Montag, 8. Juli 2013

Graue Haare bei Rohköstlern und alles über Kollagen....

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Aus irgendeinem, mir nicht mehr nachzuvollziehenden Grund, bin ich gestern, nach Jahren mal wieder auf der Homepage von Tonya Zavasta rawforbeauty.com gelandet
und habe mich da umgesehen. Wahrscheinlich einfach, weil ich mal wieder mehr über den Zusammenhang von Ernährung und Schönheit erfahren wollte, auch, weil ich gerade wieder Antioxidantien im Hinterkopf habe. Die schützen ja nicht nur vor Krebs und Herzinfarkt, sondern auch vor dem Altern! - Wie weit da Antioxidantien aber reichen, ist auch mir derzeit unklar. Vielleicht wusste Tonya Zavasta da mehr.

Tatsächlich gibt ihre Website diesbezüglich aber nicht sonderlich viel her. Sie versucht hauptsächlich Bücher zu verkaufen. Aber dann konnte ich es doch nicht lassen mir auch noch ihre Info über graue Haare anzusehen.

Sie erklärt dort, dass die Ursache des Grauwerdens von Haaren ein Sterben der Melanozyten sei, die Zellen, die das Pigment produzieren und das wiederum läge an der Vergiftung, Fehlernährung, unausgeglichenem Hormonhaushalt, Mineralstoffmangel etc.

“Gray hair is often a companion of aging, because the cells in the bulb that are supposed to produce melanin are dead. They die for the same reasons other cells do. Poor assimilation, hormonal imbalances, and toxic waste buildup in the system are contributing factors. Graying hair is caused by the consumption of saturated fat and protein, as well as salt. Another cause of graying hair is the excessive intake of simple sugars, which leach minerals from the blood, weakening the nutrients that reach the hair. Starving and suffocating hair turns gray.”

Warum gibt es dann aber so wahnsinnig viele Rohköstler mir vorzeitig ergrauten Haaren? Ich habe so viele davon gesehen, auf Potlucks, auf Messen und sonstigen Veranstaltungen. Klar, Otto Normalverbrauchert färbt und daher fällt das Grauwerden da nicht so auf. Aber dass auch Rohköstler grau werden ist besonders deshalb auffällig, weil Ann Wigmore, Gabriel Cousens M.D. und Victoria Boutenko mehrfach behauptet haben, dass graue Haare durch Rohkost verschwinden. Ann Wigmores grauen Haare seien durch den Verzehr von Weizengrassaft wieder farbig geworden, der fast 70jährige Gabriel Cousens hat bis heute kein graues Haar und erklärt das damit dass er ausreichend Mineralstoffe und Spurenelemente verzehrt. Also, dass graue Haare auf einen Mineralstoffmangel hindeuten, was mit der Weizengrassaft-Theorie durchaus überein stimmt.

Aber ich habe da ja auch mal was in Biochemie gelernt:

Damit Melanin, das Pigment, gebildet werden kann, braucht es seine Vorstufe, die Aminosöure Thyrosin. Thyrosin ist keine essentielle Aminosäure, muss als nicht mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie kann auch aus Phyenylalanin hergestellt werden, das durchaus eine essentielle Aminosäure ist.

Meiner Erfahrung nach verzehren Rohköstler viel zu wenig Eiweiß und damit zu wenig Phyenylalanin und Thyrosin und das wiederum führt zu zu wenig Melanin und das wiederum führt meines Erachtens bei Rohköstlern zu grauen Haaren. Und auch das deckt sich wieder mit den Erfahrungen von Gabriel Cousens und Ann Wigmore: Mineralstoffe und Eiweiß kommen besonders in Grünzeug zusammen daher.

Ich wünschte Tonya Zavasta hätte wissenschaftlich erklärt wie gesättigte Fette und tieriches Eiweiß die Melanozyten schädigt, aber das ist von Rohköstlern im allgemeinen auch nicht zu erwarten. Bei jemandem wie Barnard habe ich sowas jedenfalls noch nie gelesen.

