Newsletter

Posts mit dem Label die Lustfalle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label die Lustfalle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 21. November 2013

Eat to live - revisited



Folgende Überlegung: Wenn ich 2000 kcal esse und 3 Mal die Woche Ausdauersport mache, nehme ich ab. Das ist so weit klar. Bei natürlicher, nichtkonzentrierter Nahrung, die das Belohnungssystem nicht negativ beeinflusst, funktioniert der Sättigungsmechanismus jedes Menschen normal. Wie kriege ich also meinen Sättigungsmechanismus mit den 2000 kcal kombiniert?

Ich habe mich zunächst mal gefragt, ob evtl. auch Salz ein Faktor dabei sein könnte, weil Salz sowohl in  Die Lustfalle angesprochen wird, auch wenn es nicht auf das Belohnungssystem wirkt, aber ich hab schon öfter davon gehört, dass man mit Salz dazu neigt, mehr zu essen als man braucht. Eigentich rät sowieso jeder der Ärzte, die ich so lese von Salz ab: Esselstyn, Barnard, Fuhrman, McDougall, Ornish etc. - das hat allerdings hauptsächlich damit zu tun, dass Salz den Blutdruck erhöht und die meisten Übergewichtigen, die von Herzkrankheiten, Diabetes und Co. bedroht sind, bzw. am Metabolischen Syndrom leiden, auch einen zu hohen Blutdruck haben. Ich hingegen habe einen zu niedrigen, daher greift das Argument bei mir nicht.

Nichts desto trotz warnt Dr. Alan Goldhammer vor SOS: Sugar, Oil, Salt - Esselstyn und Fuhrman erlauben auch keinerlei Salz, Barnard rät zur sparsamen Dosierung. Schlussendlich brauchen wir natürlich eine geringe Menge Salz, die man auch aus Gemüse beziehen kann, oder eben auch aus ein bisschen Speisesalz. Kritisieren muss man nur diese Riesenmengen Salz in Fastfood, Chips, Dosennahrung oder auch in der Champignoncremesuppe im Brauhaus vorgestern Abend. Widerlich - und dennoch konnte ich nicht aufhören zu essen, weil mein Körper aufgrund des Erregers, gegen den meine Mandeln gerade kämpfen, Wasser behalten will.

Naja, jedenfalls habe ich vorgestern Abend mal alles Öl und Salz in den Keller gebracht um es aus der Küche zu schaffen und mit vorgenommen mal SOS-frei zu leben. Gleichzeitig habe ich Dr. Joel Fuhrmanns Buch Eat to Live: The Amazing Nutrient-Rich Program for Fast and Sustained Weight Loss  hervor gekramt, was ich seit 3 Jahren oder so nicht mehr gelesen habe, von dem ich aber noch wusste, dass es auch salzfreie Rezepte enthält. Eat to live ist ein Diätprogramm was schlussendlich genau so funktioniert wie das von Barnard, nur sind die Regeln etwas konreter. Fuhrmann ist ebenfalls ein Verfechter der fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung, wobei er nicht darauf beharrt, dass man vegan leben muss um gesund zu sein, sondern sagt etwa 150 g Fleisch die Woche sei in Ordnung, wobei das natürlich fettarm sein soll. Fuhrman hat auch kürzlich erst sein eigenes Diabetesheilungsbuch heraus gebracht. The End of Diabetes: The Eat to Live Plan to Prevent and Reverse Diabetes und im Gegensatz zu Barnards Buch oder auch Cousens Buch scheint diese demnächst auch unter dem Titel Diabetes einfach wegessen: Das erfolgreiche Ernährungskonzept gegen Diabetes Typ 2 auf Deutsch zu erscheinen. Jippy!

Wie ich das sehe sind sich hier wirklich alle einig. Die Uni, das Krankenhaus, etliche Ärzte und Biochemiker - Fett ist der Bösewicht. Haushaltszucker aber auch, weil Fructose von der Leber in VLDL (Very low density Lipoprotein) ein Fett, verwandelt wird, welches von dem Hormon LPL in die Fettzellen zur Lagerung eingeschleust wird. Deshalb macht Zucker genau so Fett wie Fett. Stärke hingegen, würde, so Barnard, größtenteils in Wärme verwandelt und kaum eingelagert. Wenn man jedoch Stärke mit Fett isst, oder Weißbrot mit Butter, lager der Körper die Butter ein und verbrennt das Brot. Nichts von dem Brot landet auf den Hüften und daher ist es wichtig fettarm zu essen.

Fuhrmann hat ein Programm was 6 Wochen dauert, was man streng durchziehen soll, mit folgenden Regeln:

Unmengen essen darf man von:

rohem Gemüse
gekochtem Gemüse außer stärkehaltige wie Möhren, Kartoffel, Kürbis etc.
Mindestens 1 Tasse Hülsenfrüchte
Mindestens 4 St. Obst
Als Ziel: 1 Pfund Grünzeug am Tag

Limitiert

1 Tasse gekochte Stärke also Kartoffeln, Brot, Haferflockern, Getreide etc - aucht gekochte Möhren
1 Unze = 28 g Nüsse
2 Unzen = 56 g Avocado
1 EL Leinsamen

Veboten

Milchprodukte
Tierische Produkte
Essen zwischen den Mahlzeiten
Fruchtsaft und Trockenfrüchte

Fuhrmann vertritt die Theorie, dass man in möglichst wenig Kalorien mögichst viel Nährstoffe packen muss und auch das ist halt ein Grund wenig Fett zu essen. Es hat zwar viele Kalorien aber wenig Nährstoffe. Grünzeug hat viele Nähstoffe aber wenig Kalorien. Wenig Kalorien zu essen führt auch er an als Mechnismus die Langlebigkeit zu steigern, was aber nur funktionierte, wenn man ausreichend Nährstoffe zu sich nehme.

Somit habe ich gestern einfach mal getan was Fuhrman sagt und mich nach seinen Regeln ernährt, was mich beim Sattessen auf 2075 kcal gebracht hat. Es kann aber auch sein, dass ich weniger Hunger hatte, weil ich die Tage zuvor zu viel gegessen hatte und eigentlich hatte ich auch vor, das Frühstück ausfallen zu lassen...Und eigentlich hatte ich auch vor joggen zu gehen, aber in Anbetracht meiner überforderten Mandeln habe ich das gelassen.

