Samstag, 1. März 2014

Ist in Österreich alles anders? - Tag 54 und 55



Hier ist was los! - Abgesehen davon, dass Karneval ist, war die Welt gestern in Aufruhr, weil Kardinal Meißner vom Papst endlich die Erlaubnis hat in Rente zu gehen und die Österreicher angeblich raus gefunden, dass Vegetarier ungesünder sind als Fleischesser.

Eine Leserin hatte mir einen Link zu einem Artikel in der Bildzeitung in die Kommentare gepostet, der gestern erschienen ist in dem es heißt: "Vegetarier haben häufiger Krebs und mehr Herzinfarkte, leiden wesentlich öfter an Allergien und zeigen mehr psychische Störungen als Viel-Fleischesser. Darüber hinaus ist die Lebensqualität der Vegetarier niedriger und sie benötigen öfter Leistungen des Gesundheitssystems.“ - Kann es sein, dass in Österreich alles anders ist als in allen anderen Ländern der Welt, in denen Studien bewiesen haben, dass Vegetarier gesünder sind als Fleischesser und vor allem weniger Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen haben?

Wenigstens verlinkt die Bildzeitung zu einer Seite der Universität in Graz, auf der man etwas mehr über diese Studie erfährt, wenn auch nicht wirklich Einsicht in die Datenlage bekommt.

Was wurde überhaupt untersucht?

330 Vegetarier wurden 330 Menschen mit mediterraner Kost mit viel Obst und Gemüse, 330 Menschen mit mediterraner Kost und moderatem Fleischanteil und 330 Menschen mit mediterraner Kost und hohem Fleischanteil gegenüber gestellt. - Abgesehen davon, dass ich keinen blassen Schimmer habe, was genau unter “mediterraner Kost” zu verstehen ist, ich persönlich kenne niemanden, der sich mediterran ernährt ist die Sachlage auch so, dass die “Vegetarier” größtenteils Fisch verzehrten und über Veganer schon mal gar keine Aussage gemacht wurde. Sie wurden alle in einen Topf geworfen.

Naja, und dann hat man diesen 1320 Personen einen Fragebogen in die Hand gedrückt und nach Auswertung des Fragebogens ist man zu dem Schluss gekommen, dass die Vegetarier sich subjektiv ungesünder fühlen als die Fleischesser. Medizinsche Daten wurden nicht gemessen, abgesehen von BMI, der bei Vegetariern geringer war.

Diese subjektive Erhebung führt nun die Bildzeitung als Beleg an, dass Fleischessen gesünder seien als Vegetarier, obwohl hier keinerlei Langzeitbeobachtungen gemacht werden, wie sich die Gesundheit der Probanden entwickelt und natürlich auch nicht die einzelnen Bestandteile der jeweiligen Ernährung untersucht wurden. Man kann sich sowohl vegan, vegetarisch und omnivor gesund oder ungesund ernähren. Der Verzehr von wenig Fleisch und viel Obst und Gemüse hat schon in anderen Studien gezeigt, kann gesünder sein als eine vegetarische Ernährung mit Zucker, Weißmehl, Milchprodukten und wenig Obst und Gemüse.

Passend dazu hatte ich auf Facebook in einer veganen Gruppe eine Diskussion über “Pringels” und dass die ein Vegansiegel tragen. Jemand postete: “Soll ich mich jetzt darüber freuen, dass Pringles vegan sind oder deprimiert, dass die von Proctor & Gamble produziert werden die Tierversuche machen” - Pringles sind natürlich noch ungesünder als Fleisch, weil sie Transfette und Salz in Unmengen enthalten. Dennoch wird niemand krank davon, der  5 Chips am Tag isst und damit vielleicht seine Lebensqualität steigert. - Im Übringen halte ich Milchprodukte sogar für ungesünder als Fleisch, weil sie zwar auch viele gesättigte Fette enthalten und zusätzlich noch Kasein, was sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Wie immer macht aber die Dosis das Gift und diese Studie hat dummerweise so gut wie gar keine Aussagekraft. Es kann sogar sein, das sie Menschen wie meine Schwester befragt haben, die ebenfalls eine von Krebs genesene, Fisch essende Vegetarierin ist. Kein Mensch weiß, ob der Krebs bei ihr nicht wieder kam, weil sie Vegetarierin wurde oder nicht, aber sie müsste auch angeben, würde man ihr einen derartigen Fragebogen vorlegen, dass sie schon mal an Krebs erkrankt war.

