Mittwoch, 29. Juni 2016

Mal ein bisschen Selbstreflektion über das Leben, das Universum und den ganzen Rest



Ich bin schwer beeindruckt von Dr. Roger Goulds Buch Shrink Yourself: Break Free from Emotional Eating Forever .

Weil er nicht nur nicht in Frage stellt, dass Essen eine Sucht ist und auch nicht in Frage stellt, dass aus emotionalen Gründen gegessen wird aber vor allem, weil er genau mit dem Finger auf die Gefühle zeigen kann, die Menschen dazu bringen zu essen. Die hängen alle mit dem Belohnungssystem und mit dem Sinn des Lebens zusammen und dennoch macht er es nicht hoch philosphisch, sondern schildert vor allem viele Aussagen von Betroffenen, Anekdoten und wird dabei auch nicht tiefenpsychologisch.

Menschen fühlen sich nicht erfüllt und versuchen eine Leere in sich mit Essen auszufüllen, sie werden konfrontiert mit Verlust der Kontrolle in einem Lebensbereich und kompensieren dies mit Essen, sie verläugnen ihre wahren Bedürfnisse und bekämpfen das mit Essen und meistens hängen diese Gefühle mit anderen Menschen zusammen.

Man kann sich selbst wirklich gut unter Kontrolle haben, aber andere Menschen und Situationen außerhalb der eigenen Kontrolle, können einem das Leben schwer machen.

Wenn sich jemand zum Beispiel in seiner Beziehung nicht sicher fühlt, weil der Partner ihn nicht wirklich unterstützt oder nicht hinter ihm steht, kann er anfangen zu essen. Natürlich weil man als Kind vom Schutz der Eltern abhing und der Schutz unter anderem darin bestand, dass Sie einem Nahrung verschafft haben. Alleine konnte man das ja nicht. Später verwechselt man dann Nahrung mit Sicherheit.

Oder der Partner erfüllt aus irgendeinem Grund nicht die emotionalen Bedürfnisse die man hat, und man ersetzt diese mit Essen.

Oder der Partner ist der einzige, der die eigenen Bedürfnisse befriedigen kann und wenn er nicht da ist, fängt man an zu essen.

Oder man verliert die Kontrolle über die Erziehung der Kinder und weiß nicht was man falsch macht und fängt an zu essen.

Oder man verläugnet seine eigenen Bedürfnisse, hat seine Kinderheitsträume aufgegeben und einen Beruf ergriffen, von dem die Eltern wollten, dass man ihn ergreift und ist jetzt unzufrieden in dem was man Tag ein Tag aus machen muss und kompensiert mit Essen.

So sehr ich das alles nachvollziehen kann, sogar emotional, so wenig bin ich eigentlich selbst davon betroffen. Trotzdem interessiert es mich brennend, weil ich doch finde, dass es mich vielleicht zu 15-20% betrifft und es viele Patienten, die ich mal haben könnte, zu 100% betrifft. Diese paar Prozent, die es mich aber betrifft, reichen aus um die 100% und das damit verbundene Leid nachvollziehen zu können. Ich brauche es nur zu potenzieren.

Ich bin irgendwie mit dem Talent auf die Welt gekommen nicht in der Lage zu meine eigenen Bedürfnisse zu verläugnen. Vielleicht ist das purer Egoismus, vielleicht ein gesunder Selbsterhaltungstrieb oder die Rebellion gegen meine Mutter, deren ach so häufigen Appell Rücksicht auf meine kranke kleine Schwester zu nehmen, ich irgendwann leid war. - Auf mich wurde als Kind keine Rücksicht genommen, daher fing ich irgendwann an selber Rücksicht auf mich zu nehmen.

Ich bin jedem meine Träume nachgegangen, habe alles versucht sie um zu setzten. Ich hatte noch nicht einmal die Angst dabei zu scheitern, sondern eher die Angst irgendwann später in meinem Leben mir vorwerfen zu müssen, dass ich es noch nicht einmal versucht habe. Ich stecke auch nicht in einer Beziehung, in die ich irgendwann mal rein geraten bin, die sich dann aber verändert hat, weil Menschen sich nun mal verändern und habe jetzt Kinder für die ich Sorgen muss, ein Haus abzuzahlen und die Verantwortung, dass ich einen ungeliebten Job oder einen mittlerweile ungeliebten Partner nicht verlassen kann. Ich fühle mich auch nicht leer oder unausgefüllt. Ganz im Gegenteil. Also alles, was Dr. Gould anführt, trifft auf mich nicht zu.

Aber selbst, wenn das nicht so ist, ist man natürlich nicht frei von Problemen und das ist die Quintessenz, die mich trotzdem wundert, die aber auch dazu führt, dass ich zumindest 15-20% betroffen bin.

Das verwirklichen seiner Träume, das Nachgehen eine sinnvollen erfüllenden Tätigkeit bringt auch Hindernisse mit sich. Auch, wenn das Belohnungssystem einen antreibt das zu tun. Ich habe, so finde ich, innerhalb der Schauspielerei echt viele Ablehnungen wegstecken müssen, die mich unter anderem auch demotiviert haben. Wenn ich dann aber Biographien anderer erfolgreicherer Schauspieler lese muss ich feststellen, dass die viel mehr Ablehnung abbekommen haben und sich dennoch nicht entmutigen lassen haben. Ich schon. Ich weiß nicht, wo die die Stärke hergenommen haben weiter zu machen. Vielleicht durch Eltern, die sie bedingungslos unterstützt haben. Sowas hatte ich leider nicht.

Mich hat im True North Dr. Goldhamers gnadenloses Durchsetzungsvermögen und seine Zielstrebigkeit tief beeindruckt. Davon will ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Der Typ kämpft jetzt seit 30 Jahren darum seine Überzeugungen durchzusetzen und mittlerweile sind die montaglichen Teambesprechungen fast schon sowas wie Untergrundverschwörungen. Er und sein eingeschworenes Team müssen die Studien mitunter bei 30 verschiedenen Journalen einreichen, bis sich eines davon entschließt zu publizieren. Ich hätte unter Garantie schon beim dritten Journal, das meine Studie ablehnt, aufgegeben. Wie auch nach 3 Vorsprechen. Aber Goldhammer ist davon angefixt das System von unten zu revolutionieren, er perfektioniert seine Research- und Publicationsarbeit immer weiter, so dass seine Forschung absolut lückenlos ist und irgendwann wird es dann veröffentlicht. Wo nimmt er nur die Kraft her? Hätte ich die Kraft auch, säße ich jetzt nicht hier um diesen Blogpost zu schreiben, sondern würde vielleicht eine echte Schauspielkarriere haben!....- Nicht, dass eine Schauspielkarriere frei von Problemen und Hindernissen ist und dann alles Friede, Freude, Eierkuchen.:-)

Oder das mit dem Studium; Ein Traum von mir – ein Traum von vielen – aber viele Leute haben ein zu schlechtes Abi um einen Studienplatz für Medizin zu bekommen. Ich habe unglaublich viel Bewunderung dafür bekommen im hohen Alter von 35 Jahren anzufangen Medizin zu studieren. Ich fand das nicht sonderlich bewundernswert. Ich hatte keine Alternative. Entweder das oder für den Rest meines Lebens in irgendwelchen Gelegenheitsjobs mein Leben zu fristen. Was hätte ich sonst machen sollen? - Bewunderung von so vielen, außer von meiner Mutter, die statt stolz zu sein vor meinen Cousins darüber gelästert hat, dass ich anfangen würde Medizin zu studieren und dass ich mir das wohl "so leicht vorstellen würde". Möglicherweise war das Neid, sie als Krankenschwester, aber mit Liebe und Unterstützung hat das eben auch nichts zu tun. Deshalb habe ich keinen Kontrakt zu ihr. Ich bin nicht wie Goldhamer, ich kann Ablehung nicht so leicht wegstecken. Ich hab für 3 Leben genug Ablehnung erfahren.

Aber das Medizinstudium ist natürlich auch nicht ohne Probleme und leicht vorgestellt habe ich es mir auch nie. Aber wie gesagt, ich sah keine Alternative. - Aber ich hadere seit 5 Jahren quasi Tag ein Tag aus mit meinem Gehirn, was viel zu schlecht ist. Unter Medizinern fühle ich mich ständig dumm und nicht gut genug. Daher rührte dann auch im True North mein Gespräch mit Dr. Lisle. Am Abendgymnasium war ich eine der Besten, jetzt bin ich eine der Schlechtesten und dennoch bin ich keine von denen die Aufgegeben haben. Locker ein Duzend Leute, die mir mir angefangen haben zu studieren, haben aufgegeben.

