt, wenn die Ernährung nicht stimmt hat man Schönheitsmakel….

Ich glaube es ist Blödsinn, dass bei Rohkost die Hälfte des Eiweiß ausreicht. Oder vielleicht ist es auch nur dann Blödsinn, wenn man das Eiweiß aus Nüssen bezieht, denn sie sind ja eigentlich nicht wirklich Eiweiß sondern Fett und daher kann das Eiweiß womöglich nicht gut genug aufgeschlossen werden, wenn sich so viel Fett neben ihm tummelt. Vielleicht, wenn man wirklich Unmengen Gemüse isst….auf der anderen Seite ist das ja häufig auch zu faserhaltig, als dass es aufgeschlossen werden kann. Daher bleibe ich bei Blödsinn und sehe zu, dass ich 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht verzehre, was mit gekochtem Essen leicht ist und mit Rohkost ziemlich schwer. Versteht mich aber nicht falsch. Ich meine damit definitiv Pflanzeneiweiß nicht Tiereiweiß und ich halte es auch für dringend erforderlich alle essentiellen Aminosäuren zu verzehren auch wenn das beim Methionin schwer fällt. Zudem denke ich auch, dass 80% der Empfehlung der DGE ausreicht und sie zur Sicherheit etwas draufgeschlagen habe. Aber wer ernährt sich schon nach DGE?

Ist auch gar nicht so leicht. Das Mensaessen, ist jedenfalls nicht DGE optimiert und was Otto Normalverbraucher isst erst Recht nicht. Und ich denke auch da kommen die Vorzüge und all die positiven Veränderungen bei der Umstellung auf Rohkost her. Schlagartig bekommt der Körper Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die er vorher nicht bekam. Alles wird besser, aber wenn man dann nach Jahren mit viel Rohkost wieder Mängel hat passiert das gleiche.

Das Mensaessen bekommt mir aber übrigens auch nicht. Auch das vegane nicht. Ich fürchte, es ist aus Tüten oder Dosen oder sowas, denn meine Regel war wieder nicht so leicht wie letzten Monat und ich habe wieder 2-3 Pickel, ganz kleine, die ich bei Rohkost nie hatte, aber auch ohne Mensaessen nicht. Zu dumm aber auch. Aber ich weiß ja auch, dass das Mensaessen auch vom Nährstoffgehalt nicht optimal ist. Obwohl ich bei der CousCous Gemüsepfanne diese Woche hätte schwören können, dass die nicht vegan war, weil was drin war, was glaube ich, wie Rindfleisch schmeckte. Ich hab keinen Schimmer von Fleischimmitaten, halte auch nicht allzu viel davon, aber es ist durchaus möglich, dass es Fleischimitate gibt, die sogar mich hinters Licht führen.


Ich selber habe unter der Woche eine Quinoagemüsepfanne gemacht, nach ungefähr dem selben Prinzip:

Quinoa-Gemüsepfanne

200 g Quinoa in 600 ml Wasser 20 Minuten kochen und 5 Minuten quellen lassen

2 Frühlingszwiebeln, in Ringe
2 Möhren, in Scheiben
1 Paprika. gewürfelt
300 g Brokkoli, frisch oder gefroren
1 TL Curry
1 TL Kokosöl
1 Chilischote
2 TL Salz
2 EL Sojasauce
½ TL Kreuzkümmel

Im Wok oder einer großen Pfanne das Kokosöl zusammen mit ca. 100 ml Wasser erhitzen und die Zwiebelringe darin andünsten.

Dann das Gemüse zugeben und bissfest kochen. Dann Quinoa und Gewürze zugeben und durchhitzen. Zwischendurch umrühre. Reicht für 2 Personen. Und ist wirklich durch und durch natürlich, nicht aus Tüten oder Dosen, vollwertig, nährstoffreich und sättigend.

Quinoa enthält viel Eisen und Eiweiß und überhaupt ist dieses Form einer Mahlzeit das, was meinem Körper am besten gefällt. Ich kann hin und her diskutieren ob Rohkost oder Kochkost, aber der Spiegel zeigt mir eindeutig, dass diese Form, roh und gekocht, definitiv besser für mich ist.

