Montag, 9. Dezember 2013

Kann man zu viele Kohlenhydrate essen?



Ich bin vorgestern in den Kommentaren gefragt worden, ob es eigentlich auch ein Maximum für den Verzehr an Kohlenhydraten geben würde, wie es das bei Fetten und Eiweiß gäbe und da ich darauf noch nicht eingegangen bin, finde ich, sollte das Thema einen eigenen Beitrag bekommen.

Bei Fetten ist es so, dass man zum einen differenzieren muss welche Fette verzehrt werden und dann noch wie viel von welchen Fetten zu viel ist. Gesättigte Fette braucht man überhaupt nicht aufzunehmen, die kann der Körper selber herstellen. Auch viele ungesättigte Fettsäuren kann der Körper selber herstellen. Linol- und Linolensäure sind essentielle Fette also Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Die MUSS man essen. Es gibt technisch betrachtet durchaus eine "Fettmangelsituation" für den Körper, wenn nicht genug Energie, also Kalorien, zugeführt wird. Fettmangel wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, fördert Depressionen und schadet dem Immunsystem. Sowas gibt es in der westlichen Welt jedoch kaum, wir verzehren meisten zu viel Fett. Das führt zu Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt, Demenz, Diabetes, metabolischem Syndrom und zu viel Körperfett steigert durch seine Östrogenproduktion das Krebswachstum. Die Empfehlungen für den Fettverzehr reichen von 10-35% der täglichen Kalorienpensums.

Auch von Eiweiß kann man zu viel oder zu wenig aufnehmen. Alle meine Biochemiebücher sprechen von einem Tagesbedarf von 30 g Eiweiß für eine 70 kg schwere Person. Das ist in etwa die Hälfte von dem was in der Sportlerernährung immer empfohlen wird. Da heißt es, man solle ca. 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht verzehren. Bei 100%iger Rohkost hatte ich teilweise nur 25 g Eiweiß pro Tag verzehrt, was zu wenig war. Und ich hatte auch weit über 35% Fett verzehrt, weshalb ich bis heute eine 100%ige Rohkost nicht empfehle (abgesehen von Vitamin- und Mineralstoffdefiziten, die ebenfalls hinzu kommen). Jetzt verzehre ich ca. 60 g Eiweiß pro Tag und fühle mich wohl damit. Der Körper braucht Eiweiß, oder besser gesagt Aminosäuren, zur Energiegewinnung, zur Produktion von Fettdepots, wenn zu viel Energie verzehrt wird, er kann in Notfällen aus Aminosäuren Glukose herstellen, er baut körpereigenes Eiweiß daraus auf sowie Enzyme, Hormone, Transmitter etc. 8 Aminosäuren sind essentiell, müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, die restlichen 12 stellt der Körper selber her.

Wenn Aminosäuren verstoffwechselt werden, wir das Ammoniak von ihnen abgespalten und das Kohlenstoffskelett in die diversen Stoffwechselwege eingeschleust. Ammoniak ist leider hochgiftig und muss schleunigst abgebaut werden. Da kann der Körper jedoch nur, wenn er nicht mit zu viel Eiweiß überfordert wird, sprich, sich die zugeführte Eiweißmenge in gesunden Maßen hält, daher kann man durchaus zu viel Eiweiß verzehren. Als zu viel gilt 2 g Pro kg Körpergewicht. Macht 140 g für unsere 70 kg schwere Person aus den Biochemie-Büchern. Ich persönlich möchte meinen, diese Maximalempfehlung ist schon viel zu hoch.

Kommen wir also zu Kohlenhydraten. Da gibt es Glukose, Fruktose, Galaktose, Laktose, Mannose, Maltose und ich weiß nicht welche sonst noch. Stärke setzt sich ausschließlich aus Glukose zusammen, Obst, Zucker und Honig aus Glukose und Fruktose, Laktose kommt in der Milch vor (und zwar fast in genau so großen Mengen wie Fruktose und Glukose in Cola). Ein normaler, nicht-mutierter Mensch hat nach seinem zweiten Lebensjahr kein Enzym mehr zur Aufspaltung von Laktose und ist laktoseintollerant. Jeder Erwachsene, der Milch verstoffwechseln kann, ist innerhalb der Evolution seiner Vorfahren dazu mutiert, somit genetisch verändert. Ein Großteil der Fruktose wird von der Leber zu Fett verstoffwechselt. Ein kleinerer Teil wird zu anderen Zuckern verarbeitet wie z.B. Glukose. Sie wird aber auch gebraucht zur Regeneration von Glykogen in Leber, Niere und Muskel und dient den Spermien des Mannes als Treibstoff sich voran zu bewegen. Sobald sie als Fett im Blutkreislauf ist, wird sie aber auch als Fett gespeichert.

Glukose hingegen ist die Energie der ersten Wahl für den Körper. Alle Zellen sind in der Lage Glukose zur Energiegewinnung zu verwenden. Glukose wird immer als erstes verbrannt. Erst wenn die Glucose aufgebraucht ist, verwendet der Körper Fett zur Energiegewinnung. Im Gegensatz zu den Aminosäuren wird Glukose aber völlig nebenproduktsfrei verbrannt. Es wird kein Molekül freigesetzt, welches dem Körper schaden kann. Es sei denn man röstet ein stärkehaltiges Produkt, dann entsteht Akrylamid. Beim selben Prozess entstehen natürlich auch die Transfettsäuren im Falle der straken Erhitzung von Fett.

