Sonntag, 30. November 2014

SuperMegaAdipositas



Challenge Tag 17:

Ich werd verrückt: An meinem Gewicht rührt sich absolut gar nichts.- Ich hungere aber auch nicht. Andererseits zeigt es weniger an als vor 17 Tagen. Ist 500 g pro Woche zu viel verlangt, wenn man einen normalen BMI hat? War der Gewichtsverlust letzte Woche regelbedingt?


Spielt eigentlich keine Rolle, weil diese Ernährung so viele andere Vorteile mit sich bringt, die ich eigentlich nicht mehr missen möchte: Feinporige Haut, wenig fettendes Haar und emotionale Ausgeglichenheit. Und ich bin verzückt davon, dass ich in der Lage bin, der gesündesten Ernährung der Welt zu folgen. Medizinisch und biochemisch kann man der fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung nämlich nichts, mit Ausnahme des B12. Alles andere habe ich recherchiert wie bekloppt! - Es gab da immer mal wieder so Studien, wo man die Ornish Diät versucht hat mit anderen Ernährungsweisen zu vergleichen wobei häufig die Ornish-Probanden einfach nicht in der Lage waren, die Ernährung durchzuziehen. Da frage ich mich, warum nicht auch da darauf geachtet wurde, dass der Blutzuckerspiegel konstanter blieb bzw. warum das ganze Thema Lebensmittelsucht von Ornish, Barnard Esselstyn und Co. nie angesprochen wurde. Aufgrund dessen kommt es auch mir immer wieder so vor, als sei das Blödsinn. Es wird belächelt. Es ist viel einfacher zu behaupten, dass Diabetiker oder Herz-Kreislauf-Patienten oder Adipöse einfach willensschwache Menschen sind, die selber Schuld sind an ihrem Dilemma. Alkoholiker, die ne Leberzirrhose bekommen, werden irgendwie ernster genommen. Inke Jochims erklärt in Zucker und Bulimie, dass manche Menschen nun mal stärker auf Zucker reagieren als andere genau so wie manche Menschen stärker auf Alkohol reagieren als andere. Viele Alkoholiker reagieren ebenfalls extrem auf Zucker. Und beide kriegen Depressionen.

Ich habe gestern zwei YouTube Video von Esssüchtigen geschaut. Ich hab Foodaddiction in die Suchmaske eingegeben und zwei Geschichten von MegaSuperAdipösen Menschen, waren das Ergebnis. Menschen, die so fett sind, dass sie ihr Zimmer und ihr Bett nicht mehr verlassen können unter Depressionen leiden und diese Depressionen wieder mit zucker- und fetthaltigem Essen bekämpfen. Die eine war Sharon, Mutter von 3 Kindern, 39 Jahre alt die von ihrer Familie und von Lieferdiensten das Essen bekam, was sie haben wollte, die gelieferten Schokoriegel versteckte sie zudem noch unter ihrer Bettdecke, damit niemand mitbekam, was sie so aß, ihre eigene Mutter war schon mal übergewichtig und bekam eine Magen-Bypass-Operation, ihrem Teenage-Sohn hatte sie bereits eine Magenband-OP bezahlt, als der anfing zuzunehmen und eine ihrer Töchter achtet peinlich genau darauf, was sie isst, damit sie nicht zunimmt. Darauf hatte Sharons Mutter bei ihr auch geachtet, aber als die ihren Mann kennen gelernt hat und ihn heiratete, durfte sie alles Essen was sie wollte und nahm immer mehr zu, Ihr Mann verließ sie selbstredend. Wenn man ihr nicht das Essen gab, was sie haben wollte, fing sie an sich zu ritzen, weil das die einzige Möglichekeit für sie war, Erleichterung zu erlangen. Sie ist in dem Video mehrfach in Tränen aufgelöst, weil sie zur Bekämpfung ihrer Depressionen kein anderes Mittel sieht als Essen und nach dem Essen fühlt sie sich dann elend und rutscht wieder in Depressionen.

Irgendwann bekommt sie dann eine Magen-Bypass-Operation, wobei tatsächlich fast der ganze Magen entfernt wird. Nur noch ein etwa Hühnereigroßes Stück bleibt übrig. (Das kann natürlich gravierende Folgen für die gesamte Physiologie und Homöostase haben, aber in anbetracht dessen, dass die Patienen ohne diese OP noch früher sterben, macht man sie). Sharon war selig nach der OP, fing an abzunehmen und geriet dann quasi in das High des Nicht-Essens, wie es Magersüchtige und Fastende erleben, Beta-Endorphin-Ausschüttung. Sie aß fast gar nichts mehr und weil sie wieder einen Sinn in ihrem Leben sah, stieg auch der Serotonspiegel wieder. Das ist jetzt meine Diagnose, und nichts, was im Video erwähnt worden wäre, es ist aber plausibel. Auf diese Weise kann eine Bypass-OP dazu beitragen, dass sich die Stimmung des Patienen verändert. Das wird tatsächlich im Video erwähnt. Ein Jahr nach der Bypass-OP ist Sharon tot. Niemand hatte darauf geachtet, dass sie auch genug Nährstoffe zu sich nimmt. Sie war vor der OP schon mit Nährstoffen unterversorgt, bei einem BMI von 106 (!!!). Sie entwickelte nach der OP Störungen in den Händen, die sie nicht mehr verwenden konnte, was ich persönlich mit einem B12-Mangel in Verbindung bringe, denn besonders B12 braucht einen Magen um aufgenommen werden zu können, denn der Magen produziert den Intrinsic Faktor. Offizielle Todesursache war Adipositas.

Der andere Fall ist Ricky, ein Mann von 380 kg Körpergewicht, der auch eine Bypass-OP kriegen möchte, jedoch ist er dafür zu fett. Alle Ärzte sagen ihm, bevor sie ihm helfen könnten, müsse er erstmal selber ca. 50 kg abnehmen. Das kann Ricky nicht. Seine Frau kauft ihm weiter schlechtes Essen. Ricky hat Depressionen und auch Antidepressiva, die er nach Bedarf nimmt. Als er sich selbst mal wieder mit Antidepressiva therapiert, weil er ja abnehmen soll und Antidepressiva seine Gelüste verringern, wirf ihm einer der Bypass-Chirurgen mangelnde Compliance vor. Das sei ein Zeichen dafür, dass er die Verantwortung nicht übernehmen wollen würde. Ricky war schon immer dick, aber so richtig zugenommen hat er nachdem er sich von der Sucht nach richtig harten Drogen wieder befreit hat. Irgendwann stirbt auch Ricky, ohne jemals eine Bypass-Operation bekommen zu haben. Seine Frau verläßt ihn, weil die das Drama nicht mehr ertragen kann, er nimmt irgendwelche Pillen und verstirbt.

Und ich frage mich: Hätte man da nicht irgendwie früher was machen können? Die Frauen bzw. Pflegenden dahingehend instruieren, dass zumindestens ein anständiges Frühstück gegessen wird? Ein langsames Programm zur Zuckerentwöhnung und zur Stabilisierung der Neurotransmitter, wie es Kathleen DesMaisons entworfen hat?

