Sonntag, 10. Januar 2016

Zucker, Kindergehirne....Alzheimer



Ich war vorgestern bei DM und habe das zum Anlass genommen mir mal das Babysortiment dort anzuschauen. Ich hab von Babykram nämlich fast gar keine Ahnung. Nachdem ich mit Fläschchen, Schnullern, Lätzchen und Co. durch war, hab ich mich umgedreht und das Babynahrungssortiment angeschaut. Grundsätzlich fand ich, dass das auf allen Babybreipackungen abgebildete Essen meinem Frühstück sehr ähnlich sieht also wollte ich mir auch mal anschauen, ob auch das selbe wie in meinem Frühstück drin ist. Und der Moment des Draufschauens war der Moment wo ich mich mal wieder lauthals über diese Welt aufgeregt habe.

Ich hab mir die Packung eines Baby-Abendbreis aus Haferflocken und Apfel in die Hand genommen. Das klingt ja so weit gut und vernünftig. Ich weiß nicht mehr wer der Hersteller war. Die erste Zutat war Milch- oder Molkepulver und gleich an fünfter und sechster Stelle kam Maltodextrin und Zucker. Und das war ein Babybrei für Kinder ab 6 Monaten!!!

Ich möchte daher diesen Post nicht zu einem Babypost machen, sondern erneut darauf hinweisen das Zucker in zu großen Mengen ein Vollkatastrophe für den menschlichen Körper ist!

Ich hab mal wieder einen schönen Artikel entdeckt, der alle Nachteile von Zucker schön zusammenfast. Die Einleitung weist darauf hin, dass er süchtig macht, zu Herz-Kreislauferkrankungen führt und uns fett macht und dass wir weitaus mehr davon konsumieren, als die WHO empfiehlt.

Dann wird die Studie von 2012 erwähnt über die ich auch schon geschrieben habe, bei der man an Ratten raus gefunden hat, wie stark Fructose die Lernfähigkeit beeinträchtigt. Anhand dieser Erkenntnisse mag ich mir nicht mal im Traum vorstellen was Zucker mit dem Gehirn eines 6 Monate alten Säuglings macht, der Millionen Neurone in kürzester Zeit bilden kann, oder vielleicht auch nicht, wenn Zucker hier eingreift. Und ziemlich wahrscheinlich passiert das ganze auch schon vor der Geburt, denn fast alles was im Blut der Mutter ist, kommt auch beim Kind an. Und Zucker kommt definitiv an!

Und bei etwas älteren Kindern bin ich wiederum überzeugt, dass Zucker dafür zuständig ist, dass sie phasenweise durchdrehen. Die klassischen Terrorkinder.

Es gibt im Bioladen immer mal wieder die Kinder, die von jetzt auf gleich einen riesen Aufstand machen, keiner weiß wieso, die Eltern fangen an zu schreien, das Kind an zu heulen und jeder denkt sich: "Gott sei dank ist das nicht mein Kind!"

Zucker putscht hoch, Zucker macht starke Serotoninausschüttungen, aber Serotonin hat der Körper nur in begrenzten Mengen und wenn der Pegel abfällt ist man unzufrieden. Zucker gibt eigentlich müden Kindern auch das Gefühl wach zu sein und dann wundern sich die Eltern warum es einfach nicht schlafen will, obwohl es doch müde ist.Wenn man müde ist, fällt die Dopaminmenge im Hirn an, aber Zucker holt sie wieder hoch und das Ergebnis ist eine widersprüchliche Gehirnbiochemie und ein genervtes und nerviges Kind.-  Das "Nach der Kirmes, Geburtstagsparty, Weihnachten etc-Phänomen".

Bei Teenagern zeigt sich das Phänomen dann anderes, nämlich in einem Auftreten von Depressionen im Wechsel mit aufgedrehtem Verhalten. Ja, man denkt es sind die pubertären Hormone, aber vielleicht sind sie das gar nicht. (Genau wie bei Schwangerschaftsübelkeit!;-)
Man hat an Teenage-Mäusen ein derartiges Verhalten unter Zucker beobachten können und ich denke es ist sehr wahrscheinlich, dass man diese Funde auf Menschen übertragen kann.

