Samstag, 28. Februar 2015

Erfinder des Glykämischen Index empfiehlt eine vegane Ernährung



Es war einmal im Jahr 1981, als ein kanadischer Wissenschaftler und Arzt an der Universität von Toronto eine Entdeckung macht, die die Diätwelt revolutionieren sollte. Dr. David Jenkins, Professor für Ernährungswissenschaften, entdeckte 1981 den Glykämischen Index, welcher ein normiertes System darstellte, mit welcher Geschwindigkeit der Zucker bestimmter Nahrungsmittel ins Blut geht.

Im Zuge dessen entstanden die unterschiedlichsten Diätprogramme, welche den glykämischen Index nutzten, wie die Glyx-Diät, die Montignac-Diät, die South Beach-Diät oder Sugar Busters. Alle Diäten eigentlich, die zugrunde legen, dass ein hoher Insulinspiegel dafür sorgt, dass die Verbrennung von Körperfett gedrosselt wird und häufig sind das sehr fleischhaltige Diäten, da Fleisch einen niedrigen glykämischen Index hat.

Weil aber gewiefte Biochemiker erkannt hatten, dass auch Aminosäuren und kurzkettige Fette eine Ausschüttung von Insulin bewirken, wurde kurz darauf der Insulinindex erfunden, der die Insulinausschüttung maß, was aber Jenkins' Arbeit nichts schmälern soll. Schlussendlich lässt sich der Glykämische Index aber nur auf Kohlenhydrate anwenden und nicht auf Fett oder Eiweiß. Wenn man alles drei vergleiche will, sollte man den Insulinindex heran ziehen.

Jenkins hat die letzten Jahre damit verbracht Forschungsarbeiten voran zu treiben, wie man mit Ernährung die Hauptzivilisationkrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes aufhalten und rückgängig machen kann. Anfang des Jahres war er der erste Kanadier, dem der Bloomberg Manulife Prize for the Promotion of Active Health, ein mit 50 000 $ dotierter Preis, welche die die Arbeit eines Wissenschaftlers im Bereich der Prävention in den letzten 5 Jahren würdig. Im Rahmen der Preisverleiung teilte er den Anwesenden dann mit, dass er einer veganen Ernährungsweise folge, aus gesundheitlichen Gründen, weil Veganer weniger Übergewicht, niedrigere Cholesterinspiegel und Blutdruck, weniger Typ-2- Diabetes und weniger koronare Herzerkrankungen haben. Außerdem führte er ethische Gründe wie Umweltverschmutzung, Massentierhaltung, die Verschmutzung des Wassers durch die Tierhaltung und das Aussterben von Tierarten an. Eine dertaillierte Auflistung mit allen Fakten, findet sich in diesem Artikel. Der geneigte Vegane kennt sie aber eh.

Jenkins selbst sagte, es sei einfacher einer gesunden Ernährung zu folgen, wenn man mehrere Gründe dafür hätte. Und weiterhin „Unsere Kindern und zukünftige Generationen werden entsetzt sein, dass wir diesen Themen kollektiv  keine Aufmerksamkeit geschenkt habe.“

Jenkins ist jetzt 72 Jahre als, ich weiß nicht wann und warum er vegan wurde, aber das eine führt halt immer irgendwann zum anderen. So hoffe ich. Obwohl ich meine, dass Gesundheitsveganer schneller die Tier- und Umweltschutzaspekte integrieren als Tierschutzveganer die Gesundheitsaspekte. Daher soll es bei Jenkins wohl auch mit der Gesundheit angefangen haben...

Menü des Tages am 27. Februar 2015

7 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, ayurvedischer Gewürzmischung, Wasser, Granatapfelkernen


12:30 Uhr: 1 Zucchini, gedünstet mit Salz und Pfeffer


Rest Ratatouille mit zusätzlich Kichererbsen und Reis


1 Banane
2 Orangen

18 Uhr: Gemüse-Sushi


1 Banane
1 Apfel

21 Uhr: Brokkoli
1 Banane

Ich hatte den ganzen Tag Durchfall und den ganzen Vormittag Schweißausbrüche. Sonst ging's mir gut. Habe die Klausur überstanden, nachträglich keine Minderwertigkeitskomplexe und fühle mich recht gut. Jetzt heißt es hoffen und beten, dass es gereicht hat und mein Gefühl mich nicht täuscht.

Hier noch mein Video von gestern:



Alles Liebe,

Silke

Freitag, 27. Februar 2015

Challengetag 9



Klausurbedingt auch heute nur ein Video:



Alles Liebe,

Silke

Donnerstag, 26. Februar 2015

Challengetag 8



Ich hatte fest vor heute zu bloggen, weil ich wieder auf ein tolles Thema gestoßen bin, aber heute früh sagt mir meine Intuition ich solle mich ausschließlich auf die Klausur morgen konzentrieren und nicht auf andere Dinge. Also mache ich das.

Morgen gibt’s demnach auch wieder nur ein Video und Samstag bin ich wieder voll da!

Video von gestern:



Alles Liebe,

Silke

Mittwoch, 25. Februar 2015

Challengetag 7



Die Frühschicht im Bioladen ruft mich heute, daher auch heute nur das Video:



Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 24. Februar 2015

Falsches Essen triggert andere Drogen



Ich bin völlig baff darüber, was in meinem Leben und in mir gerade passiert. Das Leben ist mit der Challenge einfach um Längen besser als ohne und ich glaube, es liegt daran, dass ich jetzt einen Punkt erreicht habe, an welchem mein Gehirn und meine natürlichen Neurotransmitter perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ich kriege meine Kicks jetzt tatsächlich aus dem richtigen Leben und nicht von Substanzen.

Und das geile daran ist, glaube ich, dass dieser grandiose Absturz, den man nach Substanzen hat ausbleibt, bzw. viele Tätigkeiten dazu führen können, dass Neurotransmitter ausgeschüttet werden und so bleibt das Level an Zufriedenheit grundlegend erhalten. Vorausgesetzt man tut das richtige. Das passiert nicht, wenn man zwischendurch Substanzen konsumiert, denn dann macht der Alltag keinen Spaß weil man Entzugserscheinungen hat.

Ich frage mich derzeit auch, wie sich gewisse Substanzen gegenseitig potenzieren oder sich die Klinke in die Hand geben. Ich war bei einem Freund zu Besuch, der während meines Besuchs rauchte, Bier trank, (was er übrigens jeden Tag macht - rauchen natürlich auch), kiffte, dann zu Whiskey Cola über ging, vorschlug noch verstecktes restliches Kokos hervor zu holen, die Schokosucht auch kannt und zudem auch noch in der Lage ist einen Orgasmus mit seiner Dopmaminausschüttung zu genießen. Wir unterhielten uns über Drogen, über Sex auf Drogen, darüber wie Alkohol oder Koffein zu Zigaretten verführen können und obwohl er es nicht glauben konnte, auch über das was Kathleen DesMaisons in Potatoes Not Prozac schreibt, dass eine Ernährungsumstellung im zucker- und mehlfreien Sinne, die Rückfallquote von Alkoholikern um längen bessert.

Mein Freund war in der Lage das völlig und absolut nachzuvollziehen und fand das auch sehr sinnvoll. Argumentierte dann aber: „Ich mag aber meine Spaghetti mit fetter Bolo, das ist Genuss für mich und Lebensqualität“ - Ich hab dann argumentiert, dass Geschmacksknospen nur 12 Tage alt werden und der Geschmack sich ändert, aber die Vorstellung alleine auf Spaghetti Bolognese verzichten zu müssen ging gar nicht für ihn. Er hat auch nur für Spaghetti Bolognese so vehement gekämpft, nicht für alle anderen Drogen, die er den Abend über so konsumiert hat!;-))))

Und deshalb gibt’s die Challenge. Es einfach mal nur 3 Wochen machen. Das kann jeder. Wenn man es dann doof findet und alles nicht schmeckt, kann man ja wieder zurück zur Spaghetti Bolognese. Das fand er dann wiederum interessant.
Alternativ kann man das machen, was Kathleen DesMaisons vorschlägt, nämlich z.B. nur eine Kleinigkeit ändern, wie das Frühstück. Und dann weiter zusehen.

Unterdessen saß ich dabei und war völlig fasziniert davon wie ich mit meinem alkoholfreien Bier zurecht kam und überhaupt keine Lust darauf hatte auch zu rauchen, was ich von mir nicht kenne. Ich dachte, der Abend würde von mir abverlangen tierische Disziplin aufzubringen, aber dem war absolut nicht so. Es hat völlig gereicht, dass ich was zu trinken hatte, das wie Bier schmeckte (Wasser wäre echt nicht gegangen) und es hat auch gereicht, dass er auf Drogen war, denn der Abend war nett und ich hab viel gelacht. Meine Nüchternpersönlichkeit ist offensichtlich nicht viel anderes als meine Alkoholpersönlichkeit. Lange Jahre Arbeit am eigenen Unterbewußtsein.

Hingegen ist meine Challengepersönlichkeit völlig anders als meine Nicht-Challenge-Persönlichkeit. Meine Challengepersönlichkeit hat nämlich absolut keinerlei Probleme. Problemfreie Zone! Sie ist das Ideal von mir und das Ideal von allem was Abraham Hicks als Optimum beschreibt. Völlig in Einklang mit sich und der Welt und voller Vertrauen, dass alles gut wird/ist und wenn doch Gefahr droht, wird das Leitsystem schon darauf hinweisen und auch die Lösungen liefern. Einfach nur im Moment.

Das geht nicht mit Rohkost, und auch nicht mit veganem Essen, das geht nicht mit Starch Solution und auch nicht mit sonst irgendeiner Diät, die das Belohnungssystem weiterhin anwirft. Ich persönlich kenne keine einzige Person, die nicht immer wieder gerne ihr Belohnungssystem auf derartige Weise anwirft. Keine einzige! Ich kenne nur Menschen, die damit NOCH keine Probleme haben ihre Probleme mit Bohlungssystem-Kram zu übertünchen..

Und wie ich eigentlich auf all das kam...:

Im Sommer letzten Jahres habe ich mich erstmals gefragt, wie viele psychische Krankheiten wohl mit der Ernährung zusammen hängen, weil ich was von cholerischen Anfällen von Menschen unter koffeineinfluss gelesen habe und total viele Leute in meinem Umfeld hatte, von denen ich das Gefühl hatte, die haben irgendwie einen Schlag schräg. Eine davon, so erfuhr ich später, nahm Antidepressiva und da wurde mir klar, dass wohl sehr viele Menschen, die am Alltag teilnehmen, irgendwie Gesellschaftsunfähig sind, weil sie Drogen nehmen, oder Medikamente nehmen oder vielleicht auch falsch essen. Man erkennt diese Menschen als irgendwie seltsam auf den 2. Blick.

