Mittwoch, 22. Juni 2011

Geburtstagsfeier...




Hallo Liebes,

Tag 809: Ich habe heute zum ersten Mal seit Ewigkeiten ausgeschlafen bis halb 10 und das hat so was von gut getan. Gestern ging das nicht, weil ich kurz nach dem Aufstehen bereits in den Supermarkt musst, denn die Geburtstagsfeier meines Vaters ging bereits um 11 Uhr los. Jawoll unter der Woche um 11 Uhr. So geht das wenn alle deine Freunde in Rente sind!

Ich dachte eigentlich gar nicht, dass ich überhaupt heran gezogen werden würde um was zum essen zu machen, da ja niemand derzeit Rohkost essen will wegen ehec. Falsch gedacht. Milchbauern sind da völlig anders. Die kennen ehec schon seit Jahren und wissen, dass man auch bei Milch sehr darauf achten muss, dass sie ehec-frei bleibt. Die halten die ganze ehec-Paranoia auch nur für Panikmache der Regierung.

Also sollte ich Salate machen, wie letztes Jahr auch schon, denn die Salate sind letztes Jahr ziemlich gut amgekommen. Daneben wurde natürlich gegrillt. Geht ja nicht anderes, nur unter Männern. Somit war ich um 10 Uhr einkaufen und danach bis ca.12:30 Uhr in der Küche, auch wenn was ich gemacht haben, nicht 100% roh war und natürlich auch nicht vegan. Kümmert dort aber eh keinen. Ich weiß nicht mal ob es mich kümmert. Denn schlussendlich ist die Frage ja: Kann man optimale Ernährung in so einfache Grenzen sperren wie: hauptsache roh, hauptsache vegan, hauptsache vegetarisch, hauptsache nicht im dunkeln essen oder was weiß ich, was es noch alles gibt. Ich wage es wirklich zu bezweifeln.

Daher bin ich beim Einkaufen hin gegangen und habe gewisse Abstufungen gemacht, wie ich sie auch mache, wenn ich außer Haus esse. Essen hat in meinem Kopf eine bestimmte gesundheitliche Rangfolge, die nach keiner der oben genannten Regeln funktioniert, sondern sehr individuell ist. Z.B. habe ich gestern Feta gekauft, weil Schafskäse besser sein soll, als Kuhmilchkäse. Ziegenkäse ist nochmals besser. Bei Knabbersachen ziehe ich Nüsse dann Erdnussflips vor und Tortillachips halte ich für besser als Kartoffelchips. Glutenfreies Getreide ist besser als glutenhaltiges und rohes Fleisch ist besser als gekochtes. Das selbe bei Käse. Auf diese Weise sortiere ich irgendwie meine Kompromisse ein und das scheint auch recht gut für mich zu funktionieren, aber gibt es da wirklich eine Logik? Könnte ich eine Rangfolge aufstellen?

Vielleicht irgendwann in Zukunft, derzeit weiß ich selber nicht wohin ich mich entwickle und ich kann nicht sagen, dass das nicht irgendwelche Unsicherheiten mit sich bringt. Die sind aber nur im Kopf und äußern sich eben nicht körperlich. Wenn ich besser im Sport bin, wenn ich Getreide essen, heißt es dann nicht automatisch, dass Getreide auch besser für meinen Körper, meine Gesundheit ist?

Es ist 8 Jahre her, dass ich das erste Mal mit Rohkost in Berührung kam, mit 100%iger Rohkost, vorher kannte ich nur Fit fürs Leben mit 70% Rohkost und darüber hinaus vegan. Vor 8 Jahren war mein Problem, dass ich mich an 100% ige Rohkost einfach nicht halten konnte. Das kann ich jetzt, aber ist es optimal? Kann 100% Rohkost auf ein Optimum gebracht werden durch ein gezieltes Essen von bestimmten Sachen, oder ist das totaler Blödsinn es versuchen zu, wenn gekochtes Getreide und gekochte Hülsenfrüchte die Ernährung ebenso gut ergänzen wie Algenpulver oder Proteinpulver? Wenn nicht sogar noch besser, da sie vielleicht sogar natürlicher sind?

Rohkost-Buch

Nun ja, ich habe den Gästen einen gemischten rohen, veganen Salat gemacht und dann noch einen Reissalat. Ebenfalls vegan, was die aber nicht wissen ;-) Dann gab’s Feta und Tomate-Mozzarella-Salat, Spanische Mandelsauce, wie immer, und Baguettbrot – glutenhaltig und dann haben sie eben gegrillt. Vom Grillgut habe ich meine Finger gelassen, das ist zum Beispiel auch etwas, was ich nicht essen würde zum einen weil herkömmliches Fleisch voll ist mit Hormonen und Antibiotika und dann gab’s ja vor Jahren auch noch die Acrylamit-Diskussion. Zudem fühle ich mich zu Fleisch in keinster Weise hingezogen. Weder roh noch gekocht, das habe ich einfach schon zu lange weggelassen und ich nehme an, mein Körper hat sich einfach dran gewöhnt.

