Samstag, 10. Januar 2015

Gewicht und Quintessenz der Challenge...



Ich bin heute früh auf die Waage gestiegen, weil ich irgendwie so das Gefühl hatte, dass ich ziemlich dünn aussehe. Die Waage zeigte dann 62,4 kg an. Leider habe ich kein Foto davon gemacht. Ich war ganz schön baff!

Ich hab mir bei dieser Challenge vorgenommen mich nicht auf Gewichtsverlust auszurichten sondern auf Entzug. Ich hab das in einem der Videos schon erzählt: Den Overeaters Anonymus wird geraten sich nicht zu wiegen, weil man dann dazu neigt, das Programm wie eine Diät zu behandeln und das weckt zum einen Assoziationen zu vorherigen Diäten, die wahrscheinlich meistens negativ sind, und es verschiebt die Prioritäten. Wenn jemand aufgrund von Esssucht übergewichtig ist, und ich persönlich nehme an, dass das auf jeden zutrifft, dann kann jede Ernährung, die die Sucht weiter füttert, also jede Ernährung, die auch nur ein bisschen Süßkram oder Mehl oder stark fetthaltiges Essen enthält, die Sucht wieder anfachen bzw. am Leben erhalten. Sag mal nem Raucher er soll von 1 Schachtel am Tag runter schrauben auf nur 3 Zigratten am Tag! Mit der Esssucht/Zuckersucht ist es genau das selbe. Und deshalb funktionieren Diäten nicht dauerhaft. Deshalb kann auch Weight Watchers nicht funktionieren, es sei den man zählt für den Rest seines Lebens Punkte. Aber wer will das schon? Es gibt auch Alkoholiker, die ihren Konsum so moderieren, dass sie ihr Leben noch meistern können, aber das ist das selbe wie Punkte zählen.

Bei den Overeaters Anonymus geht es also darum abstinent zu werden und sich auf die Heilung der Sucht zu konzentrieren und nicht auf das Abnehmen, daher keine Waage.

Aber jetzt kommen wir zu der Waage ;-)

Ich hab ja kein Challengestartgewicht gemessen und zuletzt war ich auf der Waage als ich das letzte Mal die Challenge gemacht habe, zwischen November und Dezember, daher dachte ich schau ich mal nach, was ich am 9. Tag der letzten Challenge gewogen hab. Das waren 64 kg. Während der Challenge damals, habe ich so gegessen wie jetzt, danach bis Weihnachten noch ein wenig mehr Fett aber sonst auch so wie jetzt. An Weihnachten habe ich ziemlich viel Süßkram gegessen und sonst relativ fettarm und vegan, zwischen Weihnachen und Silverster noch die Reste und recht viel Sojasahne und an Silverster wieder Mist, wie an Weihnachten. Ich bin daher ziemlich positiv erstaunt über dieses Gewicht.

Aber allein gefühlt, habe ich schon sehr viel Vertrauen in diese Ernährung. Es ist mit der Zuckersensibilität halt so, dass man ohne Challenge irgendwie immer auf der Hut sein muss, dass man keine kapitalen Fehler begeht. Ich liebe Süßkram mehr als ich sollte (Sucht) und das gibt mir das Gefühl, dass ich dauernd dem Stress ausgesetzt bin darauf zu achten ob und wie viel ich davon esse. Dass ich nie einfach auf meinen Körper hören kann der mir sagt, wann ich Hunger habe und wann nicht und das ist schrecklich! - Mit der Challengeernährung ist das nicht so.

Ich stand gestern im Bioladen und die Kollegin in der Bäckerei bot mit Kuchen an den ich dankend abgelehnt habe und ich hatte das Gefühl, dass es das erste Mal war, dass ich Kuchen ohne Bedauern ablehne. Wenn ich das sonst gemacht habe, oder sagen wir „falls“, war immer so ein Hauch von „Ich Arme darf das nicht ich bin auf Diät/lebe gesund“ dabei. Und jetzt nicht. Das ist so eine Bereicherung für das Leben!

