Freitag, 19. Juli 2013

Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern...


Ich lese gerade so ein cooles Buch: Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern .

Es ist quasi die wissenschaftliche Erklärung für alle Zusammenhänge in der Psychosomatik. Dass ich dieses Buch überhaupt gekauft habe, habe ich auch wieder Angelina Jolie zu verdanken. Es ist unglaublich, was ich alles dadurch gelernt habe, dass ich mich so über ihre Brustamputation aufgeregt habe. Und an alles, was emotional in einem verhaftet ist, kann man sich auch esser erinnen!!!

Der Autor und das Buch wurden in einem Artikel über Epigenetik erwähnt, also der Wissenschaft darüber, dass auch Dinge, die nicht in unserem Genom verankert sind, Einfluss auf genetische Auswirkungen haben, einfach weil es auch Faktoren gibt, die kontrollieren ob Gene abgeschrieben werden oder nicht. Wenn sich z.B. eine Methylgruppe an ein Gen setzt, wird dieses einfach nicht kopiert. Dann können 1000 Mutationen auf diese Gen sein, es hat keinerlei Auswirkungen.

Der Autor Joachim Bauer ist Molekularbiologe, Neurobiologe und Arzt mit Ausbildung als Internist, Psychologe und Psychiater und leitet als Prof, Dr. die Abteilung Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik Freiburg. Also ein Mann, dessen Kompetenz wirklich nicht angezweifelt werden kann.

Das Buch handelt also davon, welche Gene bei welchen Gefühlen abgeschrieben werden um dann Botenstoffe zu synthetisieren, die dann wiederum Auswirkungen auf die Organe haben. Schlussendlich ganz leicht und logisch. Dass Psychosomatik existiert und funktioniert ist soweit ja eh klar. Ich finde auch nicht mal, dass Zweifler überzeugt werden müssen denn zumindest an der Uni Köln wird der psycholsomatik Kram bereits im ersten Semester gelehrt.

Er schreibt dabei aber auch über so Sachen wie, dass, wenn man als Kind eine sichere Bindung zu seiner primären Bezugsperson hatte, man später im Leben leichter mit Stress fertig wird. Und Stress wird ja mit fast jeder Krankheit in Verbindung gebracht, einfach weil Stess Cortisol ausschüttet, welches das Immunsystm unterdrückt und dann haben alle Feinde des menschlichen Körpers leichtes Spiel. Alle Bakterien und Viren, aber auch alle Tumorzellen.

Eine weitere Studie, von der er schreibt, fand ich auch sehr interessant: In Stresstests, bei denen der Partner des Probanden anwesend sein und helfen durfte, stellet sich heraus, dass wenn der Proband ein Mann war und seine Partnerin, die ihn unterstützen durfte, eben eine Frau, war der Stress des Mannes wesentlich geringer. Wenn aber eine Frau Proband war und ihr Partner ein Mann, war das Stresslevel genau so hoch, wenn nicht gar höher!!! Bauer erklärt das nicht näher, sondern sagt nur dass evtl. Frauen bessere Bindungspartner seien. - Oder Frauen leiden an so viel Gefallsucht und fühlen sich so wenig untersürzt, dass sie sogar ein einer Beziehung gestresst sind (...und dann auch wieder Stress machen: Ihren Kindern und ihren Partnern...)

Das beste Heilmittel für Stress und sowieso alles Psychosomatische seien zwischenmenschliche Beziehungen. Das hänge alles wieder genau so mit der allerersten Beziehung zur ersten Bezugsperson zusammen. Also jemand, der eine liebevolle Mutter hatte, hat weniger Stress, neigt dazu auch wieder liebevolle Beziehungen aufzubauen und wird weniger krank.

Obwohl, dann bei Nähe betrachtet, zumindest in meiner Familie, macht das keinen Sinn. Meine Schwester hatte eine liebevolle Mutter, gerade weil sie krank war. Nicht, dass das ihrer Krankheit irgendwie geholfen hätte. Vielleicht hat aber auch meine Mutter all ihren Stress auf meine Schwester übertragen, denn es gibt da ja auch noch die Spiegelneurone. Die aktivieren Neurone, also Nervenzellen im Gegenüber und zwar genau die gleichen Neurone.

