Donnerstag, 18. Juli 2013

Immer, immer wieder auf das Pferd aufsteigen...


Von den 4 am Wochenende zugenommenen Kilos sind jetzt 2,8 kg weg. Ist doch irre oder? Wie wenig man sich bekloppt machen lassen darf!

Für jemanden, der niemals eine Diät gemacht hat, sind die Gedanken und Mechanismen, die in dem Diäthaltenden ablaufen, wahrscheinlich völlig unbegreiflich. So Gedanken wie: "Heute noch mal reinhauen, und ab morgen dann Disziplin" oder eben auch "Ich nehme ja gerade nicht ab, dann ist es eh schon egal" oder auch "Jetzt habe ich über die Strenge geschlagen, dann kann ich ja eh gleich das Handtuch werfen"

Eine Diät ist nichts, wobei man, wenn man ein Mal einen Schritt in die falsche Richtung macht, gleich alles verbockt. Sie ist ein Weg, den man geht und immer wieder korrigieren muss. Das gilt nicht nur für Abnehmdiäten, das gillt ebenso für Ernährungsumstellungen.

Wer jeden Tag immer nur das isst, was man in Restaurants zu essen bekommt, wird ganz klar und definitiv sowohl Diabetes, Arteriosklerose, einen zu hohen Cholesterinspiegel und wahrscheinlich auch Krebs bekommen. Es sei denn, man bestellt immer Salat. Aber alles andere Essen in Restaurant taugt nicht, weil einfach kein Gemüse dabei ist. Nie. Ich weiß nicht wie oft ich versucht habe, irgendwas gemüselastiges zu bestellen und es ging einfach nicht. Pasta z.B. mit Gemüse dazu. Kriegst du nicht. Du kriegst Pasta mit Käsesauce.

Je weiter weg das Essen her kommt, desto mehr Gemüse kriegt man aber auch. Beim Türken, Asiaten und Inder ist es wesentlich leichter Gemüse zu bekommen als in europäischen Restaurant.

Naja, aber worauf ich hinaus wollte: Wenn man mal einen Schritt vom Weg abgekommen ist, ist das noch lange kein Grund das Handtuch zu werfen. Ich weiß, man fühlt sich dann als Versager, weil man seinen eigenen Wünschen nicht gerecht geworden ist. Man wird sich aber noch mehr wie Versage fühlen, wenn man all die Ausreden, die man sich parat gelegt hat, auch glaubt, warum man sich nicht wieder auf Pferd aufschwingen kann.

Ausreden sich keine Mühe zu geben, gibt es wirklich reichlich. Kürzlich hat jemand zu mir gesagt, er könne keine Diät machen, weil er um 6 Uhr früh anfinge zu arbeiten und um 5 Uhr morgens Frühstücken sei schwer. Außerdem brauche gesundes Essen immer Planung.

Zum einen frühstücke ich auch um 5 Uhr morgens wenn ich in den Bioladen muss. Zum anderen: ja, es erfordert Planung, aber man kann nicht erwarten irgendwas im Leben zu bekommen, ohne da irgendwelchen Einsatz für zu bringen! Das ist nun mal so. Um erstrebenswerte Sachen muss man sich auch bemühen! Computerspiele spielen wir aus genau diesem Grund gerne: Da gibt es Hindernisse, die man überwinden muss und wenn man das geschafft hat, kommt man ein Level höher. Warum tun wir uns im richtigen Leben so schwer damit? Wer keine Motivation hat gesund zu essen sollte mal in das Herzzentrum einer Unklinik fahren und sich anschauen was man, wenn man nur Mist ist, im Alter alles bekommt!

Bei den Dreharbeiten unterhielt ich mich mit der Maskenbildnerin, die mich fragte wie das Studium läuft etc. und daraufhin fragte ich sie nach ihrem Leben aus. Sie erzählte mir, ihr Vater hätter sehr, sehr schwer Typ II Diabetes. Sie sei am Wochenende zu Besuch bei ihren Eltern gewesen und es hätte sie schwer geschockt, wie sehr er degeneriert ist, was er alles nicht mehr machen könne, wie viel Gefühl in seinen Extremitäten verloren gegangen sei. Er sei 72 Jahre alt und könne ohne Hilfe ihrer Mutter gar nichts mehr machen.

