Mittwoch, 4. Dezember 2013

Der Zusammenhang zwischen Fleisch und Darmkrebs...



Barnards Organisation, das Physicians Committee for Responsible Medicine schickt mir alle Nase lang neue Studien und Erkenntnisse per E-Mail zu, die immer wieder auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind. Das liebe ich so an der Lektüre der Bücher von Ärzten und Biochemikern: Jeder Satz wird mit Quellen belegt! - Ich wusste nicht, dass das in wissenschaftlicher Literatur eigentlich Gang und Gäbe ist. Woher auch? In Rohkostliteratur findet sich sowas nie! - Gerade erst kürzlich bekam ich ein neues Rohkostbuch zu gesandt und wurde gebeten es zu lesen, und es gegebenenfalls zu promoten. Einiges was darin stand fand ich richtig und gut, aber andere Sachen waren meines Wissens in der Form wissenschaftlich einfach nicht bestätigt. Ich fragte mich, wo der Autor dieses Wissen wohl her hatte, aber es gab keinerlei Quellenangaben. Leider musste ich mich in einem solchen Fall aber auch dagegen entscheiden mich positiv für dieses Buch auszusprechen.

An Studien ist auch nicht alle Gold was glänzt, auch nicht wenn sie in der Lancet oder dem New England Journal of Medicine veröffentlicht werden, aber wenn man die Quelle zu einer Studie hat, weiß man welche Köpfe und Organisationen da hinter stecken und kann sich sein eigenes Bild machen. Wenn man dann zum Beispiel eine Studie findet, welche die Firma Coca Cola in Auftrag gegeben hat, welche zu dem Schluss kommt, dass das Produkt weder süchtig noch krank macht, dann weiß man Bescheid. Außerdem kann man dann die Rahmenbedingungen, unter denen geforscht wurde, besser einschätzen. So waren zum Beispiel alle Studien, welche "bewiesen" haben, dass eine "fettarme" Ernährung nicht gesünder sei als eine mit "normalem" Fettanteil so aufgebaut, dass die tatsächliche Menge des verzehrten Fetts in der "fettarmen" Versuchsgruppe immer noch 29% ihrer Kalorien aufnahm. Als wirklich fettarm kann man eine Ernährung mit unter 15%-20% einschätzen. Zur Rückbildung von Arteriosklerose sollten es nur 10% Fett sein.

So, und deshalb liebe ich Literatur von Ärzten und finde Rohkostliteratur dämlich.

Tatsächlich könnte ich mit den paar Büchern, die ich habe, jeden Tag eine Studie aus dem Hut zaubern warum fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung das Beste ist, was man machen kann und Posts wie den heutigen produzieren.

Heute soll es aber mal um Darmkrebs gehen. Darmkrebs ist der zweit häufigste Krebs bei beiden Geschlechtern. Übertroffen wird er bei Männern von Prostatakrebs und bei Frauen von Brustkrebs. Dieser Link zu PubMed ist keine Studie sondern ein Überblick über die Zusammenhänge zwischen Fleisch und Darmkrebs (ergänzend hinzufügen könnte man auch noch Zusammenhänge zwischen Darmkrebs und den zu geringen Verzehr von pflanzlicher Nahrung mit ihren Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen)

Hier heißt es auch (echte Wissenschaftlicher formulieren immer sehr vorsichtig, Rohköstler nicht), dass viele, wenn auch nicht alle, epidemiologischen und experimentellen Studien darauf hin deuten, dass ein hoher Verzehr von Fleisch, besonders rotes und verarbeitetes Fleisch, das Darmkrebsrisiko erhöht. Potentielle Gründe dafür seien zum einen die Bestandteile des Fleisches, nämlich Eiweiß und Häm, aber auch Produkt, die erst beim Erhitzen des Fleisches entstehen nämlich N-Nitroso Teilchen und heterocyklische Amine, welche karzinogen wirken. Sie sind in der Lage das genetische Material in der Schleimhaut des Dickdarms zu verändern und das Stoffwechselgeschehen ungünstig zu beeinflussen. Gesteigerte Fermentation von unverdautem Eiweiß durch die Bakterien des Darms sowie die Ausscheidungsprodukte der Bakterien beeinträchtigen die Homöostase des Darmgewebes sowie seine Erneuerungsfähigkeit. Diese Theorie wird auch dadurch gestützt, dass der häufigste Ort der Dickdarmkrebsmanifestation der absteigende Dickdarm und das Rektum sind, wo die Fermentation von Eiweiß hauptsächlich stattfindet. Nichts desto trotz, so auch dieser Bericht, gäbe es immer noch große Kontroversen bezüglich roten Fleisch und der Darmkrebsentstehung. Tatsächlich müsse noch sehr viele geforscht werden wie und was genau passiert wenn Darmkrebs entsteht. Dass N-Nitrosteilchen und heterozyklische Amine krebserregend sind steht fest, wie sie funktionieren ist noch nicht wirklich klar. Das selbe gilt für zu viel Häm und Eiweiß in der Ernährung, sowie die Nebenpodukte der Verstoffwechselung.

Was aber natürlich völlig klar ist ist, dass Fleisch absolut nichts enthält, was vor Darmkrebs, oder irgendeinem anderen Krebs, schützen kann. Ganz und gar keine sekundären Pflanzenstoffe, die vor so vielen Krebsarten, wahrscheinlich sogar allen, schützen können. Und selbst rohes Fleisch, liebe Paleo-Anhänge, kann übermäßig genossen, krebserregend wirken. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich verzehre meine Kalorien lieber aus Nahrung die mich vor Krankheiten schützt, als aus solcher, bei der alles darauf hin deutet, dass sie krank macht.