Von Fuhrmanns Programm aus, wollte ich dann Douglas Lisles Empfehlungen folgen und die Sachen, die zu konzentriert sind, dann gegen andere Sachen tauschen, statt Brot und Pasta eben Getreide pur zu essen - aber Brot und Pasta habe ich gedacht, kann ich auch gleich weglassen. Nüsse jedoch nicht. Bei Nüssen kann man auch immer noch einen Abstrich machen. Genauso bei sehr kalorienhaltigem Obst wie Kaki oder iranische Datteln. Kaki ist ja sogar erlaubt, aber Datteln??? - Ich war da unsicher, denn iranische Datteln sind frische Datteln und die sind eben nicht so konzentriert und müssen auch im Kühlschrank gelagert werden. Da ich noch eine Packung habe, dachte ich, lasse ich sie mal drin in diesem Experiment. Eine Kaki hat jedoch über 300 kcal und da kann man besser 3 Bananen essen als eine Kaki!

Also Menu des Tages gestern am 20. November 2013

2 Bananen mit Sunwarrior Vanille, 2 Datteln und Zimt püriert mit 150 ml Wasser
2 Dattel-Vanille-Plätzchen


2 Möhren
7 iranische Datteln
3 Dattel-Vanille-Plätzchen
1 fettarmer, roher Spekulatius

Gemüsepfanne aus Mangold, Kohlrabiblätter, Stangensellerie, Rest Zucchinispaghetti vom Workshop, Nori, Hefeflocken Kichererbsen, Thai Curry Paste und einer Sauce aus Tomate, 30 g Avocado und etwas Dattelsirup


1/2 Banane

1 Kaki
1/2 Banane
4 iranische Datteln

Rest vom Mittagessen
Topinambur-Curry-Suppe


1/2 Banane

Weil ich kein Salz in der Küche hatte, habe ich alles in die Gemüsepfanne gegeben, was halbwegs salzig schmeckt. Tomate, Sellerie, Nori und Hefeflocken. Es war dann nicht so salzig, wie ich es mir gewünscht  hätte, aber durchaus genießbar. Falls mir Essen in Zukunft zu wenig salzig ist, habe ich mir gedacht, muss ich halt was anderes essen...

Für die Dattel-Vanille-Plätzchen habe ich 3 Versuche gebraucht um sie so hin zu kriegen, wie ich sie haben wollte: Echt vollwertig mit wenig Fett und trotzdem lecker. Ich poste sie heue noch bei Silkes Suessen allerdings sehen sie ohne Glasur noch sehr langweilig aus und ich weiß noch nicht wie ich eine fettarme, vollwertige Glasur machen kann...Ich hab aber eine Idee!:-)

Naja, schlussendlich erlaubt Fuhrman 22,2 g Fett aus anderer Nahrung die nicht Obst, Gemüe, Getreide und Hülsenfrüche ist und schlussenlich entsprich auch das den Kritierien, die in der Diabetesschulung aufgestellt wurden. 2 EL Fett, sei es Butter oder Öl oder sonst was. Außer, dass den Diabetikern ja auch noch ein kleine bisschen Wurst, Fleisch und Käse gelassen wurde.

Warum Fuhrmann Getreideprodukte limitiert, Barnard aber nicht, weiß ich nicht, aber schlussendlich kam ich gestern auf den selben Fettprozentsatz wie bei Barnard: 17%

Rein technisch betrachtet könnte man also auch fettarme tierische Produkte essen, statt der Avocado und der Nüsse, die dann zwar keine essentiellen Fettsäuren liefern, aber vielleicht reichen die in Gemüse, Getreide und Hülsensfrüchten ja auch aus?! Das habe ich noch nicht überprüft...Aber dann kommt einem wieder Barnard dazuwischen, der eine Studie gepostet hat, betitelt "How Plant-Based Do We Need to Be to Achieve Weight Loss? Results of the New Dietary Interventions to Enhance the Treatments for Weight Loss (New DIETs) Study" welche besagt, dass der Gewichtsverlust bei veganer Ernährung am stärksten war auch wenn ansonsten sie selben Regeln galten. Vegane, vetetarische, semi-vegetarische, vegetarische mit Fisch und omnivore Ernährung, welche fettarm und mit niedrigem Glyx sein sollten wurde verglichen und die Veganer haben am besten abgenommen. Ohne Kalorienbeschränkung wohlgemerkt!

"A plant-based diet leads to more weight loss, according to findings presented at the Obesity Society’s annual conference. Researchers followed 63 obese and overweight adults on an eight-week weight-loss program based on five different dietary patterns: vegan, vegetarian, semi-vegetarian, pesco-vegetarian, and omnivorous. Each regimen encouraged low-fat, low-glycemic index foods without caloric restrictions and offered support from weekly classes. Of the five groups, the participants following the plant-based diets lost the most weight, compared with those following the nonvegetarian diets. The researchers suggest plant-based diets may work better for weight loss, because they do not focus on portion control or calorie counting.

Turner-McGrievy B, Wingard E, Davidson C, Taylor M, Wilcox S. "How plant-based do we need to be to achieve weight loss? Results of the New Dietary Interventions to Enhance the Treatment for Weight Loss (New DIETs) study." Obesity Week. November 15, 2013; Abstract T-53-OR."

Und das ist doch schlussendlich der Wunschtraum eines jeden Übergewichtigen, inklusive meiner, Essen was man will ohne zuzunehmen. Nur lecker muss es sein.

Alles Liebe,

Silke



Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wasserfasten...



Ich denke, ich darf stolz auf mich sein. Ich habe einen alkoholfreien Abend mit einem Mann zustande gebracht, der nicht mein Vater ist. Er ist aber auch kein Date, sondern ein alter Freund, daher war das vielleicht ebenfalls ein testähnliches Szenario, wie auch mit meinem Vater. Ich taste mich langsam da ran um überhaupt Zutrauen in meine "Widerstehenskräfte" zu kriegen. Womöglich ist das sogar wichtiger. Ich hab irgendwo mal gelesen, dass es beim Marathon-Training in erster Linie gar nicht um das körperliche Training ginge, sondern in das Zutrauen in sich selbst, dass man es überhaupt schaffen kann 42,195 km zu laufen. Das kann ich für mich jedenfalls definitiv bestätigen. Wenn man nicht sicher ist, ob man etwas schaffen kann, dann muss man Babyschritte ausprobieren.

