Sonntag, 29. Juni 2014

Angina Pectoris und Viagra...



Sowohl Dr. Barnard, als auch McDougall erwähnen immer wieder sehr, sehr gerne, dass erektile Dysfunktion in den meisten Fällen absolut gar nichts mit psychischem Druck oder Stress zu tun hat, oder mit Versagensängsten im Bett, sondern hauptsächlich von schlechter, zu fettiger Ernährung verursacht wird. Was die Gefäße im Herzen und im Hirn verstopfen kann, verstopft selbstredend auch die Gefäße im Penis. Und falls ich mich nicht klar genug ausgedrückt haben sollte, weil ich den Begriff erektile Dysfunktion verwende: Keinen mehr hoch kriegen!

Ich weiß ja mittlerweile, wie abgrundtief dumm LowCarber tatsächlich sind, was wohl damit zusammen hängt, dass sie ihren Neuronen die Glucose versagen, daher muss ich vielleicht den Begriff erektile Dysfunktion durch „keinen mehr hoch kriegen“ ersetzen. Oder mit Erektionsstörung. Oder Impotenz. Das kriegt man von Atkins, man kriegt es vom Fleisch essen, man kriegt es vom Grillen, man kriegt es von Steak. Schlussendlich von allen männlichen Nahrungsmitteln, die zugegeben auch deshalb männlich sind, weil das überschüssige Cholesterin in ihnen zu einem erhöhten Testosteronspiegel führt und der wiederum führt dann auch wieder zu Prostatakrebs. Man frisst sich also seine Männlichkeit weg. Glückwunsch!

Darüber wollte ich eigentlich aber wieder gar nicht schreiben, sondern über Viagra. Uns wurde in der Uni die lustige Geschichte über die Entdeckung von Viagra erzählt. Viagra war ursprünglich mal als Mittel gegen Angina Pectoris erfunden worden. Brustschmerzen und Atemnot auch bedingt durch atherosklerotische Plaques in den Gefäßen um das Herz herum. Vorbote eines Herzinfarkts.

Gegen Angina Pectoris half dieses Mittel jedoch nicht, aber die Patienten baten ihre Ärzte immer wieder um dieses Medikament, was die Ärzte selbstredend nicht verstehen konnten. - Bis einer sich dann outete und erzählte, dass er im Bett wieder „könne“. Also wurde das Mittel vom Angina Pectoris-Mittel zum Potenz-Mittel umvermarktet und heute ist es weltberühmt. Der Grund warum es bei Angina Pectoris nicht wirkt, im Penis aber schon, hängt irgendwie damit zusammen, dass der Faktor „sexuelle Erregung“ ebenfalls vorhanden sein muss, aber so tief habe ich mich nicht damit auseinandergesetzt.

Jedenfalls fand ich wieder beeindruckend wie nah Erektionsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur bei McDougall und Barnard sondern auch in der medizinischen Fakultät und der Pharmaindustrie zusammen hängen. Wer unter erektiler Dysfunktion leidet, kann sich auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall schon mal geistig einstellen, denn sie ist, genau wie die Angina Pectoris ein Vorbote dafür, dass irgendwas im Körper ganz und gar nicht stimmt. Ein gesunder Mann „kann“ bis ins hohe Alter. Aber kaum jemand bleibt, genau wegen unserer westlichen Ernährung, bis ins hohe Alter gesund. - Nun, wem Sex keinen Spaß macht, der braucht das auch nicht...;-))))

Menü des Tages am 28. Juni 2014

Basismüsli, Vollkornhaferflocken, Gojibeeren, Rosinen, Hanfprotein, Reismilch mit Calcium, 1 Rippe Pacari Maca und Wasser


3 Grüntee
1 Banane

Rest Nudeln und Pilze vom Vortag
1 Banane

Haferflocken mit Reismilch, Rosinen und 2 Bananen



5 Amaranth-Mais-Waffeln


3 Rotwein
Pizza Spinaci ohne Käse
Beilagensalat mit viel zu fettem Dressing
3 Kugeln Eis

Hatte ich gesagt, dass man ja nicht jeden Tag draußen isst? - Gestern Abend war die Abschiedsfeier für meine Chefin im Bioladen, die sich aus persönlichen Gründen von Köln nach Frankfurt hat versetzen lassen. Wir sind alle tottraurig, weil sie die beste Chefin ist, die wir alle jemals hatten und wer auch immer danach kommt, wird es sehr, sehr schwer haben.

Wie dem auch sei: Pizza ohne Käse ist nirgendwo ein Problem und schmeckt mir auch sehr gut, wenn ich noch etwas Salz drauf streue, das das Salz vom Käse ersetzen kann. Aber auch mit Beilagensalat wurde ich dann nicht satt. Und der wiederum hatte dann ein superfettes Dressing drauf, womit ich irgendwie auch nicht gerechnet habe. Ich hätte sagen sollen, ich hätte gerne einen Salat ohne Dressing, denn Essig und Öl stand auf dem Tisch. Naja, und weil ich nicht satt war, hat mich die Dessertkarte zu Eis verführt. Alkohol ist laut McDougall übrigens auch nicht fett-machend. Aber er soll den Appetit dergestalt anregen, dass man falsche Entscheidungen trifft. Vielleicht ist mir das passiert.

Es war mir irgendwie aber auch egal, weil ich heute 22 km joggen gehen muss und dabei so unglaublich viel Fett verbrennen werden, dass das alles überhaupt nichts aus macht.

Ach, und wer noch ne fettarme Knabberei für die Fußball-WM sucht, sollte mal die Amaranth-Mais-Waffeln ausprobieren. Tausendmal besser als Reiswaffeln und nur 5% Fett drin. Chips wird man damit unter Garantie nicht vermissen.

Alles Liebe,

Silke




Samstag, 28. Juni 2014

Die Leber, das Glykogen, Thermgenese und warum ich doch manchmal recht kluge Rückschlüsse ziehe...



Ich habe endlich einen richtig klugen Biochemiker getroffen, einen der prompt meine Fragen beantworten konnte und der sie auch noch völlig in meinem Sinne beantwortet hat.

Es ging am Donnerstag in der Biochemie-Vorlesung um Lipoproteine. Lipoproteine sind die coolen, kleinen Dinge, die Fettsäuren und Cholesterin im Blut transportieren, weil Fettsäuren und Cholesterin nicht wasserlöslich sind und Blut größtenteils aus Wasser besteht. Also werden sie in Lipoproteine verpackt. Lipoproteine sind berühmt. HDL und LDL sind Lipoproteine. LDL transportiert besonders viel Cholesterin im Blutkreislauf. LDL steht für Low Density Lipoprotein, HDL für High Desity Lipoprotein. Es gibt noch ein paar mehr, auch das VLDL, was nicht so berühmt ist, welches ich auch erst kenne, seit ich Dr. Lustigs Sugar – The bitter Truth gesehen habe. Die Leber macht aus Fructose VLDL und das erhöhrt dann die Blutfettwerte.

Wo man von Lipoproteinen spricht, spricht man auch immer von Cholesterin und in dieser Vorlesung ging es demnach auch um die Cholesterinbiosynthese und um Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ich konnte meine Frage stellen, ob Statine, die die HMG-CoA-Reduktase in der Choelsterinbiosynthese hemmen und als Cholesterinsenker verschrieben werden, automatisch auch zu Vitamin D Mangel führen. Ja,  dem sei so, sagte der Prof. Und nicht nur das. Auch andere Metabolite der Cholesterinbiosynthese, die z.B. als Membrananker Verwendung finden, würden auch nicht produziert, wenn man die Choelsterinbiosynthese hemmt. Gleichzeitig wusste der Prof. auch, dass die Anzahl der Cholesterinrezeptoren gesenkt wird, wenn sich viel Cholesterin im Blut befindet, was logisch ist, weil der Körper dann keines braucht. Im Physiologie-Buch stand hingegen, dass gesättigte Fette, nicht das Cholesterin selbst, die Anzahl der Cholesterinrezeptoren senken. Spielt aber eigentlich keine Rolle, meistens kommt beides zusammen daher.

Wenn man dann also Cholesterin isst und die Cholesterinbiosynthese dadurch gesenkt wird und gleichzeitig die Anzahl der Rezeptoren gesenkt wird, kommt es zu einem hohen Cholesterinspiegel im Blut und da gehört das Cholesterin nicht hin, es oxidiert und macht Plaques und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Körper synthetisiert kein Vitamin D mehr und Vitamin D-Mangel wird mit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Tierische Produkte auch, daher weiß ich nicht, ob die Ursache der Vitamin D Mangel oder das Fett und Cholesterin ist.

Und dann mein Kommilitone, der im Bioladen einkaufen geht und Fragen nach Cholesterinspiegel in China stellt: „Warum sagt man den Patienten dann nicht einfach, dass sie sich vegan ernähren sollen?“

Prof.: „Weil die das nicht wollen. Das ist genau wie beim Rauchen. Sagen sie dem Patienten mal er soll das Rauchen dran geben. Das will der auch nicht. Patienten kommen zum Arzt und wollen eine Tablette haben, gegen ihr Leiden. Nicht ihr Verhalten ändern.“

Kommilione: „Aber eine Ernährungsumstellung wäre schon effektiver, oder?“

Prof.: „ Ja, natürlich!!!“

Aber darüber wollte ich heute eigentlich gar nicht schreiben. Es war nur eine so schöne Geschichte und ich wollte sie los werden. Eigentlich wollte ich heute über die Leber schreiben. Mein zweitliebstes Organ, weil es ein Biochemielabor ist. Mein Lieblingsorgan ist hingegen die Bauchspeicheldrüse.

Jedenfalls habe ich aus Jux und Tollerei den Wikipedia-Eintrag über den Glykogenspeicher gelesen und dabei ist mir erstmals das Glykogenverhältnis aufgefallen. 1/3 befindet sich in der Leber und 2/3 im Muskel. Damit darf eigentlich nur 1/3 des Zuckers den wir essen in der Leber landen und der Rest muss in der Peripherie bleiben. Das Dumme ist halt nur, dass das Sacharosemolekül jeweils eine Glucose und eine Fructose hat. Fructose kann aber fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt werden. Glucose im ganzen Körper, aber ich nehme an, dass kaum was davon in der Leber landet, weil bei unserem Zuckerkonsum die Leber sich alleine um die Fructose kümmert. Die Chance steht also recht gut, dass das Leberglykogen immer gut gefüllt ist und das ist auch richtig so, denn nur das Leberglykogen kann den Blutzuckerspiegel erhöhen, wenn wir gerade nichts essen können, z.B. im Schlaf. Nervenzellen und rote Blutkörperchen können aber nichts anderes Verstoffwechseln als Glucose, daher ist das Leberglykogen superwichtig in der Nacht. Das Gesamtglykogen des menschlichen Körpers ist 300-400 g, bei Hochleistungssportlern können es auch 500-600 g sein. 100 g sind also in der Leber.