Ich frage mich ob mein Hirn einfach zu mies ist, oder ob es zu anders ist, nämlich eigentlich künstlerisch oder kreativ orientiert – oder – ob mich Schulmedizin eigentlich einfach nicht genug interessiert und ich mich deshalb nicht darauf konzentrieren kann. Sie fasziniert mich nicht, sie bringt in meinen Augen zu viel Schaden, sie ist in 98% der Fälle nur symptomatisch und warum soll ich alle Blutdrucksenker und ihre Wirkmechanismen auswendig lernen, wenn ich doch weiß, dass viel besser, effektiver und ohne Nebenwirkungen ein Bluthochdruck mit Fasten und/oder fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung zu heilen ist? Ich will hauptsächlich den Zettel, der mich zum Dr. med. macht und das Hintergrundwissen eines Schulmediziners, denn auch ich werde irgendwann mal krank und ich möchte mit meinem Körper nicht irgendwem ausgeliefert sein, der dann über ihn entscheidet. - Aber diese Unzulänglichkeit auf der Messlatter der Uni eher unten als oben zu sein, macht mir schlechte Gefühle und schlechte Gefühle lassen mich zu Genussmitteln greifen. In Klausurphasen ist das selbstredend am schlimmsten. Und Leute, die mit ihren Noten oder ihrem Wissen angeben, lassen mich zu Genussmitteln greifen, wenn auch nicht in den Mengen, dass ich davon krank werden könnte. - Aber es nervt mich. - Daher meine Faszination mit dem Thema. - Aber ich bin dieses Semester besser geworden. Nicht so sehr in meiner Leistung, doch auch ein bisschen, aber vor allem in meiner Stressbewältigung, was mit der Erstellung eines Lernplans zusammenhängt und der Taktik mir rational zu sagen, dass ich mich nicht mit anderen messen sollte und damit, dass man Klausuren ja auch nachschreiben kann, wenn sie nichts werden.

Dr. Lisles Website heißt esteemdynamics.org. Das ist sein Hauptthema. Nicht Essen. Er beschäftigt sich eigentlich damit wie zwischenmenschliches Verhalten das eigene Selbst bestätigt oder auch eben nicht. Wir bekommen Bestätigung von unserer Umwelt durch Beruf, Partner, Freunde und auch durch unser innerstes Selbst. Wenn Bestätigung in irgendeinem der Bereiche ausbleibt, kann es sein, dass man anfängt Genussmittel zu nehmen und all das zu ersetzen. Dr, Lisle glaubt bis heute, dass man das mit pflanzlicher, vollwertiger Nahrung nicht macht, bzw. er macht sich keine Sorgen, wenn man das macht. Muss man es vielleicht auch nicht, denn man wird dann nicht übergewichtig oder krank davon. Aber man wird vielleicht auch nicht so schlank wie man gerne wäre. Und wozu will man schlank werden? Um wieder von Außen bestätigt zu werden? - Dr. Lisel hat auf der Seite auch das wunderbare Video "Dare to be lousy" - Sich trauen schlecht zu sein, denn immer wenn man was neues lernt, wird man darin mies sein. Das ist aber nun mal ein Teil davon, sich was Neues anzueignen.

Mir schrieb kürzlich eine Leserin, dass sie es geschafft habe ihren Suchtmechanismus mit Nahrung und dem Belohnugnssystem weitgehend zu durchbrechen. Sie suche jetzt aber händeringend nach der beruflichen Betätigung, die sie erfüllen würde. Sie habe gerade wieder einen Job gekündigt, weil der sie nicht erfüllen konnte. Was dann?

Ich denke ich und sie jammern da auf verhältnismäßig hohem Niveau, denn egal wie unperfekt das Leben seiner Träume ist, was noch schlimmer ist ist, sie zu verleugnen. Es ist besser eine Freundschaft aufzugeben, die einem nicht gut tut und diese Freundschaft zu verlieren, als das nicht-gut-tun zu ertragen. Natürlich erst nachdem man verbal angemerkt hat, dass diese Dynamik einem nicht gut tut. Es ist besser einen Job zu kündigen, der einen nicht erfüllt, als seinen Frust immer in sich rein zu fressen. Natürlich auch erst, nachdem man versucht hat seine berufliche Lage zu verändern. Erst muss man diese Beziehung mit dem Konflikt konfrontieren, den man hat. Das ist nur fair, dann kann der andere Partner darauf eingehen. Aber wir scheuen auch vor Konflikten zurück. Ich auch. Konflikte machen ja auch schlechte Gefühle.

Den meisten Leuten macht hingegen die Veränderung mehr Angst, als das Steckenbleiben. Sie ziehen ein bekannte Übel einem unbekannten und nicht garantieren Glück vor. Und ich bestätige das auch noch, indem ich sage, dass das Unbekannte, nicht garantierte Glück, auch noch mit Problemen daher kommen kann und meistens tut. - Das Gefühl sich nicht verleugnet zu haben, ist hingegen unbezahlbar und all die Mühe wert.

Menü des Tages am 28. Juni 2016

Brokkoli und Tomaten


Glutenfreie Haferflocken mit Banane, Apfel, Zimt, Sunwarrior, Chia, Kakao



½ Banane
Rest Nudelpfanne vom Vortag
Nochmal Haferflocken mit Banane und Zimt

Süßkartoffel mit Brokkoli, Pilzen, Linsen, Salz, Balsamico, Knoblauch, Petersilie


1 Banane
125 g Tomaten

Spezial Gemüsepfanne im Wellbeing



Und dann will man natürlich auch immer noch mehr. Mehr auch von natürlichen Belohnungen, von den Dingen für die das Belohnungssystem da ist.

Vor 5 Jahren, als ich anfing zu studieren hatte ich vor allem kein Geld, einer der größten Wünsche war Essen, das es im Bioladen gab, in rauen Mengen, ich war froh einfach nur einen Studienplatz bekommen zu haben. Jetzt reicht mir das nicht mehr. Ich muss noch was drauf setzen. Der Bioladen erfüllt nicht mehr. Das Studium ist selbstverständlich geworden. Aber ich weiß immer was ich haben will. Auch da funktioniert mein Belohnugnssystem. Es gibt haufenweise Leute, die sich so lange verleugnet haben, dass sie nicht mehr wissen was sie wollen.

Dr. Roger Gould rät dann auf seinen Neid zu hören. Neid ist ja eigentlich negativ behaftet, aber Neid ist etwas gnadenlos nützliches! - Wenn man neidisch auf jemanden ist, ist das ein klarer Indikator dafür, dass der andere genau das hat, was man selber haben will. Und dann muss man sich verdammt nochmal daran machen, sich das zu besorgen!

Ich bin immer noch neidisch auf manche Schauspieler, was mir immer noch zeigt, dass ich damit nicht abgeschlossen habe. Und mein rationaler Verstand sagt mir auch, dass ich damit nicht abschließen muss. Denn eines Tages, so in 50 Jahren, wenn alle anderen 90 jährigen Schauspielerinnen tot sind, wie Bud Spencer und Götz George, dann bin ich vielleicht noch da.:-) Wer weiß das schon. Ich gebe auch diesen Traum nicht auf und erinnere mich immer und immer wieder an Dr. Goldhamer als Motivation niemals aufzugeben. Niemals.

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 26. Juni 2016

Why diets make us fat Teil II



Ich hab euch im letzten Post das Video von Sandra Aamondt verlinkt ohne es überhaupt geschaut zu haben. Einfach nur, um sie vorzustellen. Nachträglich muss ich sagen, ich hoffe ihr habt es euch alle angeschaut! Es macht in 12 Minuten klar, dass Diäten nicht funktionieren, niemals funktionieren werden und nur dazu führen, dass man übergewichtig und essgestört wird. Alle Statistiken belegen das. Mädchen, die als Teenager Diäten machen sind 5 Jahren später übergewichtig. Selbst, wenn sie zuvor nicht dick waren.

Menschen die bewusst ihr Essen kontrollieren sind anfälliger für Werbung, für All you can eat Buffets und für Supersize-Angebote, die es in Deutschland ja nicht in dem Maße gibt. Bei Menschen die ihr Essen kontrollieren, führt ein EL Eiscreme auch wahrscheinlicher zu einem Fressanfall.

Sie sagt es in dem Moment nicht, aber hier ist natürlich das Belohnungssystem schuld. Die Überflutung des Hirns mit Belohnungsbotenstoffen ist bei Leuten, die ihre Belohnung restringieren größer.

Ich denke der Hauptgrund, warum jemand zunimmt der Diät hält und jemand der keine Diät hält nicht, obwohl der auch durchaus Mist essen kann, also McDonald's, Schokolade und Eis ist, dass jemand der sein Essen kontrolliert kontinuierlich das Belohnungslevel wechselt und das Hirn sich nie richtig an ein Level gewöhnen kann.

