Donnerstag, 20. November 2014

Die 7 Schritte...



Soderle, Regel ist gestern gekommen, Waage war mir heute wohlgesonnen:


Ich fange an den Brokkoli leid zu werden. Auf Frühstücken habe ich kaum noch Lust, was mit ausschließlich Haferflocken noch nie der Fall war, aber alles andere Gemüse stelle ich mir noch schlimmer vor. Alles nicht-stärkehaltige Gemüse ist zum Frühstück erlaubt und dann 500 g davon. Es geht roh oder gekocht und auch nicht-süße Früchte wie Gurke, Tomate und Paprika zählt dazu, aber ich sehe mich auch nicht dabei, wie ich morgens eine Gurke roh esse oder 5 Tomaten. Dann doch lieber Brokkoli. Ich könnte mir die Tage auch noch Zucchini vorstellen. Naja...

Also euch interessiert jetzt sicher noch, wie man sich nun aus seine Zuckersucht befreit: Kathleen DesMaisons hat dafür 7 Schritte vorbereitet, jeden soll man so langsam gehen, bis man sich darin wirklich wohl fühlt, in seinem eigenen Tempo. Richtwert ist ca. 1 Monat pro Schritt. Die einzenen Schritte sind sogar auf ihrer Homepage auf Deutsch abgedruckt mit weiteren Erläuterungen. Und sie wiederholt immer wieder, alles was man machen muss sei „Do the food“ - man braucht sich nicht tiefenpsychologisch mit seiner Vergangenheit auseinander setzen, oder mit seinem inneren Kind arbeiten, oder positive Affirmationen aufsagen, oder meditieren oder diesen ganzen Esoterikkram zu Bewältigung von Gefühlen. Einfach nur „Do the food“. Ich hab den Eindruck, dass in der Gesellschaft ziemlich anerkannt ist, dass viele Menschen aus psychischen Gründen essen. Aber das das Problem gar nicht psychisch sondern regelrecht physiologisch ist, wird nicht gesehen.

Nun, also die 7 Schritte:

1. Frühstück essen und zwar jeden Tag und das spätestens eine Stunde nach dem Aufstehen. Keine Ausreden, keine Ausnahmen, es nicht am Sonntag ausfallen lassen oder die erste Stunde nach dem Aufstehen Yoga machen müssen oder joggen gehen. Das Frühstück hat dann noch weitere Regel nämlich 1/3 der Täglichen Eiweißdosis aufnehmen (1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag und das dann durch 3 Teilen), ein vollwertiges Kohlenhydrat zu sich nehmen, ach und das war's schon. Das Eiweiß ist wichtig für das Tryptophan aus welchem dann wieder Serotonin hergestellt wird.

Mir fällt das superleicht, weil ich das sowieso mache und ja, 500 g Brokkoli + 50 g Haferflocken enthalten bereits ausreichend Eiweiß. Ein belegtes Brötchen aber z.B. nicht. Andere Menschen müssen sich wenn sie diesen Schritt erstmals gehen aber um vieles Gedanken machen, um Vollkorn, um Nährwerttabellen um ihr Gewicht (zwecks Eiweißberechnung), was sie vielleicht gerne verleugnen.  Und das übt man dann so lange, bis man sich sicher fühlt.

2. Ein Essens- und Gefühlstagebuch führen. Es dient dazu seine Muster zu erkennen, seinem Körper eine Stimme zu geben und wieder in Kontakt zu seinem Körper zu kommen.

3. In Schritt 3 soll man üben nur 3 Mahlzeiten am Tag zu essen. Ich weiß nicht wozu der Schritt dienen soll. Dass man nicht snackt? Dass man Phasen ohne Insulinausschüttung hat? Dass man einen Rhythmus einhält? Bei Anzahl von Mahlzeiten sind sich die Experten ja auch nie einig. Manche sagen 5-6 Mahlzeiten seien optimal, andere dass 3 Besser wären oder auch nur 2.
Bis dahin ist aber auch noch alles eraubt, auch Sükram und Zucker aber man muss ihn in die Mahlzeit integrieren. Vielleicht ist das die Idee dahinter...

4. In Schritt 4 wird empfohlen Vitamin C, B-Vitamine und Zink als NEM zu sich zu nehmen. Und damit anzufangen 3 Stunden nach dem Abendessen noch eine Kartoffel MIT Schale zu essen, damit man seine Serotoninproduktion ankurbelt.

