Dienstag, 5. Juli 2011

Wie funktioniert das Rohkost-Ding?...




Hallo Liebes,

Tag 822: So, die Bewerbung für die Uni ist im Briefkasten und gleichzeitig komme ich irgendwie immer noch nicht dahinter, was es mit dem Rohkost-Ding auf sich hat. Ist es wirklich das Weglassen von weniger optimaler Nahrung, welche so gravierende Veränderung in der geistigen und körperlichen Gesundheit vollbringen kann? Oder geht es dann doch wiederum mehr um die, in Rohkost noch enthaltenen Nährstoffe, welche dem Körper helfen sich selbst zu heilen und seine Defizite auffüllen. Heilt Rohkost, weil der Mensch so lange auf die in ihr enthaltenen Nährstoffe verzichten musste und wird dann wieder krank, wenn er durch Rohkost nach mehreren Jahren neue Defizite entwickelt? Und wie lässt sich Rohkost quasi als Rezept für diverse Krankheiten anwenden?

Tatsächlich nehme ich nicht an, dass mir das irgendwer an der Medizinischen Fakultät beibringen wird, sondern, dass ich mir diesen Kram selber werde zusammenreimen müssen. Vielleicht erfahre ich aber Grundlagen darüber, wie der Körper arbeitet und reagiert, die von den üblichen Rohkosttheorien abweichen.

Zum Beispiel die Sache mit den in Rohkost noch intakten Enzymen, die dem Körper helfen sollen seine eigenen Enzymreserven zu schonen. Die Schulmedizin geht davon aus, dass Enzyme eh die Magensäure nicht überleben, auch wenn es einige wenige Studien gibt, die das Gegenteil behaupten. Viele Vitamine sind hitzeinstabil, daher sind in Rohkost mehr vorhanden, als in gekochtem Essen. Mineralien sind meistens hitzestabil. Rohkost ist vielfach auch leichter verdaulich, daher kann der Körper die Energie, die er normalerweise für die Verdauung braucht für Heilung einsetzen. Danach würde Rohkost deshalb funktionieren, weil sie eine Form von Fasten ist.

Aber wahrscheinlich ist das Ganze ebenso wenig schwarz/weiß wie man gesunde Ernährung an Worten wie vegetarisch oder vegan festmachen kann.

Und so fiel mir dann gestern auch wieder Bill Clinton ein, der vor einigen Monaten zu einer fast veganen Ernährung gewechselt hat, weil er davor einen Herzinfarkt hatte. Seine Tochter ist Veganerin und wahrscheinlich kam die Inspiration durch sie. Seither hat sich seine Gesundheit gravierend verbessert und die Risikofaktoren für einen weiteren Herzinfarkt ,wie hoher Cholesterinspiegel sowie hoher Blutdruck, sind zurück gegangen. Liegt das am Weglassen von tierischen Produkten? Liegt es daran, dass er zuvor zu viele tierische Produkte verzehrt hat? Oder liegt es daran, dass er statt tierischer Produkte mehr Pflanzen gegessen hat, welche die sekundären Pflanzenstoffe enthalten, welche vor Krebs und Herzinfarkt schützen? Und warum funktioniert bei ihm bereits eine vegane Ernährung, wenn bei Markus Rothkranz nur Rohkost geholfen hat? Bei mir hätte gegen meine Regelbeschwerden eine vegane Ernährung auch nicht geholfen... Ich bin wirklich gespannt ob die mit gekochtem Getreide wieder kommen, taten sie beim letzten Mal noch nicht. Vielleicht bin ich jetzt entgiftet genug, was ich vor Jahren mit Regelbeschwerden, einfach noch nicht war. Und dann fällt mir wieder David Rainoshek ein, der sagte, dass nicht alle Krankheiten der Rohkost bedürfen, damit der Patient geheilt wird. Für manche, wie für Bill Clinton, reicht eine vegane Ernährung vielleicht, für andere vielleicht eine vegetarische, für manche reicht es wenn sie Gluten und Laktose vermeiden und für einige vielleicht einfach mehr Obst und Gemüse zu essen.

Und dann bin ich quasi beim Erfinder der Heilung mit Rohkost: Maximilian Bircher-Benner, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kurklinik in der Schweiz betrieb, in die jegliche europäische Prominenz pilgerte. Thomas Mann war dort und fand das Essen schrecklich! Nach drei Wochen Rohkost und einer Verbesserung seines Zustandes, fing er wieder an zu essen wie bisher, als er wieder zuhause war und seine Beschwerden kamen zurück. Bircher-Benner ist übrigens auch der Erfinder des Bircher-Müsli. Und im Endeffekt sind wir seitdem keinen Schritt weiter. Vielleicht besteht das Problem einfach nur darin, dass wir von klein auf zu wenig Rohkost zu uns nehmen in unserer industriellen Welt und es uns daher direkt besser geht, wenn wir mehr davon essen.