Der Rest ist im Muskel, aber das Entscheidende am Muskel ist, dass das Glykogen nicht den Blutzuckerspiegel anheben kann sondern nur dem Muskel selber als Energie zur Verfügung steht. Muskelglykogen kann demnach nicht von Erythrozyten oder Nervenzellen verwendet werden. 2/3 des Glykogens im Muskel muss als Muskelarbeit verbraucht werden.

Dr. Lustig sagt: „It's a volume-issue“

Ich hab das nie kapiert, aber jetzt ist es mir klar. Fructose ist nicht schädlich. Nicht per se. Der Körper hat nur nicht so viele Möglichkeiten Fructose zu verarbeiten, wie er hat Glucose zu verarbeiten. Und weil er sie nicht hat, wandelt die Leber überschüssige Fructose in VLDL um, entläßt sie ins Blut und die peripheren Zellen können dann Energie aus dem VLDL und seinen Fettsäuren gewinnen. Und wenn dann immer noch zu viel Energie da ist, wird das Fett im VLDL von der Lipopoteinlipase in die Zelle geschaufelt und in Fettzellen eingelagert. Und das ist so praktisch, weil Fett kein Wasser zieht, weil es pro Gramm mehr Energie enthält und damit gut komprimierte Energie für Notzeiten ist.

Aber wann sind schon Notzeiten? Selbst ein schlanker Mensch hat Fettspeicher, die ihm erlauben ca. 40 Tage oder so komplett ohne Nahrung aus zu kommen. Und warum überessen wir überhaupt?

Im der Physiologievorlesung wurde erzählt, dass wir überessen, weil wir im Überfluss leben und uns vor Notzeiten schützen wollen. Seit ich Douglas Lisle habe sagen hören, dass wilde Tiere, die im Überfluss leben nicht fett werden, sondern sich mehr fortpflanzen, glaube ich das jedenfalls nicht mehr. Ich glaubem es liegt an unserer zu fetten und zu süßen Nahrung und daran, dass die Rezeptoren, die für Sättigung zuständig sind nicht mehr akkurat funktionieren, wenn man veränderte Nahrung isst. Nahrung ohne Ballaststoffe und mehr Fett als in der Natur vor kommt.

Und noch was habe ich gelesen, was ich noch nicht wirklich kapiere. Auch in einem Physiologiebuch: „Der größte Teil des erhöhten Energieumsatzes bei geistiger Tätigkeit (z.B. Kopfrechnen) beruht auf dem gleichzeitigen, reflektorischen Anstieg des Muskeltonus.“ Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich, wenn ich Energie für's Lernen brauche, diese entweder essen muss und in Nahrungsabwesenheit auch aus Muskelglykogen beziehen muss. Nicht etwa aus Leberglykogen, was den Blutzuckerspiegel erhöht und Nervenzellen sättigt.

Am 7.7. schreibe ich eine Physiologie-Klausur und ich werden so viel Glucose bzw. Stärke bis dahin essen, wie ich Hunger habe und schauen, wie sich diese Lernphase damit anfühlt. Vielleicht kann ich mich so mal länger als 4 Stunden konzentrieren. Das wäre ne gute Sache...

Menü des Tages am 27. Juni

Basismüsli, Haferflocken, Banane, Hanfprotein, Reissirup, Gojibeeren, Reismilch mit Calcium, Rippe Pacari Schokolade


1 Banane
3 Grüntee

Asianudeln mit Maissalat mit Minze auf Romanasalat


Vollkornudeln mit Pilzemischung und Salz (hab den Teller nicht leer bekommen)


Haferflocken mit Rosinen, Banane, Apfel, Reismilch und Reissirup
Rippe Pacari Schokolade mit Maca

Gemüsepfanne mit weißem Reis im AsiaGoumet im Hauptbahnhof


Maiswaffeln mit Amaranth
1 Glas Rotwein.

Ich war auswärts Essen, was fettarm nicht ging, auch wenn es vegan war. Dazu war das ganze einfach zu schnellrestaurantmäßig. Es gab keinen Koch, dem man hätte sagen können, dass man sein Gemüse lieber gedünstet hätte und nicht in Öl. Naja, was soll's. Ist ja nichts regeläßiges. Man muss schon froh darüber sein, dass es sowas „Gesundes“ überhaupt gibt.

Biochemie-Theorie ist schön, aber ich hab mir auch mal die Mühe gemacht ein paar praktische Studien raus zu suchen. Selbstredend mit Barnards Hilfe.

Die Schweizer haben sich daran gemacht zu gucken, ob man Menschen mit Glucose Fett machen kann. Oder überhaupt mit Kohlenhydraten.  Glycogen synthesis versus lipogenesis after a 500 gram carbohydrate meal in man. Man hat 6 Männen in den 20ern eine Mahlzeit aus vielen Kohlenhydraten vorgesetzt. Einem Äquivalten von 479 g Stärke. Aber es war eigentlich Stärke, Säfte und Marmelade, also auch Fructose vorhanden. 90 Minuten nach der Mahlzeit war der Blutzucker und die Insulinausschüttung am höchsten. In den folgenden Stunden wurden vom Körper fast nur Kohlenyhdrate verbrannt, was sich am Respiratorischen Quotienten zeigte, der gemessen wurde. Nach 5 Stunden, sollen die Kohlenhydrate vollständig aufgenommen worden sein. In den 10 Stunden nach der Mahlzeit hatte der Körper 66% KHD, 19% Fett und 15 % Eiweiß verbrannt. Die Glykogenvorräte waren um 12 g angewachsen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Glykogenspeicher größer seien als angenommen und dass Kohlenhydrate bei der Fettsynthese keine große Rolle spielen. Das war allerdings schon 1984. - Ich schließe gerade da raus, dass es eine gute Idee sein könnte weniger als 19% Fett zu verzehren, wenn man Gewicht verlieren will, denn der Körper dazu neigt 19% Fett zu verbrennen. Da könnte ich selbstredend aber auch was übersehen.

In einer zweite Studie vom selben Forscherteam wurden Männer für mehrere Tage auf eine Diät aus 80 % Kohlenyhdrate, 9% Fett und 11% Eiweiß gesetzt um ihre Glykogenspeicher gezielt auf zu füllen. Dann gab man ihnen eine Mahlzeit aus 2000 kcal Kohlenhydrate um zu schauen wie viel davon bei vollen Glykogenspeichern in Fett umgewandelt würde. So schildert Barnard die Studie. Tatsächlich gab es aber 3 Gruppen von Probanden. Eine hatte eine fettreiche Ernährung in den 3-6 Tagen vor dem Studienzeitraum bekommen, eine eine Mischkost und die dritte Gruppe eben diese Ernährung mit 80% Kohlehydraten. Man fand heraus, dass die de novo Lipogenese bei den Personen die der Kohlenhydratgruppe angehörte am höchsten war, also die Fettbildung des Körpers selbst, was logisch ist, weil der Körper mehr Fett synthetisiert, wenn er mit der Nahrung keine aufnimmt. Entscheidend ist aber der letzte Satz: „However, lipogenesis remains too limited even after such large CHO intakes to cause an increase in the body's fat content.“ - Die Neusynthese von Fett, sogar nach eine so kohlenhydratreichen Mahlzeit, ist nicht stark genug um den Körperfettanteil zu erhöhen.

Schön auch dieser Satz: “The thermic effect of the CHO load was 5.2 +/- 0.5% on the high-fat, 6.5 +/- 0.4% on the mixed diet, and 8.6 +/- 0.4% on the high-CHO diet „ Mit einer fettreichen Ernährung entstand weniger Wärme als mit einer Mischkost und mit Mischkost wiederum weniger Wärme als mit kohlenhydratreicher Nahrung.

So, und das war sauviel für heute, sowohl für euch, als auch für mich, daher lasse ich es jetzt gut sein, kümmere mich um Krafttrainung und lerne den Rest des Tages.

Alles Liebe,

Silke




s

Mittwoch, 25. Juni 2014

Blogpost # 1500 - Warum Glucose eigentlich gar nicht in Fett umgewandelt werden kann bzw wird...



Es könnte total sein, dass ich mir das einbilde, aber gefühlt habe ich auch jetzt noch den Eindruck, dass meine Glykogenreserven, vor allem oder vielleicht ausschließlich die im Muskel, bisher nie ganz voll waren. Seit ich reichlich Stärke esse, habe ich zwischendurch keinen Appetit mehr auf Schokolade, auch nicht beim Lernen, ich habe zudem das Gefühl, dass jetzt die Stärke nicht mehr erst für Glykogen abgezweigt werden muss, sondern auch, wenn ich eine stärkehaltige Mahlzeit esse, werde ich gleich wacher und kann mich besser konzentrieren. Theoretisch haut das so weit hin und wenn dem praktisch auch so ist, hätte ich 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich wäre besser im Sport, könnte besser lernen und kann mich länger konzentrieren. Auch um 20:30 Uhr abends, nachdem ich um 4:30 Uhr aufgestanden bin, noch ne ordentliche Kassenabrechnung im Bioladen hin legen. Und wenn die heutige Theorie auch stimmt, kommt man damit auch spielend zum Idealgewicht.

Kommen wir also nochmal zur Glykolyse, der Vorgang in welchem Glucose zu Pyruvat abgebaut wird. Hier also noch mal das Schaubild:



Das funktioniert in 10 Schritten durch 10 Enzyme und davon ist nicht nur eines reguliert, wie es in dem Post über die Fructose scheinen mag, sondern 3. Das erste, die Hexokinase, die Glucose in Glucose-6-Phosphat verwandelt, dann die Phosphofructokinase, die Fructose-6-Phosphat in Fructose 1-6-Bisphosphat umwandelt. Und abschließend die Pyruvatkinase, die Phosphoenolpyruvat in Pyruvat verwandelt. Mit „reguliert“ meine ich, dass diese Enzyme nur dann arbeiten, wenn für den Körper auch Not besteht zu arbeiten. Die Hexokinase macht Glucose zu Glucose-6-Phosphat und daraus wiederum wird Glucose-1-Phosphat und daraus Glykogen aufgebaut. Sobald genug Glucose-6-Phosphat da ist, hört die Glykolyse an dieser Stelle auf. Sie läuft erst dann weiter ab, wenn die Glykogenspeicher voll sind und auch sonst kein Glucose-6-Phosphat mehr gebraucht wird. Das 2. Enzym, die Phosphofructokinase muss explizit aktiviert werden, damit es überhaupt was macht. Es ist stinkfaul und arbeitet ohne Aktivierung fast gar nicht. Aktiviert wird es wenn nicht genug Energie in Form von Citrat und ATP da ist. Nur wenn nicht genug Energie da ist läuft die Glykolyse weiter. Letzte Regulierungsstelle ist die Pyruvatkinase und auch diese wird durch ATP gehemmt. Die wichtigste Regulationstelle ist jedoch die Phosphofructokinase. Sie bestimmt die Schnelligkeit mit welcher die Glykolyse abläuft. Und wie man oben auf dem Schaubild feststellt tritt Fructose erst nach den ersten beiden Regulierungen in die Glykolyse sein und wird damit in viel größeren Mengen verarbeitet als Glucose. Und das auch nur in der Leber. Die Leber macht aber nur 1/3 des Körperglykogens aus. Der Rest sitzt in den Muskeln und wird bei jeder Muskeltätigkeit und nur dabei verbraucht, es sei denn man hat gerade gegessen.

