Mittwoch, 15. Juni 2016

Vegane Ernährung am besten für Typ-II-Diabetes


Man möchte nicht glauben, dass Typ-2- Diabetes in Korea ein Thema ist. Scheinbar ist es aber doch so, denn ein koranisches Forscherteam hat sich an die Arbeit gemacht zu schauen, ob eine vegane Ernährung den offiziellen Empfehlungen der Koreanischen Diabetesgesellschaft überlegen ist oder nicht. Es ist quasi die selbe Studie die Barnard in den USA gemacht hat, wo er eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung mit dem Goldstandard in den USA verglichen hat. Und ich wette es würde in Deutschland ebenso aussehen.

Der Grund für diese Studie, so heißt es, sei zu testen, ob man auch mit einer Ernährung, die mehr auf Pflanzen beruht als in der westlichen Welt Diabetes in den Griff zu kriegen sei. Da hat wohl irgendein LowCArb-Idiot seine Finger im Spiel gehabt. Bis heute glauben ja viele Leute Typ II Diabetes sein mit LowCarb am besten zu bekämpfen. Tatsächlich kriegt eine LowCarb-Ernährung auch das Symptom, den hohen Blutzuckers in den Griff, ist aber nicht in der Lage die Insulinresistenz zu beseitigen und tut auch gar nichts gegen die Konsequenzen, denen sich die meisten Diabetiker früher oder später stellen müssen, nämlich der Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Forscher in Korea haben also 92 Menschen in 2 Gruppen eingeteilt und  jeweils eine Hälfte entweder einer veganen auf braunem Reis basierender Ernährung oder einer Ernährung die den Empfehlungen der Koreanischen Diabetesgesellschaft entspricht gesetzt und dann 12 Wochen beobachte war passiert. Stellt sich raus, dass sich der HBA1C der veganen Gruppe besser bebessert hat als der der anderen Gruppe. HBA1C ist der auf lange sich beste Parameter um hohen Blutzucker zu beobachten.

Und das alles ist natürlich eigentlich überhaupt nicht neu. McDougall beruft sich ja immer wieder auf Dr. Walter Kempner, einen deutschen Arzt der in die USA ausgewandert ist und in seiner Klinik Diabetiker mit der Rice Diet behandelt hat. Das war bereits 1939.

Und wenn ich sowas lese, dann bin ich wieder ganz bei Dr. Klaper, der im True North in einer Besprechung mit den Famulanten mal gesagt hat: "Wie brauchen keine Studien mehr. Die Studien sind alle da, wie sich vegane Ernährung auf Gesundheit auswirkt und wie man Krankheiten damit heilen kann. Wir müssen es der Bevölkerung nahe bringen." 

Und so ist das leider. Nur ist die Bevölkerung leider völlig verblendet durch ihr Belohnungssystem.

Mir hat kürzlich jemand unter eines meiner YouTube-Videos geschrieben, dass, wenn alle Menschen vegan würden, die Hälfte der Wirtschaft zusammenbrechen würde. Mal völlig abgesehen davon, dass es schon immer Industriezweige gab die weg brachen, weil sich irgendwas verändert hat, man denke an Schriftsetzer, Seiler, Telefonistinnen und ähnliches, denke ich mir folgendes: Ist es ein Zeichen rationalen Denkens, dass jemand sich krank essen will, nur damit die Wirtschaft nicht zusammen bricht? - Das ist hochgradig irrational und damit ein Vorwand des Belohnungssystems.

Eine Kommilitonin von mir kam mit einem Herzfehler auf die Welt. Als Baby wurde sie bereits lebensrettend operiert und diese OP war vor ein paar Tagen 26 Jahre her, Auf Facebook postete sie, sie würde mit Mama und Papa gerade feiern und dabei war ein Foto, mit dem was man gerade aß, nämlich Weißmehlbrötchen, Butter, Wurst, Käse und Marmelade. Von genau sowas wird man aber herzkrank. Sie behauptet ihr Herz sei ihr heilig! - Ich hab kommentiert, dass sie wohl auf die nächste Herz-OP hin arbeite. - Wie kann man nicht erkennen, was es bedeutet, was man da tut? Jemand gesundes, ok, aber wenn jemand bereits krank ist???

