Donnerstag, 27. November 2014

Welche Lebensmittel haben eigentlich das Potential süchtig zu machen?



Challenge Tag 14:

Das ist eine wirklich interessante Frage...Denn währen Barnard die Schuld vor allem bei Schokolade, Käse, Fleisch und Zucker sieht, sieht Joan Iffland, deren Buch Sugars and Flours: How They Make us Crazy, Sick and Fat, and What to do About It ich kürzlich bestellt habe, die Schuld offensichtlich nur bei Mehl und Zucker. Inke Jochims erklärt in ihrem Buch Zucker und Bulimie, dass niemand jemals Binge Eating Attacken auf reines Fett hatte, 50 ml Öl oder Butter pur zu essen ekelt die meisten Menschen und sogar Zucker pur verführt niemanden zu einem Essanfall, sei es ein Bulimiker oder ein Binge Eater. Meistens sind es Lebensmittel, die sowohl Fett als auch Zucker enthalten, die zu Fressanfallen verführen und genau so wirken sie auf alle von uns, auch wenn wir nicht „Binge Eater“ oder „Bulimiker“ sind. Ist es Zufall, dass zumindest meine Wissens es in der Natur nur ein Nahrungmittel enthält, dass Fett und Zucker enthält, nämlich die Durian?

Während also Barnard zwar erklärt, dass Zucker süchtig macht kommen in seinem Buch Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings durchaus Rezepte mit Ahornsirup und anderen Alternativzuckern vor. Er rät zwar zu Vollkorn, aber es ist ihm um Längen lieber, dass jemand Weißbrot isst als Fleisch. Tatsächlich hat er in der Ellen DeGeneres Show sogar empfohlen, dass man abends ein Stück reines Weißbrot essen solle, weil das die Serotoninbildung anregt und man dann besser schlafen könne. Warum empfiehlt er nicht auch eine Kartoffel? Das einzige Problem, was Barnard mit Mehl hat ist, dass zumindest Weizengluten bei der Verdauung in opioidähnliche Moleküle aufgespalten wird, die dann auch an die Opioidrezeptoren andocken können, wie es auch Endorphine, Morphin und Heroin können.

Ich hab mir dieses Video nochmal angeschaut, ich weiß nicht ob ich es letztes Jahr schon mal gepostet habe, ist möglich, wo er erklärt, warum Schokolade, Käse, Fleisch und Zucker süchtig macht und wenn man genau hinhört, findet man keinen Grund warum Fleisch süchtig macht.


Schokolade, ist klar, wegen Zucker und Fett, außerdem Theobromin was wirkt wie Koffein und irgendwas war da noch, was so ähnlich wirkt wie THC. In Käse sind Kasomorphine enthalten, bei denen man sich noch nicht so ganz sicher ist, ob sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, aber falls ja, docken auch sie an den Opioidrezeptor an. Fast alle Veganer sind überzeugt davon, dass Käse süchtig macht, weil Käse die Substanz war, von der sie als allerletztes die Finger lassen konnten und nach der sie sich auch als Veganer noch verzehren und sich mir Käsealternativen beschäftigen bis zum Abwinken, aber nichts finden, was wirklich so wirken würde wie Käse. Das liegt wahrscheinlich aber leider genau an den Kasomorphinen. Zucker, ist klar, sind sich alle einig, aber wie ist das mit dem Fleisch? Haben Bulemiker und Bingeeater Essattacken mit Fleisch?

Wenn ich zurück denke an den adipösen Herren, der vorm Rewe saß und 400 g rohes Hackfleisch in aller Seelenruhe und wie in Trance verzehrte, bin ich überzeugt davon, dass auch das der Fall ist. Barnard tut sich in diesem Video aber reichlich schwer Gründe anzugeben, warum Fleisch süchtig macht. Er redet viel über Krebs und den Zusammenhang zwischen Fleisch und Krebs, aber kaum über einen Suchtmechanismus.

Ich hab also sein Buch vorgenommen und nochmals nachgelesen. Darin erwähnt er, dass eine Studie aus dem Jahr 2000 an 1244 Probanden gezeigt habem dass 25% der Teilnehmer nicht bereit gewesen wären auch nur eine Woche auf Fleisch zu verzichten, wenn man ihnen dafür 1000 $ geben würde. Ein weiter Faktor sei, das Fleisch viel Fett enthält und Fett viele Kalorien hat und dadurch das Belohnungssystem angeworfen wird, weil es das Überleben sichert Fett zu essen, wenn man nicht gerade in der westlichen Welt nach der Industriellen Revolution lebt. Und dann berichtet er noch über eine Studie mit dem Opiatblocker Naloxon, welcher Gelüste nach Hackfleisch um 10% reduzierte, Salamigelüste um 25% und Thunfischgelüste um 50%. In dem Video erklärt Barnard was faszinierendes passiert, wenn man jemandem Naloxin gibt und dann Schokolade: Es würde alles noch genau so schmecken, aber die Probanden würden nach einem abgebissenen Stück die Schokolade wieder zurücklegen. Da frage ich mich: Hat auch jemand getestet, wie Naloxon sich auf den Verzehr von Nüssen auswirkt? Die sind zwar gesund aber so fetthaltige, dass man davon zunehmen und sicherlich auch Belohnungsneurotransmitterausschüttung haben kann. Wie sieht das mit Weißmehl aus?