Ich mache auch in letzter Zeit ganz bewußt die Erfahrung, dass die Luft in einem Raum, gefüllt mit 50-100 nervösen Studenten vor einer Klausur oder Testat stresshormongetränkt ist und sich diese Atmosphäre sofort auf einen selbst überträgt. Kürzlich kamen 30 Schulkinder in eine Bahn, in der ich saß und auch da war sofort Stress in der Luft. Das könnten auch Spiegelneurone sein. So hat der Stress meiner Mutter meine Schwester evtl. krank gemacht und das könne wiederum nur daran gelegen haben, dass sie selbst als Kind schon keine sichere Bindung hatte, Wenn jemand, wie meine Mutter, aber mit Sätzen wie "Ich hasse alle gesunden Menschen" um sich wirft, kann man da auch nicht mehr helfen.

Was mich nun interessiert ist aber folgendes: Wenn es Spiegelneurone und Psychosomatik gibt, wie stehen dann die Neurone mit der Außenwelt in Verbindung bzw. warum existiert das Gesetz der Anziehung? Klar ist, dass ich, wenn ich meine Gedanken verändere, ich auch meine Genexpression verändere. Ich schütte andere Botenstoffe aus. Aber was macht die Außenwelt dann? Sind das bei den nervösen Studenten vielleicht auch nicht die Spiegelneurone, sondern ist wirklich die Luft stresshormongetränkt? Immerhin nehmen wir ja auch aus der Luft Stoffe wie Sauerstoff auf und reagieren auch auf Sonnenlicht. Könnte es da draußen noch mehr geben, worauf wir körperlich reagieren? Und das auf uns reagiert?

Schlussendlich egal, denn es funktioniert. Es funktioniert sich in Gelassenheit zu üben und es funktioniert positiv zu denken. Denn dann schüttet man gewisse Botenstoffe eben nicht aus, die schlussendlich nur zum Scheitern, zu Unglück und zu Krankheit führen.

Menu des Tages am 18. Juli

1 Grüntee
3 g Spirulina
rohes Müsli mit Banane, Sunwarrior, Traubenkernmehl, Leinsamen
8 g Ombar kokos

Greensmoothie aus Blattsalat, Banane, Orange, Sunwarrior, Leinsamen
3 TL Carobella (Rohtella nur mit Carob)

Weißkohlsalat - hab kein Foto gemacht, aber das Rezept ist so gut, das gibt es nächste Woche im Newsletter

350 ml Kokoswasser
gefrorene Banane mit Fleisch der jungen Kokosnuss püriert


Salat aus Chinakohl, Blattsalat, Radieschen, Möhren, Blumenkohl, Brokkoli, Knoblauch, Tibetsalz, Walnussöl, vegane rohe Aioli, Linsenkeime, Thymian und Apfelessig

Ich denke, das Resultat des Wochenendes ist, dass ich ca. 1 kg zugenommen habe. Schlussendlich ist das aber keine Katastrophe, da ich ja endlich weiß, wie man abnimmt. Ich werde die Kalorien aber nicht reduzieren, sondern dabei bleiben. Davon habe ich nie zugenommen. Allerdings bin ich morgen mit einem hinreißenden, interessanten Mann verabredet um eine Flasche Rotwein zu leeren und, ehrlich gesagt, das macht mir Sorgen. Weiß der Himmel, auf was für Gedanken ich komme, wenn ich ne Flasche Rotwein leere!;-))) Möglicherweise werde ich die Kalorien dann am Sonntag durch Ausschlafen einfach einsparen.

2139 kcal, 29,4% Fett, Omega 3:6 war 1:2,5, Eiweiß 81,6 g. Nur Vitamin E war 4% zu wenig. Alles gut. Geht doch nix über Salat - auch wenn er ein reiner Restesalat aus allem, was man noch im Kühlschrank hat, ist.

Kokosfleisch und Banane zu Eis zu kombinieren, kommt übrigens nicht allzu gut. Anders als ich gedacht hatte. Kann man drauf verzichten.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hallo Silke, ich möchte Dir einmal eine Frage stellen: Glaubst Du Du wärst so stark, so selbstständig, so diszipliniert geworden, wenn Du nicht die Kindheit gehabt hättest, wie Du sie hattest - die Mutter, wie Du sie hattest? Ein Muskel wächst durch Widerstand - durch Herausforderung. Tun wir das nicht auch?