Wir haben da also eine Person, die jeglichen Mist in sich rein stopft, aber nicht fett dabei wird. Das könnte daran liegen, dass das Belohnungssystem checkt, dass hier sehr stark belohnende Nahrung ankommt, die Botenstoffmenge zu groß ist und die Anzahl der Rezeptoren im Gegenzug runter reguliert werden. Das System findet ein neues Gleichgewicht und der Mensch isst nicht zu viele Kalorien und nimmt nicht zu.

Aber jemand der Diät hält und dann Ausrutscher hat, oder Fressanfälle oder Cheat days, jemand der dauernd sein Belohnungsbotenstofflevel wechselt nimmt zu, weil sich das Hirn nicht mehr einpendeln kann. Im Idealfall signalisiert das Belohnungssystem nämlich genau dann Befriedigung, wenn man die passende Menge Kalorien und Nährstoffe gegessen hat. Bei Leuten die kontrolliert essen funktioniert das dann alles nicht mehr.

Sandra Aamond sagt, es habe bei ihr ein Jahr gedauert, um aus dem kontrollierten Essen in ein bewusstes Essen zu wechseln. Im Zuge dessen hat sie dann 10 Pfund abgenommen. Sie räumt ein, das es auch sein könne, dass man trotzdem nicht abnimmt. Man würde aber auch nicht zunehmen. Ich denke es hängt ab diesem Punkt wieder mit der Nahrung zusammen, die man isst.

AJ hat in 27 Monaten ihr Gewicht verloren. Und eben auch das Belohnungslevel nicht mehr gewechselt. Und ansonsten auch eben nicht mehr diätet.

Aber, ich habe in einem Artikel den sie geschrieben hat auch lesen können, dass sie nicht nur ihre Ernährung umgestellt hat, sondern auch zwei Bücher zum Thema emotionales Essen gelesen hat. Und das ist wieder ein andere Aspekt, aber in meinen Augen der unwichtigere. Das eine Buch heißt Shrink Yourself: Break Free from Emotional Eating Forever von dem Psychiater Dr. Roger Gould, der aus der Suchttherapie kommt und mittlerweie spezialisiert ist auf sowas wie digitale Therapie psychischer Störungen. Er hat eine Website shirnkyourself.com welche ein Online-Programm zur Therapie von emotionalem Essen anbietet. Daran hat AJ teilgenommen.

Sein Buch habe ich angefangen zu lesen und es ist ebenfalls brillant. Ich habe wieder einen Meister gefunden. Und es gibt doch nichts geileres für das Ego als von brillanten Menschen genau das gesagt und bestätitigt zu bekommen, was man sich monatelang selbst zusammen gereimt hat. Dr. Gould erklärt auch eingangs schon, dass Essen, wenn wir Probleme haben, unser natürliches Leitsystem unterdrückt und diese schlechten Gefühle uns eigentlich zwingen wollen uns mit unserer Situation auseinander zu setzten und sie zu ändern. Das ist häufig erschreckend und wir lassen es. Es könnte zu Konflikten und Verlust von Sicherheit führen, wenn wir anfangen die Situation zu ändern.

Er schreibt, seine Patienten würden schildern, dass sie einen Machtverlust in Bezug auf Essen erleben würden. Tatsächlich wären sie aber gar nicht dem Essen machtlos gegenüber, sondern der jeweiligen Situation die so unangenehm ist, dass sie die Gefühle wegessen wollen. Wenn man sie fragt, warum sie so gehandelt und gegessen haben sagen sie ehrlich: "Was hätte ich denn sonst tun sollen?" Und haben wirklich keinen Schimmer. Er bringt die Sachverhalte unglaublich gut auf den Punkt und schreibt so leicht verständlich, das es wirklich absolut jeder verstehen kann. Biochemie kommt gar nicht vor, sondern nur die Beschreibung von Gefühlen und Geschichten von anderen Leuten.

Das andere Buch was AJ empfiehlt ist The Emotional Eater's Repair Manual: A Practical Mind-Body-Spirit Guide for Putting an End to Overeating and Dieting, was ich noch nicht gelesen habe.

Ich finde es irgendwie witzig, dass man das von beiden Seiten therapieren kann, aber irgendwie natürlich auch logisch. Das ist schlussendlich ja bei allen Krankheiten so, passiert aber nie. Es wird immer nur rum geschnitten und Medikamente verschrieben.

Es kann sich alles sowohl automatisch regulieren, wenn man das Essen verändert aber auch, wenn man die Gefühle verändert. Essen verändern, finde ich hingegen gnadenlos leichter.

So und jetzt stellt euch mal vor, wenn Diäten nicht funktionieren und Kalorien zählen auch nicht, was macht dann der Diabetiker oder der Übergewichtige, der von seinem Arzt gesagt kriegt: "Sie müssen abnehmen!" - Selbst, wenn es ein Patient ist der wirklich adhärent ist, also jemand, der tut was sein Arzt sagt, kann er damit nur scheitern, macht sich selbst Vorwürfe und kriegt von seinem Arzt dann in nem halben Jahr auch wieder welche zu hören. - Ich bleibe dabei, man muss Diabetiker behandeln wie Alkoholiker.

Menü des Tages am 25. Juni 2016

Brokkoli mit Tomaten
Glutenfreie Haferflocken mit Banane, Zimt, Chia, Apfel, Sunwarrior


Haferflocken mit Banane und Zimt

Gemüsepfanne aus Chinakohl, Möhre, Kichererbsen, Tomaten, Schalotte, Buchweizennudeln, Salz, Pfeffer
Bananen-Limetten-Eis

1,5 Bananen
Paar Kichererbsen mit Salz


Handvoll Erdmandeln


2 Bananen

Ich hab gestern hundsmieserabel gegessen, weil ich von 10-13 Uhr im Bioladen war und gegen 18 Uhr auf Abruf mit einem Bekannten verabredet war. Außerdem habe ich vergessen zu fotografieren, weil ich vergessen habe, dass ich heute bloggen wollte. Der Bioladen war wieder langweilig, also die meiste Zeit, weil nach 1,5 Stunden keine Arbeit mehr da war.

Ich habe gerade das Gefühl, das Leben ist wieder im Wandel. Die letzten 5 Jahre waren bestimmt von einem nie enden wollenden Studium und ich habe nicht mal ansatzweise daran gedacht, was danach kommen würde. Jetzt sind es plötzlich nur noch 3 Semester und ich muss ans anfangen Pläne zu schmieden. Und Spaß macht das auch irgendwie. Es bewegt sich gerade was...

Alles Liebe,

Silke


Mittwoch, 22. Juni 2016

Why Diets make Us fat



Ich lese gerade Why Diets Make Us Fat: The Unintended Consequences of Our Obsession With Weight Loss von der Neurowissenschaftlerin Sandra Aarmondt und ich bin mir nicht sicher, ob mir schon klar ist, worauf sie hinaus will. Allerdings habe ich auch erst 29% des Buchs gelesen.

Bisher schreibt sie hauptsächlich darüber, dass Diäten deshalb nicht funktionieren, weil der Körper einen für ihn vorgegebenen Gewichtsbereich kennt, zu dem er sich immer wieder zurück reguliert. Sie nennt es nicht Setpoint, aber sie meint so ziemlich das selbe. Sie geht in diesem Zusammenhang nicht auf das Belohnungssystem ein, vielmehr führt sie sogar eine Quelle an, welche als Beleg fungieren soll, warum Essen keine Sucht ist, welche ich nicht gelesen habe, aber auch mir ist klar, dass der Sachverhalt bei Essen komplizierter ist, da Essen per se etwas natürliches ist und etwas wozu das Belohnungssystem auch geschaffen wurde. - Vielleicht bespreche ich diese Quelle ja hier nochmal. Aber auch so etwas Natürliches, kann in etwas Unnatürliches abdriften.

Sie geht auch nicht näher auf die Mechanismen ein warum der Körper sich dafür entscheiden sollte, ein zu hohes Gewicht als Setpoint zu nehmen (ich empfinde da die Belohnungssystemthese als ein wesentlich besseres Argument) aber sie führt diverse Studien an, das passiert, wenn man den Körper hungern lässt.

