Donnerstag, 19. März 2015

Kann man Karies durch Ernährung heilen?



Am Wochenende sah ich auf Facebook von der Raw Food World gepostet folgenden Beitrag:

„Study shows: Cavities can be reversed“ und dazu diesen Link.

Folglich: Studie zeigt: Karies kann rückgängig gemacht werden.

Das wird in der Rohkost- oder alternativen Gesundheitsszene immer wieder behauptet jedoch erzählt einem jeder Zahnarzt, dass dem nicht so ist. Mich hat an diesem Beitrag interessiert, was für eine Studie das ist und der Artikel erklärt, dass diese im British Medical Journal veröffentlich wurde. Ein hochangesehenes Blatt.

Also frage ich mich: Wie, wenn doch die Schulmedizin lehrt, dass Karies nicht rückgängig gemacht werden kann, weil die Zellen, die den Zahnschmelz produzieren, die Ameloblasten, absterben sobald der Zahn durchbricht, kommt jemand zu solchen Ergebnissen?

Ich hab mir den ganzen Artikel nicht mal richtig durchgelesen sondern nur überflogen. Die Studie wird in den Quellen genannt und verlinkt und es zeigt sich, dass die Studie 1932(!!!) im British Medical Journal veröffentlicht wurde, dass sie an 5 1/2 jährigen Kindern durchgeführt wurde und dass die Versuchsgruppe relativ klein waren. Ca. 25 Kinder pro Ernährungsweise  Es gab drei verschiedene Ernährungsweisen. Standardernährung plus Haferflocken, Standardernährung plus Vitamin D und getreidefreie Ernährung plus Vitamin D. Alle anderen Parameter bleiben unberücksichtigt wie Gemüse- und Obstverzehr etc.

Jetzt stellte sich heraus, dass – so die Raw Food World – dass eine getreidefreie Ernährung mit Vitamin D Karies am besten geheilt hätte. Wenn man sich aber die Studie durchliest, sieht man, dass sich bei dieser Ernährung Karies am wenigsten weiterentwickelt hat, was logisch ist, weil sie am wenigsten Zucker enthält. Von Heilung spricht hier jedoch keiner. Weiterhin wird erwähnt, dass auch bei Naturvölkern Karies von selbst zurück geht, siehe die Inuit. Die überhaupt nie Zucker oder auch Brot essen, weil sie Eskimos sind. Bakterien im Mund, welche Karies verursachen, ernähren sich von Zucker. Dass in dieser Studie Karies durch eine Ernährung mit Fleisch, Milch und Gemüse geheilt wurde stimmt jedoch absolut nicht! Es wurde auch nicht bewiesen oder untersucht ob Karies durch Getreide entsteht und schon gar nicht wurde nach vollwertigkeit oder Inhalt von Zucker unterschieden.

Und das alles ist demnach von vorne bis hinten Blödsinn!!! - Wenn man sich weitere Quellen für diesen Artikel ansieht findet man die Weston Price Foundation und anderen unwissenschaftlichen Kram. Und es wird auch wieder auf der Phytinsäure rum gehackt, die in Pflanzen vor kommt Phosphat enthält und zweiwertige Ionen wie Kalzium, Eisen und Magnesium bindet und damit dafür sorgt, dass diese nicht aufgenommen werden. Phosphat kommt aber auch vor allem in Milchprodukten und Fleisch sowie Softdrinks vor und ich kann nicht erkennen, warum Phytinsäure ein Argument sein soll. Das Argument geht aber auch zurück auf den Zahnarzt Dr. Weston Price, der vor 100 Jahren praktizierte. Ich bin der Auffassung, dass ich keinen Eisenwert von 152 hätte, Richtwert ist 49-151 wenn Phytinsäure dafür sorgen würde, dass Eisenionen weggefangen werden.

Also habe ich mich wieder maßlos aufgeregt über den Bullshit, der in der Rohkost-Szene verbreitet wird und über alle Laien, die dazu beitragen, dass Bullshit verbreitet wird. Es mag sein, dass Zahnsubstanz sich zum Teil regenerieren kann, wenn man eine Ernährung wählt, die Karies nicht aber dafür die Mineralisierung der Zähne fördert. Die Zellen aber, die in der Lage sind Zahnschmelz zu produzieren, sind bei Erwachsenen nicht mehr vorhanden und daher wird sich Zahnschmelz niemals jemals regenerieren. Egal was man isst.

Menü des Tages am 18. März 2015

Brokkoli und 2 Tomaten


Haferflocken mit Banane, getrocknete Feigen, Hanf, Paranuss, Traubenkernmehl, SunWarrior


Zitronige Linsen-Kichererbsen-Suppe


1 Birne
1 Feige

2 belgische Pralinen

670 g Brokkoli mit Salz
½ Banane

Ich hatte Spätschicht im Bioladen und habe 2 belgische Pralinen gegessen. Ich wusste, ich dürfte nicht mehr essen, sonst kriege ich Probleme und hab das dann auch gelassen.

Ich glaube es gibt einen Moment an dem man stoppen muss, sonst gibt es kein Halten mehr. Sozusagen einen bestimmten Zuckerspiegel an dem übermäßig viele Neurotransmitter ausgeschüttet werden, so viele, dass man es so geil findet zu essen, so viele mehr als von Obst oder vollwertigen Kohlenhydraten ausgeschüttet werden, dass man nicht mehr stoppen kann. 2 Pralinen geben einem aber auch noch nicht viel. Jedenfalls nicht mehr als ne Banane. Ich hab sie nur gegessen, weil sie in meiner Erinnerung die leckerste Schokolade des Bioladens sind. Leckerer als Lovechock!