Was Glucose hingegen macht, wenn sie nicht in die Glykolyse eintreten kann, weiß ich nicht genau. Ich nehme an sie zirkuliert im Blut auf der Suche nach Zellen die sie gebrauchen kann. Zu viel Glucose im Blut ist selbstredend auch nicht gut, denn dann glykosylieren alle möglichen Eiweißverbindungen. Ich denke aber, das ist nur bei Insulinresistenz ein Problem, nicht bei Leuten die aktiv sind und auch nicht bei vollwertiger Glucose, die schön langsam in den Körper aufgenommen wird.

Nun gut, wir haben nach diesen 10 Schritten Gykolyse dann also Pyruvat und auch das ist noch lange kein Fett. Pyruvat muss erst noch durch die Pyruvatdehydrogenase in Acetyl-CoA umgewandelt werden. Aus Acetyl-CoA könnte der Körper dann Fettsäuren herstellen indem er einzelne Acetyl-CoA bzw. Malonyl-CoA, welche aus Acetyl-CoA hergestellt werden zusammen knüpft. Er könnte aber auch, und das ist wahrscheinlicher, weil Fett ja Reservesubstanz ist, das Acetyl-CoA direkt in den Citratzyklus einspeisen und aus dessen Reduktionsäqivalenten in der Atmungskette ATP und damit Energie gewinnen. Die Energiegewinnung hat größere Priorität.

Er könnte auch, und das ist ebenfalls wichtiger, die Acetyl-CoA Moleküle in die Cholesterinbiosynthese einschleusen und daraus Vitamin D, Cholesterin, Östrogen und Testosteron machen. Wenn weder zu wenig Energie da ist noch zu wenig Cholesterin und seine Derivatat, erst dann macht sich der Körper die Mühe überschüssige Glucose in Fett zu verwandeln indem er Acetyl-CoA, Malonyl-CoA und Proprionyl-CoA Kettenweise zusammenbaut, diese an Glycerin heftet und dann als Neutralfette einspeichert.

Eine Fettsäure kommt jedoch direkt mir der Nahrung im Körper an und wird, wenn genug Energie vorhanden ist, sogleich und so wie sie ist, in die Speicherfette eingebaut. Und weil der Körper seine Energie lieber aus Glucose gewinnt, wird die Glucose aus der Nahrung sofort verbrannt, währen alle Nahrungfette eingelagert werden, insofern man genug Kalorien isst.

Ich bin, weiß Gott, auch kein Fachmann der Biochemie. Wenn jemand mehr weiß oder ich was übersehen habe, kann er mich gerne darauf hin weisen. Es deckt sich aber so weit mit den Studien zu Umsetzung von Glucose in Triacylglyceride.

Ich hab also keine Ahnung wie viele Kalorien ich gegessen habe und ich weiß auch nicht, ob das eine Rolle spielt, wenn ich damit mein Glykogen auffülle und nicht meine Fettspeicher. Fett habe ich also fast gar nicht gegessen. Im der Müslimischung von Rosengarten sind 20% Fett aus Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Essentielle Fette also. Der Rest des Tages war dann unter 10%.

Menü des Tages am 24. Juni

Basis Müsli mit Banane, Apfel, Reissirup, Hanfprotein, Matcha, Zimt, Wasser Kirschen


1 Matcha mit Süßstoff
Dinkel-Roggen-Brot mit Reissirup und ½ Banane

Dinkel-Roggen-Brot mit Yummy-Sauce, Paprika und Pfeffer
Kaffee mit Zucker und Schuß Milch

Maissalat mit Minze (heute im Newsletter) und Vollkornreis


1 Banane
2 Roggenvollkornbrote mit Reissirup

Maissalat mit Minze mit Volkornreis


3 Bananen

Ich blieb sogar 6 Stunden lang satt nach dem Mittagessen, was ich so auch gar nicht von mir kenne. Vielleicht liegt auch das wiederum an den Glykogenspeichern. Wer übrigens wissen will, warum man bei LowCarb abnimmt muss sich mal den Glykogenspeicher Eintrag bei Wikipedia anschauen. Zitat:
„Glykogen ist als Polysaccharid, ähnlich wie Stärke, stark hygroskopisch und wird daher mit Hilfe von Wasser in den Zellen gespeichert. Die „Wunderwirkung“ von Low-Carb-Diäten, also der rapide Gewichtsabbau in den ersten Tagen der Diät, kann durch den Verlust dieses Wassers erklärt werden. Folgerichtig führen auch Carbo-Loading-Diäten (siehe unten) zu einem extrem schnellen Gewichtsanstieg von bis zu 2–3 kg durch die Einlagerung von Wasser „

Ich stelle mit das so vor. Man hat da nen Muskel, den packt man voll mit Glykogen, was zusätzlich mit Wasser gespeichert wird und von außen sieht dieser Muskel schön und prall aus, wie ne Wasserbombe. Man hat also tolle Muskeln obwohl ein Teil des Muskels Wasser ist. Wenn man jetzt LowCarb macht, geht das Wasser aus den Muskeln raus, diese sind schlaff und sehen scheiße aus. LowCarb ist also echt nur für die gaaaaaaanz Dummen. Deshalb kann es auch sein, dass die Waage nicht ganz die Wahrheit sagt und man einfach mehr Wasser innerhalb der Muskelmasse speichert, aber was ist das denn im Vergleich zu schabbeligem Fett über dem Muskel – sichtbar nach außen. Für solche Zwecke gibt es Körperfettwaagen.

Ich war ne Stunde Joggen, dann in der Uni und ab 14 Uhr im Bioladen. Ich hatte kein Bedürfnis in der Bäckerei zu naschen. Ich habe aber schlecht geschlafen und konnte mich in der Vorlesung ohne Kaffee nicht wach halten. Und wie gesagt, habe ich keine Ahnung wie viele Kalorien das waren oder wie viele Nährstoffe. Habe nichts mit gerechnet, aber ich habe mich sauwohl gefühlt. Energiegeladen, konzentriert, voll bei der Sache. Alles Top! Die Waage und die Kalorie, sowie die Nährstoffe muss ich die Tage mal beobachten.

Alles Liebe,

Silke



Montag, 23. Juni 2014

Glykämischer Index vs. Insulinindex



Ich muss mich heute früh leider kurz fassen, weil ich spät dran bin, also hoffe ich mal, dass ein paar Bilder mir einen Großteil der Erklärungen abnehmen.

Ihr wisst ja sicher, dass die LowCarber argumentieren, man müsse seinen Insulinspiegel niedrig halten, weil Insulin ein Speicherhormon ist und Fett in den Fettzellen fest hält. In Anbetracht dessen, dass Insulin aber nur eine Halbwertzeit von 5 Minuten hat, hat jeder Mensch ein Zeitfenster in welchem er gar kein Insulin mehr ausschüttet, weil er gar nichts isst und zwar mindestens nachts. Und selbst wenn man abends eine kohlenhydratreiche Mahlzeit isst, sollte dann, wenn man ins Bett geht eigentlich keinerlei Insulin mehr im Blut sein, es sei denn man isst eine Mahlzeit, die sehr lange im Magen-Darm-Trakt verweilt.

Am Wochenende fiel mir der Insulinindex wieder ein. Der Insulinindex misst nicht wie schnell Glukose ins Blut geht, das ist der glykämische Index. Der Insulinindex hält fest wie viel Insulin bei welchem Nahrungsmittel ausgeschüttet werden muss. Spannend am Insulinindex ist, dass Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch, eine Ausschüttung von relativ viel Insulin bedürfen, sogar mehr als Pasta oder Haferflocken. Jetzt noch in Betracht gezogen, dass Fleisch länger im Verdauungstrakt verweilt und damit über einen längeren Zeitraum Insulinausschüttung bedarf, ist Fleisch vom Abnehmstandpunkt tatsächlich ungünstiger. Darüber hinaus liefert Fleisch auch wieder viel Fett, was auf die Dauer zur Insulinresistenz der Zellen führen kann.

Ich hab da mal ein paar schicke Balkendiagramme gefunden, Quelle: American Journal of Clinical Nutrition in welchem zuerst der Glykämische Index gezeigt wird, dann der Insulin Index und dann ein Balkendiagramm welches beide kombiniert mit dem Rückschluss, dass Diabetiker oder Menschen, die Gewicht verlieren wollen, bevorzugt die Nahrungsmittel mit dem grünen Balken nach links essen sollten, statt die mit dem roten Balken nach rechts.





Und auch, wenn Insulin die Fettspeicher aufrecht erhält, kann ich mir, je mehr Ahnung ich von Biochemie bekomme umso weniger erklären wie Glucose überhaupt in Fett umgewandelt werden kann. Das korreliert natürlich mir der Meinung, dass die Fettsynthese aus Glucose beim Menschen eine sehr untergeordnete Rolle spielt im Vergleich zur Ratte. Aber dazu komme ich in meinem nächsten Blogeintrag.

Ich hab heute auch kein Menü des Tages für euch. Ich war das Wochenende über bei meinem Vater, der Geburtstag hatte, habe eine McDougall-Kuchen gebacken, der zwar sehr fettarm war, dafür aber voll von braunem Zucker und damit voll Fructose. Dennoch war ich erstaunt, dass es alle Zutaten dafür in diesem 6000 Seelen Dorf überhaupt zu kaufen gab. Ebenso wie veganes Schnitzel, was ich zum gemeinsamen Grillen besorgt habe. Und ich habe zwei Salate aus Ingrid Newkirks Buch Die vegane Küche gemacht und statt Öl den Fettfreien Ölersatz rein getan, welcher aus 200 ml Wasser, 1 EL Instantbrühe und 2 TL Stärke zubereitet wird. Ingrid Newkirk verwendet leider viel zu viel Pflanzenöl. 4 EL Öl sollen in einen Salat. Mit dem fettfreien Ölersatz funktionierte es genau so gut, aber war wahrscheinlich nicht ganz so lecker. Dennoch hat sich keiner beschwert. Hier ein paar Fotos:




Alles Liebe,

Silke




Freitag, 20. Juni 2014

Warum "Schlank im Schlaf" Blödsinn ist...



Ich wollte diesen Post schon sehr, sehr lange schreiben, aber irgendwas kam immer dazwischen oder ich hab es vergessen. Ich will ihn schon schreiben, seit ich gelernt habe, dass Insulin eine Halbwertzeit von nur ca. 5 Minuten hat und seit ich gelernt habe, dass es nicht nur bei Verzehr von Kohlenhydraten ausgeschüttet wird sondern  auch beim Verzehr von Eiweiß, kurzkettigen Fette und beim Vorhandensein von Ketonkörpern im Organismus. Sprich, Insulin wird immer ausgeschüttet, wenn irgendwelche Nahrung aufgenommen wird. Das wird bei vielen Diättheorien total übersehen und eben auch bei Schlank im Schlaf .

