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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wasserfasten...



Ich denke, ich darf stolz auf mich sein. Ich habe einen alkoholfreien Abend mit einem Mann zustande gebracht, der nicht mein Vater ist. Er ist aber auch kein Date, sondern ein alter Freund, daher war das vielleicht ebenfalls ein testähnliches Szenario, wie auch mit meinem Vater. Ich taste mich langsam da ran um überhaupt Zutrauen in meine "Widerstehenskräfte" zu kriegen. Womöglich ist das sogar wichtiger. Ich hab irgendwo mal gelesen, dass es beim Marathon-Training in erster Linie gar nicht um das körperliche Training ginge, sondern in das Zutrauen in sich selbst, dass man es überhaupt schaffen kann 42,195 km zu laufen. Das kann ich für mich jedenfalls definitiv bestätigen. Wenn man nicht sicher ist, ob man etwas schaffen kann, dann muss man Babyschritte ausprobieren.

Douglas Lisle ist ein großer Freund des Heilfastens und hat in Die Lustfalle auch ein Kapitel dafür reserviert.
Es beginnt mit der lustigen Geschichte darüber, wie das Heilfasten überhaupt "erfunden" wurde.

1877 kam ein Arzt aus Minnesota, namens Henry S. Tanner, auf den Gedanken, dass es Zeit für ihn sei zu sterben. Er litt an Rheumatismus und Asthma und konnte weder durchschlafen noch eine wache Minute ohne Schmerzen verbringen. Als guter Christ hielt er aber auch nichts von Selbstmord. An der medizinischen Fakultät hatte er gelernt, dass der Mensch ohne Nahrung nach 10 Tagen stirbt und so dachte er, es sei eine gute Idee einfach zu verhungern um seinen Leiden zu entkommen und aß einfach nichts mehr und trank nur Wasser. Nach 5 Tagen nur mit Wasser konnte er erstmals wieder durchschlafen, nach 11 Tagen berichtete er, dass er sich wieder so gut fühle, wie in seiner Jugend. Ihm war klar, dass er eigentlich tot sein sollte und rief einen befreundeten Arzt namens Dr. Moyer hinzu, der ihn untersuchte und bestätigte, dass er eigentlich tot sein sollte aber tatsächlich besser aussah als jemals zuvor. Unter Dr. Moyers Aufsicht fastete Henry Tanner weitere 31 Tage. Andere Ärzte, die davon hörten, hielten das Ganze für ausgemachten Blödsinn und glaubten den beiden Ärzten nicht. Tanner sei jedoch nach seinem Fasten frei von Rheuma, Asthma und chronischen Schmerzen gewesen und dann 90 Jahre alt geworden.

Enzeklopedien hätten bis 1937 noch behauptet, dass der Mensch nach 8 Tagen ohne Nahrung sterbe. 1956 hieß es, man könne 17-76 Tage ohne jegliche Nahrung leben. Douglas Lisle erwähnt das Heilfasten hauptsächlich deshalb weil er untermauern will, dass der Körper fantastische Selbstheilungskräfte hat und dass häufig die beste Heilung nicht erfolgt indem man etwas hinzu fügt, ein Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel, sondern indem man etwas weg lässt. Das gälte ebenfalls, wenn man an Nahrung denkt und daran krankmachende Nahrung wegzulassen, damit Heilung entstehen kann. Er erwähnt aber auch, dass Wasserfasten eine großartige Möglichkeit sein kann, sich aus der Lustfalle zu befreien.

Ich persönlich habe noch nie Wasserfasten gemacht, auch wenn ich viele andere Fastenmethoden bereits ausprobiert habe. Der Grund ist schussendlich, so muss ich mir jetzt eingestehen, dass ich mich auch nicht aus der Lustfalle lösen konnte und wenigstens ein bisschen was Süßes in  Säften schmecken wollte. Auch Tee beim Fasten habe ich häufig noch mit Stevia gesüßt. Als Teenager habe ich sogar in einem Fasten mal Cola light getrunken, aber das was auch ein reines "Gewichtsverlustfasten" - was natürlich überhaupt nicht empfohlen werden kann.

Im Krankenhaus gab es eine Patientin, die bereits da war als ich mit dem Praktikum anfing und wieder da war als es aufhörte. Eine alte Dame, die Diabetikerin war. Dem Krankenhaus gelang es ihren Blutzucker auf ca. 200-250 einzustellen, was natürlich auch schon viel zu hoch ist, aber tiefer ging es mit Medikamenten nicht. Die Dame wurde entlassen, kam wieder ins 'Altenheim, wo sie lebte, und am nächsten Tag war sie wieder da. Wieder mit entgleistem Blutzucker. Stellte sich heraus, dass das Altenheim, weil es die Sitzordnung beim Essen nicht durcheinander bringen wollte, die Dame an einen Tisch gesetzt hatten, auf dem Zucker stand, sie diesen konsumiert hatte und der Blutzucker wieder entgleiste. Die Dame war auch leicht Dement, so dass sie sich selber nicht im Griff haben konnte. Sie verbrachte eine Nacht auf der Intensivstation und in weiteren 3 Wochen bei uns wurde ihr Blutzucker wieder auf 200-250 runter geschraubt. Unterdessen hatte sie wenig Hunger, verweigerte die Nahrung, nahm nur 2 Bissen von mir an, aber es wurde darauf bestanden, dass sie mehr Weißbrot mit Marmelade isst. Da ich nicht in der Lage bin Menschen gegen ihren Willen was zu geben, hat den Job jemand anderer für mich übernommen, der sie dazu manipuliert hat vielleicht insgesamt 10 Bissen zu nehmen, was für das Krankenhaus als großer Erfolg gewertet wurde. Immerhin muss man essen, sonst stirbt man. Es wird auch argumentiert, dass Essen gut sei um die Verdauungsarbeit des Körpers am Laufen zu halten. Nach 3 Wochen aufpäppeln wurde die Patientin wieder entlassen.

An meinem letzten Tag im Krankenhaus, etwa 1 Woche nach ihrer Entlassung, wurde sie wieder eingeliefert. Wieder mit entgleistem Blutzucker, unmessbar mit dem Gerät, was nur bis 600 messen kann und diesmal gingen die Ärzte davon aus, dass sie es wohl nicht mehr schaffen würde und dem Tode geweiht sei. Das Altenheim hatte wieder nicht darauf geachtet, dass sie nicht in der Nähe von Zucker sitzt. Ihre Tochter war anwesend und den Tränen nahe und wieder verweigerte die Dame das Essen, wieder kam jemand, der es in sie rein stopfte...

Ich weiß nicht, wie die Geschichte aus gegangen ist und vielleicht will ich es auch nicht wissen. Ich weiß aber, dass, wenn jemand Nahrung verweigert, man das mindestens 1 Woche ruhig mal zulassen kann und unter ärztlicher Überwachung durchaus überprüfen kann, ob sich der Zustand nicht vielleicht bessert. Ich weiß auch, dass nichts essen, nicht unbedingt ein Zeichen dafür isst, dass man bald stirbt, denn meine Oma hatte noch zu Mittag gegessen und sich dann hingelegt, weil sie müde war und ist dann im Schlaf gestorben. Und vor allem weiß ich, dass meine Katze mal 16 Tage lang nichts gegessen hat und danach wieder bei bester Gesundheit war, mir andere Katzen aber schon auf dem Tierarzttisch gestorben sind.

Wir leben in einer sehr verqueren Welt...

Menü des Tages am 22. Oktober

Haferflocken mit Banane, Zimt, Rosinen, Stevia, Hanfprotein, Erdnussbutter und 1 Paranuss


2 Datteln
2 Brennnesseltee

Brot (Getreide nicht bekannt) mit Senf und veganem Brie


2 Datteln
1 Banane
1 TL Carobella

Salat aus Blattsalat, Tomate, Möhre, brauner Basmatireis, Dill und Möhren-Sellerie-Dressing (heute im Newsletter)


2 Datteln

Dinkel-Zitronen-Scone


Brauner Basmatireis mit Möhren-Sellerie-Dressing (köstlich)

2 koffeinfreie Kaffee mit Sojamilch
2 Erdinger Alkoholfrei

Ich experimentiere gerade wieder mit unter 20% Fett weil Douglas Lisle in How to lose weight without loosing your mind sagt, dass nur dann die Fettrezeptoren auch wirklich erkennen könnten, wann man satt ist und wann nicht. Er erwähnt ein Experiment bei dem die Probanden Vollkornnudeln mit Gemüse zu essen bekommen hätten, welche etwa 500 kcal enthalten haben. In der Kontrollgruppe gab es nur dies, in der Testgruppe wurde noch zusätzlich Öl über die Nudeln gegeben. 1-2 EL. Ergebnis sei gewesen, dass die Probanden, die die Nudeln mit Öl gegessen hatten, weniger gut gesättigt waren als die ohne Öl. Ich finde es interessant dem nachzugehen. Bei jeder Lust auf ein besonderes Nahrungsmittel, was ich als "Zaubernahrung" bezeichnen würde z.B. Schokolade, frage ich mich daher: Kann auch ein anderes Lebensmitteln, eines was weniger als 20% Fett und kein Weißmehl und keinen raffinierten Zucker enthält - also ein echtes Nahrungsmittel ist - dieses Verlangen stillen. Wenn es das kann, handelt es sich um richtigen Hunger, wenn es das nicht kann, ist es die Sucht. So kam es, dass ich mehr Trockenfrüchte gegessen habe als sonst, aber bei weitem nicht so viel wie bei 100% Rohkost.