Es gibt da diverse Hungerexperimente bei denen man die Probanden beobachtet hat und auch nachbeobachtet hat nur um festzustellen, dass sie 20 Jahre nach dem Hungerexperiment übergewichtig waren. Oder Menschen in Europa 1944/45, was ein unglaublich harter Winter gewesen sein soll. Alle waren am hungern und es gibt Studien darüber wie sich die Kinder von Frauen entwickelt haben, welche im Winter 1944/45 schwanger waren. Es gibt Studien darüber, wie sich das Gewicht der Kinder entwickelt hat, wenn die Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft hungern mussten, die ein anderes Ergebnis haben als wenn die Frauen im dritten Drittel hungern mussten. Das Kind passt sich in der Schwangerschaft schon an die zu erwartenden Umweltbedingunen an und so prägt sich der Stoffwechsel des Kinders einer Frau mit Hang (Sucht) zu Zucker anders als der eine Frau, die nicht zuckersensibel ist.

Das alles ist also mal wieder wahnsinnig kompliziert und die Psyche spielt auch noch eine Rolle. Sie zitiert ein Experiment, welches man mit pubertären Mädchen gemacht hat, die Sorge um ihr Gewicht hatten und am liebsten eine Diät machen wollten. Diese Mädchen hat man in ein psychologisches Bedreunungsprogramm eingegliedert und sie in Bezug auf Körperwahrnehmung, Selbstbild, Körpeschema und Selbstbewußtsein geschult und in der Nachbeobachtung festgestellt, dass diese Mädchen Jahre später weniger zugenommen hatten als gleichaltrige Mädchen, die anfingen Diät zu halten.

Sandra Aarmondt deutet zwischendurch auch immer mal wieder die Lösung für das Problem an, obwohl ich davon ausgehe, dass in der Folge, bzw. zum Ende hin noch detailliertere Erklärungen kommen: Bewusstes essen. Und, auch darauf geht sie ein, vollwertiges Essen. Nur dieses kann der Körper richtig einordnen.

Natürlich ist Sandra Aarmondt auch selber betroffen, sonst würde sie das Thema nicht interessieren, Sie hat selber eine Diätkarriere hinter sich, stand auch mal kurz vor der Magersucht, hat alles Gewicht schlussendlich wieder zugenommen und dann irgendwann alle Diäten über den Haufen geworfen und angefangen bewusst zu essen.

Einen TED Talk zu dem Thema hat sie auch gehalten:



Menü des Tages am 22. Juni 2016

Brokkoli und Paprika
Haferflocken mit Banane, Himbeeren, Chia, Flohsamen, Reismehl, Sunwarrior, Zimt

Eis aus Banane, Mango und Melone


2 Erdzipan Kugeln



Salat aus Romana, Süßkartoffel, Kichererbsen, Senf, Limettensaft, Salz, Pfeffer, Paprika, Schalotte


1 Banane


4 Erdzipan Kugeln

2 Bananen

Brokkoli, Kichererbsen, Süßkartoffel, Salz


1 Banane

Insgesamt gab es 4-5 Tassen grünen Tee. Faszinierende Droge! Muss ich schon sagen...Ich habe kein Nachmittagstief, sprich kein Bedürfnis nach Mittagsschlaf, was ich sonst immer habe, wenn ich nachmittags lernen muss, weil mein Gehirn einfach nicht mehr kann.

Auch auf der Arbeit war es gestern erträglicher. - Gleichzeitig macht er mir keine Schweißausbrüche, wie Kaffee, ich kann abends einschlafen, anders als bei Kaffee und ich sehe mich nicht getriggert noch andere Genussmittel verzehren zu wollen, wie bei Kaffee. - Und das faszinierendste ist: Ich bin mir 100% sicher, wann ich Hunger habe und wann mein Belohnungssystem schreit, Wenn das Belohnungssystem schreit, reicht Grüntee, wenn mein Hunger schreit, muss es Essen sein. Das ist genau so wie mit Zigaretten. Wenn man sich das Rauchen abgewöhnt, will man dauernd essen, wenn man eigentlich Schmacht hat und man vertauscht das alles. Nur ist grüner Tee eben gesünder als Zigaretten.

Das bringt mich jetzt ürlich natin einen Konflikt: Ich spüre ganz klar und eindeutig die Belohnungssystem Wirkung. Vielleicht bin ich auch schon all die Jahre, also schlussendlich 25 Jahre darauf gedrillt mein Belohnungssystem zu aktivieren. 15 Jahre ohne Genussmittel stehen 25 Jahren mit Genussmitteln gegenüber. Und ich möchte sogar wetten, dass meine Mutter in der Schwangerschaft Kaffee getrunken hat. Zucker gegessen sowieso. Also wer weiß was bei mir da pränatal geprägt wurde.

Andererseits, wenn sich AJs Körper umgewöhnen kann, kann meiner das sicher auch.

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 19. Juni 2016

IARC: Kaffee nicht einstufbar in Bezug auf Krebs



Kaffee ist irgendwie immer wieder ein Thema. Sogar für mich.

Ich bin faziniert von der Wirkung von Kaffee auf mein Belohnungssystem, wenn ich ihm entwöhnt war und dann eine Tasse trinke. Ich fühle mich soooo wohl währenddessen und danach. Am nächsten Tag bin ich dann aber übermüdet und BRAUCHE wieder eine Tasse Kaffee und dann werde ich süchtig und will ihn dauernd. Jedes Abgewöhnen ist schwer und zwar nicht deshalb, weil sie Sucht so schwer zu durchbrechen ist, sondern die auf den Entzug folgende Müdigkeit so schwer zu ertragen ist. Für Kaffeeentzug braucht man Urlaub oder eine Zeit in der man beruflich nicht sonderlich unter Stress steht.

Kaffee ist auch eines der auf der Welt am häufigsten konsumierten Getränke. Er soll viele Antioxidanzen enthalten, aber auch stimulieren, nicht nur indem er wach macht, sondern auch indem er Stresshormone ausschüttet. Und es wird sich auch immer mal wieder damit beschäftigt, ob er mit Krebs in Verbindung zu bringen ist oder nicht. Jetzt hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus 23 Wissenschaftlern in der IARC, der International Agency für Research on Cancer in Lyon zusammen gesetzt um eruieren ob Kaffee krebserregend ist oder nicht. Die letzte Evaluierung war nämlich bereits 1991 und da wurde Kaffee als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen eingestuft. Das ist die selber Einstufung in welcher die IARC letzten Herbst rotes Fleisch eingestuft hat. Verarbeitetes Fleisch ist nicht in dieser Kategorie anzutreffen sondern eine Stufe höher bei klar "krebserregend".

Der Kaffee jedenfalls ist durch die neue Einschätzung von Mai 2016 rehabilitiert wurden. Wie bei der Fleischklassifizierung haben sich mehrere Wissenschaftler zusammengesetzt und 1000 Studien begutachtet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es nicht ausreichend Beweise gibt um Kaffee per se als krebserregend einzustufen. 1991 glaubte man, dass Kaffee in Zusammenhang mit Blasenkrebs gebracht werden könne.

In einer Vorlesung hat ein Kommilitone mal gefragt, ob man weiß woher Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt. Der Prof hat erzählt, dass es Studien gäbe, die belegen, dass der Verzehr von mindestens einer Tasse Kaffee am Tag das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken senke. Nachdem ich jetzt den Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt gelesen habe und auch die Originalstudie in Lancet Oncology, denke ich, dass der Prof da was vertauscht hat. Dass Kaffee sich protektiv auf Bauchspeicheldrüsenkrebs auswirkt steht da nirgends, aber dass eine Tasse Kaffee pro Tag protektiv bei Leberkrebs sein könne sehr wohl. Ich glaube, der Prof hat das irgendwie verwechselt.

Als "nicht krebserregend" wollen die Wissenschaftlier Kaffee jedoch auch  noch nicht einstufen, daher habe sie sich entschieden ihn als "nicht einstufbar" zu klassifizieren. Na dann...

Allerdings zeigen Studien aus Südamerika, dass Mate-Tee scheinbar eine Auswirkung auf die Entstehung von Speiseröhrenkrebs hat allerdings nur dann, wenn er zu heiß oder heiß getrunken wird. Ich bin mir nicht sicher, ob die Wissenschaftler den Mate-Tee aufgrund seines Koffeingehalts in den selben Topf werfen wie Kaffee. So richtig verstehe ich diesen Zusammenhang nicht.

Ich persönlich finde, Kaffee macht mich bekloppt. Seine Wirkung auf mich ist zu stark. Wenn ich ihn konsumiert habe, stelle ich fest, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt. Ich stelle fest, dass er bei mir psychotrope Wirkung hat, dass ich nach ihm greife, wenn ich meine Stimmung aufmöbeln will und dass er mich dazu verführt, dass ich auch noch andere Genussmittel konsumieren will, was ich als am schlimmsten empfinde. Ich teste gerade ob grüner Tee das auch macht, aber dazu gleich...