Schlank im Schlaf beruht darauf, dass man morgens Kohlenhydrate isst, Mittags eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten und Eiweiß und abends dann keine Kohlenhydrate mehr. Die Idee da hinter ist, dass man dann abends kein Insulin mehr ausschütten was den Vorteil haben soll, dass man dann über Nacht Fett abbaut, weil Insulin ja den Fettabbau verhindert. Insulin ist ein Speicherhormon und es speichert Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate und deshalb darf man bei Schlank im Schlaf auch keine Zwischenmahlzeiten machen. Wer immer Insulin ausschüttet, verbraucht nie Fett. Abgesehen davon teilt Schlank im Schlaf die Menschen ein in Jäger und Ackerbauern. Jäger können Kohlenhydrate schlechter vertragen, sprich nähmen dadurch stärker zu, als Ackerbauern, die bei Kohlenhydraten eher zulangen dürfen. Ach ja, und bevor ich es vergesse: Schlank im Schlaf begrenzt die Kalorienmenge auf 1850 am Tag und empfiehlt Sport zu machen.

Mittlerweile ist für mich diese Theorie da hinter völliger Blödsinn, obwohl mir klar ist, dass ich mich hier nicht mit irgendeinem australischen Bimbo, sondern einem Mediziner einlasse. Es macht aber biochemisch keinen Sinn, daher hätte ich gerne weitere Erläuterungen von dem Erfinder, obwohl es natürlich völlig Sinn machte, als ich noch keine Ahnung davon hatte, weil die Insulintheorie, dargelegt  von einem Arzt, mich überzeugt hat. Es ist wirklich dumm, wenn man solcher Literatur ausgeliefert ist, weil man zu wenig Hintergrundwissen hat um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Daher bin ich Tag ein Tag aus dankbar dafür, dass ich Medizin studieren darf, auch wenn natürlich dort auch nicht alle Antworten auf alle Fragen zu finden sind.

Wie gesagt wird Insulin immer ausgeschüttet, bei jeder Mahlzeit und auch im Fasten, daher macht es keinen Unterschied ob man abends Kohlenhydrate oder Eiweiß isst. Und da Insulin eine Halbwertzeit von nur 5 Minuten hat, sollte es auch 2 Stunden nach der Mahlzeit komplett aufgebraucht sein. Und in der Nacht, lebt der Körper dann von seinen Reserven und so weit ich informiert bin verbrennt er immer Fette und Kohlenhydrate gleichzeitig. Und die Sache mit den Jägern und Ackerbauern macht auch keinen Sinn für mich, außer vor dem Hintergrund, dass die „Jäger“ durch ihre schlechte bisherige Ernährung insulinresistente Zellen haben und auf dem Weg zum Diabetes sind und daher mehr Insulin ausgeschüttet wird um die im Blut zirkulierenden Nährstoffe in die Zellen zu kriegen und die Bauchspeicheldrüse, aufgrund der kurzen Halbwertzeit von Insulin, über einen längeren Zeitraum Insulin ausschütten muss und damit einem Fettabbau länger entgegengewirkt wird.

Was war noch mal die Ursache für insulinresistente Zellen? Genau, Fett, was sich in den Muskelzellen befindet. Eine Ernährung mit mehr Fett  ist daher nicht sinnvoll, denn es muss das Fett in den Muskelzellen aufgebraucht werden, was durch Sport oder durch Fettverzicht erfolgen kann. Dann werden die Jäger ganz schnell zu Ackerbauern.

Tja, und warum funktioniert Schlank im Schlaf? Weil man dabei nur 1850 kcal essen darf und das reicht um in einem passenden Tempo Gewicht zu verlieren, wenn man übergewichtig ist. Ich persönlich nehme schon ab, wenn ich 2000 kcal esse. Eine Freundin von mir hat vor Jahren mal Schlank im Schlaf gemacht, weil sie locker 100 kg oder mehr wiegt und sehr auf herzhaftes Essen steht. Sie hat davon tatsächlich abgenommen, aber nach 2-3 Monaten bekam sie Ausschlag von den vielen tierischen Produkten.

Ich bin gerne bereit mit jedem über die Biochemie hinter Schlank im Schlaf zu diskutieren. Wer dem etwas entgegen zu setzten hat, kann das gerne tun. Auch Herr Dr. Pape selbst. Mit der Lehrmeinung der Medizinischen Fakultät in Köln, geht diese Ernährung jedenfalls nicht konsform. McDougall, Esselstyn, Fuhrmann und Barnard gehen damit weit mehr konform und sind dementsprechend plausibler.

Menü des Tages am 19. Juni

Basismüsli von Rosengarten mit Gojis, 4 Datteln, Banane, Hanfprotein, Zimt


Bancha Tee
2 Bananen

4 Dinkel-Roggen-Brote mit Cashewmus und Banane
3 Möhren
Rest Brokkoli und Mangold vom Vortag
3 EL Reissirup

Salat aus Dinkelmaccarioni, Blattsalat, Paprika, Schnittlauch, Lauchzwiebeln und Tahinidressing


3 Kugeln roh-veganes Schokoladeneis

Dinkel-Roggen-Brot mit Cashewmus und Banane
koffeinfreier Kaffee mit Stevia
1 roher Brownie, noch übrig vom Workshop

Kartoffeln mit Zucchini, Paprika, Lauchzwiebeln, Brokkoli und Yummy Sauce



Ich war vorgestern in der Uni totmüde und kam nicht umhin einen Kaffee zu kaufen, und, Holla die Waldfee, war das dann ein toller Tag! Ich hab mich topfit gefühlt, konnte mich den ganzen Tag konzentrieren, aufpassen und hab richtig viel gelernt. Leider weiß ich, dass das nicht dauerhaft geht und vor allem, dass es Nachwirkungen hat. Ich hab es auch nur gemacht, weil ich wusste, dass gestern Feiertag war: Zeit aus zu schlafen.

Ich habe auch ausgeschlafen, aber ich war gestern so unfit, dass ich den ganzen Tag Lust auf Stimulanzien hatte: Auf Kaffee, auf Schokolade, auf Alkohol oder auch auf Nicotin. Ich hab mich nur an Reissirup vergriffen und auch am rohen Brownie und obwohl der Reissirup durchaus geholfen hat, hat der Brownie nicht viel ausrichten können. Der war auch mit Carob und nicht mit Kakao, aber er musste auch weg. Leider ist immer noch was davon im Kühlschrank und die Teile sind voll mit Fett.

Naja, der Plan ist vorerst kein Fett mehr zu kaufen und zu schauen, wie ich mit dem McDougall-Ding zurecht komme. Eines kann ich jetzt schon sagen: Einen vollen Teller mit halb Stärke, halb Gemüse kriege ich fast nie leer. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Reste in den Kühlschrank gestellt habe. Aber ich habe auch viel früher wieder Hunger. Bereits nach 2,5 Stunden. Für viele Berufsgruppen ist so was sicher total unrealistisch. Möglich wäre auch sich, bzw. seinen Körper daran zu gewöhnen, dass er ohne Essen auskommen muss und auf seine Reserven zurückgreifen soll. McDougall hält das aber, Gott sei Dank, für kontraproduktiv, weil das Hungergefühl aus einem wichtigen Grund da: Weil man tatsächlich Nahrung braucht. Bei McDougall soll man immer essen, wenn man Hunger hat und so viel, bis man satt ist. Das gefällt mir. Ist nur die Frage, ob man davon wirklich abnehmen kann, aber bisher hab ich es, wie gesagt, noch nicht wirklich getestet...

Alles Liebe,

Silke




Mittwoch, 18. Juni 2014

Ist Obst jetzt böse?



So manch einer unter euch scheint sich in den letzten Tagen damit auseinander gesetzt zu haben, ob die Fructose in Obst denn nun auch schlecht sein könnte und ob es irgendwie schädlich ist, einen Großteil des Tages Obst zu verzehren und dann abends eine stärkehaltige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Eine Leserin bat mich eine Studie vorzulegen, in der bewiesen würde, dass Fructose aus Obst zu eben diesen Nachteilen führen würde, wie Fructose aus raffiniertem Zucker.

Ursache für all das sind natürlich mal wieder Freelee und Durianrider. Vor allem Freelee, die Erfinderin von Raw till 4.

Ich persönlich verstehe nicht, warum man den ganzen Tag nur von Obst leben will und ich verstehe auch nicht, warum man seine Gesundheitsinformationen von  irgendwelchen dünnen, halbwegs attraktiven Menschen im Internet  bezieht, die keinerlei medizinischen oder biochemischen Background haben. Ich meine, ich hab am Montag Fußball geguckt und habe schon auch wieder darüber gestaunt wie fit diese jungen, durchtrainierten Profisportler sind. Würde man von denen auch Gesundheits und Ernährunginformationen annehmen? Oder würde man lieber Dr. Müller-Wohlfahrt fragen. Würde man seine Gesundheitsinfo von Heidis Topmodels einholen? Naja, Firmen wie Nutella legen es darauf an, dass manche Leute so doof sind und sich Gesundheitsinformationen von Profifußballern holen und schnappen sich die Fußballnationalmanschaft für einen Werbespot.

Sei's drum, es gibt Menschen die möchten sich, aus welchem Grund auch immer, hauptsächlich von Obst ernähren. Neuerdings nennt Freelee das „Raw till 4“, weil sie ein Buch geschrieben hat mit dem Titel „Go fruit yourself“ aber nach erscheinen des Buchs feststellen musst, dass 100% vegane Obstrohkost doch nicht das Optimum ist. Jetzt ist das Ziel bis 16 Uhr Nachmittags nur Obst und Günzeug zu essen und ich wurde gefragt ob das irgendwie schädlich sein könnte und ob es Studien dazu gibt.

Natürlich gibt es keine Studien, weil fast kein Mensch in der Bevölkerung sowas macht und Gelder nur freigegeben werden für Sachen, die der ganzen Bevölkerung dienen. Ist Frucotse aus Obst genau so schädlich wie Fructose aus raffiniertem Zucker und wann ist es eigentlich zu viel Obst? Soweit ich weiß, gibt es keinen Arzt der Riesenmengen Obst empfiehlt. Der einzige Rohkostarzt ist Dr. Gabriel Cousens und der röt von Obst weitestgehend ab. Die veganen, fettarmen, vollwertigen Ärzte gehen nirgend darauf ein, wie viel Obst zu viel ist. Esselstyn jedoch spricht von 3 Portionen und begründet das auch mit dem Frucotsegehalt. Ich muss das also völlig unabhängig ohne jemandes Hilfe erörtern

Ich denke, dass verhält sich ungefähr wir folgt:

Fructose wird vom Körper nicht nur anderes verstoffwechselt als Glucose, sie wird auch anders in den Blutkreislauf aufgenommen nämlich durch den Glut 5 Transporter. Dabei wird sie nicht aktiv transportiert, wie die Glucose, sondern fließt entlang ihres Konzentrationsgradienten, was so viel heißt wie, je mehr Fructose innen abgebaut wird, desto mehr kann wieder aufgenommen werden, Das führt dazu, dass überschüssige Fructose nicht aufgenommen wird und weiterhin im Darm von Bakterien verstoffwechselt wird und das führt dann zu Blähungen. Dieser Effekt scheint noch stärker zu sein, wenn man Obst nach einer ballaststoffhaltigen Mahlzeit isst, besonders bei großen Mengen Obst nach großen Mengen Ballaststoffen. So schrieb mir eine Leserin, dass sie abends keinen Smoothie mehr trinken könne, wenn sie Mittags eine stärkehaltige Mahlzeit mit Broccoli gegessen habe. Daher Raw till 4 und Stärke und Broccoli dann abends.