Der hohe Zuckerkonsum führt in letzter Konsequenz dann zu Entzündungen im Gehirn und zur Glykosilierung von Nervenzellen. Eine Studie aus dem Jahr 2013 hat raus gefunden, dass bei hohem Blutzucker und Insulinresistenz, also quasi bei Typ II Diabetes, das Risiko an Alzheimer zu erkranken erhöht ist.

Zucker in zu großen Mengen (mehr als 25 g am Tag) schadet dem Hirn damit von der Wiege bis zur Bahre.

Menü des Tages am 9. Januar 2015 

Brokkoli und Paprika


Haferflocken mit Banane, Trauben, Sunwarrior, Mandeln, Leinsamen, Paranuss, Zimt, Acaipulver


20 Mandeln

Gemüse Chili aus dem 21 Tage Food Plan 


1 Banane, paar Trauben, 125 g Heidelbeeren



2 Miniromana, Kichererbsen, Hirse


1 Sapotille



Ich habe absolut gar keine Schwangerschaftsbeschwerden außer ein gelegentliches Ziehen im Unterleib. Es gibt anscheinend das Phänomen, dass man in der Schwangerschaft vergesslich wird. Ich habe gestern in einem Fachbuch gelesen, dass das damit zusammen hängen soll, dass das Gehirn des Kindes die Omega 3 -Fettsäuren der Mutter regelrecht wegsaugen soll und diese dann schlechter denken kann. Man soll daher auf Omega 3 Zufuhr achten.

Hat die Natur es wirklich so eingerichtet, dass das Kind, ähnlich wie das Belohnungssystem, einfach hingeht und über alles bestimmt, also sich an erste Stelle stellt und der Wirt, die Mutter, muss dann zusehen wo sie bleibt und kriegt Beschwerden, wenn sie nicht in Überfülle an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und überhaupt essentiellen Nährstoffen schwimmt?

Ich frage mich wie die "Psyche" eines Ungeborenen geprägt wird, wenn es im  Mutterleib schon in Überfülle schwelgt! Man weiß, dass Kinder, deren Mütter in Hungerzeiten mit ihnen schwanger waren, eher dazu neigen später fett zu werden, als Kinder deren Mütter ausreichend Nahrung hatten. Man weiß glaube ich aber nicht, ob das an Kalorienmangel oder an  Nährstoffmangel liegt.

Ich hingegen habe meine Ernährung mega-getuned. Nehme zusätzliches B12 ein und achte auf Jod und auf Vitamin E und Kalzium und ich fühle mich damit so gut wie schon lange nicht mehr. Ich kann sogar richtig lange lernen und mich konzentrieren, bin nicht müde oder abgeschlagen, habe keine Übelkeit, keine Gelüste und fühle mich hervorragend. Bin gespannt ob das so bleibt...

Ich schaffe es sogar vegan diese astronomisch hohen Eisen-Vorgaben für Schwangere zu erreichen. Manchmal knapp, aber ich schaffe es. Die DGE empfiehl für nicht-schwangere, nicht stillende Erwachsene 10 mg Eisen am Tag, für Schwangere 30 mg. Und das ist hauptsächlich mit Hülsenfrüchten, Haferflocken und grünem Blattgemüse zu erreichen.

Heute ist Inventur im Bioladen...Ich bin dann mal weg...

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Zu den Babyprodukten: ich habe kein einziges "Baby"produkt gekauft. 6 Monate ausschließlich Stillen und dann BLW, kein Brei, sondern richtiges Essen (natürlich ohne Salz, ...) So gut wie die hochverarbeiteten Sachen aus dem Drogerie- und Supermarkt kann ich auf alle Fälle kochen. Zwei Jahre haben wir es auch geschafft, unsere Tochter zuckerfrei zu halten, aber dann wurde es schwierig :( Was nicht heißen soll, dass wir aufgegeben hätten, aber das Essen im Kindergarten lässt sich leider nicht beeinflussen und die verwandtschaft ist auch schwierig

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  2. Hallo Silke,

    ich kann deine Empörung/Aufregung über die Zutaten vom Kinderbrei voll verstehen. Hatte letztens das gleiche Erlebnis....

