Sonntag, 24. Juli 2011

Rohkosttreffen und Überfülle...



Hallo Liebes,

Tag 841: Da war mal ich gestern eingeladen auf einem Rohkosttreffen und habe fast alle Leute wieder getroffen, die mir in dieser Gegend in meiner Rohkostzeit jemals begegnet sind. Das Erste was passierte war aber eine 80/10/10 Freundin von mir, die mir sagte, dass ihre Eisenwerte übrigens super seien. Ich muss leider dabei bleiben, dass 80/10/10 für mich in vielerlei Hinsicht utopisch ist. Ich kriege die Menge nicht hin, nicht die Qualität, meine Zähne machen es nicht mit, ich kann nicht solche Mengen in eine Mahlzeit packen, ab ca. 15 Uhr kann ich einfach nichts Süßes mehr essen, sondern sehne mich nach was Herzhaftem und verliere an Kraft. Meine Freundin fährt mit 80/10/10 seit 3 Jahren ziemlich gut und still dabei 2 Kinder. Sie supplementiert B12 aber sonst nichts.

Die nächste Person war mein Mono-Freund, dem ich erzählt habe, dass ich die Woche über mit Mono experimentiert hätte und dass ich so einige Fragen hätte. Zum einen Mal, warum gekochtes Essen gut riecht und ob es für ihn auch gut rieche. Das hat er bejaht und mir seine Theorie erzählt, nach der das Erhitzen die chemische Struktur verändert und der Instinkt daraufhin verwirrt isst. Allerdings hätte der Wohlgeruch von gekochtem Essen auch für ihn nachgelassen.

Dann tun sich bei mir aber wieder neue Fragen auf: Wenn es gut riecht, sagt mir dann mein Instinkt nicht, dass die neue chemische Struktur für meinen Körper jetzt optimal wäre oder sitzt meine Prägung zu tief? Und dann hatte ich natürlich auch noch die Frage ob denn wenigstens erlaubt sei 2 Sachen parallel zu essen so wie mal von einer Gurke abzubeißen und, wenn die zu fad ist, dann in Algen zu beißen und wenn die wieder zu salzig sind, von der Gurke zu nehmen. Eigentlich darf man das nicht. Dann wiederum beobachtete ich ein Mono essendes Kind einer Freundin von mir dabei, wie es Schnittlauch in eine bereits angegessene Tomate stopfte und dann gemeinsam reinbiss… Sehr spannend. Offiziell sei es so, dass selbst wenn man in dieser Form durcheinander esse, man nicht entscheiden könne, wann es genug ist. Ich für meinen Teil brauche immer logische Erklärungen für alles und ich weiß halt nicht ob mein Körper wirklich so dumm ist nicht entscheiden zu können, was ihm gut tut. Klar ist manchmal die Lust am guten Geschmack größer als der Hunger und natürlich haben auch Gewürze irgendwo ihre Berechtigung.

Im Übrigen ist ja auch das, was hauptsächlich gut riecht am gekochten Essen, die Gewürze! Allerdings, wenn Hirse auf meinem Herd kocht, riecht sie auch gut für mich. Meine Beschäftigung mit Mono wirf tatsächlich noch mehr Fragen auf, als ich sie bisher schon hatte in Bezug auf Rohkost und das macht die Sache nicht gerade leichter. Alles was ich weiß ist, dass ich nichts weiß. Sokrates läßt grüßen!

Caitanya, die regelmäßig mein Blog ließt, schrieb mir dann gestern dass auch Grüntee, Grünzeug (Oxalsäure) und Getreide die Eisenaufnahme hemmen würden. Wobei ich ja immer Probleme damit habe, wenn Dinge nicht im Konjunktiv kommuniziert werden. Ich schreibe immer „Es heißt dass…“ oder „ es sei so“. Alle Anderen scheinen alles definitiv faktisch zu wissen und vermitteln es so, als sei es in Stein gemeißelt. Wie gesagt, der Schulmediziner bei der Plasmaspende würde das dementieren, was Caitanya als Fakt hinstellt und ich finde es einfach nur irritieren. Alles was man liest muss man überprüfen, bevor man es ohne Konjunktiv weiter vermittelt. Das ist meine Meinung.

Aber selbst wenn die Plasmaspende mir zu wenig Hämoglobin attestiert, werde ich nicht hingehen und Fleisch essen. Ich werde den Tee weglassen und das passt super, weil ich gestern auch noch Rooibostee in meinen Schränken gefunden habe.