Und es gibt 2 Sachen, die dafür erforderlich sind: Abstinenz zum einen, aber, so wie man jeden Morgen ein Medikament nehmen muss, muss man jeden morgen Gemüse essen. Das geht Hand in Hand, besonders am Anfang der Entwöhnungsphase. Oder auch, wenn man mal ausgerutscht ist. Das ist essentiell um wieder auf das Pferd drauf zu kommen und erleichtert den Entzug ungemein. Und hauptsächlich darum geht es auch heute in dem Video:



Menü des Tages am 9. Januar 2015

6:10 Uhr: Brokkoli und Tomate


Haferflocken wie immer


13:08 Uhr: 5 Sushi


1 Miniromana
1 Banane

15 Uhr: 2 Bananen

17:30 Uhr: Reste Gemüsepfanne vom Vortag

21:30 Uhr: 1 Banane

Ich bin spontan in den Bioladen gerufen worden und ebenso spontan hab ich meine Tage bekommen – zu früh – und hatte deshalb am Vormittag keinen Hunger.

Gestern früh in der Vorlesung ging es ganze 5 Minuten um das Belohnungssystem und diese 5 Minuten musste es sich noch mit Parkinson und Schizophrenie teilen, da bei beiden Krankheiten auch Dopamin eine Rolle spielt. Bei Parkinson sterben dopaminerge Nervenzellen ab und der Patient bekommt L-Dopa zur Therapie, was im Hirn dann zu Dopamin umgebaut wird. Ich hab die Professorin gefragt ob L-Dopa auch auf das Belohnungssystem wirken würde, aber sie wusste es nicht. Sie glaubt nicht, weil es an anderen Stellen/über andere Rezeptoren wirken würde. Ich sollte mir die Frage merken und dann, wenn ich in der Klinik bin, sie den Neurologen nochmal stellen. Allerdings wirken Medikamente gegen Schizophrenie tatsächlich auf das Belohungssystem und blockieren Dopaminrezeptoren und damit machen auch Unlust und Depressionen und sie machen Parkinsonsymptome! Das war das, was ich in den 5  Minuten gelernt habe.

Und das ist ja irgendwie schade, denn wenn das Belohnungssystem und die Nahrungmittelindustrie uns da hin treibt, dass wir Nahrungsmittel essen, die nicht in der Lage sind unsere Gesundheit zu erhalten oder sie sogar zerstören, haben wahrscheinlich sogar mehr Krankheiten als selbst ich bisher geglaubt habe, ihren Ursprung im Belohungssystem. Das Belohungssytsem der wichtigste Teil des Körpers und der Seele...

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Liebe Silke,

    du sagst ja, dass alle Übergewichtigen/Fettleibigen ja auch in irgendeiner Weise zuckersüchtig/zuckersensibel o.ä. sind und dass man dies eben nur (auf natürliche Weise) durch das Gemüse zum Frühstück und Abstinenz in den Griff bekommen könne.

    Nun frage ich mich aber: Wie kann es sein, dass McDougall so enorme Erfolge in Bezug auf Fettleibigkeit/Weight Loss verbuchen kann, wenn dort Stärke die Basis aller Mahlzeiten inklusive des Frühstücks ist? Spielt da vielleicht doch noch etwas anderes mit rein?

    Und dann habe ich noch eine zweite Frage: Würdest du diese Ernährung auch jemandem empfehlen, der nicht abnehmen will und auch nicht zuckersüchtig oder zuckersensibel ist? Weil du betitelst diese Challenge-Ernährung ja als die beste Ernährung der Welt.

    Wenn jemand also keinerlei Probleme beispielsweise mit einem Stärke- oder Obstfrühstück hat und im Laufe des Tages mehr als genug Gemüse isst, würdest du trotzdem immer zuerst das Gemüse empfehlen? Würdest du dich selbst so ernähren, wärest du NICHT zuckersensibel?

    Alles Liebe
    Anna

    PS: Ich muss mal wieder ein Riesenlob für deinen Blog aussprechen. Du führst in schon sooo lange und deine Beiträge sind immer wieder spannend, aufschlussreich und interessant! Mach weiter so!! :)

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  2. Liebe Anna,

    die meisten Fettleibigen essen sowohl viel Zucker als auch viel Fett, das kommt ja auch häufig gemeinsam daher. Wenn man ihnen das Fett streicht, nehmen sie ab. So sind McDougalls und auch die Erfolge der anderen "fettarmen Ärzte" zu erklären. Das reicht aber nicht notwendigerweise wenn man eigentlich schon schlank ist, aber ein paar Kilos verlieren will.