Ich denke da auch an Douglas Lisle, der in seinem Vortrag How to lose Weight without losing you mind von einer Frau erzählt (ab Min. 50), die in seine psychologische Praxis spaziert und von ihm eine Bestätigung möchte, dass sie alle Sinne beieinander habe und für eine Magen-Bypass-OP in frage komme. Doug Lisle war natürlich völlig anderer Meinung und hielt es für unnötig, dass sie ihre „kostbaren Organe“ opfere. Und während er versuchte sie zu einer anderen Ernährung zu überreden stellte sie sich sturr und das ging über mehrere Sitzungen so, bis er sie so weit hatte, dass sie sich bereit erklärte jeden Morgen Haferflocken zu essen. Er sagte, es sei ihm egal, ob sie Schokolade in die Haferflocken gebe, sie solle sie nur essen. Sie änderte sonst absolut gar nichts an ihrer Ernährung, nur das Frühstück und verlor 38 kg. Dannach wollte wie keine Bypass-OP mehr, sie war nicht mehr fetter als alle anderen, sondern sah aus wie alle anderen und das reichte ihr. Nun stelle man sich vor jemand würde doch noch mehr wollen, könne er jetzt anfangen an anderen Mahlzeiten rum zu schraube und da da manche Dinge weglassen und andere hinzufügen. Das war Doug Lisle bei dieser Frau aber nich vergönnt..

Worauf ich mit diesem Post hinaus will: Ich hab erstmals verstanden, was in der Gefühlswelt dieser Menschen vor sich geht. Was ich noch nicht begreife ist, warum die Verwandten, die das Essen liefern, nicht einfreifen. Ich verstehe erstmals emotional in was für einem Teufelskreis diese Menschen gefangen sind und warum sie da nicht raus können. Warum sie nicht einfach weniger essen können. Aber ob eine Bypass-OP die beste Lösung ist, würde ich massiv bezweifeln. Warum den Magen entfernen, wenn das Hirn gestört ist?! Typisch Symptommedizin, Man könnte auch den Mund zunähen!

Menü des Tages am 29. November 2014

7:30 Uhr: knapp 400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


1 Kaki
Haferflocken – wie immer



11 Uhr: 250 g Cocktailtomaten


1 Möhre
Rest vom Wirsing untereinander


ca. 130 g Maronen
1 Banane

14:30 Uhr: 1 Kaki
1 Banane

17:45 Uhr: knapp 400 g Brokkoli
Kartoffeln mit Brokkoli-Champignon-Sauce


1 Kaki

Ich hatte um 11 Uhr tatsächlich Appetit auf Tomaten. Auf was saftiges, was aber nicht süß ist. Gleichzeitig bin ich momentan natürlich Kaki-süchtig.

Das ist ne komische Sache mit mir und Kaki. Ich glaube die letzten 3 Winter habe ich sie nicht gegessen. Vor 3 Wintern, weil ich da Gabriel Cousens Rohkost gemacht hab, wo nur Beeren erlaubt sind, vor 2 Wintern, weil ich da auf Fructose aufgepasst habe und letzten Winter, weil ich Kalorien gezählt habe. Diesen Winter sind Kaki „legal“ und wahrscheinlich esse ich zu viel davon. Wahrscheinlich ist aber auch irgendwann Schuss damit und ich bekomme Lust auf was anderes. Wenn das nicht passiert, muss ich schauen, was der Frühling so mit sich bringt, aber momentan sind Kakis das, was ich auch am meisten auf meinem Weihnachtsteller sehe.:-)  Ich würde Schokolade da nicht mal vermissen. Ich könnte auch Kakis auf dem Weihnachtsmarkt verzehren und es würde mir voll und ganz reichen...Gibt's da aber leider nicht...

Alles Liebe,

Silke

Samstag, 29. November 2014

Erkenntnisse...



Challenge Tag 16:

Ich kenne mich so überhaupt gar nicht. Ihr kennt mich so auch überhaupt gar nicht. Ich dachte immer, ich sei einfach nicht der Typ für nur 3 Mahlzeiten am Tag, und ich dachte auch immer, dass fettarmes Essen schlicht und ergreifend nicht so lange wirkt, wie fetthaltigest. Es sieht so aus, als sei es einerseits meine Hirn-Biochemie und andererseits der Resorbtionsvorgang im Verdauungstrakt, der den Unterschied macht.

Seit ich zum ersten Mal über Potatoes Not Prozac geschrieben habe, wurde ich von mehreren Lesern gefragt ob ich das Buch Zucker und Bulimie von Inke Jochims kennen würde. Ich kannte es natürlich nicht, da ich mit Bulimie nicht mal ansatzweise was zu tun habe, noch nie hatte und es mir auch nicht vorstellen kann. Der Untertitel des Buchs besagt hingegen „Wie richtige Ernährung hilft aus Bulimie und Binge Eating auszusteigen“ und auch das wäre noch kein Anlass für mich es zu lesen. Ich bin und war noch nie ein Binge Eater. Ich hab zwar mal 200 g Aldischokolade verdrückt, während ich im 2. Semester ein Physikprotokoll schreiben musst, was für mich emotional und intelektuell einer Vollkatastrophe gleich kommt, weil ich bei Physik einerseits immer einschlafe und sie zweitens nicht verstehe. Aber das war das höchste der Gefühle. Mehr Schoko habe ich noch nie auf einmal gegessen! Nicht mal an Weihnachten!

Naja, jedenfalls beschreibt Inke Jochims in diesem Buch für Bulimie und Binge Eating exakt die selben biochemischen Vorgänge im Hirn, wie Kathleen DesMaisons in Potatoes Not Prozac und das macht die Sache ziemlich faszinierend. Das bedeutet nämlich, dass man nicht nur, wie Bulimiker und Binge Eater Fressanfälle haben muss, um eine gestörte Hirnbiochemie zu haben sondern dass es da auch noch Abstufungen nach unten gibt. Bulimiker und Binge Eater sind sozusagen die Spitze des Eisbergs und darunter kommt dann eine ganze Fülle von Menschen, die ein ähliches Hirnbiochemie- Problem haben, welches aber nicht so dramatisch ist, welches nicht zu so gravierendem Übergewicht führt wie regelrechte Fressattacken, was gleichzusetzen ist mit „emotionalem Essen“ bei dem ich mich gerade wirklich extrem Frage, ob das Emotionale wirklich alles so emotional ist, oder ob alle Gefühle eben schlussendlich nur Neurotransmitter sind, deren Verhältnis zueinander mit allem möglichen, was wir so konsumieren, durcheinander gebracht wird. Sei es Alkohol, Nikotin, Koffein, Zucker oder Kasomorphine. Wundert man sich da wirklich noch darüber, wenn eine Gesprächstherapie versagt?

