Sonntag, 1. März 2015

Fett oder Zucker: Was schadet mehr?



Am Freitag Abend war eine fantastische Doku auf Arte zu sehen: Zucker oder Fett: Was schadet mehr?. Das ganze war so spannend, weil es dort ziemlich wissenschaftlich zuging aber gleichzeitig die Studie aufgrund der wenigen Teilnehmer eigentlich nicht als repräsentativ angesehen werden kann.;-)

Zwei Männer, Ärzte und gleichzeitig eineiige Zwillinge unterziehen sich hier für 1 Monat jeweils unterschiedlichen Ernährungsweisen. Der eine isst nur Kohlenhydrate, raffinierte und unraffinierte. Der andere nur Fett, hauptsächlich tierische Produkte. Bereits zu Beginn des Experiments wird dem LowCarb-Zwilling gesagt, dass seine Freundin ihn wahrscheinlich nicht mehr wird küssen wollen, wegen seines Mundgeruchs. Ich nehme an, dass der Arzt auf das Aceton hinaus wollte, was bei Ketose abgeatmet wird und das riecht nun mal wie Nagellackentferner. Urgh! Außerdem würde die Verdauung so ganz ohne Ballaststoffe nicht mehr funktionieren. Der High-Carb-Zwilling wird vor nichts gewarnt.

Im Laufe dieser 4 Wochen werden die beiden zwei Experimenten unterzogen. Ein geistiges und ein körperliches. Das geistige wird veranstaltet mit einem Testprogramm für Börsenmakler, was unglaubliche Konzentration und Merkfähigkeit erfordert. Der LowCarb-Zwilling versagt hier gnadenlos, weil sein Gehirn keine Energie für derartige Sachen hat. Das Gehirn braucht Glucose um arbeiten zu können. Es kann in Hungerzeiten zwar auch von Ketonkörpern leben, zumindest zu 70%, aber die funktionieren nicht so gut wie Glucose. Für den Alltag reiche das aus, aber für Hochleistungsarbeit mit dem Hirn, sei es zu wenig. Also, Studenten: Niemals LowCarb machen!!!

Das zweite Experiment ist ein körperliches Experiment, wo bei beiden Probanden zunächst alle Reserven verbraucht werde, sie 12 Stunden fasten und sich dann auf einem Trimrad 1 Stunde lang auspowern müssen. Dann wird getestet welcher Makronährstoff besser zur Energiegewinnung dient: Butter oder Glucosegel. Beides wird den Zwillingen verabreicht bevor sie einen Berg mit dem Fahrrad hoch fahren sollen. Es dauert nicht lange, da hat der HighCarb-Zwilling den anderen, der die Butter gegessen hatte, überholt. Glucose ist also sowohl für körperliche als auch für geistige Arbeit der bessere Treibstoff.

Nachdem die 4 Wochen rum sind, werden beide Zwillinge untersucht und es stellt sich raus, das beide abgenommen haben. Der LowCarb-Zwilling jedoch mehr als der andere nämlich 4 kg der HighCarb-Zwilling nur 1 kg. Bei der Körperfett- und Muskelmasse-Messung stellt sich aber heraus, dass 2, der verlorenen 4 kg schlankes Muskelgewebe waren, was der Körper in Glucose verwandelt hat, weil es auch Zellen und Gewebe gibt, die weder Ketonkörper noch Fett als Energiequellen gebrauchen können und auf Kohlenhydrate angewiesen sind. Und Verlust von Muskelmasse ist in jeder Hinsicht schlecht. Für zukünftige Aktivitäten aber auch um im weiterhin Nahrung zu verbrennen. Hinzu kommt, dass die Bauchspeicheldrüse des LowCarb-Zwillings im Laufe der 4  Wochen schlechter darin wurde Insulin zu produzieren und seine Zellen insulinresistent wurden, durch das viele Fett. Er stand nach 4 Wochen LowCarb bereits kurz vor der Diagnose eines Prädiabetes. Es ist das Fett, was Diabetes verursacht, genau wie auch Barnard raus gefunden hat und wie sogar das Krankenhaus, in dem ich mein Pflegepraktikum gemacht habe, in seinem Diabetesschulungsteam erkannt hat. Man sollte es Fett- und nicht Zuckerkrankheit nennen.

Tja, und abschließend kommt dann Dr. Paul Kenny, dessen wunderbaren Artikel Süchtig nach Essen ich hier schon mal verlinkt habe zu Wort. Seine Ratten reagieren weder auf Zucker noch auf Fett alleine süchtig. Von Zucker pur, werden sie noch nicht mal fett, von Fett pur, nehmen sie ein wenig zu, aber von einer Mischung aus Zucker und Fett werden sie fett und süchtig. Zucker und Fett in einer Kombination kommt in der Natur ausschließlich in Durian vor.

Ich frag mich jetzt ob Ratten vielleicht doch ein wenig anderes ticken als Menschen, da Menschen ja von LowCarb scheinbar abnehmen. Warum passiert das bei Ratten nicht? - Und ist das nicht ein Indikator dafür, dass bei Ratten doch nicht alles genau so ist, wie beim Menschen?

Aber zurück zum Menschen und weg von der Sucht: LowCarber sind dümmer und weniger körperlich leistungsfähig als HighCarber. Wahrscheinlich muss ich mich deshalb ständig über ihre absolut dämliche Argumentationsweise aufregen. Aber wenn sie dann noch dümmere Anhänger für sich gewinnen können, die mit der Ernährung dann wiederum NOCH dümmer werden, dann haben sie für den Rest des Lebens ausgesorgt.

