Donnerstag, 12. Juni 2014

Kohlenhydrate als Verschwörungstheorie oder Die Dummheit der LowCarber



Wer absolut gar keine Ahnung von Biochemie oder Medizin hat hält die Ernährungsempfehlungen der DGE, einen Großteil seiner Energie aus Kohlenhydraten zu gewinnen, für eine Verschwörung der Regierung, habe ich kürzlich erfahren.

Ich weiß ziemlich gut, wer in den USA die LowCarb Gurus sind, aber was in Deutschland so passiert geht mir ziemlich ab, bis eine Facebookfreundin von mir einen Link postete zum Blog eines LowCarb Gurus, der sage und schreibe 6 Bücher zu dem Thema veröffentlicht hat und der betitelt ist mir „Kohlenhydratmast – ist sie politisch gewollt! Eine richtige These stellt der Autor Patric Heizmann darin nicht mal auf, sondern kritisiert, dass sich die DGE zu 70% aus Staatsmitteln finanziert, dass es um Arbeitsplätze und Wählerstimmen ginge, dass das Volk billig ernährt werden solle und zudem sediert das Maul halten soll, damit es nichts hinterfragt.

Was Herr Heizmann nicht in der Lage ist zu beachten ist hingegen wie groß der volkswirtschaftliche Schaden ist, den Menschen, die krank sind, verursachen. Wenn der Staat an irgendetwas absolut kein Interesse hat, dann sind das kranke Menschen (was man tatsächlich von der Pharmaindustrie nicht behaupten kann). Bereits im 2. Semester wird Medizinische Soziologie unterrichtet, wo es um das Gesundheitssystem und den Staat geht. Kranke Menschen gehen nicht arbeiten, zahlen keine Steuern, kosten den Unternehmer Geld, schröpfen die Krankenkassen und der Bund muss mit einem Gesundheitsfond nachlegen, die Unternehmen erwirtschaften keinen Gewinn, zahlen ebenfalls weniger Steuern, können auch weniger investieren, weniger Arbeitsplätze schaffen, kranke Menschen gehen in Frührente, Renten wollen bezahlt werden. Dem Staat nützt das Ganze also nichts, daher ist ihm sehr daran gelegen, dass die Menschen  gesund und damit arbeitsfähig bleiben. Bei jeder Krankheit, die unterrichtet wird, wird auch der volkwirtschaftliche Schaden erwähnt, der natürlich mit dem Leid der Menschen nicht konkurieren kann.

Nicht nur hat Herr Heizmann aber keine Ahnung von Volkswirtschaft, er hat auch absolut keine Ahnung von Biochemie oder Medizin. Nur, weil man das Wort Insulin kennt und etwas über die Spätfolgen von Diabetes weiß, kann man nicht die Behauptung aufstellen, dass "Kohlenhydrate" schlecht seien. Über Weißmehl und Zucker will ich gar nicht streiten, aber das empfiehlt die DGE auch gar nicht, sondern vollwertige Kohlenhydrate. Offensichtlich hat Herr Heizmann auch noch nicht bei sich oder auch bei Patienten Blutzucker gemessen, so wie ich letztes Jahr im Pflegepraktikum im Krankenhaus. Mein Blutzuckerspiegel ist nach einem morgendlichen Frischkornbrei vielleicht 10 Punkte über meinem Nüchternblutzucker. Wenn jedoch Weißmehlbrötchen mit Marmelade und Butter esse ist er 40 Punkte über dem Nüchternwert. Hier habe hier darüber geschrieben.

Und wenn er auch weiß, wie man das Wort Insulin schreibt, so weiß er doch sonst überhaupt gar nichts darüber. Insulin hat eine Halbwertzeit von nur 5 Minuten. Es muss also superschnell arbeiten um die Glucose in die Zellen zu schaffen, denn nach 5 Minuten sind die Hälfte der Insulinmoleküle bereits Schrott. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, was passiert, wenn das Insulin auf insulinresistente Zellen trifft, Zellen, die zu wenig Rezeptoren haben, an die es nicht andocken kann. Es scheitert dabei die Glucose an die Zelle zu übergeben, aber weil es bereits nach 5 Minuten zur Hälfte kaputt ist, muss die Bauchspeicheldrüse neues Insulin produzieren so lange wie noch Glucose in Blut ist und das führt zum Pankreas-Burnout und zu Diabetes.