Was mir Angst macht ist nur, dass die Menschen der Bildzeitung blind glauben. Jemand der ungesund essen will, findet so oder so immer einen Grund. Der Fleischatlas 2014 hat jetzt gerade erst so viele negative Aspekte des Fleischkonsum zu Tage gefördert, dass ein jeder gut daran tut zu versuchen weniger tierische Produkte zu essen.

Vollwertköstler wurden in der Studie nicht untersucht, Veganer auch nicht, Konsum von Bioprodukten auch nicht. Tatsächlich hat sich die Medizinische Fakultät in Graz so gut wie gar keine Arbeit gemacht verglichen mit Studien wie der Framingham Heart Study oder der China Study, die Langzeitstudien durchgeführt haben an ganzen Bevölkerungsgruppen. Hier wurden nur 1320 Probanden ausgewählt, die einen Fragebogen ausgefüllt haben. Österreichische fisch-essende Vegetarier haben Subjektiv weniger Lebensqualität. Das ist die einzige Aussage, die diese Studie wirklich ans Tageslicht bringt. Ob sie wegen des Vegetarismus weniger Lebensqualität haben, ist auch nicht raus. Und ob Fleisch gesünder oder ungesünder ist als Milchprodukte auch nicht.

Der Fairness halber muss man den den Wissenschaftlern aber anrechnen, dass ihnen Studien zu den Vorzügen von Pflanzen und Vollkornprodukten in der Ernährung durchaus bewusst sind. In dem tatsächlichen Artikel zur Studie werden Links zu Studien aufgezeigt, welche belegen, dass der Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und wenig Fleisch gesundheitsförderlich ist. Ob diese subjektive Erfassung in Form eines Fragebogens überhaupt eine Relevanz hat, wage ich daher zu bezweifeln. Darin spricht man allerdings auch nicht von einer “mediterranen Ernährung” sondern einer “carnivorous diet”

Das ist den Wissenschaftlern allerding auch alles bwusst. Sie schreiben in der Discussion am Ende der Studie darüber, dass sie nicht wissen ob der Gesundheitszustand durch die vegetarische Ernährung verursacht wird oder ob sich aufgrund schlechten Gesundheitszustands für vegetarische Ernährung entschieden wurde. Sie räumen ebenfalls ein, dass es nur Stichproben und kein Langzeitstudie ist und dass das Empfinden subjektiv ist. Möge jeder daraus machen, was ihm beliebt...

Das mit den psychischen Störungen/Depressionen ist allerdings interessant. Dem sollte man wirklich mal nachgehen, woran das liegt. Das höre ich nicht zum ersten Mal. Mangelnde Neurotransmitter? Keinen Schimmer...Seit ich vor 10 Jahren auf die Rohkost gestoßen bin und seither so gut wie keine Milchprodukte und viel Obst und Gemüse esse, war ich nie mehr deprimiert. Ich hatte auch nie wieder Kopfschmerzen. Auch nicht nach dem Feiern!;-)))

Natürlich haben sich gestern auch Dr. med Rüdiger Dahlke und Dr. med Ernst Walter Henrich dazu geäußert. Ihre Stellungnahme könnte ihr mit Klick auf die Namen ebenfalls nachlesen.