Und dann fallen mir wiederum direkt Rohkostkinder ein, die dieses Problem zwar nicht habe, dafür aber andere. Rohkostkinder, sowohl die, von denen ich gehört habe, als auch die, die ich kennen gelernt habe, sind meistens zu klein für ihr Alter, wobei man natürlich nicht weiß, ob sich das beim Heranwachsen noch gibt, ob die Standartgröße von Kindern, die mit Kuhmilch ernährt werden, wirklich ausschlaggebend für die Messung ist oder ob diese Rohkostkinder, wenn sie dann irgendwann in die Pubertät kommen und anfangen in Gesellschaft anders zu essen, diese Defizite wieder ausgleichen. Oder ob Shazzie recht hat, die ihrer Tochter dann doch lieber glutenfreies Getreide sowie Enteneier serviert hat, weil sie recherchiert hat, dass für Kinder im Wachstum eine rohvegane Ernährung nicht optimal ist.

Manchmal staune ich wirklich wie leichtfertig in Rohkostszene Dinge propagiert werden, die unhinterfragt geglaubt werden, ohne das wirklich recherchiert wurde und ohne das Belege geliefert werden.

Aber wenigstens haben wir Thomas Manns Problem nicht mehr, dass die Rohkost grauenvoll schmeckt. Tatsächlich ist sie vielfach weitaus leckerer als alles andere, zumindest für meine Geschmacksknospen.

Rohkost-Buch

Und Bio, wie ich gestern erfahren musste, ist tatsächlich dann doch wiederum viel leckerer als konventionelles Gemüse. Es läuft darauf hinaus, dass Rohkost und dann auch wieder Biorohkost, einfach mehr Aroma hat, als alles andere.

Ich habe den billigsten Biosalatkopf gekauft, den Rewe hatte, was ein Radiccio-Salat war. Und was mich auch wieder umgehauen hat, weil es so lecker war, war die Kombination von Hirse und Linsenkeimen! Da müssen scheinbar echt Defizite bei mir aufgefüllt werden. Und vielleicht ist es diese Kombination von unterschiedlichen Eiweißen, die so ansprechend auf mich wirkt.

A propos Eiweiß: Wer rohveganes Eiweiß supplementieren will, so habe ich gestern bei Brendan Brazier gelesen, ist gut dran mit Chlorella, die im übrigen auch reichlich Eisen enthalten soll. Also 2 Bestandteile, die Rohveganern häufig fehlen. Und jetzt wird mir auch klar, warum Ani Phyo in einem Interview mit Matt Monarch mal gesagt hat, sie sei regelrecht süchtig nach Chlorella Tabletten und würde die fast den ganzen Tag über essen. Mangelkompensation!

Nun, Chlorella-Tabletten sind reichlich teuer und für mich derzeit nicht erschwinglich, aber vielleicht werde auch ich das in Zukunft mal ausprobieren, dass Eiweiß und das Eisen aus Chlorella zu beziehen.

Und hier dann auch die Fortsetzung von Matt Monarchs Vortrag, in dem es weiter geht mit Entgiftung durch Darmspülung sowie damit, wie man am geschicktesten Nährstoffdefizite vermeidet. Auch das momentan zu teuer für mich:





Was gab’s zu essen?:

Grüntee mit Steviosid (1 TL mehrfach aufgegossen)

8:20 Uhr: Püree aus 2 Bananen, Zimt, Kakao, Hanfprotein, Dinkelkeimen, Erdmandeln und Kakaonibs zur Deko















11:30 Uhr: ½ Reispudding aus Reisflocken, gekocht, mit Yacondicksaft, Xylit, Kokosöl und Vanille
1 Banane

13 Uhr: Rest vom Reispudding

16 Uhr: 3 Caraobschoten

17:45Uhr: Salat aus Hirse, Linsenkeimen, Fenchel, Radicciosalat, Rest Spanische Mandelsauce, Tomaten, Yacondicksaft, Öl, Zitronsensaft, Salz, Paprikagewürz