Ursächlich für die Insulinresistenz ist aber zu viel Fett in der Nahrung. Sogar Dr. Lustig erwähnt das in Sugar – The bitter Truth in einem Nebensatz so mal ganz nebenbei. Es ist nicht auf Barnards Mist gewachsen. Lustig wird auch häufig von der LowCarb Szene als Referenz ran gezogen, aber nichts wäre weiter von der Wahrheit entfernt, denn er ist gegen eine Ernährung mit viel Fett und viel Fructose, aber nicht für eine LowCarb Ernährung. Im Krankenhaus auf der Diabetesstation kann man beobachten, dass die Insulinresistenz sofort weniger wird, wenn der Patient kein Fett mehr zu essen bekommt und deshalb wird das Diabetikern geraten. Nicht als Verschwörung!

Na, und dann gibt es da ja zwei Varianten von LowCarb. Die ketogene und die nicht-ketogene. Damit der Körper in Ketose, in einen Hungerzustand kommt in dem er Ketonkörper produziert,  muss man weniger 50 g KHD am Tag essen. Ketonkörper übersäuern den Organismus und führen zu Osteoporose und vielen anderen Zipperlein, aber diese Variante ist dennoch wahrscheinlich gesünder, weil die Ketonkörper aus Speicherfett und Nahrungsfett gebildet werden und damit Fett nicht im Blutkreislauf landet und dort die Gefäße verstopfen. Das Gehirn kann Energie aus Ketonkörpern gewinnen und damit ist der Körper versorgt. Mein nicht-Milch-trinkender Biochemieprofessor machte aber klipp und klar deutlich, dass eine derartige Ernährung, die den Hungerzustand verursacht, auf die Dauer nicht gut ist.

Die andere Variante von LowCarb ist normal LowCarb ohne Ketose. Diese Ernährung führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und daran gibt es nichts zu deuten. Zu viel Fructose macht aber das selber, jedoch ist Herr Heizmann nicht in der Lage zwischen Kohlenhydraten zu differenzieren.

Was er auch noch kritisiert ist das Fettsäureverhältnis von Getreide. Er geht davon aus, dass zu viel Getreide zu essen, dass Omega 3:6 Fettsäureverhältnis ungünstig beeinflusst. Getreide hat aber nur 10% Fett und wenn ich auch nur 1 TL Leinsamen und 500 g Getreide esse, ist das Verhältnis noch im optimalen Bereich. Wer viel Pflanzenölund Nüsse isst beeinflusst es ungünstig. Getreide schadet aber wirklich dem Fettsäureverhältnis von Kühen, wenn man sie damit füttert statt mit Gras. Grasgefüttertes Vieh enthält in seinem Fleisch auch essentielle Omega 3 Fettsäuren. Kraftfuttergefüttertes Vieh nicht. Wenn man das Fleisch allerdings über 130°C erhitzt werden diese Omega-3-Fettsäuren zu Transfettsäuren und man bekommt wieder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Yo, und dann bezieht sich Herr Heizmann auf Bücher von zwei Ökotrophologen, Nicolai Worms, Autor von Syndrom X, der sich mittlwerweile von dieser LowCarb Variante abgewandt hat und von Ernährungsmedizinern wohl kritisiert wird, so Wikipedia und Ulrike Gonder, über die Wikipedia nicht viel zu sagen weiß. Ich meine, wenn ich Bücher lese von Leuten, die selber weder Biochemie noch Medizin studiert haben (ich weiß nicht wie tiefgreifend sich Ökotropholgen mit Biochemie beschäftigen müssen) selber aber null Hintergrundwissen habe, dann muss ich das als Verschwörung ansehen, oder?

Ich hab auch Herrn Heizmann in Wikipedia gefunden. Sportmanagement hat er studiert und er ist Fitnesstrainer. Warum erlaubt es der Staat, dass solche Bücher überhaupt verkauft werden dürfen, wenn dadurch immenser Schäden für die Volkswirtschaft entstehen? Nachteile der Meinungsfreiheit...

Menschen wie T.Colin Campbell dürfen Bücher schreiben. Menschen, die Biochemie studiert haben, die in der Forschung aktiv waren, die jahrzehntelang Biochemie an der anerkannten Cornell Universität unterrichtet haben und die mittlerweile 80 Jahre alt sind und richtig viel Erfahrung haben.

Wenn ich sowas lese denke ich wieder, dass LowCarb dumm macht. Jedenfalls nicht-ketogenes LowCarb. Man hat keine Nahrung für sein Gehirn, keine Glucose, und wenn man das über Jahre macht, wird man saublöd dabei. Ne andere Erklärung habe ich nicht.

Abnehmen tut man davon, ja, Wasser vor allem. Außerdem weigert sich der Instinkt bei Fett- und Eiweißmast Unmengen zu konsumieren, weil sie krank macht, daher isst man weniger Kalorien. Man stirbt aber an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Michel Montignac und Dr. Robert Atkins.