Außerdem habe ich Dattelsirup gemacht. Dattelsirup besteht aus Datteln und Wasser im Verhältsnis 1 zu 1 gemischt, Datteln im Wasser eingeweicht und dann im High Speed Blender ca. 2 Minuten püriert. Dattelsirup kann man verwenden um jeglichen Flüssigzucker wie Agave, Ahronsirup oder Reissirup in Rezepten zu ersetzten. Datteln haben nämlich viel mehr Nährstoffe als alle raffinierten Flüssigzucker und auch als Honig. Ich habe dann mit dem Dattelsirup das Carobella gemacht, aber aufgrund seines hohen Fettanteils ist es immernoch "Zaubernahrung" - wenn auch nicht so extrem wie Nutella.

Und ich hab den Dattelsirup auch in die Dinkel-Zitronen-Scones eingearbeitet. Es ist aber auch noch viel Stevia mit Erythrit drin. Ich finde das zwar super, mir ist aber auch klar, dass es noch zu wenig Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen gibt und es womöglich sinnvoller ist, lieber Tockenfrüchte zu nehmen. Es gibt also noch viel mit dem experimentiert werden kann.

Auch beim alkoholfreien Erdinger frage ich mich, ob auch das "Zaubernahrung" ist, weil es ja auch Weizengluten enthält und das wiederum wird ja zu opiatähnlichen Molekülen verstoffwechselt. Und allein der süße Geschmack von Stevia stimuliert ja schon das Belohnungssystem. Muss guter Geschmack aber auch, das ist natürlich, denn sonst würde man ja überhaupt nicht essen....

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 22. Oktober 2013

Warum Schokolade abhängig macht...



Man sollte sich eigentlich wundern, dass nicht noch mehr Menschen süchtig nach Schokolade sind hinsichtlich der vielen suchterregenden Substanzen, die sie enthält.

Fangen wir an mit Zucker:

Schon allein der süße Geschmack auf der Zunge bewirkt die Ausschüttung von körpereigenen Opiaten, die zum einen beruhigen und zum anderen in der Lage sind Schmerzen zu stillen. Daher ist es evolutionsbiologisch auch sinnvoll, dass Muttermilch leicht süß schmeckt, so wird das Kind beim Stillen ruhiger auch wenn dabei noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen wie Bindungshormone und Kasomorphine. Die schmerzstillende Wirkung von Zucker macht man sich ebenfalls bei der Beschneidung von Säuglingen zunutze und auch in Krankenhäusern, wenn Babies Blut abgenommen werden soll. - Dieser Effekt funktioniert übrigens nicht bei Babies kokainabhängiger Mütter

Wenn man Zucker dann auch noch Fett hinzu mischt, und das macht sich die Lebensmittelindustrie gerne zunutze, wird dieser Effekt sogar noch verstärkt. Schokolade enthält sowohl Zucker als auch Fett in ziemlich hohen Dosen.

Da hört es aber noch nicht auf.Schokolade denn enthält zudem etwas Koffein aber vor allem auf Theobromin, welches so ähnlich wirkt wie Koffein, aber nicht ganz so stark. Koffein wirkt vor allem anregend auf alle möglichen Körperfunktionen, hemmt das Schlafbedürfnis und steigert die Konzentration indem es genau den Mechanismus ausschaltet, durch den sich Nervenzellen vor Überanstrengung schützen.

"Aus der wissenschaftlichen Literatur geht nicht klar hervor, ob Coffein als Suchtmittel anzusehen ist, es hat jedenfalls einige Gemeinsamkeiten mit typischen Suchtmitteln. Zu den wichtigsten gehören die Entwicklung von Toleranz sowie psychischer und körperlicher Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen. Toleranz tritt bei nicht unbedingt übermäßigem, aber bei regelmäßigem Coffeingenuss auf.
Als Entzugsymptome wurden in einer empirischen Studie beobachtet:[33] Kopfschmerzen, Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl, keine klaren Gedanken fassen zu können. In einigen Fällen kamen auch grippe-ähnliche Symptome hinzu. Die Symptome setzen zwölf bis 24 Stunden nach dem letzten Coffein-Konsum ein, erreichen nach 20 bis 51 Stunden das Symptommaximum und dauern etwa zwei bis neun Tage. Bereits eine geringe Menge Coffein führt zur Rückfälligkeit." Quelle: Wikipedia

"Schokolade enthält ebenfalls Phenylethylamin, oder PEA, ein dem Amphetamin ähnliches Molekül (wenn auch nur ein Zehntel von dem in Cheddar Käse und Salami Quelle)" Quelle Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally

Wer sich über Amphetamine schlau machen will wird hier bei Wikipedia fündig. Speed und Crystal Meth sind Amphetamine. Erschreckender Weise werden Amphetamine bis heute bei ADHS verschrieben um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Hier ein Ausschnitt des Wikipedia-Artikels:

Akute Hauptwirkungen
Je nach Dosis und Darreichungsform können folgende Wirkungen auftreten:[16][17][18]

zentral
Appetithemmung
Mobilisierung letzter Kraftreserven und Verringerung des Schlafbedürfnisses
Steigerung des Selbstbewusstseins bis hin zur Euphorie
erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit
erhöhter Bewegungsdrang
gesteigertes sexuelles Verlangen

peripher
Abschwellen der Schleimhäute
Weitung der Bronchien
Verengung der Gefäße

Unerwünschte Wirkungen
Je nach Dosis und Darreichungsform können folgende Wirkungen auftreten:[16][17][18]
Pupillen weiten sich, trockener Mund
Erhöhter Herzschlag bis hin zur Tachykardie
Tremor (Zittern), erhöhter Muskeltonus, Nystagmus (Augenzittern), Bruxismus (Zähneknirschen)
erhöhte Schweißabsonderung
Schlafstörungen
Gewichtsverlust, Potenzstörungen und Nierenschäden (bei chronischem Konsum)
schnellere Bewegungsabläufe bis hin zu Agitation; Fahrigkeit, Unruhe, Nervosität sowie Symptome des Restless-Legs-Syndroms
erhöhte Risikobereitschaft
gesteigertes Mitteilungsbedürfnis und Redefluss (Logorrhoe)
Auslösung einer Drogenpsychose (Amphetamin-Psychose)
Abhängigkeit

Schokolade kann außerdem so ähnlich wirken wie Marijuana, weil sie den Abbau von Substanzen hemmt, die wie THC, der aktiven Substanz in Marijuana, an die cannabinoiden Rezeptoren des Endocannabinoidsystems andocken. Gehirnzellen produzieren normalerweise eine Substanz, namens Anandamid, dem THC ähnlich und Schokolade enthält Stoffe, die deren Abbau hemmen. Quelle

Möglicherweise kriegen Cannabis-Konsumenten genau deshalb Lust auf Schokolade beim Kiffen.

Somit ist Schokolade quasi eine Apotheke für die Hosentasche: Milde Opiate, Aufputschmittel, das Selbstbewußtsein steigernde Mittel und ein Hauch von Gras. Sie puscht auf, beruhigt, gibt einem ein gutes Gefühl in Bezug auf sich selbst und macht ein bisschen high. - Gebt sie auf keinen Fall euren Kindern!

Und all das macht Schokolade natürlich so attraktiv und gleichzeitig ebenso leicht zu einer Substanz, nach der man süchtig werden kann. Dabei ist Industrieschokolade natürlich wesentlich ungesünder als Rohkostschokolade oder pure Kakaobohnen, aber auch die können noch viel davon. Hauptsächlich ist die Opiatwirkung weniger stark.

Gestern bin ich zufällig auf einen Artikel gestoßen, in dem es heißt, dass Oreo-Kekse ebenso süchtig machen würden, wie Kokain. Zumindest bei Ratten. Ich weiß nicht, ob der Versuch so aussagekräftig ist, die der Artikel behauptet.
Zunächst hat man Ratten mir Reiskeksen auf der einen Seite und Oreos auf der anderen Seite konfrontiert. Die Ratten bevorzugten selbstredend die Oreos.

Ein zweiter Versuch war ein Vergleich zwischen Ratten, die auf der einen Seite Kochsalzlösung und auf der anderen Seite Morphin und Kokain bekamen. Die Ratten bevorzugten natürlich die Drogen.

Beim Vergleich der beiden Versuche hat man dann festgestellt, dass die Ratten fast genau so oft und genau so lange zu den Oreos gehen, wie zu den Drogen.

Ob das, wie gesagt, aussagekräftig ist, weiß ich nicht zu behaupten. Man hätte doch auch mal Oreos und Drogen in einen Käfig mit Ratten geben können und dann schauen, was sie bevorzugen.

Oreos sind ürigens vegan...

Jedenfalls ist die Opiatwirkung ziemlich klar und eindeutig bewiesen. Die Infos oben sind aus Barnards Breaking the Food Seduction abgesehen von meinen Ergänzungen durch Wikipedia. Studien sind beigefügt. Möge jeder damit machen, was ihm beliebt.

Menü des Tages am 20. Oktober

Brauner Reis, Haferflocken, Banane, Hanfprotein, Rosinen, Banane, Zimt, Stevia


3 Brennnesseltee
25 g Energieriegel



1 Banane
Brot mit Senf und veganem Brie
2 Trockenfeigen
1 Banane

Dinkel-Vollkornpenne mit Aubergine, Schalotten, Champignons, Thai-Curry-Paste, Tomatenmark, Erdnussbutter



Rest des Hirsesalats mit zusätzlich Sprossen und Blattsalat


1 Banane

Den Energieriegel habe ich am Sonntag beim Joggen gefunden und er war von den Inhaltsstoffen gar nicht so katastrophal, also habe ich beschlossen ihn zumindest zu probieren. Der Geschmack hat mich jedoch nicht umgehauen.