Menu des Tages am 27. Februar 2014

Frischkornbrei aus Buchweizen, Sunwarrior Vanille, Banane, Mandeln,  Paranuss, Hanf, Kakaonibs, Zimt, Wasser, Heidelbeeren und Stevia


1 Banane
8 g Ombar dark

Hanf-Chocolate Chip Cookie

Vollkornbrot mit Reissirup-Schoko-Aufstrich und Banane
4 Grüntee

Chocolate Chip Cookie
Blaubeer-Eiweiß-Muffin

Gemüsepfanne aus Kürbis, Mangold, Austernpilzen und Zwiebel an Rucola mit Salz, Pfeffer, Curry, Garam Masala und 1 TL Kokosöl


Weintrauben

1 Berliner - unvegan

Kölsch



Das war Karneval. Nach 14 Uhr habe ich nichts mehr gegessen, nur noch getrunken. Ich wollte zwar noch in einen Schnellimbiss einkehren als ich nach Hause getaumelt bin, aber der war übervoll und das hat mich davon abgehalten. Gestern war reiner Regenerationstag.

Menu des Tages am 28. Februar

Haferbrei von Rosengarten mit Banane, Sunwarrior Vanille, Feigen, Hanf, Mandeln, Leinsamen, Paranuss und Zimt


Kaffee mit Mandelmilch und Stevia

Rest der Gemüsepfanne vom Vortag
1 Chocolate Chip Cookie
Kaffee mit Stevia
Weintrauben

Vollkornbrot mit Senf und veganem Lyoner
Salat aus gemischtem Blattsalat, Topinambur, Räuchertofu, Paprika, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Limettensaft und 1 TL Rabsöl


200 g Sojajoghurt Pfirsich
20 g Cashews

2 koffeinfreie Kaffee mit Stevia
Rest Salat vom Mittagessen
Instant Nudeln



Greensmoothie aus Banane, Rucola und Orange


Die Katze hat mich um vegane Lyoner angebettelt und ich hab sie ihr gegeben. Zu meinem Erstaunen hat sie sie gefressen....

Ich weiß nicht, warum Kaffee immer das beste ist, was man machen kann, wenn man am Vortag zu viel getrunken hat. Weil er dafür sorgt, dass einem Glykogen schnell als Energie zur Verfügung steht? Ich hab den Entgiftungsprozess des Körpers wieder sehr gut beobachten können, das Kribbeln in den Extremitäten, das veränderte Bewusstsein und die langsame Regeneration. Dummerweise bin ich auf dem Heimweg noch auf regennasser Straße ausgerutscht und habe mit das Daumensattelgelenk geprellt, was jetzt auch noch heilen muss, bzw. der Bluterguss im Handteller.

Die Feier war dafür sehr schön. Wie Weiberfastnacht sein muss! - Weiberfastnacht ist der einzige Tag wo es zwischen Männern und Frauen keine Dramen, keine Eifersucht und keine Vorwürfe gibt. Ich mag das...;-) Heute und morgen geht es nochmal los, daher weiß ich aktuell nicht, wann ich wieder für euch da bin...

Alles Liebe,

Silke



Kommentare:

  1. ich hab die Hanf-Chocolate Chip Cookies aus dem Newletter gemacht und ich kapiers nicht: du hast die tatsächlich im Dörrgerät fest bekommen??? Ich nicht. Sie sind sutschig und weich - erscheint mir auch logisch durch das Kokosöl. Hab sie jetzt in den kühlschrank gestellt aber auch da bleiben sie weich - hm - irgendwas hab ich wohl falsch gemacht. Aus lauter Gier hab ich natürlich auch die doppelte Menge gemacht. Nicht, dass sie nicht lecker wären, aber man kann sie so leider niemandem anbieten und alleine essen wäre ein Riesen-Drama. Ich glaub, das wär nicht gut für mich ;-) LG

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  2. Oh Gott, wie viel Kokosöl hast du denn rein getan???? - 20 g sind ca. 2 EL auf 200 g Nussmehl. Da werden sie im Dörrgerät fest. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass du sie auch im Kühlschrank fest kriegst. Kokosöl wird ja schon unter 24°C fest.
    Verteile sie auf das Jahr! Die halten ewig!:-) Einfrieren ist auch ne Variante...LG

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  3. wie angegeben in deinem Rezept- nur eben von allem die doppelte Menge. Sie sind jetzt im Frostfach ;-)

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