Douglas Lisle ist ein großer Freund des Heilfastens und hat in Die Lustfalle auch ein Kapitel dafür reserviert.
Es beginnt mit der lustigen Geschichte darüber, wie das Heilfasten überhaupt "erfunden" wurde.

1877 kam ein Arzt aus Minnesota, namens Henry S. Tanner, auf den Gedanken, dass es Zeit für ihn sei zu sterben. Er litt an Rheumatismus und Asthma und konnte weder durchschlafen noch eine wache Minute ohne Schmerzen verbringen. Als guter Christ hielt er aber auch nichts von Selbstmord. An der medizinischen Fakultät hatte er gelernt, dass der Mensch ohne Nahrung nach 10 Tagen stirbt und so dachte er, es sei eine gute Idee einfach zu verhungern um seinen Leiden zu entkommen und aß einfach nichts mehr und trank nur Wasser. Nach 5 Tagen nur mit Wasser konnte er erstmals wieder durchschlafen, nach 11 Tagen berichtete er, dass er sich wieder so gut fühle, wie in seiner Jugend. Ihm war klar, dass er eigentlich tot sein sollte und rief einen befreundeten Arzt namens Dr. Moyer hinzu, der ihn untersuchte und bestätigte, dass er eigentlich tot sein sollte aber tatsächlich besser aussah als jemals zuvor. Unter Dr. Moyers Aufsicht fastete Henry Tanner weitere 31 Tage. Andere Ärzte, die davon hörten, hielten das Ganze für ausgemachten Blödsinn und glaubten den beiden Ärzten nicht. Tanner sei jedoch nach seinem Fasten frei von Rheuma, Asthma und chronischen Schmerzen gewesen und dann 90 Jahre alt geworden.

Enzeklopedien hätten bis 1937 noch behauptet, dass der Mensch nach 8 Tagen ohne Nahrung sterbe. 1956 hieß es, man könne 17-76 Tage ohne jegliche Nahrung leben. Douglas Lisle erwähnt das Heilfasten hauptsächlich deshalb weil er untermauern will, dass der Körper fantastische Selbstheilungskräfte hat und dass häufig die beste Heilung nicht erfolgt indem man etwas hinzu fügt, ein Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel, sondern indem man etwas weg lässt. Das gälte ebenfalls, wenn man an Nahrung denkt und daran krankmachende Nahrung wegzulassen, damit Heilung entstehen kann. Er erwähnt aber auch, dass Wasserfasten eine großartige Möglichkeit sein kann, sich aus der Lustfalle zu befreien.

Ich persönlich habe noch nie Wasserfasten gemacht, auch wenn ich viele andere Fastenmethoden bereits ausprobiert habe. Der Grund ist schussendlich, so muss ich mir jetzt eingestehen, dass ich mich auch nicht aus der Lustfalle lösen konnte und wenigstens ein bisschen was Süßes in  Säften schmecken wollte. Auch Tee beim Fasten habe ich häufig noch mit Stevia gesüßt. Als Teenager habe ich sogar in einem Fasten mal Cola light getrunken, aber das was auch ein reines "Gewichtsverlustfasten" - was natürlich überhaupt nicht empfohlen werden kann.

Im Krankenhaus gab es eine Patientin, die bereits da war als ich mit dem Praktikum anfing und wieder da war als es aufhörte. Eine alte Dame, die Diabetikerin war. Dem Krankenhaus gelang es ihren Blutzucker auf ca. 200-250 einzustellen, was natürlich auch schon viel zu hoch ist, aber tiefer ging es mit Medikamenten nicht. Die Dame wurde entlassen, kam wieder ins 'Altenheim, wo sie lebte, und am nächsten Tag war sie wieder da. Wieder mit entgleistem Blutzucker. Stellte sich heraus, dass das Altenheim, weil es die Sitzordnung beim Essen nicht durcheinander bringen wollte, die Dame an einen Tisch gesetzt hatten, auf dem Zucker stand, sie diesen konsumiert hatte und der Blutzucker wieder entgleiste. Die Dame war auch leicht Dement, so dass sie sich selber nicht im Griff haben konnte. Sie verbrachte eine Nacht auf der Intensivstation und in weiteren 3 Wochen bei uns wurde ihr Blutzucker wieder auf 200-250 runter geschraubt. Unterdessen hatte sie wenig Hunger, verweigerte die Nahrung, nahm nur 2 Bissen von mir an, aber es wurde darauf bestanden, dass sie mehr Weißbrot mit Marmelade isst. Da ich nicht in der Lage bin Menschen gegen ihren Willen was zu geben, hat den Job jemand anderer für mich übernommen, der sie dazu manipuliert hat vielleicht insgesamt 10 Bissen zu nehmen, was für das Krankenhaus als großer Erfolg gewertet wurde. Immerhin muss man essen, sonst stirbt man. Es wird auch argumentiert, dass Essen gut sei um die Verdauungsarbeit des Körpers am Laufen zu halten. Nach 3 Wochen aufpäppeln wurde die Patientin wieder entlassen.

An meinem letzten Tag im Krankenhaus, etwa 1 Woche nach ihrer Entlassung, wurde sie wieder eingeliefert. Wieder mit entgleistem Blutzucker, unmessbar mit dem Gerät, was nur bis 600 messen kann und diesmal gingen die Ärzte davon aus, dass sie es wohl nicht mehr schaffen würde und dem Tode geweiht sei. Das Altenheim hatte wieder nicht darauf geachtet, dass sie nicht in der Nähe von Zucker sitzt. Ihre Tochter war anwesend und den Tränen nahe und wieder verweigerte die Dame das Essen, wieder kam jemand, der es in sie rein stopfte...

Ich weiß nicht, wie die Geschichte aus gegangen ist und vielleicht will ich es auch nicht wissen. Ich weiß aber, dass, wenn jemand Nahrung verweigert, man das mindestens 1 Woche ruhig mal zulassen kann und unter ärztlicher Überwachung durchaus überprüfen kann, ob sich der Zustand nicht vielleicht bessert. Ich weiß auch, dass nichts essen, nicht unbedingt ein Zeichen dafür isst, dass man bald stirbt, denn meine Oma hatte noch zu Mittag gegessen und sich dann hingelegt, weil sie müde war und ist dann im Schlaf gestorben. Und vor allem weiß ich, dass meine Katze mal 16 Tage lang nichts gegessen hat und danach wieder bei bester Gesundheit war, mir andere Katzen aber schon auf dem Tierarzttisch gestorben sind.