Rohkost-Buch

Das mit dem Essen geschenkt kriegen war gestern eh regelrecht spooky, denn ich habe ja keinen Cent mehr, war aber auf einem Rohkosttreffen eingeladen. Und momentan bin ich in der Lage es mir völlig egal sein zu lassen, ob ich Geld habe oder nicht. Ich übe mich nur noch in gute Stimmung und versuche nicht irgendwelche Muster zu beseitigen, es bilden sich neue Muster, wenn man neue Erfahrungen macht und dann kann man auch viel leichter glauben.

So rief mich dann die Freundin an, die mich mitnehmen wollte zu dem Rohkosttreffen und ihre finanzielle Situation ist genauso wie meine. Sie ist der einzige Mensch, bei dem ich mich normal fühle in finanziellen Belangen. Bei allen anderen Menschen kriege ich Komplexe. Aber der Hase läuft, dann doch meistens anders. Meine Freundin kennt nämlich jemanden mit einem Stand am Biomarkt, der ihr Ware schenkt, die nicht mehr optimal oder superhübsch ist. Sie hat ihm also Beschied gegeben, dass ich vorbei käme um eine Tüte Ware bei ihm abzuholen. Danach bin ich zur Post, weil ein Päckchen für mich gekommen war, was ich zuerst für das Rawtella gehalten habe, aber es war dann doch, aber auch endlich nach 10 monatiger Wartezeit, das Päckchen Pralinen, was ich beim PureRaw-Rezeptwettbewerb gewonnen hatte. Davon habe ich direkt ein Päcken Lovechock gegessen, dass ja funktioniert wie ein Glückskeks, sprich, es ist ein Spruch drin. Auf meinem Zettelchen stand:

„Ich entscheide mich, dafür am Anfang jeden Tages glücklich zu ein“

Genau das, was ich momentan mache. Mich dafür entscheiden, sprich, mich für die richtige Einstellung zu den Dingen entscheiden.



Katzenfutter habe ich gekauft von Leerflaschen, die ich „zufällig“ gefunden habe und nachdem ich die Schokolade nach Hause gebracht hatte und die Gemüsetüte abgeholt hatte, habe ich mich mit meiner Freundin an einem Ort in Köln getroffen wo alles voller Obstbäume war: Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Brombeeren, Mirabellen…was das Herz begehrt. Die Brombeeren waren als einzige reif, aber so was ist halt in der Lage einem das Gefühl zu vermitteln, dass wirklich auch für einen gesorgt ist und das Überfülle auch wirklich existiert. Das sind die kleinen Beweise die man braucht um Vertrauen zu fassen und das führt dann wiederum wieder zu noch mehr Gutem.

Wir waren dann auch die letzten auf dem Treffen und haben auch dort wieder alles Mögliche geschenkt bekommen. Die beiden Kinder haben mich, als wir zuhause waren auch bei so einigen Sachen gefragt, wo ich die her hätte, wie bei den Carobschoten und bei meinen Kokosraspeln und ich musste wirklich total oft antworten: „Die habe ich geschenkt bekommen“.

Nun wir haben haufenweise getrocknete Erdbeeren geschenkt bekommen und auch wieder neue Orkosalgen, die die Kinder genauso gerne mögen wie ich. Alles was ich brauche kommt zu mir!



Was gab‘s zu essen?:

Grüntee pur (1 TL mehrfach aufgegossen)
Realtoast und Rest der Hirse vom Vortag

10 Uhr: 1 Banane
8 Datteln

11 Uhr: Qhinoa und Linsenkeime mit Salz, Palmöl und Paprikagewürz

12:30 Uhr: Lovechock Mandel/Feige
1 Praline
1 Stück Real Toast

14:30 Uhr: 1 Banane
5 Carobschoten

15:30 Uhr: Brombeeren frisch vom Strauch















Diverses beim Rohkosttreffen















Zu meinem Leidwesen hat mir eine der zweitteuersten Orkos-Datteln eine Plombe aus den Zähnen gezogen und jetzt muss ich irgendwie die Tage mal einen Zahnarzt aufsuchen. Das schaffe ich aber wahrscheinlich erst in den Betriebsferien, also in der ersten Augustwoche und in der Zwischenzeit muss ich ein wenig vorsichtiger essen.

A propos Ferien: Da habe ich doch glatt gestern rausgefunden, dass an der Uni ungefähr 5,5 Monate im Jahr Semesterferien sind! Das ist doch auch mal wieder der Hammer! Ne, ich weiß schon, dass man da auch was tun bzw. lernen muss, aber es ist doch was völlig anderes, wenn einem von außen die Zeiten diktiert werden als, wenn man freie Zeiteinteilung hat! Wahnsinn, ich kann es nicht mehr abwarten!!!