    So wie ich Dich hier kennengelernt habe, kommst Du alleine super zurecht - du bist selbstständig. Würdest Du das aufgeben wollen? ICH glaube mittlerweile alles hat seinen Sinn im Leben und oftmals waren die Dinge garnicht so wie wir sie in Erinnerung haben, sondern es ist unsere Interpretation dieser - immerhin waren wir in der Kindheit noch nicht in der Lage so zu denken wie heute. Sind nicht gerade viele der großen Persönlichkeiten gerade wegen ihrer Herkunft/Kindheit etc. zu dem geworden, was sie hat groß werden lassen. Obwohl ich glaubte meine Vergangenheit schon lange hinter mir gelassen zu haben, konnte ich vor kurzem erst Frieden mit ihr schließen, weil ich erkannt habe, was ich durch sie gewonnen habe. Liebe Grüße Petra

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  2. Ich WEISS, dass alles so wie es kommt seinen Sinn hat!

    Aber wir wollten doch wohl nicht dahin kommen, all meine guten Eigenschaften, meiner miesen Mutter zuzuschreiben. Ich hatte auch noch andere Herausforderungen im Leben, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin.

    Schlussendlich rührt mein stark sein, diszipliniert sein und selbstständig sein natürlich daher, dass mich in 37 Jahren nie jemand geliebt hat und ich mich mit jeglicher Selbstoptimierung versuche liebenswerter zu machen, was dazu führte, dass ich den meisten Menschen jetzt zu stark, zu diszipliniert und zu selbstständige bin.

    "Stark und selbstständig wie ich sein zu wollen", war für meine Mutter zudem ein Argument sich scheiden zu lassen. Das hat sie mir so geschreiben. Damit hat sie mir dann zum 2. Mal in die Schuhe geschoben, dass ich Schuld am Scheitern ihrer Ehe sei. Mein Art zu sein wie ich bin, ist der andere Grund. Das hat immer zu Streit zwischen ihr und meinem Vater geführt.

    Viele Leute finden Stärke, Stelbstständigkeit und Disziplin bewundernswert, aber das sind überhaupt nicht die Eigenschaften, die ich an mit toll finde! Das sind Eigenschaften, die das Leben mit abgezwungen hat.
    Ich will überhaupt nicht stark sein, wollte ich noch nie, ich will mal getröstet werde und schwach sein dürfen, mich auf jemanden stützen können und Geborgenheit erleben!!!! Aber immer muss ich alles alleine bewerkstelligen. Sonst machts ja keine.

    Ich finde an mit toll, dass ich Menschen so lieben kann wie sie sind, ohne sie verändern zu wollen. Das weiß, seltsamerweise, aber niemand zu schätzen!

    LG Silke

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  3. Moin Silke,

    das, was du an dir toll findest, ist aber leider nicht so offensichtlich wie Stärke, Selbstständigkeit und Disziplin. Das können auch nur Leute rausfinden, die dir nah sind und ständig mit dir interagieren. Zudem ist diese Eigenschaft auch nicht wirklich in unserer Welt hier gefragt, auch wenn ich sie sehr schätze und wenig Menschen kenne, die das so leben. Unbewußt manipulieren diese Menschen einen doch...ich will das bei mir auch nicht ausschließen.

    Aber eigentlich wollte ich dir morgen nur ganz viel Spaß wünschen und nen schönen Abend!!!

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  4. Danke!!!:-)))

    Also, ich muss da ja noch was korrigieren: Ich bin auch gar nicht stark.
    Wenn ich stark wäre könnte ich Kontakt mit meiner Mutter haben und gleichzeitig ein Selbstbewußtsein. Ein starker Mensch wäre in der Lage sind vor verletzenden Worten anders zu schützen, als durch Kontaktabbruch!

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  5. Silke, du BIST stark! Guck doch mal, was du in den letzten Jahren alles geschafft hast, und wie gut es dir heute geht. Du hast Armut gelitten und hattest miese Jobs, die dich nicht befriedigt haben, und dennoch hast du dich da raus gearbeitet, mit Abitur und Studium, und ich glaube, was die aüßeren Umstände betrifft, ginge es dir noch nie besser.
    Dann noch dein großes Wissen über gesunde Ernährung..und der Sport..das sind doch riesige Errungenschaften und wahnsinnig wertvoll.