Das mit den Pickeln ist noch nicht geklärt, da ich zum Beispiel von Unmengen Lifefood Schoko keine Pickel bekomme. Von meinem Essen auch nicht, also was verwendet die Mensa, dass mein Körper über die Haut loswerden muss?

In der Uni habe ich diese Woche schlussendlich nur gelernt, dass der menschliche Körper ein unglaublich kompliziertes Netzwerk ist, dass der Mensch eigentlich gar nicht kontrollieren kann. Daher sollte er es vielleicht auch nicht versuchen...

Wir hatten das Thema Vergiftung und Koma und da wurde uns quasi gezeigt, welche Chemie warum was im Körper auslösen kann. Nicht bei jeder chemischen Verbindung wird man aber so vergiftet, dass man es merkt. Ich bin mir z.B. sicher, dass ein Stoff durchaus als Zusatzstoff erlaubt ist, wenn alles was er im Körper ausrichtet die Verursachung von…sagen wir….Pickeln und Regelbeschwerden ist.

Daher Finger weg von allem was künstlich ist. Mit künstlich meine ich von Menschenhand gemacht. Die können es nicht so gut wie die Natur. Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel. Ach und leider gilt es bestimmt auch für nicht-bio-Essen, was ich mir dummerweise auch jetzt immer noch nicht leisten kann…

Alles Liebe,

Silke

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Samstag, 10. Dezember 2011

Stress und Stressbewältigungsmechanismen...

Diese Woche stand eher im Zeichen der Stressbewältigung, als im Zeichen der optimalen Ernährung.

Wie wir alle wissen, ist Stress total ungesund und verursacht alle möglichen Krankheiten. Was aber viel schlimmer ist, oder für mich bisher war, ist, dass ich mich selbst, schlicht und ergreifend, nicht leiden kann.

Ich bin ein ziemlich zufriedener und gut gelaunter Mensch. Habe da auch ziemlich lange dran gearbeitet und Woche für Woche ist da immer mehr von verschwunden, seit Anfang Oktober, und ich konnte die Ursache dafür nicht richtig bestimmen. Ich dachte, der Grund sei vielleicht, dass ich mich nicht sonderlich mit Spiritualität beschäftigen konnte, es stellte sich dann aber doch heraus, dass das Problem viel leichter körperlich zu beheben ist. Hätte ich auch nicht gedacht, und dass, obwohl ich letzte Woche noch darüber geschrieben habe, dass bei Angst „Fright, flight, fight“- Hormone ausgeschüttet werden und die krank machen. Stress beruht aber auch nur auf Hormonen.

Im Kompetenzfeld „Tod und Trauer“ habe ich diese Woche gelernt, dass der Mensch, wenn ihn etwas zu überwältigen droht, wenn er das Gefühl hat einer Sache nicht gewachsen zu sein, Angst entwickelt. So z.B. im Angesicht des Todes. Das selbe in klein passiert mir aber jedes Mal, wenn ich irgendwas nicht verstehe, mir ein Zusammenhang in der Vorlesung nicht klar ist oder ähnliches. Nachdem ich meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet habe was körperlich passiert, konnte ich regelrecht jeden einzelnen Adrenalinstoß wahrnehmen, der durch den Körper schießt in dem Moment wo ich etwas meine nicht bewältigen zu können. Es fühlt sich nämlich eigentlich genau so an, wie wenn man sich erschreckt.

Parallel dazu passiert es dann, dass eine Arbeitskollegin mir auch letzten Samstag wiederholt erzählte sie sei so scheiße drauf, sie müsse unbedingt wieder Joggen gehen.

Und da erst habe ich 1&1 zusammen zählen können. Evolutionstechnisch sind wir, wie ich letzte Woche bereits schrieb, darauf gepolt Stresshomone durch Kämpfen oder Weglaufen auch wieder abzubauen. Wenn man aber nur da sitzt und studiert, bleiben alle Stresshormone im Körper. Im Kompetenzfeld „Strahlenschutz“ habe ich dann wiederum auch die Aussage aufgeschnappt, dass Homone sich an die DNA heften und sie beeinträchtigen können. Ebenso wie es Gifte und Strahlen können und so entstehen dann psychosomatische Krankheiten. Tada!