Jetzt, nachdem ich weiß wie auch Essen als Drogen wirken könne, glaube ich fast aller Streit und auch alle emotionalen oder Beziehungsprobleme rühren von dem was man konsumiert. Ich seh das gerade an meinem Arbeitskollegen, der an Aschermittwoch aufgehört hat zu kiffen. Er ist nicht mehr in der Lage auf der Arbeit normale Beziehungen zu den Kollegen zu führen, was ihm ziemlich wahrscheinlich bald sehr große Probleme bereiten wird, wenn er das nicht ändert. Das ist jetzt genau der Moment um an Ernährung zu arbeiten, aber das weiß er natürlich nicht, weiß nicht was im Gehirn passiert, hat vielleicht auch nicht die Kompetenzen das zu verstehen und risikiert vielleicht gerade wirklich seinen Job.

Also, ich liebe mich auf Challenge. Die Challenge macht mich zum besten Menschen der ich sein sein, macht mich zufrieden, gelassen und stressresistent. Und beschert mir ein Leben ohne Probleme. Ich möchte am liebsten nicht mal mehr Leinsamen und Nüsse in diese Ernährung integrieren obwohl ich mir auch nicht vorstellen kann, dass das Bisschen was ändern könnte. Krass...

Menü des Tages am 23. Februar 2015

12 Uhr: Mangold mit Salz und Pfeffer, Tomate


Haferflocken mit 2 Bananen, Wasser, Ayurvedische Gewürzmischung, Granatapfelkerne


4 Pflaumen

16 Uhr: 1 Möhre

17 Uhr: Quinoa und Mangold-Tomaten-Pfanne


1 Banane

22 Uhr: 2 Bananen

Hier noch das Video von gestern!



Ich bin absolut selig. Ich kann mir nicht vorstellen jemals wieder ein Problem zu haben...es sei denn natürlich, ich falle durch die Klausur durch!;-)

Alles Liebe,

Silke

Montag, 23. Februar 2015

Challenge Tag 5



Heute wieder nur das Video von gestern:



Alles Liebe,

Silke

Sonntag, 22. Februar 2015

Was es mit Paleo-Cholesterinwerten auf sich hat und das Challenge-Zauberland!



Ich hab schon öfter über Cholesterin geschrieben und irgendwie ist das frustrierend, weil man zu Cholesterin tatsächlich eine „Meinung“ haben kann. Nicht alles, was Cholesterin betrifft sind eindeutige wissenschaftliche Fakten. Manche Dinge widersprechen sich da leider auch. Das macht das Thema komplizierter.

So gibt es z.B. die familiäre Hypercholesterinämie, ein erblich bedingter zu hoher Cholesterinspiegel, der auf Fehlern in den Choelsterinrezeptoren zurück geht, welche bereits bei Kindern einen Herzinfarkt verursachen können. Daher ist völlig klar, dass Cholesterin mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt, bzw sie mit verursacht. Es gibt aber auch Menschen mit einem sehr hohen Cholesterinspiegel, deren Arterien absolut jungfäulich sind und keinerlei Plaque aufweisen.

Und weil das alles so widersprüchlich ist, hat die Medizin das nun so geregelt, dass sie nicht nur einfach auf den Cholesterinspeigel schauen, sondern auch auf das Verhältnis von „gutem“ HDL zu „schlechtem“ LDL. Dieses soll 1:4 sein bzw. nicht höher und erlaubt auch Leuten mit einem relativ zu hohen Cholsterinspiegel trotzdem noch ok zu sein. Das Verhältnis der beiden zueinander wird aber erst gemessen, wenn man über dem erwünschten Wert von 200 mg/dl liegt.

Dummerweise ist es aber so, dass es auch ne ganze Menge Menschen gibt, die einen Cholesterinspiegel darunter haben und dennoch einen Herzinfarkt bekommen. Was ist da also los?

Dr. Michael Greger hat dazu ein Video gedreht und mich hat seine Meinung interessiert, also habe es angeschaut. Er stellt sich hier die Frage, warum die Gesundheitsautoritäten nicht empfehlen die Cholesterinrichtwerte auf ein risikofreies Maß zu senken.

Als risikofrei wird ein Richtwert von 50-70 mg/dl LDL-Cholesterin angesehen. (HDL kommt dann noch hinzu und man ist bei weit unter 150 mg/dl Gesamtcholesterin. In der Framingham Heart Study zeigte sich seit 70 Jahren, dass es niemals jemals einen Patienten gab, der einen Herzinfarkt hatte und einen Gesamtcholesterinwert von unter 150 mg/dl aufwies und deshalb sieht Dr. Esselstyn das als erklärtes Ziel an. Michael Greger beruft sich hier auf den ehemaligen Chefredakteur der Journals of Carrdiologie, Dr. William Clifford Roberts, der als allerwichtigsten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Cholesterin sieht. Cholesterin gilt offiziell als einer von 9 Risikofaktoren neben zu wenig Obst und Gemüse, Rauchen, zu wenig Sport, Diabetes, Übergewicht, Gene, Alter, Enzündungen, Bluthochdruck und Stress. Roberts ist der Auffassung, dass zu hohes Cholesterin sich auf die anderen Risikofaktoren entsprechend negativ auswirkt. Es gibt also keinen Nachweis, dass ein sagen wir diabetischer Raucher mit einem Cholesterin von unter 150 einen Herzinfarkt kriegen könnte. Danach beruft sich Gregor auf einen Artikel der 2005 im Journal of Lipid Reasearch erschien, welcher besagt, dass man auch bei Menschen mit „normalem“ Cholesterinspiegel, also solchem innerhalb der Richtwerte bis 200 mg/dl Atherosklerose gefunden habe. Heißt, die empfohlenen Werte machen die Menschen bereits krank (Was eigentlich in der Framingham Heart Study bereits gezeigt wurde.)

Und dann wird es lustig, denn danach beruft sich Greger auf eine Studie die 2004 im Journal of the American College of Cardioloy erschien wo darüber berichtet wird, was der optimale LDL-Spiegel sei: 50-70 mg/dl

Jetzt fragt ihr, wo ist das lustig? - Mir stach ein Namen ins Auge, den ich schon mal gehört hatte, der als drittes der Studiendurchführenden genannt wird: Loren Cordain. Kennt ihr den? Das ist der Mann der die Paleo-Ernährung „erfunden“ hat, der Mann dessen Buch „The Paleo-Diet“ heißt.

Weitere Studien zeigen, das man diesen LDL-Cholesterinwert von 50-70 mg/dl  auch bei der Geburt hat, dass Menschenaffen einen derartigen Wert haben und eben auch Völker, die nicht von der Herzerkrankungsemidemie befallen sind.

Dann geht Gregor darauf ein, dass man die Cholesterinempfehlung deshalb nicht offiziell ändern würde, weil es das Gesundheitsystem überfordern würde. Cholesterinsenker sind jetzt schon die am meisten verkauften Medikamente! Dann müsste fast jeder jeden morgen Cholesterinsenker schlucken. Und um mal meinen Senf dazu zu geben: Vitamin D wird aus einer Vorstufe von Cholesterin hergestellt und wenn man die Cholesterinbiosynthese unterbindet, wie es Statine, die beliebtesten Cholesterinsenker tun, kommt es zu Vitamin D Mangel, der wieder, weiß Gott wohin, führt. Also erwähnt Greger, dass man den Cholesterinspiegel natürlich nicht nur mit Medikamenten senken kann sondern mit Essen. Mit veganem Essen. Veganer haben durchschnittlich automatisch einen LDL-Wert von 69. Und dass sind nicht unbedingt fettarme, vollwertige Veganer.

Ich schließe daraus, dass Loren Cordain, der übrigens keinen MD sondern einen Phd hat, er ist spezialisiert auf Ernährung und Sport Physiologie und Professor dafür an der Colorado State University erwartet dass Paleo zu einem derartigen Cholesterinspiegel führen soll. Und ich hab keinen blassen Schimmer, wie man mit einer Ernährung mit derart vielen tierischen Produkten und Fett auf einen so niedrigen LDL-Cholesterinspiegel kommen kann. Es sei denn, man betrachtet Fleisch wirklich als untergeordent neben Gemüse.

Nun ist das aber alles nur eine Meinung. Es ist nicht klar, ob Cholesterin wirklich der entscheidende Risikofaktor ist oder nur einer. Ornish hat mal einen Link zu einer Studie gepostet, welche belegt, dass nicht nur Cholesterin entscheidet sondern eben auch Fett zu Atherosklerose führt. Und nur durch Cholesterinsenker geht das auch nicht weg. Weg geht es nachweislich bisher nur mit fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung.

Aber dann sind wir uns ja einig: Der optimale Cholesterinspiegel für alle Menschen, egal ob Veganer oder Paleo oder irgendwas daneben oder dazwischen ist unter 150 mg/dl mit einem LDL von 50-70 mg/dl. Ich hab bisher immer gedacht, die Paleo Anhänger würde das abstreiten, weil die instinktiven Rohköstler immer argumentieren, dass „das Cholesterinding“ überbewertet ist.

Menü des Tages am 21. Februar 2015

5 Uhr: Brokkoli mit Tomaten


Haferflocken mit Bananen, ayurvedische Gewürzmischung, Granatapfel und Wasser


2 Bananen

10:30 Uhr: 1 Kartoffel, Kichererbsen, ½ Kopfsalat, 1 gelbe Paprika, Balsamicoessig, Bohnen-Curry-Senf-Sauce


17 Uhr: 3 Snackmöhren
Rest vom Kopfsalat
Gemüseeintopf mit Linsen, Mais, Tomaten, Brokkoli, Selerie, Kelpnudeln, Garam Masala, Kreuzkümmel, Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer


20 Uhr: 2 Bananen

Ich hatte tatsächlich gestern Abend noch richtig Hunger. Mein Magen war leer. Das waren wahrscheinlich doch ziemlich wenig Kalorien in dem Gemüseeintopf.

Mein Tag war fantastisch! Ich war super fit, stressresistent, bin um 4:30 Uhr aufgestanden, habe 8 Stunden gearbeitet und dann noch bis 22 Uhr abends gelernt ohne Konzentration einzubüßen. Es war Magie, Zauberei! Ich liebe was die Challenge mit mir macht. Sie bringt das allerbeste in mir zum Vorschein und eliminiert alles was mich unzufrieden oder neurotisch machen kann. Es gibt mir Selbstbewußtsein - ja, noch mehr -wenn ich Herr meiner Sinne und meines Verhaltens bin und das bin ich nicht, wenn ich nach was greifen von dem ich mir kurz vorher geschworen habe, dass ich es nicht anrühren werde. Die Challenge im Berufsaltag zu erleben hat auch einen ganz eigenen Reiz und vor allem in Bezug auf Lernen und das, was ich als „Klausurstress“ erlebe.