Wenn man Fructose dann also nicht als raffinierten Zucker, sondern als Obst zu sich nimmt gelangt, weniger Frucotse in die Leber und mehr in den Darm und deshalb führt viel Obst zu Blähungen und viel Trockenobst noch mehr. Dr. Lustig sagt dazu „It's either fat, or fart“ - raffinierte Fructose wird leichter aufgenommen weil die Angiffsfläche im Darm einfach größer ist ohne Ballaststoffe. Püiertes Obst wird noch leichter aufgenommen, also Smoothies, als ganzes Obst, weil auch hier die Angriffsfläche größer ist.

Manche Menschen leiden an Fructosemalabsorbtion, bei denen ist der Glut 5 Transporter defekt und Fructose wird nicht aufgenommen. Die haben dann Durchfall und Blähungen. Dann gibt’s auch noch die Fructoseintoleranz bei der die aufgenommene Frucotse in der Zelle nicht weiter abgebaut werden kann und die Symptome sind völlig anders. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Körper, der über Jahre mit zu viel Fructose traktiert wird, eine Frucotsemalabsorbtion entwickelt um sich vor weiteren Schäden zu schützen.

Alle Fructose, die dann aber aufgenommen wird, egal ob aus Obst oder aus raffiniertem Zucker, wird zur Leber transportiert und da weiter verarbeitet und wenn die Kohlenhydratspeicher voll sind, eben auch zu Fett. Was aber auch noch eine Rolle spielen soll ist, dass sie dort zur Insulinresistenz beiträgt, dass sie kein Sättigungsgefühl auslöst und bei ihrer Verstoffwechselung den Körper seines ATPs beraubt.

Da fragt man sich, wie viel Obst ist zu viel Obst. Keine Ahnung, es enthält auch nicht alles Obst gleich viel Fructose. Bananen und Feigen enthalten z.B. mehr Glucose als Fructose, Kernobst wie Apfel und Birnen enthalten mehr Fructose als Glucose. Jemand der Sport treibt, kann mehr Fructose vertragen, da sie dabei hilft die Glykogenreserven wieder auf zu bauen.

Ich persönlich esse, glaube ich, so. ca. 5 Portionen Obst am Tag. Ich bin absolut kein Fan von ganzen Obstmahlzeiten, weil ich mich danach überfüllt aber nicht zufrieden satt fühle. Ich nehme an, das hängt mit dem durch Fructose ausbleibenden Sättigungsgefühl zusammen und ich mag dieses Völlegefühl mit gleichzeitigem Bedürfnis noch was zu essen gar nicht.

Ich würde sagen jemand der damit zurecht kommt Obst zu konsumieren, mit seinem Gewicht zufrieden ist, alle Nährstoffe bekommt und dessen Blutzucker keine Spirenzien macht, wenn er so isst, kann das gerne so lange machen, wie es ihm gut tut. Biochemisch ist es nicht das Non Puls Ultra, aber ich glaube es sind auch keine gravierenden gesundheitlichen Probleme, die daraus resultieren können. Bisschen Übergewicht und paar Blähungen sind das schlimmste. Vielleicht Candida und bei miesem Obst dann auch noch Karies. Es ist besser als Hausmannskost, das allemale.

Menü des Tages am 17. Juni

Frischkornbrei auf Nackthafer, Banane, Sunwarrior, Zimt, ½ Apfel, Sonnenblumenkerne, Chia, Blaubeeren, Wasser


2 Matcha mit Stevia
1 Karnitin-Kapsel
Glutenfreies Brot mit Reissirup

2 pürierte Bananen mit Vollkornreis, Kakao, Reissirup und Zimt: Voila Schokomilchreis


1 Matcha mit Stevia
Glutenfreis Brot mit Senf, Veggi Filata und Gurke

Italienische Ofenkartoffeln mit Salat und Banane

1 Grüntee

Dinkel-Sauerteig Brötchen
2 Bananen

Reste der Mahlzeiten der letzten Tage: Les restes de hier, wie Barnard sagen würde


etwas Vollkornreis, weil ich noch nicht satt war

Ich hab Vollkorn Basmatireis gekocht mitgenommen und hatte eigentlich vor ihn in der Mensa zu Salat zu essen, aber ein veganes Gericht, was gestern angeboten wurde und einfach zu lecker aussah kam mir dazuwischen. Italienische Ofenkartoffeln mit Gemüse. Es war vollwertig und ich konnte nicht widerstehen und habe mich dabei erwischt, dass mich das Öl, besonders das im Salat echt abgetörnt hat. Das Mundgefühl mit so viel Öl auf Salat war irgendwie seltsam. Vielleicht gewöhne ich mir das gerade was ab. Es war im ganzen Gericht vielleicht 1-2 TL Sonnenblumenöl, was eigentlich ganz ok ist, aber es fühlte sich nicht mehr gut an. Ich mag auch gesättigtes Fett überhaupt nicht auf der Zunge haben, weil es sich irgendwie so sperrig anfühlt, so schwer löslich so...naja, gesättigt halt. Fest bei Zimmertemperatur. A, a propos: löslich. Fettfrei kochen, stelle ich wieder fest, erleichtert den Abwasch erheblich. Warmes Leitungswasser reicht völlig aus. Soll doch die Mensa, sich die viele Abwascharbeit machen, zuhause kann ich ja so fettarm kochen wie ich will.

Spätschicht Bioladen, daher Abendessen suboptimal. Ich muss aufpassen, dass ich satt in den Bioladen gehe. Habe an veganem Apfelkuchen genascht, als ich Hunger bekam und auch das war suboptimal.

Alles Liebe,

Silke




Montag, 16. Juni 2014

McDougall Nährstoffbilanz



Also, man kommt mit einem halben Teller voll Stärke tatsächlich auch auf (fast) alle Nährstoffe, vorausgesetzt jedenfalls man treibt 1 Stunde Sport, verbrennt dabei 660 kcal und isst dann 2700 kcal.

Ich denke schon, dass ich pro Tag ca. 2400 kcal verbrenne, weil ich bereits Gewicht verlieren, wenn ich 2000 kcal esse und bei 2000 kcal auch hungrig bin. Vielleicht ist das dann so im Rahmen. Und voraus gesetzt überschüssige Glucose wird tatsächlich in Wärme umgewandelt und nicht in Fett.

Was ich aber sagen kann ist, dass es sich beim Joggen fast von selber lief. Die erste Stunde jedenfalls hatte ich kaum das Gefühl, dass ich meine Beine bewegen muss, sondern dass sie von selbst liefen nachdem ich die erste Trägheit überwunden hatte und in Bewegung war. Das war sehr gut und ich hab 10 km in 56:20 Min zurück gelegt.

Ich war auch durch die Bank weg gut gesättigt. Jedenfalls für ca. 3 Stunden, länger hält eine Kohlenhydratmahlzeit leider nicht an. Das macht aber nichts, weil McDougall sagt, man solle sogar 5-6 Mahlzeiten am Tag essen. Ist wohl normal bei fettarmem Essen. Ein großer Unterschied zu 80/10/10 rv ist, dass man auch wirklich satt wird und nicht nur einen vollen Magen hat, sowie einen geblähten Darm, sondern ein zufriedenes Sättigungsgefühlt. Das kann ja auch gar nicht gehen bei 80/10/10 rv, denn Fructose löst kein Sättigungsgefühl aus. Wenn man 80/10/10 rv macht, macht man eigentlich 40/40/10/10. 40 % der Kalorien aus Fructose und 40% aus Glucose und von den 40% aus Fructose wandern dann 80% zur Leber und wenn die voll ist mit Glykogen, wird alle Fructose in Fett verwandet und man kann dieses Fett dann zu seinen 10% hinzu zählen.

McDougall macht also zufrieden satt. Das ist gut.

Eine Leserin schrieb mir gestern, dass sie dieses Programm doch reichlich radikal findet. Kein Öl und auch nur 2 Stücke Obst. Da sei ihr Barnard doch viel lieber, da der das Ganze moderater anginge. Dazu muss ich sagen, dass es neben dem Mcdougall Program for Maximum Weight Loss auch noch das normale McDougall Program gibt, was ungefähr so ist, wie das von Barnard. Das Programm für maximalen Gewichtsverlust hat er erfunden für die Leute, die z.B. Probleme haben mit dem herkömmlichen McDougall Programm die letzten paar Kilo zu verlieren.

Jemand der schwer Übergewichtig ist, so 100 kg oder so wiegt, der sollte schon mit ganz normalem vollwertigen Essen ohne Hunger abnehmen. Ich kenne aber auch viele Leute, die irgendwie immer ein paar Kilo über ihrem Idealgewicht sind und alles versucht haben diese paar Kilo los zu werden. So ein Gewicht ist keinster Weise pathologisch sondern ausschließlich ein ästhetisches Problem und für genau solche Fälle könnt das McDougall Programm für maximalen Gewichtsverlust genau richtig sein.

Das ist wirklich sowas wie eine klassische „Diät“. Etwas, das man nur einen gewissen Zeitraum über macht, bis man das Gewicht erreicht hat, was man haben möchte. Danach kann man anfangen auch wieder Nüsse, Avocados und mehr Obst zu essen und sich nach dem herkömmlichen McDougall Programm ernähren. Und man darf natürlich sowieso bei Feierlichkeiten alle Fünfe gerade sein lassen und essen was man will. Auch tierisches. McDougall ist es wichtig, dass man im Alltag gesundheitsförderlich isst und sagt es sei ebenso wichtig den Genuss-, Gesellschafts- und Feierlichkeitsaspekt des Essens zu berücksichtigen. Unsere Gesellschaft würde nur jeden einzelnen Tag so essen, wie man früher bei Festen aß. Damit erstellt er einem, wie ich finde, einen emotionalen Freibrief. Kein 100% Dogma, wie in der Rohkostszene.