Menü des Tages am 18. Juni 2016 

Brokkoli



Tomaten



Haferflocken mit Carob, Banane, Chia, Sunwarrior, Birne, Zimt



Brokkoli, Kichererbsen, Süßkartoffel und Salz



1 Banane
 Packung Erzipan  (Kugeln aus Datteln und Erdmandeln)



Paar Möhren



Gemüsepfanne aus Pack Choy, Tomate, Mais, rote Linsen, Buchweizennudeln, Liquid Smoke, Balsamicoessig, Salz, Pfeffer

Ich habe gerade ein Problem im Bioladen. Als ich vor 4 Jahren anfing dort zu abreiten, kam ich gerade aus meiner chronischen Armut heraus und alles was es dort zu kaufen gab, erschien mir erstrebenswert. Ich habe natürlich nicht alles gekauft und tierische Produkte schon mal gar nicht, aber mein Belohnungssystem hat mir Motivation geschenkt im Bioladen zu arbeiten und ich habe bei den Verkostungen dort immer Sachen ausprobiert und mein Belohnungssystem hat mir gesagt, dass es eine gute Sache ist dort vor Ort zu sein. Ich habe mich immer auf die Arbeit gefreut. Besonders auf die an der Backtheke. Und das geht jetzt gerade weg. Ich nasche nichts dort. Ich esse derzeit kein Zucker, kein Fett, kein Gluten und vegan...

Am Freitag war ich eingeteilt für den Verkostungssstand und es gab Allos Aufstriche Hofgemüse zu probieren, aus Gemüse und Öl, und das ganze auf Weizen-Weißmehl-Brot. Alles vegan und ich habe es nicht gegessen. Leider waren auch kaum Kunden da und ich habe mich zu Tode gelangweilt. Das ist nicht gut, denn die Zeit vergeht dann nicht. Und meine Gedanken schwiffen ab zu Stimulanzen, zu Kaffee, zu Schokolade, ob ich mal wieder eine Flasche Wein kaufen sollte etc. Total bescheuert! Ich war gelangweilt...Und wollte etwas Aufregung!

Ich weiß nicht, ob ich noch lange motiviert sein werde im Bioladen zu arbeiten. Es fühlt sich derzeit wie ein Job an und nicht wie Leidenschaft, wie es sich vorher anfühlte. Das Belohnungssystem ist verrückt...

Rückblickend ist mir klar geworden, dass ich alle meine Scheißjobs, die ich früher hatte, um mich als Schauspielerin über Wasser zu halten, immer dann verloren habe, wenn ich mein Leben gesundheitlich verbessert habe sprich, mein Belohnungssystem nicht mehr betäubt habe. Ohne Drogennnahrung ist mir bewusst geworden wie beschissen der Job war und dass ich damit nicht den Rest meines Lebens zubringen kann. Ich war nicht mehr motiviert da zu arbeiten, habe schlecht gearbeitet und es wurde mir egal ob ich gefeuert werde oder nicht. Schlussendlich wurde ich dann gefeuert...Und so kam es dann über kurz oder lang dazu, dass ich mein Abi nachgeholt habe und jetzt studiere, was natürlich besser ist. Also, meine Belohnungssystem, mein Kompass, meine wahrer Norden hatte Recht! Es konnte mir ohne Drogen den richtigen Weg zeigen.

Jetzt ist die Frage, was wäre denn die Alternative? - Obwohl ich den Bioladen definitiv nicht als schrecklich empfinde, aber als motiviert empfinde ich mich auch nicht mehr. 1. Schwanger werden, aber darauf habe ich keinen Einfluss. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit in einem Zyklus schwanger zu werden, wenn man so alt ist wie ich 8%. Bedeutet binnen eines Jahres sollte das klappen. Ich bin nach der Fehlgeburt in den 5 Zyklen nicht schwanger geworden und habe damit 40% Unwahrscheinlichkeit abgearbeitet. Und noch 42% Unwahrscheinlichkeit vor mir. Aber das sind nur Zahlen. Die andere Option ist mir einen Job im Krankenhaus zu suchen, aber meiner Erfahrung nach ist die Arbeit dort schlimmer als im Bioladen.

Tja, und weil ich keine Motivation hatte habe ich dann einen Grünteebeutel für den Samstag morgen, wo ich auch wieder in den Bioladen musste mitgenommen und meine Laune geputscht. Der Freitag Nachmittag, an dem ich den Verkostungsstand hatte, hat da hin geführt, dass ich zur Beseitigung meiner Langeweile eine Süßigkeit von Gobinda ohne Zucker, Nüsse oder Gluten gekauft hatte, was ich noch nie probiert habe, nämlich Erzipan. Hatte ich gestern wieder. Ich hab nicht das Gefühl, dass es triggert obwohl ich von Trockenfrüchten vermehrt Blähungen kriege. DAS hatte ich vergessen.

Tja und beim Grüntee ist es so, dass der nicht so bekloppt macht wie Kaffee. Aus irgendeinem Grund. Ich hab dann noch ne ganze Packung Grüntee gekauft und sitze jetzt gerade bei der vierten Tasse, stelle fest, wie er mein Belohnungssystem aktiviert, mein Magen eigentlich essen will und ich wegen der Belohnungssystemaktivierung "keinen Hunger" habe bzw. nicht motiviert bin mir was zu holen oder nichts richtig wäre. Da stellt sich dann nur die Frage, ob er mich bekloppt macht, wenn ich ihn nicht konsumiere. Oder nicht.

Als ich im True North war, hat Dr. Klaper einen Vortrag gehalten, über den ich auch hier im Blog berichtet habe, in welchem er sagte Grüner Tee sei kein Gesundheitsnahrungmittel, obwohl er wahrscheinlich unschädlich sei. Vor zwei Tagen postete Klaper auf Facebook das:



Das hat mich unter anderem auch dazu verleitet mich dem Grüntee zuzuwenden.

A propos True North: Die Uni Köln hat meine Famulatur dort anerkannt! - YESSSSS!!!

Alles Liebe,

Silke


Mittwoch, 15. Juni 2016

Vegane Ernährung am besten für Typ-II-Diabetes


Man möchte nicht glauben, dass Typ-2- Diabetes in Korea ein Thema ist. Scheinbar ist es aber doch so, denn ein koranisches Forscherteam hat sich an die Arbeit gemacht zu schauen, ob eine vegane Ernährung den offiziellen Empfehlungen der Koreanischen Diabetesgesellschaft überlegen ist oder nicht. Es ist quasi die selbe Studie die Barnard in den USA gemacht hat, wo er eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung mit dem Goldstandard in den USA verglichen hat. Und ich wette es würde in Deutschland ebenso aussehen.

Der Grund für diese Studie, so heißt es, sei zu testen, ob man auch mit einer Ernährung, die mehr auf Pflanzen beruht als in der westlichen Welt Diabetes in den Griff zu kriegen sei. Da hat wohl irgendein LowCArb-Idiot seine Finger im Spiel gehabt. Bis heute glauben ja viele Leute Typ II Diabetes sein mit LowCarb am besten zu bekämpfen. Tatsächlich kriegt eine LowCarb-Ernährung auch das Symptom, den hohen Blutzuckers in den Griff, ist aber nicht in der Lage die Insulinresistenz zu beseitigen und tut auch gar nichts gegen die Konsequenzen, denen sich die meisten Diabetiker früher oder später stellen müssen, nämlich der Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Forscher in Korea haben also 92 Menschen in 2 Gruppen eingeteilt und  jeweils eine Hälfte entweder einer veganen auf braunem Reis basierender Ernährung oder einer Ernährung die den Empfehlungen der Koreanischen Diabetesgesellschaft entspricht gesetzt und dann 12 Wochen beobachte war passiert. Stellt sich raus, dass sich der HBA1C der veganen Gruppe besser bebessert hat als der der anderen Gruppe. HBA1C ist der auf lange sich beste Parameter um hohen Blutzucker zu beobachten.

Und das alles ist natürlich eigentlich überhaupt nicht neu. McDougall beruft sich ja immer wieder auf Dr. Walter Kempner, einen deutschen Arzt der in die USA ausgewandert ist und in seiner Klinik Diabetiker mit der Rice Diet behandelt hat. Das war bereits 1939.

Und wenn ich sowas lese, dann bin ich wieder ganz bei Dr. Klaper, der im True North in einer Besprechung mit den Famulanten mal gesagt hat: "Wie brauchen keine Studien mehr. Die Studien sind alle da, wie sich vegane Ernährung auf Gesundheit auswirkt und wie man Krankheiten damit heilen kann. Wir müssen es der Bevölkerung nahe bringen." 

Und so ist das leider. Nur ist die Bevölkerung leider völlig verblendet durch ihr Belohnungssystem.