Naja, meine eigenen Stresshormone musste ich irgendwie loswerden und habe versucht über Facebook rauszufinden, wie viel Sport ich mindestens machen muss im mich nicht gestresst zu fühlen und dennoch nicht zu viel Zeit zu verlieren. Ich war drei Mal 20 Minuten laufen innerhalb der Woche und es hat Wunder gewirkt. Parallel dazu habe ich festgestellt, dass richtig tief durchatmen auch ein großartiger Stressbewältigungsmechanismus ist, denn unter Stress wird man kurzatmig. Und wenn ich dann richtig durchatme, immer schön in den Bauch, scheinen nicht nur die Stresshormone besser abgebaut zu werden, sondern auch das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt werden zu können, denn, auch das habe ich erfahren: das Gehirn ist so ungefähr das auf Sauerstoffmangel am empfindlichsten reagierende Organ. 8 Minuten ohne Sauerstoff und es ist Tod. Muskeln und andere Organe können viel länger ohne. Und so habe ich bei tiefem Durchatmen dann auch festgestellt, dass ich mich besser konzentrieren und der Vorlesung besser folgen kann….und mich nicht gestresst fühle.

Meinen Prof. für Neuroanatomie habe ich zudem gefragt, was man machen kann um die Fähigkeit des Gehirns zu steigern, denn darüber denke ich schon nach, seit ich die Vorlesung Neuroanatomie besuche. Er hat mir gesagt sogenannte „Learning Enhancer“, Tabletten zur Gedächtnissteigerung, würden nicht helfen. Gehirnjogging hätte sich in Studien auch als nicht wirksam erwiesen. Am effektivsten sei ausreichend Schlaf. 6-8 Stunden. Er äußerte auch die Theorie, dass der Mensch deshalb so viel schlafen müsse, weil unsere Synapsen so kompliziert seien und so viel Ruhe bräuchten. Und wisst ihr was: Genau so fühlt sich das auch an! Das Gehirn braucht Ruhe, Sauerstoff und Zucker.

Und dennoch fuckt es mich ab, wenn ich irgendwas nicht verstehe, weil mir die Grundlagen fehlen, in Physik und Chemie. Und mir gleichzeitig die Zeit fehlt sie aufzuarbeiten. Wobei mir Chemie weitaus lieber ist als Physik. Zum einen, weil das aufeinander aufbaut und ich die Grundlagen da mittlerweile nachgearbeitet habe. Und weil Chemie was mit Essen zu tun hat. Physik ist in jeder Vorlesung was Neues und ich stehe bei jedem neuen Thema wie Ochs vorm Berg, verstehe die Begriffe nicht und weiß nicht was gemeint ist. Leider weiß ich auch nicht, ob es schlussendlich vielleicht effektiver wäre nur aus Büchern zu lernen und nicht so oft wie ich es tue in Vorlesungen, Seminare und Tutorien zu gehen. Die Weihnachtsferien kommen aber bald.

Rohkost-Buch

Am Sonntag Abend meldete sich ein Sportstudent bei mir, der in seiner Vorlesung über Ernährung im Sport ebenfalls gelernt hatte, dass Amylase auch im Magensaft vorkommt, aber eben eine andere, nicht die Alpha-Amylase, die auch im Speichel vorkommt. Allerdings hat er zudem gelernt, dass sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate leichter in der Abwesenheit des anderen verwertet werden können, wie auch in der Abwesenheit von Fett. Da die meisten Menschen aber alles gemischt essen, würde die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Eiweißwert empfehlen, der leicht über dem liegt, den man tatsächlich brauche.