Wir leben in einer sehr verqueren Welt...

Menü des Tages am 22. Oktober

Haferflocken mit Banane, Zimt, Rosinen, Stevia, Hanfprotein, Erdnussbutter und 1 Paranuss


2 Datteln
2 Brennnesseltee

Brot (Getreide nicht bekannt) mit Senf und veganem Brie


2 Datteln
1 Banane
1 TL Carobella

Salat aus Blattsalat, Tomate, Möhre, brauner Basmatireis, Dill und Möhren-Sellerie-Dressing (heute im Newsletter)


2 Datteln

Dinkel-Zitronen-Scone


Brauner Basmatireis mit Möhren-Sellerie-Dressing (köstlich)

2 koffeinfreie Kaffee mit Sojamilch
2 Erdinger Alkoholfrei

Ich experimentiere gerade wieder mit unter 20% Fett weil Douglas Lisle in How to lose weight without loosing your mind sagt, dass nur dann die Fettrezeptoren auch wirklich erkennen könnten, wann man satt ist und wann nicht. Er erwähnt ein Experiment bei dem die Probanden Vollkornnudeln mit Gemüse zu essen bekommen hätten, welche etwa 500 kcal enthalten haben. In der Kontrollgruppe gab es nur dies, in der Testgruppe wurde noch zusätzlich Öl über die Nudeln gegeben. 1-2 EL. Ergebnis sei gewesen, dass die Probanden, die die Nudeln mit Öl gegessen hatten, weniger gut gesättigt waren als die ohne Öl. Ich finde es interessant dem nachzugehen. Bei jeder Lust auf ein besonderes Nahrungsmittel, was ich als "Zaubernahrung" bezeichnen würde z.B. Schokolade, frage ich mich daher: Kann auch ein anderes Lebensmitteln, eines was weniger als 20% Fett und kein Weißmehl und keinen raffinierten Zucker enthält - also ein echtes Nahrungsmittel ist - dieses Verlangen stillen. Wenn es das kann, handelt es sich um richtigen Hunger, wenn es das nicht kann, ist es die Sucht. So kam es, dass ich mehr Trockenfrüchte gegessen habe als sonst, aber bei weitem nicht so viel wie bei 100% Rohkost.

Außerdem habe ich Dattelsirup gemacht. Dattelsirup besteht aus Datteln und Wasser im Verhältsnis 1 zu 1 gemischt, Datteln im Wasser eingeweicht und dann im High Speed Blender ca. 2 Minuten püriert. Dattelsirup kann man verwenden um jeglichen Flüssigzucker wie Agave, Ahronsirup oder Reissirup in Rezepten zu ersetzten. Datteln haben nämlich viel mehr Nährstoffe als alle raffinierten Flüssigzucker und auch als Honig. Ich habe dann mit dem Dattelsirup das Carobella gemacht, aber aufgrund seines hohen Fettanteils ist es immernoch "Zaubernahrung" - wenn auch nicht so extrem wie Nutella.

Und ich hab den Dattelsirup auch in die Dinkel-Zitronen-Scones eingearbeitet. Es ist aber auch noch viel Stevia mit Erythrit drin. Ich finde das zwar super, mir ist aber auch klar, dass es noch zu wenig Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen gibt und es womöglich sinnvoller ist, lieber Tockenfrüchte zu nehmen. Es gibt also noch viel mit dem experimentiert werden kann.

Auch beim alkoholfreien Erdinger frage ich mich, ob auch das "Zaubernahrung" ist, weil es ja auch Weizengluten enthält und das wiederum wird ja zu opiatähnlichen Molekülen verstoffwechselt. Und allein der süße Geschmack von Stevia stimuliert ja schon das Belohnungssystem. Muss guter Geschmack aber auch, das ist natürlich, denn sonst würde man ja überhaupt nicht essen....

Alles Liebe,

Silke

Samstag, 19. Oktober 2013

Erleuchtung oder How to lose Weight without losing your Mind...



Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, in denen fast mehr in mir passiert ist als außen. Mal wieder weiß ich nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen, bin völlig überwältigt von den Eindrücken und finde es gleichzeitig furchtbar, dass ich nicht die Zeit hatte täglich darüber zu schreiben.

Neben den 3 Drehtagen habe ich Die Lustfalle gelesen und meine Faszination wuchs von Kapitel zu Kapitel. Ich habe den Eindruck, dieses Buch ist das Puzzelstück, welches mir zur totalen Erkenntnis über alle Lebensbereiche, mit denen ich mich jemals beschäftigt habe, noch fehlte. Douglas Lisle ist briliant, einleuchtend, wohl formuliert, auf der Höhe jeglicher Medizin, Psychologie und Evolutionstheorie. Ein Must-Read. Das wahrscheinlich wichtigste Buch, was jemals geschrieben wurde!

Nicht nur erklärt er die Lustfalle in Bezug auf Essen, sondern auch in Bezug auf die Medizin. Und dadurch ist mir endlich klar geworden, warum die Schulmedizin in so vielerlei Hinsicht eine Einbahnstraße ist. Besonders in Bezug auf Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Da wir alle, also jede Spezies auf diesem Planeten, alles mit möglichst wenig Schmerz, möglichst großer Lust und möglichst wenig Aufwand machen wollen, schon Atome sind so gestrickt, dass sie alles mit möglichst wenig Aufwand machen wollen, bedient die Schulmedizin natürlich auch genau dieses Prinzip. Der Patient will es so. Schmerzen werden durch Medikamente weg gemacht, Krankheiten durch Behandlung der Symptome vorerst zum verschwinden gebracht.

Dabei erörtert Douglas Lisle auch intensiv, dass Symptome nicht die eigentlichen Erkrankungen sind, sondern hauptsächlich Warnhinweise, dass wir mehr auf uns Acht geben sollen. Schmerzen sind Zeichen dafür, dass wir uns schonen müssen, Fieber ein Abwehrmechanismus des Körpers und überhaupt sei häufig die beste Maßnahme zur Heilung nicht, das Hinzufügen einer Substanz, sondern das Weglassen. Meine Katze wurde auch dann wieder gesund, als sie 16 Tage das Fressen einstellte. Heilfasten halt. Unser Körper hat nun mal unseren Verstand übersteigende Selbstheilungskräfte. Die hat er sich im Laufe von Millionen Jahren angeeignet und wir, die wir jetzt leben, sind nun mal die jeweils erfolgreichsten Nachkommen, der jeweils erfolgreichsten, am besten angepasstesten, am besten überlebensfähigsten Individuen unserer Spezies.