Mir hat kürzlich jemand unter eines meiner YouTube-Videos geschrieben, dass, wenn alle Menschen vegan würden, die Hälfte der Wirtschaft zusammenbrechen würde. Mal völlig abgesehen davon, dass es schon immer Industriezweige gab die weg brachen, weil sich irgendwas verändert hat, man denke an Schriftsetzer, Seiler, Telefonistinnen und ähnliches, denke ich mir folgendes: Ist es ein Zeichen rationalen Denkens, dass jemand sich krank essen will, nur damit die Wirtschaft nicht zusammen bricht? - Das ist hochgradig irrational und damit ein Vorwand des Belohnungssystems.

Eine Kommilitonin von mir kam mit einem Herzfehler auf die Welt. Als Baby wurde sie bereits lebensrettend operiert und diese OP war vor ein paar Tagen 26 Jahre her, Auf Facebook postete sie, sie würde mit Mama und Papa gerade feiern und dabei war ein Foto, mit dem was man gerade aß, nämlich Weißmehlbrötchen, Butter, Wurst, Käse und Marmelade. Von genau sowas wird man aber herzkrank. Sie behauptet ihr Herz sei ihr heilig! - Ich hab kommentiert, dass sie wohl auf die nächste Herz-OP hin arbeite. - Wie kann man nicht erkennen, was es bedeutet, was man da tut? Jemand gesundes, ok, aber wenn jemand bereits krank ist???

Es sieht derzeit so aus, dass ich meine Doktorarbeit irgendwo zwischen Psychosomatik und Soziologie machen werden, wo sich damit auseinander gesetzt wird damit, warum Menschen einfach nicht das für ihre Gesundheit tun, was sie tun müssten um gesund zu werden. Möglicherweise ist das tatsächlich noch wichtiger für mich als das Thema Esssucht. Es ist aber noch nichts in trockenen Tüchern.

Menü des Tages am 14. Juni 2016 

Brokkoli mit Tomaten


Glutenfreie Haferflocken, Banane, Erdbeeren, Zimt, Sunwarrior, Kokosmehl, Chia


 1 Banane

Salat aus Eisbergsalat, Möhren, Paprika, Tomaten, Kichererbsen, Hirse, Salz, Balsamico, Pfeffer
1 Banane

Brokkoli, Süßkartoffel, Kicherbsen, Salz
1 Banane

Gott, ich habe vergessen Fotos zumachen außer zum Frühstück!

Ich war gestern zwei mal für 90 Min. in der Uni und abends im Bioladen.

Ich muss mich da gerade dauernd aufregen, denn es kommen immer wieder Leute an die Backtheke, die von mir verlangen, dass Brot statt in die Papiertüten, in die wir es eigentlich tun, in eine Plastiktüte zu stecken. Und das häuft sich gerade.

Letzte Woche habe ich eine Kundin darauf angesprochen, weil gerade durch die Presse ging, dass REWE seine Plastiktüten abgeschafft hat und ich mit einer Kassiererin bei REWE darüber sprach wie gut das bei den Kunden an kommt. Sie sagte mir, das sei durch und durch positiv. Also REWE schafft seine Plastiktüten ab, DM hat seine kostenlosen kleinen Plastiktüten abgeschafft und in Denns Biomarkt erwarten die Kunden, dass wir ihnen das Brot in Plastiktüten packen! - Das ist der Nachteil, wenn Leute im Bioladen kaufen, nicht weil sie überzeugt davon sind, sondern weil es hip ist. Nicht, dass wir nicht auch viel zu viele andere Sachen in Plastik verkaufen würden, aber es geht hier darum, welcher Plastik vermeidbar ist und welcher nicht.

Andererseits gibt es natürlich auch Kunden, die bei jedem Einkauf ihre Papiertüte vom letzten Mal wieder mitbringen und darum bitten das Brot wieder da rein zu packen. Löblich!

Das Problem jetzt aber für mich: Wie sagt man den Kunden, dass sie mit ihrem Verhalten die Weltmeere zumüllen, ohne dass sie sich angegriffen fühlen? - Laut meinem Chef gibt es wohl einen neuen europaweiten Gesetzesentwurf, der Einzelhändlern verbietet kostenlose Plastiktüten anzubieten. Einzige Ausnahme sind derzeit noch Gemüsetüten in der Obstabteilung. Schön leicht ist es einfach zu sagen, dass Unternehmen verbietet das. So weit ist das Unternehmen aber noch nicht. Sie haben uns nur verboten gratis Gemüsetüten an die Kunden an der Kasse raus zu geben, nach denen die manchmal verlangen, weil die ihre Sahne da rein tun möchten. Wenn wir sie ihnen nicht geben, rennen die natürlich in die Gemüseabteilung und holen sich trotzdem eine gratis Plastiktüte. Ey, Biokunden sind heutzutage einfach echt zu dämlich...

Wir sollten die Tüten an der Backtheke einfach entsorgen, sagt mein Chef. Ich finde, wir sollten ein Schild aufstellen, dass wir aus ökologischen Gründen kein Brot in Plastiktüten ausgeben. Aber eigentlich finde ich es schlimm, dass man das einem Bioladenkunden überhaupt erklären muss...

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 12. Juni 2016

Zucker, Appetitzügler und Spaß an der Arbeit


Ich muss mich entschuldigen, dass ich nicht zum Schreiben komme. Es ist gerade der erste Teil der Klausurphase. Jede Woche Anfang der Woche ist eine Klausur. Erst kam Dermatologie, dann diese Woche eine mündliche Prüfung in Kinderheilkunde und morgen schreibe ich Gynäkologie. Nebenbei habe ich dann noch Praktika in der Uni und muss in den Bioladen und die restliche Zeit wurde dann eben mit Lernen verbracht und nicht mit bloggen oder joggen. Nach morgen wird es dann ein wenig ruhiger um dann Ende Juli noch mal durchzustarten.

Dabei läuft alles absolut fantastisch. Dem Zuckerverzicht sei Dank!

Was ich diese Woche gelernt habe ist, dass das Lernen eigentlich gar nicht so schrecklich ist, wie ich es immer empfunden habe. Es war nur schrecklich ohne Drogennahrung! - Die ich mir ja bereits jedes Semester vor den Klausuren angewöhnt haben. Ich denke da passiert folgendes;

Ich kriege Angst vor einer Klausur bzw, Angst davor, dass die Lernzeit nicht reicht. Sie reicht ja nie. Das habe ich dieses Semester umschifft, indem ich mir erstens einen Lernplan gemacht habe und mir zweitens gesagt habe, dass es ja auch egal ist, wenn ich die Klausur verhaue. Ich kann sie ja auch nächstes Semester nochmal schreiben. Das ist das Schlimmste was passieren könnte.

Also habe ich nie angefangen mit Drogennahrung sondern lebe weitestgehend wie in der Challenge und jetzt plötzlich ist Lernen gar nicht so grauenvoll. Es macht sogar ein bisschen Spaß, weil ich ja was neues lerne und für Lernen ist das Belohnungssystem von Natur aus ja auch ausgerichtet. Sich etwas Neues anzueignen, steigert die Überlebenschancen!

Ich erkläre mir das also wie folgt:

Mein Belohnungssysem ist derzeit ziemlich clean, ich esse manchmal Obst, wenn es nicht unbedingt sein müsste und ich habe am Montag vor der mündlichen Kinderheilkunde Prüfung auch 500 g Tomaten gegessen ohne wirklich hungrig zu sein, sondern wahrscheinlich aus dem Instinkt heraus mich damit beruhigen zu wollen, aber das geht ja nicht. Also bin ich clean. Ich habe mehr Rezeptoren für Dopamin und Serotonin und bin in der Lage sogar an Lernen Freude zu haben. Gleichzeitig habe ich auch keinen Entzugsschmerz, denn das ist wahrscheinlich das warum Lernen per se so schrecklich ist. Erstens macht es nicht  genug Spaß verglichen mit Kaffee und Schokolade und zweitens nicht, wenn man sich gerade einer Droge entzieht.

Und ich denke wieder: Warum zum Geier weiß sowas niemand?

Genau das Gegenteil ist bei Drogen immer die Lösung. Zigaretten beruhigen nicht, sondern stressen den Körper. Alkohol ist nicht die Lösung, sondern das Problem und mit Zucker ist es genau so: Er ist nicht der Grund warum man das Lernen ertragen kann, sondern er ist der Grund warum man es ohne Zucker nicht ertragen kann. Obwohl ich diese Woche auch gelernt habe, dass bei Chirurgen Amphetamine oder Koks an der Tagesordnung ist...Was ist da schon Zucker?! Und warum sollte man das hinterfragen?