Ich persönlich bin ja für 1 g pro kg Körpergewicht, habe aber in meiner Rohkostzeit definitiv weniger gegessen. Esse vielleicht auch deshalb jetzt mehr. In meiner Rohkostzeit habe ich aber auch mehr Fett gegessen. Viel mehr Fett. Was ich jetzt feststelle ist, dass ich Alkohol wesentlich schlechter vertrage als bei Gourmetrohkost und das schiebe ich auf das Fett. Mit ordentlich Fett im Verdauungstrakt geht der Alkohol nicht so ins Blut, das Eisen auch nicht und wer weiß was für Nährstoffe sonst alles noch.

Ich selber habe 4 Tage hintereinander in der Mensa gegessen und hatte bereits nach 3 Tagen ein totales Brokkolidefizit. In Zivilisationkost sind definitv zu wenig Nährstoffe für meinen Körper. Das Essen war 2 Mal vegetarisch und 2 Mal vegan. Das Vegetarische hatte Kräuterquark dabei und nach dem bekam ich Blähungen. Verwunderlich? Ich denke nicht. Laktose ist wohl einfach nichts mehr für mich. So ein bisschen Milch in Latte Macchiato oder ein Eis macht nichts bei mir, aber Kräuterquark!

Witzigerweise saß ich gestern mit einem Kommilitonen aus Bulgarien in der Mensa, der "80/10/10" gelesen hat. Sich aber nicht daran hielt und auch der hat meine Erklärungen nicht verstanden, warum 80/10/10 nur dann genug Nährstoffe bringt, wenn man 3500 kcal isst und dabei genug grüne Blätter, am besten Wildkräuter, und dann die überschüssigen Kalorien abtrainiert. Aber ernsthaft: Da kann man auch sagen McDonalds bringt genug Nährstoffe, wenn man nur 10000 kcal täglich isst und die überschüssigen abtrainiert. Gut, ich gebe zu, das ist ein bisschen weit hergeholt. Abgesehen davon, dass es dauerhaft auf die Zähne und die Darmflora geht. Aber jeder nach seine Facon.

Unterdessen packte mein Kommilitone eine Packung Kekse in seine Tasche. Er glaube auch, dass 80/10/10 funktioniert, weil es so ein paar Sportler in den Staaten gibt, die damit gute Leistungen erzielen. Fast alle sind Männer. Die essen um Sport zu machen und nicht um satt zu werden. Aber jetzt schreibe ich schon wieder über die am wenigsten funktionierende Diät, die ich jemals gemacht habe, statt dessen sollte ich über das schreiben was wirklich funktioniert!

Ich hatte wieder so ein Heureka-Erlebnis und zwar als ich aus der Dusche kam nachdem ich joggen war. Mein Körper ist um längen schöner geworden, seit dem ich nicht mehr 100% roh esse. Es ist dünner, er ist straffer und wohlgeformter und so schön war er nie. So lange och denken kann und das reicht mir als Beweis aus, dass diese Ernährung besser ist als 80/10/10.

Ich war aber auch diese ‚Woche nur 50% roh, einfach, weil ich in der Mensa war. Ich hab wieder Salat dazu gegessen, aber es reicht nicht. Auch auf Salat hatte ich einen Ultrajieper nach dem 3. Tag mit Mensaessen, wie auch auf Brokkoli. Ich brauche Salat, ich brauche Brokkoli und ich brauche Bananen mit Mandelpüree. Ohne fehlt mir was.

Und dabei bin ich so arm im Moment. Es gibt wieder Mal keine Flyer zu verteilen, weil im Winter kein Theater gespielt wird und so fehlen mir 160 € im Monat. Heißt faktisch 2-3 € für Essen pro Tag. Regelrecht utopisch, vielleicht passieren aber noch Zeiten und Wunder. Ich habe keine Rezepte gemacht oder mich sonst wie mit Rohkost beschäftigt. Sorry.

Alles Liebe,

Silke

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Sonntag, 4. Dezember 2011

Tomatensalat

Verdauung im Reagenzglas ist in meinem gestrigen Versuch gescheitert und das kam so.