Aber da gibt es dann noch ein paar mehr Fakten. Das ganze Neurotransmitter-Ding, welches durch Genussmittel angefeuert wird und durch hochkonzentrierte Nahrung. Dabei ist die Quintessenz davon eigentlich auch in diesem wunderbaren Video zu finden. Ein Vortrag von Douglas Lisle zu Thema:

How to loose weight, without loosing your mind.



Er geht darin vor allem auf den Mechanismus ein, der zur Sättigung führt, und der funktioniert grundsätzlich bei absolut jedem. Der Magen hat Rezeptoren für Dehnung und für Nährstoffgehalt und er bestimmt darüber, wann man satt ist und wann nicht. Wenn die Dehnung fehlt, z.B. dann, wenn Ballastoffe fehlen, was immer der Fall ist, wenn man Fleisch, Milchprodukte und Weißmehl isst, bleibt ein Teil des Sättigungssystems auf der Strecke. Ein weitere Faktor ist bei konzentrierter Nahrung aber auch, dass die Nährstoffrezeptoren irritiert sind, wenn man Sachen isst, die in der Natur so nicht vorkommen. Sachen mit sehr viel Fett und sehr viel Zucker und sehr wenig Ballaststoffen. Der Körper registriert zwar, wenn man, sagen wir, 30 g Butter oder Öl isst, dass da jetzt viel Fett aufgenommen wurde, aber die exakte Berechnung des Nährstoffgehalts funktioniert nicht mehr richtig. Statt der 270 kcal, die 30 g Öl enthalten rechnen die Rezeptoren nur ca. 150 und man hat noch mehr Hunger, als man eigentlich haben sollte.

Und so isst man dann über die Jahre immer ein bisschen zu viel und die Pfunde häufen sich an. Das ist nicht bei jedem einzelnen Individuum katastrophal ausgeprägt, aber scheinbar bei den meisten. Einige wenige können tatsächlich alles essen was sie wollen und nehmen nicht zu. Wobei ich mich dann auch frage, ob das dauerhaft funktioniert und ob die nicht vielleicht doch gesünder essen. Und natürlich kriege auch die die Konsequenzen ihrer Fehlernährung irgendwann in Form von Krebs und Herzkreislauferkrankungen zu spüren.

Es liegt daher nicht an der Überfülle, dass wir übergewichtig und krank sind, es liegt daran, dass sowohl unser Sättigungssystem nicht mehr richtig funktioniert als auch unser Belohnungssystem. Wilde Tiere, die das Glück haben in einem Habitat zu leben, welches ebenfalls übervoll mit Nahrung ist, wie unsere zivilisierte Gesellschaft, werden nämlich auch nicht fett und fressen wild um sich rum. Was Tiere machen, wenn die reichlich Nahrung haben - und das hat mich völlig umgehauen - ist nämlich mehr Sex zu haben. Was ein Teil einer Erklärung ist, warum ich in den letzten 12 Jahren Armut, die ich bis quasi dieses Jahr hatte, weder viel Sex hatte, noch mich fortgepflanzt habe. Es wäre evolutionstechnischer Blödsinn, da die Nahrung und die Ressourcen noch nicht mal für mich reichten!

Und so war mir dann endlich, nach jahrelangem Suchen endlich klar, warum was gesund ist und was nicht, was falsch ist und falsch läuft und was man machen kann.

Trotz großartiger Erfolge, die ich mir Rohkost hatte, hat es mich nie richtig überzeugt, weil es irgendwie nicht plausibel war. Immerhin kochen wir als Spezies schon seit Jahrtausenden und dafür muss es doch auch einen Grund geben. Auch "vegan" ist für mich nicht wirklich plausibel, denn da wird auch Industrieschrott verzehrt und, seien wir mal ehrlich, auch beim Ackerbau sterben Tiere, wenn sie unter den Mähdrescher kommen. Das Freilegen von Ackerflächen raubt Tieren auch ihren Lebensraum.

So kam es quasi immer dazu, dass ich, wenn die Gelegenheit es ergab, Ausnahmen gemacht habe. Und so habe ich noch nie, nicht mal in meinen 100% Rohkostzeiten bei Dreharbeiten keinen Süßkram gegessen, fast nie keinen Kaffee getrunken und auch allzu häufig war ich verführt dazu, eine zu rauchen. Schlicht und ergreifend deshalb, weil mir immer klar war, dass das, wenn ich es an einem einzigen Tag mache, kaum Konsequenzen für meinen Gesundheit hat.

Das war dieses Mal anders. Es hat zwar keine Konsequenzen für meine Gesundheit, aber durchaus für mein Belohnungssystem! Daher bin ich da diesmal völlig anders ran gegangen. Ich war erstmals wirklich überzeugt davon, dass ich das wirklich nicht konsumieren will, weil ich will, dass mein Belohnungssystem weiterhin auf der Reihe bleibt. Ich will mit meinem Leitsystem im reinen sein, ich will echte gute Gefühle haben und mich davon leiten lassen. Echte wahre Lust nicht eine die durch Drogen und Genussmittel induziert wird. Denn wenn man das macht, ist das eigenen kurzgeschaltet und funktioniert nicht mehr, oder wesentlich schlechter. So kriegt der Blogname dann plötzlich auch wieder eine treffende Bedeutung: die Suche nach echter, wahrer, purer, reiner und damit roher Lust und nicht notwendigerweise der Verzehr 100%iger Rohkostnahrung - die dummerweise auch das Belohnungssystem irritiert wenn es sich um Nüsse, Agavendicksaft, Obstsmoothies, Obstsäfte oder sehr fetthaltiges Fleisch und Öle handelt.

Der Plan war zum einen selber etwas zum Essen mitzunehmen aber nicht alles. Ich wollt
auch gucken, wie ich mit gesellschaftlichen Situationen zurecht komme und welche Kompromisse ich ggf. würde machen müssen. Mitgenommen hatte ich einen Vollwertblondie und einen Organic food bar, was zwar beides auch nicht die optimale Nahrung für das Belohnungssystem ist, aber besser als alles was es dort gab.