Menü des Tages am 11. Juni 2014

Frischkornbrei aus Hafer, Banane, Sunwarrior Vanille, Trauben, Sonnenblumenkerne, 1 g Leinöl, ½ Apfel, 1 Möhre

Vollkornbrot mit Senf und Veggi Filata
1 ramponiertes Stück Himbeer-Boden im Bioladen

Schwarzer Quinoa mit Yummy-Sauce
125 g gemischter grüner Salat
1 Riegel Lovechock

1 Banane
1 Rippe Pacari Raw Schokolade

Salat aus Spinat, Tomate, schwarzen Quinoa, Frühlingszwiebel, Hummus-Orangen-Dressing


2 TL Reissirup
Lammsbräu Blond

Ich hab gekochten Quinoa und Yummy-Sauce mit in den Bioladen genommen, hab beides zusammen gerührt und dazu ne Packung Salat leer gemacht und es war tatsächlich lecker. Es gibt also offenbar Tricks mit denen man an Essen Geschmack bringen kann ohne zu salzen. Chef AJ sagt
man müsse dazu wohl eine saure Komponente in das Essen geben, wie in diesem Fall Zitrone, aber ich glaube in der Yummy-Sauce ist auch entscheident, dass noch 3 Datteln drin sind. Man kann Salz auch durch süß ersetzen. Nur leider geht das nicht in allen Fällen.

Darüber hinaus frage ich mich, ob ich vielleicht zu geringe Glykogenspeicher habe. Ich habe nach jedem herzhaften Essen noch Lust auf was Süßes. Ich frage mich, ob das auch so wäre, wenn ich mich an Stärke satt essen würde, was ich ja quasi ewig nicht mehr gemacht habe. Naja, beim Sushi essen vielleicht oder in meiner Kartoffelphase vor 3 Jahren oder wenn ich in meiner Rohkostzeit mal Vollkornpasta in Ausnahmefällen gegessen habe. Ich habe aber auch meine Glykogenspeicher immer geleert. Durch Fasten, durch Joggen, durch Abitur machen und Medizin studieren und grundsätzlich limitiere ich Stärke sowieso, weil sie sehr schnell sehr viele Kalorien drauf packt. Ich versucht immer durch Gemüse satt zu werden. Ist der Name Starch Solution vielleicht noch mehr angebracht, als ich bisher wahr genommen habe? Geht das überhaupt, zu wenig Glykogen zu haben? Mein Instinkt jedenfalls findet bei Kohlenhydrate, inklusive Ethanol, jedenfalls nur schwer ein Ende. Gibt es da einen Zusammenhang?

Alles Liebe,

Silke 

Kommentare:

  1. Ich bin stark am überlegen, Ernährungswissenschaften zu studieren und habe mich bei dir auch schon häufig gefragt, warum du dich wohl für Medizin statt dafür entschieden hast, da es dir ja vor allem um Ernährung geht. Nur in meiner Vorstellung besteht Ernährungswissenschaften hauptsächlich aus Biochemie, du zweifelst in diesem Text aber etwas daran. Aber ich denke, dass die Ernährungswissenschaftler wohl kaum über einen Kamm zu scheren sind, ebensowenig wie die Mediziner, Atkins hat schließlich auch Medizin studiert und kommt dennoch zu der Entscheidung, das mit den Kohlenhydraten, so gut es geht, sein zu lassen.

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  2. Weißt du etwas über die gesundheitlichen Auswirkungen von Siliziumdioxid?

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  3. Ernährungswissenschaftler dürfen von gesezteswegen keine Menschen heilen, also kranke Patienten betreuen. Sie dürfen nur Ernährungsberatung für Gesunde machen und das interessiert mich nicht bei all den Zivilisationskranken. Atkins hat 1940 oder so Medizin studiert. Da war noch nicht mal die DNA entdeckt!

    Ich weiß rein gar nichts über Siliziumdioxid.

    LG Silke

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  4. Liebe Silke, herzlichen Dank für diesen wunderbaren Artikel!

    Ich bin Wissenschaftlerin mit Leib und Seele. Grade in der heutigen Zeit taucht an jeder Ecke ein neuer Ernährungsguru mit neuer Diät auf. Egal ob es LowCarb oder Paläo oder wasauchimmer ist...

    Dein Artikel ist so wundervoll ehrlich und vor allem: Wahr.

    All diese ganzen Verschwörungstheorien bringen mich immer zu weißglut... Ich finde es klasse, dass du dir die Zeit genommen hast, das so alles niederzuschreiben und zu erklären.