Das faszinierende bei Imke Jochims ist, dass sie „nur“ Psychotherapeutin ist und mich ihr Wissen über Biochemie und Physiologie ehrlich überrascht hat. In ihrem Buch beschäftigt sie sich fast ausschließlich mit der Biochemie von Fressanfällen und damit, dass sie durch Stress ausgelöst werden, geht auf Adrenalin und Cortisol ein, auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse und erklärt, dass das Stresshormon Cortisol während es ansteigt den Serotoninspiegel senkt und damit zu Süßkram verführt. Die einzige Emotion die sie, als Psychologin, hier überhaupt zu therapieren sucht, ist der Stress. Sie erklärt, dass viele Bulimiker und Binge Eater eine Veranlagung zu Stress hätten, und sie findet die Ursache dafür schon in der Binderungtheorie im Verhältnis zu den Eltern. Sicher gebundene Kinder neigen nicht zur Entwicklung einer Stressneigung.

Schlussendlich erklärt sie das alles biochemischer als Kathleen DesMaisons, was mir vom physiologischen Standpunkt gefällt, denn erstmals kommt mir die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse interessant vor. Bisher fand ich sie einfach nur nervig zu lernen. Andererseits ist Kathleen DesMaisons um einiges anschaulicher, verständlicher und auch einfach praktischer Veranlagt. Inke Jochims listet gute und schlechte Nahrungmittel und das war's an Selbsthilfeprogramm. Sie begreift das Buch als Begleitbuch zu einer Therapie nicht als Therapieersatz. Hingegen hat sie auch, mit einem anderen Typen zusammen, ein Kochbuch für Bulimiker und Binge Eater raus gebracht. Jemand der eher der Selbsthilfetyp ist, oder noch auf einen Therapieplatz wartet, ist mit Potatoes Not Prozac wirklich besser dran. Auch jemand der einfach nur fett ist und nicht versteht, warum er dauernd nicht widerstehen kann, kommt damit besser zurecht.

Ein paar Sachen sind mir jedoch besonders heraus gestochen. Sie schreibt, dass man immer Protein zu vollwertigen Kohlenhydraten in einer Mahlzeit zu sich nehmen sollte, weil Protein die Aufnahme der Kohlenhydrate verlangsame. Damit sind wir beim Brokkoli zum Frühstück bzw. stärkefreies Gemüse. Das liefert Protein und macht dadurch länger satt,. Außerdem wirke sich das auf den Rest des Tages aus schreibt Jochims. Blutzuckerschwankungen würden dann ausbleiben. Damit ist erklärt, was AJ bisher nur aus Beobachtungen wusste: Dass Gemüse den Heißhunger auf Kohlenhydrate dämpft.

Und damit sind wir direkt beim 2. Punkt: Wenn man Otto Normalverbraucher rät in jeder Mahlzeit Protein zu essen, was glaubt ihr, was er dann isst: Fleisch und Milchprodukte!  Es ist allerdings gesundheitlich absolut nicht vertretbar in jeder Mahlzeit tierisches Protein zu essen. Das würde sogar die DGE unterschreiben. Damit rennt man vom Binge Eating zur nächsten Zivilisationskrankheit. Ach ja, nebenbei erwähnt sie auch, dass man auf keinen Fall LowCarb machen sollte, weil man dann nach 3 Wochen einen zu niedrigen Serotoninspiegel hat und damit Heißhunger auf Süßes bekommt. Sie hätte sogar beobachtet, dass viele Bulimiker oder Binge Eater ihrer Diätkarriere mit LowCarb Diäten begonnen haben

Punkt 3: Zwei Behauptungen stellt sie auf, die sie nicht in Quellen belegt und die ich für falsch halte. Sie hat ein Kapitel über gute und schlechte Fette abgefasst, wo sie über Fettssäureverhältnisse etc. spricht wo sie sagt Omega 3:6 solle maximal 1:4 sein besser 1:1 und wo sie berichtet, dass ungesättigte Fette essentiell sind und die Insulinwirkung verbessern, weil sie die Zellmembran fluide halten. In diesem Kapitel behauptet sie essentielle Fette steigern den Stoffwechsel und helfen damit beim Abnehmen, was sie weder begründet noch belegt noch sonst irgendwas. Macht mich skptisch und lässt mich vermuten, dass sie einfach nur selber gerne Fett isst. Das andere ist: Dass Eier den Cholesterinspiegel steigern würden, sei ein Märchen, denn Eier von Hühnern, die freilebend und grasgefüttert seien, hätten viele Omega-3-Fette. Cholesterin ist aber keine Fettsäure sondern ein Alkohol an einem Lipoprotein und selbst in Omega-3-haltigen Eiern ist immer noch reichlich Cholesterin und auch gesättigtes Fett enthalten. Wenn man versucht Frau Jochims Theorie der Ernährung umzusetzten, die soweit ich das einschätze völlig korrekt ist, kann man leider nicht zu den Schussfolgerungen kommen zu denen sie kommt, sondern muss zu denen von AJ kommen. bzw. zu denen von Barnard, Esselstyn, McDougall und Co. Es ist am leichtesten ein optimales Fettverhältnis zu gewährleisten wenn man fettarm, vollwertig und pflanzlich lebt.

Aber die Leute hören nicht nur gerne gute Nachrichten über ihre schlechten Angewohnheiten, sie verbreiten sie auch gerne. Davon nehme ich mich selbst noch nicht mal aus, denn ich bin genau so gut in der Lage meinen gelegentlichen Alkoholkonsum wissenschaftlich zu begründen, wie auch meinen Sushikonsum. Mir ist natürlich klar, dass es ebensogute Gegenargument gibt ;-)...

Menü des Tages am 28. November 2014

6:00 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


Haferflocken – wie immer


2 Kaki

11 Uhr: 3 Bananen

12:30 Uhr: Wirsing untereinander


1 kleine Kaki

18:30 Uhr:10 g Instant Tabouleh Rest
430 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
Wirsing untereinander
130 g Kichererbsen
1 Kaki

Ich kam aus der Uni nach hause, hatte dann bald Hunger, aber das Mittagessen noch nicht fertig. Was macht man dann? - Bananen. Ich weiß nicht, ob ich zu viel Obst esse oder ab wann es zu viel Obst ist, auf jeden Fall hat es keine Nebenwirkungen. Wenn ich hingegen Obst frühstücke bleibe ich nur 1-1,5 Stunden satt. Das ist einer meiner Hauptkritikpunkte bei Obstrohkost. Jetzt wird mir auch klar, dass das unter anderem damit zusammenhängt, dass sogar durch Obst die Blutzuckerschaukel in Gang kommt. Satter war ich bei Obstrohkost immer mit Grünen Smoothies, aber auch das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil durch das Mixen der Zucker aus dem Obst noch schneller aufgenommen wird und weil ich nie 400 g Grünzeug in einen Greensmoothie gegeben habe. Maximal 150 g.

