Sonntag, 26. Juni 2016

Why diets make us fat Teil II



Ich hab euch im letzten Post das Video von Sandra Aamondt verlinkt ohne es überhaupt geschaut zu haben. Einfach nur, um sie vorzustellen. Nachträglich muss ich sagen, ich hoffe ihr habt es euch alle angeschaut! Es macht in 12 Minuten klar, dass Diäten nicht funktionieren, niemals funktionieren werden und nur dazu führen, dass man übergewichtig und essgestört wird. Alle Statistiken belegen das. Mädchen, die als Teenager Diäten machen sind 5 Jahren später übergewichtig. Selbst, wenn sie zuvor nicht dick waren.

Menschen die bewusst ihr Essen kontrollieren sind anfälliger für Werbung, für All you can eat Buffets und für Supersize-Angebote, die es in Deutschland ja nicht in dem Maße gibt. Bei Menschen die ihr Essen kontrollieren, führt ein EL Eiscreme auch wahrscheinlicher zu einem Fressanfall.

Sie sagt es in dem Moment nicht, aber hier ist natürlich das Belohnungssystem schuld. Die Überflutung des Hirns mit Belohnungsbotenstoffen ist bei Leuten, die ihre Belohnung restringieren größer.

Ich denke der Hauptgrund, warum jemand zunimmt der Diät hält und jemand der keine Diät hält nicht, obwohl der auch durchaus Mist essen kann, also McDonald's, Schokolade und Eis ist, dass jemand der sein Essen kontrolliert kontinuierlich das Belohnungslevel wechselt und das Hirn sich nie richtig an ein Level gewöhnen kann.

Wir haben da also eine Person, die jeglichen Mist in sich rein stopft, aber nicht fett dabei wird. Das könnte daran liegen, dass das Belohnungssystem checkt, dass hier sehr stark belohnende Nahrung ankommt, die Botenstoffmenge zu groß ist und die Anzahl der Rezeptoren im Gegenzug runter reguliert werden. Das System findet ein neues Gleichgewicht und der Mensch isst nicht zu viele Kalorien und nimmt nicht zu.

Aber jemand der Diät hält und dann Ausrutscher hat, oder Fressanfälle oder Cheat days, jemand der dauernd sein Belohnungsbotenstofflevel wechselt nimmt zu, weil sich das Hirn nicht mehr einpendeln kann. Im Idealfall signalisiert das Belohnungssystem nämlich genau dann Befriedigung, wenn man die passende Menge Kalorien und Nährstoffe gegessen hat. Bei Leuten die kontrolliert essen funktioniert das dann alles nicht mehr.

Sandra Aamond sagt, es habe bei ihr ein Jahr gedauert, um aus dem kontrollierten Essen in ein bewusstes Essen zu wechseln. Im Zuge dessen hat sie dann 10 Pfund abgenommen. Sie räumt ein, das es auch sein könne, dass man trotzdem nicht abnimmt. Man würde aber auch nicht zunehmen. Ich denke es hängt ab diesem Punkt wieder mit der Nahrung zusammen, die man isst.

AJ hat in 27 Monaten ihr Gewicht verloren. Und eben auch das Belohnungslevel nicht mehr gewechselt. Und ansonsten auch eben nicht mehr diätet.

Aber, ich habe in einem Artikel den sie geschrieben hat auch lesen können, dass sie nicht nur ihre Ernährung umgestellt hat, sondern auch zwei Bücher zum Thema emotionales Essen gelesen hat. Und das ist wieder ein andere Aspekt, aber in meinen Augen der unwichtigere. Das eine Buch heißt Shrink Yourself: Break Free from Emotional Eating Forever von dem Psychiater Dr. Roger Gould, der aus der Suchttherapie kommt und mittlerweie spezialisiert ist auf sowas wie digitale Therapie psychischer Störungen. Er hat eine Website shirnkyourself.com welche ein Online-Programm zur Therapie von emotionalem Essen anbietet. Daran hat AJ teilgenommen.

