Sonntag, 3. November 2013

Die Wahrheit über die DGE...



Zu dumm, ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass ich heute gar nicht bloggen werde, weil ich heute zur Rohvolution nach Mülheim fahre und daher habe ich es völlig verschwitzt gestern mein Essen aufzuschreiben und zu fotografieren und deshalb ist das Blog heute relativ bilderlos...

Am Freitag hatte ich ein DGE-Aha-Erlebnis. Also die DGE, das ist ja die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die die Leitlinien für gesundes Essen heraus gibt. Das ist das was offiziell empfohlen wird, woran man sich halten soll, was gesund ist. Was ich am Freitag rausgefunden habe geht in die selbe Richtung wie das was ich am Tag vorher in dem Diätetik-Buch gelesen habe: Die Empfehlungen der DGE sind nicht das, was die 100% beste Ernährung für die Spezies Mensch ist. Die Empfehlungen der DGE sind eine Ernährung die weitestgehend an das Essverhalten der Gesellschaft angepasst aber noch nicht so schlimm ist, dass man davon krank wird. Leider wird man davon aber auch noch nicht gesund!

Die Diabetiker in der Schulung haben einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen mit einer Lebensmittelpyramide zum ankreuzen, was sie über mehrere Tage praktizieren sollen. So soll ihnen klar werden was sie essen und ob sie sich halbwegs gesund ernähren. Beim Verteilen der Pyramide sagte einer der Patienten schon: "Und alles was unten steht schmeckt nicht...Also Gemüse und so"
Die Leiterin der Schulung fragte in die Runde wie viele Portionen Gemüse und Obst jeder einzelne essen würde. Eine Portion habe etwas die Größe einer Faust. In meinem Kopf habe ich mit überlegt und schätze ich esse täglich vielleicht 10 Portionen. Nur einer der Patienten, derjeniger der am meisten Obst und Gemüse aß, kam auf 2 Portionen am Tag und das war genau der, der zuvor sagte, dass das alles nicht schmecke. Erinnert ihr euch an Dr. med, Richard Beliveau, den Autor von Krebszellen mögen keine Himbeeren: Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen der in "Was uns wirklich nährt" sagte, man müsse 6-8 Portionen Obst und Gemüse essen. Die empfohlenen 5 am Tag seien zu wenig.

Und da sind wir wieder bei der DGE. Die DGE kommt gar nicht erst auf die Idee den Leuten zu empfehlen 8 Portionen Gemüse zu verzehren, weil sie sie nicht völlig entmutigen will. So macht es die Diabetesschulung auch. So machen es auch die meisten Ärzte. Die Patienten dazu anregen wenigsten kleine Veränderungen zu machen, um sie nicht zu überfordern. Barnard schreibt jedoch in Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs, dass es Studien gäbe, die gezeigt hätten, dass wenn der behandelnde Arzt wirklich insistiert, dass der Patient eine radikale Ernährungsumstellung durchführe, dieser das meistens auch täten.

Und so sieht die Ankreuzpyramide aus:


6 Glas Wasser
5 Portionen Obst und Gemüse
4 Portionen Getreide oder Kartoffeln
3 Portionen fettarme Milchprodukte und 1 Portion Fleisch oder Fisch
2 Portionen Butter oder Öl, wobei eine Portion hier 1 EL ist
und 1 Süßigkeit.

Mit 1 Portion Milchprodukt ist z.B. eine Scheibe Käse oder ein Joghurt gemeint. Eine Portion Fleisch ist ebenfalls bereits eine Scheibe Aufschnitt. Darüber waren die meisten Patienten schon entsetzt!
Was glaubt ihr`? - Ist es leichter so eine Ernährung einzuhalten oder eine wie Barnard, Esselstyn, Ornish, McDougall, Fuhrman und Co. sie vorschlagen mit so vielem Essen wie man will aber vollwertig, pflanzlich und fettarm. Nicht zu vergessen, dass von obiger Ernährung weder Insulinresistenz weggeht noch Arteriosklerose. Und genau das ist der Grund warum Esselstyn sagt: "Moderation kills" - Selbst wenn man es schafft sich so zu ernähren, wie die Pyramide vorgibt, kann man immer noch sehr leicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, vor allem als Diabetiker.

Naja, die Patienten haben gerade Gemüsetage und der bereits oben erwähnte sagte direkt morgens als die Schulung anfing sein Belohnungszentrum würde nach Fett schreien. Ehrlich, das hat er nicht von mir, das wusste er selber! - Er hat aber auch bereits einige Bücher über Ernährung gelese und das macht ihn zu einem guten Schüler. Sein Blutzucker ist überhaupt nur entleist, weil er Cortison vom Arzt bekommen hat und das lässt den Blutzuckerspiegel steigern, weil es ein Stresshormon ist. - Am Ende des Tages war es auch genau er, der sich fragte wie man denn ohne viel Öl und Fett eine gute Tomatensauce zubereiten könnte, das schmecke doch alles nicht. Es müsse jemand auf die Idee kommen ein unschädliches Fett als Geschmacksträger zu erfinden.

