Freitag, 15. Januar 2016

Wasserfasten als Therapie beim follikulären Lymphom


Am 24. Februar fliege ich in die USA um dann ab 4. März meine Famulatur im True North Health an Wellness Center in Santa Rosa anzufangen, eine Einrichtung welche von dem Chiropraktiker Dr. Alan Goldhamer gegründet wurde und auf Wasserfasten zur Therapie von Autoimmunerkrankungen und Bluthochdruck spezialisiert ist. Nach abgeschlossenem Fasten wird eine fettarme, vollwertige, pflanzliche, gluten-, salz- und zuckerfreie Ernährung empfohlen.

Jetzt bin ich auf einen Beitrag gestoßen, den Dr. Alan Goldhamer zusammen mit dem im True North angestellten Arzt Dr. Michael Klaper sowie zwei weiteren Mitarbeitern im November 2015 im British Medical Journal veröffentlich hat.

Daran finde ich 3 Sachen besonders bemerkenswert:

1) Ich hätte nie gedacht, dass sich das British Medical Journal, eines der hochkarätigsten internationalen Medizinjournale mit sowas banalem wie Wasserfasten befassen würde
2) Ich hätte auch nicht gedacht, dass man in irgendeinem medizinischen Fachblatt einen Fallbericht zu nur einem einzigen Patienten veröffentlichen können würde, schon gar nicht im BMJ, denn eine Zahl von n=1 ist quasi auch nur eine Anekdote
3) Hier geht es nicht um sowas banales wie Bluthochdruck, auch wenn den fast jeder in der westlichen Welt hat, was absolut nicht nötig ist, sondern hier geht es um Krebs. Genauer, das follikuläre Lymphom.

Das follikuläre Lymphom ist ein Nicht-Hodgekin Lymophom. Es ist ein bösartiger Tumor, der alle Lymphknoten befällt. Eine konkrete Ursache für das Lymphom ist nicht bekannt, aber man weiß, dass es auf Genebene einen Defekt gibt, eine sogenannte Chromosomentranslokation, die dafür sorgt, dass entartete Zellen nicht abgetötet werden, wie sie es eigentlich sollten. Das follikuläre Lymphom wird meist erst in spätem Stadium entdeckt und auch erst dann behandelt, weil es keinen Hinweis darauf gibt, dass frühere Behandlung einen größeren Nutzen bringen würde. Die Behandlung erfolgt mit Chemotherapie. Das follikuläre Lymphom kann meistens nicht kurativ behandelt, also geheilt werden. Wikipedia, der ich diese Infos über die Erkrankung entnommen habe äußert abschließend folgendes: "Die Behandlung sollte grundsätzlich, wenn immer möglich im Rahmen von Klinischen Studien erfolgen. Nur so lassen sich weitere Verbesserungen bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung erzielen. Außerdem ist damit die Qualität der Behandlung entsprechend den neuesten Standards besser gewährleistet."

Ich nehme an, dass ist das was die Herren im True North gemacht haben, als sich eine Patientin bei ihnen mit dem follikulären Lymphom vorstellte und weil man keine Therapie kennt ist alles, was eine Therapie sein könnte, sogar für das British Medical Journal interessant.

Die Patientin war eine 42-jährige Frau, bei der vergrößerte Lymphknoten tastbar waren. Sie ernährte sich nach Standard American Diet, war 81,6 kg schwer und hatte einen BMI von 29,4. Sie rauchte nicht und trank nicht. Zwischen Terminvereinbarung im True North und Therapiebeginn fing sie bereits an sich wie im True North und von mir oben geschildert zu ernähren. Am 3. November 2014 begann sie ein 21-tägiges Wasserfasten, welches von 10-tägigem Kostaufbau abgelöst wurde.

Die Patientin hatte keine Fastenkomplikationen, ihr Gewicht ging runter auf 68,9 kg, ihre Lymphknoten hatten ihre Größe reduziert. Ein CT bestätigte die Reduktion des rechten Leisten- Lymphknotens von 45x20 auf 26x3 mm und des linken von 21x15  auf 11x2 mm. Der Lymphknoten in der Achselhöle schrumpfte von 28x19 auf 15x10 mm.

6 Monate später stellte sich die Patienten zur Kontrolle erneut im True North vor. Sie berichtete sie habe sich strikt an die fettarme, vollwertige, pflanzliche, salz-, zucker- und ölfreie Ernährung gehalten. Ihr Gewicht war auf 63 kg zurück gegangen, ihr BMI auf 23,13 und ihre Lymphknoten waren nicht mehr tastbar.

Der in diesem Artikel erwähnte Mechanismus, warum Fasten bei derartigen Krebsarten helfen könnte ist die durch Fasten induzierete Reduktion des Wachstumsfaktors IGF-1. Ziemlich wahrscheinlich spielen viele andere Dinge aber auch eine Rolle.

Wenn man im True North wasserfastet, zieht man sich voll in sich zurück, es wird kein Sport getrieben, man bleibt relativ ruhig, wird von Schulmedizinern überwacht und ich finde es schlussendlich sehr faszinierend, dass Tiere genau das intuitiv machen, wenn sie krank sind und wir Menschen diesen Instinkt völlig verloren haben.