    Für Normalgewichtige, die nicht zuckersüchtig/esssüchtig sind würde ich empfehlen noch ein paar Nüsse und Samen zu integrieren mit Omega 3 und 6 im richtigen Verhältnis zueinander. Gemüse am Morgen ist dann nicht so wichtig.

    Wäre ich nicht zuckersensibel hätte ich mich nie mit Ernährung auseinander gesetzt und würde als vegetarischer Allesesser leben.;-) Und auch nicht Medizin studieren!

    Es ist objektiv, wissenschaftlich die beste Ernährung für den Menschen.

    Danke für dein Lob!:-)

    LG Silke

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  3. Liebe Silke,

    vielen Dank für deine Antwort! :)

    Weißt du, was mir aufgefallen ist? Ich finde, dass die Challenge-Ernährung viel eher an Fuhrmans Nutritarian Diet ("Eat to live") angelehnt ist als an McDougalls Starch Solution. Findest du nicht?

    Ich habe auch gerade gesehen, dass Fuhrman ein neues Buch hat und da hat er wohl auch unter anderem einen "Fahrplan" für Food Addicts entworfen ("A motivational and solution-based program for food addicts and those with obstacles in their path to wellness").

    http://www.drfuhrman.com/shop/End_of_Dieting.aspx#details

    LG Anna

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  4. Na, es ist irgendwie ne Mischung aus beidem, wie es scheint, obwohl Fuhrman mehr Nüsse erlaubt, dafür aber Getreide verbietet und viel Gemüse empfiehlt. Mit Fuhrmans "Eat to live" komme ich allerdings nicht klar, weil es Stärke so sehr einschränkt...

    Ich hab gehört, dass Fuhrman ein Online- oder Coaching-Programm für Esssüchtige anbietet. Dass das Buch davon handeln soll, wäre mir neu. Von Addiction steht auch in der Beschreibung nichts. Danke für den Link!

    LG Silke

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  5. Hmm - ich finde Fuhrman hat schon einige wichtige Punkte erkannt, aber ich frage mich, warum er so gegen Getreide und Kartoffeln - also im Prinzip fasst alles stärkehaltige außer Bohnen - ist.

    Er hat ja diesen ANDI-Score entwickelt und da schneidet z.B. Quinoa (der ja eigentlich doch als "Superfood" gehypt wird) total schlecht ab und Kartoffeln natürlich aus. Meinst du, dass das einfach nur seine Strategie ist, wie z.B. Grahams eben Obst bzw. 801010 ist? Fuhrman erlaubt ja nur eine Portion Getreide oder Kartoffeln am Tag! o_O Seine Ansicht: "Whole grains are the least nutrient-dense food of the seed family, and they do not show the powerful protection against disease that is apparent in the scientific studies of fresh fruit, vegetables, beans, raw nuts, or seeds."

    Ich glaube fast, dass er die Datenlage etwas verdreht und nur das zu Getreide und Kartoffeln zitiert, was er gern glauben möchte, oder? Es gibt doch Studien wie vorteilhaft
    der Verzehr von Vollkorngetreide ist!

    Ich bin irgendwie so hin und her gerissen zwischen den beiden Ansätzen.

    Als du seinen Ansatz ausprobiert hast, was lief da bei dir nicht rund? Waren die Mengen zu groß, der Fettanteil zu hoch, die Sättigung nicht vorhanden oder andere Probleme?

    GlG Anna

    PS: Sorry, wenn ich dich damit nerve, aber du bist so ein großer Wissensquell, weil du schon so ziemlich alles mal ausprobiert hast! :)

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  6. Ich kenne nur sein Eat to Live Programm und weiß nicht, was er seither noch entwickelt hat. Darauf komme ich, wegen der Beschränkung von Kohlenhydraten nicht klar.Die Bloggerin, die mich auf AJ aufmerksam gemacht hat, empfindet das genau so.
    Vielleicht hängt es einfach damit zusammen wie adipös man ist. Es stimmt, dass Kohlenhydrate pro Kalorie weniger Nährstoffe haben als Obst, Hülsenfrüchte und Gemüse, aber ICH brauche auch Energie!

    Ich werde mit Eat to Live nicht satt. Ich brauch das Getreide/Stärke.

    LG Silke

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