Um Amylase zu gewinnen sollte man in eine Zitrone beißen und dann ausspucken. Das habe ich gemacht, hatte aber das Gefühl, dass wohl doch mehr Zitronensaft in meinem Ausgespuckten war als Speichel. Daraufhin riet mir die Tutorin eine zweite Speichelprobe zu nehmen, was ich dann gemacht habe indem ich bewusst Speichel produziert habe, der dann auch wie Speichel und nicht wie Zitronensaft aussah. Die Zitrone sollte dazu anregen Speichel zu produzieren. Und dieser zweite Speichel hat in den Reagenzgläsern dann keine Stärke zersetzt.

Der Grund dafür sei, so die Tutorin, dass bei meinem ersten Versuch mit der Zitrone so viel Amylase ausgeschüttet worden sei, dass beim zweiten Spucken nicht genug vorhanden war. Somit ist in Speichel scheinbar nur dann Amylase, wenn auch gegessen wird. Komisches Phänomen. Bei Rücksprache mit einem Kommilitonen stellte sich aber raus, das ihm das selbe passiert sei.

Bei dem Versuch an sich sollte rausgefunden werden bei welchem pH-Wert Stärke am optimalsten verdaut werden kann, was natürlich bei 7-7,5 so ist. Wenn der pH-Wert nicht stimmt funktionieren die Enzyme nicht. Sie funktionieren aber auch bei falschen Temperaturen nicht und da frage ich mich immer noch ob Amylase vielleicht auch dann nicht funktioniert, wenn ich mein Essen zu heiß esse.

Darüber konnten wir des weiteren leider nicht sprechen, aber ich habe sie extra nochmal gefragt, wie denn Amylase im Magensaft, wie wir es gelernt haben, vorkommen und funktionieren kann, wenn dort ein pH-Wert von 1-2 herrscht. Sie erklärte mir darauf hin, dass die Amylase im Magen eine andere Amylase sei als die im Speichel. In erster Linie ginge es aber im Magen eh um die Durchsäuerung der Nahrung. Zudem erzählte sie mir, dass bereits im Mund, durch die Mundschleimhaut Kohlenhydrate in den Blutkreislauf aufgenommen würden. Das sei besonders wichtig, weil das Gehirn eben ausschließlich mit Zucker arbeiten kann. Alles andere kann es nicht verwerten, so wie ich es auch zuvor immer gelesen habe. Das sei der Grund dafür, dass man Dexto Energen lutschen muss und nicht zerbeißen soll. Das gilt natürlich ebenso für Honig oder Agavendicksaft.

Rohkost-Buch

Eigentlich wollte ich euch heute aber nur das Rezept vom letzten Wochenende mit auf den Weg geben, dass ich letzten Sonntag nicht mehr zu posten geschafft habe. Es ist eine Adaption aus dem Buch Fresh! von den Boutenko Kids. Ich habe wieder mal das Fett reduziert und die Zutaten vereinfacht und war wieder mal hingerissen davon wie lecker es war. Vor allem, wie gut Sellerie und Avocado miteinander harmoniert. Trotzdem würde ich empfehlen den Salat zu teilen oder an 2 Tagen zu essen, da er immer noch ziemlich viel Fett enthält.

Tomatensalat


5 große Tomaten, geschnitten
1 Avocado, gewürfelt
4 Stangen Sellerie
1 TL Sonnenblumenöl
1 TL Himalayasalz

Alles in einer Schüssel mischen. Als Beilagensalat für 3-4 Personen.

Guten Hunger und alles Liebe,

Silke

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Samstag, 3. Dezember 2011

Psychosomatik - und Verdauung in Reagenzgläsern...

Ich bin völlig gestresst habe aber auch diese Woche wieder unglaublich viel gelernt und bin ein bisschen klüger aber noch weit entfernt davon alles zu verstehen. Viele Fragen haben sich mir aufgeworfen und ich habe mit verzücken festgestellt, dass das Semester zu Weihnachten fast schon vorbei ist, dann stehen nur noch Klausuren an und uns wird genug Zeit im Stundenplan gelassen uns darauf vorzubereiten.

Zunächste mal darf ich gleich in Biologie Verdauung im Reagenzglas betreiben, was ich supergeil finde. Ich darf Amylase, das Enzym was im Speichel und wie ich gestern gelesen habe, auch im Magen vorhanden ist im Reagenzglas mit Glucose mischen und gucken wie verdaut wird. Amylase ist zuständig für die Kohlenhydratverdauung und wenn sie auch im Magen vorkommt ist das Trennkostding ziemlich weit hergeholt.