Hier das Video von gestern. Besonders interessant für die Instinkto-Fraktion, die mich derzeit dauernd anschreibt:-):



Alles Liebe,

Silke

Samstag, 21. Februar 2015

Challenge Tag 3



Auch heute wieder ein Tag, an welchem ich keine Zeit zum bloggen finde, sondern mich wieder bereit erklärt habe spontan im Bioladen aus zu helfen. Also auch heute wieder nur das gestrige Video und morgens kommt es dann hoffentlich zu einem schon seit Tagen geplanten spannenden
Blogeintrag!

 

 Alles Liebe,

 Silke

Freitag, 20. Februar 2015

Challlengetag 2



Auch heute wieder nur ein kurzes Video:



Alles Liebe,

 Silke

Donnerstag, 19. Februar 2015

Challengetag 1



Ich steh heute ab 6 Uhr morgens im Bioladen, daher auf die schnelle heute nur mein gestriges Challengevideo!



Alles Liebe,

 Silke

Mittwoch, 18. Februar 2015

Challengestart!



Die nächste Challenge ist endlich wieder da! - Nachteil an der ganzen Sache: Ich war nicht die einzige der Teilnehmer der ersten Challenge, die sich zu sehr gehen lassen hat. Wenn man eine totsicherer Methode hat mit der man ein Problem in den Griff kriegen kann, wird man zu nachlässig. Also, zumindest in den Endzügen. Ich kann ja auch super mit Nicotinkaugummi mit de Rauchen aufhören, daher hatte ich nie diese Hemmschwelle zur ersten Zigarette. Mit der Challenge ist das jetzt genau so: Ich wusste, wann der Termin zur nächsten Challenge an stand und die anderen auch, daher sind wir alle zu weit vom Pfad abgewichen.

Mein Essrhythmus ist völlig hinüber und ich hab Süßgelüste. Ich hab sogar kurz überlegt ob ich mir noch ein letztes Mal Schokolade genehmigen sollte, einfach nur, weil ich jetzt keine mehr darf. Ich hab es dann aber gelassen, weil Cranberry-Muffins gereicht haben und auch weil ich wahrscheinlich von Schokolade echt grundsätzlich die Finger lassen muss. Ich komme mit Alkohol und Zigaretten-Ausnahmen besser klar als mit Schokoladenausnahmen. Das ist ziemlich krass! Vielleicht, weil die echtes Essen ist und daher mehr mit meiner Ernährung kollidieren.

Ich denke darüber nach, was mich womöglich erwartet und auch jetzt schon darüber, was die anderern erwartet. Eine neue Teilnehmerin schrieb gestern in der FB-Gruppe, dass sie Angst habe sich mit Kohlenhydraten so unendlich voll zu stopfen, dass sie vor habe Kalorien zu zählen. Ich erinnere mich an alles, was ich über Food Obsession gelesen habe. Kalorien zählen und sich dauernd wiegen sind ein Teil des Problems und man muss sich schlussendlich auch davon lösen. Es ist quasi ein Suchtcharakteristikum. Logisch, wenn die Krankheit darin besteht einen Kontrollverlust zu erleiden, und das ist der gemeinsame Nenner bei Esssucht und auch Essstörungen. Dann versucht man sein Gewicht und seine Kalorien zu kontrollieren.

Das faszinierende an der Challenge ist aber, dass das wirklich vorbei geht. Nach 4 Tagen stopft man sich nicht mehr mit allem voll und erkennt, dass der Körper eine Grenze setzen kann, für das Verlangen nach Nahrung. Dann erwächst Vertrauen.

4 Tage muss aber auch ich mich jetzt rumschlagen mit Gelüsten, mit zu viel Nahrung im Verdauungstrakt und ziemlich wahrscheinlich auch mit schlechterer Stimmung und/oder Lethargie.

Ich bin gespannt, was ich diesmal lernen werde. Gespannt, was den anderen passiert und wie sich diese Challenge von den letzten unterscheidet. Ob wieder solche Heureka-Erlebnisse kommen, wie, dass ich 3 Mahlzeiten einhalten kann? Wie ich mich in Klausuren ohne Kaffee und Traubenzucker schlage?

Und ich erwische mich dabei, wie auch ich versuche zu „handeln“. - Es heißt, alle Süchtigen  versuchen zu handeln, in dem Sinne, dass sie versuchen für sich die Regeln zu verdrehen oder abzuändern, weil sie „völlig anders ticken“ - In ihren eigenen Augen! Ich hab mir gestern überlegt, ob es vielleicht möglich wäre Kuchen z.B. mit weniger Zucker zu backen, so dass ich meinen Geschmack nicht ruiniere. Dabei hatte ich völlig vergessen, dass Kuchen ja auch aus Mehl besteht, was auch nicht geht. Alkoholiker oder Raucher die aufhören wollen, „handeln“ indem sie die Menge runter schrauben wollen, oder nur am Wochenende rauchen/trinken etc. Und irgendwann stellen sie dann fest, dass das nicht funktioniert und entscheiden sich dann doch für Abstinenz. Ich weiß nicht, ob ich an diesen Punkt kommen werde und falls ja wann.

Eine Teilnehmerin schrieb gestern in der Gruppe, dass sie neben der Challenge, Intermittierendes Fasten machen wolle, weil sie Angst habe mit der Challenge nicht genug Gewicht zu verlieren. Sie wolle daher nicht jeden Tag essen. Außerdem könne sie nicht immer Challenge essen sondern habe auch noch Familie, die sich völlig anderes ernähre. Auch das ist ein „Handel“ - Man will zwar von der Sucht weg, aber nur für die Zeit, wenn man den Kontrollverlust hat, nicht, wenn man damit Spaß haben kann.

Ich bin auch so. Ich glaube, wir sind alle irgendwo so. Die Psychologin Judi Hollis erkennt in ihrem Buch Fat Is a Family Affair: How Food Obsessions Affect Relationships bei Süchtigen, die selben Phasen wie bei Trauernden:

1. Nicht wahr haben wollen
2. Aufbrechende Emotionen über den Verlust
3. Suchen, finden, sich trennen, wo man Nähe zu der Droge sucht, aber sie nicht konsumiert
4. Akzeptanz

Ich bin noch im "Nicht wahr haben wollen" bzw. im Handeln mit der Situation. „Mal ein Stück Schokolade wird doch wohl gehen, oder?“ Nur ist meine Schokolade nicht tot, sondern gilt als vermisst. Auch das ist wahrscheinlich ein Prozess, der eine gewisse Zeit braucht.

Menü des Tages am 17. Februar

8 Uhr: rohe Möhren mit Rosenkohl


Haferflocken, Banane, Yogi-Tee, Mandeln, Leinsamen, Traubenkernmehl, Trauben


1 Cranberry-Kürbis-Muffin

10 Uhr: 1 Cranberry-Kürbis-Muffin

11.45 Uhr: Rest Eintopf mit rotem Quinoa


2 hv Trauben
2 Mandarinen

14:30 Uhr: 1 Muffin
1 Banane

18 Uhr: Linsenchili mit rotem Quinoa


1 Banane

Ich hatte nicht genug Brokkoli im Haus, weil an Rosenmontag alle Geschäfte in Köln zu haben, also musste es das geben, was ich noch hatte: Möhren und Rosenkohl. Und ich habe meine Süßgelüste mit Muffins bekämpft, die ich ja noch eingefroren im Kühlschrank hatte. Statt Schokolade, aber die haben in meinem momentanen Zustand auch Lust auf mehr gemacht. Nur, dass sie halt auch viele Nährstoffe enthalten und den Magen füllen...

Also, man darf gespannt sein. Und wer noch nicht mit dabei ist. Beitreten! https://www.facebook.com/groups/737463279681650/?fref=ts

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 17. Februar 2015

Omnivore, instinktive Rohköstler - taub oder blöd?



Ich weiß noch nicht so ganz, ob Karneval jetzt für mich vorbei ist, aber es wahr sehr lustig, auch, wenn ich nur 2 Mal weg war. Das zweite Mal am Samstag Abend, wo ich nach der Arbeit, die um 20:30 Uhr zu ende war, noch zu einer Party gefahren bin und schlussendlich bis 8 Uhr morgens unterwegs gewesen bin. Dass habe ich auch seit Jahren nicht mehr gemacht. Samstag Abend im Bioladen habe ich zwei Riegel Viviani Schokolade und auch noch einen Brownie verdrückt, weil ja bis zur Challenge quasi eh alles egal ist. Also..nicht ganz..aber die Umstände waren halt entsprechend verschlechtert und ich eh schon vom Weg abgekommen und auf dem Weg nach Hause um 8 Uhr morgens, bin ich an einer Bäckerei stehen geblieben um ein Schokocroissant zu kaufen. Am Sonntag hab ich demnach viel geschlafen und gestern dann mein Leben normal gelebt, indem ich Joggen war und den Rest des Tages gelernt habe. Ich hatte keinen Kater, aber ich hatte Süßgelüste. Ganz klar.

Das mit dem Alkohol und der Challengeernährung ist auch lustig. Ich vertrage ihn besser als bei Starch Solution oder ähnlicher Ernährung. Ich denke das hängt mit dem höheren Gemüseanteil und auch mit dem höheren Vitamin- und Mineralstoffanteil zusammen. Ich stelle mir vor, dass so manche Enzyme besser funktionieren, wenn ausreichend Mineralstoffe und Vitamine vorhanden sind, aber faktisch weiß ich es nicht. Wenn ich mein Augenmerk auf Stärke setze, vertrage ich Alkohol wesentlich schlechter. Bei Rohkost vertrage ich ihn super. Ich dachte ohne Rohkost sei das jetzt vorbei, aber die Challengeernährung scheint das selbe zu können.

Ach, und a propos Rohkost. Ich hab mir mal genauer angeschaut, was dieser Rohköstler mit dem Eisenmangel und der Fettleber so alles isst, den ich im letzten Eintrag erwähnt habe, denn ich wusste bisher gar nicht, dass der jetzt auch Tagebuch darüber führt. Ich interessiere mich für ALLE Rohköstler und alle Rohkostformen überhaupt gar nicht, weil ich es abgrundtief dumm finde, wenn man der Auffassung ist, dass nachdem die Menschheit jetzt 500 000 - 2 Mio. Jahre kochte, man wieder mit 100% Rohkost und Steinzeiternährung anfangen will. Klar, vor 5 Jahren wusste ich das auch noch nicht, und hab den Bullshit geglaubt den David Wolfe, Konz und Konsorten so erzählt haben, aber derartige Anthropologie kann man einfach nicht ignorieren. Es sei denn man ist dumm oder Verschwörungstheoretiker.

