Dienstag, 3. Februar 2015

Food is the Healer! - Kathleen DesMaisons



AJs Mann Charles war fleißig, die letzten Paar Tage und hat die Interviews hoch gelasen, die sie mit Kay Sheppard, Joan Ifland und Kathleen DesMaisons, Autorin von Potatoes Not Prozac: A Natural Seven-Step Plan to: Control Your Craving geführt hat, wovon ich erst letzeres bisher gehört habe, weil ich von diesem gestern über Facebook erfahren habe aber erst heute früh zufällig gesehen habe, dass die anderen jetzt auch online sind.

Das macht aber gar nichts, denn, was bei Kathleen DesMaisons so faszinierend ist ist, dass sie in ein völlig anderes Horn bläst als alle anderen, die sich mit Esssucht beschäftigen. Und auch wenn Kathleen DesMaisons ebenfalls aus der Therapie Alkoholkranker zur Therapie von Esssucht stieß, so hat sie sich doch nicht der 12 Schritte angenommen und auch nicht des klassischen Ernährungsplans der Food Addicts Anonymus der ja von Kay Sheppard entwickelt wurde.

In diesem Interview liest sie AJ die Leviten, genau wie sie es die Woche vorher, so erzählt sie, bereits mit Joan Ifland gemacht habe, weil sie nicht möchte, dass man sich ständig auf Abstinenz ausrichtet sondern auf Fülle und damit hat sie natürlich Recht. Mich persönlich macht der Gedanke an Verzicht auch völlig wahnsinnig, die Vorstellung irgendeine Substanz absolut nie wieder zu dürfen! Und ich glaube anderen geht es auch so. Von Challengeteilnehmern weiß ich das auch. Deshalb geht die Challenge auch nur 3 Wochen und ich sage niemandem, dass er ab sofort für immer so leben muss. Er soll, in der Challenge erfahren, wie gut er sich fühlen kann und was für Wunder eine derartige Ernährung schaffen kann, so dass er sich danach dafür entscheidet seine Ernährung zu verändern. Kathleen DesMaisnons sagt auch, es soll eine Wahl sein zu heilen und kein Befehl der Abstinenz.

Und was sie auch immer wieder sagt ist: „Food is the healer“. Essen ist nicht der Bösewicht, auch wenn viele, vor allem schwer Esssüchtige, Binge Eater, Magersüchtige und Bulimiker, das wahrscheinlich so empfinde. Tatsächlich ist Essen der Heiler, wenn man das richtige Essen auswählt. So heilt Kathleen DesMaisons mit dem richtigen Essen nicht nur die Essssucht, sondern auch die Alkoholabhängigkeit. Ich selber habe erlebt, dass ich mit dieser Ernährung an einem Abend rauchen kann, aber mich dann am nächsten Tag nicht nach Zigaretten verzehre, wie es sonst immer war. Vernünftige Ernährung, die nicht das Belohnungssystem anwirft, kann helfen von allen anderen Süchten ebenfalls zu heilen. Mir Koffein ab zu gewöhnen hat damit auch optimal geklappt. Es ist wie ein Wunder! Die Pille für alles, ist das richtige Essen.

Dabei steigt Kathleen DesMaisons in mehreren Schritten über einen längeren Zeitraum darin ein, was den Menschen genau so die Angst nimmt, wie ihnen zu sagen, sie müssen es nur 3 Wochen lang machen. Auf Zucker verzichtet wird bei ihr erst nach mehreren Monaten, nachdem man sich bereits das Frühstücken, das Aufschreiben seiner Gefühle und vollwertiges Esssen angewöhnt hat. Zuckerverzicht steht bei ihr erst dann an, wenn er für den Betreffenden völlig unproblematisch wird. Alles andere macht Angst. Auch darauf geht sie kurz ein. Dass in der Amygdalla das Angstzentrum sitzt, welches über bestimmte Rezeptoren angeworfen wird, was eben nicht passiert, wenn man an Fülle denkt und an all die Sachen, die man eben essen darf und die lecker sind. Rezepte, Rezepte, Rezepte!!!

Viele Süchtige, so sagt sie, könnten nicht kochen. Das glaube ich sofort! Somit ist das Problem tatsächlich schlussendlich, dass die Menschheit nicht kochen kann und deshalb dahin vegetiert und Fast Food essen muss und in dem Moment wo das Essen degeneriert, degeneriert auch ALLES andere UND man wird anfälliger für Drogen.

Kathleen DesMaison sagt, mal einen „Treat“ zu konsumieren, wie ein Stück Geburtstagstorte, wenn der Geburtstag eben anfällt sei kein Problem. Sie warnt aber auch davor, dass wenn man das Gefühl hat, dass man noch mehr davon will ohne eigentlichen Hunger zu haben, sollte man in Zukunft vorsichtig sein, mit diesem Nahrungsmittel.