Es sieht derzeit so aus, dass ich meine Doktorarbeit irgendwo zwischen Psychosomatik und Soziologie machen werden, wo sich damit auseinander gesetzt wird damit, warum Menschen einfach nicht das für ihre Gesundheit tun, was sie tun müssten um gesund zu werden. Möglicherweise ist das tatsächlich noch wichtiger für mich als das Thema Esssucht. Es ist aber noch nichts in trockenen Tüchern.

Menü des Tages am 14. Juni 2016 

Brokkoli mit Tomaten


Glutenfreie Haferflocken, Banane, Erdbeeren, Zimt, Sunwarrior, Kokosmehl, Chia


 1 Banane

Salat aus Eisbergsalat, Möhren, Paprika, Tomaten, Kichererbsen, Hirse, Salz, Balsamico, Pfeffer
1 Banane

Brokkoli, Süßkartoffel, Kicherbsen, Salz
1 Banane

Gott, ich habe vergessen Fotos zumachen außer zum Frühstück!

Ich war gestern zwei mal für 90 Min. in der Uni und abends im Bioladen.

Ich muss mich da gerade dauernd aufregen, denn es kommen immer wieder Leute an die Backtheke, die von mir verlangen, dass Brot statt in die Papiertüten, in die wir es eigentlich tun, in eine Plastiktüte zu stecken. Und das häuft sich gerade.

Letzte Woche habe ich eine Kundin darauf angesprochen, weil gerade durch die Presse ging, dass REWE seine Plastiktüten abgeschafft hat und ich mit einer Kassiererin bei REWE darüber sprach wie gut das bei den Kunden an kommt. Sie sagte mir, das sei durch und durch positiv. Also REWE schafft seine Plastiktüten ab, DM hat seine kostenlosen kleinen Plastiktüten abgeschafft und in Denns Biomarkt erwarten die Kunden, dass wir ihnen das Brot in Plastiktüten packen! - Das ist der Nachteil, wenn Leute im Bioladen kaufen, nicht weil sie überzeugt davon sind, sondern weil es hip ist. Nicht, dass wir nicht auch viel zu viele andere Sachen in Plastik verkaufen würden, aber es geht hier darum, welcher Plastik vermeidbar ist und welcher nicht.

Andererseits gibt es natürlich auch Kunden, die bei jedem Einkauf ihre Papiertüte vom letzten Mal wieder mitbringen und darum bitten das Brot wieder da rein zu packen. Löblich!

Das Problem jetzt aber für mich: Wie sagt man den Kunden, dass sie mit ihrem Verhalten die Weltmeere zumüllen, ohne dass sie sich angegriffen fühlen? - Laut meinem Chef gibt es wohl einen neuen europaweiten Gesetzesentwurf, der Einzelhändlern verbietet kostenlose Plastiktüten anzubieten. Einzige Ausnahme sind derzeit noch Gemüsetüten in der Obstabteilung. Schön leicht ist es einfach zu sagen, dass Unternehmen verbietet das. So weit ist das Unternehmen aber noch nicht. Sie haben uns nur verboten gratis Gemüsetüten an die Kunden an der Kasse raus zu geben, nach denen die manchmal verlangen, weil die ihre Sahne da rein tun möchten. Wenn wir sie ihnen nicht geben, rennen die natürlich in die Gemüseabteilung und holen sich trotzdem eine gratis Plastiktüte. Ey, Biokunden sind heutzutage einfach echt zu dämlich...

Wir sollten die Tüten an der Backtheke einfach entsorgen, sagt mein Chef. Ich finde, wir sollten ein Schild aufstellen, dass wir aus ökologischen Gründen kein Brot in Plastiktüten ausgeben. Aber eigentlich finde ich es schlimm, dass man das einem Bioladenkunden überhaupt erklären muss...

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Die Doktorarbeit würde ich dann aber gerne lesen!!!!

