Sonntag, 9. März 2014

Fett ist nicht gleich Fett - Tag 63



Ich bin kein großer Fan von Kokos. Nicht weil ich es nicht lecker finde, sondern weil es zum einen sehr fetthaltig ist und zum anderen hauptsächlich gesättigte Fette enthält, die kein Mensch mit der Nahrung zu sich nehmen muss. Essentielle Fette wie Omega 3 und 6 muss man mit der Nahrung aufnehmen und daher bin ich der Auffassung, dass die von DGE und WHO erlaubten 25-35%  Fett aus der Nahrung vorrangig daher kommen sollten. 10% der Nahrungskalorien dürfen ruhig aus gesättigten Fetten kommen, daher kann man sich da ein paar Sünden erlauben und, ganz ehrlich, ich glaube da ist es völlig schnuppe ob das Kokos oder Butter ist, denn so geringe Mengen spielen dann auch keine Rolle mehr. Das große Ganze stimmt.

Ich komme darauf, weil ich vor ein paar Tagen wieder mal eine Facebook-Diskussion geführt habe, in der groß propagiert wurde, wie toll es ist, dass das Veganz jetzt ganz neu Kokosjoghurt im Sortiment hat. Der besteht  zu 98% aus Kokos und ich bin der Auffassung, dass es genau so wenig eine gute Idee ist einen Becher Kokosjoghurt am Tag zu essen wie einen Becher Rahmjoghurt, da die Fettmenge darin einfach schon zu groß ist. Ein Becher Rahmjoghurt enthält 15 g Fett. 20 g ist die Tageshöchstmenge an gesättigten Fetten, die eine Person mit einem Kalorienpensum von ca. 2000 kcal essen sollte. Ein Rahmjoghurt und 5 g Butter und die Tagesdosis ist erreicht. Aber welcher Otto Normalverbraucher isst schon so wenig? Ich denke beim Kokosloghurt sieht das nicht viel anders aus.

In der alternativen Ernährungsszene wird aber immer wieder behauptet wie toll Kokos für die Energiegewinnung ist und dass man davon sogar abnehmen könnte. Mich persönlich wundert aber immer wieder, warum das immer Laien und Alternativmediziner sind, die sowas behaupten, aber nie richtige Biochemiker. Wie kommt das?

Naja, Kokos enthält kurz und mittellange gesättigte Fette und die sind so klein, dass sie keine Gallensäure und keine Pankreaslipase benötigen um emulgiert zu werden, sondern sie gehen einfach so in den Blutkreislauf. Darüber hinaus werden diese kurz- und mittelkettigen Fette weniger leicht als langkettige Fette in das Körperfettgewebe eingebaut und sie werden auch leichter zu Ketonkörpern umgebaut. Und deshalb behaupten Laien, dass Kokosfett gesund sei.

Ja, es ist gesünder als langkettige Fette aus Fleisch, aber es ist noch lange nicht so toll für den Körper wie Glucose! - Glucose wird noch schwerer zu Fettgewebe verwandelt als kurz- und mittelkettige Fette. Und was die Ketonkörper betrifft, so produziert der Körper diese eh nur, wenn er zu wenig Glucose hat. So lange man also weiterhin Glucose isst, verstoffwechseln alle Körperzellen diese zuerst, dann erst die mittelkettigen Fette und dann erst die langkettigen. Innerhalb einer ketogenen Ernährung macht Kokosöl daher durchaus Sinn. Wer aber glaubt, dass er neben viel Glucose auch noch viel Kokosöl essen sollte, der ist total auf dem Holzweg.

Ich hab vor 3 Jahren mal 3 Monate lang roh-vegan lowcarb gelebt und dabei viel Kokos gegessen. Bei meinem nächsten Bluttest fragte mich der Arzt aufgrund meines Cholesterinspiegels: “Essen Sie viel Fleisch?” Da war ich schon mehr als 20 Jahre lang Vegetarier. Kokos hebt nämlich auch den Cholesterinspiegel an. Sowohl den guten als auch den schlechten und auch wenn mein HDL/LDL-Verhältnis damals völlig in Ordnung war, war der Spiegel an sich doch besorgniserregend hoch. Und deshalb kann man schon mal etwas Kokos essen, genau so wie man mal etwas Fleisch oder Milchprodukte essen kann, aber man sollte nicht auf die Idee kommen, dass Kokos ein gesundheitsförderliches Produkt ist, welches man in rauen Mengen verzehren sollte. Es ist halt nur etwas besser als tierisches Fett aber bei geringen Mengen gesättigter Fette kommt es eh nicht mehr so darauf an.

Darüber hinaus hat jetzt gerade eine Studie der Universität im schwedischen Uppsalla raus gefunden, dass ungesättigte Fette zu weniger Fettbildung des gefürchteten visceralen Fetts führen und zudem weniger den Verlust von Muskelmasse unterstützt. Für die Entstehung von Diabetes und Herz -Kreislauf-Erkrankungen scheint es am schädlichsten zu sein, wenn sich Fettgewebe im Bereich der inneren Organe bildet, anstatt zum Beispiel als Rettungsringe oder Oberschenkelfett.

Man hatte 39 jungen, männlichen Probanden 750 zusätzliche Fettkalorien in der Ernährung gegeben. Der einen Hälfte in Form von gesättigtem Fett aus Palmfett und der anderen Hälfte in Form von Sonnenblumenöl. Beides eingebacken im Muffins. Die Gewichtszunahme war bei beiden Gruppen gleich groß, aber die Probanden mit dem gesättigten Fett hatten mehr viscerales Fett gebildet und mehr Muskelmasse verloren, die mit dem ungesättigten hatten mehr Muskelmasse behalten und weniger viscerales Fett angesetzt. Das hieße, dass erstmals eine Studie am Menschen bewiesen habe, dass ungesättigte Fette das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes zu erkranken durch ungesättigte Fette vermindert werden könnte und dem Verlust von Muskelmasse im alternden Menschen entgegen gewirkt werden könnte.