    Ich wünsche dir alles, alles Gute für dein Medizinstudium! Ich bin sicher, dass du eine gute Ärztin wirst, und es sollten mehr Menschen wie du in die Medizin gehen!
    (Ich habe 3 Semester als Tutorin Mediziner-Erstis betreut, das war nicht immer schön ;) )

    Schreib bitte mehr solche Beiträge!

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  5. Bin ich froh, Deinen Blog gefunden zu haben. Da konnte schon manche meiner Fragen beantwortet werden, die sonst nicht oder nur kaum glaubwürdig behandelt wurde.
    Es ist echt spannend, wie du so deinen ganz speziellen Weg gehst.
    Ich finde es schon traurig, wie wenig Menschen und scheinbar auch Mediziner (wenn ich deine Berichte von der Diabetesstation lese) bereit sind, mal über Ihre Ernährung bzw. die der Patienten nachdenken. Da heißt es dann nur: Ne, auf xyz kann ich nicht verzichten.
    LG
    An.Na

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  6. Silke,

    die Lust auf etwas Süßes nach dem Essen kenne ich auch... Insulinresistenz macht sich so bemerkbar. Kannst Du prüfen: einfach mal ein Essen mit wenig Kohlehydraten essen.

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  7. Oh Gott, wo hast du denn den Blödsinn her????

    So macht sich einzig und allein bemerkbar, dass du was anderes zugunsten von Kohlenhydraten gegessen hast und dein Körper Glucose will. Ich bin weder insulinresistent noch Typ zwei Diabetiker, was ich ziemlich genau weiß, weil mein Blutzucker nach einem kohlenhydrtathaltigen, vollwertigen Frühstück nur 80 md/dl ist. Meine Erfahrungen auf der Diabetesstation im Krankenhaus als Pflegepraktikantin kannst du hier http://rohelust.blogspot.de/2013/09/schock-schwere-not-blutzucker.html nachlesen. Meine wissenschaftliches Projekt über die Heilung von Typ II Diabetes mit fettarmer, vollwertige, pflanzlicher und damit Kohlnehydratreicher Ernährung findest du hier: http://www.rohelust.com/ZusammenfassungNealBarnardsProgramforReversingDiabetes - Glaub diesen LowCarb Bullshit nicht!!!! Bitte!!!

    LG Silke

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    1. Halllo Silke,

      du bist doch Ernährungswissenschaftlerin, oder? Also weißt Du doch ziemlich genau, woher der Hunger auf Süßes kommt, oder? Na klar: von einem (zu) niedrigen Blutzuckerspiegel. Das hast Du selbst ja mal gemessen, wie Du schreibst.

      Aber woher kommt der zu niedrige Blutzuckerspiegel? Ist da vielleicht vor kurzem noch viel Insulin im Blut gewesen? Vielleicht etwas zuviel? Und warum hat die Bauchspeicheldrüse das getan? Weil vielleicht die normale Menge nicht ausgereicht hat? Genau das nennt man Insulinresistenz, und im Gegensatz zu Diabetes ist der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit unter dem Soll.

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  8. Nein, Wolfgang, ich bin Medizinstudentin und ja, ich weiß woher der Hunger auf Süßes kommt: Weil Glucose die optimale und schnellste Energiequelle für den menschlichen Körper kommt und dem Körper Energie fehtl:

    Ich habe bei mir noch nie einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel gemessen. Der war immer völlig normal. Ich habe hingegen bei Diabetikern bereits einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel gemessen, der bei denen bei 50 mg/dl lag und nich wie meiner im Normalen bereich von 75-90 mg/dl. Die hatten keinen Appetit auf Süßes sondern denen war schwummerig und flau.

    Bei vollwertigen Kohlenhydraten hat man keinen zu niedrigen und keinen zu hohen Blutzuckerspiegel, Das habe ich selber gemessen. Und man bekommt auch keinen zu niedrigen Blutzuckerspiegel, weil ja die Leber Glykogen bereit stellen kann, wenn man mit Zucker unterversorgt ist, wie nachts zum Beispiel. Was du schilderst trifft ausschließlich auf raffinierten Zucker und Weißmehl zu.

    Insulinresistenz nennt man, wenn eine Zelle zu wenig Insulinrezeptoren exprimiert und der Zucker nicht in die Zelle aufgenommen werden kann, weil die Rezeptoren fehlen. Dann hat man einen zu hohen Blutzuckerspiegl und entwickelt Diabetes Typ II.
    Recherchiere das doch bitte etwas besser. Danke.