Mein Mittagessen war riesig, musste aber auch 5 Stunden halten, weil ich Spätschicht im Bioladen hatte.

Und heute ist endlich mal wieder richtig frei. Ich kann alles aufarbeiten was liegen geblieben ist und bin heute Abend verabredet. Und dabei fest entschlossen alkoholfrei zu bleiben. Ich schaff das!!! Chacka! Vielleicht nochmal durchlesen, was an Alkohol alles schlecht ist...

Alles Liebe,

Silke

Montag, 21. Oktober 2013

Experiment: Alkoholfreier Wein



Bei den Dreharbeiten letzte Woche, wurde am Donnerstag eine Party "gespielt" und weil bei der Arbeit natürlich kein Alkohol getrunken werde darf, hat die Produktionsfirma für solche Fälle alkoholfreies Bier und Wein da.

Mit alkoholfreiem Bier habe ich Erfahrung, trinke es auch recht gerne und relativ häufig, besonders alkoholfreies Weizen. Alkoholfreier Wein ist bis dato aber unter meinem Radar geblieben, hauptsächlich, weil ein Rotwein durchaus auch gesundheitlich positive Aspekte hat. So lange man nur wirklich wenig trinkt. Maximal 200 ml an einem Tag und natürlich auch nicht jeden Tag. Was ich aber mache, wenn ich Wein trinke, ist mindestens 1 Flasche trinken, und damit habe ich definitiv ein Problem!

Jedenfalls habe ich mich Donnerstag Abend noch ans Internet gesetzt und versucht was über alkoholfreien Wein raus zu finden, besonders darüber wo man ihn kaufen kann. Es gibt zum einen natürlich online Versandhändler, die ihn verkaufen, ich wurde aber auch auf einen Thread bei gute-frage.net aufmerksam wo jemand nachfragte, wo man alkoholfreien Wein kaufen kann. 7 Personen haben geantwortet und nur eine wusste, dass man alkoholfreien Wein bei Kaufland oder Galeria Kaufhof erwerben kann. Die anderen 6 machten sich über die Frage entweder lustig oder beschimpften den Fragesteller wie man nur so bekloppt sein könne überhaupt alkoholfreien Wein zu trinken.

Ich, für meinen Teil, finde jeden Entwöhnungsmechanismus, der funktioniert legitim. Wenn man Lust auf irgendwas Ungesundes empfindet oder die Tradition es gebietet, muss man sehen, wie man sich da drum herum schlängelt. Die Lust mit etwas anderem versuchen zu befriedigen, was nicht das Belohnungssystem kurz schießt z.B. oder die Tradition anders bewerkstelligen.


Mein Vater und ich trinken ganz gerne einen Wein zusammen. Das ist so, da habe ich und er Lust drauf. Aber wie oft haben wir auch schon darüber geredet wie furchbar das ist, dass dann der nächste Tag völlig im Arsch ist und man nichts hinkriegt. Das ist eine ähnliche Tradition wie Weihnachtsbäckerei und dieser völlige Rausch von Süßigkeiten von Heiligabend bis Heilige 3 Könige. Die Feiertage gehen einfach mit Süßkram und häufig auch mit viel Alkohol einher und so ist das bei einem Familienbesuch bei mir auch. Man mag das belächeln, aber in meiner Psyche spielen da zwei Dinge eine Rolle: Gewohnheit und Gruppenzwang - oder auch Gruppenzwang, der zur Gewohnheit wird.



Ich habe letzte Woche schon mal das Experiment von Stanley Milgram angesprochen, der rausfinden wollte wie extrem Leute auf Gruppenzwang reagieren, weil er der Meinung war, dass nicht alle Deutschen in den Jahren 1939-1945 böse waren. Milgram war Psychologe und hat ein Experiment ausgeheckt in welchem ein Schauspieler einen Probanden spielte, der von einem Experimentteilnehmer unter Strom gesetzt werden sollte um seine Lernfähigkeit zu verbessern. Das war nicht wirklich so. Dem Experimentteilnehmer wurde nur gesagt, dass der Schauspieler ein Versuchstier in dem Experiment war. Eine dritte Person gab es, die dem Experimentteilnehmer immer wieder gesagt hat, die Voltzahl der Stomstöße, die auf den Schauspieler eingingen MÜSSE erhöht werden, damit das Experiment weiter gehen könne. In Wirklichkeit kam der Schauspieler gar nicht mit Strom in Kontakt, sollte aber an einer bestimmten Stelle explizit sagen, dass die Schmerzen zu groß seien und er bitte befreit werden wolle.

Nun sollten Psychologen einschätzen ab welcher Stromstärke der Experimentteilnehmer das Experiment abbrechen würde. Fast alle Befragten gingen davon aus, dass spätestens an dem Punkt wo der vermeintlich unter Strom stehende Schauspieler erwähne, dass die Schmerzen unerträglich seien und er befreit werden wolle, der Experimentteilnehmer die Courage haben würde, abzubrechen. Vor allem, weil der Schauspieler, das vermeintliche Versuchsobjekt, dem Experimentteilnehmer zuvor im Vorbeigehen noch mal erzählt hatte, dass er ein Herzproblem habe.

60% aller Experimentteilnehmer haben gegen das Schreien und Flehen des an einen elektrischen Stuhl Gefesselten das Experiment nicht abgebrochen, obwohl ihre Moral und ihr Instinkt ihnen dies mitteilte. Sie hörten auf das, was die Autorität, die 3. Person, die das Experiment überwachte, von ihnen wollte: Trotz Schmerzen und Flehen das Experiment fort zu setzten. Und ebenso funktionierte das bei den Nazis.
Und ebenso funktioniert Gruppenzwang oder besser: Soziale Integrität.

Wir haben ein Bedürfnis sozial integriert zu sein weil die Gesellschaft uns schützt, uns nährt, wir Freunde brauchen, wir dadurch stärker sind und weil wir evolutionsbiologisch uns schließlich auch fortpflanzen müssen. Wir haben ein Problem, wenn wir beschämt oder herabgewürdigt werden und freuen uns über Anerkennung durch die Gesellschaft. Wenn man aber andere Essen- und Trinkgewohnheiten annimmt als die Gesellschaft, kann man sich sehr schnell ins soziale Abseits katapultieren und auch das ist entsprechend der WHO-Definition von Gesundheit eben nicht gesund. Daher muss man irgendwelche Schlupflöcher im gesellschaftlichen System finden, zum einen um sich selbst auszutricksen und zum anderen seine soziale Integrität zu wahren und das scheint für jeden unterschiedlich zu funktionieren und vielleicht muss das auch jeder für sich selber raus finden.

Ich jedenfalls wagte das Experiment mit dem alkoholfreien Wein um zumindest mein eigenes Belohnungssystem nicht kurz zu schalten. Klar hätte ich auch Wasser trinken können, aber mit alkoholfreiem Wein ist die Illusion besser - genau wie beim Fernsehen!

Unterwegs zum Hauptbahnhof habe ich bei Galeria Kaufhof vorbei geschaut und tatsächlich hatten die ein recht großes Sortiment an alkoholfreien Weinen. Ich habe 2 Flaschen gekauft, einen roten und einen weißen, von denen mir der Verkäufer sagte, die würden sogar wirklich nach Wein schmecken. Das waren auch die beiden teuersten und 0,5% Alkohol war auch noch drin. Die eine Flasche 7,99 € die andere 8,99 €

Gott sei Dank war mein Vater offen dafür, denn er hatte auch den Fehler gemacht, am Tag vorher eine Flasche Wein zu trinken. Auch er ist in die Lustfalle gegangen. Er hatte nämlich ein sehr gutes Gespräch mit jemandem, der daran interessiert ist seine Firma zu kaufen und daher hatte er das Gefühl, er dürfe/solle sich belohnen. Die wahre Belohnung - das viele Geld - lässt ja noch auf sich warten, aber vielleicht kommt es auch gar nicht, also schnappt man sich ein bisschen Alkohol, der die Dopaminausschüttung anregt und hat seine Belohnung. Viel Geld kriegen schütten nämlich auch Dopamin aus!

Und so haben wir erst eine Flasche alkoholfreien Roséwein leer gemacht und dann auch noch einen alkoholfreien Rosésekt, den ich sogar bei Rewe bekommen habe. Tatsächlich war das ganze Irgendwie wie Theater. Die Illusion war nicht perfekt, aber der Geschmack war gut, er ergänzte das Essen, er hat nicht so "glücklich" gemacht wie richtiger Wein und er hat uns auch nicht so sehr angeregt, dass wir bis tief in die Nacht am Tisch saßen und geredet haben, statt dessen waren wir um kurz nach 9 beide müde und sind ins Bett gegangen, was auch gut war.

Douglas Lisle schreibt in Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können nämlich auch darüber, dass die meisten Menschen in der westlichen Welt zu wenig Schlaf bekommen, was sie zu Genussmitteln greifen läßt und was wiederum Stress macht und sie auch wieder zu Genußmitteln und "Magic Food" greifen läßt. "Zaubernahrung" - lustig - Nahrung mit hohem Fettgehalt, hochkonzentriert und ohne Ballststoffe. Nahrung die Glücksbotenstoffe aussendet genau wie es Drogen tun.

So bin ich heute erstmals seit ich mich erinnere seit locker 48 Stunden völlig frei von irgendwelchen Stimulanzien. Und ich bin auch ziemlich müde. War gestern den ganzen Tag müde - trotz Mittagsschlaf und warte darauf, dass ich endlich regeneriert bin. Ich habe leider auch jetzt noch krankenhausbedingte Schlafstörungen, so dass ich zu früh wach werde, dann aber liegen bleibe und wieder einschlafe. Ausruhen geht aber anders...