Menü des Tages am 15. Juni

Frischkornbrei aus Nackthafer, Banane, Sunwarrior, 5 g Sonnenblumenkerne, 3 g Chia, ½ Apfel, Zimt, Wasser, Heidelbeeren


3 Grüntee
Vollkornbrot mit Reissirup und Banane

Greensmoothie aus 2 Bananen und 3 Selleriestangen


Vollkornbrot mit Reissirup und Banane

Zitronengras Mango Curry mit 400 g Reis

1 Kochbanane
Vollkornbrot mit Reissirup und Banane

Grüner Salat, Tomate, Kartoffeln, Reis und Hummusdressing mit etwas Salz


½ Banane

2701 kcal, 75 g Eiweiß, 579 g KHD, 25,6 g Fett = 8,1%. Ich hab mich echt wohl gefühlt, beim Joggen, den ganzen Tag über, nur beim Lernen fehlte mir schon wieder der schnelle Zucker.

Biochemisch macht diese Form der Ernährung absolut Sinn, nichts umsonst spricht T. Colin Campbell von einer Ernährung mit nur 10% Fett. Der Mann kennt sich in Biochemie aus. Vitamin E war nur 71%, man müsste mehr Mandeln oder Grünzeug essen um das an zu heben. Selen war nur 86%, da fehlte die Paranuss. Alles andere passte, sogar Methionin war ausreichend vorhanden.

Es stellen sich nur 2 Fragen:

Kann man so was dauerhaft durchhalten?

Und:

Wird man wirklich von Fett fett und nicht von Glucose?

Also funktioniert das auch praktisch und nicht nur in der Theorie der Biochemie. Ach ja, Omega 3:6 war auch optimal mit 1,4 g Omega 3 und 7,5 g Omega 6. Schauen wir mal...

Alles Liebe,

Silke




Sonntag, 15. Juni 2014

McDougall-ing



Ich hab die letzten zwei Tage mal so ein bisschen mit McDougall rum experimentiert und durfte zu mindest einen sehr, sehr großen Vorteil feststellen: Wenn ich von Stärke gesättigt bin bin ich absolut gar nicht dazu inspiriert im Bioladen zu Verkostungen zu greifen. Ich hatte gestern und vorgestern die Frühschicht im Bioladen in der Bäckerei (!!!) und alle Kuchen, auch die veganen, haben mich total kalt gelassen. Das war so weit sehr gut.:-)

Wie gesagt, will ich da nicht 100% rein springen und mir einen gewisses Zeitfenster vor nehmen um es auszuprobieren, aber es reizt mich und zumindest ansatzweise habe ich es umgesetzt. Im Programm für maximalen Gewichtsverlust sind ja wirklich nur Gemüse und nicht-ausgemahlene Stärkeprodukte erlaubt, sowie Hülsenfrüchte, 2 Stück Obst und Gewürze. Das war's. Ausgemahlene Stärke, also Brot oder Pasta ist deshalb nicht erlaubt, weil sie schneller ins Blut geht und damit den Insulinspiegel stärker ansteigen lässt und immer wenn Insulin ausgeschüttet wird, wird der Fettabbau gehemmt. Nochmal zur Erinnerung und für die immer geringer werdende Anzahl der LowCarber da draußen: Die Insulinausschüttung wird auch angeregt durch Aminosäuren, kurzkettige Fettsäuren und Ketonkörper, daher lohnt es nicht die Schuld auf Kohlenhydrate zu schieben. Auszugsmehle und Zucker lassen den Insulinspiegel jedoch zu stark ansteigen. Insulin interagiert mit dem Sättigungshormon Leptin, so dass bei zu hohem Insulinspiegel man das Leptinsignal im Hypothalamus nicht wahr nehmen kann.  -  Das war diese Woche tatsächlich mein erster Anti-LowCarb-Post auf den es keine Protestkommentare zu Hauf hageltet...Ich glaube LowCarber sterben aus!

So, wo war ich? - Ach ja, ich habe noch Brot zuhause, was ich noch verbrauchen werde, ich habe auch noch andere fettige Sachen zuhause, die ich verbrauchen werde und ich halte es auch für sinnvoll mich langsam da ran zu tasten, weil ich von fettarmer Ernährung bisher immer Pickel bekommen habe, deren Ursache ich noch nicht ausmachen konnte. Entweder Vitamin E oder so wa,s andernfalls könnte es auch eine Entgiftungsreaktion sein, die ich mir aber auch nicht erklären könnte.

Wie dem auch sei, kein Hunger im Bioladen, kein Naschen nebenbei, aber auch das Lernen funktionierte gestern nicht so gut wie sonst ohne schnelle Zucker aus Schokolade im Blut und ohne das Theobromin aus der Schokolade. Ich hatte keine Gelüste auf Schokolade, was gut war, aber ich konnte mich auch nicht ordentlich konzentrieren und frage mich, ob sich das im Laufe der Zeit geben wird.

McDougall behautet, die meisten Menschen in der westlichen Welt seien mit Kohlenhydraten unterversorgt, deshalb hätten wir dauernd Lust auf was Süßes zwischendurch. So sehr sogar, dass wird das Gefühl hätten, wir seien süchtig danach. Unterversorgt seien wird, weil wir so viel Fleisch, Fett und Milchprodukte äßen und zu wenig Gemüse und Vollkorn. Und dann kommt natürlich noch erschwerend hinzu, dass Fructose zwar das Leberglykogen wieder aufbauen kann, aber kaum zum Muskelglykogen beitragen kann, weil sie fast nur in der Leber verstoffwechselt wird. Daher frage ich mich, ob das auch bei mir der Fall sein könnte, dass meine Glykogenspeicher immer leicht untergefüllt sind, weil ich Sport mache, weil ich immer viel denken muss, weil ich durch Kraftsport noch mehr Muskeln aufgebaut habe und dadurch theoretisch noch mehr Glykogen einlagern könnte. Weil ich auch eher Obst esse als viel Stärke und weil ich irgendwie immer noch nicht glauben kann, dass man von Glucose kein neues Fett synthetisiert obwohl Barnard, McDougall und auch Lustig dazu Studien vorlegen. Und auch, weil der 08/15 Rohköstler einfach kaum Stärke isst sondern seine Kalorien entweder aus Frucotse (Obst) oder Fett (Nüsse, Samen, Öle) bezieht.

Durianrider und Freelee haben von ein paar Jahren mal das Wort „undercarbed“ in die Runde geworfen. Das ist natürlich ein Blödsinnswort, weil das Wort „carb“ nichts weiter aussagt als „Kohlenhydrate“. Kohlenhydrate werden aber alle völlig unterschiedlich verstoffwechselt und es gibt auch eigentlich nur 3. Fructose, Glucose und Galaktose. Sowie Kombinationen aus diesen 3. Galaktose und Fructose müssen in der Leber zu Glucose umgewandelt werden, damit der Körper was mit ihnen anfangen kann. Haushaltszucker, Honig und quasi auch Obst besteht aus Glucose und Fructose, Milchzucker besteht aus Galaktose und Glucose und Stärke besteht aus Glucose und Glucose und ist daher für alle Zellen des Körper als Energie sofort verfügbar und wenn überhaupt könnte es sein dass man „understarched“ ist oder "underglucosed", aber nicht „undercarbed“

So und was wollte ich noch erzählen? Ach ja, nichts, ich wollte McDougall selber erzählen lassen, was man machen soll. Dauert nur 2 Minuten:



Ich halbe also gestern meinen Tellere mittags und abends zur Hälfte mit Stärke zur Hälfte mit Gemüse gefüllt. Mittags mit rohem, abends mit gedünstetem und ich bezweifele ob diese Menge an Gemüse ausreicht um alle Mineralstoffe und Vitamine zu bekommen. Ich werde es heute aber mal genauestens beobachten. Und ich hab beide Male die Yummy-Sauce verwendet was zur Folge hatte, dass ich gestern tatsächlich kein Salz gegessen habe. Ich habe es mir explizit erlaubt auf dem Teller nach zu salzen, hatte aber kein Bedürfnis danach. Jetzt frage ich mich: Gibt es noch mehr Rezepte da draußen die ohne Salz sind, die auch Leuten, die Salz gewohnt sind gut schmecken? Ich will mich da mal umschauen, was es noch so gibt...

Menü des Tages am 14. Juni

2 Grüntee
Kapsel Carnitin
(ich hatte erstmals früh morgens keinen Hunger und habe den Frischkornbrei erst auf der Arbeit gegessen)

Frischkornbrei aus Nakthafer, Banane, Sunwarrior Vanille, 5 g Sonnenblumenkerne, 3 g Chia, Himbeeren

1 Grüntee
Brot mit Senf, Veggi Filata und Gurke

Vollkornreis mit Salat, Paprika, Tomate, Möhre und Zwiebel, dazu Yummy-Sauce
1 Banane

4 Scheiben Vollkornbrot mit Cashewmus und Banane

Spinat, Knoblauch, Paprika, Aubergine, Tomate: gedünstet dazu Vollkornreis und Yummy-Sauce


½ Banane

Ich hab auch nach herzhaften, stärkehaltigen Mahlzeiten noch Lust auf Dessert gehabt und daher gab's ne Banane. Ne halbe reichte auch. Ich weiß nicht ob ich jemals in der Lage sein werde nur 2 Stück Obst am Tag zu essen und ich weiß auch nicht ob das erstrebenswert ist. Das wäre auf jeden Fall die letzte von McDougalls Regeln, die ich umsetzten würde. Wenn man Lust auf was Süßes hat, muss man was Süßes essen und zwar am besten frisches Obst.

Ich zähle heue also mal ein paar Nährstoffe mit und ich bin gespannt, wie ich mich heute beim Joggen fühle. McDougall sagt bei Ausdauersport verbrennt man jeweils die Hälfte Fett und Kohlenhydrate. Je intensiver das Training wird, desto mehr greift der Körper auf seine Glykogenreserven statt auf seine Fettreserven zurück. Wenn bei mir zu McDougall dann in zwei Wochen noch das Marathontraining hinzu kommt, könnte es spannend werden.

Alles Liebe,

Silke




Donnerstag, 12. Juni 2014

Kohlenhydrate als Verschwörungstheorie oder Die Dummheit der LowCarber



Wer absolut gar keine Ahnung von Biochemie oder Medizin hat hält die Ernährungsempfehlungen der DGE, einen Großteil seiner Energie aus Kohlenhydraten zu gewinnen, für eine Verschwörung der Regierung, habe ich kürzlich erfahren.

Ich weiß ziemlich gut, wer in den USA die LowCarb Gurus sind, aber was in Deutschland so passiert geht mir ziemlich ab, bis eine Facebookfreundin von mir einen Link postete zum Blog eines LowCarb Gurus, der sage und schreibe 6 Bücher zu dem Thema veröffentlicht hat und der betitelt ist mir „Kohlenhydratmast – ist sie politisch gewollt! Eine richtige These stellt der Autor Patric Heizmann darin nicht mal auf, sondern kritisiert, dass sich die DGE zu 70% aus Staatsmitteln finanziert, dass es um Arbeitsplätze und Wählerstimmen ginge, dass das Volk billig ernährt werden solle und zudem sediert das Maul halten soll, damit es nichts hinterfragt.