Da es um Verdauung ging, ging es auch um Aminosäuren. Wenn 100 oder mehr Aminosäuren zusammen kommen, spricht man von einem Protein. Aminosäuren, entgegen aller Rohkosttheorie, werden beim erhitzen an sich nicht verändert. So eine lange Kette aus mehr als 100 Aminosäuren legt sich nur in einer anderen Form zusammen und bildet verknäult Wasserstoffbrückenbindungen und ändert dadurch seine Strucktur. Eiweiß wird von klar und flüssig zu weiß und fest, aber die Aminosäuren an sich ändern nicht ihre Struktur. Fragen könnte man an dieser Stelle, ob es dem Körper bei der Verdauung schwerer fällt diese Wasserstoffbrücken zu lösen. Sie sind aber auch in nicht gekochtem Eiweiß vorhanden, ich weiß nur nicht ob in größerer Anzahl oder nicht.

Zur Verdauung sind immer auch Enzyme notwendig und schlussendlich sind auch Enzyme aus Aminosäuren aufgebaut. Wenn man also zu wenig Eiweiß isst hat man auch zu wenig Enzyme. Doch hat man! Auch bei Rohkost, weil die Enzyme von denen in Rohkost immer so geschwärmt wird, keine Verdauungsenzyme sind, sondern Enzyme, die die Pflanze zum Wachsen nutzt. Wenn es Verdauungsenzyme wären, würde sie sich ja selbst verdauen. Enzyme sind entweder substrat- oder wirkungsspezifisch und nicht etwas Multifunktionssubstanzen. Und sie sind an absolut allem, was der Körper so macht beteiligt. Es wird oft behauptet es gäbe keine Eiweißmangelkrankheit. Das liegt meines Erachtens daran, dass es keine einzelne Krankheit geben kann, wenn eine Substanz fehlt, die an absolut allen Körperfunktionen beteiligt ist. Ich habe aber kürzlich auch gelesen, dass Kinder in den Slubs von Brasilien, wenn sie unterernährt sind und Eiweißmangel haben, blonde Haare haben, statt der normalen schwarzen, was mich gelinde gesagt erstaunt hat. Wenn Eiweiß so wichtig ist für alle Lebensprozesse wundert es mich auch nicht mehr, dass ich mich besser fühle, wenn ich mehr davon esse, so viel wie die DGE fordert und nicht so wenig wie Cousens sagt reichen würde. Die Vorteile von Rohkost liegen wissenschaftlich betrachtet in dem Mehr an Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, aber bestimmt nicht an den Enzymen. Das ist Humbug! Selbst wenn sie die Magensäure überleben würden, hätten sie keinen besonderen Nutzen im Körper.

Und mit derartigen Erkenntnissen, fange ich regelrecht an mich für oraganische Chemie zu interessieren, obwohl mich Chemie bisher immer gelangweilt hat.

Zufällig habe ich dann auch irgendwo gelesen, dass Multiple Sklerose eine Autoimmunkrankheit ist und habe mir überlegt, warum ich schon so oft gehört habe, dass Rohkost, wenn man MS hat, beschwerdefrei machen kann. Ist doch faszinierend. Ich habe dann mal Autoimmunkrankheiten bei Wikipedia nachgeschlagen und festgestellt, dass auch Diabetes Typ I, Morbus Chron und Zöliakie Autoimmunkrankheiten sind. Was da passiert ist, dass das eigene Immunsystem den eigenen Körper als Krankheit ansieht. Es gibt noch tausende Krankheiten mehr die Autoimmunkrankheiten sind und wenn Rohkost bei MS hilft, dann womöglich doch auch bei Typ I Diabetes. Wobei ich hier eigentlich nicht von Rohkost sprechen würde, denn ich glaube es geht nicht um Rohkost, sondern um genug Nährstoffe und Otto Normalverbraucher isst ja meist nur Zucker, Weißmehl, Milchprodukte und Fleisch und hat dann vielleicht genug Eiweiß aber nicht genug, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn man dann zu Rohkost wechselt isst man erstmals normales Essen, Obst und Gemüse und nicht immer nur in Verpackung gesteckten, mit Chemikalien haltbar gemachten Kleister.