Jedenfalls sehr lustig, was der Herr so schreibt. Er frühstückt immer viel Obst manchmal mit ein bisschen grüne Blätter. Häufig ein halbes Kilo Nusse und dann ziemlich viel Fleisch oder Geflügel und zwar so abgefahrene Sachen wie Schwan oder Kormoran, was ihn wahrscheinlich auch noch sau viel Geld kostet. Persönlich weiß ich auch gar nicht warum sich so jemand nicht einfach seine Eichhörnchen und Karnickel auf der Straße fängt und die dann häutet und grillt...Er hat eine Anämie, Eisenmangel, B6-Mangel, beginnende Fettleber, beginnendes Rheuma und Vitamin E-Mangel.

Zudem kennt der Typ mich. Er kennt mein Blog, weiß was ich schreibe und glaubt dennoch tief und fest daran, dass 100% omnivore, instinktive Rohkost das Non plus Ultra sei. Natürlich kriegt man von einer derartigen Ernährung mit viel Fructose und vor allem viel Fett schneller eine Fettleber als als Alkoholiker! Und es wirf alles beides das Belohnungssystem voll an! - Das ist ja auch noch da. Sie nennen es Ernährungsinstinkt, ich nenne es Sucht! Wer sich seine Tropenfrüchte und Schwäne im Internet bestellen muss isst sicherlich nicht "natürlich"!

Was an seinem Eisen faul ist, ist wahrscheinlich komplizierter. Er selbst denkt nun, es müsse mit Amalgam zusammen hängen, aber da kann ich auch nur widersprechen, denn ich hatte auch bis vor 2 Wochen noch eine übriggebliebene Amalgamplombe und habe weder einen Eisen- noch einen HB-Mangel. Ich nehme an er isst einfach viel zu viel Fett und dass das die Eisenaufnahme behindert. Was noch viel schlimmer ist ist, dass bei hohem Fettgehalt in der Nahrung der Sauerstofftransport des Bluts eh schon verschlechtert ist und wenn dann noch eine Anämie hinzu kommt, kommt noch weniger Sauerstoff im Gewebe an und vielleicht verschlechtert es bei derartigen Menschen dadurch, die Fähigkeit so weit zu denken, dass berücksichtigt werden kann, dass niemand mehr bezweifelt, dass der Mensch bereits länger kocht als er Mensch ist und auch, dass sicherlich kein Urmensch jemals 500 g Cashews gegessen hat mit ihrer fast unmöglich zu öffeneonden Schale. Jeder Gorilla würde früher feststellen, dass 500 g Nüsse offensichtlich nicht zur optimalen Nahrung seine Spezies gehören können, wenn so schwer ran zu kommen ist! Aber wenn er sie geschält im Internet bestellen könnte, würde auch sein Belohnungssystem darauf abffahren!

Also, für alle Rohköstler da draußen nochmal Catching Fire – How Cooking made us Human.



Dr. Wranham weist besonders darauf hin, dass durch Kochen die Aufnahme von Nährstoffen, sowohl Kalorien als auch Vitamine und Mineralstoffe, erleichtert wird und wir nur deshalb zum Menschen geworden sind. Das selbe gilt für rohes Fleisch und was es an Nährstoffen enthält. Auch hier erleichtert Kochen die Aufnahme. Bei derart hoher Fettkonzentration ist wahrscheinlich aber eh alles vorbei, denn das Zeug erfordert unendlich viel Gallensäure und Magensäure. Wranham wurde von den Hunzas ausgelacht, als er vorschlug Nahrung roh zu verzehren. Und er hat die unterschiedlichsten Spezies darauf untersucht ob sie gekochte oder rohe Nahrung vorziehen und es war immer die gekochte. Die Zunge spürt schon, dass die Nährstoffdichte höher ist. Und wenn man alles roh isst, aber viele Tropenfrüchte oder viele Fette instinktiv verlangt kann auch hier sein, dass nur das Belohnugssystem dahinter steckt.

Am Ende sagt er folgendes: "The ultimate reason for celebrating cooking: Without it, we would still be apes" - Manche sind auch heute offensichtlich noch Affen...

Ich lade auch gerne jeden omnivoren Rohköstler dazu ein mal 3 Wochen die Challenge mit zu machen, dann wird er sehr schnell feststellen wie viel besser es ihm damit geht. Die Blutwerte verbessern sich dann auch sehr schnell wieder. Sogar das Eisen, auch wenn der HB-Wert etwas länger braucht. Und wer das nicht will sollte sich mal, wie Dr. Wrangham, genau so ernähren wie die Menschenaffen, die er untersucht hat, nur um festzustellen, dass der menschliche Verdauungstrakt nicht so effektiv ist wie der von Affen.

Gegessen habe auch ich gestern was:

9 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Yogi-Tee, Traubenkernmehl, Vanille, Leinsamen, Kakao, Mandeln, Trauben


1 Mango

12 Uhr: rohe Möhre
Auberginen-Blumenkohl-Eintopf


1 Cranberry-Kürbis-Muffin

16:30 Uhr: Rest Eintopf
1 Banane

17:40: 1 Muffin

19:15 Uhr: paar Kichererbsen

Und hier noch mein Challenge Start-Alarm Video für den Beginn morgen!



Alles Liebe,

Silke

Samstag, 14. Februar 2015

Alan Goldhamer DC über die Lustfalle und warum wir uns in der Evolution nie an hohen Fleischverzehr angepasst haben



Ich hab heute großartige Videos für euch, hauptsächlich, weil ich gestern kein Ernährungstagebuch geführt habe, weil ich ursprünglich nicht dachte, dass ich heute überhaupt bloggen würde. Stellte sich aber heraus, dass alle meine Freunde es an Weiberfastnacht übertrieben haben und jetzt, mit über 40 Jahren, nicht mehr in der Lage sind zwei Tage hintereinander feiern zu gehen. Ich hingegen hatte gestern um 11 Uhr Dienst im Bioladen und bin an Weiberfastnacht entsprechend früher nach Hause gefahren und habe wesentlich vorsichtiger getrunken. Dadurch hat es dann aber auch weniger Spaß gemacht. Dafür war ich sehr froh gestern bei der Arbeit fit gewesen zu sein.

Also, kommen wir zu einem Vortrag von Alan Goldhamer, dem naturheilkundlichen Arzt, auf den AJ sich so gerne bezieht. Ich weiß nicht, was das in den USA ist, aber der naturheilkundliche Arzt ist sowas wie das Äquivalent zu unserem Heilpraktiker. Nur, dass man das studieren kann und dann auch einen Doktortitel führen darf, aber dann halt keinen MD wie der Schulmediziner, sondern einen DC. Ich glaube, so mancher Heilpraktiker würde sich dass hier auch wünschen. Ich hingegen habe irgendwie das Gefühl, dass diese naturheilkundlichen Ärzte besser ausgebildet sind als viele Heilpraktiker in Deutschland, von denen ich schon ne Menge mehr Blödsinn gehört habe als von naturheilkundlichen Ärzten.

Jedenfalls ist dieser Vortrag das effizienteste was ich jemals zum Thema Esssucht gehört habe. Goldhamer ist prägnant, klar, redet keinen Mist und erklärt alles so, dass jeder Dummie es verstehen kann. Und so beeindruckend es ist, sich mit tiefer Wissenschaft und Neuroanatomie diesbezüglich zu beschäftigen, so fehlt da wahrscheinlich doch irgendwie das Entscheidende. Der Patient versteht es nicht. Außerdem braucht Goldhamer hier nur 30 Minuten um alles zu erklären und zudem nebenbei die Rohkosternährung zu enttarnen, sowie darauf hin zu weisen, dass nicht alles, was irgendwo geschrieben steht ( z.B. im Internet) auch wahr ist.

Er fängt an mit der Evolution. Erklärt, dass wir bereits vor mindestens 500 000 Jahren mit dem Kochen anfingen, manche Wissenschaftlicher gehen davon aus, dass das bereits vor 2 Mio. Jahren passierte, wie der Primatenforscher Dr. Richard Wrangham, der das Buch Feuer fangen: Wie uns das Kochen zum Menschen machte geschrieben hat und diesen wunderbaren Vortrag darüber hält, wie sich die Anatomie der Spezies Homo vor 2 Mio. Jahren verändert habe und man mittlerweile davon ausginge, dass es mit der Einführung von gekochtem Essen gekommen sei. Goldhamer ist so klug nur von den 500 000 Jahren zu sprechen und ist anthropologisch so bewandert, dass er auch erwähnt, dass wir da als Spezies noch nicht mal Homo Sapiens waren sondern noch Homo Erectus. Der Mensch kochte also bereits bevor er überhaupt Mensch war!

Und bevor er überhaupt sprach! - Die Sprache entstand erst vor100 000 Jahren und brachte zwar sehr effektive Kommunikation mit sich, aber als dann die Schrift, das Aufzeichnen von Sprache und vor 600 Jahren dann die Gutenbergsche Buchpresse erfunden wurde, hatte der Mensch das Problem, dass er irgendwie definieren musste, ob das Geschriebene überhaupt wahr war. Daher musste er die Wissenschaft erfinden und nach strengen mathematischen Regeln vorgehen um Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Das System der Wissenschaft funktioniere zwar nicht perfekt,aber was besseres haben wir zwischenzeitlich eben noch nicht erfunden.

Ich hab in den letzten Tagen zwei Mails bekommen. Eine von einer omnivore Rohköstlerin, die mir schrieb ich solle nicht so viel Blödsinn über die Schädlichkeit von Fleischkonsum verbreiten, denn Fleisch aus natürlicher artgerechter Haltung sei gesund, und das sei wissenschaftlich bewiesen ob ich denn nicht Angelika Fischers Buch „Alles roh“ gelesen hätte. Ich hab ihr zurück geschrieben, dass ich mich mit derartigem Laiengeschreibsele nicht beschäftige und sie mir Studien aus wissenschaftlichen Peer Reviewes Magazinen wie der Lancet und dem New England Journal of Medicine schicken solle, dann könne man diskutieren oder halt irgendwelche anderen wissenschafltichen Magazinen. Oder auch solche die in PubMed veröffentlicht sind. Die Autorin von von „Alles roh“ ist weder Wissenschafttlerin noch hat sie irgendeine Naturwissenschaft studiert. Sie brüstet sich damit, dass sie mit Ärzten und Wissenschaftlern geredet habe! - Als ob das eine das andere ersetzen könne.