    Selbstständigkeit und Disziplin sind wichtige Eigenschaften, das Leben zu meistern, seine Ziele zu erreichen. Vor allem ersteres ist von großer Bedeutung, weil man sich von keinem abhängig machen muss und autonom agieren kann.

    Man sieht aber oft nur das, was man nicht hat, oder was man nicht ist, deswegen erscheinen dir Selbstständigkeit und Disziplin eventuell nicht als Maß aller Dinge, weil du diese Eigenschaften hast. Aber glaube mir, es wäre noch schwieriger ohne sie.

    Natürlich ist es schöner, wenn man dann noch jemanden an seiner Seite hat, der einen bedingungslos liebt, bei dem man sich fallen lassen kann, wenn einem alles über den Kopf zu wachsen droht, und zu dem man auch intensive körperliche Nähe hat. Dann werden nämlich Sachen wie Beruf, Anerkennung von Außen usw. zweitrangig sie verlieren die Dringlichkeit. Andere Dinge werden wichtiger. Man ruht in sich und Grübelzwänge verschwinden, man freut sich, nach Hause zu kommen, weil jemand auf einen wartet.

    Es freut mich zu lesen, dass du dir Gedanken über die Beziehung zu deiner Mutter machst. Natürlich ist viel vorgefallen, du bist verletzt und emotional so involviert, dass es unvorstellbar ist, Kontakt zu ihr zu haben. Verständlich. Es müssen Gefühle von Enttäuschung, Hass und Trauer sein.
    Aber kannst du ihr wirklich verübeln, dass sie selbstständig sein wollte?
    Objektiv betrachtet ist es doch ein toller und mutiger Schritt. Sie wollte sich emanzipieren, zu sich finden, ihre eigenen Bedürfnisse erkennen. Zu lange war sie wohl nur Mutter und Krankenschwester, beruflich und privat.

    Vielleicht könntet ihr euch langsam annähren, übers Schreiben, erstmal nicht vis a vis. Und rechne ruhig auch damit, dass es Jahre dauern kann. Sieh es als Projekt. Ich denke, du hättest die Chance, viele Sachen zu klären, zu verstehen und zu verabeiten, deine Sicht darauf zu ändern. Du würdest noch mehr wachsen dadurch. Und lass Trauer zu. Oft verbirgt sie sich hinter Emotionen wie Hass und Ablehnung. Trauer z.b. darüber, wie alles gelaufen ist, oder es nie mehr so sein wird, wie man es sich gewünscht hat.

    Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden (Vater oder Mutter). Beide haben Recht und beide lagen falsch. Nehme sie als Individuen mit Fehlern, Sehnsüchten und unterschiedlichen Weltbilder wahr.

    Wie gesagt, das alles als Zukunftsvision. Es passt eigentlich nicht zu dir, dieses Gebiet nicht auch noch zu bearbeiten. ;-)

    Viel Glück
    Sabine

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  6. Sabine, ich kann meine Mutter nicht leiden, weil sie mir immer nur sagt, wie schlecht ich bin.- In jeder Hinsicht. Ich habe sie gebeten, sich verletzende Kommentare zu verkneifen und das hat sie nicht getan.
    Ich habe keinen anderen Schutz, als ihr aus dem Weg zu gehen.

    So lange ich nicht darauf vertrauen kann, dass sie mich nicht zu verletzen weiß, kann und will ich keinen Kontakt zu ihr haben. Vertrauen kann ich nicht, weder ihr, noch, was viel wichtiger ist, MIR - weil einem Kind wahrscheinlich nie wirklich egal sein kann, was die Mutter über es denkt.

    Und damit ist die Geschichte aus. Ich bin darauf gefasst, dass es keine Versöhnung in diesem Leben gibt, aber mein Selbstwertgefühl ist mir wichtiger, also eine blutsverwandte Person, die mich ständig verletzt und mein Selbstwertgefühl untergräbt.