Also, ich bleibe neuerdings satt, kann mich dennoch konzentrieren, eigentlich sogar besser weil ich nicht während des Lernens plötzlich daran denken muss, dass ich Appetit habe, ich kann mehrere Stunden unterwegs sein ohne was Essen zu müssen und das obwohl ich fettarm esse. Meine Haut wird immer feinporiger, ist frei von Pickeln und ich fühle mich durch und durch gut. Als sei ein Gordischer Knoten geplatzt, den ich nie habe lösen können. Und den die ganze Schulmedizin nicht lösen kann, aber dazu komme ich morgen....

Ach ja, Gewicht: Das will nicht so wie ich ;-) - Bin ich zu dünn um schneller abzunehmen? Esse ich mehr als 1700 kcal? Gestern bestimmt...hm...100 g weniger als gestern...



Alles Liebe,

Silke

Freitag, 28. November 2014

Gelassenheit...



Challenge Tag 15:

Ich glaube nicht, dass sich ein „normaler“ auch nur ansatzweise vorstellen kann wie sich ein zuckersensibler fühlt, genau so wenig, wie sich ein zuckersensibler vorstellen kann, wie sich jemand normales fühlt. Ich wage zu behaupten, dass ich so langsam einen Einblick in beides kriege, obwohl ich ein relativ geringes Zuckerproblem habe, was mir aber auch vermittelt, dass das Problem in den unterschiedlichsten Facetten daher kommt.

Ich habe eine Kommilitonin, die mir schon vor 1,5 Jahren ganz konkret sagte, sie könne ihre Ernährung nicht verbessern, denn sie sei zuckersüchtig. Dabei ist sie schlank und geht joggen und eigentlich ist alles in Ordnung. Allerdings tut sie sich sehr schwer ihr Leben auf die Reihe zu kriegen, Motivation zu Lernen fehlt, alles ist immer voll Probleme, das Leben ist Chaos und irrational und ich frage mich wie und ob da ein Zusammenhang besteht. So manche Biochemie legt das nahe. Ich hab aber auch eine Kommilitonin, die zu Aldi geht und 10 Tafeln Schokolade kauft worauf die Kassiererin fragt: „Sie müssen viel lernen, oder?“ Oder ich beobachte mich selbst dabei, wie ich in Gesellschaft oder auf einer Party bin oder noch besser bei Dreharbeiten und erkennen muss, dass ich die einzige bin, die wirklich so oft zu Süßkram greift.

Gestern wurde mir besonders klar, wie es normalen Menschen geht, denn die essen nicht wenn sie Lust darauf haben, sondern wenn sie hungrig sind. Die essen nicht aus Spaß, sondern weil eine Mahlzeit ansprechend schmeckt, sättigt und nahrhaft ist. Ich frage mich aber auch, wie viele Menschen noch normal sind oder ob nur Menschen, die noch andere Drogen konsumieren in der Lage sind der Lustfalle zu entkommen, oder ob wir alle früher oder später rein tappen, schließlich werden wir alle im Laufe unseres Lebens immer dicker. Ich hab kürzlich gelesen, dass irgendwer raus gefunden habe, dass es daran läge, dass wir über die Feiertage jeweils 1 kg zunehmen, was wir dann nach den Feiertagen nicht mehr loswerden. Ich weiß nicht, ob man das so konkret sagen kann. Gleichzeitig stelle ich fest was für eine elende Erfindung dieser Adventskalender doch ist, denn bei einer Sucht macht nicht die Dosis das Gift sondern die Regelmäßigkeit. In Anbetracht von Zuckerrausch werden mir auch diese himmelhoch jauchzenden und dann zu Tode betrübten Gefühle der Kinder an Weihnachten klar. Ich und meine Schwester waren an Weihnachten auch immer völlig aufgedreht, chaotisch, es wurde gelacht und unter Garantie auch geheult, Mutter ist ausgeflippt und all dieser typische Weihnachsstress. Ist es nicht nur Zuckerstress?

Ich habe aber auch eine Arbeitskollegin, die einfach nicht auf süß steht. Sie mag herzhafte Sachen viel lieber und wird von den süßen Verkostungen einfach nicht verführt. Sie ist schlank, aber sie sagt auch ganz konkret, dass sie auch aufpassen würde.

Bei Zuckersucht hingegen, kann man nicht aufpassen, man nimmt den Drang nach Zucker als lebensnotwendiges Bedürfnis wahr, ähnlich wie Durst und man MUSS das Zeug haben. Es ist aber nicht lebensnotwendig und da liegt die Krux. Das ist das Irre daran. Das ist Sucht.

Was gerade bei mir passiert, kann ich aber nicht wirklich erklären. Mein einziger Ansatz wäre, dass Brokkoli/Gemüse die Aufnahme von Kohlenhydraten in den Darm immens verlangsamt. Allerdings ist mein Blutzuckerspiegel morgens auch normal, wenn ich keinen Brokkoli esse, das habe ich im Pflegepraktikum alle Nase lang gemessen, also ist es vielleicht nicht dass, sondern doch was, dass mit Neurotransmittern und Rezeptoren zusammen hängt.

Ich hab 3 Mahlzeiten eingehalten, weil ich kaum Lust hatte zu essen.Während der Mahlzeit hatte ich dann aber echten Hunger. Sonst/früher/immer ist es so, dass ich alle 2-3 Stunden einen weiteren Kick brauchte und dieses Bedürfnis nehme ich als Appetit war.

Menü des Tages am 27. November 2014

6:30 Uhr: 430 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


Haferflocken  - wie immer


1 Kaki

11:15 Uhr: 2 Kaki
½ Schüssel Eintopf


1 Mandarine

16 Uhr: 2 Bananen
400 g Brokkoli
90 g Instant Tabouleh



Ich hab so wenig gegessen, dass ich hätte schwören können, dass ich von gestern auf heute abgenommen habe, aber das war mir diesmal nicht vergönnt. Verflixt und zugenäht...


Abends war ich im Theater, aber ich fand das Stück so schlecht, dass ich keine Lust mehr hatte auf meinen Schauspielerfreund zu warten um nachher noch was trinken zu gehen, der in dem Stück mitgespielt hat. Also keine Bierverführung, wobei ich momentan eh denke, dass mich das nicht reizen würde, weil ich mich so „un-getrieben“ von Essen fühle und das sehr genieße, Gewicht hin oder her.

Der Frühstücksbrokkoli macht allerdings tatsächlich keinen Spaß mehr. Ich möchte morgens als allererstes was Süßes und sei es Obst und ich weiß nicht, ob ich das nach der Challenge wieder völlig einstampfe und zu meinem üblichen Frühstück zurück kehre. Spätestens dann sollte sich zeigen, ob der Effekt vom Brokkoli herrührt oder von anderen Dingen.

Alles Liebe,

Silke


Donnerstag, 27. November 2014

Welche Lebensmittel haben eigentlich das Potential süchtig zu machen?