    Die Hersteller handeln hingegen vollkommen natürlich: Sie wollen verkaufen - und wenn es Süchtig-machend und Billig geht - dann ist das der Weg zur Gewinnoptimierung.

    Den Kindern schmeckt doch nach dem Babybrei oft kein Selbstgemachtes mehr - weil der Geschmack verzerrt ist. Davon ist meines Empfindens insb. (Blatt-)Gemüse betroffen, weil das überhaupt nicht "kickt".

    Aber wie soll das auch gut gehen, wenn die Eltern es nicht vorleben und selber an die Geschichte mit viel Bewusstsein ran gehen? Ich sehe es doch am Beispiel Bio-Markt... kaufe ja auch oft bei Deinem Arbeitgeber (De**s) ein.. und was da so teils auf dem Fließband liegt...naja schon besser als der Durchschnitt bei Lidl, Aldi, Real, Kaufland & Co..... aber oft der gleiche Unsinn, eben nur in "Bio".

    Das was bei mir auf dem Fliessband liegt - und ich ernähre mich aktuell sehr stark von dem was auch Du isst - ist nicht die Regel.... eher die Ausnahme.

    So freut es mich um so mehr, das Du da mit einem sehr guten Beispiel voran gehen wirst :-)

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  3. Hallo Silke,
    eine Frage zum cronometer, woher nimmst du eigentlich die Sicherheit, dass dieser so korrekt ist? Bzw. weißt du woher dieser seine Angaben hat.
    Wenn ich beispielsweise rote Linsen in fddb und cronometer eingebe, erhalte ich leicht unterschiedliche Werte (Eisen einmal 6mg und einmal 7,4mg)

    Ist es nicht ziemlich unsicher, sich tagesgenau an die angegeben Prozente zu halten, da
    - es unterschiedliche Quellen gibt,
    - Lebensmittel von einzelnen Personen eingegeben werden können und es da naturgemäß zu Fehlern kommen kann,
    - die Wochen- bzw. sogar die Monatsbilanz von Vitaminen und Nährstoffen relevant ist und nicht die Erreichung des einzelnen Tages
    - ein natürliches Lebensmittel kein Industrieprodukt ist und ohnehin bis zu 10% von einmal ermittelten Werten abweicht.

    Vielleicht kannst du dazu mal ein Video machen.
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Klar ist der unsicher, aber gar nicht zu schauen ist noch unsicherer!;-)
      Ich habe nicht vor das weiterhin zu machen. Es ist nur eine Findungsphase um zu eruieren, worauf ich in der Schwangerschaft achten muss.

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  4. Liebe Silke, gibt es eigentlich einen Beleg, dass man durch "Abstinenz" von Zucker, tierischen Produkten und/oder Koffein dafür noch sensibler wird? Wenn ich z.B. morgens nach einer langen Nacht 3g Kaffeepulver trinke, dann bin ich abends um 12 Uhr immer noch hellwach.. ebenso verhält es sich mit dem sehr anregenden Theobromin/Coffein in Kakao oder allgemein zuckerhaltigen Speisen. Eine ähnliche Erfahrung habe ich mit der Geschmacksintensität von Tierischem gemacht (besonders wenn es dann noch viel Fett u./o. Zucker enthält) - geht es dir oder anderen Kommentatoren evtl. ähnlich? LG

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    1. Ja, den gibt es. Das nennt sich Neuroadaption.
      Wenn man regelmäßig viel Kaffee trinkt reguliert der Körper die Anzahl der Adenosinrezeptoren runter um die Zellen vor Überstimulation zu schützen. Wenn man die Substanz dann absetzt, reguliert er die Anzahl der Rezeptoren wieder rauf. Und wenn du dann auch nur einen Hauch Koffein konsumierst, findet jedes einzelne Koffeinmolekül auch Platz an einem Rezeptor. Ich hab kürzlich morgens um 9 Kaffee getrunken und konnte abends nicht schlafen!;-)