Ach, und nochmal zum Thema Gruppenzwang: Mein Vater macht sogar so Sachen wie, wenn alle Leute, mit denen er essen geht, Schnitzel bestellen, ebenfalls eins zu bestellen...Und ich finde es bereits schwer wenn ich mit Leuten essen gehe, etwas Adäquates auf der Karte zu finden....

Naja, ich hab vegan und vollwertig gekocht und er fand es auch dieses Mal wieder sehr lecker. Es gibt fast immer gemischte Gemüsepfannen mit allem drin was im Haus ist und dazu Salat und, ebenfalls wichtig, vollwertige Kohlenhydrate. Dieses Wochenende Kartoffeln und Hirse obwohl die eigentlich einen relativ hohen Glyx haben,...

Hier mal ein paar Fotos...



Und jetzt muss ich schauen wie das weiter geht mit mir. Wie ich in der Gesellschaft zurecht komme und wann ich ausgeruht genug bin. Zu Sport habe ich nämlich überhaupt keine Lust, auch wenn ich es mache und die Lust dabei kommt. Beim Bloggen ist das genau so. Ich hab auch heute gar keine Lust in den Bioladen zu fahren oder zu lernen, was ab heute wieder auf der Tagesordnung steht. Ich nehme an, das kommt alles wieder, wenn ich regeneriert bin...

Alles Liebe,

Silke

Samstag, 19. Oktober 2013

Erleuchtung oder How to lose Weight without losing your Mind...



Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, in denen fast mehr in mir passiert ist als außen. Mal wieder weiß ich nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen, bin völlig überwältigt von den Eindrücken und finde es gleichzeitig furchtbar, dass ich nicht die Zeit hatte täglich darüber zu schreiben.

Neben den 3 Drehtagen habe ich Die Lustfalle gelesen und meine Faszination wuchs von Kapitel zu Kapitel. Ich habe den Eindruck, dieses Buch ist das Puzzelstück, welches mir zur totalen Erkenntnis über alle Lebensbereiche, mit denen ich mich jemals beschäftigt habe, noch fehlte. Douglas Lisle ist briliant, einleuchtend, wohl formuliert, auf der Höhe jeglicher Medizin, Psychologie und Evolutionstheorie. Ein Must-Read. Das wahrscheinlich wichtigste Buch, was jemals geschrieben wurde!

Nicht nur erklärt er die Lustfalle in Bezug auf Essen, sondern auch in Bezug auf die Medizin. Und dadurch ist mir endlich klar geworden, warum die Schulmedizin in so vielerlei Hinsicht eine Einbahnstraße ist. Besonders in Bezug auf Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Da wir alle, also jede Spezies auf diesem Planeten, alles mit möglichst wenig Schmerz, möglichst großer Lust und möglichst wenig Aufwand machen wollen, schon Atome sind so gestrickt, dass sie alles mit möglichst wenig Aufwand machen wollen, bedient die Schulmedizin natürlich auch genau dieses Prinzip. Der Patient will es so. Schmerzen werden durch Medikamente weg gemacht, Krankheiten durch Behandlung der Symptome vorerst zum verschwinden gebracht.

Dabei erörtert Douglas Lisle auch intensiv, dass Symptome nicht die eigentlichen Erkrankungen sind, sondern hauptsächlich Warnhinweise, dass wir mehr auf uns Acht geben sollen. Schmerzen sind Zeichen dafür, dass wir uns schonen müssen, Fieber ein Abwehrmechanismus des Körpers und überhaupt sei häufig die beste Maßnahme zur Heilung nicht, das Hinzufügen einer Substanz, sondern das Weglassen. Meine Katze wurde auch dann wieder gesund, als sie 16 Tage das Fressen einstellte. Heilfasten halt. Unser Körper hat nun mal unseren Verstand übersteigende Selbstheilungskräfte. Die hat er sich im Laufe von Millionen Jahren angeeignet und wir, die wir jetzt leben, sind nun mal die jeweils erfolgreichsten Nachkommen, der jeweils erfolgreichsten, am besten angepasstesten, am besten überlebensfähigsten Individuen unserer Spezies.

Aber da gibt es dann noch ein paar mehr Fakten. Das ganze Neurotransmitter-Ding, welches durch Genussmittel angefeuert wird und durch hochkonzentrierte Nahrung. Dabei ist die Quintessenz davon eigentlich auch in diesem wunderbaren Video zu finden. Ein Vortrag von Douglas Lisle zu Thema:

How to loose weight, without loosing your mind.



Er geht darin vor allem auf den Mechanismus ein, der zur Sättigung führt, und der funktioniert grundsätzlich bei absolut jedem. Der Magen hat Rezeptoren für Dehnung und für Nährstoffgehalt und er bestimmt darüber, wann man satt ist und wann nicht. Wenn die Dehnung fehlt, z.B. dann, wenn Ballastoffe fehlen, was immer der Fall ist, wenn man Fleisch, Milchprodukte und Weißmehl isst, bleibt ein Teil des Sättigungssystems auf der Strecke. Ein weitere Faktor ist bei konzentrierter Nahrung aber auch, dass die Nährstoffrezeptoren irritiert sind, wenn man Sachen isst, die in der Natur so nicht vorkommen. Sachen mit sehr viel Fett und sehr viel Zucker und sehr wenig Ballaststoffen. Der Körper registriert zwar, wenn man, sagen wir, 30 g Butter oder Öl isst, dass da jetzt viel Fett aufgenommen wurde, aber die exakte Berechnung des Nährstoffgehalts funktioniert nicht mehr richtig. Statt der 270 kcal, die 30 g Öl enthalten rechnen die Rezeptoren nur ca. 150 und man hat noch mehr Hunger, als man eigentlich haben sollte.

Und so isst man dann über die Jahre immer ein bisschen zu viel und die Pfunde häufen sich an. Das ist nicht bei jedem einzelnen Individuum katastrophal ausgeprägt, aber scheinbar bei den meisten. Einige wenige können tatsächlich alles essen was sie wollen und nehmen nicht zu. Wobei ich mich dann auch frage, ob das dauerhaft funktioniert und ob die nicht vielleicht doch gesünder essen. Und natürlich kriege auch die die Konsequenzen ihrer Fehlernährung irgendwann in Form von Krebs und Herzkreislauferkrankungen zu spüren.

Es liegt daher nicht an der Überfülle, dass wir übergewichtig und krank sind, es liegt daran, dass sowohl unser Sättigungssystem nicht mehr richtig funktioniert als auch unser Belohnungssystem. Wilde Tiere, die das Glück haben in einem Habitat zu leben, welches ebenfalls übervoll mit Nahrung ist, wie unsere zivilisierte Gesellschaft, werden nämlich auch nicht fett und fressen wild um sich rum. Was Tiere machen, wenn die reichlich Nahrung haben - und das hat mich völlig umgehauen - ist nämlich mehr Sex zu haben. Was ein Teil einer Erklärung ist, warum ich in den letzten 12 Jahren Armut, die ich bis quasi dieses Jahr hatte, weder viel Sex hatte, noch mich fortgepflanzt habe. Es wäre evolutionstechnischer Blödsinn, da die Nahrung und die Ressourcen noch nicht mal für mich reichten!

Und so war mir dann endlich, nach jahrelangem Suchen endlich klar, warum was gesund ist und was nicht, was falsch ist und falsch läuft und was man machen kann.

Trotz großartiger Erfolge, die ich mir Rohkost hatte, hat es mich nie richtig überzeugt, weil es irgendwie nicht plausibel war. Immerhin kochen wir als Spezies schon seit Jahrtausenden und dafür muss es doch auch einen Grund geben. Auch "vegan" ist für mich nicht wirklich plausibel, denn da wird auch Industrieschrott verzehrt und, seien wir mal ehrlich, auch beim Ackerbau sterben Tiere, wenn sie unter den Mähdrescher kommen. Das Freilegen von Ackerflächen raubt Tieren auch ihren Lebensraum.

So kam es quasi immer dazu, dass ich, wenn die Gelegenheit es ergab, Ausnahmen gemacht habe. Und so habe ich noch nie, nicht mal in meinen 100% Rohkostzeiten bei Dreharbeiten keinen Süßkram gegessen, fast nie keinen Kaffee getrunken und auch allzu häufig war ich verführt dazu, eine zu rauchen. Schlicht und ergreifend deshalb, weil mir immer klar war, dass das, wenn ich es an einem einzigen Tag mache, kaum Konsequenzen für meinen Gesundheit hat.

Das war dieses Mal anders. Es hat zwar keine Konsequenzen für meine Gesundheit, aber durchaus für mein Belohnungssystem! Daher bin ich da diesmal völlig anders ran gegangen. Ich war erstmals wirklich überzeugt davon, dass ich das wirklich nicht konsumieren will, weil ich will, dass mein Belohnungssystem weiterhin auf der Reihe bleibt. Ich will mit meinem Leitsystem im reinen sein, ich will echte gute Gefühle haben und mich davon leiten lassen. Echte wahre Lust nicht eine die durch Drogen und Genussmittel induziert wird. Denn wenn man das macht, ist das eigenen kurzgeschaltet und funktioniert nicht mehr, oder wesentlich schlechter. So kriegt der Blogname dann plötzlich auch wieder eine treffende Bedeutung: die Suche nach echter, wahrer, purer, reiner und damit roher Lust und nicht notwendigerweise der Verzehr 100%iger Rohkostnahrung - die dummerweise auch das Belohnungssystem irritiert wenn es sich um Nüsse, Agavendicksaft, Obstsmoothies, Obstsäfte oder sehr fetthaltiges Fleisch und Öle handelt.

