Samstag, 7. März 2015

Warum Ballaststoffe so unglaublich wichtig sind!



Ich denke quasi nie über Ballaststoffe nach. Ich habe auch noch nie darüber geschrieben. Wozu auch, wenn man eine vollwertige, pflanzlicher Ernährung praktiziert? Da ist alles voll von Ballaststoffen! - Da sind sogar so viele Ballaststoffe drin, dass Menschen, die auf eine derartige Ernährung umstellen aufgrund der vielen Ballaststoffe Blähungen oder Verdauungsbeschwerden bekommen!

Grund dafür ist, dass der Mensch, im Gegensatz zu Grasfressern wie Kühen, Pferden oder anderen Herbivoren kein Enzym hat, welches die beta-glycosidische Bindung zwischen den Glucosemolekülen in den Ballaststoffen spalten kann. Der Name rührt daher, dass man früher dachte, das ganze sei nur Ballast! - Das Spalten können hingegen die Bakterien der Darmflora und die stellen dem Wirt (Mensch) als Resultat freie Fettsäuren und ihre eigenen Stoffwechselprodukte in Form von Gasen zur Verfügung. Im Laufe der Zeit verbessert sich jedoch der Umgang des Körper mit Ballaststoffen und alles ist wieder gut.

Der „Urmensch“, so nimmt man an, verzehrte am Tag ca. 100 g Ballaststoffe. Heute wird, selbst von konservativen Institutionen, empfohlen mindestens 30 g Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Mit der Challengeernährung komme ich auf 60-70 g Ballaststoffe.

Menschen die hingegen nur Weißmehl, Fleisch, Milchprodukte und Limonade essen, nehmen überhaupt keine Ballaststoffe zu sich. Da sind halt keine drin!

Wozu sind die also wichtig? Oder können die nur Blähungen verursachen?

Das PCRM hat eine Studie veröffentlicht, bei der es sich um eine Meta-Analyse handelt, also einem Vergleich mehrerer Studien miteinander von der Medizinischen Universität in Shanghai, welche besagt, dass Menschen, welche mehr Ballaststoffe aßen, auch eine höhere Lebenserwartung hatten. Hier wurden 17 Studien miteinander vergleichen,  ins gesamt wurden die Werte von 980 000 Teilnehmern ausgewertet mit dem Resultat, dass 10 g Ballaststoffe mehr, das Sterberisiko um 10% senkte. Erschienen im American Journal of Epidemiologie

Das mag daran liegen, dass Ballaststoffe in der Lage sind sowohl Cholesterin- und Triglyceridspiegel zu senken, dass sie den Darm vor unerwünschten und ggf. kanzerogenen Stoffen beseitigen und auch daran, dass sie Übergewicht beseitigen indem sie einfach satt machen.

Ein hoher Triglycerid- und Cholesterinspiegel sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Erkrankungen, an denen 40% alle Menschen in der westlichen Welt sterben, mangelnde Ballaststoffe sind die Hauptursache für Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebsart in der westlichen Welt. Und Übergewicht ist sowohl ein Risikofaktor für Krebs als auch für Herz-Kreislauferkrankungen.

Ballaststoffe entfernt die Industrie gerne auch unserem Essen, weil es die Kaloriendichte erhöht und damit unser Belohnungssystem dazu verleitet mehr Belohnungsneurotransmitter auszuschütten. Die Entfernung von Ballaststoffen sorgt aber auch dafür, dass das Produkt sich im Ladenregal länger hält und länger gekauft werden kann und somit den Ertrag des Produzenten erhöht.

Heutzutage kommen viele Hersteller auf die Idee den Frühstücksflocken zusätzlich Ballaststoffe hinzu zu fügen, weil sie das als Verkaufsargument auf der Packung nutzen möchten. Dummerweise nutzen ein paar mehr Ballaststoffe in einem Produkt wie Smacks oder Fruit Loops, welche zu 50% aus Zucker bestehen auch nicht mehr viel.