Challenge Tag 14:

Das ist eine wirklich interessante Frage...Denn währen Barnard die Schuld vor allem bei Schokolade, Käse, Fleisch und Zucker sieht, sieht Joan Iffland, deren Buch Sugars and Flours: How They Make us Crazy, Sick and Fat, and What to do About It ich kürzlich bestellt habe, die Schuld offensichtlich nur bei Mehl und Zucker. Inke Jochims erklärt in ihrem Buch Zucker und Bulimie, dass niemand jemals Binge Eating Attacken auf reines Fett hatte, 50 ml Öl oder Butter pur zu essen ekelt die meisten Menschen und sogar Zucker pur verführt niemanden zu einem Essanfall, sei es ein Bulimiker oder ein Binge Eater. Meistens sind es Lebensmittel, die sowohl Fett als auch Zucker enthalten, die zu Fressanfallen verführen und genau so wirken sie auf alle von uns, auch wenn wir nicht „Binge Eater“ oder „Bulimiker“ sind. Ist es Zufall, dass zumindest meine Wissens es in der Natur nur ein Nahrungmittel enthält, dass Fett und Zucker enthält, nämlich die Durian?

Während also Barnard zwar erklärt, dass Zucker süchtig macht kommen in seinem Buch Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings durchaus Rezepte mit Ahornsirup und anderen Alternativzuckern vor. Er rät zwar zu Vollkorn, aber es ist ihm um Längen lieber, dass jemand Weißbrot isst als Fleisch. Tatsächlich hat er in der Ellen DeGeneres Show sogar empfohlen, dass man abends ein Stück reines Weißbrot essen solle, weil das die Serotoninbildung anregt und man dann besser schlafen könne. Warum empfiehlt er nicht auch eine Kartoffel? Das einzige Problem, was Barnard mit Mehl hat ist, dass zumindest Weizengluten bei der Verdauung in opioidähnliche Moleküle aufgespalten wird, die dann auch an die Opioidrezeptoren andocken können, wie es auch Endorphine, Morphin und Heroin können.

Ich hab mir dieses Video nochmal angeschaut, ich weiß nicht ob ich es letztes Jahr schon mal gepostet habe, ist möglich, wo er erklärt, warum Schokolade, Käse, Fleisch und Zucker süchtig macht und wenn man genau hinhört, findet man keinen Grund warum Fleisch süchtig macht.


Schokolade, ist klar, wegen Zucker und Fett, außerdem Theobromin was wirkt wie Koffein und irgendwas war da noch, was so ähnlich wirkt wie THC. In Käse sind Kasomorphine enthalten, bei denen man sich noch nicht so ganz sicher ist, ob sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, aber falls ja, docken auch sie an den Opioidrezeptor an. Fast alle Veganer sind überzeugt davon, dass Käse süchtig macht, weil Käse die Substanz war, von der sie als allerletztes die Finger lassen konnten und nach der sie sich auch als Veganer noch verzehren und sich mir Käsealternativen beschäftigen bis zum Abwinken, aber nichts finden, was wirklich so wirken würde wie Käse. Das liegt wahrscheinlich aber leider genau an den Kasomorphinen. Zucker, ist klar, sind sich alle einig, aber wie ist das mit dem Fleisch? Haben Bulemiker und Bingeeater Essattacken mit Fleisch?

Wenn ich zurück denke an den adipösen Herren, der vorm Rewe saß und 400 g rohes Hackfleisch in aller Seelenruhe und wie in Trance verzehrte, bin ich überzeugt davon, dass auch das der Fall ist. Barnard tut sich in diesem Video aber reichlich schwer Gründe anzugeben, warum Fleisch süchtig macht. Er redet viel über Krebs und den Zusammenhang zwischen Fleisch und Krebs, aber kaum über einen Suchtmechanismus.

Ich hab also sein Buch vorgenommen und nochmals nachgelesen. Darin erwähnt er, dass eine Studie aus dem Jahr 2000 an 1244 Probanden gezeigt habem dass 25% der Teilnehmer nicht bereit gewesen wären auch nur eine Woche auf Fleisch zu verzichten, wenn man ihnen dafür 1000 $ geben würde. Ein weiter Faktor sei, das Fleisch viel Fett enthält und Fett viele Kalorien hat und dadurch das Belohnungssystem angeworfen wird, weil es das Überleben sichert Fett zu essen, wenn man nicht gerade in der westlichen Welt nach der Industriellen Revolution lebt. Und dann berichtet er noch über eine Studie mit dem Opiatblocker Naloxon, welcher Gelüste nach Hackfleisch um 10% reduzierte, Salamigelüste um 25% und Thunfischgelüste um 50%. In dem Video erklärt Barnard was faszinierendes passiert, wenn man jemandem Naloxin gibt und dann Schokolade: Es würde alles noch genau so schmecken, aber die Probanden würden nach einem abgebissenen Stück die Schokolade wieder zurücklegen. Da frage ich mich: Hat auch jemand getestet, wie Naloxon sich auf den Verzehr von Nüssen auswirkt? Die sind zwar gesund aber so fetthaltige, dass man davon zunehmen und sicherlich auch Belohnungsneurotransmitterausschüttung haben kann. Wie sieht das mit Weißmehl aus?

Nun hab ich überlegt, wann ich an mir selber das erste Mal erlebt habe, dass ich intensiv auf Zucker reagiere. Ich hab noch nie einen Fressanfall gehabt, wie ein Bulemiker oder ein Bingeeater, aber ich kann durchaus zu viel Süßkram essen. Vor allem bei Stress. Bewußte Erinnerungen habe ich daran bzw. Kontrollverlust erlebt habe ich erst, nachdem ich aufgehört habe zu Rauchen, etwa vor 11 Jahren, wo ich Zartbitterschokolade gegessen habe, währen in einer Kneipe meine Freunde rauchten. Praktischerweise fing ich ungefähr da auch an mit Rohkost zu experimentieren und entdeckte Datteln und Mandeln als Schokoladenersatz. Aber selbes Phänomen: Fett und Zucker in Kombi. Und dann versteht man auch plötzlich, was mit Rohköstlern auf Messen abgeht oder in Bezug auf Food Porn: Sie haben ihre Drogen legalisieren lassen, indem sie sich der Rohkostphilosophie verschrieben haben. Praktisch, oder?

Auch praktisch ist, dass AJ einfach mal alles umgeht, was in den süchtig.machenden Bereich gehen könnte. Vor allem wird nichts davon Mono gegessen. Niemals Nüsse pur oder Trockenfrüchte pur. Nüsse kommen Mal in Dressing, das selbe gilt für Trockenfrüchte. Auch MAL kann man Kuchenrohkost essen, was klar besser ist als Weißmehl und Zucker, aber man isst auch davon leicht zu viel, vor allem, wenn man zuckersensibel ist.