Und das ist der Unterschied zwischen ihr und ALLEN ANDEREN. Alle anderen predigen Abstinenz. Für immer! Ein Bissen und man ist wieder süchtig. Genau wie beim Alkohol. Ich hab das von Zigaretten bisher auch immer gedacht und erfahre jetzt, mit der Challengeernährug, dass es doch nicht so ist. Food is the healer. Natürlich braucht es sein Zeit, bis man sich erstmal entwöhnt hat, aber dann ist man nicht mehr notwendigerweise unter dem Zwang etwas konsumieren zu müssen, sondern kann entscheiden und hat wieder eine funktionierende Impulskontrolle.

Und die hat, glaube ich, zumindest in irgendeinem Bereich, niemand in dieser Gesellschaft. Weil eben Essen hier nicht der Heiler ist, sondern ggf. schon die Droge selbst. Deshalb scheitern alle Diäten und die Menschen sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Deshalb greifen sie überhaupt nur zu Drogen wie Alkohol und Nikotin, die ihnen dann auch wieder schaden. Und schütten sich Kaffee in den Kopf. Wohlgemerkt, das alles kann man MAL machen, aber wenn man es jeden Tag macht, kriegt man immense Probleme. In allen Lebensbereichen! Du bist, was du isst.


Ach und bevor ich es vergesse: Mit Kathleen DesMaisons sollte man sich allen schon deshalb beschäftigen, weil die Frau bereits 48 Jahre alt war, als sie ihr Haus verkaufte und wieder an die Uni ging um ihren Doktor zu machen. Erst danach hat sie ihr Buch geschrieben, und weitere Bücher und das ist bereits 25 Jahre her. Zu der Zeit interessierte sich niemand irgendwo für das Thema Esssucht und alle hielten sie für verrückt! Tolle Frau, muss ich sagen!

Menü des Tages am 2. Februar 2015

8 Uhr: Brokkoli und 150 g Tomaten


Haferflocken mit Banane, Zimt, Lucuma, Sunwarrior, Leinsamen, Mandarine


12 Uhr: 2 Tomaten
Kubanischer schwarze Bohnen Eintopf mit Kartoffeln und Dinkel-Roggen-Brot


1 Orange


17 Uhr: 1 Zucchini mit Salz und Pfeffer


Kubanischer Eintopf von Mittag


1 Banane

Ich hab gemerkt, dass mich das Wochenende ein wenig aus der Bahn geworfen hat, aber ich will auch nicht davon ablassen nur 3 Mahlzeiten zu essen, weil ich jetzt WEISS, dass ich es kann. Noch vor 3 Monaten hätte ich das gar nicht für möglich gehalten. Also habe ich auch Disziplin genug mich daran zu halten und nicht irgendwelchen Gelüsten nachzugeben. - Die Erfahrung lehrt es.

Ich war kurz davor mir in die Zucchini Heldenkraut zu geben, weil ich ein abgelaufenes Glas davon in meinem Regal stehen habe und fand, dass Chili und Bärlauch doch großartig zu Zucchini passen müsste. Vor allem, war ich da richtig hungrig und es sah nach einer richtig guten Idee aus. - Ich hab es dann aber doch nicht gemacht, weil mir einfiel wie unglaublich feinporig meine Haut jetzt erstmals in meinem Leben ist und sie wird auch noch immer feiner. Und ich mittlerweile 4 Tage ohne Haarewaschen kann, was auch noch nie möglich war. Auch nicht bei 80/10/10, Fructose sei Dank! Normalerweise sind sie nach 2 Tagen schon fettig und strähnig und stinken. Jetzt nicht.

Brauchen wir all unsere Reinigungsmittel auch nur, weil wir uns fehlernähren?

Ach ja, in den Interview ob geht es beiläufig auch darum, wie viel jünger man aussieht, wenn man auch Zucker verzichtet! - Erstanlicher Weise merkt man auch das gleich in den ersten paar Wochen mit der Challenge!

Alles Liebe,

Silke

1 Kommentar:

  1. Das nicht das Essen selbst unbedingt das Problem ist, sehe ich auch so. Eine Schritt für Schritt Methode ist auch meiner Meinung nach am effektivsten. Wobei diese mit Sicherheit nicht immer möglich ist, besonders bei akuten Fällen.

    Wenn ich mich z.B. akut im Belohnungssystem-Chaos befinde kann ein kurzzeitiger Verzicht eine gute Lösung sein um den Mittelton wieder zu finden. Steht man wieder in seiner Mitte kann man langsam die Ursachen herausfinden und angehen.

    Ich finde es auch ratsam seine eigenen Schwachpunkte immer wieder zu überprüfen. Der Mensch verändert sich und dadurch auch seine Gelüste.

    Den einen richtigen Weg gibt es nicht. Dafür sind wir zu individuell. Eine radikale Entwöhnungskur kann ein guter Start in eine neue Ernährung sein. Doch beiweiten nicht für jeden.

    "In der Ruhe liegt die Kraft." - "Probieren geht über studieren." und "Finde deinen eigenen Weg" sind meine Tipps und Leitfäden wenn es um Ernährungsangelegenheiten geht.

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