Eine zweite Mail bekam ich von einem omnivoren Rohköstler, der mir schon öfter in den letzten Jahren geschrieben hat, der sich in dem Forum der Autorin von „Alles roh“ dazu geäußert hatte, dass er jetzt trotz reichlich Rohfleisch Konsum einen Eisenmangel habe. Außerdem sei bei ihm eine beginnende Fettleber diagnostiziert wurden. Das wurde von einer Veganerin damit kommentiert, dass das wahrscheinlich an der hohen Menge Phospat läge, die man in Fleisch und Milchprodukten mit konsumiert, welches Eisen unmöglich zu absorbieren macht und am hohem Fruktosekonsum, denn omnivore Rohköstler essen ja kein Getreide. Aufgrund dieser Argumentation schrieb der Typ mir, ob ich hinter dem Pseudonym stecke. Steckte ich nicht, aber ich kannte die Schreiberin, weil diese mir auchkürzlich geschrieben hat und mich zu dem Salz-Beitrag von vorgestern inspiriert hatte. Sie hat allerdings Recht mir ihrer Argumentation und da stecke nicht ich hinter, sondern die Wissenschaft.
Es steht in jedem Physiologiebuch, dass Phosphat die Aufnahme aller zweiwertiger Ionen hemmt!!! Als ob nur ich das wüsste!

Omnivore Rohköstler sind daher vor ungefähr 50 000 Jahren stecken geblieben. Sie haben Sprache aber keine Wissenschaft und erzählen sich in Foren gegenseitig Blödsinn ohne die gängige Anthropologie zu beachten, die besagt, dass wir schon mindestens 500 000 Jahre kochen. Ich hab gleich noch eine Ergänzung dazu, von Dr. Michael Greger, aber erstmal zurück zu Goldhamer.

Er geht nach der Schilderung der Evolution und der Belohnung die wir durch Essen und Sex in unserem Hirn erfahren dazu über, dass wir es zwischenzeitlich geschafft haben diese Belohnung auch künstlich herzustellen. Er trägt die Drogen vor und wie sie wirken und klärt dann ob es denn nur das gewesen sei, ob wir einfach Nein zu Drogen sagen sollten und das wäre es dann.

Das war's nicht. Im zweiten Video geht er darauf ein, warum uns Nahrungsmittel mit zu hohem Nährstoffgehalt, wie er in der Natur nicht vor kommt, ebenfalls einen hohe Dopaminausschüttung bewirken, so dass wir immer mehr davon wollen, schlussendlich deshalb, weil wir uns ohne verhältnismäßig schlechter fühlen. Hier also 2 Mal Alan Goldhamer für euch:



Das andere tolle Video ist von Dr. Michael Greger, Schulmediziner, der Videos über Studien veröffentlicht und währenddessen selber erklärt. Er hat ein 3 minütiges Video darüber gemacht, warum Paleo Blödsinn ist. The Problem with the Paleo-Diet Argument.

Natürlich fängt auch er damit an zu erklären, dass das Paleolithicum eine  Zeitspanne von 2,6 Mio vor Christus bis 20 000 vor Christus beinhaltet und dass es unmöglich ist zu sagen was genau wer wann wo gegessen hat. Sicherlich kein Kokosöl! - Entscheidend sei aber nicht nur, was in den letzten 2,5 Mio Jahren gegessen worden sei, sondern auch davor. Die meiste Zeit seiner Entwicklung habe der Vorfahre des Homo Sapiens ca. 95% Pflanzen gegessen, genau wie alle großen Affenarten. Da die Evolution aber so wahnsinnig effektiv ist und Anpassungsvorgänge aktiviert, müsste eigentlich in den letzten 2,6 Mio Jahren, als man anfing gezielt zu Jagen und mehr Fleisch zu essen, sich die Gene so angepasst haben, dass man auch mit mehr Fleisch so effektiv überlebt. - Das Dumme ist, dass die Evolution nur die Gene zur Weitergabe auswählt, die man zu dem Zeitpunkt hat, an dem man sich fortpflanzt, denn das ist ihr Ziel. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sind Alterskrankheiten, die die meisten Menschen erst bekommen, wenn sie sich bereits fortgepflanzt haben. Und fortpflanzen tut man sich meistens, wenn man noch keinen Schaden durch falsche Ernährung genommen hat.

Würde man Artherosklerose bereits mit 10 kriegen und hätte seine Aa. helicinae, die Arterien im Penis, bereits mit 15 verstopft, würde man aussterben, weil man keine Erektion mehr bekommt. Dann würden sich nur die fortpflanzen, die weniger Verstopfung bekommen, in dem Fall durch tierisches Fett und Cholesterin. Logisch, oder? Somit konnten wir uns als Spezies nicht an derart hohen Fleischkonsum anpassen.

Wissenschaftlich könne man aber eh nicht hingehen und sagen, wir sollten uns so ernähren wie zu irgendeinem Zeitpunkt in der Urzeit, weil keiner weiß was da wirklich war, daher brauchen wir wissenschaftliche Studien dazu. Und hier wird dann die Arbeit von Esselstyn und Ornish so wichtig, da die fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung die einzige Ernährung ist, die bisher Ablagerungen in den Arterien jemals nachweislich wieder rückgängig gemacht hat.

Ich hab dann noch überlegt, ob viele omnivore Rohköstler oder Urköstler vielleicht einfach der englischen Sprache nicht mächtig sind, was ein großes Hindernis in der Wissenschaft ist. Uns wurde bereits im 2. Semester eingeschäft, dass, wenn wir kein Englisch können, wir uns das schleunigst drauf packen sollen, da jede wichtige Publikation in der Wissenschaft heutzutage auf Englisch erscheint. Irgendwie hatte ich das Gefühl aber vorher schon...

Alles Liebe,

Silke

Donnerstag, 12. Februar 2015

Macht Salz süchtig?



Jetzt könnte es kompliziert werden:

Ich hab von einer Leserin einen Artikel aus der Focus aus dem Jahr 2011 geschickt bekommen, in welchem dargelegt wird, dass Forscher der Universität in Melbourne entdeckt haben, dass auch Salz auf das Dopaminsystem im Gehirn einwirkt indem es Belohnungsbotenstoffe ausschüttet und damit zur Befriedigung beiträgt. Das ist eigentlich nicht verwunderlich, wenn man das Buch Das Salz-Zucker-Fett-Komplott: Wie die Lebensmittelkonzerne uns süchtig machen gelesen hat, denn viel industrielle Nahrung enthält auch viel Salz und unglaublich viele Menschen haben Bluthochdruck, weil sie nicht nur Atherosklerose haben, sondern auch zu viel Salz essen.

Hingegen habe ich noch in keinem einzigen Buch über Esssucht irgendwas darüber gelesen, dass Salz von dem Ernährungsplan ausgeschlossen ist, daher dachte ich immer, dass es eben nicht auf Belohnungsbotenstoffe wirkt. Der einzige, der sich wirklich strikt an das Weglassen von Salz hält ist der Co-Autor des Buchs Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können, der naturheilkundliche Arzt Dr. Alan Goldhammer, wie gesagt kein Schulmediziner, aber der Mann auf den sich auch AJ bezieht. "No SOS" ist sein Leitspruch, was bedeutet kein Sugar, Oil, Salz. Aber selbst der Psychologe Dr. Douglas Lisle, der "Die Lustfalle" mit ihm geschrieben hat, verwende Salz in seiner Ernährung. Nicht viel, aber er verwendet es.

Über meine Physiologie-Vorlesungen habe ich schon geschrieben und das dort gelehrt wird, dass der Mensch, bzw. eigentlich (fast) alle Landtiere ein instinktives Bedürfnis nach mehr Salz haben, weil wir mit natürlicher Nahrung eigentlich zu wenig davon aufnehmen, es sei denn man lebt direkt am Meer. Am Cronometer kann man das verfolgen, wenn man seine Nahrung ohne Salzzugabe eingibt. Das sei der Tatsache geschuldet, dass wir uns ursprünglich ja auch aus dem Meer entwickelt hätten und sehr lange auch in Meeresnähe lebten. Das hat physiologisch dazu geführt, dass viele unserer Mechanismen im Körper viel Natrium und auch Chlorid benötigen. So funktioniert die Verdauung von Eiweiß und die Sterilisation des Nahrungsbreis nur mit Salzsäure und vor allem funktionieren viele unserer Pumpen, die Substanzen wie Glucose oder Aminosäure über eine Zellwand pumpen im Zuge des Natriumeinstroms.

Ich wunderte mich als, als ich das las, kam aber sehr schnell zu einer Antwort. Wie auch der Forscher der Studie über Salz und Sucht Derek Denton erklärt, ist das Bedürfnis Salz zu essen ein Instinkt, der uns innewohnt, der sich über mehr als 100 Mio. Jahre entwickelt hat und dabei auf die selbe Strategie zurück gegriffen hat, wie andere Mechanismen, die zur Arterhaltung erforderlich sind: Sex und Essen. Die Natur belohnt uns also auch beim Salzkonsum damit, dass es uns gute Gefühle macht und weil das ein völlig natürlicher Mechanismus ist, ist die Belohnung dabei nicht so groß wie bei Drogen und industrieller Nahrung. Die Belohnung durch Kokain ist ca. 10fach größer als bei einem Orgasmus!!!. 10 Mal mehr Dopamin wird beim Konsum von Kokain ausgeschüttet. Und wie gesagt, in manchen Experimenten mit Ratten wurde gezeigt, dass Zucker noch stärker süchtig machen kann als Kokain.

Also die Frage: Kann man auch süchtig werden nach Belohnung, die die Evolution für uns vorgesehen hat also nach Sex, Berührung, Arterhaltung, natürliche Nahrung und Salz? Man kann. Sexsucht ist zwar genau so wenig wie Esssucht im DSM bisher klassifiziert aber davon gehört hat sicher schon jeder. Auch Arbeitssucht ist bekannt, wenn jemande einer sinnvollen Tätigkeit nachgeht, die ihn mit Beotenstoffen belohnt.

Oder noch viel schlimmer: Wart ihr mal verliebt? Und dann hat sich der andere aus irgendwelchen Gründen zurückgezogen? Und euch damit ohne eure Belohnungsbotenstoffe zurück gelassen? Habt ihr den Entzug gemerkt? Und dann geklammert nur um wieder an eure Belohnung zu kommen? Und dann hat sich der andere dann noch mehr zurück gezogen? Der Entzug wurde noch schlimmer? Und dann hat er sich irgendwann getrennt und die einzige Lösung war Eiscreme zu essen und Alkohol zu trinken?! Das ist Entzug von Substanzen deren Ausschüttung wichtig ist für die Arterhaltung und auch der macht uns häufig wahnsinnig.

Und wenn das schon schlimm ist, dann kann man sich vorstellen wie schlimm der Entzug von Substanzen sein kann, die 10 Mal so stark wirken. Aber auch welchen „Zauber“ sie auslösen können.