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  5. Liebe Silke, ich bin gerade schwanger und teile deine Skepsis gegen Zucker generell. Dennoch muss ich sagen, dass manche Beobachtungen aus meinem natürlich wissenschaftlich gesehen klitzekleinen Kreis nicht immer in dein aufgezeigtes Schema passen. Zwei Freundinnen zB., die ich kenne entwickelten Diabetes in der SS, obwohl vegan und zuckerfrei, industrieproduktefrei schon über 10 Jahre. Kann natürlich sein, dass sie etwas anderes sagen als sie dann essen, aber ich wüsste nicht, warum sie das machen sollten... Vielmehr gibt es bei Ihnen auch schon öfter Diabetesfälle in der Familie, und ein Arzt meinte mal, dass alles, was man oft in der Schwangerschaft eine Art Blick in die eigene Zukunft der Gesundheit hätte. Auf der anderen Seite kenne ich eine sehr zierliche Mutter, die ich geradeaus als zuckersüchtig bezeichnen würde, sie hatte ständig "Hunger" auf Süßes, hat aber 8 Monate gestillt und das Kind ist mittlerweile 3 Jahre und isst natürlich auch gern Kuchen, ist aber ein sehr sehr zierliches Kind und auch vollkommen gesund, Zähne inklusive. Gibt es da nicht vllt auch sehr unterschiedliche Menschen, was die Anpassung des Stoffwechsels an Zucker - und darüber hinaus auch in Bezug auf einzelne Nahrungsmittel? Ich zB. kann einfach kaum viele Sorten an Gemüse oder generell Hülsenfrüchte essen, weil ich davon schlimmen Durchfall und Bauchkrämpfe bekomme, es kommt nahezu unverdaut wieder raus (sorry, wenn ich das so sagen muss). Ich habe das sogar über 8 Monate versucht, letztlich hatte ich ständig Sodbrennen, oder Bauchweh, und Bewegung war bis auf das Minimum nicht wirklich möglich, und hatte dann starken Eisen-,Zink- und Vitamin B-Mangel, Haarausfall, 13 Kg Gewichtsverlust und meine Periode nicht mehr, was auch doof war (außer Vitamin B12 hatte ich nichts substituert, Kcal nie unter ca. 2200 Kcal/d.) Irgendwie bin ich für vollwertig pflanzlich fast ohne Fett offenbar nicht gemacht, dabei habe ich es wirklich sehr lange durchgezogen und sogar noch Entspannungstechniken dazu probiert und mir viel Zeit fürs Essen genommen. Es hat mir im Alltag nur nix gebracht. Ich brauche für meinen Arbeitstag in der Klinik sehr viel Energie und Blähungen sind da die Hölle (Nachtschicht kaum zum Aushalten) und habe die einfach nicht ohne wenigstens Milchprodukte hinzuzuziehen. Das bringt mich regelmäßig in eine moralische Dilemmasituation, weil ich vom Verstand her das und das nicht essen möchte aus wissenschaftlichen Gründen, denn die Langzeitfolgen, die du immer wieder aufzeigst machen mir Angst. Andererseits schmeckt mir erstens die rein pflanzliche Ernährung gar nicht, und ich habe damit auch viel mehr Probleme bekommen, je länger ich sie praktiziert hatte. Kann es denn sein, dass mein Körper das einfach nicht will, obwohl es wissenschaftlich besser für ihn ist? Oder sollte man dann organisch den Verdauungsapparat komplett checken lassen? (Gr. Blutbild und innere Organe habe ich erst durch, da war beim jetzigen Ernährungsstil alles top) Ich würde so gerne wieder wegen der Vorteile vegan essen, und auch mein Kind dazu erziehen, aber momentan bin ich leider ratlos, was meine Situation dabei angeht...Viele liebe Grüße an die fleißige Bloggerin und Kämpferin für eine bessere Welt :)

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    1. Schlussendlich kann ich dir deine Frage nicht beantworten. Ich weiß nicht was deine Bekannten essen oder ob in der Kommunikation was verloren gegangen ist. Klar gibt es auch genetische Prädispositionen z.B. für Diabetes. Ich kann dir auch nicht sagen was bei dir los ist. Du kannst Unverträglichkeiten testen lassen oder vielleicht auch einfach mit mehr Ruhe essen und besser kauen. ( Klinikangestellte schlingen gerne ihr Essen und haben viel zu viel Stress). Was ich dir definitiv sagen kann ist, dass von fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung niemand krank wird.

      LG Silke

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