Jedes Mal wenn mich ein negativer Gedanke anfällt fantasiere ich über die Zukunft und sage mir parallel: Alles ist gut und alles wird noch besser. Denn das ist die Wahrheit. Jeder einzelne Moment ist immer gut. Ich tue mich auch schwer, mir Sachen zu affirmieren, an die ich nicht wirklich glaube, aber ich glaube wirklich fest daran, weil ich es empirisch weiß, dass jeder einzelne Moment immer gut ist. Und so, habe ich das Gefühl, geht es von Tag zu Tag aufwärts.

Ich habe immer noch Besuch von meiner Freundin und ihren zwei Kindern und ich finde es großartig, dass es noch total unkomplizierte Menschen gibt, die ähnliche Prioritäten haben wie ich. Daher sollte ich mich kurz fassen und sage nur noch:

Alles Liebe,

Silke
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Kommentare:

  1. Liebe Silke,

    zum Essensduft: kommt es nicht daher dass wir damit gross geworden sind, und mit dem Geruch den Genuss des Verzehrs verbinden, wie der Pawlowsche Hund der beim Gloeckchenklingeln zu sabbern anfaengt?

    Liebe Gruesse, Lisa

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  2. Hi Silke,

    ich habe nicht im Konjunktiv geschrieben, das ist richtig. Zum einen habe ich es schlicht vergessen und zum zweiten wird es wohl so sein, wie Du sagst - ich habe diese Dinge als Wahrheit angenommen.

    Ich finde es nicht verwerflich, sich seiner Sache, die man vielleicht auch durch andere gelernt hat, sicher zu sein. Das ist, was wir alle unser Leben lang getan haben und auch immer noch tun. Wenn Du es also ganz genau nähmst, müsstest Du alles im Konjunktiv verfassen.

    Wenn eine Person eine Aussage tätigt (und nur Personen können überhaupt etwas sagen), dann ist das "immer nur" ihre Meinung und Erfahrung. Auch wenn es in Schulbüchern oder sonstwo steht. Das aber muss wohl eher der
    Auffassende bedenken und nicht die aussagende/schreibende Person.

    "Es könnte..." etc. drückt Unsicherheit aus. Ich hatte ja auch schon mal vermutet, dass die negativen Kommentare, die Du erhältst, von ebenfalls unsicheren Menschen kommenn, die hier ihre Projektions- und Angriffsfläche gefunden haben.

    Grüße
    C.

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  3. Nun ja,

    ich kann nicht anfangen zu lügen nur um keine Angriffsfläche zu bieten.
    Das ist hier kein Beliebtheitswettbewerb, ich versuche niemanden zu bekehren, es ist einfach nur ein Erfahrungsbericht. Mehr Anspruch erhebe ich nicht!

    Lisa,

    deine Theorie macht Sinn!
    Ich werde mal drüber nachdenken!

    LG Silke

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  4. Ich finde Deine Erfahrungsberichte ja auch sympathisch, anderenfalls würde ich sie nicht lesen ;)

    Ich hatte mir das mit dem Konjunktiv ehrlich schon halbwegs angewöhnt, weil Du mal darüber geschrieben hattest.

    Zu der Duft-/Instinktgeschichte möchte ich anmerken, dass ja nicht jedes gekochte oder gemischte Nahrungsmittel eine Verwirrung für den Körper ist - auch dieses Essen liefert bestimmte Stoffe, worauf dann der Lerneffekt und dann der Appetit/Instinkt folgen können. Hier ist es nur viel schwerer auseinanderzuhalten (ob echter Bedarf oder nur Lust) als bei komplett roh + mono.

    Von einer Verwirrung kann man sicherlich bei Sachen sprechen, die gar nichts mehr außer künstlichen Aromen und vielleicht noch leeren KH und/oder industriellen Fetten enthalten.

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  5. Tja, und da sind wir wieder beim Thema:

    Wir wissen nur, dass wir Nichts wirklich wissen!

    Klingt beides plausibel, finde ich!

    LG

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  6. Diese Erkenntnis halte ich für eine gewisse Grundlage an einer bestimmten Stelle im persönlichen Fortschritt. Man sollte irgendwann darüberhinaus gehen.

    Denn wenn man diesen Satz zum unumstößlichen Dogma erhebt, deklariert man sich indirekt selbst als dumm und auch für die Zukunft generell nicht lernfähig.

    Ich denke aber, wir sind hier um zu LERNEN.
    Wenn man nie etwas weiß, wäre alles sinnlos.
    Ohne Vertrauen geht nichts, auch Liebe bedeutet Vertrauen. Wir haben hier keine Sicherheiten und Beweise außerhalb.

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