Ich denke aber nicht, dass Salz die Katastrophe per se ist auch wenn ich definitiv der Meinung bin, dass Menschen mit Bluthochdruck ihren Salzkonsum reduzieren sollten. Für jemanden der selber kocht spielt das eh keine allzu große Rolle, weil ich nicht glaube, dass man mit selbst zubereitetem Essen überhaupt das Bedürfnis hat zu viel Salz zu konsumieren. Wenn ich Fertignahrung esse habe ich hingegen immer das Gefühl sie ist viel zu salzig. In einer Fertigpizza ist alleine schon das Doppelte der empfohlenen Salztagesdosis und wenn man dann noch Wurst und Käse isst, kriegt man nochmal umso mehr ab.

Also genießt es, übertreibt es nicht und haltet Maß. Es sei denn ihr habt Bluthochdruck, dann solltet ihr versuchen den Salzkonsum zu reduzieren, denn lieber das als nen Herzinfarkt. Und wer zudem noch Sport treibt und mehr schwitzt braucht eh mehr Salz, weil Elektrolyte auch mit dem Schweiß den Körper verlassen.

Menü des Tages am 11. Februar:

8:20 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Acerolasaft, Mandeln, Kakao, Sunwarrior, Leinsamen, Yogi-Tee


10 Uhr: 1 Banane

11:30 Uhr: 1/3 Gurke
einige Möhrenschnitze
Süßkartoffel mit gebackenem Gemüse und Ingwersauce


1 Banane

18 Uhr: Gebackenes Gemüse von Mittag, Salat mit Kakidressing und weißer Reis


1 Banane

Gestern morgen fühlte ich mich noch voll von Cravings, gestern Nachmittag wurde es besser. Wieder ziemlich exakt nach 3,5 Tagen setzte bei mir der Umschwung in der Gehirnbiochemie ein. Der Moment an welchem die Gelüste vorbei sind. Das scheint ein Muster zu sein. Ich weiß aber auch von Leuten, bei denen es länger dauerte, bis zu 6 Tagen. Es hängt vielleicht auch damit zusammen wie sehr man unter dem Einfluss der jeweiligen Substanz, also in dem Fall Zucker, steht.

Heute gehen allerdings die Karnevalstage los und ich hab keine Ahnung was die mit sich bringen. Alkohol auf jeden Fall aber womöglich auch Essen in irgendeiner Imbiss- oder Pizzabude und damit ist natürlich wieder alles ruiniert.

Einerseits freue ich mich drauf, andererseits würde ich es gerne direkt überspringen und zu Mittwoch, dem Start der nächsten Challenge übergehen. Leider BRAUCHE auch ich sie schon wieder. Danach ist Gott sei Dank Fastenzeit. Ich hab übrigens gestern noch ein neues Video für die Startseite gedreht, in welchem ich versucht habe die Challege vorzustellen. Aber natürlich habe ich wieder ein paar wichtige tolle Sachen vergessen zu sagen, wie dass man sich satt essen kann und dass nach 4 Tagen alles besser wird und dass sich der Geschmack verändert und so. Das Gute, wenn man selbst Regie führt ist, dass man selber entscheiden kann einen zweiten Take zu drehen, wenn man nicht zufrieden ist! - Ich mach das also die Tage nochmal neu!

Alles Liebe,

Silke

Mittwoch, 11. Februar 2015

Bringt fettarme Ernährung den Hormonhaushalt durcheinander?





Dienstag, 10. Februar 2015

Raus aus dem Rückfall und Dr. Joan Ifland...



Also, dieser Schokorückfall war mit den stärksten Gelüsten verbunden an die ich mich überhaupt erinnern kann. Kaffee oder sogar Zigaretten habe ich scheinbar echt besser im Griff als Schokolade, da ich nach dem Konsum davon nicht so starke Gelüste habe wie jetzt auf Süßkram. Und schon gar nicht, wenn ich mich so ernähre wie jetzt. Aber diese Schokolade hat mich echt umgehauen!

Ich hatte Sonntag selbstredend frei und natürlich auch keine Schokolade zuhause. Aber mich überkam doch der Süßhunger und so habe ich mir Bananensofteis mit etwas Sunwarrior Vanille gemacht. Und das war, durch das Stevia im Sunwarrior so geil-lecker und süß, dass ich voll auf süß abfuhr und mir danach noch 15 Deglet Nour Datteln reingezogen habe. Ich wollte natürlich eigentlich nur 4 essen aber das ging nicht. Hmpf. Also habe ich die ganze Packung leer gemacht. Und das ist der Grund warum Rohkost einen nicht notwendiger Weise von Esssucht befreit. Eigentlich gar nicht.

Unterdessen war mein Verdauungstrakt völlig durcheinander. Schon am Tag der Schokolade, wahrscheinlich wegen des Fetts aber meiner sonst sehr ballaststoffhaltigen Ernährung hatte ich ungewohnt viele Blähungen und gestern war es dann noch schlimmer, wahrscheinlich durch die vielen Datteln. Beim Joggen am Sonntag habe ich mich wie ein Luftballon gefühlt und ich hatte sogar das Gefühl, dass der gedehnte Darm meinen Bauchmuskeln einen Muskelkater von innen verursacht hat, weil die immer dagegen halten mussten. Ich weiß gar nicht ob das überhaupt möglich ist...

Gestern dann wieder Bioladen, mit festem Vorsatz der Lovechock mit Hilfe von Bananen zu widerstehen. Meine Lust gestern war dann aber auch nicht mehr so groß darauf und so habe ich vorerst sogar die Bananen nicht angerührt. Ich habe aber viel, viel mehr gegessen als sonst. Und vielleicht habe ich vor dem Rückfall auch wirklich zu wenig gegessen. Ich hab da auch wieder viel den Cronometer benutzt und schon im Hinterkopf gehabt, dass weniger Kalorien mehr Gewichtsverlust machen. Vielleicht hat genau das mich zu dem Rückfall geführt!? - Warum höre ich auch nicht auf mich selbst, und meine eigenen Ratschläge und verhalte mich nach meinem eigenen Hunger???  Ich hab mir vorgenommen das jetzt mehr zu machen. Vielleicht muss man einen derartigen Rückfall erleben um zu wissen wozu Sattessen gut ist. - Wenigstens hat meine Haut und meine Haare nicht unter dem Rückfall gelitten!

Ansonsten wollte ich euch heute noch Joan Ifland, Dr. Joan Ifland, vorstellen, die tatsächlich die führende Wissenschaftlerin zum Thema Esssucht ist. Ich glaube, sie ist wohl die, die die meisten Studien dazu kennt und sie alle gewälzt hat. Dennoch erzählt sie auch die seltsamsten Dinge hier im Gespräch mit AJ, wo ich denke, dass irgendwas bei ihr nicht so ganz sauber ist. Zwei Sachen stechen hier besonders raus:

Sie glaubt, dass das Wort „Nuts“ für Nüsse im Englischen verwandt ist mit der Bedeutung von „nuts“ für verrückt. Einzig wegen der Etymologie geht sie davon aus, dass man Nüsse meiden soll. Nüsse machen verrückt erklärt sie als AJ sie fragt, wie es sich mit Sucht und Nüssen verhält. Und das glaubt sie, obwohl es dafür absolut keinen wissenschaftlichen Beweis gibt.

Ein zweites seltsames Detail schildert sie, als AJ sie fragt ob sie den Film „Flight“ mit Denzel Washington kennt, in welchem dieser einen alkoholabhängigen Piloten spielt. Daraufhin erklärt Joan sie würde keine Filme und kein Fernsehen gucken, weil Schauspieler alle unterernährt seien und das würde auf unbewusster Ebene Angst vor dem Verhungern schüren und deshalb würde man bei Filmen bingen. Und auch, weil es im Kino dunkel ist und einen keiner beim Bingen sieht. Also ICH bin eher neidisch auf die Traumfiguren der Body Doubles der Holywoodstars und kriege ein schlechtes Gewissen und deshalb Appetit auf Frustessen. Zumindest war ich früher so als ich übergewichtig war. Angst vorm Verhungern habe ich immer dann, wenn ich kein Geld mehr habe, was früher auch schon oft passiert ist und dann habe ich mehr gegessen als ich Hunger hatte. Rückblickend war es vielleicht auch gar nicht das, sondern das Belohnungssystem, was mich mit Essen meine Geldprobleme hat nicht empfinden lassen. Ich weiß es nicht mehr.

Hier AJ und Joan Ifland:



Menü des Tages am 9. Februar 2015


6 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Mandeln, Lucuma, Mandarine, Sunwarrior, Kakao, Leinsamen


1 Cranberry-Kürbis-Muffin

11:45 Uhr: Brokkoli


Salat mit Kaki-Dressing und Süßkartoffel


1 Banane

17 Uhr: Kichererbsen, Brokkoli und Süßkartoffel


19:45 Uhr: 2 Bananen

Ich hatte abends nicht mehr wirklich Hunger auf die 2 Bananen. Ich hatte Durst, aber meine Wasserflasche war leer und es war kurz vor Ladenschluss und ich hatte keine Lust mir noch eine neue zu holen. Total idiotisch. Die Bananen lagen da als Schutzschild vor Lovechock, welches ich nicht gebraucht hatte und ich hab zugegriffen. Sie waren dann aber auch ausgsprochen lecker. Die Biobananen im Bioladen sind so viel besser als alle Bananen, die man im normalen Supermarkt kaufen kann!!!

Und jetzt hab ich mir geschworen keine Waage mehr zu besteigen und keinen Cronometer mehr zu benutzen. Vielleicht war der Rückfall die Lektion die ich brauchte um wirklich zu begreifen, dass es um Heilung des Belohnungssystems geht und nicht ums Gewicht.

Leider ist Gewicht und die Fixierung darauf aber ein Symptom von Esssucht. Jemand der täglich auf die Waage steigt ist auf jeden Fall Esssüchtig und besessen von Essen.

Wir hatten Challengeteilnehmer, die das seit Jahren schon jeden Tag machen und es sich für die Challenge auch nicht angewöhnen wollten. Die waren dann enttäuscht, wenn von einen auf den anderen Tag das Gewicht mal nicht runter sondern sogar hoch ging, weil man weniger Verdauung hatte oder mehr Wasser zurückbehalten hat. Gewicht, bzw. Übergewicht ist aber auch nur ein Symptom von Esssucht. Jeder Übergewichtige ist definitiv Esssüchtig. Viele Normalgewichtige oder Untergewichtige können es aber auch sein.

Jemand der Magersüchtig geworden ist ist das nur, weil er im Nicht-Essen die einzige Möglichkeit sieht sein Bingen kontrollieren zu können. Bulimiker machen es mit Erbrechen. Das Problem ist aber der Kontrollverlust, der bei gewissen Nahrungmitteln entsteht und wenn man den nicht beherrschen kann, dann muss man möglicherweise dieses Nahrungmittel für immer meiden.