Der Plan war zum einen selber etwas zum Essen mitzunehmen aber nicht alles. Ich wollt
auch gucken, wie ich mit gesellschaftlichen Situationen zurecht komme und welche Kompromisse ich ggf. würde machen müssen. Mitgenommen hatte ich einen Vollwertblondie und einen Organic food bar, was zwar beides auch nicht die optimale Nahrung für das Belohnungssystem ist, aber besser als alles was es dort gab.

Mittwoch Nachmittag fragte ich, den Aufnahmeleiter, wann denn das Mittagessen angesetzt sei, weil ich Hunger hatte. Er darauf: "Hast du kein Brötchen gegessen?" Ich: "Ich esse sowas nicht. Kein Weißmehl und ich vermeide auch Süßigkeiten, wenn ich kann". Darauf er: "Warum hast du das nicht eher gesagt? Dann hätte ich für dich was anderes besorgt! Ich kann für die Darsteller genau das besorgen, was die haben möchten, das ist überhaupt kein Problem!" Und daraufhin erzählte er mir die Geschichte, wie er Anfang des Jahres mal keine Süßigkeiten mehr gekauft hätte und nach 3 Wochen sei ihm das Team aufs Dach gestiegen, weil es keine Süßigkeiten gab, so dass er sie dann doch wieder gekauft hätte. Beim Fernsehen gibt es immer nur folgendes zu essen: Kaffee, Brötchen und Süßigkeiten - aber ich treffe auch immer wieder Leute dort, die es genau so stört wie mich, dass man sich beim Fernsehen einfach nicht halbwegs anständig ernähren kann. - Aber der Gruppenzwang lässt uns dann alle nachgeben...

Für meine Kaffeegelüste hatte ich koffeinfreien, löslichen Kaffee mitgenommen, der noch von meinem Geburtstag über war. Ich bin nämlich ein großer Freund der Selbstverarsche. Das Rauchen habe ich mir mit Nikotinkaugummis abgewöhnt und diese dann wiederum mit normalen Kaugummis. So geht das auch mit Kaffee, denn es ist nicht nur der Suchtstoff, der einen das konsumieren lässt, sondern auch die Gewohnheit. Douglas Lisle schreibt in einem Kapitel auch sehr außergewöhnlich über Gruppenzwang und Experimente über soziale Integrität. Ein jüdischer Forscher kam in den 60er Jahren, zu seinem eignen Missfallen, auf den Gedanken, dass wahrscheinlich nicht alle Deutschen im Dritten Reich das manifestierte Böse waren, sondern dass es nur ein paar Nazis gab und die anderen aus sozialer Integrität mit gerannt sind.

So ist das auch bei Drogen, bei meinen Alkoholproblemen bei Dates und überhaupt in gesellschaftlichen Situationen. Ich tue mich sehr schwer damit nicht "mitmachen" zu können. Allein schon der Gedanke daran löst schlechte Gefühle bei mir aus und der Gedanke daran dann wieder den expliziten Wunsch nach Genussmitteln. Teufelskreis.

Daher bin ich auch kein Freund der Cold-Turkey-Variante der Entwöhnung. Also von jetzt auf gleich sofort mit allem aufzuhören was ungesund ist. Man sollte sich da besser nach und nach rantasten und nach und nach schlechtere Nahrungsmittel durch bessere austauschen. Jetzt alles auf ein mal bleiben lassen zu müssen löst so viel Unwohlsein aus, dass man am liebsten sofort zu ungesunden Sachen greifen möchte, weil sie beruhigen oder glücklich machen. Wie schrieb Allan Carr: Die meisten Raucher finden sich vor den Türen der Krebskliniken. Krebs erzeugt Angst und das wiederum den Wunsch nach einem Beruhigungsmittel: Nikotin

Mittags wurde in einem Restaurant in Ehrenfeld, der veganen Hochburg Kölns wie's scheint, gegessen, denn das Restaurant Speisemeister hatte explizit ein veganes Gericht auf der Karte, was ich bestellt habe. Süßkartoffelgratin. Donnerstag hatte ich einen großen grünen Salat und dazu kein Weizenweißmehlbrot. Weizen irritiert auch das Belohnungssystem, da das Gluten zu opiatähnlichen Teilchen zerlegt wird, welches die Opiatrezeptoren ansteuert und dann beruhigt. Mir wurde in den letzten 3 Tagen auch klar warum meine Mutter überhaupt erst durchgedreht ist, nachdem sie auf Gluten verzichtet hat. Ihre Droge, ihr Beruhigungsmittel war weg und sie hat sich unweigerlich darauf gestürzt unsere Familie zu zerstören.

Gestern hatte ich nicht so viel Glück, da bei einem Pizzadienst bestellt wurde, ich hatte keine Zeit oderndlich in die, auf einem Smartphone angezeigte Speisekarte zu schauen und habe einen Fitnesssalat bestellt. Der enthielt dummerweise Käse und war zudem echt mies. Den Käse habe ich gegessen, obwohl ich den am Donnerstag, als mir ein Dinkelvollkornbrötchen leider auch mit Käse, gegeben wurde, weggeschmissen habe. Normalerweise hätte ich ihn gegessen, einfach nur, weil er umsonst war, weil wegwerfen es auch nicht besser macht und weil eine Scheibe Käse noch keinen Krebs oder Herzinfarkt macht. Ich hab ihn weggeworfen, weil er mein Belohnungssystem irritiert. - Gestern nicht, dafür habe ich dazu Roggenvollkornbrot gegessen, was ich mitgebracht hatte um zumindest das Fett im Käse auszugleichen und meinen Sättigungsmechanismus besser zu unterstützen.

Schlussendlich habe ich mich aber durchweg besser gefühlt. Mehr im Reinen mit mir selbst, konnte auf mein natürliches Ruhebedürfnis eingehen und habe mich schlussendlich gefragt: Hat mir Drehen bisher immer nur deshalb Spaß gemacht, weil ich da Drogen konsumiert habe? - Es war nämlich superanstrengend und hat kaum Spaß gemacht, weil das Niveau, was ich gerne hätte, einfach nicht erreicht wurde und weil ich die Hauptrolle hatte und in jeder, aber auch jeder Szene drin war. Für so viel Arbeit war das zu wenig Geld, auch wenn ich exakt die Tagesgage hatte, die ich haben wollte und dafür 1,5 Monate im Biolanden arbeiten muss Nächstes Mal muss ich für eine Hauptrolle mehr verlangen.

Und tatsächlich war ich heute früh auch wieder bei nur 59,3 kg. Das mit dem Sättigungsmechanismus, was Douglas Lisle in dem Video beschreibt, war mir nämlich neu und eigentlich habe ich meinem Sättigungsmechanismus auch noch nie vertraut. Ich bin nämlich in der Lage auch bei vollwertiger, pflanzlicher, fettarmer Nahrung zu viel zu essen, so dass ich dennoch zunehme. - Aber das, so die Erkenntnis über das Belohnungssystem liegt in meinem Fall dann daran, dass immer noch Genussmittel teil meiner Nahrung waren und wenn ich die dann weg lasse habe ich das Bedürfnis die ausbleibenden Botenstoffe doch durch zu viel Essen zu bekommen. Zu100% habe ich das noch nicht begriffen, aber was da die letzten 3 Tage passierte, war für mich eine völlig neue Welt. Könnte es doch sein, dass man wirklich, also sogar ich, wenn die richtigen Nahrungsmittel verzehrt werden, so lange essen kann, bis man satt ist? Ich glaube ja. Auch wenn ich dem Braten noch nicht traue...Und ich muss auch noch mehr mit Nahrungsmitteln experimentieren. Sie dürfen weder zu stark konzentriert sein, noch einen zu hohen glykämischen Index haben, damit das reibungslos funktioniert. Und man darf sie nicht als Ersatzbotenstoffbereitsteller für Genussmittel verwenden.

Heute fahre ich zu meinem Vater, daher hört ihr erst wieder am Montag von mir. Aber jetzt bin ich definitiv wieder da. Der Stress ist vorbei. Das hat auch mein Körper bemerkt, da ich meine Tage bekommen habe, die letzten Monat - Schuld ist das Krankenhaus - ausgefallen sind, was mir fast noch nie in meinem Leben passiert ist!!!

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 15. Oktober 2013

The Pleasure Trap - oder Alles über das Belohnungssystem...



Ich habe ein Problem, was sich in den letzten Monaten immer wieder gezeigt hat und vorgestern, besser gesagt gestern, habe ich den Punkt erreicht, dass es mir nicht mehr in den Kram passt und ich es abstoßen will. Folgendes: Immer wenn ich einen Mann date, bin ich nicht in der Lage keinen Alkohol zu trinken.

Das hat so mancherlei Gründe. Die Männer trinken überhaupt selber recht gerne Alkohol und ich mache aus Gruppenzwang mit. Ein weiter Grund sind aber meine eigenen Unsicherheiten in Bezug auf das Date. Ich weiß z.B. nicht mit welcher Einstellung der Mann an das Date ran geht, welche Gefühle er in Bezug auf mich hegt. Ob er mich ins Bett kriegen will, oder andere Gefühle entwickelt. Ich habe aber auch Angst davor eingeschränkt und eingeengt zu werden. Wenn es ein Mann ist, der mir sehr gefällt bin ich unsicher ob ich ihm gefalle. Ich bin unsicher ob der Abend überhaupt was wird, ob man sich was zu sagen hat oder ob es langweilig wird und wie ich da wieder raus kommen würde, wenn es doof wird. Und das alles führt dazu, dass mein Belohnungsstystem mir sagt, ich solle irgendwas konsumieren was beruhigend und sedierend auf mich wirkt, was mich aber auch gleichzeitig enthemmt.