Was ich mich immer noch frage: Fett in Form von Muffins müsste aber doch das Sonnenblumenöl in Transfette verwandelt haben, was bedeuten würde, dass der Körper diese nicht verwenden kann . Die Backtemperatur der Muffins wurde in der Studie selbstredend nicht angegeben...Wie hoch der Prozentsatz an Transfetten war dementsprechend natürlich auch nicht. Was sich ergeben hat ist, dass zu viel ungesättigte Fette immer noch gesünder sind als zu viele gesättigte, aber schlussendlich ist natürlich beides schlecht. Zu viel oder zu wenig von ALLEM ist immer schlecht.

Wenn ich irgendwas im Medizinstudium gelernt habe, dann dass es keinen einzelnen Feind für irgendetwas auszumachen gibt. Alles was lebt hat seine Balance. Es braucht die passende Menge der Substanzen, die es braucht. Das verstehen die meisten Menschen nicht und deshalb entdecken sie auch überall Widersprüche wie bei LowCarb vs. LowFat. Beides ist Blödsinn obwohl beides beim Abnehmen helfen kann. Schlussendlich enthält man dem Körper in beiden Fällen aber etwas vor. Und deshalb sind DGE und WHO auch keine Vollidioten. Die haben sich schon was dabei gedacht, dass sie die Ernährungsempfehlungen so aussprechen wie sie es tun. Jemand der 10% gesättigte Fette, 10% einfach ungesättigte und 10% mehrfach ungesättigte Fette isst, wird nicht krank, egal ob er Fleisch isst oder Kokos. Vegan, vegetarisch oder omnivor. Vorausgesetzt er isst gleichzeitig Glucose aus vollwertigen Produkten, reichlich Obst und Gemüse und dabei auch viel Rohkost und wenig Zucker.

Ich fürchte mich vor in 10 Jahren, wenn keine medizinische Studie mehr beweisen wird, dass Veganer die Pringles, Oreos und Kokosjoghurt essen, gesünder sind als Omnis die viel Obst und Gemüse essen!


Menu des Tages am 8. März 2014

2 Kaffee mit Stevia
Frischkornbrei aus Buchweizen, Blaubeerriegel, Paranuss, Banane, Sunwarrior Vanille und Granatapfelkernen


1,5 Bananen

32 g Ombar dark
2 Rawmeo schoko

Gemüsepfanne aus Chinakohl, Paprika, Ingwer, Frühlingszwiebel, Dill, Salz, Pfeffer, Curry, Garam Masala, schwarze Reisnudeln, Tomatenmark auf Rucola


1 Scheiben Vollkornbrot
1,5 Bananen

Rest vom Mittagessen
1 Möhre
1 Banane
2 Hanf Chocolate Chip Cookies
1 Glas Rotwein

Hier noch mein Einkauf, plastikfrei von gestern:



Ich hab noch absolut kein Plastik gekauft seit Mittwoch. So weit so gut. Ich kaufe aber gerade auch wirklich nur in der Obst und Gemüse-Abteilung des Bioladens und ergänze es durch Sachen, die ich noch zuhause habe. Wie lange das wohl anhält?

Und dann, weil er einfach so scharf ist und einen Oscar gewonnen hat und sich für Homosexuelle eingesetzt hat und eine ganz tolle Gesetz-der-Anziehungs-mäßige-Oscardankesrede gehalten hat, und ein Rockstar ist und single, hier noch ein kleine Beitrag über den wunderbaren Jared Leto!:-)))) Ich würd ihn vom Fleck weg heiraten!!!!

Der gute Jared hat nämlich in einem Interview gesagt, dass er sein jugendliches Aussehen seiner veganen Ernährung und dem Yoga zuschreibt. Er ist mittlerweile 41 und ach, ich erinnere mich noch als er 20 war und in dieser Teenie-Serie zusammen mit Claire Danes spielet aht...Ach, und ich Fight Club! Und ich Cecil B. demented.

Jared Leto sagt hier zudem er würde nie wieder für eine Rolle ab oder zunehmen. Es hätte seinem Körper und seiner Gesundheit so geschadet sich  2007 für Chapter 27 30 Kilo anzufressen mit ausschließlich Fastfood und völlig gesättigt eine Mahlzeit zu beginnen. Jetzt hat er sich 25 Kilo abgehungert und möchte jedem jungen Schauspieler raten so etwas niemals zu tun! - Für sowas gewinnt man aber leider auch immer einen Oscar!;-)))

Naja, damit will ich auch nur sagen, dass gravierendes Zu- und Abnehmen, was ja viele Menschen machen, für den Körper katastrophale Folgen haben kann. Gott sei Dank kann ich beides irgendwie nicht, aber würde es natürlich für eine Rolle, trotz Jareds Warnung, tun!;-) Mit sowas gewinnt man nämlich eine Oscar. Den eigenen Körper einer Rolle zu opfern. Darauf steht die Academy!

Alles Liebe,

Silke

Schnäppchen des Monats März 2014:
Arganöl nativ, 250 ml - 20,90 € statt 23,90 €
Rawmeo Mix, 63 g - 2,45 € statt 2,99 €
Ombar Goji. 38 g - 2,49 € statt 2,89 €

Lovechock Ananas/Inkaberry - 2,59 € statt 2,99 €
Rohe bio Macadamianüsse, 200 g - 6,40 € statt 7,90 €




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