    Zum Thema vermeidbares Plastik - ich ärgere mich regelmäßig im Supermarkt, dass grundsätzlich das Bio-Obst und -Gemüse in Plastiktüten und -umverpackung angeboten wird. Klar machen die das, weil das Zeug teurer ist als die restliche Ware, damit sie es an der Kasse unterscheiden können, aber erstens gäbe es da sicher andere Möglichkeiten und 2. ist das doch total paradox. Außerdem kann man die Produkte nicht vernünftig anschauen und hat ständig irgendwas Angematschtes oder mit braunen Stellen mit dabei, das man dann wegschmeißen kann. Kein Wunder, dass der normale Supermarktkäufer auf bio schimpft.

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  2. Jo, im Discounter einkaufen und über das Plastik schimpfen aber gleichzeitig über die Preise im Bioladen schimpfen. Der Deutsche besonders fühlt sich ja eh immer verarscht und abgezockt und jammert auf einem Niveau, was das höchste in der Welt ist.

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  3. Ich hoffe du meinst da jetzt nicht mich damit ;) Ich kaufe grundsätzlich nichts beim Discounter und der betreffende Supermarkt ist nicht Aldi, sondern Edeka.

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  4. Hallo Silke,
    die Doktorarbeit würd ich auch gern lesen :)

    Off topic, kennst du Roh Vegan am Limit Patrick Strobach auf YT? Finde seine Erklärungen der biochemischen Prozesse im Körper sehr interessant.
    Lg

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    1. Nein, kenne ich nicht. Was für interessante Sachen erzählt er denn? Dass Enzyme aus Pflanzen die Magensäure übeleben und dann im Menschen zu Verdauungsenzymen werden? Jemand der roh-vegan ist kann keine Ahnung von Biochemie haben. Wenn er sie hätte, würde er es bleiben lassen...

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    2. Von Enzymen habe ich bei ihm (noch) nix gelesen/gesehen, dafür über McDougall ob Menschen Stärke- oder Zuckeresser sind. Lg

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    3. Und er kann biochemisch erklären, warum Menschen Zucker-Esser und keine Stärke-Esser sind nehme ich an?

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    4. In genanntem Video "Stärke oder Zucker" geht er wohl auf Enzyme ein, respektive argumentiert er, dass der enzymatische Aufwand zur Verdauung von Stärke für den Menschen eigentlich "ungeeignet" war/ist, da extrem aufwändig und der Mensch "nicht dafür gemacht ist, rohes Getreide aufspalten zu können".


      Biochemisch und evolutionstheoretisch erscheinen mir seine Erklärungen allesamt willkürlich, a bissel naiv vielleicht... (mein ich nicht angreifend).

      Ich glaube, du, liebe Silke, würdest dich eh nur nerven ab dem Video :-)

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    5. Genau deswegen haben wir das Kochen erfunden und seither ging es mit der Evolution bergauf! Erst da fingen unsere Hirne an zu wachsen, die ja auf Glucose angewiesen sind.

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    6. Genau das scheint er zu "übersehen". Er lässt den relevanten Teil, wie du schreibst, weg und sagt ungefähr: "Mensch ist nur für Verwertung von Rohem optimal gemacht, da Glucose primärer, schnellster Energielieferant ist. Und weil Getreide in Rohform nicht verdaulich, ist es nicht für Mensch bestimmt."
      Vor allem übergeht er u. a. den Aspekt, dass gerade durchs Kochen energiedichtere Mengen aufgenommen werden können (da nicht so voluminös)... Nie hätte die Evolution so fortschreiten können, wenn wir dieselbe Energiemenge einer Portion Reis mit rohen Möhren zu decken gehabt hätten... ;-)
      Aber wie gesagt... Wenn man wissenschaftlich (in seinem Fall mit Biochemie) argumentiert, dann springen unglaublich viele gerade darauf an... Egal, wie viel (Un)Sinn in seinen Aussagen steckt.

      Sei lieb gegrüsst,
      Manon

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  5. Nein, obwohl ich zu Edeka nicht gehe. Deine Beschreibung klingt für mich wie Lidl oder Aldi,. Bei Rewe gibt es total viel Gemüse und Obst unverpackt. Im Bioladen auch.