Vorgestern Abend war ich mit dem Maler verabredet. Er war bei mir zuhause, wir haben lecker vegan gekocht und dann den restlichen veganen Wein von meinem Geburtstag, seinen Lieblingswein, leer gemacht. Das Date hat 12 Stunden gedauert und wir haben ausschließlich geredet über Gott und die Welt. Gestern war ich völlig durch den Wind. Er aber auch. Wir mussten beide arbeiten. Und ich, für meinen Teil, hasse diese Tage danach.

Gestern in der Post war dann The Pleasure Trap: Mastering the Hidden Force That Undermines Health and Happiness und als ich erstmal angefangen hatte es zu lesen, war ich völlig angefixt. Alles machte plötzlich wieder Sinn, ich wusste wo ich hin musste, wo ich hin wollte, was das alles auf sich hat, warum mein Belohnungssytsem momentan völlig durcheinander ist (was das Krankenhaus schuld ist, weil ich da einfach nicht machen konnte, was in meiner Welt irgendwie sinnvoll ist) - Hab grad rausgefunden, dass es das Buch auch auf Deutsch gibt, ist aber ein bisschen teurer: Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können

Im Leben geht's um die Erhaltung der Art. Das macht man, indem man sich gut ernährt und indem man sich fortpflanzt (da bin ich beim Thema Dating). Das Belohnungssystem funktioniert in Form einer Triade. Hat 3 Bestandteile: Lust/Glück/Zufriedenheit finden, Schmerz vermeiden und alles mit möglichst wenig Anstregungen bewältigen. Dazu hat es unterschiedliche Botenstoffe. Dopamin für Lust und Glück, Serotonin für grundsätzliche Zufriedenheit. Dopamin wird bei Sex ausgeschüttet, Serotonin, wenn man Dinge macht, die einem sinnvoll erscheinen, seine eigene Existenz und die Erhaltung der Art zu sichern. Wenn ich mich daran setze zu lernen, zu bloggen, meine Workshops zu organisieren, joggen gehe, diszipliniert die Dinge mache, von denen ich weiß, dass sie mir Freude bereiten, dass sie zu Resultaten führen, die mir in Zukunft Freude bereiten, dann funktioniert das über Serotonin: Man hat eine grundsätzliche Zufriedenheit.

Das wurde mir durch das Krankenhaus genommen, weil ich weder Geld dafür bekommen habe, noch meine Tätigkeit auf irgendwas hinsteuerte, was ich für meine Zukunft (oder für die Zukunft der Menschen und des Planeten als sinnvoll erachte. Spaß machte es auch nicht, also kein Dopamin wurde ausgeschüttet) als sinnvoll erachte. Das Resultat war, dass ich mir am Freitag Abend mein Dopamin aus Schokolade und Bier geholt habe.

Das ist natürlich alles völlig sinnlos und hat in dem Fall auch gar nichts damit zu tun, dass ich Sonntag Abend schon wieder Alkohol getrunken habe, aus völlig anderen Gründen. Aber der Kick des Werbeverhalten, das dran bleiben an einem Partner und weiterhin versuchen rauszufinden, ob daraus was wird, ob es zur Erhaltung der Art führt und zu dem Lustgefühl beim Sex, ist genau so gesteuert.

Und weil das Belohnungssystem auch darauf aus ist Schmerz, oder schechte Gefühle zu vermeiden, kommt es in alle dem auch zu Unsicherheiten. Gibt es Konkurrenten in dem Spiel? Komme ich doch nicht zum Zuge? Will ich mit diesem Partner überhaupt meine Gene replizieren? Kann ich mit ihm zusammen für den Nachwuchs sorgen? Und diese Gefühle beruhige ich dann immer mir Alkohol und der Mann wahrscheinlich auch...

Naja, mein Belohnungssystem war völlig im Arsch und ist erst wieder auf der Reihe seit ich Die Lustfalle zur Hand genommen habe, denn da geht es eigentlich nicht nur um Suchtverhalten und Arterhaltung sondern wirklich darum, wie man wirklich glücklich wird (siehe englischer Titel). Das geht nämlich nicht, indem man seinen Instinkt, sein Leitzentrum, mit irgendwelchen Substanzen zuschüttet, mit Alkohol, Nikotin, Koffein, harten Drogen, Zucker, Weizen, Theobromin aus Schokolade, Kasomorphinen aus Käse oder dem die Serotoninausschüttung steigerndem Fleisch. Das alles ist nämlich nicht echt, es zeigt einem nicht den Weg zu wahrem Glück und Zufriedenheit. Sie täuschen darüber hinweg. Und führen dann zu Krankheit, Unzufriedenheit und dahin, dass man zum Glücklichsein immer mehr davon braucht. Das Belohnungssystem ist kurz geschaltet. Im Falle von sexuellem Glück und richtigen Glücksmomenten ist es sogar so, dass nur eine gewisse Menge an Neurotransmittern ausgeschüttet werden kann und dann ist erstmal Schicht im Schacht. Resultat ist ein gravierender Abfall mit Frust und Depression...

Konsequenz für mich jedenfalls daraus ist wirklich alles konsequent zu meiden, was das Belohnungssystem kurz schaltet. Wird ne gewisse Herausforderung, aber auch das kickt mich gerade, weil ich weiß wofür ich es tue, für das echte Glück und weil ich jetzt schon Serotonin ausschütte, weil es mir Zufriedenheit gibt meine Energie in etwas zu investieren, was ich als wertvoll erachte und weil ich ein Ziel im Auge habe.

Das Alkohol-Männer-Problem ist die letzten Jahre nicht aufgetaucht, weil ich damit beschäftigt war mein eigenes Überleben zu sichern indem ich mein Abi gemacht,den Studienplatz und auch das Bafög gesichert habe. Jetzt kommt das Thema Fortpflanzung plötzlich aufs Tablett, wenn es auch bisher eigentlich nur unbewußt war. Leider bin ich nicht so gestrickt, dass ich mir einfach einen reichen Mann suche und den für mich sorgen lasse...Bringt ja auch nichts, denn dann verliert der nur den Respekt vor einem, wenn man sein Geld ausgibt und er versucht einen zu steueren...

Wie dem auch sei, Dr. John McDougall hat das Vorwort zu Die Lustfalle geschrieben und sagt darin, dass dieses Buch ihm auch wirklich erst die Augen geöffnet hätte warum kranke Menschen immer so unwillig seien ihre krankmachenden Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Und das war für mich auch das frustrierendste im Krankenhaus. Und auch, dass dieses krankmachende Verhalten so gesellschaftlich akzeptiert ist, wie man am Krankenhausessen sieht. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Arthritis, Gicht und Krebs, ebenso wie Leberzirrohes, Fettleber, Lungenkrebs sind Folgen von Suchterkrankungen und damit  Resultate eines kurzgeschlossenen Belohnungssystems. Sogar mir ist das in 4,5 Jahren bloggen über Ernährung nie aufgefallen. Was ich aber wusste ist, dass mein Regulationmechanismus über was mich glücklich macht und was nicht, besser geworden ist. Das hängt ebenfalls damit zusammen. Auch, dass ich den Arsch für mein Glück hoch kriege und nicht einfach Genussmittel nehme, hat mit dem schlichten Dogmatismus 100%iger Rohkosternährung zu tun. Der ist zwar medizinischer Blödsinn, hat mich aber bei der Stange gehalten, gewisse Süchte abzustoßen...

Und gleichzeitig fühle ich mich auch sehr an das Gesetz der Anziehung erinnert. Deine Gefühle sind richtungsweisend für dein Leben. Alles was gute Gefühle macht, bringt dich in Einklang mit deinem höheren Selbst und allem was du dir für das Leben wünscht. Schlechte Gefühle machen das nicht und sind in deiner Welt einfach nur Lügen. Gehe dem aus dem Weg, auch den Leuten, die sie machen, oder ändere deine Einstellung. Mit schlechten Gefühlen kann man nicht glücklich werden. Im besten Fall kann man was daraus lernen, so wie ich gestern...

Jetzt bin ich gespannt, wie ich, oder ein betreffender Mann auf ein Date mir alkoholfreiem Bier reagiert. Ich date derzeit 4 verschiedene Männer, habe zwar eigentlich einen Favoriten, aber man braucht ja auch immer noch was im Petto. In der Natur ist es leider immer so: Das Männchen wirbt, das Weibchen wählt aus. Ich sehe keinen Sinn darin, etwas daran zu verändern...

Frühstück ist gestern ausgefallen. Danach gab es 2 Blonde Brownies nach einem Rezept von Barnard, was ich noch abwandeln muss, weil es mir nicht so richtig gefällt



Pfanne mit Austernpilzen mit Frühlingszwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas Erdnussbutter


Brot mit Senf und veganem Brie (muss ich auch noch etwas verändern, da die Konsistenz von Brie noch nicht so richtig erreicht ist)


gemischter Salat aus Blattsalat, Tomate, Paprika, Avocado, Salz, Oregano

Ob ich die nächsten 3 Tage bloggen kann, weiß ich auch noch nicht genau, da ich 3 Drehtage habe. Es ist immer noch nicht vorbei mit diesem ewigen Zu-tun-haben. Ich brauche dringend Zeit für mich, Zeit für mein Belohnungssystem, Zeit meine Werte wieder zu sortieren und meinen Alltag auf die Reihe zu bekommen und Zeit die Dinge zu erledigen, die während der Zeit im Krankenhaus einfach liegen geblieben sind. Ich sehne mich nach nächster Woche und hoffe, dass die sich nicht auch im Laufe dieser Woche völlig vollstopft. Einziger Termin den ich bisher habe ist die "Veggie World" in Düsseldorf nächstes Wochendende...