Daraufhin fragte sie mich, ob das erblich sei, denn sein Bruder habe auch Typ II Diabetes und womöglich sorgte sie sich auch um sich selbst. Typ II-Diabetes ist aber leider ausschließlich angegessenund, was ich ihr auch sagte und habe dann noch ein bisschen was über mein wissenschaftliches Projekt erzählt.

Ist das nicht furchtbar? 72 Jahre ist überhaupt kein Alter. 100 halte ich für absolut realtistisch, wenn man so alt werden möchte.

Nun ist Diabetes ja durchaus reversibel und auch Neuropathie ist bis zu einem gewissen Grad reversibel. Aber verändere Mal die Ernährungsweise eines über 70jährigen. Das Schlimme ist, dass die Gewohnheiten, je älter die Menschen sind, also je kranker sie sidn, auch um so fester sitzen. Wie man da ran kommt, das sollte mir mal jemand beibringen, denn das ist das A und O.
Von allen Patienten, die ich bisher kennen gelernt habe, war jedenfalls keine bereit irgendwas an seiner Ernährung zu verändern. Viele von denen sind jetzt schon tot.

Menu des Tages am 17. Juli 2013

2 Grüntee
3 g Spirulina
rohes Müsli mit Trauenkernmehl, Sunwarrior, Orange, Leinsamen
1 Kugel Schokoladeneis

Greensmoothie aus Rucola, Banane, Sunwarrior, Orange, Sellerie, Wasser

16 g Ombar kokos

Weißkohlsalat



Schokoladeneis mit Banane
Sojajoghurt mit Beeren und Stevia
1 Scheibe Vollkornbrot mit Carobcreme

1 Scheibe Vollkornbrot mit 1/3 Banane belegt

Ich bin ja kein großer Fan von Greensmoothies, einfach, weil die nicht lange satt machen, vielleicht für ne Stunde und ich es hasse direkt einen Liter davon zu trinken, einen überfüllten Magen zu haben und dann nach 2 Stunden wieder Hunger zu haben.

Gestern habe ich Leinsamen und Sunwarrior rein getan und das Problem war erledigt. Der Greensmoothie hat satt gemacht und hat 3-4 Stunden vorgehalten.

Ich hab so viel 80/10/10-Blödsinn gelesen, dass ich es unbewußt für ungesund halte, Leinsamen in einen Smoothie zu tun. Das ist totaler Bullshit. Leinsamen liefern Omega 3, sorgen dafür, dass der Zucker langsamer aufgenommen wird und machen daher länger satt. Sie sind toll! Was ich allerdings tatsächlich für ungesund halte ist Kokosöl in Smoothies zu tun. Gesättigte Fettsäuren braucht man nämlich nicht im Übermaß. Die kann der Körper alle selber herstellen.

Es ging gestern in der Biochemie Vorlesung um ungesättigte Fettsäuren und wofür die wichtig sind. Sie sind wichtig für den Flussmechanismus der Zellmembran. Aber wie der Prof es dargestellt hat, sollte man so viele wie möglich davon aufnehmen, was ja nicht so ist. Wahrscheinlich wollte er darauf hinaus, dass viele Menschen zu wenig davon aufnehmen. Cholesterin verfestigt die Zellmembran und ungesättigte Fettsäuren verflüssigen sie. Sie sollte natürlich, wie alles im Körper, optimal flüssig sein. Nicht zu fest, nicht zu flüssig. Wenn sie zu flüssig wäre, würden wir einfach zu einem Häufchen Matsch am Boden zerfallen, wenn sie zu fest ist, kommt nichts mehr in die Zelle raus oder rein. Es kommt also auch hier auf das richtige Verhältnis an.

Ich hab versucht mit Vollkornbrot am Abend das Fett aus den ungesättigten Fettsäuren der Mayonnaise des Weißkohlsalats auszugleichen. Das hat nicht so gut geklappt. Es waren 31,3% Fett. Dafür was das Omega 3:6 Verhältsnis 1:2, was sogar die Paleo-Fraktion stolz machen würde. 2164 kcal, 88,8 g Eiweiß. Vitamin E war allerdings mal wieder zu wenig. 71%. Sollte ich wohl besser Mandeln statt Cashews in die Mayonnaise tun, was? Oder eine Mischung.

Ach, was solls...An anderen Tagen läuft es anders.

Alles Liebe,

Silke

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