    Alles was ich in den letzten Jahren geleistet habe, konnte ich nur leisten, weil sie mir das nicht AUSREDEN konnte. Sie hätte gelacht, über meinen Wunsch das Abitur nach zu machen, sie hätte gesagt, dass ich das sowieso nicht durchziehe, wie beim ersten Versucht. (eigentlich waren es 2 - ich hatte auch mal ein Fernstudium angefangen...) und sie hätte auch gelacht über meinen Wunsch Medizin zu studieren, und dann gesagt, ich solle doch besser einen Arzt heiraten, statt selber einer werden zu wollen. Und im selben Atemzug hätte sie gesagt, dass ein toller Mann, wie ein Arzt, mich ja sowieso nicht hätte wollen wollen, weil ich zu dies und zu das bin. Zu falsch eben...

    So sieht das wirklich aus! Daher rührt das, was ihr als Stärke und Disziplin so bewundert. Man muss Leuten aus dem Weg gehen, die einen nicht zu schätzen wissen!

    LG Silke

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  7. Aber Silke, das sind doch die Projektionen deiner Mutter! Sonst weißt du doch hier damit zu argumentieren.
    Sie zeigt dir eigentlich, wie mickrig ihr eigenes Selbstwertgefühl war und ist, indem sie dich kritisiert und dir nichts zutraut, das hat eigentlich nichts mit dir zu tun.

    Ich weiß aber auch, dass es bei den Eltern besonders schwerfällt, dies zu unterscheiden, man ist zu sehr verbunden und denkt, das was sie sagen beträfe wirklich einen selbst und sie hätten vollkommen recht.

    Solche Mütter schwächen natürlich einen unheimlich. Man hat ja schon so genug Selbstzweifel.
    Das ist übrigens auch Gewalt, verbale Gewalt!

    Wenn deine Mutter so etwas verstehen und reflektieren kann, würde ich das an deiner Stelle mal ansprechen, wenn es irgendwann mal zu einem Kontakt kommen sollte. Dass das ihre Zweifel sind und dass sie sie dir ein Leben lang aufgedrückt hat.

    Dadurch würdest du in die Offensive gehen. Manchmal reichen ein paar Sätze und man schafft sich gegenüber der Mutter einen kleinen Freiraum.

    Das muss man aber immer wieder machen, damit sich das verfestigt.

    Mit der Distanz, die du aktuell zu deiner Mutter hast, könntest du auch kontrollieren, dass sie die Grenzen nicht überschreitet, z.B. wenn ihr nur telefonieren würdet, könntest du verbal direkt korrigieren. Vis a vis ist das viel schwieriger.

    Ich würde auch, als Trick ;-), damit bewusst prahlen, was du alle schaffst, und wie gut es dir geht etc., auch um zu überprüfen, wie sie drauf reagiert, da sie das sicherlich nur schwer aushält.

    Das sind nur Impulse, ob du was machen wirst, musst du entscheiden.

    Ihr müsst ja auch nicht die besten Freundinnen werden, nicht selten bleiben die Beziehungen zu den Eltern "verkorkst", auch wenn man Kontakt hat. Das ist dann aber anders als gar keinen Kontakt zu haben.
    Man wird innerlich friedlicher, wenn man weiß, dass das einigermaßen im Reinen ist, oder man dabei ist, es ins Reine zu bringen.

    Viel Glück und LG
    Sabine

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  8. Ist mir zu anstrengend. Ich hab mein Leben lang all die Arbeit gehabt und daran gearbeitet gut genug für sie zu sein. Soll sie daran arbeiten. Und, nein, sie versteht das nicht. Kann nicht reflektieren.

    Ich muss Physikumsklausuren schreiben und habe keine Zeit dafür.

    Angeben und Prahlen, wirkt bei ihr auch nicht! Außerdem will ich auf das Level nicht runter.
    Ich will so akzeptiert und geliebt werden wie ich bin. Punkt. Wer das nicht kann, muss weg bleiben,

    Und Sabine, bitte dringe nicht weiter in mich! Man kann andere Menschen nicht verändern. Bitte versuche nicht weiter meine Beziehung zu meiner Mutter zu kitten. Oder dringe in sie! Kannst sie ja ausfindig machen... Das ist mit gleich...

    Ich werde keine weitere Diskussion mit dir darüber führen. Offensichtlich war aber den Kontakt abzubrechen die beste Entscheidung meines Lebens! Kann ich nur jedem empfehlen, der Probleme mit seinem Selbstwert hat!

