Mittwoch, 4. Juni 2014

Carnitin


Ich war letzte Woche Donnerstag mit einem Kommilitonen zum Lernen verabredet und wir sind alte Klausurfragen durchgegangen. Unter anderem folgende:
 „Warum gibt man Menschen welche an Muskeldystrophie leiden mitunter Carnitin-Präparate“
 Eine Frage, mit der ich mich in der Biochemie noch nicht auseinander gesetzt hatte aber die nur eine Antwort zu ließ, mit der ich mich auch noch nicht beschäftigt hatte: Carnitin wird gebraucht um Fettsäuren aus dem Zytosol in das innere des Mitochondriums, dem Kraftwerk der Zelle, zu bringen wo sie verbrannt werden. Ohne Carnitin kann die Zelle keine Energie aus Fettsäuren gewinnen und wenn sie keine Energie hat, kann sie nicht arbeiten. Im Falle eine Muskelzelle degeneriert diese und der Muskel wird schwächer. Muskeldystrophie...Wobei natürlich andererseits der Muskel auch ganz fantastisch Energie aus Kohlenhydraten gewinnen kann und sich auch kein einziger Muskel von selber aufbaut nur weil man Carnitin isst. Dazu muss man auch Sport treiben!

Jedenfalls war ich vom Carnitin dann angefixt. Als ich mit dem Joggen anfing und dem Rauchen aufhörte, vor 6-7 Jahren, hat mir eine Arbeitskollegin mal empfohlen Carnitin zu nehmen weil es den Fettabbau ankurbeln soll. Das hab ich gemacht aber nichts großes beobachten können. Ich hatte aber auch keine Waage, habe keine Kalorien gezählt oder sonst irgendwas. Letzten Freitag habe ich mir dann aber wieder eine Packung Carnitin gekauft und es recherchiert.

Carnitin ist an und für sich in pflanzlicher Kost kaum drin, der Name leitet sich vom lateinisch/italienischen „Carne“für Fleisch ab. Der Körper kann es aber selber herstellen und zwar aus den Aminosäuren Lysin und Methionin, die wiederum in pflanzlicher Kost auch nicht allzu reichlich vor kommen. Ich bin bei beiden Aminosäuren in meiner Ernährung immer an der Untergrenze und das sogar mit Sunwarrior zusätzlich. Für die Herstellung von Carnitin aus den beiden Aminosäuren braucht der Körper zudem Eisen, Vitamin C, Vitamin B 6 und Niacin (B3). Das einzige womit sich hier so mancher Pflanzenesser schwer tut könnte das Eisen sein, wenn man nicht genug Grünes isst.

Und dann wiederum wird auch noch schwer diskutiert, ob Carnitin überhaupt einen Effekt hat. Der Vegetarierbund hat einen Bericht von zwei Ökotrophologen veröffentlicht die auf Studien verweisen, die schon relativ alt sind, dass Carnitin nachweislich nicht die Fettverbrennung ankurbele und es auch bei Vegetariern nur zu einem Mangel kommen könnte, wenn sie sich unausgewogen ernähren (was ja viele durchaus tun) Auch Wikipedia war unterschiedlicher Meinung. Zum einen werden auch da die selben Studien geschildert, dass zusätzliche Carnitingaben sich positiv auf die Fettverbrennung auswirkten, dann aber auch, dass die Uni Leipzig 2002 nachgewiesen habe, dass Carnitin die Fettverbrennung steigern würde. Die Uni Rostock hat diese Ergebnisse zwischenzeitlich bestätigt und eine gewisse Carolin Griesheim hat darüber 2007 in Rostock ihre Dissertation geschrieben.

Weitere Recherchen führten jedoch auch dazu, dass ich im Spiegel 2013 gelesen habe, dass Carnitin mit einer der Faktoren in Fleisch sein könnte, der zu Arteriosklerose führt. Hier ist aber noch absolut gar nichts bewiesen.

Aber jetzt mal völlig weg von all den Studien und hin zu mir: Ich konnte ganz klar eine Leistungssteigerung beim Joggen feststellen. Ich war schneller, fühlte mich energiegeladener und hatte so richtig Lust mich aus zu powern und das war ein echt gutes Gefühl. Carnitin soll vom Körper nicht verbraucht, sondern immer wieder verwendet und regeneriert werden. Ich jedoch esse seit 25 Jahren kein Fleisch und damit auch kein Carnitin mal abgesehen von der Supplementierung vor 6-7 Jahren. Zusätzlich ist in diesem Nahrungergänzungsmittel aber auch Magnesium drin, was vielleicht auch ein Faktor ist. Das Carnitin von DM ist auch nicht vegan, weil es in Gelatinekapseln untergebracht ist, aber veganes L-Carnitin gibt es bei Vegan Wonderland.

Ich konnte zudem feststellen, dass ich mich länger energiegeladen fühle und auch am Montag, wo ich von 6-8 Uhr im Bioladen war, dann von 8 bist 16 Uhr in der Uni und von 16 bist 20 Uhr wieder im Bioladen, mich auch abends noch kraftvoll gefühlt habe. Vielleicht verbessert es wirklich meinen Fettstoffwechsel, vielleicht greift der Körper früher auf Fettreserven zurück und verlässt sich nicht nur auf Glykogen und Nahrung. Vielleicht ist das aber auch nur eine Initialzündung und die Wirkung lässt nach und vielleicht führt L-Carnitin tatsächlich zu Arteriosklerose.

Ich bin ja grundsätzlich gegen das supplementieren und vielleicht sollte ich meine tägliche Eiweißdosis erhöhen um auch wirklich ausreichend Methionin und Lysin zu mir zu nehmen und selber die passende Menge L-Carnitin zu bilden, die dann nicht zu Arteriosklerose führt, weil ich die passende Menge selbst synthetisiere. Ebenso wie beim Cholesterin. Aber diese Packung esse ich jetzt noch leer und beobachte was passiert. Muss ja noch nen Marathon laufen dieses Jahr...

Menü des Tages am 3. Juni

Frischkornbrei aus Sprießkornhafer, Sunwarrior Vanille, Zimt, Apfel, Banane, Chia, Möhre, Paranuss, Sonnenblumenkerne, Himbeeren


3 Grüntee
1 Kochbanane

Dinkel-Roggen-Gold mit Oliventapenade, Veggi Filata und Paprika
3 St. Bitterschokolade
5 Amaranth-Mais-Waffeln
1 Möhre

Mensasalat mit 2 Scheiben Weißbrot

2 St. Bitterschokolade

Gemüsepfanne aus Lauch, Champignons, Erbsen, Möhren, Tomate, Zucchini, Thai Chili Paste, Kartoffeln, Salz, Pfeffer, Oliventapenade, Sojacuisin, Blattsalat, Veggi Filata Käse



2 Kugeln Choco Cookie „Das Eis“



Die Gemüsepfanne war der Hammer. Zusammengeschüttete Reste im Wok so voll gemacht, dass ich für heute auch noch was zum Mitnehmen habe und trotzdem ein absoluter Hochgenuss an den kein einziges Fertiggericht jemals ran kommt.

Im Newsletter gibt es heute Quinoa-Apfel-Salat


und das Angebot der Woche ist das Hanf-Protein von Naturya: 13,30 € statt 14,80 €.

Alles Liebe,

Silke




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