Mittwoch Nachmittag fragte ich, den Aufnahmeleiter, wann denn das Mittagessen angesetzt sei, weil ich Hunger hatte. Er darauf: "Hast du kein Brötchen gegessen?" Ich: "Ich esse sowas nicht. Kein Weißmehl und ich vermeide auch Süßigkeiten, wenn ich kann". Darauf er: "Warum hast du das nicht eher gesagt? Dann hätte ich für dich was anderes besorgt! Ich kann für die Darsteller genau das besorgen, was die haben möchten, das ist überhaupt kein Problem!" Und daraufhin erzählte er mir die Geschichte, wie er Anfang des Jahres mal keine Süßigkeiten mehr gekauft hätte und nach 3 Wochen sei ihm das Team aufs Dach gestiegen, weil es keine Süßigkeiten gab, so dass er sie dann doch wieder gekauft hätte. Beim Fernsehen gibt es immer nur folgendes zu essen: Kaffee, Brötchen und Süßigkeiten - aber ich treffe auch immer wieder Leute dort, die es genau so stört wie mich, dass man sich beim Fernsehen einfach nicht halbwegs anständig ernähren kann. - Aber der Gruppenzwang lässt uns dann alle nachgeben...

Für meine Kaffeegelüste hatte ich koffeinfreien, löslichen Kaffee mitgenommen, der noch von meinem Geburtstag über war. Ich bin nämlich ein großer Freund der Selbstverarsche. Das Rauchen habe ich mir mit Nikotinkaugummis abgewöhnt und diese dann wiederum mit normalen Kaugummis. So geht das auch mit Kaffee, denn es ist nicht nur der Suchtstoff, der einen das konsumieren lässt, sondern auch die Gewohnheit. Douglas Lisle schreibt in einem Kapitel auch sehr außergewöhnlich über Gruppenzwang und Experimente über soziale Integrität. Ein jüdischer Forscher kam in den 60er Jahren, zu seinem eignen Missfallen, auf den Gedanken, dass wahrscheinlich nicht alle Deutschen im Dritten Reich das manifestierte Böse waren, sondern dass es nur ein paar Nazis gab und die anderen aus sozialer Integrität mit gerannt sind.

So ist das auch bei Drogen, bei meinen Alkoholproblemen bei Dates und überhaupt in gesellschaftlichen Situationen. Ich tue mich sehr schwer damit nicht "mitmachen" zu können. Allein schon der Gedanke daran löst schlechte Gefühle bei mir aus und der Gedanke daran dann wieder den expliziten Wunsch nach Genussmitteln. Teufelskreis.

Daher bin ich auch kein Freund der Cold-Turkey-Variante der Entwöhnung. Also von jetzt auf gleich sofort mit allem aufzuhören was ungesund ist. Man sollte sich da besser nach und nach rantasten und nach und nach schlechtere Nahrungsmittel durch bessere austauschen. Jetzt alles auf ein mal bleiben lassen zu müssen löst so viel Unwohlsein aus, dass man am liebsten sofort zu ungesunden Sachen greifen möchte, weil sie beruhigen oder glücklich machen. Wie schrieb Allan Carr: Die meisten Raucher finden sich vor den Türen der Krebskliniken. Krebs erzeugt Angst und das wiederum den Wunsch nach einem Beruhigungsmittel: Nikotin

Mittags wurde in einem Restaurant in Ehrenfeld, der veganen Hochburg Kölns wie's scheint, gegessen, denn das Restaurant Speisemeister hatte explizit ein veganes Gericht auf der Karte, was ich bestellt habe. Süßkartoffelgratin. Donnerstag hatte ich einen großen grünen Salat und dazu kein Weizenweißmehlbrot. Weizen irritiert auch das Belohnungssystem, da das Gluten zu opiatähnlichen Teilchen zerlegt wird, welches die Opiatrezeptoren ansteuert und dann beruhigt. Mir wurde in den letzten 3 Tagen auch klar warum meine Mutter überhaupt erst durchgedreht ist, nachdem sie auf Gluten verzichtet hat. Ihre Droge, ihr Beruhigungsmittel war weg und sie hat sich unweigerlich darauf gestürzt unsere Familie zu zerstören.

Gestern hatte ich nicht so viel Glück, da bei einem Pizzadienst bestellt wurde, ich hatte keine Zeit oderndlich in die, auf einem Smartphone angezeigte Speisekarte zu schauen und habe einen Fitnesssalat bestellt. Der enthielt dummerweise Käse und war zudem echt mies. Den Käse habe ich gegessen, obwohl ich den am Donnerstag, als mir ein Dinkelvollkornbrötchen leider auch mit Käse, gegeben wurde, weggeschmissen habe. Normalerweise hätte ich ihn gegessen, einfach nur, weil er umsonst war, weil wegwerfen es auch nicht besser macht und weil eine Scheibe Käse noch keinen Krebs oder Herzinfarkt macht. Ich hab ihn weggeworfen, weil er mein Belohnungssystem irritiert. - Gestern nicht, dafür habe ich dazu Roggenvollkornbrot gegessen, was ich mitgebracht hatte um zumindest das Fett im Käse auszugleichen und meinen Sättigungsmechanismus besser zu unterstützen.

Schlussendlich habe ich mich aber durchweg besser gefühlt. Mehr im Reinen mit mir selbst, konnte auf mein natürliches Ruhebedürfnis eingehen und habe mich schlussendlich gefragt: Hat mir Drehen bisher immer nur deshalb Spaß gemacht, weil ich da Drogen konsumiert habe? - Es war nämlich superanstrengend und hat kaum Spaß gemacht, weil das Niveau, was ich gerne hätte, einfach nicht erreicht wurde und weil ich die Hauptrolle hatte und in jeder, aber auch jeder Szene drin war. Für so viel Arbeit war das zu wenig Geld, auch wenn ich exakt die Tagesgage hatte, die ich haben wollte und dafür 1,5 Monate im Biolanden arbeiten muss Nächstes Mal muss ich für eine Hauptrolle mehr verlangen.