5. Schritt 5 ist das Weglassen von Produkten aus Weißmehl und damit das Umsteigen auf Vollkornprodukten

6. Schritt 6 ist das Weglassen oder Minimieren von Zucker und dazu zählt auch Reissirup, Ahornsirup, Agavendicksaft, Honig etc.

7. Und Schritt 7 ist nicht mehr auf Deutsch beschrieben sondern auf Englisch und handelt davon wie man sich nun sein neues Leben zusammensucht. Es werden wahrscheinlich Dinge passieren, wenn man sich aus seiner Zuckersucht löst. Man verändert sich, wird selbstbewußte, hat seine Neurotransmitter im Griff, gewinnt dadurch an Selbstbewußtsein und an zufriedenheit. Es kann sein, dass man seinen Job hinschmeißt, seine Partnerschaft auflöst, sich weiterbildet oder überhaupt alle möglichen Dinge im Leben abstößt, die nicht mehr zu einem passen. Und all das muss sich dann fügen.

So und jetzt wünschte ich irgendwer würde auf die Idee kommen, das alles mal anzuwenden und darüber zu bloggen und dann könnte ich mitlesen und schauen was passiert.

Ich selber habe das Zuckerproblem immer nur in Stressphasen, aber vielleicht fühlen sich die Stressphasen auch nur so stressig an, weil ich zu Zucker greife. Ne, eigentlich geht das so los. Ich bekomme zu wenig Schlaf. Das ist immer so das erste, was passiert. Ich greife zu Kaffee, weil ich wach sein muss und dann kommt mein Körper durcheinander mit Botenstoffen, Hormonen, Schlafbedürfnis etc. und die eine Sucht triggert die andere.

Was, wenn ich überhaupt nie damit anfange?

Ich kann noch von Glück sagen, dass ich immer wieder so schnell wieder daraus finde...
Wahrscheinlich weil ich immer nur in Schritt 6 zurückfalle aber nie in all die anderen schlimmen Dinge...

Menü des Tages am 19. November

5:50 Uhr: 500 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


Haferflocken mit Banane, Maronen, Zimt, Lucumapulver, Sunwarrior Vanille, Wasser, Traubenkernmehl


Ingwer-Zitronengras-Tee

12:00 Uhr: 2 Bananen
handvoll Maronen
450 g Brokkoli
kleine Birne

14:30 Uhr: Pudding aus Banane, Wasser, Kakao, Lucumapulver


16:30 Uhr: Salat aus Endivie, Gurke, Mais, Bulgur, Petersilie, Karpern, rote Zwiebel, Kichererbsenvinaigrette
1 Banane

Mir ging's gestern komisch. Ich hab meine Tage bekommen, endlich mal wieder pünktlich und völlig ohne dass ich die Tage davor etwas davon bemerkt hätte, aber ich hatte auch den Eindruck mehr Entgiftungssymptome zu haben. Ich war unglaublich geruchssensibel sowie kurz vor Übelkeit und mir fielen in der Uni fast die Augen zu. Großen Hunger hatte ich auch nicht und wollte Mittags eigentlich nur die zwei Bananen essen. Der Hunger kam dann aber mit dem Essen und ich hab de Reihenfolge völlig umgedreht.- Was aber nicht geschadet hat. Vielleicht ist der ganze Trick wirklich morgens Gemüse zu frühstücken und der Rest des Tages ist ausbalanciert.

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Wie wärs mit Suppe zum Frühstück? Tomatensuppe vielleicht.

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  2. Hallo Silke,
    zu Punkt 3 habe ich sie so verstanden, dass es einerseits dazu dienen soll, all zu große Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, welche bei zuckersensitiven Menschen extremer sind - andererseits eine Form des Trainings um dem Körper ganz klar den Start und Stop von Mahlzeiten zu signalisieren.

    Bei einer veganen Ernährung fällt es mir tatsächlich noch etwas schwer, die geforderten Proteinwerte pro Mahlzeit einzuhalten. (ich brauche ja etwas mehr als Du) ;-)
    Ich will nicht so viel Sojaprodukte zu mir nehmen. Nüsse auch eher weniger wegen dem Fettgehalt... Und 3x täglich Hülsenfrüchte ??? Aber das ist sicher nur eine Sache der Organisation.