Was Herr Heizmann nicht in der Lage ist zu beachten ist hingegen wie groß der volkswirtschaftliche Schaden ist, den Menschen, die krank sind, verursachen. Wenn der Staat an irgendetwas absolut kein Interesse hat, dann sind das kranke Menschen (was man tatsächlich von der Pharmaindustrie nicht behaupten kann). Bereits im 2. Semester wird Medizinische Soziologie unterrichtet, wo es um das Gesundheitssystem und den Staat geht. Kranke Menschen gehen nicht arbeiten, zahlen keine Steuern, kosten den Unternehmer Geld, schröpfen die Krankenkassen und der Bund muss mit einem Gesundheitsfond nachlegen, die Unternehmen erwirtschaften keinen Gewinn, zahlen ebenfalls weniger Steuern, können auch weniger investieren, weniger Arbeitsplätze schaffen, kranke Menschen gehen in Frührente, Renten wollen bezahlt werden. Dem Staat nützt das Ganze also nichts, daher ist ihm sehr daran gelegen, dass die Menschen  gesund und damit arbeitsfähig bleiben. Bei jeder Krankheit, die unterrichtet wird, wird auch der volkwirtschaftliche Schaden erwähnt, der natürlich mit dem Leid der Menschen nicht konkurieren kann.

Nicht nur hat Herr Heizmann aber keine Ahnung von Volkswirtschaft, er hat auch absolut keine Ahnung von Biochemie oder Medizin. Nur, weil man das Wort Insulin kennt und etwas über die Spätfolgen von Diabetes weiß, kann man nicht die Behauptung aufstellen, dass "Kohlenhydrate" schlecht seien. Über Weißmehl und Zucker will ich gar nicht streiten, aber das empfiehlt die DGE auch gar nicht, sondern vollwertige Kohlenhydrate. Offensichtlich hat Herr Heizmann auch noch nicht bei sich oder auch bei Patienten Blutzucker gemessen, so wie ich letztes Jahr im Pflegepraktikum im Krankenhaus. Mein Blutzuckerspiegel ist nach einem morgendlichen Frischkornbrei vielleicht 10 Punkte über meinem Nüchternblutzucker. Wenn jedoch Weißmehlbrötchen mit Marmelade und Butter esse ist er 40 Punkte über dem Nüchternwert. Hier habe hier darüber geschrieben.

Und wenn er auch weiß, wie man das Wort Insulin schreibt, so weiß er doch sonst überhaupt gar nichts darüber. Insulin hat eine Halbwertzeit von nur 5 Minuten. Es muss also superschnell arbeiten um die Glucose in die Zellen zu schaffen, denn nach 5 Minuten sind die Hälfte der Insulinmoleküle bereits Schrott. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, was passiert, wenn das Insulin auf insulinresistente Zellen trifft, Zellen, die zu wenig Rezeptoren haben, an die es nicht andocken kann. Es scheitert dabei die Glucose an die Zelle zu übergeben, aber weil es bereits nach 5 Minuten zur Hälfte kaputt ist, muss die Bauchspeicheldrüse neues Insulin produzieren so lange wie noch Glucose in Blut ist und das führt zum Pankreas-Burnout und zu Diabetes.

Ursächlich für die Insulinresistenz ist aber zu viel Fett in der Nahrung. Sogar Dr. Lustig erwähnt das in Sugar – The bitter Truth in einem Nebensatz so mal ganz nebenbei. Es ist nicht auf Barnards Mist gewachsen. Lustig wird auch häufig von der LowCarb Szene als Referenz ran gezogen, aber nichts wäre weiter von der Wahrheit entfernt, denn er ist gegen eine Ernährung mit viel Fett und viel Fructose, aber nicht für eine LowCarb Ernährung. Im Krankenhaus auf der Diabetesstation kann man beobachten, dass die Insulinresistenz sofort weniger wird, wenn der Patient kein Fett mehr zu essen bekommt und deshalb wird das Diabetikern geraten. Nicht als Verschwörung!

Na, und dann gibt es da ja zwei Varianten von LowCarb. Die ketogene und die nicht-ketogene. Damit der Körper in Ketose, in einen Hungerzustand kommt in dem er Ketonkörper produziert,  muss man weniger 50 g KHD am Tag essen. Ketonkörper übersäuern den Organismus und führen zu Osteoporose und vielen anderen Zipperlein, aber diese Variante ist dennoch wahrscheinlich gesünder, weil die Ketonkörper aus Speicherfett und Nahrungsfett gebildet werden und damit Fett nicht im Blutkreislauf landet und dort die Gefäße verstopfen. Das Gehirn kann Energie aus Ketonkörpern gewinnen und damit ist der Körper versorgt. Mein nicht-Milch-trinkender Biochemieprofessor machte aber klipp und klar deutlich, dass eine derartige Ernährung, die den Hungerzustand verursacht, auf die Dauer nicht gut ist.

Die andere Variante von LowCarb ist normal LowCarb ohne Ketose. Diese Ernährung führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und daran gibt es nichts zu deuten. Zu viel Fructose macht aber das selber, jedoch ist Herr Heizmann nicht in der Lage zwischen Kohlenhydraten zu differenzieren.

Was er auch noch kritisiert ist das Fettsäureverhältnis von Getreide. Er geht davon aus, dass zu viel Getreide zu essen, dass Omega 3:6 Fettsäureverhältnis ungünstig beeinflusst. Getreide hat aber nur 10% Fett und wenn ich auch nur 1 TL Leinsamen und 500 g Getreide esse, ist das Verhältnis noch im optimalen Bereich. Wer viel Pflanzenölund Nüsse isst beeinflusst es ungünstig. Getreide schadet aber wirklich dem Fettsäureverhältnis von Kühen, wenn man sie damit füttert statt mit Gras. Grasgefüttertes Vieh enthält in seinem Fleisch auch essentielle Omega 3 Fettsäuren. Kraftfuttergefüttertes Vieh nicht. Wenn man das Fleisch allerdings über 130°C erhitzt werden diese Omega-3-Fettsäuren zu Transfettsäuren und man bekommt wieder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Yo, und dann bezieht sich Herr Heizmann auf Bücher von zwei Ökotrophologen, Nicolai Worms, Autor von Syndrom X, der sich mittlwerweile von dieser LowCarb Variante abgewandt hat und von Ernährungsmedizinern wohl kritisiert wird, so Wikipedia und Ulrike Gonder, über die Wikipedia nicht viel zu sagen weiß. Ich meine, wenn ich Bücher lese von Leuten, die selber weder Biochemie noch Medizin studiert haben (ich weiß nicht wie tiefgreifend sich Ökotropholgen mit Biochemie beschäftigen müssen) selber aber null Hintergrundwissen habe, dann muss ich das als Verschwörung ansehen, oder?

Ich hab auch Herrn Heizmann in Wikipedia gefunden. Sportmanagement hat er studiert und er ist Fitnesstrainer. Warum erlaubt es der Staat, dass solche Bücher überhaupt verkauft werden dürfen, wenn dadurch immenser Schäden für die Volkswirtschaft entstehen? Nachteile der Meinungsfreiheit...

Menschen wie T.Colin Campbell dürfen Bücher schreiben. Menschen, die Biochemie studiert haben, die in der Forschung aktiv waren, die jahrzehntelang Biochemie an der anerkannten Cornell Universität unterrichtet haben und die mittlerweile 80 Jahre alt sind und richtig viel Erfahrung haben.

Wenn ich sowas lese denke ich wieder, dass LowCarb dumm macht. Jedenfalls nicht-ketogenes LowCarb. Man hat keine Nahrung für sein Gehirn, keine Glucose, und wenn man das über Jahre macht, wird man saublöd dabei. Ne andere Erklärung habe ich nicht.

Abnehmen tut man davon, ja, Wasser vor allem. Außerdem weigert sich der Instinkt bei Fett- und Eiweißmast Unmengen zu konsumieren, weil sie krank macht, daher isst man weniger Kalorien. Man stirbt aber an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Michel Montignac und Dr. Robert Atkins.

Menü des Tages am 11. Juni 2014

Frischkornbrei aus Hafer, Banane, Sunwarrior Vanille, Trauben, Sonnenblumenkerne, 1 g Leinöl, ½ Apfel, 1 Möhre

Vollkornbrot mit Senf und Veggi Filata
1 ramponiertes Stück Himbeer-Boden im Bioladen

Schwarzer Quinoa mit Yummy-Sauce
125 g gemischter grüner Salat
1 Riegel Lovechock

1 Banane
1 Rippe Pacari Raw Schokolade

Salat aus Spinat, Tomate, schwarzen Quinoa, Frühlingszwiebel, Hummus-Orangen-Dressing


2 TL Reissirup
Lammsbräu Blond

Ich hab gekochten Quinoa und Yummy-Sauce mit in den Bioladen genommen, hab beides zusammen gerührt und dazu ne Packung Salat leer gemacht und es war tatsächlich lecker. Es gibt also offenbar Tricks mit denen man an Essen Geschmack bringen kann ohne zu salzen. Chef AJ sagt
man müsse dazu wohl eine saure Komponente in das Essen geben, wie in diesem Fall Zitrone, aber ich glaube in der Yummy-Sauce ist auch entscheident, dass noch 3 Datteln drin sind. Man kann Salz auch durch süß ersetzen. Nur leider geht das nicht in allen Fällen.

Darüber hinaus frage ich mich, ob ich vielleicht zu geringe Glykogenspeicher habe. Ich habe nach jedem herzhaften Essen noch Lust auf was Süßes. Ich frage mich, ob das auch so wäre, wenn ich mich an Stärke satt essen würde, was ich ja quasi ewig nicht mehr gemacht habe. Naja, beim Sushi essen vielleicht oder in meiner Kartoffelphase vor 3 Jahren oder wenn ich in meiner Rohkostzeit mal Vollkornpasta in Ausnahmefällen gegessen habe. Ich habe aber auch meine Glykogenspeicher immer geleert. Durch Fasten, durch Joggen, durch Abitur machen und Medizin studieren und grundsätzlich limitiere ich Stärke sowieso, weil sie sehr schnell sehr viele Kalorien drauf packt. Ich versucht immer durch Gemüse satt zu werden. Ist der Name Starch Solution vielleicht noch mehr angebracht, als ich bisher wahr genommen habe? Geht das überhaupt, zu wenig Glykogen zu haben? Mein Instinkt jedenfalls findet bei Kohlenhydrate, inklusive Ethanol, jedenfalls nur schwer ein Ende. Gibt es da einen Zusammenhang?