Und tatsächlich war ich heute früh auch wieder bei nur 59,3 kg. Das mit dem Sättigungsmechanismus, was Douglas Lisle in dem Video beschreibt, war mir nämlich neu und eigentlich habe ich meinem Sättigungsmechanismus auch noch nie vertraut. Ich bin nämlich in der Lage auch bei vollwertiger, pflanzlicher, fettarmer Nahrung zu viel zu essen, so dass ich dennoch zunehme. - Aber das, so die Erkenntnis über das Belohnungssystem liegt in meinem Fall dann daran, dass immer noch Genussmittel teil meiner Nahrung waren und wenn ich die dann weg lasse habe ich das Bedürfnis die ausbleibenden Botenstoffe doch durch zu viel Essen zu bekommen. Zu100% habe ich das noch nicht begriffen, aber was da die letzten 3 Tage passierte, war für mich eine völlig neue Welt. Könnte es doch sein, dass man wirklich, also sogar ich, wenn die richtigen Nahrungsmittel verzehrt werden, so lange essen kann, bis man satt ist? Ich glaube ja. Auch wenn ich dem Braten noch nicht traue...Und ich muss auch noch mehr mit Nahrungsmitteln experimentieren. Sie dürfen weder zu stark konzentriert sein, noch einen zu hohen glykämischen Index haben, damit das reibungslos funktioniert. Und man darf sie nicht als Ersatzbotenstoffbereitsteller für Genussmittel verwenden.

Heute fahre ich zu meinem Vater, daher hört ihr erst wieder am Montag von mir. Aber jetzt bin ich definitiv wieder da. Der Stress ist vorbei. Das hat auch mein Körper bemerkt, da ich meine Tage bekommen habe, die letzten Monat - Schuld ist das Krankenhaus - ausgefallen sind, was mir fast noch nie in meinem Leben passiert ist!!!

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 15. Oktober 2013

The Pleasure Trap - oder Alles über das Belohnungssystem...



Ich habe ein Problem, was sich in den letzten Monaten immer wieder gezeigt hat und vorgestern, besser gesagt gestern, habe ich den Punkt erreicht, dass es mir nicht mehr in den Kram passt und ich es abstoßen will. Folgendes: Immer wenn ich einen Mann date, bin ich nicht in der Lage keinen Alkohol zu trinken.

Das hat so mancherlei Gründe. Die Männer trinken überhaupt selber recht gerne Alkohol und ich mache aus Gruppenzwang mit. Ein weiter Grund sind aber meine eigenen Unsicherheiten in Bezug auf das Date. Ich weiß z.B. nicht mit welcher Einstellung der Mann an das Date ran geht, welche Gefühle er in Bezug auf mich hegt. Ob er mich ins Bett kriegen will, oder andere Gefühle entwickelt. Ich habe aber auch Angst davor eingeschränkt und eingeengt zu werden. Wenn es ein Mann ist, der mir sehr gefällt bin ich unsicher ob ich ihm gefalle. Ich bin unsicher ob der Abend überhaupt was wird, ob man sich was zu sagen hat oder ob es langweilig wird und wie ich da wieder raus kommen würde, wenn es doof wird. Und das alles führt dazu, dass mein Belohnungsstystem mir sagt, ich solle irgendwas konsumieren was beruhigend und sedierend auf mich wirkt, was mich aber auch gleichzeitig enthemmt.

Vorgestern Abend war ich mit dem Maler verabredet. Er war bei mir zuhause, wir haben lecker vegan gekocht und dann den restlichen veganen Wein von meinem Geburtstag, seinen Lieblingswein, leer gemacht. Das Date hat 12 Stunden gedauert und wir haben ausschließlich geredet über Gott und die Welt. Gestern war ich völlig durch den Wind. Er aber auch. Wir mussten beide arbeiten. Und ich, für meinen Teil, hasse diese Tage danach.

Gestern in der Post war dann The Pleasure Trap: Mastering the Hidden Force That Undermines Health and Happiness und als ich erstmal angefangen hatte es zu lesen, war ich völlig angefixt. Alles machte plötzlich wieder Sinn, ich wusste wo ich hin musste, wo ich hin wollte, was das alles auf sich hat, warum mein Belohnungssytsem momentan völlig durcheinander ist (was das Krankenhaus schuld ist, weil ich da einfach nicht machen konnte, was in meiner Welt irgendwie sinnvoll ist) - Hab grad rausgefunden, dass es das Buch auch auf Deutsch gibt, ist aber ein bisschen teurer: Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können

Im Leben geht's um die Erhaltung der Art. Das macht man, indem man sich gut ernährt und indem man sich fortpflanzt (da bin ich beim Thema Dating). Das Belohnungssystem funktioniert in Form einer Triade. Hat 3 Bestandteile: Lust/Glück/Zufriedenheit finden, Schmerz vermeiden und alles mit möglichst wenig Anstregungen bewältigen. Dazu hat es unterschiedliche Botenstoffe. Dopamin für Lust und Glück, Serotonin für grundsätzliche Zufriedenheit. Dopamin wird bei Sex ausgeschüttet, Serotonin, wenn man Dinge macht, die einem sinnvoll erscheinen, seine eigene Existenz und die Erhaltung der Art zu sichern. Wenn ich mich daran setze zu lernen, zu bloggen, meine Workshops zu organisieren, joggen gehe, diszipliniert die Dinge mache, von denen ich weiß, dass sie mir Freude bereiten, dass sie zu Resultaten führen, die mir in Zukunft Freude bereiten, dann funktioniert das über Serotonin: Man hat eine grundsätzliche Zufriedenheit.

Das wurde mir durch das Krankenhaus genommen, weil ich weder Geld dafür bekommen habe, noch meine Tätigkeit auf irgendwas hinsteuerte, was ich für meine Zukunft (oder für die Zukunft der Menschen und des Planeten als sinnvoll erachte. Spaß machte es auch nicht, also kein Dopamin wurde ausgeschüttet) als sinnvoll erachte. Das Resultat war, dass ich mir am Freitag Abend mein Dopamin aus Schokolade und Bier geholt habe.

Das ist natürlich alles völlig sinnlos und hat in dem Fall auch gar nichts damit zu tun, dass ich Sonntag Abend schon wieder Alkohol getrunken habe, aus völlig anderen Gründen. Aber der Kick des Werbeverhalten, das dran bleiben an einem Partner und weiterhin versuchen rauszufinden, ob daraus was wird, ob es zur Erhaltung der Art führt und zu dem Lustgefühl beim Sex, ist genau so gesteuert.