Rohkost-Buch

Meine eigene Ernährung war diese Woche auch eher suboptimal, weil wir wieder Monatsende hatten und ich eigentlich die ganze Woche nur bei 50% Rohkost war. Meine Haut hat sich auch wieder gemeldet, aber vielleicht war das auch der Stress. Oder es war regelrecht Vitamin K Mangel, weil auch der Brokkoli meinem Teller fern bliebt. Statt dessen gab es Hirse und Linsen. So ein paar andere Faktoren, wie auch Schlafmangel, könne auch hinzu kommen. Außerdem habe ich ein riesen Defizit an sozialen Kontakten, weil ich meine ganze Freizeit zum Lernen nutze. Mit meinem Joggingfreund war ich kurz verabredet, aber es hat keinen Spaß gemacht, weil ich gereizt war, weil ich in der Stunde Chemie davor nichts verstanden habe…

Und in Neuroanatomie habe ich dann vielleicht eine Erklärung dafür gefunden warum alles psychosomatisch ist. Es gibt da eine Region im Mittelhirn die sich Ergotrophe Zone nennt. Die schüttet die Hormone aus die uns binne Sekundenbruchteilen entscheiden lässt ob wir, wenn uns Gefahr droht, kämpfen, flüchten und Angst haben. Das hat nichts mit Verstand oder logischem Denken zu tun. Dafür hat man in einer lebensbedrohlichen Situation keine Zeit hat die Evolution entschieden. Wenn dieser Mechanismus falsch gepolt ist, wie es in der heutigen Zeit häufig sein kann, wird was falsches ausgeschüttet. Ich habe z.B. keine Angst davor gefressen zu werden, aber Angst vor einem Casting und noch mehr vor einem Vorsingen. In einer Fluchtsituation schaltet der Körper schlagartig die Darmperistaltik ab, weil für Verdauung dann keine Zeit ist. Ich, wenn ich Angst habe, kriege dann Durchfall.

Krebs ist psychosomatisch auf Groll zurückzuführen. Groll, der in einer Angriffsituation, oder wenn das Leben bedroht ist, durchaus sinnvoll sein kann, bei einer Hausfrau die sich nicht wertgeschätz fühlt aber womöglich unangebracht. Trotzdem schüttet der Körper fight, flight, fright Hormone aus, die dann im Körper zirkulieren. Wenn man nach einem Streit dann Joggen geht oder Sport macht, ist man wieder in seinem evolutionsbedingten Verhalten und kann diese Hormone natürlich abbauen. Wenn man es nicht tut….nun….da kann alles Mögliche passieren.

Jedenfalls sind alle Gefühle nur Hormone. Auch Liebe: Oxitozin ist ein Bindungshormon, was außerdem dafür sorgt, dass sich bei gebärenden Frauen die Brust umwandelt auf eine Milchproduktion. Es sorgt aber auch dafür, dass Männer nach dem Sex nicht einfach hingehen und ihrer evolutionären Aufgabe folgen, möglichst viele Nachkommen zu produzieren, sondern (vorerst) bei der Frau bleiben bei der sie in körperlicher Nähe Bindungshormone ausgeschüttet haben.

Ich habe einen unglaublich klugen ganz jungen Kommilitonen, der mich irgendwie als Bezugsperson sieht. Er hasst Psychosomatik und will sich dauernd mit mir streiten. Für ihn ist alles, was nicht wissenschaftlich nachweisbar ist, nicht real. Ich stelle dann so fragen wie: „Was ist mit Gott?“, „Was mit Bauchgefühl?“, was ist mit „Deja vu und Intuition'?“