 1 Banane

Ingewertee

Alkoholfreies Erdinger

20 Uhr: Popcorn, ca. 80 g mit Salz

Ingwertee

Der Reispudding war zwar lecker, aber ich habe gespürt, dass es mir nicht gut tut, NUR Gekochtes in einer Mahlzeit zu essen. Da muss irgendwas Rohes bei, damit ich mich wohl fühle. So war es irgendwie wie Pappe essen und das gefällt mir nicht. Reisflocken würde ich wahrscheinlich eh nie kaufen, weil sie schon ein ziemlich raffiniertes Produkt sind, und auch sie waren ein Rest meiner Mutter. Man soll sie eigentlich mit Milch aufkochen und hat dann so was wie Milchreis, ich habe aber Wasser genommen und damit mehr Geschmack dran kommt, noch Kokosöl hinzu gegeben. Es war zumindest praktisch zum Mitnehmen, ich werde es aber nicht wiederholen. Daher auch die Banane direkt danach.

Und weil so langsam wieder Ruhe in mein Leben einkehrt, werde ich wohl auch wieder anfangen können mal wieder ein Rezept zu machen, zumindest habe ich eins rausgesucht für heute Abend.
Ausgegeben für Essen habe ich 8,47 €, wovon 2,60 € für Erdinger Alkoholfrei waren und der Rest Bio. Bio billig kaufen ist wirklich nicht leicht, aber irgendwie ist es mir doch gelungen. Hirse hingegen, 1 kg für 1,95 € ist der Wahnsinn. 1 kg Bananen kostet genau so viel, sättigt nur schlechter und hält nicht so lange. Bei mir vielleicht 2 Tage, die Hirse hält locker 2 Wochen. Mann, ist die Welt gemein Rohkost so teuer zu machen und Getreide so billig.

Monatliche Essensausgaben also bisher: 24,35 €

Heute steht die Plasmaspende für mich auf dem Programm und ich bin mal gespannt auf meinen Hämoglobinwert. Die letzte Spende ist über ein halbes Jahr her und ich tippe ja eh darauf, dass es psychosomatisch ist, wenn mein Hämoglobin nicht mitmacht. Mein Körper will halt sein Plasma behalten und nicht regenerieren müssen. Bei der letzten Spende war der Hämoglobinwert zu niedrig und am Tag danach, beim Arzt, stimmte er wieder. Das ist auch etwas, wo ich nicht durch steige, aber vielleicht erschließt es sich mir ja irgendwann nochmal.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Jetzt versteh ich nicht ganz, ob Du Deine Antwort ironisch oder wirklich ernst meintest.
    Natürlich werden einige Toxine in Nahrungsmittel durch das Kochen zerstört. Nicht alle Typen, aber viele. Das Risiko ist demnach viel höher, mehr Toxine zu sich zu nehmen, wenn man nur roh isst. Am besten noch ungewaschen, wie Du einmal schriebst, dann hat man die volle Dosis an Bakterien gleich gratis dazu.
    Klar verändern sich Substanzen bei verschiedenen Temperaturen, das heißt aber nicht, dass der Körper sie nicht mehr binden kann, mag sein, dass er einige nicht mehr aufnehmen kann, aber auch gekochte Sachen haben eine molekulare Struktur, die an die Zellen andocken können.
    Man sollte ja auch auf jeden Fall AUCH Rohkost in die Ernährung integrieren.
    Das Argument mit den Tieren ist albern, denn Tiere haben Reißzähne, die der Mensch nicht (mehr?) hat. Wie soll er denn ein Tier reißen? Also erfand er das Werkzeug und das Feuer.
    Bist Du eine Evolutionsleugnerin ;-))
    Über die Gefahren beim Verzehr von rohem Fleisch muss ich jetzt wirklich nichts schreiben...sollte jeder wissen.
    Wie lange beschäftigst Du dich schon mit Essen? 2 Wochen? Oder wie war das?

    VG
    Jaroslav

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  2. Oh je.....

    alle Tiere haben also Reißzähne???? Kühe und Schafe und Gieraffen und Zebras auch????

    Wer redet hier denn vom Verzehr von rohem Fleisch?

    Du hast immer noch nicht erklärt was für Toxine und Bakterien du meinst!
    Toxine die Naturgemäß in gewissen Pfanzen vorkommen um sie vor Fressfeinden zu schützen oder Umweltgifte? Wie kann man Umweltgifte durch Kochen zerstören?
    Toxine die naturgemäß in rohen Kartoffeln oder Hüsenfrüchten vorkommen kann man zerkochen.

    Jetzt weiß ich auch nicht, ob deine Antort ironisch ist...

    Silke

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