Nun hab ich überlegt, wann ich an mir selber das erste Mal erlebt habe, dass ich intensiv auf Zucker reagiere. Ich hab noch nie einen Fressanfall gehabt, wie ein Bulemiker oder ein Bingeeater, aber ich kann durchaus zu viel Süßkram essen. Vor allem bei Stress. Bewußte Erinnerungen habe ich daran bzw. Kontrollverlust erlebt habe ich erst, nachdem ich aufgehört habe zu Rauchen, etwa vor 11 Jahren, wo ich Zartbitterschokolade gegessen habe, währen in einer Kneipe meine Freunde rauchten. Praktischerweise fing ich ungefähr da auch an mit Rohkost zu experimentieren und entdeckte Datteln und Mandeln als Schokoladenersatz. Aber selbes Phänomen: Fett und Zucker in Kombi. Und dann versteht man auch plötzlich, was mit Rohköstlern auf Messen abgeht oder in Bezug auf Food Porn: Sie haben ihre Drogen legalisieren lassen, indem sie sich der Rohkostphilosophie verschrieben haben. Praktisch, oder?

Auch praktisch ist, dass AJ einfach mal alles umgeht, was in den süchtig.machenden Bereich gehen könnte. Vor allem wird nichts davon Mono gegessen. Niemals Nüsse pur oder Trockenfrüchte pur. Nüsse kommen Mal in Dressing, das selbe gilt für Trockenfrüchte. Auch MAL kann man Kuchenrohkost essen, was klar besser ist als Weißmehl und Zucker, aber man isst auch davon leicht zu viel, vor allem, wenn man zuckersensibel ist.

Menü des Tages am 26. November 2014

8:20 Uhr Brokkoli


Haferflocken – zubereitet wie immer


1 Kaki

11:30 Uhr: 1 Kaki
12 Uhr: Eintopf aus Wirsing, Kartoffeln, Möhre, Zwiebel, Rotweinessig, Salz, Pfeffer, edelsüße Paprika, Curry sowie den Rest Bulgursalat vom Vortag


100 g Maronen
2 Bananen

15:30 Uhr: 1 Banane

18:30 Uhr: 250 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
1 Schale Eintopf-Rest



Ich war gestern völlig faszineiert wie wenig Hunger ich nach der Mittagsmahlzeit hatte, die verhältsnismäßig umfangreich ausgefallen ist. Beim Mittagessen habe ich mich hingegen gewundert, dass der Hunger nicht aufhörte. Ich habe erstmals nicht, wie aus Routine, morgens um 6 gefrühstückt, hauptsächlich weil ich einfach keine Lust auf Brokkoli hatte. Also habe ich gewartet, bin Hunger aufkam, was dann eben um 8:30 Uhr war. Dann war Brokkoli ok.

Nachmittags war ich drehen, wenn auch nur quasi einen viertel Tag, aber ich wurde auch dort nicht von den rumliegenden Schokoriegeln verführt, was gut war. 2 Bananen hatte ich für Hunger zwischendurch eingepackt und eine davon hat gereicht.

Und dann dachte ich: „Wahnsinn, ich hab so wenig gegessen, da kommt es morgen bestimmt zu Gewichtsverlust!“  Pustekuchen. Ich hatte zum ersten mal in den zwei Wochen morgens keinen Stuhlgang und wahrscheinlich mit dem Eintopf einen größeren Salzverzehr. whamm...Rechnerisch müsste ich heute bei 63,9 kg sein,


Darüber hinaus fand ich faszinierend, wie viel besser meine Haut gerade mit Make-up interagiert, was ich im Alltag nicht trage, bei Dreharbeiten aber schon, und ich brauchte mich nicht mal zu pudern um nicht zu glänzen. Ich fand auch nicht, dass die Haut austrocknete und vor allem, dass das Make-up auch abends noch gut aussah. Ich kam fast auf den Gedanken, weil es so toll aussah, ob ich nicht doch täglich Make-up verwenden sollt. - Leider glaube ich auch, dass Make-up der Haut schadet...also nein...

Alles Liebe,

Silke

 

Kommentare:

  1. kakaobohnen fallen mir noch ein, die haben von natur aus viel fett+zucker

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  2. Ich weiß nicht, wo du diese Info her hast, aber sie ist völlig falsch. Kakaobohnen enthalten durchaus Fett, aber quasi gar keinen Zucker. Kakaobohnen sind unglaublich bitter, daher muss Schokolade enorm gesüßt werden.

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