Es ist zuckerfrei Tag 92. Ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nie 92 Tage lang keine Schokolade gegessen. Konnte ich mir auch nie vorstellen. Und es war die drittbeste Entscheidung meines Lebens überhaupt. Die beste war mein Abi nachzuholen und die zweitbeste Medizin zu studieren.

Ich habe das Buch Why Diets Make Us Fat gekauft. Autorin ist Sandra Aamodt, die ich bereits im Zusammenhang mit der Biggest Loser Studie erwähnt habe. Sie erzählt darin von einem abnehmwilligen Herren, dem vor Jahren mal ein Appetitzügler verschrieben wurde. Dieser Appetitzügler fiel mir auf, weil er einen witzigen Namen hat und weil AJ ihn auch früher mal genommen hat auf. Sie sagte, dass sei die einzige Zeit gewesen in der sie so dünn war wie sie jetzt ist. Leider wurde das Medikament vom Markt genommen, weil es schwere Herzklappenfehler verursachen kann.

Der Name diese Medikaments ist Fen-Phen. Beides eine Abkürzung: Einmal für Fenfluramin und dann für Phentermin. Fenfluramiu gehört zu den Amphetaminen und steigert den Serotoninspiegel. Phentermin steigert die Ausschüttung von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Allein das macht schon völlig klar, dass Essen eine Sucht ist.

Aber das verrückte daran ist, das auch hier nicht das Belohnungssystem repariert wird. Das Belohnungssystem ist dergestalt verändert, dass es mehr Botenstoffe braucht um noch das selber Befriedigungs- oder Wohlseinsgefühl zu erlangen. Pharmakologisch kann man das therapieren indem man die Medikation dem kaputten Belohnugssystem anpasst und dann mit den Nebenwirkungen lebt. - Fenfluramin ist mittlerweile verboten während. Phentermin ist zusammen mit einem anderen Wirkstoff in den USA seit 2012 wieder zugelassen. In Deutschland ist er schon seit den frühen 70er Jahren verboten, weil man nicht einsieht, dass der Nutzen den Schaden überwiegt.

Man kann aber auch einfach sein Belohnungssystem "defragmentiert" quasi sein Belohnungssystem wieder in den Ausgangszustand indem man mal zur Ruhe kommt und die ganzen Stimulanzen weg lässt,  entschläumnigen, wie Dr. Schymanksi sagt. Oder sich in bewusstem Verzicht übt.

Menü des Tages am 9. Juni 2016

Brokkoli mit Tomate


Glutenfreie Haferflocken, Banane, Carob, Sunwarrior, Chia, Heidelbeeren, Apfel


1 Banane

Salat in der Mensa mit Kartoffeln und Kichererbsen


1 Banane
1 Apfel



250 g Cherrytomaten

Brokkoli im Bioladen mit dem Rest Kartoffeln und Kichererbsen



Die Schattenseite meiner Zuckerentwöhnung habe ich dann aber auch festgestellt. Ich verliere die Lust an dem Bioladen, besonders an der Backtheke. Ich esse derzeit nichts was dort verkauft wir und prime mein Belohnungsystem nicht durch regelmäßiges Naschen darauf, dass Backtheke Spaß macht (weil man da naschen kann). Ich bin mir gerade nicht sicher, ob das vielleicht sogar ein generalisiertes Ding ist, dass ich an dem Bioladen überhaupt nur Interesse hatte, weil da vegane Drogennahrung verkauft wird. Das bleibt in Zukunft abzuwarten...

Da war ein Kind mit seiner Mutter im Bioladen und das Kind hat totalen Terror gemacht, geweint und gequengelt und gebockt und die Mutter hatte eine fast komplett aufgegessene Tüte Eis in der Hand. Weil das Kind keine Ruhe geben wollte hat die Mutter dann irgendwann als Drohung gesagt: "Du kriegst den ganzen Sommer kein Eis mehr" - Mental habe ich sie beglückwünscht. Das wäre wirklich die Lösung für ihr Problem. Ich möchte aber wetten, sie hält es nicht durch...

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 5. Juni 2016

HDL-Cholesterin doch nicht schützend?! - Und vor allem kein eigenständiger Risikofaktor



Die Schulmedizin lehrt mittlerweile schon wieder seit Jahren, dass ein hoher Cholesterinspiegel nicht so schlimm ist, wenn man gleichzeitig auch ein hohes HDL Cholesterin hat. So hat man angenommen, dass nicht nur LDL-Cholesterin und Triglyceride ein eigenstädniger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, sondern auch ein niedriges LDL.

Gleichzeitig kam in der low-fat plant based Community schon öfter die Frage auf, ob, wenn bei fettarmer Ernährung das HDL fällt, das ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei.

Kürzlich postete jemand in der Starch Solution Facebook Gruppe er habe ein Gesamtcholesterin von 142 und ein HDL von 35 und damit einen Quotienten von mehr als 1:4. Sein Arzt habe ihm gesagt, da bestünde ein Herzinfarktrisiko. Klar hat der das gesagt, so hat er es gelernt. Zudem einen Cholesterinspiegel von 142 mg/dl kriegen die meisten Ärzte in ihrem Leben eh nicht zu sehen. So wunderbar niedrig ist der. Da HDL aber das "gute" Cholesterin ist, weil es in der Lage ist das "schlechte" LDL Cholesterin wieder zurück zur Leber zu bringen, und damit von den Arterienwänden fern zu halten, ist es natürlich so, dass jemand der kein schlechtes Cholesterin hat, auch kein gutes braucht um den Körper davor zu schützen. Klar? Das behauptet Dr. Esselstyn seit Jahren, ist auch völlig plausibel, ich habe ein YouTube-Video darüber gemacht und jetzt hat es erstmals auch eine Studie bewiesen. Erschienen in Circulation

Natürlich die Framiningham Heart Study oder besser ein Abkömmling davon die Framingham Offspring Study. Hier hat man sich erstmals isoliert zu hohes oder zu niedriges HDL angeschaut um zu gucken ob niedriges HDL ein eigenstäniger Risikofaktor ist sprich Menschen mit einem niedrigen HDL aber normalem LDL und Triglyceriden ein erhöhtes Risiko haben einen Herzinfarkt zu bekommen. Dem war nicht so. Man hatte bisher angenommen, dass hohes LDL, hohe Triglyceride und niedriges HDL gleichberechtigete Riskikofaktoren waren. Stellt sich jetzt raus, ausschlaggebend sind Triglyceride und LDL, nicht HDL per se. Hier zeigte sich sogar, dass sogar hohes HDL keinen Schutz bot wenn sowohl Triglyceride als auch LDL Cholesterin höher als 100 mg/dl waren.

Im Umkehrschluss heißt das natürlich genau das, was Ornish seit 25 Jahren und Esselstyn seit 20 Jahren predigt: Man muss so essen, dass man Triglyceride und Cholesterin senkt, egal was unterdessen mit dem HDL passiert. Dazu muss man Fett meiden und Cholesterin meiden. Omega 3 sind eine Ausnahme, denn die senken die Triglyceride. Und damit das passiert, bin ich mir sicher, muss das Omega 3:6 Verhältnis passen. In der Praxis verschreibt man natürlich Omega 3 Kapseln. Der Wirkmechanismus dahinter ist bisher noch nicht entschlüsselt.

Im übrigen kommt sowieso kein Hausarzt oder Krankenkasse auf die Idee bei einem Patienten, der ein Gesamtcholesterin von weniger als 190 mg/dl hat den HDL-Wert zu messen, weil wir es heimlich still und leiser schon die ganze Zeit ahnten. - Egal wie das HDL bei diesem Wert ist, das Risiko ist im Rahmen. (Unter 150 mg/dl ist es allerdings verschwunden - auch das Ergebnisse der Framingham Heart Study) Ich habe daher auch keine Ahnung, warum dieser naive Hausarzt des Mitglieds der Starch Solution Gruppe bei einem Gesamtcholesterin von 142 mg/dl überhaupt das HDL bestimmt hat. Wahrscheinlich wollte der Patient es, hat aus eigener Tasche dafür bezahlt und dann die Diagnose bekommen: Risiko für Herzinfarkt. - Oh jemine...

Na, da bin ich ja mal gespannt ob sich da in Zukunft die Leitlinien ändern. Meistens schafft die Framingham Heart Study das.