Und das irre daran, Süßkram zu essen, nachdem man entwöhnt ist ist, dass man findet, dass das Zeug gar nicht so geil schmeckt, wie man es in Erinnerung hatte. Das macht aber nichts, denn wenn man es dennoch ein paar Tage hintereinander isst, ist man wieder voll drauf. Und das ist bei allen anderen Drogen genau so. Irre, oder? Wem hat schon jemals eine Zigarette, Bier oder Wein geschmeckt? Der Geschmack kommt mit der Wirkung und der Gewöhnung.

Ich hab satte 99,8 g Eiweiß gegessen, hauptsächlich wahrscheinlich wegen des Eintopfs, der unglaublich lecker und unglaublich eiweißhaltig ist. In meinem Frühstück waren auch nur 5 g SunWarrior drin. SunWarrior selbst empfiehlt 20 g SunWarrior am Tag zu essen. Muss der ein oder andere Veganer vielleicht auch, wenn er keinen Brokkoli und keine Hülsenfrüchte isst. Das sind echt Eiweißbomben. Heute geht’s joggen, mal gucken, ob ich was merke!;-)

Alles Liebe,

Silke

1 Kommentar:

  1. Hi Silke,

    ich lese immer regelmäßig bei dir und finde alles spannend, da ich zu allem eine ähnliche Einstellung habe und meine Recherchen ähnliche Ergebnisse liefern. Das freut mich, da ich das Gefühl habe auf dem richtigen Weg zu sein.
    Ich habe eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin GGB angefangen und kenne die Aussage von Weston Price hierzu, da sich Dr. Bruker damit auseinandergesetzt hat. Ich muss das für die Schlussprüfung lernen. Er sagt auch, dass die Karies streng genommen nicht heilbar ist und Karies ernährungsbedingt nach nur ein paar Monaten Fehlernährung entstehen kann (wurde anhand von kleinen „Stämmen“ in der Schweiz und in Norwegen beobachtet, muss noch mal nachlesen wo genau das war, ist für mich gerade eine Übung, hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich das hier als Lerneintrag nutze;-)). Die Schäden, d.h. die Löcher in den Zähnen sind ja definitiv nicht mehr zu reparieren, außer durch den Zahnarzt der sie wieder mit unterschiedlichen Materialien auffüllt. Allerdings kann man das Fortschreiten der Krankheit hindern, indem man die Ursache, sprich die Fehlernährung in Form von Fabrikzucker(dazu gehören u.a. laut Bruker: weißer und brauner Zucker, Melasse, Apfeldicksaft, Rübensirup, Ahornsirup, Fructose, Maltose, Glucosesirup, Rapadura) und Auszugsmehl abstellt. Auch Honig soll Karies verursachen, wenn man ihn täglich verzehrt.
    Es gibt die Aktion Mönchsweiler. Die haben eine Stadt auf Fabrikzucker- und Auszugsmehlfrei umgestellt und gezeigt, dass Karies bei Schulkindern kein Problem mehr ist, das war schon 1963. Das Problem ist nicht das Getreide (wie du immer hinweist, dass das bei der Rohkostszene behauptet wird), sondern Fabrikzucker und Auszugsmehle. Ich bin jetzt nur eine Einzelperson, mein Zahnarzt hat mir letztens gesagt, dass ich schon seit 10 Jahren "kariesfrei" bin(davor hatte ich immer ein Löchlein), obwohl ich erst seit 5 Jahren konsequent auf Fabrikzucker in allen Formen verzichte und daheim auf Auszugsmehl. Ist toll für mich! Alle 3-6 Monate backe ich mir mal was süßes mit Honig, ansonsten esse ich(und der Mann) ähnlich wie du, außer, dass wir die Getreide direkt schroten, flocken, mahlen und nicht die Gekauften essen (die im Verlgleich viel weniger Thiamin und Vitamine haben und das Eiweiß nicht mehr nativ ist, da die gekauften mit Wärme und Wasser behandelt wurden, sonst werde sie ranzig, der Getreidekeim der fette enthält ist da "schuld" daran). Wir essen 3 Mahlzeiten am Tag, am Wochenende nur 2, kommen gut damit aus. Bei den Kalorien verbrauche ich zwischen 1500 und 2500. Ist immer unterschiedlich je nachdem was ansteht. Wir machen 3-4 mal die Woche Krafttraining(ich will in Richtung Bodybuilding/Calethenics gehen) und am Wochenende wandern wir noch 1-2 im Schnitt 10km, mal 3, mal 20...
    Wir achten auf großen Frischkostanteil(ca. 50%). Beim Eiweiß haben wir den Vorteil, dass wir es unerhitzt aus Pflanzen bekommen. Leider gibt es dazu keine Untersuchungen wie sich das native auswirkt im gegensatz zum erhitzten tierischen(auch pflanzlichem) in Bezug auf Muskelaufbau, das hab ich versucht rauszufinden, da mir jeder Trainer zu mehr Eiweiß rät*gähn* Als ob ich das nicht selbst im Netz gelesen hätte. Ich hab Marzia Prince gefunden, Veganerin dieBodybuilding betreibt.
    So, ich hoffe ich hab dich nicht mit meinen ganz persönlichen Erfahrungen gelangweilt.
    Liebe Grüße
    Nadja

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