Daher sollte jeder, dem an seiner Gesundheit was liegt möglichst oft selber kochen und möglichst oft Pflanzen verwenden. Denn es geht nicht nur um die reine Lebensdauer, sondern auch um die Qualität des Lebens in den letzten Jahrzehnten vor dem Tod. Und die ist bei Menschen, die Zivilisationskrankheiten anheim fallen, meist katastrophal.

Menü des Tages am 6. März 2015

Zucchini mit Tomate


Haferflocken mit Banane, Yogi-Tee, Traubenkernmehl, Mango


70 g Mix-Salat
½ Paprika
½ Banane
Blumenkohlcremesuppe


2 Bananen

Endiviensalat
Rest Eintopf vom Vortag
1 Banane
1 Apfel

Rest von Blumenkohlcremesuppe
1,5 Bananen

Liebe Leute, ich hab mein Physikum bestanden! Gestern kam die Nachricht, dass ich Physio, also meine Klausur letzten Freitag, auch in der Tasche habe, damit geht’s jetzt weiter in den klinischen Studienabschnitt. Ab nächste Semester geht’s dann nur noch um Krankheiten und Medikamente und nicht mehr um Biochemie und Physiologie. Ich freu mich! Endlich wieder neues Wissen und nicht das alte, was sich sträubt sich in meinem Kopf einzunisten.

Hier das Video von gestern:



Alles Liebe,

Silke

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Ich folge deinem Blog schon länger und finde es super, wie du wissenschaftliche Fakten so leicht verständlich rüberbringen kannst. Mach bitte weiter so! Ich freue mich jedes mal, wenn ein neuer Post von dir online ist, weil es immer was neues zu lernen gibt und deine Infos (zumindest mir) sehr helfen, vieles, was bei mir in Sachen Essen (manchmal auch leider falsch) läuft, besser nachvollziehen zu können.

    AntwortenLöschen
  2. Hi Silke,
    auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Physikum!! Ich hab letzte Woche meine Masterarbeit abgebeben, aber Glücksgefühle, die es zu intensivieren gab, hat das nicht in mir hervorgerufen ^^ Ich hab dafür heute einen Blogartikel veröffentlich, indem ich ein bisschen was zur Magersucht erkläre, ich hab auch einen Satz aus einem deiner Challenge Videos aufgegriffen und ich finde an einigen Stellen wird deutlich, wie vergleichbar Hungern/Überessen letztlich doch oft sein können, obwohl es auf den ersten Blick so gegensätzlich erscheint... vielleicht hast du ja Lust mal quer zu lesen :-)

    Was ich mich ebenso letzte Woche gefragt habe: Liest du eigentlich auch in solchen Zeitschriften wie dem aktuellen Geo Kompakt Heft zum Thema Ernährung oder recherchierst du direkt in den entsprechenden Fachartikeln?
    An obigen Kommentar, dass hier unheimlich viel Wissen in wirklich verständlicher Form vermittelt wird, kann ich mich jedenfalls nur anschließen - ich habe beim Lesen im Geoheft andauernd gedacht: weiß ich doch alles schon von Silkes Blog... :D
    Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Sonntag,
    Sarah

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Sarah,

    danke für deine Glückwünsche! - Ich schau mir gerne deinen Blogeintrag an.

    Die Rechererche funktioniert bei mir eigentlich so, dass ich irgendwo etwas im Interent aufschnappe, schaue ob da ein Hinweis zu der Studie drin ist und wenn ja, gebe ich den Namen der Studie in Google ein und meistens kommt ein Link zu PubMed oder zum jeweilen Online-Journal und das lese ich dann.

    Ich lese eigentlich nur Internet, aber kann dabei unterscheiden was wissenschaftlich belegt ist und was nicht. Meistens geht es mir aber eh wie dir, dass ich das schon weiß. Journalisten sind ja keine Wissenschaftler...

    LG Silke

    AntwortenLöschen