    Eigentlich verfolge ich die Schritte schon seit einiger Zeit. Nicht genau exakt so, wie sie das darlegt - aber da kannte ich das Buch ja noch nicht. Deine Empfehlung kam also genau richtig. Darüber bloggen werde ich wohl nicht - das ist nicht so mein Ding. Aber ich kann Dich ja mal auf dem Laufenden halten.

    Danke für Deine hier das Ganze auch anderen in deutsch vorzustellen.

    Gruß Klaus

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  3. Urgh...Tomatensuppe...Ne, kann ich mir noch weniger vorstellen als Brokkoli...;-)

    Klaus: Sunwarrior!!!:-))))

    LG Silke

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  4. Wie wärs mit Kartoffeln/Mohrüben/Pastinaken/Kürbis-Suppe?Hab ich vorhin gemacht + zwei "mitesser" - einfach lecker und schnell zubereitet (alles low-temp in einem Top gegaart und dann mit dem Zauberstab grob durchpüriert).

    Zu Deinem Fett-Tip: Habe heute und gestern je eine gute Portion Nüsse zum Grünzeugsalat mir Sprossen/Keimen mit eingebaut. Ging wunderbar von der Verdauung her - insb. seit dem ich nur noch eine Sorte Keime an einem Tag nutze (Kichererbsen, Linsen ODER Adzukibohnen).

    Bin so zwischen 20-25% Fett.. und anstatt Zucker bei Dir... ziehts mich immer zu "fettigen Sachen"... 80%ige Schokolade, Nüsse, Avocados.... die ich die letzten Monate drastisch reduziert hatte (ala McDougal & Co.). Ich bin mal gespannt ob ich damit mein Gewicht besser halten kann und auch wieder mehr Kraft/Ausdauer bekomme.

    Zu Proteinen: Da halte ich es u.a. mit Brazier: Hanfsamen! Haben super Protein- und Omega3/6 Verhältnis! Auch Mangan, Kupfer, Magnesium, Phosphor und insb. Eisen sind top! Hanfsamen können auch einfach gekeimt werden und sind dann (angeblich) nochmals verdaulicher... z.B. im Salat als "Crunchy" Beilage.

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  5. Hanfsamen sind voll mit Fett! Die kommen zum Abnehmen nicht in frage.

    Kartoffel-Mohrrübe-Pastinake-Kürbis kommt als Frühstück auch nicht in frage, da das Frühstück aus stärkefreiem Gemüse bestehen soll. Aber danke für den Tip!:-)

    Ja, Y-Chromosomenträger haben es meistens eher mit Fett als mit Zucker!;-)

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  6. Wie wäre es denn mit Romanesco? Den mag ich nämlich total gerne.

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  7. Vom Y-Träger (Haha ;-):

    Ja, Fett haben die Samen - der Unterschied bei mir zu "früher" ist das ich definitiv keine Butter mehr Nutze, keine Öle und auch Fett bzw. Fetthaltige Sachen (mit Ausnahme von Zwiebeln) faktisch nicht mehr Erhitze.

    Die drastische Fett-Abstinenz hat - so erkläre ich es mir - massiv an meinen Reserven gezehrt.... und jetzt wo es kälter wird brauche ich tendenziell noch mehr Umsatz - u.a. auch weil ich meine Wohnung nur wenig Heize und nachts auch bei angekippten Fenster schlafe.

    Das das "alte" Fett + die eingelagerten Giftstoffe mal raus sind (auch immer ein TL Chlorella pro Tag genommen) - ist sicher auch nicht schlecht. Nun beginnt eben die nächste Phase des Probierens mit mehr Fett... ich werde sicher berichten was das bei mir verändert/bewirkt hat.

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  8. Zu Punkt 1 hätte ich da eine Frage...
    Was spricht dagegen vor dem Frühstück Sport zu machen?
    LG

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  9. Nichts, wenn du Sport und Frühstück innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen erledigst.
    Kathleen DesMaisons ziehlt mit der Regel innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen zu essen darauf ab, dass der Zuckersensible nicht wieder das Essen nach hinten raus schiebt um die Beta-Endorphine des verlängerten Fastens für seine gute Stimmung zu verwenden.

    LG Silke

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