Menü des Tages am 4. Juni 2016 

Brokkoli und Tomaten
Glutenfreie Haferflocken mit Chia, Carob, Banane, Apfel, Sunwarrior, Zimt, Vanille, Kokosmehl


2 Bananen


2 Packungen Cherrytomaten (Bei REWE im Angebot für 0,99 € und unfassbar süß und aromatisch)
Einige Reiswaffeln

Basmatireis, Linsen, Blumenkohl, Curry, Chili, Balsamico-Essig, Salz, Liquid Smoke


Brokkoli, Süßkartoffel und Kichererbsen, Salz


1 Banane
Einige Reiswaffeln

Ich bin irritiert. Ich habe am Mittwoch Kaffee getrunken, aus einem mir völlig irre erscheinden Grund: Ich hatte keine Lust zu Dreharbeiten für das Nachmittags-Schrott-Fernsehen zu fahren! Ich bin sowas von durch damit, es macht keinen Spaß mehr und auch das Geld ist keinerlei Anreiz für mich. Die meiste Zeit schaffe ich es zu viel Gage zu verlangen, als dass man mich engagiert, aber jetzt habe ich zugesagt, weil ich in den USA so viel Geld ausgeben habe. Eigentlich ging es mir gut und ich habe zuerst auch nicht gerafft, was da passierte, nur dass ich Lust auf Kaffee hatte. Aber der einzige Grund der möglich gewesen sein könnte, das einzige was am Mittwoch anders war als an anderen Tagen, war der Dreh. Ich muss sowas von damit aufhören. Ich bin mir mittlerweile zu viel wert.

Naja, die Konsequenz aus Kaffee ist, und das wird mir auch erst jetzt immer mehr klar, dass ich an den Tagen danach Appetit habe, ohne Hunger zu haben. Alles was ich morgens gegessen habe, war kein Hunger. Alle Reiswaffeln waren kein Hunger. Reiswaffeln sind Langeweile-Essen, was die Langeweile aber nicht verschwinden lässt. Es gibt kein einziges fettarmer, vollwertiges, pflanzliches Essen, was sich lindernd auf schlechte Gefühle auswirkt. Das ist faszinierend zu beobachten. Nüsse können das. Obst kann das manchmal auch. Nicecream kann das definitiv. Reiswaffeln sind so an der Grenze. Aber bei Nüssen habe ich es extrem wahr genommen, bzw. jetzt beim Weglassen von Nüssen im Vergleich. Die Sache mit dem Kaffee war mir vorher überhaupt nicht klar. Vielleicht lernt mein Belohnungssystem auch gerade, dass Essen nicht mehr funktioniert und gibt mir dann die Eingebung, dann könnte ich ja Kaffee nehmen. Der hat ja auch Null Kalorien.

Und dann am nächsten Tag, wenn ich mir Kaffee verbiete, versucht das Belohnungssystem es doch wieder über Essen zu kompensieren, was mit dieser Nahrung aber nicht funktioniert. Ich verstehe wirklich nicht, warum es nicht weitaus mehr Forschungsarbeiten über diese Sachverhalte gibt. Aber die haben ja erst vor 10 Jahren angefangen sich das genauer anzuschauen. Die DNA-Struktur war vor 60 Jahren bereits entschlüsselt...

Alles Liebe,

Silke


Donnerstag, 2. Juni 2016

Obst in der Kindheit schützt vor Brustkrebs als Erwachsene


Seid ich auch so wie ich? Habt ihr auch erst, als ihr ernsthaft angefangen habt zu denken, angefangen auf eure Ernährung zu achten?

Im Deutschen Ärzteblatt stand kürzlich ein Bericht, welcher die neusten Erkenntnisse der Nurses Health Study beschriebe. Die Nurses Health Study ist eine der bekanntesten epidemiologischen Studien überhaupt und trägt seit Jahrzehnten Daten von Krankenschwestern in Bezug auf ihren Lebensstil und das Auftreten von Krankheiten zusammen.

Man weiß ja, dass Obst und Gemüse aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe und ihrer Ballaststoffe in der Lage sind sich positiv auf die Prävention diverser Krebsarten auswirken. Bisher kamen viele der Daten allerdings von Frauen die bereits älter waren.

Epidemiologen der Harvard School of Public Health haben jetzt Daten der Nurses Health Study von Frauen die Brustkrebs bekamen ausgewertet und was diese zwischen dem 13 und 18. Lebensjahr aßen. Dabei zeigte sich, dass Frauen, die als Mädchen mindestens 3 Portionen Obst aßen ein 25% geringeres Risiko hatten an Brustkrebs zu erkranken als Frauen die als Teenager nur 0,5 Portionen Obst aßen. - Und das unabhängig davon, dass man vielleicht später, als Erwachsener, mehr Obst aß. - Das ist natürlich Mist für alle Frauen die, wie ich, von ihren Müttern nur Mist zu essen bekamen. Das ist vielleicht auch der Grund warum Susan Voisin, deren Brustkrebs in der fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Community diskutiert wurde, überhaupt daran erkrankt ist.

Krebs befällt immer bevorzugt Zellen, die sich viel Teilen und in der Kindheit passiert so viel, dass der Krebs da bessere Chancen hat. Deshalb kriegen Frauen, die viele Kinder haben auch weniger Eieerstockkrebs. Die Eierstöcke waren einfach länger auf Eis gelegt und mussten nicht so viel arbeiten. Das gilt sogar für Frauen, die ihren Eisprung mit Hilfe der Pille unterdrücken. Das bezieht sich aber nur auf Eiestockkrebs für andere Arten von Krebs kann die Pille auch ein Risikofaktor sein.

Lange Rede kurzer Sinn. Wer seiner Tochter jeden Tag 3 oder mehr Portionen Obst zu essen gibt, hat damit eine Chance sie vor Brustkrebs zu schützen, dem häufigsten Krebs, der Menschen weiblichen Geschlechts überhaupt befällt

Die Originalstudie wurde im British Medical Journal veröffentlicht und ebenfalls als Co-Autor Erwähnung findet Dr. Walter "Kluge Menschen trinken keine Cola" Willet.

Menü des Tages am 1. Juni 2016 

Brokkoli mit Tomaten


Glutenfreie Haferflocken mit Leinsamen, Carob, Sunwarrior, Zimt, Vanille, Banane, Himbeeren



Kartoffeln, Kichererbsen, Mangold, Balsamicoessig, Liquid Smoke, Champignons, Paprika, Salz, Schalotte


Eis aus Mango und Banane



Salat aus  Rest vom Mittagessen, Eisbergsalat, Gurke, Paprika, Basmatireis, rote Linsen, fettfreier Ölersatz, Balsamicoessig, Senf, Salz, Pfeffer


1 Banane



Ich lasse derzeit dauernd Reste auf meinem Teller, was ich so gar nicht von mir kenne. Ich esse auch, wann ich lustig bin und nicht, wann ich mir das vorschreibe. Da passieren plötzlich erstaunliche Sachen. Überessen habe ich mich die ersten paar Tage, an denen ich keine Nüsse gegessen habe. Nach 4-5 Tagen war aber auch das vorbei. Ich fühle mich jetzt voll in tune mit meinem Essverhalten – Wenn man den Drang verspürt zu essen, obwohl man keinen Hunger hat, ist das nicht so und man fühlt sich völlig schizophren und außer Kontrolle.

Ich habe bisher, Challenge-bedingt ja immer auf Zucker und Fett gleichzeitig verzichtet und noch nie getrennt. Daher wusste ich bisher gar nicht, das Fett scheinbar genau so wirkt wie Zucker bzw. man die Gelüste darauf auch nach 4 Tagen los ist. Das erfordert allerdings wirklich immense Konsequenz. Das Belohnungssystem muss sich auf eine andere Menge von Belohnungsbotenstoffen einstellen und wenn man z.B. alle 3-4 Tage eine Ausnahme macht, dann klappt das nicht. Dann weiß das Belohnungssystem immer, da gibt es noch MEHR und will sich das dann auch verschaffen und wenn man sich dann an seinen rationalen Verstand hält, der erlaubt alles zu essen so lange es fettarm, vollwertig, pflanzlich ist, neigt man zum überessen und nimmt dann auch zu.

Deshalb hat Nicole Jäger auch in ihrer Aussage Recht, man müsse seine Ernährung umstellen, die man dauerhaft durchhalten kann. (Leider hat sie das selber zum größten Teil noch nicht geschafft, weil auch ihr die Belohnungssystemthematik völlig abgeht) Und ich meine damit jeden Tag. Wer auf die Ausnahmen nicht verzichten kann, der sollte sich auch (noch) nicht davon verabschieden. Vielleicht für einen festen Zeitraum von 3  Wochen oder auch bis er sein Idealgewicht erreicht hat. Aber so lange er diese Ausnahmen noch in aller Regelmäßigkeit hat, hat der Körper keine Chance sich mit einer ad libidum Ernährung - also einer Ernährung bei der man so viel essen kann wie man will und trotzdem idealgewichtig ist – einzustellen. - Alle paar Monate ne Ausnahme. Das geht.
Alles Liebe,

Silke