Wir haben in Chemie und Physik gelernt, dass alles was ist, nur unterschiedlich geladene Elementarteilchen sind. Wenn alle Gedanken und Gefühle auch nur Teilchen sind, wie kann dann das Gesetz der Anziehung über Kilometer funktionieren? Es ist durchaus wissenschaftlich plausibel, wenn der Placeboeffekt funktioniert und Menschen in sich selbst die Materie verändern. Trotzdem heißt das nicht, obwohl ich es immer dachte, dass Glaube auch außerhalb von sich selbst Berge versetzen kann. Dafür habe ich noch keine Lösung, es sei denn die Außenwelt ist doch nur eine Projektion. Schlussendlich läuft es aber eh darauf hinaus, dass man dann Spaß am Leben hat, wenn die eigene Einstellung stimmt. Meine stimmt gerade nicht, weil ich überlastet bin und mich nicht mit Spiritualitä beschäftigen kann. Oder auch mit sinnlosem Spaß. Und das ist schädlich. Man übersäuert. Wird sauer. Oder wie ich gereizt. Und weiß doch gleichzeitig, dass auch das alles nur Hormone sind.

Und last but not least ist unser momentanes Kompetenzfeld, nach Diabetes, Virushepatitis und Karzinogenese: Tod und Trauer. Da habe ich gelernt, dass die Psyche und die Gefühlswelt des Patienten das Wichtigste ist und auch, dass die Erfindung von Medikamenten durchaus Sinn macht, wenn es darum geht Menschen, die nur noch sehr kurz zu leben haben, diesen Rest ihres Lebens so leicht wie möglich zu machen: Mit Substanzen, die nur Symptome bekämpfen. Denn da ist es egal, ob es zu Nebenwirkungen kommt.

Das Thema war hart und ist auch noch nicht vorbei, denn man reflektiert während der Vorlesung ja auch über sich selbst.

Und in meinem Referat habe ich gelernt, dass das Gespräch das wichtigste Arbeitsmittel ist, was der Arzt überhaupt hat. Wenn die Kommunikation zwischen Arzt und Patient gestört ist, funktioniert die ganze Therapie nicht. Verständlich, denn ich will ja auch keinen Arzt haben, der nicht in der Lage ist Empathie für meine Situation zu empfinden und mich mit Medikamenten vollstopfen will, selbst, wenn ich diese nicht nehmen möchte. Statistisch gesehen, sind die meisten Gespräche zwischen Arzt und Patient unbefriedigend. Liegt wohl daran, dass man zwischenmenschliches Verhalten nicht so richtig gelehrt bekommt. Egal wo. Dafür sind am besten Beziehungsbücher geeignet.

Also, es gilt immer noch rauszufinden, wie leicht oder schwer es dem Körper fällt Wasserstoffbrückenbindungen zu lösen, wie viel Anziehung Elementarteilchen tatsächlich ausüben können und was es noch alles gibt, dass die Physik und die Chemie noch nicht entdeckt hat. Sind Autoimmunkrankheiten grundsätzlich reversibel?

Wobei, dazu fällt mir ein was meine Tutorin kürzlich sagte. Wir waren in der Vorlesung darüber informiert worden, dass eine Lebezirrhose von der Schulmedizin mittlerweile als durchaus reversibel angesehen wird. Das war vor 10 Jahren noch nicht so. Und jetzt zu dem was meine Tutorin sagte: „Es ist kaum jemand in der Lage sein Leben so sehr umzustellen, dass sich die Zirrhose tatsächlich zurückbildet“

Ist ja auch logisch, wenn man nicht mehr Obst und Gemüse isst und weiter Weißmehl und Zucker sowie Fleisch in sich reinstopft. Eine Ernährung im Sinne von Dr. Barnard kann da aber unter Garantie ne Menge ausrichten. Eine auf Pflanzen basierende, vollwertige, ziemlich vegane Ernährung, wobei ich finde, dass Ausnahmen durchaus auch ihren Platz haben. Das übrigens empfinde ich als die von David Rainoshek postulierte integrale Ernährung. Rohkostdogmen bringen nichts. Zudem denke ich kommen bei jahrelanger veganer Rohkost einige Nährstoffe zu kurz.

Ich mach mich jetzt an meine Verdauungsreagenzgläser.

Alles Liebe,

Silke

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