Freitag, 2. Oktober 2015

Und viele Veganer müssen doch auf ihr Eiweiß achten!



Ich hab ja kürzlich mal ein Video darüber gemacht, wie es dazu kommen kann, dass Ärzte Veganern raten Fleisch zu Essen, wenn diese z.B. einen niedrigen Eisenspiegel aufweisen. In diesem Video habe ich auch erklärt, warum ich es für wichtig halte sich mit Hilfe eines Programms wie dem Cronometer oder FDDB mal seine tägliche Nährstoffaufnahme vor Augen zu führen und nicht auf irgendwelche Laien-YouTuber zu hören, wenn man unsicher ist, was die Empfehlungen betrifft, sondern auf Leute, die im Idealfall auch eine Ausbildung in einem naturwissenschaftlichen oder Ernähungs-Bereich haben. Und ich habe erwähnt, dass viele YouTuber, deren "What I ate today"-Videos man anschauen kann, definitiv nicht alle Nährstoffe mit ihrer Nahrung aufnehmen, was ich alleine schon dadurch sehe, dass weiß was man so essen muss um alles aufzunehmen.

Ich habe auch ein Video über die nicht vorhandene Lysin/Arginin-Problematik gemacht und erklärt, dass es bei veganer Ernährung mit Hülsenfrüchten nicht zu einem Problem mit Lysin kommt. Bei veganer Rohkost hingegen durchaus.

Swayze Foster hat einen YouTube-Channel namens Unnatural Vegan. Sie kommt ebenfalls aus der Rohkost/High Fruit Szene und ist damit heftig auf die Schnauze gefallen z.B. hat sie dadurch, wie viel waren es? - 17 Löcher in ihren Zähnen bekommen und votiert jetzt für eine ausgewogene vegane Ernährung. Ihr vorrangiges Motiv ist derzeit das Vermeiden von Tierleid obwohl sie ursprünglich mal aus Gesundheitsgründen zur veganen Ernährung kam. Was an ihren Videos erstaunlich ist ist, dass sie unglaublich wissenschaftlich argumentiert. Sie hat keine naturwissenschaftliche Ausbildung sondern, ich glaube, Philosophie studiert, aber ist verdammt belesen und vor allem sehr gut im Argumentieren, wahrscheinlich weil das Debattieren bei Philosophen Thema ist. Aufgrund dieser Wissenschaftlichkeit mag ich sie sehr, auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit ihr bin, aber was sie macht ist ne gute Sache und eine willkommene Abwechslung zu Leuten die einfach nur unreflektierte Vegan-Propaganda machen ohne Hintergrundwissen und dabei nur das nachplappern, was andere YouTube vorplappern. Es ist unerträglich.

Nun Swayze Foster hat sich mal die Mühe gemacht, die ich mir nie machen würde, und die "What I ate in a day"-Videos diverser veganer YouTuber in den Cronometer einzugeben und sich dabei die Proteinaufnahme und speziell die Lysinaufnahme angeschaut. Darunter waren 3 veganer YouTuber, die ich bisher nicht kannte, die mich auch weiterhin nicht interessieren, sowie FullyRawKristina und Freelee. Die Ergebnisse sind ziemlich aufrüttelnd, besonders das von Freelee, was mir eigentlich klar war, dass es eine Katastrophe werden würde. 3000 kcal aber nur 37 g Eiweiß. - Haben Freelee und Durianrider eigentlich eine Eiweiß-Phobie oder was geht da ab? - Kristina steht mit 2300 kcal da und erreicht weder den täglich empfohlenen Eiweißbedarf noch den Bedarf an Lysin. Von den drei anderen Veganerinnen, die beleuchtet werden isst eine 3000 kcal (was leider nicht für jeden möglich ist - wir werden dann fett) und nimmt genug Eiweiß und gerade auch genug Lysin zu sich. Die beiden anderen mit 2000 kcal und darunter schaffen es nicht genug Eiweiß aufzunehmen.



Auffällig ist, dass sie alle keine Hülsenfrüchte verzehren, die wahrscheinlich beste pflanzliche Eiweißquelle überhaupt. Viele Leute haben Angst vor Hülsenfrüchten, weil jedes Böhnchen ein Tönchen macht, sprich, sie kriegen Blähungen davon. Angelika Fischer, mit der ich versucht habe über die Lysin/Arginin-Thematik zu diskutieren, behauptet von sich selbst, sie habe versucht Hülsenfrüchte gekocht in die Ernährung zu integrieren, aber sie habe sie nicht vertragen. Ich nehme auch hier an, dass sie sich auf Blähungen bezieht, aber die sind eigentlich kein Thema, wenn man erstens dem Körper Zeit gibt sich daran zu gewöhnen (1-2 Monate)  und zweitens, und das ist, so meine Einschätzung das wichtigere: Hülsenfrüchte muss man gut kauen!!! - Seit ich 40 Mal kaue merke ich absolut gar nicht mehr, dass ich Hülsenfrüchte gegessen habe und ich habe sehr lange mit Blähungen zu tun gehabt und mich immer gewundert, warum das Barnard, McDougall, Esselstyn und Co. nicht so ergeht. Leute, kaut euer Essen! - Wir sind gewohnt unsere Nahrung möglichst schnell herunter zu schlingen. Hülsenfrüchte lassen das aber nicht mit sich machen und rächen sich dann, wenn sie im Darm ankommen mit Blähungen.