Von den anderen Sachen hab ich mitgegessen und bin im Endeffekt erstaunt, wie sehr ich frei von irgendwelchen Verdauungsproblemen bin und bleibe. Dieses Candida-Ding ist wirklich ausgestanden. Und auch an Trennkost scheint nicht allzu viel dran zu sein. Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass seitdem ich etwas Getreide am Tag esse mein Stuhl sich verändert mehr hin zu dem was man allgemein als gutem Stuhlgang bezeichnet. Bei 100% Rohkost oder auch bei vielen Nüssen ist er nicht immer gleich gewesen sondern sehr unterschiedlich.

Ach und a propos Getreide: Als meine Mutter abgehauen ist hat sie viele ihre glutenfreien Produkte hier stehen lassen, die mein Vater irgendwie in den letzten 3 Jahren auch nicht gegessen hat. Daher kam es vorgestern dazu, dass ich Nudeln aus Reismehl, die seit Jahren bei uns in der Vorratskammer lagen, gekocht und zu Salat gegessen habe. Reis ist natürlich glutenfrei. Es sind auch noch einige Sachen wie Buchweizen, Reis, Nudeln aus Kartoffelmehl und solche Dinge in den Schränken und ich schätze, ich werde sie mal mit nach Köln nehmen und sehen, was ich daraus machen kann und was mein Körper dann macht.

Was gab’s zu essen?:

3 Grüntee mit Steviosid
1 Banane
1 Mango
Einige Trauben

13 Uhr: gemischter Salat, Reissalat, etwas Feta, etwas Mozzarella, 2 Stückbaguettbrot, Spanische Mandelsauce

3 Bier
2 St. Kirschkuchen

Abends: die Reste von Mittag
2 alkoholfreie Erdinger

Nun, ich bin gerade verwirrt. Ich weiß nicht wo meiner Ernährung hin geht und ich glaube, ich weiß aber auch nicht, wo es mit diesem Blog hingeht. Vielleicht sollte ich es umstrukturieren hin zu Rezepten oder aber auch zur reinen Ernährungsinfo. Ich fürchte nämlich, dass ein Ernährungstagebuch nicht besonders interessant ist, wenn es keinen Dogmen folgt!

Im Endeffekt lese ich anderer Leute Blogs ja auch nur, weil ich schauen will, wie sich bei denen die Ernährung körperlich auswirkt und um zu schauen wo es hin geht. Es gibt aber niemanden, der so lange boggt wie ich. Gerade dieses Jahr haben sich einige neue Rohkostblogs etabliert und Langzeitwirkungen sind da natürlich noch nicht abzusehen. Shazzie hat 10 Jahre lang gebloggt, als es bloggen offiziell noch gar nicht gab. Ach ja, Shazzie, die ging mir auch durch den Kopf in den letzten Tagen.

Sie hat eine 6 jährige Tochter, die sie nicht roh-vegan ernährt hat, einfach deshalb weil all ihre Ernährungsrecherchen sie dahin gebracht haben zu erfahren, dass roh-veganer Ernährung nicht das Optimum für Heranwachsende ist. Shazzies Tochter bekommt ebenfalls gekochtes glutenfreies Getreide, aber auch Enteneier, obwohl Shazzie seit 25 Jahren vegan mit Nahrungsergänzungsmitteln is(s)t. Das gibt mir natürlich auch zu denken…

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hi Silke,

    heute habe ich von diesem Buch hier gehört. Den Rezensionen nach, soll es ja wirklich außergewöhnlich sein. Vielleicht ja auch was für Dich, ich pack's auf meine Wunschliste.

    http://www.amazon.com/Perfect-Health-Diet-Youthful-Vitality/dp/0982720904/ref=cm_cr_pr_product_top

    Grüße
    C.

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  2. Hallo Silke,
    für mich ist Dein Blog interessant, gerade weil es nicht so super-dogmatisch ist. Und Deine Zweifel sind doch etwas, womit sich vielleicht auch der ein oder andere Leser identifizieren kann. Grundsätzlich wirst Du ja nah dranbleiben, an der Rohkost, oder?
    Also: mir gefällt Dein Blog und, andererseits, wenn DU gerne etwas daran verändern möchtest, dann tu das ruhig, Du machst schon das richtige. Ganz sicher :-)
    Alles Liebe,
    Shushan

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