Menu des Tages am 3. Dezember 2013

4 rohe Lebkuchenherzen
Haferflocken, Banane, Sunwarrior Vanille, 28 g Linsen, Traubenkernmehl, Leinsamen, 1/2 Apfeln und Wasser


8 g Ombar dark

56 g Maronen
Brauner Reis mit Herbaria "Waldeslust" Gewürz
2 Bananen
1 Kohlrabi
2 Paranüsse

Salat aus Salatmix, Reis, Paprika, Linsenkeime, Bailikumpestodressing


54 g Maronen

Banane-Vanille- Milchreis aus braunem Basmatireis mit Püree aus Banane, Zimt und Sunwarrior-Vanille übergossen - köstlich!


Kichadi - indischer Dal-Eintopf aus Kartoffeln, Reis, rote Linsen, Erbsen, Sellerie, Grünkohl, indische Gewürze, Knoblauch, Zwiebel und Ingwer



Ich kann sehr gut indisch kochen! - Nein, das Rezept war einfach fantastisch und ich hab mir die Mühe gemacht alle Gewürze einzeln rein zu geben statt eine Currymischung zu verwenden.

Wenn ich fettarm esse habe ich fast permanent Hunger. Nach 1,5 Stunden hat die Nahrung den Magen wieder verlassen und das ist einfach nichts für Berufstätige.

Kann man wirklich so viel Essen, dass man zwischen den Mahlzeiten nicht hungrig ist? Ich habe davon gehört, dass das geht, aber mir ist das noch nie gelungen.

Andererseit brauche ich aus 2 Gründen eher Kohlenhydrate als Fett:

1. Ich will dass mein Körper so viel Wärme produziert wie möglich
2.  Ich muss Biochemie lernen und das Gehirn braucht nun mal Glukose.

Mit Fett kann es nichts anfangen, Fett kann nicht in Glukose verwandelt werden und Ketonkörper, die das Gehirn zur Not auch nimmt, produziert der Körper erst bei unter 50 g Kohlenhydraten am Tag.

Ich war bei 0°C joggen, was ich seit Jahren nicht mehr gemacht und habe mir bewusst vorgenommen 2200 kcal zu essen. 250 habe ich laut Cronometer beim Joggen verbrannt und das hat geklappt. 2200 kann ich einhalten. Es fällt leichter mit mehr Fett weniger Kalorien zu essen, als mit weniger. Klingt verrückt, ist aber so und macht biochemisch sogar Sinn. Das ist übrigens auch mit ein Grund, warum man bei Atkins bzw. LowCarb Gewicht verlieren kann. Fett sättigt besser. Darüber hinaus verliert mein all sein Glykogen und damit auch ca. 2 l Wasser, was an das Glykogen gebunden ist.

Darüber hinaus macht man sich mit Atkins und LowCarb nur krebs- und herzkrank.

Bei mir waren es 14,9% Fett 2213 kcal Omega 3:6 war 1:6 Vitamin E wieder zu wenig, Kalzium an der Grenze der WHO-Vorgabe nämlich 491 mg (WHO: 450 mg)

Ach, ja, ich hab 300 g verloren seit gestern. Jetzt könnte es spannend werden. Kann
man mit weniger Fett wirklich mehr Kalorien essen weil die Kohlenhydrate in Wärme verwandelt werden???

Alles Liebe,

Silke

Schnäppchen des Monats Dezember 2013:
Ombar Acai & Blueberry 38 g - 2,49 € statt 2,89 €
Lovechock Pur/Kakaonibs 40 g - 2,59 € statt 2,99 €
Rohe Bio Kakaobohnen 100 g
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Kommentare:

  1. Deine Posts sind toll und interessant, nur nebenbei ;)
    Seit ein paar Tagen schaffe ich das: "soviel" essen, dass ich dazwischen keinen Hunger habe. Ich mach das so:
    Frühstück gegen halb 9/9, halb 10: Banane, Apfel, Haferflocken, Hafermilch, 1 EL Mandelmus. Danach bin ich richtig satt.
    13:15 Uhr Mittagessen, ist schon mehr wie nur eine Faust, die normalerweise einen leeren Magen darstellt...eher 2.
    Hunger habe ich dann wieder 5 oder 6. Wobei Langeweile und andere Gelüste eine große Rolle spielen! :)
    Grüße, Silvi

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  2. Kinders, ein bisschen Hungergefühl zwischendurch ist nicht schlimm. Wir sind es gewohnt, sofort und ununterbrochen das Hungergefühl zu stoppen. Muss nicht sein, solange es nicht hinderlich fürs Arbeiten ist. Es ist gut, dadurch seinen Organismus bewusster zu erleben. Ich hab festgestellt, dass es nur eine negative Wertung des Hungergefühls ist, wenn man seine Einstellung dazu ändert, dann erlebt man es anders. Man ballert sich dann auch nicht so mit Essen zu.
    Und man hat natürlich weniger Probleme eine gutes Gewicht zu halten.

    Try out!
    Gaby

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  3. Hunger habe ich auch, selbstverständlich. Morgens, aber das halte ich erstmal aus, aber da ich erst so spät Mittag mache, und ich dann als echt Hunger hab und mich nicht mehr so gut konzentrieren kann, ess ich ein paar Nüsse. Aber ich stopfe mich da ja nicht mit Essen zu. Und ich spüre den Hunger, jeden Tag ;)
    Nur, wenn es kalt ist, ist es schwer für mich, diesen Hunger auszuhalten... da ich vegan bin, hab ich kein Problem mein Gewicht zu halten, das macht mein Körper selbstständig :)

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