Alles Liebe,

Silke 

Dienstag, 10. Juni 2014

Diet Wars



Nachdem mich McDougalls Buch ziemlich fasziniert hat, wollte ich ein bisschen mehr über ihn erfahren und hab seinen Namen einfach mal in YouTube eingegeben, YouTube ist, ähnlich wie ein Tarot, ziemlich gut in der Lage genau das Video raus zu suchen, was man gerade jetzt sehen muss.;-) So ist das nicht nur bei Abraham-Videos sondern auch bei Ernährungsvideos. Oder es liegt an mir, weil ich offen für dieses Prinzip bin!;-)))



Diet Wars tat sich mir auf und der Titel klang interessant genug um es sich an zu schauen. Ich wurde nicht enttäuscht. McDougall liefert haufenweise anthropologische Argumente, warum der Mensch seit locker
100 000 Jahren bereits gekochte Stärke isst. Dass man ursprünglich immer annahm, dass die Urmenschen nur von Fleisch gelebt haben sei hauptsächlich darauf zurück zu führen, dass Archäologen an Fundstellen halt nur Knochen von Tieren mit Kratzspuren von Werkzeugen gefunden hätten aber selbstredend z.B. keine Orangenschalen oder andere Reste von pflanzlicher Nahrung. Denn die werden ja biologisch abgebaut und hinterlasseen demnach keine Rückstände.

Mit dem Mikroskop hat man aber später dann an den Zähnen der Überreste der Urmenschen Amyloplasten gefunden die darauf schließen lassen, dass der Urmensch sich hauptsächlich von Pflanzen und da sogar von Stärke ernährt habe und nur in geringer Menge von Fleisch, was natürlich auch den Vorteil hat, dass man Stärke über Tage hinweg lagern und damit Vorräte schaffen kann. Nur von Fleisch zu leben sei viel zu riskant, weil man ja gar nicht weiß, ob man welches erbeuten kann. Klar, auch das kann man trocknen oder in Salz einlegen um es haltbar zu mache, aber Stärke funktioniert da doch um Längen besser. So gut, dass die EU-Regierung derzeit überlegt das Mindesthaltbarkeitsdatum von Stärkeprodukten wie Nudeln und Reis komplett ab zu schaffen.

Weitergehende Argumente, die McDougall, jetzt mal völlig unabhängig von allen medizinischen Vorzügen, liefert sind die Tatsachen, dass man mit einer auf Fleisch basierenden Ernährungsweise nur 1/10 der Weltbevölkerung ernähren könnte und stellt seinen Zuhörern die Aufgabe von 10 ihrer Angehörigen, Freunde und Bekannten 9 aus zu wählen, die zugunsten einer fleischbasierten Ernährung sterben sollten. Das ist selbstredend ironisch gemeint, aber so ist es. Selbst wenn Fleisch gesund wäre, wie LowCarb Gurus behaupten, könnte nicht die gesamte Weltbevölkerung damit satt gemacht werden. Eine weitere Katastrophe für die Weltbevölkerung und die Zukunft des Planeten sind die Treibhausgase, die besonders durch die Rinderhaltung entstehen. 50% alleine durch Gase aus Rinderdärmen. Das ist weitaus mehr als Autoabgase und sind total vermeidbar.

Auch faszinierend fand ich, dass auch McDougall sagt, dass das alles ja gar nicht neu sei. Auch ihm ist das alles nicht von selbst eingefallen, sondern auch er hat seine Vorbilder. Neben Nathan Pritikin,  Dr. Richard Atkins' seinerzeit größten Gegner, erwähnt er einen Arzt namens Walter Kempner. Ein 1903 geborener deutscher Arzt, der 1935 vor den Nazis in die Staaten floh und bereits in den 40er-60er Jahren zivilisationskranke Menschen mit einer Ernährung die hauptsächlich auf Reis basierte, und dazu noch weißem Reis, heilte. Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht etc. verschwanden bei einer rein auf Kohlenhydraten basierten, pflanzlichen Kost. Über seine Reisdiät gibt es ein Buch zu kaufen, auf das McDougall sich bezieht.Walter Kempner and the Rice Diet. Dr. Kempner starb 1997. Wer es schafft 95 Jahre auf diesem Planeten zu verbringen muss irgendwas richtig machen.

Und weil es hier um Ernährungskriege geht, kümmert sich McDougall nicht nur um den Krieg zwischen HighCarb und LowCarb sondern auch um den Krieg innerhalb der pflanzlichern Ernährungsbewegung und ruft dazu auf, sich doch auf das zu konzentrieren was verbindend ist und nicht auf das was trennt. Barnard zum Beispiel ist strikt für eine vegane Kost, weil Barnard auch ein ethisch motivierter Pflanzenbefürworter ist, Fuhrman erlaubt zum Abnehmen nur ½ Tasse Stärke, was McDougall widerspricht. Esselstyn befürwortet maximal 10% Fett, was Barnard nicht so wichtig ist, so lange man grundsätzlich wenig Fett verzehrt. Außerdem ist Esselstyn strikt gegen Salz, weil seine Patienten herz-kreislauf-krank sind und meistens einen hohen Blutdruck haben, den der Salzverzicht bessern kann.

Schlussendlich sollte man sich darüber aber wirklich nicht streiten, denn die verbindenden Elemente sind einfach größer als das was trennt. Und es kommt auch darauf an wo man selber steht. Welche Krankheit man hat, wie alt man ist, welche Ernährungsgewohnheiten man hat und was einem schwer oder leicht fällt umzusetzen. Ob man dick oder normalgewichtig ist und auch darauf, was für Gene man hat. Ob man überhaupt vegan leben möchte oder einen kleinen Anteil tierischer Produkte beibehalten will. Ein gesunder Mensch, so denke ich, wird auch von den Ernährungsempfehlungen der DGE nicht krank. Die meisten Menschen ernähren sich aber wesentlich schlechter als DGE.

Und ein Kommentar erreichte mich dann gestern auch in dem es hieß, dass McDougall in seinem Buch The Starch Solution wohl sag,t man könne ruhig Salz essen, denn ohne würde man eine derartige Ernährung nicht aushalten. Ich hab The Starch Solution nicht gelesen, weiß auch nicht, ob das ein Abnehmbuch ist oder eines was sich mit gesunder Ernährung beschäftigt. Pauschal ist McDougall nicht gegen Salz, anders als Esselstyn, aber er empfiehlt, erst wenn das Essen auf dem Teller ist, damit zu würzen, weil das für den Geschmack ausreiche. Damit zu Kochen bringt das Essen dazu alles Salz aufzusaugen. Für die Geschmacksknospen reiche es aber, wenn es an der Oberfläche des Essens sei. Und ich kann, aus eigener Erfahrung durchaus nachvollziehen, dass Salz den Appetit anregt.

Na, und natürlich muss auch niemand maximal abnehmen. Der gesunde BMI geht von 19 bis 25, was für eine Person von 1,69 m Größe, wie mich, bedeutet alles zwischen 55 kg und 70 kg ist kein erhöhtes Krankheitsrisiko. Wer sich so gefällt hat allen medizinischen Segen ein derartiges Gewicht zu haben. Aber Sinn macht es schon, was Dr. Douglas Lisle und ebenso McDougall für maximalen  Gewichtsverlust derlegen: Die Nahrung sollte möglichst unverarbeitet und möglichst fettarm sein, damit auch Menschen, deren Gene weniger gut mit Zivilisationsnahrung umgehen können, ein normales Körpergewicht haben, denn das haben wildlebende Tiere, die ihre angestammte Nahrung essen, auch. Und wenn sie in Nahrungsüberfluss leben essen sie nicht etwa mehr, sondern sie pflanzen sich mehr fort.

Dr. Lisle erzählt ein Beispiel einer Frau, die er betreute, die unter seiner Anleitung sehr viel Gewicht abnahm. Irgendwann erreichte sie ein Plateau und es ging nichts mehr. Daraufhin riet er ihr, wenn auch nur testweise, komplett auf Nüsse, Avocados, Soja, Pasta und Brot zu verzichten und nur fettarme, unverabreitete, pflanzliche Nahrung zu essen. Daraufhin nahm sie weiter ab, bis ihre Kinder sagten, sie sei zu dünn. Sie rief also wieder bei Dr. Lisle an und erkundigte sich nach seinem Rat. Er erlaubte ihr also wieder Pasta, Nüsse, Soja und Co. zu intergrieren bis zu dem Grad, dass sie ein Gewicht halten konnte, bei dem sie sich wohl fühlt. Man kann also jede weitestgehend pflanzliche Kost so anpassen, wie man es möchte. Mit manchmal tierischen Produkten, mit mehr oder weniger Fett, mit Salz oder ohne, aber es muss weitestgehend pflanzliche und vollwertig sein, sonst kriegt man nicht genug Vitamine und Mineralstoffe und das ist der Grund, warum auch die DGE Vollkorngetreide und Obst und Gemüse empfiehlt.

Menü des Tages am 9. Juni 2014

Frischkornbrei aus Nakthafer, Banane, Apfel, Chia, Sonnenblumenkerne, Hanfprotein, Möhre, Reissirup, Himbeeren, Zimt


2 Grüntee

2 Bananen
1 Kapsel Carnittin
Rest Brokkoli mit Kartoffeln und Crema di Balsamico


2 Kugeln Schokoladeneis


3 Rippen Pacari Spirulina

Salat aus Blattsalat, Schnittlauch, Paprika, Crema di Balsamico
Pilze mit Sojasauce und Knoblauch


Scheibe Brot mit Cashewmus und Banane

3 Rippen Pacari Spirulinaschoko
Vollkornbrot mit Cashewmus und Banane
6 Möhren mit Yummy-Sauce


Vollkornnudeln mit Spinat, Zwiebelpulver, Chili, Limettensaft, Crema di Balsamico und etwas Salz



Ich hab zumindest für die Hauptmahlzeiten mal McDougall im Hinterkopf gehabt, einen salzfreien, fast fettfreien Dip gemacht und grundsätzlich das Fett im Auge behalten. Aber ich habe auch das gegessen worauf ich Lust hatte und was ich im Haus hatte. Schokoladeneis war jedenfalls großartig gestern bei 33°C. Ich bin bei 2600 kcal gelandet, habe aber auch 660 beim Joggenverbrannt und war sehr erstaunt über meine Nährstoffbilanz.

Mit den Aminosäuren Methionin und Lysin, die ja hauptsächlich in Fleich zugegen sind, war ich gestern mal nicht am unteren Ende sondern gut mit dabei. Methionin lag bei 1,2 mg, Minimum ist bei meinem Gewicht 0,9 mg und Lysin war 4,2 mg. 2,8 mg sollten es schätzungsweise sein. Lysin klappt eigentlich aber immer ganz gut bei mir, aber Methionin ist echt nicht ganz einfach.

Worauf ich hinaus will ist auch eigentlich nur, dass alle Nährstoffe in Pflanzen sind und dass Glucose tatsächlich die beste Energiequelle für alle Zellen ist und hauptsächlich durch Spinat war sogar mein Vitamin E ganz vorne mit dabei. Wobei man bei Spinat natürlich skeptisch sein muss, weil das viele Eisen, was er enthält durch seine Oxalsäure nicht ausreichend aufgenommen wird.
Interessante Erfahrung, jedenfalls...

Alles Liebe,

Silke