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  6. Ah ok :) Man kann es sich halt leider nicht immer aussuchen und es arbeitet ja auch nicht jeder im Bioladen *grins*. Rewe haben wir hier z. B. den nächsten in ca. 10km Entfernung in einem Stadtteil, in dem ich nix zu tun habe. Unser Denns ist sinnigerweise mitten in der Fußgängerzone (ohne Parktmöglichkeit in der Nähe, super für Lebensmitteleinkauf), wo ich maximal alle 3 Wochen hinkomme und "mein" Bioladen, in dem ich jahrelang eingekauft habe, ist seit ca 1 1/2 Jahren von einer Dauerbaustelle betroffen, weshalb man kilometerweit außenrum fahren muss. Da gehe ich zu Edeka, davon hab ich 2 Märkte auf dem direkten Weg, da ich den Tag nicht mit einkaufen verbringen kann.

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  7. Wenn alle Menschen plötzlich vegan leben würden, würde natürlich die Hälfte der Weltwirtschaft NICHT zusammenbrechen.Es gäbe kurzfristige Friktionen an den Arbeits und Kapitalmärkten,dass wärs . Binnen kürzester Zeit würden die im Gesundheitssystem eingesparten Gelder von den Mitgliedern zurückgefordert und von den einzelnen Menschen nach Gutdünken anders verwendet. Vielleicht würde man mehr reisen oder mehr Geld für den Sport ausgeben. Angenommen, die Lebenserwartung und vor allem die gesunden Jahre würden dramatisch ansteigen, würde dort ein enormer Bedarf entstehen. Alte gesunde Menschen würden vielleicht wieder die Städte beleben usw. Die Möglichkeiten sind unendlich. Weniger Krankentage bedeuten mehr Produktivität und damit mehr Wohlstand usw.

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    1. Blöde Frage, vielleicht, aber was passiert mit den ganzen Nutztieren, wenn alle aufhören, sie zu nutzen (aka zu töten/essen)...?


      Würden die dann nicht allesamt aussterben - schliesslich gibt's die typische Kuh ja nur, weil der Mensch sie domifiziert hat.

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    2. Wirklich eine saublöde Frage. Es gab und gibt natürlich h schon immer und immer nich wildlebende Rinderherden. Wir siedeln sie wieder aus, so wie die Wölfe! Und ein paar kommen in den Zoo. - Das ist jetzt nicht ernsthaft ein Argument für dich, nicht Vegan zu leben, oder?

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    3. Ob es noch immer wildlebende Rinderherden gibt, spielt doch gar keine Rolle - relevant ist, dass die heute domestizierten Tiere Züchtungen sind und an das Zusammenleben mit Menschen angepasst sind. Wie würdest du all die unzähligen Nutztiere aussiedeln??? Das ist theoretisch ein schöner Gedanke, praktisch doch einfach nicht durchführbar.
      Und das mit dem Zoo - abgesehen davon, dass einige veganlebende Menschen auch diese Art von Tierhaltung ablehnen - dafür sind es doch einfach viel, viel zu viele Tiere...
      Und noch als letzter Punkt: vegan zu leben ist, unabhängig von den Beweggründen, auch ein Luxus - so meine Meinung. Der Mensch konnte sich auch deshalb so auf der Erde ausbreiten und Gebiete besiedeln, die unfruchtbar sind (Inuit, zum Beispiel, oder die Wüsten). Und gerade die Inuit leben ja überwiegend von Tierischem.

      Nun noch deine Frage; nein, in unserer westlichen Gesellschaft sehe ich absolut keinen Grund, die Tierhaltung in dieser niederschmetternden Form in irgendeiner Weise zu stützen - hier können wir es uns leisten, zu wählen - weshalb ich das persönlich auch tue. Mein Punkt ist: Veganismus ist meiner Meinung nach keine pauschale "Lösung"; sondern eine punktuelle.

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  8. Ich war gestern aus Neugier mal in einem großen Rewe Center - sämtliches Bio-Gemüse war auch dort in Plastik verpackt. Null Unterschied zu Edeka, mal abgesehen von weniger Auswahl. Vielleicht ist das in Köln ja anders ^^

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