Menü des Tages am 26. November 2014

8:20 Uhr Brokkoli


Haferflocken – zubereitet wie immer


1 Kaki

11:30 Uhr: 1 Kaki
12 Uhr: Eintopf aus Wirsing, Kartoffeln, Möhre, Zwiebel, Rotweinessig, Salz, Pfeffer, edelsüße Paprika, Curry sowie den Rest Bulgursalat vom Vortag


100 g Maronen
2 Bananen

15:30 Uhr: 1 Banane

18:30 Uhr: 250 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
1 Schale Eintopf-Rest



Ich war gestern völlig faszineiert wie wenig Hunger ich nach der Mittagsmahlzeit hatte, die verhältsnismäßig umfangreich ausgefallen ist. Beim Mittagessen habe ich mich hingegen gewundert, dass der Hunger nicht aufhörte. Ich habe erstmals nicht, wie aus Routine, morgens um 6 gefrühstückt, hauptsächlich weil ich einfach keine Lust auf Brokkoli hatte. Also habe ich gewartet, bin Hunger aufkam, was dann eben um 8:30 Uhr war. Dann war Brokkoli ok.

Nachmittags war ich drehen, wenn auch nur quasi einen viertel Tag, aber ich wurde auch dort nicht von den rumliegenden Schokoriegeln verführt, was gut war. 2 Bananen hatte ich für Hunger zwischendurch eingepackt und eine davon hat gereicht.

Und dann dachte ich: „Wahnsinn, ich hab so wenig gegessen, da kommt es morgen bestimmt zu Gewichtsverlust!“  Pustekuchen. Ich hatte zum ersten mal in den zwei Wochen morgens keinen Stuhlgang und wahrscheinlich mit dem Eintopf einen größeren Salzverzehr. whamm...Rechnerisch müsste ich heute bei 63,9 kg sein,


Darüber hinaus fand ich faszinierend, wie viel besser meine Haut gerade mit Make-up interagiert, was ich im Alltag nicht trage, bei Dreharbeiten aber schon, und ich brauchte mich nicht mal zu pudern um nicht zu glänzen. Ich fand auch nicht, dass die Haut austrocknete und vor allem, dass das Make-up auch abends noch gut aussah. Ich kam fast auf den Gedanken, weil es so toll aussah, ob ich nicht doch täglich Make-up verwenden sollt. - Leider glaube ich auch, dass Make-up der Haut schadet...also nein...

Alles Liebe,

Silke

 

Mittwoch, 26. November 2014

Essen als Sucht - Spektrum der Wissenschaft



Challenge Tag 13:

So, ich fühle mich wieder normal. Gestern im Laufe des Tages bin ich wieder ins Reine gekommen, also ich fühle mich nicht „normal“ sondern so optimal wie vor letztem Samstag. Manchmal denke ich, hui, das Essen macht keinen Spaß mehr oder, ne, ich hab jetzt keine Lust auf Essen. Der Unterschied zwischen suchthaftem Essen und Essen aus Hunger besteht im Spaß daran. Wie viele Neurotransmitter dann wie und in welcher Form ausgeschüttet werden ist faszinierend, denn bei echtem Hunger macht Brokkoliessen auch enormen Spáß. Wenn man aber bereits 3 Gänge eines Abendessens vertilgt hat, macht Brokkoliessen gar keinen Spaß mehr, sondern nur noch Mousse au Chocolat-Essen.

Ich hab Zuckersucht mal in den Katalog der Medizinbibliothek Köln eingegeben und feststellen müssen, dass die meisten interessanten Bücher zum Thema Essen/Esstörung/Esssucht nicht in Köln sondern in Bonn liegen. Möglicherweise, weil man in Köln nicht Ökotrophologie studieren kann, sondern nur in Bonn. Praktischer Weise, ist die Kölner Bibiliothek die größte Medizinbibliothek ganz Europas. Ergebnis meiner Suche war ein Artikel in der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ die die ganze Ausgabe Februar 2014 dem Thema Essen gewidmet haben. Ich bin also in die Bibiliothek gestapft, hab den Artikel kopiert nur um zu sehen, dass er auch im Internet einsichtig ist. So praktisch ist ein Benutzerausweis der größten Medizinbibliothek Europas also auch nicht. ;-)

Der Autor, Paul J. Kenny forscht über Drogensucht, Fettleibigkeit und Schizophrenie. Das fand ich in der Hinsicht interessant, dass ich mich schon seit mehreren Wochen frage, wie viele Bekloppte dort draußen wohl rum laufen, die eigentlich eine psychische Betreuung oder sogar Medikation bedürfen bzw. wie viele psychische Störungen wohl durch falsches Essen bedingt sind. Depressionen hängen ja, wie gesagt, mit niedrigem Serotoninspiegel zusammen, was man mit falscher Ernährung eigentlich ziemlich leicht bekommen kann. Aber das ganze mag ich jetzt noch nicht zu Ende denken. Dann mache ich nur eine weitere Büchse der Pandora auf.

Also, dieser Artikel ist wirklich großartig und sehr leicht verständlich geschrieben. Er handel davon wie man Expermimete mit Ratten gemacht hat, die man kokain- oder schokoladensüchtig gemacht hat, wie risikoreich sie sich verhalten, wenn man ihr Leben bedroht, sie aber von Sucht getrieben werden, was exakt ein Merkmal für Suchterkrankung ist: Man kann ein Verhalten nicht bleiben lassen, obwohl es einem gesundheitlich schadet. Und das ist genau die Krux bei all den Diabetikern und Herz-Kreislauf-Patienten. - Ein Diabetiker heult, wenn man ihm sagt, er solle bitte 3 Tage lang nur fettfrei und pflanzlich essen, hat aber überhaupt keine Scham, weil er in einen 2 l Eimer pinkelt, der ehemals dazu diente Pfannkuchenteig zu transportieren, weil sein Leib so füllig ist, dass er seinen Penis nicht mehr halten, geschweige denn sehen kann und den Eimer braucht er einfach nur zwisschen eine Beine halten. Diesen Patienten gab es im Krankenhaus auf der Diabetes- Herz-Kreislauf-Station. Er wog 220 kg. Um seine Insulinresistenz zu verbessern sollte er "Gemüsetage" machen. Er hat Tränen vergossen...

Schlussendlich erklärt der Artikel, wie das Ganze läuft. Eigentlich haben wir die Hormone Insulin und Leptin, die uns signalisiere, dass wir genug gegessen haben, aber wenn das Belohnungssystem entsprechen stark stimuliert wird, werden diese Signale nicht registriert. Dabei schiebt der Autor die größte Stimulation auf moderne fett- und zuckerhaltige Nahrung mit hohem Kaloriengehalt. Dummerweise ist es den Wissenschaftlern nämlich nicht möglich eine bestimmte Substanz im Essen ausfindig zu machen, welche das verursacht. Man kann da über Zuckersucht sagen was man will, und womöglich ist sie tatsächlich intensiver, aber mit Fett geht genau das selbe. Deshalb ist es was anderes für das Belohnungssystem, wenn man eine Bratwurst isst, als ein wildes Kaninchen mit nur 10% Körperfett.

Ich habe unter anderem die Medizinbibliothek aufgesucht um rauszufinden wie denn die offizielle Meinung der Schulmedizin dazu ist und tatsächlich hatte man schon diskutiert, ob man Adipositas in den Katalog der psychischen Erkrankungenen, das DSM-5 aufnehmen sollte und hat sich schlussendlich dagegen entschieden. In erster Linie, so heißt es, um fettleibige Menschen nicht als seelisch krank zu stigmatisieren.