Alles Liebe,

Silke

Sonntag, 13. Oktober 2013

Sucht kommt nicht von "suchen", sondern von "siechen"...



Hiermit schwöre ich mir feierlich hoch und heilig selbst, dass das das allerletzte Mal in meinem Leben war, dass ich irgendwas tue, wo ich nicht hinter stehe. Dass ich mich nie wieder so fremdbestimmen lasse und nie wieder mich selbst so verleugne. Vor allem nicht über einen so langen Zeitraum wie 6 Wochen.

Dummerweise ist mir auch klar, dass die meisten Menschen das nicht nur sechs Wochen lang machen, sondern ihr Leben lang. In der 6. Woche war ich so weit, dass ich all den Frust kompensieren musste. Ich wurde wie alle anderen auch. Ich war zu müde und zu frustriert um ohne Kaffee zu arbeiten. Ich wollte die Woche nur noch hinter mich bringen, habe am Donnerstag schon Süßigkeiten gegessen, die eine Schwester mitgebracht hatte, die ihren letzten Tag hatte, weil sie im Mutterschutz geht und habe am Freitag 3 meiner Halloween-Muffins gegessen, die superlecker waren. Und Freitag Abend dann zuhause restliches Bier von meinem Geburtstag getrunken und Schokolade gegessen, die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Die billigste, ungesündeste Schokolade überhaupt! - Ich weiß beim besten Willen nicht, warum man überhaupt auf die Idee komm,t mir sowas zu schenken, da allgemein bekannt ist, dass ich davon nichts halte. Und wenn schon Schokolade, dann bitte mit Qualität! - Den Rest davon hab ich dann in den Müll geworfen...

Naja, und dann saß ich in der Vergnügungsfalle. Sitze immer noch drin. Habe keine Motivation, keine Lust auf irgendwas, würde am liebsten nur schlafen und kriege den Arsch nicht hoch. Zum Glück habe ich Erfahrung darin und ziehe meinen Arsch am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Ich gehe Joggen obwohl ich überhaupt keine Lust darauf habe. Das wird ein paar Endorphine ausschütten und meine Stimmung anheben und dann geht's wieder bergauf und ich werde nur noch Dinge machen, die ich gern mache.

Noch mal zur Vergnügungsfalle. Der Begriff ist von Douglas Lisle, Psychologe, der auch das Buch The Pleasure Trap: Mastering the Hidden Force That Undermines Health and Happiness, das ich mir kürzlich von meinem Geburtstags-Amazon-Gutschein auch bestellt habe. Er tritt auch in Gabel statt Skalpell auf und hält diesen wunderbaren TedTalk wo er erklärt, wie die Vergnügunsfalle funktioniert. Eigentlich ganz leicht und jedem klar.

Man macht irgendwas was viele schöne Neurotransmitter wie Serotinin und Dopamin ausschüttet, welche entweder glücklich machen und/oder beruhigen und die Glücksgefühle steigen ins Unermessliche. Genau wie beim Blutzucker, oder überhaupt bei allem im Leben, geht alles was steil ansteigt auch steil wieder bergab und man landet viel tiefer als man vorher war. Das ist der Mechanismus hinter jeder Sucht. Man braucht danach wieder mehr von dem Stoff um ein ähnliches Level an Zufriedenheit zu erreichen und crasht natürlich genau so schnell wieder. Man ist gefangen in der Vergnügungsfalle.

Eigentlich ist das mesolimbische System, das Belohnungszentrum, völlig ausgeglichen, in Ballance und kann normale Sachen als Belohnung nehmen. Freundschaft, Freude an der Arbeit, Sex/Flirts, Sport, Freude an der Natur, Liebe und all diese Dinge. Wenn man aber tagein tagaus was macht, was dem mesolimischen System überhaupt keine zufriedenmachenden Neurotransmitter zur Verfügung stellt (Job/Frustrierende Beziehung), sucht man sie sich woanders. In irgendeiner Sucht. Alles, was die Ausschüttung von Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Co. steigert ist willkommen. Was einen kickt ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche sind arbeitssüchtig, sportsüchtig oder spielsüchtig, andere haben es mit Kaffee, Nicotin, Alkohol oder eben Essen. Noch andere stehen auf die richtig harten Drogen. Ich wage mal zu behaupten, dass es niemanden gibt, der völlig frei von irgendeiner Sucht ist.

Es ist auch nichts falsch daran, von irgendwas seinen Kick an Neurotransmittern zu kriegen, so lange man sich selbst damit nicht schadet. Da 35% aller Menschen in der westlichen Welt an Herzkreislauferkrankungen sterben und 10% aller Menschen Diabetiker sind und auch Krebs in vielerlei Hinsicht durch falsche Ernährung entsteht, haben wir definitiv ein Problem. Es wird sich geschadet. - Nahrungsmittelsucht ist leider viel subtiler als Sucht nach harten Drogen.

Vor Jahren habe ich mal in einem Diätbuch meiner Mutter gelesen, dass jede andere Sucht leichter zu behandeln sei. Raucher, Trinker oder Spielsüchtige könnten theoretisch von einem Tag auf den anderen damit aufhören. Essen muss man aber täglich. Und das mehrmals am Tag. Immer wieder wird man mit dieser Sucht konfrontiert. Und auch normale, gesunde Nahrungsmittel sorgen für eine normale Ausschüttung der Botenstoffe. Daher kann man auch von gesunden Nahrungsmitteln mehr essen, als dem eigenen Hüftumfang gut tut und nimmt zu.

Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen kriegt man dann wenigstens nicht. - Ist auch schon was wert.

Und bevor ich hier noch weiter schwafele und vielleicht sogar noch ans Jammern komme hier Douglas Lisle in seinen eigenen Worten über die Vergnügungsfalle...



Gestern war ich niedergeschlagen, habe aber zum ersten Mal seit Tagen wieder vernünftig gegessen, womit ich meine, alle Nährstoffe in ausreichendem Maß aufgenommen. Das kommt nämlich auch noch hinzu: Man isst auch dann zu viel, wenn man nicht ausreichend Nährstoffe und Ballaststoffe zu sich nimmt.

Menu des Tages am 12. Oktober 2013

Milchreis aus braunem Basmatireis, Banane, Reismilch, Zimt, Hanfprotein und Erdnussbutter


3 g Spirulina
2 Grüntee

1 Banane

Plant-Power-Protein Salat aus Kichererbsen, Blattsalat, Sprossen, 1/2 Avocado, 2 Tomaten, Pilze, Currypulver, Salz, Senf


Bananenpüree mit Carob

2 getrocknete Feigen
67 g Kichererbsen
2 getrockente Feigen

Suppe aus Lauch, Möhre, Sellerie, Pilze, Reismilch, Essig, Salz, Gewürzmischung


1 Scheibe Brot

Also konzentriere ich mich jetzt darauf alle süchtigmachenden Stoffe weitestgehend wegzulassen. Mir ist auch dabei klar, dass das nicht immer zu 100% funktionieren wird, da ich ja ein Teil einer Gesellschaft bin und mich auch in der Gesellschaft bewege. Aber ein Bewußtsein für die Mechanismen und was in mir passiert, will ich wenigstens haben.

Bin gestern beim Flyerverteilen am Haxenhaus am Rhein vorbei gefahren und plötzlich wurde mir klar, warum die Menschen "früher" nicht zu 35% an Herzkreislauferkrankungen gestorben sind, obwohl sie so viel Fleisch gegessen haben: Sie sind noch früher an Infektionskrankheiten zugrunde gegangen. Sie wurden gar nicht so alt, als dass sie ihrer Arteriosklerose zum Opfer fallen konnten. Man starb an Herzversagen, aber nicht an einem Infarkt! - Mein Opa mütterlicherseits starb mit Mitte 60 an einem "zu großen Herz" wie unserer Dorfarzt es noch betitelte....Herzversagen halt....Er war ebenfalls ein großer Fleischesser...

 Wie gut, dass die Biochemie mittlerweile bewiesen hat, welche Mechanismen tatsächlich hinter Herzkreislauferkrankungen stecken.

Ich bin im Krankenhaus an einer Tüten-Ersatznahrung für Menschen, die nicht essen können vorbei gegangen. Da sind Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe etc. drin und erstaunlicherweise nur 15% Fett. Komisch, oder? Die DGE empfiehlt 20-35% Fett aber kranke Menschen kriegen Ersatznahrung mit nur 15% Fett. Ich frage mich mal wieder ob ich weniger Fett verzehren sollte und ob es eine Möglichkeit gibt, dass ich keine Pickel davon kriege und gleichzeitig auch genug Vitamin E zu mir nehme...Naja, gestern waren es jedenfalls 2066 kcal mit 19,3% Fett und die ach so gemeine Waage zeigte heute 61,2 kg. So viel hatte ich seit 3 Monaten nicht mehr!

Also wieder drauf aufs Pferd, nach 2 Wochen Pause wieder joggen gehen und mein mesolimbisches System auf die Reihe kriegen, damit es wieder normal funktioniert. Und natürlich nur noch Sachen machen, die ich gerne mache...Alles andere hat im Leben leider keinen Zweck. Wer einen Job hat, der ihm keine Freude macht, sollte wirklich, egal wie risikoreich das ist, nach einer Möglichkeit suchen, eine  andere Stelle zu finden. Es bringt's nicht ein Drittel seiner Lebenszeit mit einem Job zu verschwenden, der einem keine Freude macht und dann ein weiteres Drittel seiner Lebenszeit zu opfern, weil man an den Süchten, die ein Scheißjob im eignen Leben verursacht, zu früh stirbt...