Alles Liebe,

Silke

Sonntag, 8. Februar 2015

Meine Lovechock-Sucht...



Ich glaube es war nicht meine Schuld, aber ich kann es nicht beschwören.

Ich hatte am Freitag im Bioladen den Verkostungsstand der Voelkel-Gemüsesäfte inne, was kaum ein Problem war. Ich sage kaum, weil ich von den 5 Säften, die ich anbieten sollte, von dreien getriggert wurde, weil die sehr süß waren: Möhre, Rote Beete und Gemüsesaft. Tomatensaft und Fitness-Cocktail haben mich nicht getriggert. Aber mit Gemüsesäfte kann ich irgendwie umgehen.

Zwei meiner Kollegen, schlanke und definitiv nicht zuckersüchtige Menschen, haben mit gefragt ob die Säfte lecker seien und ich sagt ja, die drei die recht süß schmeckten seien besonders lecker. Aber beide Kollegen zogen die weniger süßen Säfte vor. Die Kunden hingegen nicht. Und auch wenn ich sagen muss, dass die ebenfalls wohlschmeckend waren, lecker ist bei mir anderes. Das war sehr interessant zu sehen. Und auch, am eigenen Leib festzustellen, dass Gemüsesäfte, wenn sie nur aus Möhre oder Rote Beete bestehen, triggern auch.

Das war aber nicht das schlimmste. Das schlimmste war etwas, worauf ich nicht gefasst war:

Auch Lovechock Riegel sind im Angebot und wurden verkostet. Ursprünglich interessierte mich das nicht sonderlich als mir der Kollege erzählte er würde die gerade anschneiden um sie später auf den Verkostungstisch zu stellen. Ich hab weiter gearbeitet und kam irgendwann aus dem Keller hoch zurück in den Laden und die Luft war geschwängert mit dem Aroma von Kakao! Es war intoxicating, wie der Amerikaner sagt und zwar regelrecht!

Ich, mit meiner momentanen Distanz zu Süßigkeiten dachte mir nichts böses, habe ein bisschen davon gegessen, aber es wurde dann im Laufe des Tages immer mehr, was daher rührte, dass ich im Laden gearbeitet haben und nicht an der Kasse, die mich vom Schoko-Verkostungsstand fern gehalten hätte. Ich hab also immer wieder danach gegriffen und kaum gemerkt, wie viel es dann wurde. Ich nehme an, etwa 2 Riegel Lovechock also 80 g.

So weit so gut. Der Rest des Tages verlief normal. Ich hab auch nicht zu viele Kalorien gegessen. Ich hatte aber auch keine regelmäßigen Mahlzeiten und es kann sein, dass ich relativ hungrig war, als die Schokolade auftauchte...was mich nicht davon abhielt auch nach meinem anständigen Essen weiter danach zu greifen.

Der Tag danach, also gestern, war dann aber die Hölle, weil ich wieder in den Bioladen musste. Mindestens 1 Stunde vor Dienstbeginn war die Lovechock in meinem Kopf und hat alle Gedanken usurpiert. Außer die Gedanken, die sich Sorgen um meine Sucht und meine offensichtliche Reaktion auf Schokolade gemacht haben. Es war soooo krassss! - Ihr kennt das, wenn man verliebt ist. Man kann nur noch an die eine Person denken. Das sind absolut die gleichen Mechanismen im Hirn die dabei angeworfen werden. Das ist das was passiert, wenn jemand, ein Binge Eater sagt, er wollte nur einen Keks, aber dann wurde die ganze Packung gegessen. Die Gedanken hören nicht auf, bis man der ganzen Dröhnung nachgibt! - Irgendwie war ich froh, das mal so bewusst erlebt zu haben, weil es manchmal sogar für mich seltsam klingt, dass jemand sich einfach nicht stoppen kann beim essen. Obwohl ich es durchaus erlebt habe, aber nicht so wahnsinnig oft. Gestern habe ich es erlebt und es war furchtbar! Willenlos zu sein.

Ich wusste auch von vorne herein, dass ich keine Chance haben würde dagegen zu kämpfen, denn dann säße ich an der Kasse und würde die ganze Zeit nur an Schokolade denken aber nicht ordentlich arbeiten können. Ich habe also Schokolade gekauft, sie an die Kasse gelegt und dann genascht. Ich brauchte erst Zeit darüber zu reflektieren, was mit mir geschieht um zu ergründen, was die beste Handlungsstrategie ist.

Damit hörte es dann aber auch noch nicht auf. Die Bäckerei hatte kurz vor Dienstschluss noch Kuchen und vegane belegte Brötchen über und auch da konnte ich nicht widerstehen. Ich war voll drauf!

Ich glaube es war Kay Sheppard, die in dem Interview mit AJ irgendwas darüber gesagt hat, dass es 24 Stunden dauere bis die Entzugserscheinungen dann auftauchen. Ich weiß nicht, ob das exakt so stimmt, und denke eher es passiert dann am nächsten Tag.

Interessant war auch, dass ich mich so wie gestern, mit den Gedanken an Schokolade bereits auf dem Weg zur Arbeit, eigentlich eher von Kaffee kenne. Ich hatte das im Pflegepraktikum im Krankenhaus und in Klausurphasen auch. Ich habe keinen Kaffee zuhause, also, wenn ich ihn trinken wolle musste ich erst zum Krankenhaus oder zum Campus fahren und auf dem Weg dahin, dachte ich dann auch nur an Kaffee, den ich am Vortag schon ausnahmsweise getrunken habe.
Vielleicht war es also zuerst das Theobromin in der Locechock. Durch den Zucker in der Schoko wurde dann aber auch meine Zuckersucht getriggert.

So geht es ja immer los bei mir: Ich konsumiere Kaffee, meistens weil ich übermüdet bin, aber meine Kaffee trinke ich immer mit Zucker (oder Süßstoff, was der Sucht egal ist) der Zucker führt dann dazu, dass ich Lust auf Schokolade kriege, alles 3 zusammen sorgt dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden und ich noch schlechter schlafe und führt sdann dazu, dass ich so wenig Impulskontrolle habe, dass ich von irgendwem eine Zigarette schnorre und dann sind nur noch 3 Tage vor der Klausur, ich bringe sie mit Traubenzucker hinter mich und trinke zum Abschluss, weil ich ja jetzt wieder darf, noch eine Flasche Wein. Und dann, nach der Klausur, muss ich mir das alles wieder abgewöhnen. Das geht seit 6 Semestern so. Dieses Mal läuft die Challenge zum Zeitpunkt der nächsten Klausur! - Ich bin gespannt...

Die Sachen bedingen sich alle gegenseitig. Substanzen, mit denen man nicht umgehen kann, sind Substanzen, bei denen man die Kontrolle verliert. Ich habe in Bezug auf Schokolade am Freitag die Kontrolle genau so verloren, wie letztes Wochenende in Bezug auf Bier. Es machte absolut keinen Unterschied. Und dieser Kontrollverlust nervt mich!!! Dieses MUSS! - Man fühlt sich wie ferngesteuert und als würde der eigene Wille nicht mehr zählen.

Schokolade ist in meinem Fall aber keine Gruppenzwangdroge. Das ist was, was ich gaaaanz für mich alleine esse. Von Schokolade kann ich daher vielleicht auch leichter die Finge lassen als von Alkohol. Also, fantasiert für die Zukunft...Bei Web.de war ein Artikel, warum Alkohol nicht verboten ist obwohl er krank und süchtig macht. Der Grund: Er ist Teil unserer Kultur. Deutschland gilt als Land der Bierbrauer und Winzer. In anderen Ländern ist es eher Tabak oder andere Drogen, die Teil der Kultur sind. Cannabis ist kein Teil unserer Kultur.

Ich fand den Kontrollverlust so ätzend, dass ich gerade denke, ich werde NIE WIEDER Schokolade essen. Dann eher Chips, da passiert mir das nicht. - Ich bin von einem Arbeitskollegen, auf eine Party eingeladen worden, wo ich gestern Abend war und habe den Ratschlag einer Leserin befolgt mit alkoholfreiem Bier anzufangen und danach erst Alkohol zu trinken. Das hat sehr gut geklappt. Ich bin so mir 0,99 l Bier in 4,5 Stunden ausgekommen. Allerdings war die Party dadurch wahrscheinlich auch langweilig. Oder ich brauchte keine  Alkohol, weil ich voll auf Essen war!

Menü des Tages am 7. Februar 2015

Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Kakao, Lucuma, Sunwarrior, Leinsamen, Mandeln, Trauben

1 Banane

150 g Trauben


12 Uhr: 375 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
Salat und Kartoffeln mit Clementinen-Curry-Dressing


116 g Trauben

2 Tafeln Ombar Acai Blueberry

17 Uhr: Brokkoli mit Salz, Kichererbsen und Kürbis
1 Orange


1 Bienenstich
2 Medjool Datteln
Belegtes veganes Brötchen mit Schnittlauchcreme und Räuchertofu

2 Becks blue 0,3
3 Becks 0,3

Heute zum Frühstück hatte ich unglaublichen Hunger und das obwohl ich gestern recht viele Kalorien gegessen habe. Ich konnte es mir absolut nicht erklären und es fühlte sich auch nicht so an, als würde ich irgendeine Drogenwirkung kompensieren. Das war seht seltsam, vielleicht weil recht spät aufgestanden bin...Weiß der Geier!

Ich hab eine traumhafte Sauce erfunden, die aus der Not geboren war und sowohl als Salatdressing als auch als Kartoffelsauce funktionierte. Weiße Bohnen und Clementine püriert mit Gewürzen. Es war total irre.


Ich hab heute ganz klar Gelüste. Besonders nach Schokolade. Ich habe das Gefühl es riecht hier noch überall danach. Oder meine Hände riechen noch danach. Sogar die Katze roch gestern nach Schokolade! - Obwohl schlussendlich...ich weiß noch nicht mal, wo dieser wahnsinnig intensive Schokoladengeruch am Freitag her kam und warum der mich so intensiv angesprochen hat. Hatte ich Hunger? Ich habe auch den Ofen, der in der Bioladenbäckerei zum aufbacken von Quiche genutzt wird, sehr intensiv gerochen. Das kenne ich noch aus 80/10/10-Zeiten, da hab ich auch Süßkram durch die Verpackung hindurch riechen können. Hunger oder Sucht?

Alles Liebe,

Silke

Samstag, 7. Februar 2015

Was mach ich eigentlich mit den Lebensmitteln, die ich nicht mehr verzehre?