Ja, und was Swayze bei den US YouTubern beobachtet, lässt sich genau so bei deutschen YouTubern beobachten. Bei allen die sich weitestgehend von Obst ernähren und denen die sich als HighCarber definieren aber keine Hülsenfrüchte essen. Leute, das Zeug ist wichtig! Eiweiß ist wichtig! - Möglicherweise sollten Veganer sogar mehr Eiweiß zu sich nehmen als Omnivore um ein besseres Aminosäureverhältnis zu gewährleisten, Also seid bitte so vernünftig eure Ernährung mithilfe eine Programms zu überprüfen um zu schauen, ob ihr abwechslungsreich genug esst. Sonst rät euch der Arzt irgendwann dazu Fleisch zu essen. - Und damit ist der Bogen geschlossen.:-)

Menü des Tages am 1. Oktober 2015

Brokkoli und Paprika


Haferflocken mit Chia, Paranuss, Banane, Sunwarrior, Traubenkernmehl, Kiwi



8 Datteln
2 Feigen

Vollkorn-Basmatireis, Banane, Vanille-Sojamilch, Erdnussbutter, Zimt



Veganer Döner bei Signor Verde


2 Kugeln Mocca-Stracciatella-Eis



Da kritisiere ich, dass viele Veganer keine Hülsenfrüchte essen und dann habe ich selber keine konsumiert! - Ich mache gerade Urlaub. Ich treibe keinen Sport diese Woche, weil ich derzeit totale Unlust zu Sport habe und ich hab mir auch mal gegönnt auszuschlafen, weil ich am Abend vorher bis halb zwei nachts bei einem Freund war. Urlaub machen ist sehr angenehm, aber dadurch verrutscht die Routine. Gestern Abend war ich dann auf einem Date, was ich clevererweise bei Signor Verde, einem veganen Restaurant in Köln, eingerichtet habe, wo es Donnerstags immer Döner gibt. Und dieses Mal habe ich auch ein Foto gemacht! - Der Döner war super, das Eis war suboptimal, vor allem, weil es, glaube ich nicht fetthaltig genug war. Es schmeckte nach reiner Sojamilchbasis obwohl richtig gutes Eisimitat eigentlich noch Cashews oder Kokosmilch braucht um die normalerweise verwendete Sahne zu ersetzen. Na, egal.

Und weil ich mich gerade schon wieder ziemlich "ausgerutscht" fühle, wird ab Sonntag wieder gechallenged. Mit einer neuen Herausforderung selbstverständlich!

Ich bin immer noch fasziniert davon, dass der Psychosomatiker aus Bad Salzufflen sagte, es brauche 10 Wochen bis man bei Blick auf seine Lieblingsdroge nicht mehr bedauert, dass man sich nicht konsumieren kann. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie 10 Wochen ohne Lieblingsdroge ausgehalten. Was nicht heißen soll, dass ich 10 Wochen challengen will, sondern ich will mir konkret 10 Wochen vornehmen um einen Entwöhnungsprozess zu ermöglichen. Ich will 3 Wochen challengen und dann 7 Wochen meinen Idealfall einer Nachchallenge-Ernährung leben, also mal am Wochenende eine Ausnahme machen und um Genussmittel einen Bogen machen, vor allem um Kaffee, weil dieser mich vom Schlafen abhält und Kaffee immer der Faktor ist, der bei mir Suchtmechanismen los tritt, ziemlich wahrscheinlich, weil ich zu wenig schlafe.

Alles Liebe,

Silke

Kommentare:

  1. Freelee hat letztens in einem Video beauptet, dass der Körper selbst Eiweiß erstellen kann und das man deshalb gar nicht so viel Eiweiß brauche. Ich frag mich gerade ob ich mir das eingebildet habe, da es so abstrus war. Ich glaube es war dieses:
    https://www.youtube.com/watch?v=svH9PwKrMKs

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  2. Joachim Mutter gegt diese Theorie auch. Er behauptet die abgestorbenen Dickdarmbakterien würde sich rückwärts in den Dünndarm bewegen und dann dort als Eiweiß aufgenommen werden. Das halte ich für abstrus, weil sie dann zum einen ja gar nicht auf Magensäure treffen, welches sie denaturieren würde und zweitens gibt es da keinerlei wissenschaftliche Publikation drüber.

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  3. Also ich habe seit dem ich hier lesen - und von RohkostMitSprossen darauf gebracht wurde - immer Kichererbsen und/oder Linsen im Keimglas. Die kann ich dann entweder Roh im Salat - aber auch gekocht im Essen essen. Das praktische beim Kochen ist, das die Kochzeit sehr, sehr kurz ist (z.B. Kichererbsen einfach für 10 Minuten in den Dämpferaufsatz zusammen mit Kartoffeln oder Gemüse geben).

    Zusammen mit einem Getreidemüsli sind dann 1,0-1,2g Protein pro Kg Körpergewicht und eine ausgewogene Proteinbilanz (nach cronometer / FDA) kein Problem.

    Meine Frage nun: Was passiert eigentlich bei einem Proteinmangel über viele Jahre? McDougal sagt ja in seinem Buch (Starch Solution) das die Angaben der FDA einen mehrfachen Sicherheitsfaktor haben - also auch "Freelee" mit Ihren 35g danach durchaus voll im Rahmen liegen könnte/sollte. Er verweist dabei u.a. auf eine sehr alte Studie mit Sportlern.

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