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  9. Silke,
    hast Du denn Deinen Blutzuckerspiegel auch in diesem Moment gemessen, in dem Du den Hunger auf Süßes verspürt hast? Sonst ist Deine Aussage wenig beweiskräftig.

    Was Insulinresistenz bedeutet, weiß ich sehr genau. Das daraus resultierende dynamische Verhalten solltest Du Dir aber noch einmal vergegenwärtigen:
    - es ist zu viel Zucker im Blut (Nahrungsaufnahme).
    - Die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus.
    - Das Insulin bewirkt nichts.
    - Die Bauchspeicheldrüse schüttet weiterhin Insulin aus, solange der Zucker noch im Blut ist.
    - Irgendwann ist der Insulinspiegel so hoch, dass "der Damm bricht": der Blutzucker wandert in die Zellen.
    - Da die Insulinmenge zu hoch ist für die Blutzuckermenge, wird zu viel Blutzucker in die Zellen gepackt.
    - Die anschließende Unterzuckerung wird als "Hunger auf Süßes" empfunden.

    Solange Du eine gesunde Bauchspeicheldrüse hast, führt eine Insulinresistenz also zu einem zu geringem Blutzuckerspiegel nach dem Essen. Wenn die Bauchspeicheldrüse dann (nach vielen Jahren) erschöpft ist, manifestiert sich Diabetes Typ 2.

    Ich habe selber eine gewisse Insulinresistenz und habe diese Vorgänge "am eigenen Leibe" erfahren. Ich gehe damit um, indem ich einerseits durch Vermeiden von Insulinausschüttung vermeide, meine Bauchspeicheldrüse zu überlasten (wer will schon Diabetes haben), andererseits versuche, die Insulinsensitivität meiner Zellen zu erhöhen. Kein einfaches Unterfangen.

    Ich bin der Meinung, dass eine gewisse Insulinresistenz in unserer Gesellschaft schon seit langem vorhanden ist. Weshalb sonst in der Brauch entstanden, nach dem Essen ein Dessert zu sich zu nehmen? Das hatte einen guten Grund.

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  10. Niemand misst seinen Blutzuckerspiegel direkt am Ende einer Mahlzeit. Das macht überhaupt keinen Sinn, weil man da weder messen kann, wie viel Insulin man sich spritzen muss noch wie der Blutzuckerspiegel auf die gerade eingenommene Mahlzeit reagiert, da die Glucose noch nicht im Blut ist. Daher nein, habe ich nicht gemessen, aber wie gesagt, natürlich ist die Glucose da noch nicht im Blut und deshalb ist der Blutzuckerspiegel dann noch auf einem Nüchternlevel, was man nicht verwechseln darf mit einem zu niedrigen Spiegel der nur dann auftritt, wenn man zu viel Insulin gespritzt hat. Eine normale Bauchspeicheldrüse macht keinen zu niedrigen Blutzuckerspiegel. Und eine funktionierende Leber setzt ausreichend Glykogen frei um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Ein konstanter Blutzuckerspiegel ist superwichtig für den Körper!

    Nun, wenn du prädiabetisch bist und bei dir eine Insulinresistenz vor liegt, mag es sein, dass sich die Insulinresistenz auch in Hunger auf Süßem zeigt. Ich habe keine Insulinresistenz da mein Blutzuckerspiegel auch nach einer Mahlzeit nicht über 100 ansteigt. Bei dir ist das sicherlich anders.

    Ich hab mein wissénschafliches Projekt über Diabetes geschrieben und darüber wie man Insulinresistenz beseitigt. Nämlich mit fettarmer Kost und Sport. Das solltest du machen und dabei nicht vergessen, dass auch kurzkettige Fette und Eiweiß eine Insulinausschüttung stimuliert. Nur Blutzuckermessen gibt dir keine Auskunft darüber wie viel Insulin deine Bauchspeicheldrüse produziert.

    Wenn du keinen Diabetes bekommen möchtst, solltest du dich mit meiner Arbeit auseinandersetzen. Es ist sogar ein superleichtes unterfangen: Fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung + Sport und deine Insulinresistenz verschwindet binne 3 Tagen (hat das Diabetesschulungsteam im Krankenhaus auch so gemacht). Viel Glück!

    LG Silke

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  11. Was die Verblödung bei Lowcarb angeht: Da könntest du recht haben.! Der Artikel von Fr. Gonder in der taz deutet jedenfalls stark darauf hin. http://www.ende-der-maerchenstunde.de/index.php?/archives/173-Veganer-schaden-der-Welt.-Echt-jetzt,-taz.html
    Und was heute bei hr3 eine Ärzte als Diabetesprävention "verkauft" hat ging leider in die selbe Richtung.

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