Ja, nun, auf adipöse trifft das Problem mit der Esssucht sicherlich definitiv zu, aber es gibt auch Menschen, die davon nicht adipös werden, sondern einfach nur übergewichtig oder die sich einfach nur einen Hauch außerhalb ihres BMI bewegen. So mancher ist vielleicht sogar normalgewichtig, treibt aber Sport. Für alle medikamentenabhängigen Diabetiker gilt in meinen Augen, dass sie lebensmittelsüchtig sind, denn nur mit Sport und einer fettarmen, vollwertigen Ernährung ist Typ-II-Diabetes in den Griff zu kriegen und nichtmehr nachweisbar. Und das wird von den Ärzten sogar kommuniziert.

Anders ist das (noch) bei der Artherosklerose. Viele Ärzte glauben immer noch, dass sie irreversibel ist, obwohl Ornish' Forschung fast 25 Jahre alt ist. In Studien, die seither aber mit Ornish' Ernährung durchgeführt wurden, konnten viele Menschen die fettarme Ernährung nicht durchhalten und auch da sehe ich wieder das Problem darin, dass sie rückfällig wurden und ihren alten Lebensmitteln mit der immensen Belohnungssystemwirkung anheim gefallen sind. Wenn Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, aber nicht genauso auf der Suchtebene behandelt werden, ist den Patienten wahrscheinlich nicht zu helfen.

Ach ja, der Autor des Artikels, Paul J. Kenny, arbeitet auch an der Entwicklung von Medikamenten, die Adipositas eindämmen könnten. - Ja, so habe ihr euch das gedacht, was????? - Es werden zwei Medikamente vorgestellt. Das eine ist Lorcaserin, was kürzlich die Zulassung der FDA erhalten hat und in den Staaten auf dem Markt ist. Es stimmuliert den Serotonin-2C-Rezeptor im Hirn und mildert das Verlangen nach Essen und Nikotin.
Das andere hat man wieder vom Markt genommen worden, weil es Depressionen und Suizid verursachte, Rimonaband. Es hemmt Heißhungerattacken aber auch das Verlangen nach Alkohol. Opiaten und Kokain. Und da soll noch einer sagen, dass hinter all den Süchten nicht die selben Mechanismen stehen!

Naja, wenigstens räumt Herr Kenny ein, dass selbst wenn ein wirksamer Arzneimittelstoff gefunden würde, sich für den Übergewichtigen vielleicht doch nicht viel ändern würde, da er ja in einem problematischen Umfeld lebe. Kollegen, Familienmitglieder und Freunde, die selber zu viel essen und natürlich die Gepflogenheiten der Gesellschaft. Ich bin gestern über einen Weihnachtsmarkt gelaufen und da gibt es ausschließlich Lebensmittel, die das Belohnungssystem stimulieren.

Menü des Tages am  25. November 2014

6 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


Haferflocken mit Banane, Sunwarrior, Lucuma, Taubenkernmehl, Apfel, Zimt, Wasser



8:30 Uhr: 1 Kaki
2 Bananen

11:30 Uhr: Champignons, Blumenkohl, Knoblauch, Salz, Pfeffer


Bulgur mit ½ Paprika, 1 Frühlingszwiebel, Curry-Tomatensauce und etwas Salz


1 Kaki

15 Uhr: 1 Banane

18 Uhr: Brokkoli mit Knoblauch, Salz und Pfeffer
Bulgur, Paprika, Curry-Tomatensauce, Zwiebel, Mais, Salz – hab die Schüssel nur halb leer gekriegt


1 Kaki

Die Kakis substituieren gerade alles was ich an Sucht auf Süßes noch in mir habe. Kakis und Bananen. Im Laufe des Nachmittags wurde ich wieder normal, vormittags hatte ich noch das Bedürfnis vom Essen irgendeinen Kick zu kriegen.

Auf der Waage ist auch wieder alles normal,



300 g mehr als beim letzten Mal, als ich auf meiner Waage stand, aber das sind halt die üblichen Schwankungen. Der Trend ist das was entscheidend ist und der ist genau so, wie er sein soll.

Alles Liebe,

Silke

PS: Ich hab nen Pickel gekriegt, allerdings einen sehr kleinen.und meine Kopfhaut fettet kaum noch nach. Das ist nicht mal bei Obstrohkost passiert, was aber logisch ist, da Fructose ja häufig in Fett verwandelt wird und dann hat man doch keine fettarme Ernährung.



Dienstag, 25. November 2014

Entzugserscheinungen...



Challenge Tag 10, 11 und 12:

Mal völlig abgesehen davon, dass mein Vater nicht gemerkt hat, dass ich ihm das ganze Wochendende fettfreies Essen vorgesetzt habe, hat er mich am Samstag Abend zu Alkohol verführt. Das ist sozusagen Familientradition und während wir so über Alkohol und sein Suchtpotential sprachen und was er am nächsten Tag mit einem anstellt, erzählte er mal so ganz nebenbei, dass er eigentlich immer nach der Arbeit zwei Schnaps trinken würde, woraufhin ich ermahnte, dass aber die Regelmäßigkeit den Alkoholiker ausmache und nicht die Menge, woraufhin er unumwunden sagte, dann sei er wohl Alkoholiker. Dieses Eingeständnis macht ihn nun natürlich wiederum nicht zum Alkoholiker, denn Alkoholiker leugnen. Er kann Stop sagen, er kann Rückschlüsse ziehen, wenn er es mal übertrieben hat und wiederholt es dann vorerst nicht. Ich glaube nicht, dass ich mir Sorgen um meinen Vater machen muss, hingegen muss ich mir Sorgen machen um die väterliche Seite meiner Gene. Auch da Suchtpotential vorhanden. Mein Vater erzählte auch mein Opa habe schon gerne getrunken.

Auch quasi so nebenbei habe ich dann erfahren, dass meine Mutter regelmäßig Morphin nimmt, weil sie behauptet starke Schmerzen zu haben. Meine Mutter hat eigentlich nur eine entfernte Niere und einen glutenintoleranten Darm, der ihr bei Glutenkonsum Schmerzen bereitet.  Die Opioide aus dem Weizengluten bekommt sie jetzt nicht mehr, Alkohol macht krank und Zucker Fett. Morphin dockt genau an die Stellen im Hirn an, wo auch Endorphine wirken. Morphin macht euphorisch und süchtig. Sie hat's geschafft sich Drogen auf Krankenkassenkosten zu besorgen. Zur Erinnerung: Sie weiß genau was Morphin ist, sie ist Krankenschwester.