Und weil das Belohnungssystem auch darauf aus ist Schmerz, oder schechte Gefühle zu vermeiden, kommt es in alle dem auch zu Unsicherheiten. Gibt es Konkurrenten in dem Spiel? Komme ich doch nicht zum Zuge? Will ich mit diesem Partner überhaupt meine Gene replizieren? Kann ich mit ihm zusammen für den Nachwuchs sorgen? Und diese Gefühle beruhige ich dann immer mir Alkohol und der Mann wahrscheinlich auch...

Naja, mein Belohnungssystem war völlig im Arsch und ist erst wieder auf der Reihe seit ich Die Lustfalle zur Hand genommen habe, denn da geht es eigentlich nicht nur um Suchtverhalten und Arterhaltung sondern wirklich darum, wie man wirklich glücklich wird (siehe englischer Titel). Das geht nämlich nicht, indem man seinen Instinkt, sein Leitzentrum, mit irgendwelchen Substanzen zuschüttet, mit Alkohol, Nikotin, Koffein, harten Drogen, Zucker, Weizen, Theobromin aus Schokolade, Kasomorphinen aus Käse oder dem die Serotoninausschüttung steigerndem Fleisch. Das alles ist nämlich nicht echt, es zeigt einem nicht den Weg zu wahrem Glück und Zufriedenheit. Sie täuschen darüber hinweg. Und führen dann zu Krankheit, Unzufriedenheit und dahin, dass man zum Glücklichsein immer mehr davon braucht. Das Belohnungssystem ist kurz geschaltet. Im Falle von sexuellem Glück und richtigen Glücksmomenten ist es sogar so, dass nur eine gewisse Menge an Neurotransmittern ausgeschüttet werden kann und dann ist erstmal Schicht im Schacht. Resultat ist ein gravierender Abfall mit Frust und Depression...

Konsequenz für mich jedenfalls daraus ist wirklich alles konsequent zu meiden, was das Belohnungssystem kurz schaltet. Wird ne gewisse Herausforderung, aber auch das kickt mich gerade, weil ich weiß wofür ich es tue, für das echte Glück und weil ich jetzt schon Serotonin ausschütte, weil es mir Zufriedenheit gibt meine Energie in etwas zu investieren, was ich als wertvoll erachte und weil ich ein Ziel im Auge habe.

Das Alkohol-Männer-Problem ist die letzten Jahre nicht aufgetaucht, weil ich damit beschäftigt war mein eigenes Überleben zu sichern indem ich mein Abi gemacht,den Studienplatz und auch das Bafög gesichert habe. Jetzt kommt das Thema Fortpflanzung plötzlich aufs Tablett, wenn es auch bisher eigentlich nur unbewußt war. Leider bin ich nicht so gestrickt, dass ich mir einfach einen reichen Mann suche und den für mich sorgen lasse...Bringt ja auch nichts, denn dann verliert der nur den Respekt vor einem, wenn man sein Geld ausgibt und er versucht einen zu steueren...

Wie dem auch sei, Dr. John McDougall hat das Vorwort zu Die Lustfalle geschrieben und sagt darin, dass dieses Buch ihm auch wirklich erst die Augen geöffnet hätte warum kranke Menschen immer so unwillig seien ihre krankmachenden Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Und das war für mich auch das frustrierendste im Krankenhaus. Und auch, dass dieses krankmachende Verhalten so gesellschaftlich akzeptiert ist, wie man am Krankenhausessen sieht. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Arthritis, Gicht und Krebs, ebenso wie Leberzirrohes, Fettleber, Lungenkrebs sind Folgen von Suchterkrankungen und damit  Resultate eines kurzgeschlossenen Belohnungssystems. Sogar mir ist das in 4,5 Jahren bloggen über Ernährung nie aufgefallen. Was ich aber wusste ist, dass mein Regulationmechanismus über was mich glücklich macht und was nicht, besser geworden ist. Das hängt ebenfalls damit zusammen. Auch, dass ich den Arsch für mein Glück hoch kriege und nicht einfach Genussmittel nehme, hat mit dem schlichten Dogmatismus 100%iger Rohkosternährung zu tun. Der ist zwar medizinischer Blödsinn, hat mich aber bei der Stange gehalten, gewisse Süchte abzustoßen...

Und gleichzeitig fühle ich mich auch sehr an das Gesetz der Anziehung erinnert. Deine Gefühle sind richtungsweisend für dein Leben. Alles was gute Gefühle macht, bringt dich in Einklang mit deinem höheren Selbst und allem was du dir für das Leben wünscht. Schlechte Gefühle machen das nicht und sind in deiner Welt einfach nur Lügen. Gehe dem aus dem Weg, auch den Leuten, die sie machen, oder ändere deine Einstellung. Mit schlechten Gefühlen kann man nicht glücklich werden. Im besten Fall kann man was daraus lernen, so wie ich gestern...

Jetzt bin ich gespannt, wie ich, oder ein betreffender Mann auf ein Date mir alkoholfreiem Bier reagiert. Ich date derzeit 4 verschiedene Männer, habe zwar eigentlich einen Favoriten, aber man braucht ja auch immer noch was im Petto. In der Natur ist es leider immer so: Das Männchen wirbt, das Weibchen wählt aus. Ich sehe keinen Sinn darin, etwas daran zu verändern...

Frühstück ist gestern ausgefallen. Danach gab es 2 Blonde Brownies nach einem Rezept von Barnard, was ich noch abwandeln muss, weil es mir nicht so richtig gefällt



Pfanne mit Austernpilzen mit Frühlingszwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas Erdnussbutter


Brot mit Senf und veganem Brie (muss ich auch noch etwas verändern, da die Konsistenz von Brie noch nicht so richtig erreicht ist)


gemischter Salat aus Blattsalat, Tomate, Paprika, Avocado, Salz, Oregano

Ob ich die nächsten 3 Tage bloggen kann, weiß ich auch noch nicht genau, da ich 3 Drehtage habe. Es ist immer noch nicht vorbei mit diesem ewigen Zu-tun-haben. Ich brauche dringend Zeit für mich, Zeit für mein Belohnungssystem, Zeit meine Werte wieder zu sortieren und meinen Alltag auf die Reihe zu bekommen und Zeit die Dinge zu erledigen, die während der Zeit im Krankenhaus einfach liegen geblieben sind. Ich sehne mich nach nächster Woche und hoffe, dass die sich nicht auch im Laufe dieser Woche völlig vollstopft. Einziger Termin den ich bisher habe ist die "Veggie World" in Düsseldorf nächstes Wochendende...

Alles Liebe,

Silke