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  9. Ich habe es mit meinem Vater ähnlich gehalten, ihn die letzten beiden Jahre vor seinem Tod nicht mehr gesehen, selbst als er in der Klinik lag nicht. Wenn er mich hätte sehen wollen, hätte er mir das sagen können. Er war jedoch bis zu seinem Tod der Meinung, ich bin die "Böse". Heute würde ich vielleicht anders handeln, doch das wäre reine Spekulation. Einen Hund, der einen immer wieder beißt, würde ich ja auch nicht immer wieder die Hand hin halten.

    Für mich ist es wichtig, meine Verhältnis zu mir selbst zu verbessern, denn einzig mit mir muss ich den Rest meines Lebens verbringen.

    Übrigens Sabine, ich hatte auch den Eindruck, als würdest du hier ein wenig therapeutisch arbeiten wollen. Ich habe vor kurzem einen Spruch gehört, den ich mir immer mehr zu Herzen nehme: Würde jeder Mensch sich um sich selbst kümmern, wäre jedem geholfen. Liebe Grüße euch beiden Petra

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  10. Ich danke dir, Petra!:-) Das sehe ich ebenso. LG

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  11. Ich denke es ist einfacher, sich emotional von den Eltern zu distanzieren, wenn man schon eine eigene Familie gegründet hat.
    Dann fällt es auch einem leichter "Frieden zu schließen", egal, was auch vorgefallen ist. Es sei denn, es handle sich wirklich um Mord und Totschlag..
    Klar, bei jedem ist das anders, und jeder muss selbst entscheiden, ich kann mir aber nicht vorstellen, nicht am Sterbebett der Eltern zu sitzen.

    Verena

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  12. Verena - Deine Welt ist anders, Du hast anderes erlebt, als Silke und ich - ich habe mich nie emotional von meinem Vater distanziert, ich hätte mir nichts mehr gewünscht, er wäre da gewesen - hätte mich anerkannt, geliebt. Er hat sich distanziert (nicht ich) und dies als ich noch Kind war. Es ist nicht die Aufgabe eines Kindes, auch wenn es groß ist, zu kitten, was die Eltern zerbrochen haben.
    Ich tat im Erwachsenenalter alles um Anerkennung zu bekommen, wurde zum Leistungsjunkie, eben wegen meiner Erfahrungen. Ich weiß, dass mein Vater sein BESTES tat, weil er es nicht anders wusste, doch das ändert nichts daran, wie es mir ergangen ist. Wenn ER gewollt hätte, dass ich bei ihm bin, als er starb, hätte ER mich rufen können. Und ja, es ist schön, dass es Dir mit Deinen Eltern anders geht. Ich bin Kind und Mutter und daher weiß ich, welche große Herausforderung es ist Mutter zu sein. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist besser, jedoch auch nicht so, wie es ein sollte. Es ist nun einmal nicht in Ordnung, dass wir Kinder unsere Eltern so akzeptieren sollen, wie sie sind, sie uns aber nicht und wir uns nach ihren Vorstellungen verbiegen sollen und dies auch noch im Erwachsenenalter. In der Partnerschaft ist es auch ein Geben und Nehmen. Und nein, es ist nicht leichter sich von den Eltern zu trennen, doch es ist manchmal der einzige Weg um weiterleben zu können. Und es ist nicht egal, was vorgefallen ist und außerdem habe ich Frieden geschlossen, weil ich heute verstehen. Wichtig ist Frieden mit sich zu schließen, nicht mit jemanden, der überhaupt keinen Frieden schließen will, sondern nur Recht haben. Liebe Grüße Petra

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  13. Verena - kurze Frage: Hast Du auf irgendeine Art etwas mit einem Menschen zu tun, der häufig auf Mallorca lebt und in Deutschland einmal einen Bioladen hatte?

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  14. @Silke und Petra:
    genau der richtige Post/ Kommentar zur rechten Zeit.
    Saß gestern Nacht deprimiert vor dem PC mit der Frage, warum ich trotz meiner Bemühungen ewig eine Verwandte 2. Klasse bleibe.
    Normalerweise habe ich nicht so viel Kontakt, aber eine "Familien"feier steht an.
    Oh Frust!
    Mittlerweile merke ich auch, daß ich mit den gesundheitlichen Knackpunkten, die mir genetisch so mitgegeben wurden, ganz anders umgehe - vieeel besser :-)
    Jedenfalls: Danke Frauen!

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