Menü des Tages am 28. Februar 2015

10:15 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Banane, Wasser, ayurvedische Gewürzmischung, Birne


1 Banane

12:30 Uhr: Kohl mit Erbsen und Curry an Quinoa


Weintrauben

15:15 Uhr: 2 Birnen
paar Kichererbsen
1 Banane

18 Uhr: Rest vom Mittagessen
2 Mini-Orangen
1 Banane

Ich weiß nicht genau, ob ich mich vielleicht mal wieder am Riemen reißen muss bezüglich des Essen bei wirklichem Hunger. Ich hab mich schon lange nicht mehr gefragt, ob ich gerade auch wirklich Hunger habe und ob ich auch Gemüse essen könnte. Bei echtem Hunger wäre das so. Ich greife einfach nach Obst oder Kichererbsen, wenn ich Lust drauf habe. Auch, wenn ich eigentlich Durst habe. Allerdings stopfe ich mich auch nicht voll damit sondern esse normale Mengen. Abgesehen davon ist Grünzeug halt auch nicht immer die optimale Nahrung, z.B. dann nicht, wenn man Energie verbraucht hat. Ich nehme an die Anspannung von Freitag hat ein übriges getan mehr Energie zu verbrauchen als normale Tage. Ich achte mal wieder ein bisschen drauf.

Hier das Video von gestern:



Ich glaube, ich war die ganze Woche nicht joggen, oder zumindest seit Dienstag nicht mehr. Vielleicht fehlen mir auch nur die Endorphine vom Sport, die mich dazu bringen Appetit zu haben...Heute geht's wieder eine Stunde an den Rhein!

Alles Liebe,

Silke

Kommentare:

  1. Hallo Silke,

    toll was Du immer für Informationen ausgräbst :-) ich halte mich nun auch schon seit ein paar Wochen grob an das Programm der Challenge und kann bestätigen das der 'Japp' nach Sueskrams (Datteln, Bananen, etc.) wirklich schwindet.

    Nach einer Erkältung (oder was auch immer) habe ich ca. 3KG verloren (BMI nun unter 20) und habe absolut Schwierigkeiten mich "aufzupäppeln", wobei ich den Fettantteil über Nüsse, Avocado und Samen/Ölsaaten schon vergrößert habe. Hab ja schon vor ein paar Monaten darüber berichtet, das das "Weight Loss" ein bisschen zu gut bei mir funktioniert.

    Was würdest Du empfehlen um mehr Gewicht/Energie aufzubauen? Und wenn Fette eine Komponente sind, wann sollten diese gegessen werden? Über Tips für eine gesunde "Ultimate Weight-Gain Challenge" würde ich mich freuen ;-)

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  2. Ich finde ja, Menschen die über nicht Zunehmen können jammern, haben echte Luxusprobleme!;-)

    Am gesündesten nimmst du zu, wenn du Muskelmasse zunimmst. Geh Kraftsport machen. Ess mehr Kalorien. Koch leckerer!;-)

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    1. Luxusprobleme - haha :-)

      Also mehr Kalorien ist echt ein Problem - irgendwann ist der Magen voll, wenn es Fettarm ist. Alternativ müsste ich den Obstanteil wieder vergrößern - da seasonale Angebot ist aktuell aber eher bescheiden (da ich Importsachen ausserhalb der EU eher vermeide, weil es u.a. ökologischer Wahn ist).

      Habe angefangen wieder Brot zu backen - hatte ich die letzten 6 Monate nicht gegessen. Versuche gerade Roggensauerteig mit ganzem gekeimten Dinkel zu kombinieren - klappt sehr gut. Ich meine aber festgestellt zu haben, das Brot verdauungstechnisch eher 'belastend' ist ('Ess-koma'). Weiterhin ist der Getreideanteil mit Brot schon arg hoch (Müsli, Brot und neben Kartoffeln dann auch Reis, Hirse, Amarant als Stärkelieferant).

      Mit der Muskelmasse hast Du recht - zu Kraftsport bzw. 30 Min. "Fit Ohne Geräte" von Marc Lauren kann ich mich aktuell nicht aufraffen.... Winterloch ;-) Da hoffe ich auf die Freibadseason - Schwimmen im freien macht mir sehr viel Spass :-)

      Lecker kochen ist kein Problem- wenn andere mitbekommen was ich so esse... da gibts schon mal große Augen ;-) Ggf.muss ich darauf achten noch mehr zu kauen damit die Verwertung besser wird - darauf wurde auch im Buch "Darmbakterien" von Frau Zschocke (welches ich gerade Lese) noch mal hingewiesen.

      Schon spannend das alles....

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    2. Warst du mal auf eine Körperfettwaage oder kennst du nur deinen BMI? - Vielleicht bist du gar nicht so dünn wie du glaubst, sondern es ist echt nur Muskelmangel. Bodybuilder sind häufig weit über ihrem BMI, haben aber nur einen Körperfettanteil von 10%, was für Männer völlig in Ordnung ist. Möglicherweise ist es bei dir umgekehrt. Winterloch ist keine Ausrede. Man kann nicht ALLES über Essen regeln.

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  3. Sehr interessant? Was hälst du denn von Stevia? Wärst du mal an einem Produkttest oder Gastartikel interessiert? Sag mir Bescheid!

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