Alles Liebe,

Silke

Montag, 7. Oktober 2013

Sucht und Sinnlosigkeit...



Ich bin am Ende, völlig fertig, ausgelaugt, habe keine Kraft mehr und brauche Urlaub. Punkt. Das Krankenhaus raubt mir alle Energie und zwar aus einem einzigen Grund: Es ist sinnlos. Alles, was da passiert ist sinnlos. Alle meine Energie ist vergeudet. Alle Arbeit, die von den Kollegen, Ärzten und Podologen geleistet wird, ist vergeudet. Man kann Diabetes Typ II nicht heilen, wenn man die Ernährung nicht umstellt. Medikamente nehmen gegen das Essen was man verzehrt und sich den entstandenen Schaden dann amputieren lassen ist Schwachsinn. - Es ist mir mittlerweile auch egal, wer daran Schuld ist, aber ich habe keine Lust länger dabei mit zu machen. Meine Energie kann ich besser woanders investieren. Kann ich besser hier investieren, wo es Menschen gibt, die Interesse an einer Verbesserung ihrer Ernährungsweise haben und wo ich Feedback bekomme in Form von E-Mails, wie sich was bei wem verbessert hat. Ich kann nicht gegen Ärzte, Patienten und Krankenhauspolitik anarbeiten...das ist eine Sisiphosaufgabe. In Zukunft stecke ich alles, was ich an Gesundheitsarbeit vor mir habe, nur noch hier rein. In mein eigenes Ding, aber vergeude meine Kraft nicht länger in einem Krankenhaus....

Dienstag hatte ich Frühschicht im Bioladen und dann Spätschicht im Krankenhaus und wider erwarten, war der Tag ganz phantastisch. Aus dem einfachen Grund, weil der Bioladen mir Energie gegeben hat, die Arbeit dort sinnvoll war und mir Freude bereitet hat und die Energie in dem Laden einfach eine völlig andere ist. Die der Menschen, die der Nahrung und die des Fokus. Ich hatte wieder das Gefühl, dass es Menschen gibt, die an Gesundheit interessiert sind, die Kunden und auch die Hersteller der Produkte, die verkauft werden. Nicht alles dort ist zwar Gold, was glänzt. Vor allem gibt es dort natürlich auch zu viel gesättigte, Fette, Weißmehl und Zucker, wenn auch alles in Bioqualität. Aber hier halte ich es mit Kant: Der gute Wille zählt. Im Krankenhaus existiert kein Wille zur Veränderung der eigenen Verhaltensweisen. Meine Stimmung Dienstag Nachmittag im Krankenhaus war durch den Bioladen daher optimal!

Viel Energie habe ich auch in meinen Geburtstag am Donnerstag investiert und 2 Dips gemacht, 2 Salate, viel eingekauft, vegane Bioweine besorgt, mich geweigert koffeinhaltigen Kaffee zu reichen oder auch Kuhmilch, und keiner hat sich beschwert, außerdem gab es 4 Kuchen, die ich gebacken habe, einer ist nichts geworden, einer ging mit zur Frühschicht im Krankenhaus und zwei waren für meine Gäste zuhause. Rezepte gibt es die Tage. Außerdem habe ich eine vegane Vollkornlasagne gemacht und allen hat es sehr geschmeckt. Ich selber war wohl am kritischten, denn die Lasagne hat mir nicht sonderlich gefallen...Ich hab unglaublich viele Reste übrig und esse jetzt noch davon, weil man ja immer bei Parties viel zu viel vorbereitet. Es gab also keine tierischen Fette, kein Weißmehl, keinen raffinierten Zucker und alle fanden es lecker.... Aber auch diese rein pflanzliche Ernährung war nicht optimal, da vor allem in den Salaten, die ich nach Rezept gemacht habe, reichlich viel Fett drin war. Rückblickend hat auch das mich wieder ziemlich irritiert und mich daran denken lassen, dass einfach nur "vegan" ganz klar nicht der Weisheit letzter Schlus ist. Weder "Oreo-vegan" noch "Olivenöl-vegan". Und Nährstoffe kommen auch zu kurz, wenn man nicht reichlich Grünzeug isst - obwohl mein Geburtstagsessen schon das gesündeste Geburtstagsessen überhaupt war.

Samstag und Sonntag Abend war ich mit meinem Joggingfreund im Kino nach Arbeit im Bioladen, Sonntag habe ich mir ganz alleine für mich genommen, was sowas von nötig war und Barnard gelesen. Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally - immer wieder und alle Stoffe gegoogelt, die irgendwo drin sind und irgendwie süchtig machen können. In Käse, Fleisch, Zucker und Schokolade. Dabei bin ich auch hier noch nicht ganz klar, obwohl es fast immer um die Opiatrezeptoren geht. Aber nicht ausschließlich. Zucker, zum Beispiel, wirkt zum einen allein über den Geschmack. Zumindest wahrscheinlich...So ganz ist das noch nicht erforscht. Wenn dem so sein sollte, würde das auch für Stevia gelten oder andere Ersatzsüßungsmittel. Wahrscheinlich wirkt er, würde ich annehmen, auf mehreren Ebenen. Wahrscheinlich reicht der süße Geschmack auf der Zunge aus um körpereigene Opiate auszuschütten, die dann an die Opiatrezeptoren binden und beruhigend und schmerzstillend wirken. Gleichzeitig sorgt Zucker aber, also Glucose, für einen Insulinanstig und Insulin wiederum wirkt sich auf eine gesteigerte Dopaminausschüttung aus und Dopamin wirkt besonders auf das mesolimbische System, das "Belohnungszentrum", im Mittelhirn. Dopamin ist auch der Grund warum Fleisch so reizvoll ist, denn es hat einen verhältnismäßig hohen Insulinindex und "belohnt" auf diese Weise auch. Wenn man Zucker mit Fett mischt, wird dieser Effekt noch gesteigert. Käse enthält Kasomorphine, von denen man davon ausgeht, dass sie durchaus auch die Darmwand passieren und ebenfalls die Opiatrezeptoren ansteuern können. 100% bewiesen ist auch das noch nicht, macht aber Sinn, wenn man sich anschaut, wie schwer sich Käse abgewöhnen lässt. Das Selbe gilt für Weizengluten, welches Gliadorphin enthält und ebenfalls die Opiatrezeptoren ansteuert. Auch hier ist nicht 100% geklärt, ob es die Darmwand durchdringt. Ebenfalls Opiatrezeptoren ansteuern können die Endorphine, die ausgeschüttet werden, wenn man Sport treibt oder Sex hat.

Mein Plan für das neue Lebensjahr ist daher mal die Substanzen aus Nahrungmitteln zu reduzieren, die über die Opiatrezeptoren glücklich machen und nur auf meine eigenen Endorphine zu achten. Exorphine vs. Endorphine.

Dummerweise greift man besonders dann zu Exorphinen, wenn man unausgeruht, unzufrieden und überlastet ist. Daher läßt das wohl noch 4 Tage auf sich warten. Weitestgehend verzichten würde ich gerne auf raffinierte Zucker wie Agave, Ahornsirup, Reissirup und Co. und möglichst über Früchte und Trockenfrüchte süßen. Kakao soll durch Carob ersetzt werden, Käse und Fleisch esse ich ja eh nicht...

Koffein dockt nicht an die Opiatrezeptoren an sondern wirkt anders. Wie habe ich mir noch nicht wiedergabefähig angeeignet. Auch Nikotin wirkt anders, macht aber süchtig. Zucker, Schokolade, Käse und Fleisch wirken genau wie Heroin und Morphin aber in wesentlich geringerem Ausmaß. Endorphine auch, das tut dem ganzen aber keinen Abbruch.

Weizen will ich auch noch vermeiden, alle anderen Getreide sind in Ordnung, die enthalten kein Gliadorphin.

So, und zu essen gab es gestern folgendes...

225 g Bulgursalat mit Guacamole
4 Rohkostpralinen
4 Grüntee

400 g Sojajoghurt mit Apfelmus, Stevia und Zimt
1 Feige
30 g Rosinen

Bulgursalat, Guacamole und Chicoree


1 Rohkostpraline

2 St. vegane Lasagne al Forno


2 Tassen koffeinfreier Kaffee mit Sojamilch und Stevia

2066 kcal. Ich gehe natürlich mal wieder nicht auf die Waage. Locker noch ne Woche nicht...

Allerdings muss ich zu obiger Ausführung noch ergänzen, wovon Barnard nix schreibt, aber Wikipedia durchaus unter Kasomorphien: Es gibt auch Sojamorphine. Tofu kann das also auch, was Käse kann...Bei der Verdauung von Spinat entsteht das Rubisculin und auch das bindet an die Opiatrezeptoren...

Und was mir auch noch einfällt: Vielleicht stehen Diabetiker auch darauf sich Insulin zu spritzen, weil Insulin die Dopaminausschüttung verstärkt. Dann sind sie nicht nur süchtig nach Weißmehl, Fleisch, Zucker, Schokolade und Käse, sondern auch noch nach Insulin.

Und so schließt sich der Kreis. Ich arbeite nicht in einem normalen Krankenhaus, sondern in einer Suchtklinik in welcher nur die Symptome der Sucht behandelt werden, nicht aber die Ursachen...Es ist sinnlos...

Alles Liebe,

Silke