Wenn man zu viel Glukose isst, kann auch die in Fett verwandelt und eingelagert werden. Wie viel zu viel ist, hängt von jedem Einzelnen ab. Davon wie effektiv sein Körper arbeitet, was er den Tag über so treibt, also Grundumsatz und Arbeitsumsatz und auch davon, was überhaupt sonst noch gegessen wird. Abgesehen davon gibt es aber keine gesundheitlich bedenkliche Menge an Glukose und zwar eigentlich auch nicht für Diabetiker, da deren Problem ja die Insulinresistenz ist und nicht die Glukose. Wenn es jedoch erstmal so weit gekommen ist, macht Glukose jedoch allerdings sein paar Probleme - die man aber beseitigen kann. Und natürlich sollte man Glucose auch nicht unbedingt ohne Ballaststoffe zu sich nehmen,´dann geht sie zu schnell ins Blut.

Lange Rede kurzer Sinn: Es gibt keine gesundheitlich bedenkliche Menge bzgl. Glukoseverzehr!

Menu des Tages am 8. Januar 2013

2 Bananen
2 Erdnussbutter-Kekse
Grünkohl und Kürbis gedämpft mit Wanderlust-Gewürz


1/2 Banane

2 Bananen
2 Erdnussbutter-Kekse
Rest vom Schokoladennikolaus ca. 20 g

Dinkel-Vollkorn-Toastbrot mit Cashew-Käse


3 Möhren
200 g Trauben

Möhre, Grünkohl, Erbsen, Zwiebel, Waldeslust-Gewürz


1 Banane

Waren 1851 kcal. Ich denke allerdings, dass ich süchtig nach Kohlenhydraten bin, denn ich kann nicht aufhören davon zu essen, wenn ich erstmal anfange. Das gilt für Haferflocken, Obst, Kekse, Schokolade, Brot...Für alles. Und ich denke, dass hängt damit zusammen, dass ich vor ein paar Wochen die Nikotinkaugummis abgesetzt habe.

Das ist was, worüber ich hier nicht geschrieben habe, weil es mit Essen ja nicht wirklich was zu tun hat, aber in sehr schwachen Momenten, wenn ich totalen Stress an der Uni hatte, habe ich eine geraucht. Nach Nikotin werde ich aber auch unglaublich schnell süchtig und komme nur mit Nikotinkaugummis wieder davon los. Nikotin unterdrückt zum einen den Appetit und zum anderen schüttet es auch Glücksbotenstoffe aus. Nach Absetzen der Nikotinkaugummis fiel es mir superschwer das Kalorienlimit weiter einzuhalten - aber diese Erfahrung habe ich ja auch schon tausendfach gemacht. Alle Leute, sie mit dem Rauchen aufhören, nehmen gewaltig zu aus genau diesen Gründen. Mehr Hunger, weniger Glücksbotenstoffe und geringerer Grundumsatz. Nikotin sorgt sogar dafür, dass der Körper mehr Kalorien verbrennt.

Ein einziges Mal ist es mir gelungen ohne Nikotinkaugummis das Rauchen einzustellen. Als ich vor - 3 oder 4 Jahren - am ersten Januar 80/10/10 umsetzte und mich mit Obst zugestopft habe. Und Obst ist eine so starke "Zaubernahrung", dass es auch viel Serotonin und Dopamin ausschüttet. Wie ich zuvor direkt morgens eine rauchen musste, brauchte ich dann morgens sofort einen riesigen Obstsmoothie. Obst kann das, ich weiß das, ich hab es erlebt. Mit Obst kann man durchaus andere Süchte ersetzen. Das ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss, denn zu viel essen kann man auch dann noch. Und auch dann noch, ist das Belohnungssystem nicht normal. Man löst Probleme nicht durch lösen der Probleme, sondern durch Neurotransmitterausschüttung!

Darauf gekommen bin ich jetzt aber auch nur, weil ich von einer Gemüsepfanne mit 250 kcal durchaus satt werde, von 1000 kcal aus Obst und Haferflocken aber nicht. Obwohl mein Magen voll ist, will ich immer noch mehr. Somit gibt es jetzt Gemüsepfannen zu Frühstück und ich schaue mal, was das Ergebnis davon ist. Es fühlt sich aber jetzt schon besser an.

Darüber hinaus habe ich die letzten Tage über Käse gemacht. Erst das Rejuvelac, dann die Cashews eingeweicht und 3 Tage fermentiert und jetzt habe ich veganen Ziegenkäse in 3 Varinaten: Pur, mit Zitrone und mit Kräutern. Warum veganen, selbstgemachten Käse? - Er enthält keine Laktose, keine Kasomorphine, kein Kasein und dafür essentielle Omega 6 Fettsäuren. Aber, auch hier, die Dosis macht das Gift.




Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hey Silke,

    gerade drüber gestolpert und da musste ich gleich an dich denken :
    http://www.spektrum.de/alias/ernaehrung/suechtig-nach-essen/1210893
    Echt erschreckend!!

    Liebe Grüße
    Steffi

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  2. ui, gleich ein ganzer Blogeintrag! Super meine Fragen sind erst mal beantwortet und ich bin beruhigt auch wenn ich manchmal über 200g Kohlenhydrate am Tag habe.

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