Donnerstag, 5. Februar 2015

Ein Bissen ist zu viel und tausende zu wenig - Esssucht nach Kay Sheppard



Meine Fresse, ich bin so viel zufriedener, wenn ich keinen Urlaub habe, sondern im Bioladen arbeiten gehen darf, was ich gestern zum ersten Mal wieder durfte. Mir fehlen die sozialen Kontakte und das Gefühl von Sinnhaftigkeit ist einfach viel größer dort, als wenn ich zuhause sitze und lerne. Das ist echt krass. Ich fürchte ich werde den Job niemals jemals aufgeben dürfen. Ich brauch den für meine emotionale Gesundheit.

Und im Bioladen war ich so dankbar dafür, dass ich in der Lage war jetzt endlich nicht dauernd von allen Verkostungen angelacht zu werden, sondern sie einfach Verkostungen sein lassen konnte. Ich frage mich wie viel von meine Freude an der Arbeit im Bioladen nur daher kommt, dass mein Belohnungssystem die Nahrungsmittel dort mit guten Voraussetzungen für das Überleben in Verbindung bringt und deshalb Belohnungsbotenstoffen ausschüttet. Teilweise vielleicht sogar berechtigt...

Während ich die beiden anderen Interviews von AJ mit Kay Sheppard und Dr. Joan Ifland angehört habe, musste ich feststellen, wie wenig Hintergrundwissen über die Mechanismen im Hirn AJ tatsächlich hat und wie groß der Unterschied zwischen ihr und den beiden Doktorinnen Kathleen DesMaisons und Joan Ifland ist. Es fehlt einfach eine Menge für das Verständnis der Sucht, wenn man nicht weiß wie das Gehirn aufgebaut ist, was das Striatum und der Nucleaus accumbens ist und wie Synapen aufgebaut sind. AJ erzählt viele Sachen einfach recht simpel nach, wahrscheinlich weil ihr das auch so erklärt wurde und weil es in Büchern, die für Laien geschrieben sind auch recht einfach beschrieben ist. Muss es auch. Tatsächlich habe ich mir aber in den letzten drei Monaten mehr Wissen über das Thema Esssucht drauf gepackt, als sie wahrscheinlich jemals haben wird, weil sie die Mechanismen dahinter nicht verstehen kann, weil sie nichts über das Hirn und Synapsen weiß. Was sehr faszinierend ist. Auch faszinierend, dass ich mir binnen weniger Monate Wissen anlesen kann, wofür Menschen Jahre gebraucht haben um es zu erforschen!!! - Dennoch war AJ es, die mit all dem Trial und Error ihrer Kunden hinter diesen Ernährungsplan gestiegen ist, den nicht mal Barnard, McDougall oder Esselstyn erfinden konnten, weil die alle nicht wissen, was es bedeutet nicht nein sagen zu können. 

Kay Sheppard hat zwei Bücher über Esssucht geschrieben. Food Addiction: The Body Knows und From the First Bite: A Complete Guide to Recovery from Food Addiction.Wobei, eigentlich drücke ich mich falsch aus. Sie will es nicht als Esssucht sondern als Sucht nach verarbeiteter Nahrung definiert haben, weil halt niemand süchtig nach Brokkoli wird, sondern nach Fett, Zucker und Mehl.
Sie beschäftigt sich seit 38 Jahren mit Esssucht und behandelt seit 48 Jahren Süchtige. Sie hat ein Zertifikat als Essstörungsberaterin und ist ein großer Fan von Abstinenz und zwar Cold Turkey, also von einen Tag auf den anderen und niemals zurück schauen. AJ fragt sie, warum so viele Menschen ein Problem mit dem Konzept der Abstinenz haben und vergleicht es mit einem Lungenkrebspatienten der seinen Arzt fragt, welche Zigaretten er mit dieser Diagnose am besten rauchen solle. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Vergleich vielleicht hinkt...Denn ein Lungenkrebspatient kann jetzt durchaus auf Nikotinkougummis umsteigen, die seine Sucht weiter füttern aber seinen Lungenkrebs nicht! Das ist wie Methadon.

Die Theorie, hinter der Angst vor Abstinenz ist, dass die Menschen Angst vor den Entzugserscheinungen haben, weil sie es nicht mal schaffen 24 h ohne ihre Droge auszukommen. AJ selbst sagt, als sie sich Zucker abgewöhnt hat, habe sie 3 Wochen (!!!) nur geweint. Kay Shappard sagt, die meisten Menschen hätten Symptome wie bei einer Erkältung. Ich selber war erstaunt wie viele Leute bei der Challenge Kopfschmerzen hatten, auch die, die vorher keinen Kaffee getrunken haben, einfach nur, wegen des Zuckerentzugs. Ich bin mir da immer noch nicht sicher, was die beste Herangehenesweise ist, vielleicht ist das auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kay Sheppard ist auch strikt dagegen, mit Fasten in einen Essplan gegen Esssucht einzusteigen, weil Fasten quasi das selbe sei, wie Magersucht und nur zu einem Essanfall führen würde. Weiß ich auch nicht, ob ich dem zustimmen würde.

Besonders fasziniert bin ich immer wieder, wenn Esssüchtige definiert werden, Kay Sheppard stellt hier AJ Fragen, wie man sich selbst diagnostizieren kann. Manche Sachen, die ich auch mit Ja beantworten würde, aber andere die mir völlig fern liegen, wie „das heimlich Essen“.

Viele Übergewichtige sieht man einfach NIE essen, weil sie nicht in Gesellschaft essen. Ich esse bevorzugt Suchtnahrung in Gesellschaft, weil ich sie zuhause nicht esse und ich zügele mich dann auch nicht. Das vermittelt der Gesellschaft wahrscheinlich den Eindruck, dass ich Unmengen ungesundes Essen esse aber nicht dick dabei werde und auch nicht süchtig. Dem ist aber nicht so und vielleicht sollte ich das auch nicht vermitteln. Aber fette Esssüchtige essen heimlich, essen im Auto, essen, wenn sie alleine sind und niemand sieht wie viel sie tatsächlich essen. Und sie verstecken auch ihr Essen! Damit es niemand klaut und damit es niemand sieht. Esssüchtige mögen alles was heimlich ist und wenn sie bloggen und dann mal was falsches essen, setzen sie einfach das Bloggen aus!;-) - Das habe ich tausendfach bei anderen beobachtet. Rohkostblogger, Abnehmblogger. Sie bloggen dann einfach nicht und so sieht es nach außen hin so aus, als wären sie ihrem Essplan treu. Immer wenn ich jetzt feststelle, dass ein Food Blogger länger nichts bloggt, weiß ich, dass kurz danach das Geständnis kommen wird, dass er sich gehen lassen hat!;-)))

Als letztes fragt AJ sie, warum auch die Menge an Essen abgewogen werden müsse und warum Kay Sheppard Bananen verbietet. Die Antwort ist, dass Kay nicht weiß, ob sie wenn sie viele Möhren bzw. viel Nahrung essen würde, mehr als 4 Tassen davon oder so, getriggert werden würde und sie es nicht ausprobieren möchte. Ok, also, ich würde wissen wollen ob mich das triggert!!!
Bananen sind so ähnlich gelagert: Es kann sein, dass Bananen jemanden triggern. Mich nicht. AJ auch nicht. Daher sind Bananen auch in der Challenge erlaubt und, ich finde sogar essentiell, weil man mit Bananen am besten Süßigkeiten ersetzen kann. Und von Bananen kann man sich dann zu weniger süßen Früchten runter arbeiten...

Was ich persönlich sehr vermisse, ist, dass AJ Kay nicht fragt, warum sie glaubt, dass man sich vegetarisch nicht von Esssucht heilen kann. Im ersten Buch sagt sie noch das ginge, im zweiten nicht. Sie behauptet da, vegetarische Nahrung enthalten zu viele Kohlenhydrate dafür. Ich weiß aber das es geht, AJ weiß es auch und viele Challengeteilnehmer durften das auch erfahren. Und wir sind nicht mal vegetarisch sondern vegan. Laktose, der Milchzucker, ist auch ein Zucker! Abgesehen davon enthalten viele tierische Produkte einfach auch sehr viel Fett und auch das stellt ein Problem bei Esssucht da.

Und was mich nun auch interessiert hätte, auch bezüglich tierischer Produkte, ist alles über Kasomorphine! - Aber ich nehme an, dass sie sich, um des lieben Friedens Willen, darauf geeinigt habe, das Thema nicht anzusprechen. Vielleicht haben nicht-vegane Esssuchttherapeuten auch nicht wirklich die Lust sich damit zu beschäftigen. Macht nämlich keiner von denen. KEIN EINZIGER! Barnard erwähnt es in Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally aber der ist kein Suchtberater. Vielleicht sind Zucker und Weißmehl aber auch die Substanzen in unserer Nahrung, die am stärksten süchtig machen...


Menü des Tages am 4. Februar 2015

5 Uhr: Brokkoli, 1 Tomate



Haferflocken mit Mandeln, Leinsamen, Kakao, Yogi-Tee, Lucuma, Sunwarrior, Mandarine



11: 50 Uhr: 375 g Brokkoli
Kartoffeln mit Bohnen-Sour Cream



½ Banane

15:40 Uhr: 1 Banane

17:30 Uhr: 2 Tomaten
200 g Kartoffellinguini mit Tomatensauce



130 g Kichererbsen
100 g Salat pur

Der Tag war komisch, vielleicht weil ich so viel früher gefrühstückt habe, dass sich alles andere verschob. Ich hab nachmittags zuhause gelernt und tierischen Hunger bekommen. Konkret auf Bananen. Ich konnte mir nicht vorstellen statt Bananen Brokkoli zu essen und dachte daher es müsse kein echter Hunger sein. Die einzige anderer Erklärung war Durst, also habe ich einen halben Liter Wasser getrunken und dann war es für 20 Minuten gut. Dann kam der Hunger wieder und ich hab ne Banane gegessen. Eine hat gereicht. Vorerst jedenfalls. 2 Stunden später war wieder Hunger da, was vielleicht auch kein Wunder war, sondern alles echt. Hätte ich in der Uni gelernt, hätte ich es allerdings ausgesessen...

Ich hab überlegt ob man Kartoffeln vielleicht mit dem Spiralschneider in Nudelform schneiden und sie dann zu Challengespaghetti machen kann. Das funktionierte nur halb, aber gefiel mir irgendwie. Das Problem ist, dass man Kartoffeln in der passenden Größe braucht und dass sie recht schwer zu spiralisieren sind. Das andere ist, dass sie trotz der Form und trotz der Sauce, eben nicht wie Nudeln, sondern wie Kartoffeln schmecken. Ich probiere das heute nochmal mit Möhren aus. Vielleicht auch nochmal mit Patinaken. Wer weiß!

Alles Liebe,

Silke