Wie dem auch sei, ich hab mich außerhalb meiner Challenge bewegt aber auch das ist ja nicht umsonst, sondern eine Gelegenheit zu lernen. Ich bin im Lernen schon so weit, dass ich weiß, dass fettarmes Essen und Alkohol überhaupt nicht zusammen passen und dass, je fettärmer man isst, desto größer der Kater am nächsten Tag ist. Ich hab mich also zurück gehalten und sehr viel Wasser dazu getrunken, was mir dann schlussendlich überhaupt keinen Kater bereitet hat. Ich hab am Sonntag garnicht gemerkt, dass ich am Vortag Alkohol getrunken habe.

Die nächsten Tage waren dann aber auch nicht ohne Herausforderungen. Ich hatte erstmals die Gelegenheit zu beobachten, was mit mir an Tagen nachdem ich großer Mengen Belohnungsbotenstoffen ausgesetzt war passiert.

Am Sonntag kreuzte noch mehrfach der Gedanke an Alkohol meinen Geist. Ich fragte mich ob mein Vater gegen Feierabendszeit wohl wieder Kräuterschnaps rausholen würde und ihn mir anbietet. Sich Sonntag abends zu betrinken kommt natürlich nicht in die Tüte, weil man Montag wieder raus muss. Ich habe mich auch bei dem Gedanken an Nikotinkaugummis ertappt UUUUND, das ist wahrscheinlich das Entscheidende, dabei, dass ich nicht aufhöre zu essen bzw. nicht aufhöre, wenn ich voll bin, weil ich  noch nach irgendeinem Kick suche. Ich hatte auch mehr Appetit auf Süßes, was ich mit Obst befriedigt habe. Alle Gelassenheit, die ich im Laufe der letzten Woche in Bezug auf Essen entwickelt habe, war wieder weg. Komplett gelöscht.

Es heißt, dass ein Esssuchtentzug 4 Tage dauert und das kann ich, glaube ich, so ungefähr bestätigen. 4 Tagen, nach Veränderung der Ernährung, tritt Gelassenheit ein und man hat sich an das Neue gewöhnt. Wenn man aber nicht bei der Stange bleibt, ist das alles wieder weg und man steht quasi vor einem neuen Entzug. Und das führt hoffentlich dann dazu, dass man realisiert, dass man eine Ausnahme vielleicht besser doch nicht macht, weil die erneute Entwöhnung wieder nervig wird. Der einzige Trost ist, dass man mir einer fettarmen, vollwertigen, pflanzliche Ernährung sich in diesen 4 Tagen quasi nichts Schlechtes tun kann, egal wie viel man davon isst.

Und jetzt habe ich begriffen worauf Kathleen DesMaisons mit ihrem Programm hinaus will. Die 7 Schritte sind Handwerkszeug, wie man sich in diesem unperfekten Essensleben halbwegs ausbalancieren kann. Sie betrachtet Zuckersucht anders als Nikotin- und Alkoholsucht, weil man die Flasche oder den Glimmstengel einfach weglegen kann. Aber essen muss man jeden Tag mehrfach. Das Aufschreiben allen Essens und aller Gefühl dient dazu zu erkennen wo zusammenhänge bestehen. Ich weiß, dass ich die Gefühle der letzten Tage immer hatte, wenn ich mal zu viel Alkohol getrunken hatte. Manchmal habe ich sie mit Schokolade kompensiert, häufig mit Kaffee, ich weiß nicht ob ich sie jemals zugelassen geschweige denn analysiert habe. Wenn man aber die 7 Schritte regelmäßig praktiziert kann man nicht mehr komplett zurück in die Sucht rutschen, weil man viel zu bewusst ist und weil ein einfaches Handeln nach den Regeln einen da raus hält.

Schlussendlich habe ich genau das selbe gemacht, genau diese 7 Schritte, unbewusst in den letzten 10 Jahren innerhalb meiner Ernährungsumstellung. Ich habe schon immer Tagebuch geführt, ich habe mich immer mehr zu einer optimalen Ernährung und weg von Zucker entwickelt und habe durch das ständige darauf achten nie wieder Abrutscher in die totale Fresssucht gehabt, wie andere.

Und wenn man dann aus der Zuckersucht raus ist, passiert laut Kathleen DesMaisons folgendes mit einem, und das kann ich 100% bestätigen:

- man kriegt seine Geldprobleme in den Griff
- man fängt an sich selbst Gesundheitsgrenzen zu setzten
- man sieht seine Beziehungen in anderem Licht
- man heilt Scham
- man heilte alte emotionale Wunden
- man mistet aus, sowohl emotional als auch räumlich
- man verlässt einen unbefriedigenden Job
- man geht wieder zur Schule und bildet sich weiter
- man fängt an seinen Träumen zu folgen und seine Leidenschaften zu leben

Und das, das ist der eigentliche Gewinn, den man davon hat sich anständig zu ernähren.

Menü des Tages am 22. November 2014

8 Uhr: 420 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


Haferflocken wie immer, mit Mandarinen


10:30 Uhr: 2 Bananen

13 Uhr: 1 Kaki


Rest Salat
1 Kaki

16:30 Uhr: 2 HKT
100 g Maronen

18 Uhr: Reissalat mit Fenchel, Orange und Kichererbsen aus Gabel statt Skalpell


dazu Eintopf



3,5 Gläser Rotwein und viel Wasser

Menü des Tages am 23. November

9 Uhr: 500 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


1 Kaki
Haferflocken mit Lucuma, Sunwarrior, Traubenkernmehl, Zimt, Wasser



11:15 Uhr: Kaki

12:15 Uhr: Rest Reissalat
Rest Eintopf
Rosenkohl


15:15 Uhr: Ananas


1 Kaki

18 Uhr: 500 g Brokkoli
Bohnensuppe mit Mais und Kartoffeln aus Gabel statt Skalpell



Menü des Tages am 24. November 2014

7:00 Uhr: Brokkoli und Haferflocken wie jeden Tag



10 Uhr: ½ Banane
1 Mandarine
1 Orange

12:30 Uhr: 250 g Brokkoli
Rest von Bohnensuppe mit Mais und Kartoffeln



15:30 Uhr: 2 Kaki

17:30 Uhr: Rest vom Mittagessen zusammen geschüttet


1 Kaki

In Gabel statt Skalpell sind manche Rezepte drin, die challengetauglich sind und andere, die es nicht sind, besonders die Eintopfe kommen ohne gemahlenes Getreide und zusätzlichem Fett aus. Mein Vater hat, wie gesagt, gar nicht gemerkt, dass kein Fett drin war. Er hat auch den Alkohol nicht schlechter vertragen, so wie ich!

Die Waage zeigte folgendes:




Jetzt weiß ich nicht, was das wiederum bedeutet, ich verrmute ich habe mehr Salz gegessen als sonst, weil man Eintöpfe mehr Salzen muss als feste Nahrung. Auch der Alkohol spielt sicher eine Rolle, weil der wiederum entwässert. Ich sehne mich eigentlich dahin zurück so gelüstefrei zu sein, wie ich es war bevor ich 3 Gläser Wein getrunken habe. Das sollte spätestens am Donnerstag der Fall sein, wo ich ins Theater gehe und noch nicht weiß ob ich um Bier drum rum komme. Mal schauen...

Alles Liebe,

Silke