Sein Buch habe ich angefangen zu lesen und es ist ebenfalls brillant. Ich habe wieder einen Meister gefunden. Und es gibt doch nichts geileres für das Ego als von brillanten Menschen genau das gesagt und bestätitigt zu bekommen, was man sich monatelang selbst zusammen gereimt hat. Dr. Gould erklärt auch eingangs schon, dass Essen, wenn wir Probleme haben, unser natürliches Leitsystem unterdrückt und diese schlechten Gefühle uns eigentlich zwingen wollen uns mit unserer Situation auseinander zu setzten und sie zu ändern. Das ist häufig erschreckend und wir lassen es. Es könnte zu Konflikten und Verlust von Sicherheit führen, wenn wir anfangen die Situation zu ändern.

Er schreibt, seine Patienten würden schildern, dass sie einen Machtverlust in Bezug auf Essen erleben würden. Tatsächlich wären sie aber gar nicht dem Essen machtlos gegenüber, sondern der jeweiligen Situation die so unangenehm ist, dass sie die Gefühle wegessen wollen. Wenn man sie fragt, warum sie so gehandelt und gegessen haben sagen sie ehrlich: "Was hätte ich denn sonst tun sollen?" Und haben wirklich keinen Schimmer. Er bringt die Sachverhalte unglaublich gut auf den Punkt und schreibt so leicht verständlich, das es wirklich absolut jeder verstehen kann. Biochemie kommt gar nicht vor, sondern nur die Beschreibung von Gefühlen und Geschichten von anderen Leuten.

Das andere Buch was AJ empfiehlt ist The Emotional Eater's Repair Manual: A Practical Mind-Body-Spirit Guide for Putting an End to Overeating and Dieting, was ich noch nicht gelesen habe.

Ich finde es irgendwie witzig, dass man das von beiden Seiten therapieren kann, aber irgendwie natürlich auch logisch. Das ist schlussendlich ja bei allen Krankheiten so, passiert aber nie. Es wird immer nur rum geschnitten und Medikamente verschrieben.

Es kann sich alles sowohl automatisch regulieren, wenn man das Essen verändert aber auch, wenn man die Gefühle verändert. Essen verändern, finde ich hingegen gnadenlos leichter.

So und jetzt stellt euch mal vor, wenn Diäten nicht funktionieren und Kalorien zählen auch nicht, was macht dann der Diabetiker oder der Übergewichtige, der von seinem Arzt gesagt kriegt: "Sie müssen abnehmen!" - Selbst, wenn es ein Patient ist der wirklich adhärent ist, also jemand, der tut was sein Arzt sagt, kann er damit nur scheitern, macht sich selbst Vorwürfe und kriegt von seinem Arzt dann in nem halben Jahr auch wieder welche zu hören. - Ich bleibe dabei, man muss Diabetiker behandeln wie Alkoholiker.

Menü des Tages am 25. Juni 2016

Brokkoli mit Tomaten
Glutenfreie Haferflocken mit Banane, Zimt, Chia, Apfel, Sunwarrior


Haferflocken mit Banane und Zimt

Gemüsepfanne aus Chinakohl, Möhre, Kichererbsen, Tomaten, Schalotte, Buchweizennudeln, Salz, Pfeffer
Bananen-Limetten-Eis

1,5 Bananen
Paar Kichererbsen mit Salz


Handvoll Erdmandeln


2 Bananen

Ich hab gestern hundsmieserabel gegessen, weil ich von 10-13 Uhr im Bioladen war und gegen 18 Uhr auf Abruf mit einem Bekannten verabredet war. Außerdem habe ich vergessen zu fotografieren, weil ich vergessen habe, dass ich heute bloggen wollte. Der Bioladen war wieder langweilig, also die meiste Zeit, weil nach 1,5 Stunden keine Arbeit mehr da war.

Ich habe gerade das Gefühl, das Leben ist wieder im Wandel. Die letzten 5 Jahre waren bestimmt von einem nie enden wollenden Studium und ich habe nicht mal ansatzweise daran gedacht, was danach kommen würde. Jetzt sind es plötzlich nur noch 3 Semester und ich muss ans anfangen Pläne zu schmieden. Und Spaß macht das auch irgendwie. Es bewegt sich gerade was...

Alles Liebe,

Silke


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