Etwas anderes worauf ich gestern, auch wieder beim Biochemie lernen, gestoßen bin ist alles über Kollagen! Kollagen ist wichtig und toll für die Straffheit des Bindegewebes. Haut, Zähne, Knochen und Knorpel enthalten Kollagen. Interessant für mich war nun wie sich das Bindegewebe, vor allem das der Haut aufbaut, und was man machen kann, damit es straff wird und vor allem, wie es sich strafft nachdem man Fett verloren hat!

Also, Kollagen braucht auch wieder Aminosäuren und zwar Glycin, Lysin und Prolin. Nur Lysin ist von den dreien essentiell. Es wird immer wieder behauptet, dass in vegetarischer Ernährung zu wenig Lysin enthalten sei, jedoch können meine Aufzeichnungen mit dem Cronometer das überhaupt gar nicht bestätigen. In meiner Nahrung ist jedenfalls genug Lysin enthalten. Der Tagesbedarf wird zwischen 8 und 45 mg pro kg Körpergewicht angesiedelt. Das absolute Maximum (also 45 mg) für mich zugrunde gelegt wäre also etwa 2700 mg. Ich verzehre ca. 2300 mg pro Tag. Aus dem Zusammenhang mit Lysin kommen auch immer diese dämlichen Ratschläge von vollidiotischen Lesern, dass ich Hühnchen verzehren solle, da Hühnchen auf 100 g 1962 mg Lysin und Rindfleisch 1797 mg enthält. Das gilt allerdings nur für die Rohware. So weit ich weiß ist Lysin nur bis zu einer gewissen Temperatur hitzebeständig. Diese Temperatur habe ich aber leider vergessen. Irgendwas zwischen 100 und 150°C.

Was ich wirklich wissen wollte war aber wie lange es dauert, bis der Körper sich wieder strafft und bin im meinem Buch Biochemie des Menschen: Das Lehrbuch für das Medizinstudium tatsächlich auf eine Antwort gestoßen, da die Halbwertzeit von Kollagen dort aufgelistet war, also die Zeit bis die Hälfte des Kollagens abgebaut ist. Bei der Haut sind das 200 Tage, beim Muskel 60 Tage und bei der Leber nur 30 Tage.

Vor etwa 100 Tagen habe ich angefangen abzunehmen. Es ist daher physiologisch unmöglich, dass mein Körper pikobello straff ist, weil ein Großteil des Kollagens, was damals da war, immer noch da ist. Und da kann man so viel Hühnchen fressen wie man will, der Körper wird seine Halbwertzeit des Kollagenabbaus dadurch in keinster Weise verändern. Jeder der mir erzählt er hätte mit Hühnchen abgenommen und alles sei die ganze Zeit hindurch straff geblieben lügt.

Es kann sich allerdings nachher alles wieder straffen vorausgesetzt man gibt dem Körper ausreichend Nährstoffe um Kollagen aufzubauen. Was dann der neuen Köperform angepasst ist. Dazu braucht es nicht nur Eiweiß oder besser die Aminosäuren Glycin, Prolin und Lysin sondern auch Vitamin C. Der Körper kann ohne Vitamin C kein Kollagen synthetisieren, weshalb einem bei der Vitamin C-Mangelkrankheit Skorbut auch die Zähne ausfallen. Die meisten Menschen verzehren jedoch ausreichende Mengen Vitamin C weil die Vorzüge dieses Vitamins ausreichend bekannt sind.