Schlussendlich ist aber die Sache die, dass Fett gar kein Geschmackaträger ist sondern einfach nur etwas, was im Körper eine Dopaminausschüttung veranlasst. Ein Neurotransmitter. Fettarmen Produkten wird immer Zucker zugesetzt, damit die besser schmecken, weil auch Zucker dafür sorgt, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Und wisst ihr was Glutamat ist? - Glutamat ist auch nur ein Neurotransmitter, den der Körper hier mit der Nahrung aufnimmt. Vielleicht sollte man sich L-Dopa, das Parkinsonmedikament, über das Essen streuen, dass als Vorstufe von Melanin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin fungiert, damit es besser schmeckt. Oder Dopamin pur! - Nur Spaß, macht das nicht, kriegt euer Belohnungssystem auf natürlichem Weg auf die Reihe.

Es wird den Patienten empfohlen zuhause einen Tag die Woche einen Gemüsetag zu machen. Neben Gemüsetagen dürfen die Patienten aber auch "Hafertage" machen, was mir jetzt neu war, aber klar---macht Sinn! - Morgens Haferflocken mit Obst, Mittags Haferflocken mit Gemüse - dafür verteilen sie auch Rezepte - und abends dann nach Geschmack. Genau das selbe Prinzip wie bei Barnard nur viel zu wenig intensiv umgesetzt und wahrscheinlich mit doofen Rezepten. Warum nicht gleich: Gabel statt Skalpell: Gesund durch Ernährung auf pflanzlicher Grundlage - Ich glaube ich erwähne das am Ende der Schulung mal...

Und nachdem eine viertel Stunde darüber gesprochen wurde wie man fettarme, leckere Tomatensauce zubereitet, habe ich meine Hand gehoben und gefragt ob ich etwas dazu beisteuern dürfte. Zwar kein Tomatensaucenrezept, weil ich da irgendwie gar nicht drauf stehe, aber folgendes: Geschmacksknospen werden nur 12 Tage alt, dann sterben sie ab und es kommen neue. Die kann man wieder völlig anderes prägen. Das heißt es dauert vielleicht 2-3 Wochen, bis man sich eines Geschmack entwöhnt hat. Das passiert auch, wenn man von 3,5%-Milch auf 1,5% wechselt oder von herkömmlicher Milch auf Sojamilch.

Es ist also überhaupt nicht so, dass wenn man jetzt aus gesundheitlichen Gründen seine Ernährung umstellen muss, man nie wieder Freude am Essen haben wird! - Die Geschmacknerven stellen sich um und nach wenigen Wochen wird Dopamin dann auch bei gesundem Essen ausgeschüttet. Toll, oder?:-) - Wobei es laut Esselstyn sogar 1-3 Monate dauert, bis man Fett nicht mehr als lecker sondern eher als störend empfindet. Das weiß ich nicht, so lange war ich noch nie unter 10% Fett am Tag. Ist aber auch nicht mein Ziel. Ich halte mich gerade an die 20% und das geht recht gut einfach nur um meinen Sättigungsmechanismus zu schulen...

Menu des Tages am 2. Novemver

Haferflocken mit Wasser, Rosinen, Leinsamen, Hanfprotein und Erdnussbutter
1/2 Roggenbrötchen mit Erdnussbutter-Schoko-Aufstrich


2 Tassen Brennnesseltee

1 Trek-Riegel

1 Scheibe Früchtebrot
Salat aus Blattsalat, Zwiebel, Paprika, Sonnenknuspis. Olivenöl, Salz, Pfeffer

1/2 Roggenbrötchen mit Erdnussbutter-Schoko-Aufstrich
2 Amaranth-Mais-Waffeln
Haferflocken mit Wasser und Rosinen

Gemüsepfanne aus Blumenkohl, Paprika, Brokkolistengel, Spinat, Dinkel, Thai Curry, Konblauch, Salz und Pfeffer

Wie gesagt, heute ist Rohvolution in Mülheim und ich werde mich da mal umschauen. Obwohl ich irgendwie auch nicht mehr so richtig Sinn darin sehe, denn das ist ja auch alles nur Belohnungssystem-Kram. Schokolade und Fett und Trockenfrüchte und Durian. Wahrscheinlich werde ich wieder nur Durian kaufen.
Auch irgendwie enttäuschend...Eigentlich brauche ich weder eine Rohvolution noch eine VeggieWorld, sondern einfach nur meinen Bioladen. Ich vermisse nämlich immer Vollkorngetreide und grüne Blätter auf diesen Messen, die wichtigste Nahrung überhaupt!

Alles Liebe,

Silke



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