Ich erzähle ja immer wieder gerne die Geschichte als meine Katze mal 16 Tage lang nichts gefressen hat. Der Kater muss sich, das war in seiner Freigängerzeit, draußen irgendwas eingefangen haben und fraß nicht mehr. Ich bin mit ihm nicht zum Tierarzt gegangen, weil ich zu derzeit absolut kein Geld hatte und auch kein Geld von meiner Bank bekommen hätte, aber auch, weil mir als Teenager mal vor meinen Augen eine Katze beim Tierarzt auf dem Tisch weggestorben ist und auch, weil ich Fastenerfahrung- und Wissen habe und rational wusste, dass der Fasteninstinkt ein natürlicher Heilmechanismus ist. Die Katze hat also nichts gefressen und trinken sehen habe ich sie auch nicht. Vielleicht nachts. Und nach 16 Tagen war sie völlig abgemagert und kraftlos, aber auch wieder gesund. Ich hatte für 50 € eine Tierheilpraktikerin nach hause kommen lassen, die ihn abgetastet hat, so nach 5-7 Tagen der Krankheit und die sagt: Also eine Masse im Bauch ist es nicht, Kraft hat er auch, gehen sie zum Tierarzt und lassen sie ein Blutbild machen.

Die Geschichte hätte mit Sicherheit auch anderes ausgehen können, aber sowas mal beobachtet zu haben lässt darauf schließen, dass ähnliche Dinge sicher auch beim Menschen effektiv sind und nicht Dinge, wie man sie im Krankenhaus macht, nämlich einer Diabetikerin mit 700er. Zucker noch Weißbrot mit Marmelade in den Mund stopfen, denn wenn der Patient isst, ist es ein gutes Zeichen.

Jetzt bin ich auf jeden Fall noch gespannte auf meine Zeit im True North! - Die Herren Doktoren dort sind echt Bombe!

Disclaimer: Ich will damit jetzt nicht sagen, dass man, wenn man Krebs hat einfach aus eigener Kraft fasten soll, schulmedizinischen Rat nicht einholen soll oder auch, dass das was bei follikulärem Lymphom gilt, auf alle Krebsarten 1 zu 1 zu übertragen ist! - Das erfordert Profis!

Menü des Tages am 14. Januar 2015 

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Mandeln, Banane, Acai, Orange, Paranuss, Leinsamen, Sunwarrior


 20 Mandeln

Mensasalat mit Maisbrot und Kidneybohnen


1 Banane

Bulgursalat mit Kidneybohnen, Snackmöhren


2 Mandarinen

1,5 l Gerolsteiner



Ich hab wieder nur Dosenhülsenfrüchte gegessen und habe damit wieder eine schlechtere Eisenbilanz als wenn ich sie selber koche. Tracken macht mich jetzt schon wieder bekloppt und ich bin froh, wenn die 21 Tage vorbei sind.

Mir geht es immer noch fantastisch nach 6+4 Schwangerschaftswochen. Mir ist gestern wieder aufgefallen, dass keine einziger Foodbloggerin, die mir in den letzten 6,5 Jahren begegnet ist, als sie dann schwanger wurde, auch über ihre Schwangerschaftsernährung gebloggt hat. Sie haben alle einfach aufgehört zu bloggen. Ach was, nicht nur in den letzten 6,5 Jahren sondern überhaupt! - Sogar Shazzie, die Rohköstlerin, die mich überhaupt erst ans Bloggen gebracht hat, hat nur 3-5 Einträge in ihrer Schwangerschaft geschrieben, wahrscheinlich weil sie so schreckliche Gelüste auf gekochte Kartoffeln hatte - und denen nachgegeben hat. - Die meisten haben das Bloggen komplett dran gegeben, als sie dann schwanger waren und ich hab mich immer gefragt, ob  das quasi ein Wechsel des "Babies" ist. Vom Blogbaby zum richtigen Baby. Dass das Interesse sich einfach verschoben hat? Oder weil es plötzlich nicht mehr um Fitness und Schönheitsideale ging?  Jedenfalls fand ich das immer schade, man hätte sehr viel daraus lernen können, und habe mich gefragt, ob bei mir auch die Lust am Bloggen abfallen würde.

Tut sie nicht. Tut sie irgendwie nie! Bloggen ist, verglichen mit YouTube, absolut nicht lukrativ, es ist verglichen mit YouTube auch noch zeitaufwendiger und man kann damit auch nur weniger Menschen erreichen, da heutzutage nicht gerne gelesen wird....Aber mir macht es nun mal Spaß!;-)

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Da bin ich aber froh :-), denn ich gucke nicht gerne Videos...
    LG
    An

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  2. was Ernährung und Krebs angeht dieser Beitrag. (Vielleicht kennst Du ihn schon.) Ab min 23:00 wirds interessant. https://www.youtube.com/watch?v=J5aMvnlfKRw Wurde schon 2013 bei rbb ausgestrahlt.

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  3. Ich hatte zu meiner Schwangerschaft damals auf meinem Blog regelmäßig berichtet, Fotos gemacht und auch was zur Ernährung geschrieben. Der alte Blog hieß Rohsinnig.blog. Jetzt heißt er bedingungslose-mutterliebe.my-info24.de :-) Nur nach der Geburt habe ich nicht mehr viel gebloggt, einfach weil ich keine wirkliche Muse mehr dazu hatte und auch die Zeit fehlte.

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  4. Ich hatte verdammten Hunger auf gekochte Kartoffeln. Das war das einzige, was ich am Anfang runter bekommen habe. Jetzt im neunten Monat der Schwangerschaft sind sie immer noch das meist verzehrteste Lebensmittel. Mal schauen was mein Körper in der Stillzeit möchte.

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