Menu des Tages am 7. Juli

1 Kaffee mit Hafermilch und Stevia
1 Grüntee
rohes Müsli mit Hafer- und Hanfmilch, Kirschen, Banane, Traubenkernmehl und Sunwarrior
3 g Spirulina

Birne-Ingwer-Riegel mit viel Antioxidantien und Eiweiß (Mittwoch im Newsletter)


1 Cantaloup Melone


Salat aus Spaghetti, Möhre, Paprika, Tomate, Zwiebel, Real Jumbo, Blumenkohl, Kapern, Radieschen, Sesamöl, Cayennpfeffer, Apfelessig, Tibetsalz


4 Datteln

2 Apfelmuffins

Feldsalat mit Frühlingszwiebeln, gedünstetem Brokkoli, Basilikum, Sojasauce, Walnussöl und Knoblauch



Ich stand abends da mit kaum noch Kalorien, die ich verbrauchen konnte und einem Vitamin K-Mangel. Es musste dringen Grünzeug her und der Brokkoli hat's dann gebracht.

Ich war Joggen und betrat die Wohnung und fast aufdringlich schob sich der Duft von Melone in meine Nase und das war wohl das Beste, was ich meinem Körper dann anbieten konnte. Instinkto läßt grüßen!

Spaghettisalat mit Real Jumbos, die im Bioladen gerde im Angebot sind, hat mich an Grillabende in der Kindheit erinnert. Nudelsalat mit Würstchen. Habe ich seit 1 Mio. Jahre nicht gegessen, aber die Viana Würstchen empfinde ich persönlich immer als reichlich scharf. Auf der Verpackung steht: "Kids love it" aber ich frage mich, ob das Kindern nicht vielleicht auch zu scharf ist. Die Würstchen haben dann auch dafür gesorgt, dass ich mein Fettverhältnis von gestern nicht auseinander dividieren kann. Da stehen ja keine Omega 3 und 6 Fettsäuren drauf. Sie sind aber recht kalorienhaltig.


2148 kcal, 24,4% Fett und wahnsinnige 103,6 g Eiweiß. Meines Erachten sogar zu viel. Lag auch mit an der Wurst...Alle Nährstoffe ausreichend vorhanden.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hallo Silke, ich hatte auch schon sehr viel graues Haar, die Farbe ist jedoch wieder gekommen und ich habe nur noch wenig grau. Ich bin gespannt, ob es wieder ganz verschwindet. Woran es gelegen hat, wäre Spekulation, aber auf jeden Fall esse ich heute sehr viel mehr Eiweiß als früher.

    Übrigens Kompliment ♥ Super toll abgenommen.♥
    Ich bin auch gerade dabei wieder in Topform zu kommen, aber einmal auf einem völlig anderen Weg. Dir liebe Grüße Petra

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  2. Hallo,
    bisher war ich nur stille, aber ständige Mitleserin in deinem Blog. Der ist wirklich klasse!
    Dieses Biochemie Buch, das du erwähnt hat, geht das viel um solche Ernährungsbelange? Könntest du es epfehlen oder ist es sehr kompliziert?
    Vielen Dank!

    Lg, Lena

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  3. Hallo Lena,

    ne, es geht da nicht nur um Ernährung sondern auch um Genetik, DNA und Co. Ganz ohne chemisches Vorwissen sollte man das nicht lesen. Es ist halt ein Lehrbuch für das Medizinstudium. Ich finde jedoch, dass dort alles gut erklärt ist, daher mag ich es.

    LG Silke

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  4. Vielen Dank für die schnelle Antwort!
    Ich studier Bio, zwar erst im 2. Semester, aber ist ja "verwandt". :)
    Überhaupt zu den Büchern, du gibst ja immer sehr viel hilfreiche Tipps, bisher habe ich mir aber leider noch keins der von dir genannten Bücher besorgt...die klingen alle so spannend!
    Was würdest du vielleicht als erstes empfehlen? Was von Bernard? Oder was ganz anderes? Danke nochmals!

    Lg, Lena

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  5. Pffff, oh Gott, das ist ne schwere Frage....

    Ja, Barnard ist auf jeden Fall mal ein guter Start!

    LG Silke

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