Sonntag, 29. November 2015

Darmbakterien beeinflussen ob man schlank oder dick ist


Ich habe von meinem Onkel einen Link zu einem Artikel geschickt bekommen, welcher in Wissenschaft aktuell erschien. Darin geht es darum, dass Forscher jetzt an Mäusen und Ratten raus gefunden haben, warum die Darmflora schuld sein kann, dass manche Menschen schlank und andere Menschen dick sind. Dass dem so ist, weiß man schon länger, daher kann eine Stuhltransplantation durchaus eine Maßnahme zur Gewichtsreduktion sein.

Wie gesagt, weiß man neuerdings, wie die Darmbakterien funktionieren und dass diese dazu in der Lage sind die Körperzellen dazu anzuregen Sättigungsbotenstoffe zu produzieren. Außerdem sollen sie auch in der Lage sein Proteine zu synthetisieren, welche dann im Hirn auf bestimmte Zellen wirken, welche für Sättigung verantwortlich sind. Bleibt diese Proteinsynthese aus, isst man zu viel.

Der Originalartikel der Forscher aus Rouen ist im Cell erschienen und leider nur für Geld einsichtig. Was man aber auch diesem Artikel in Wissenschaft aktuell entnehmen kann ist, dass hier ausschließlich der Darmkeim E. Coli untersucht wurde und auch nur in Mäusen und Ratten.

Ich kannte Wissenschaft aktuell bisher nicht, also musste ich mir erstmal einen Überblick verschaffen, ob da alles mit rechten Dinge zugeht oder eher so wie beim Zentrum der Gesundheit. Und während ich mich auf der Seite so umschaute entdeckte ich gleich einen weiteren Artikel vom selben Autor über die Darmflora. In dem heißt es, dass man jetzt ebenfalls an Ratten und Mäusen raus gefunden habe, dass, wenn man ihre komplette Darmflora mit Hilfe von Antibiotika zerstört, sie Fett abbauen, weil sich beiges Fettgewebe im weißen Fettgewebe bildet und dieses dafür sorgt, dass weiße Fettzellen sich leeren. Und hinzu kommt, dass die Ratten ohne Darmflora dann auch selbst bei fettreicher Ernährung keinen Diabetes entwickelten!

Man hatte drei Gruppen von Tieren, denen man fettreiche Nahrung gab: Normale Tiere, solche die keimfrei aufgewachsen waren und solche denen man mit Hilfe von Antibiotika die Darmflora entfernt hatte. Die normalen Tiere wurden fett und bekamen Diabetes, die Tiere ohne Darmflora nicht.

Das ist haarsträubend, oder? Allein schon sowas zu erforschen? - Man will unbedingt raus finden, wie man das Belohnungssystem auf Teufel komm raus mit Drogen-Nahrung stimulieren kann und dann Medikamente und Methoden entwickeln, wie der Schaden durch diese Stimulation ausgeglichen werden kann. Es ist immer das selbe. Pillen und Pülverchen statt Ernährungsumstellung. Das Belohnungssystem ist sowas von die ultimative Macht in diesem Universum! Das kotzt mich auch an der Naturheilkunde so an. Darin schreibe ich kommende Woche eine Klausur. Naturheilkunde wird gelehrt, weil die Patienten danach verlangen. 80% aller Menschen hätte gerne "was pflanzliches" zu Heilung der Zipperlein. Aber pflanzliche Ernährung wollen sie nicht! - Sie wollen Schrott essen und pflanzliche Pillen und Pülverchen. So geht das aber nicht!

Der Artikel räumt ein, dass Antibiotikagabe zur Gewichtsreduktion für den Menschen niemals eine Option sein wird, da Antibiotika Nebenwirkungen haben und es natürlich auch zu Resistenzen kommt, die Medizinern jetzt schon das Leben schwer machen. Schlussendlich geben aber beide Forschungsergebnisse den Forschern Anlass raus zu finden, welche Darmbakterien sinnvoll sind und welche nicht. Dann könnte man versuchen die schlank machenden zu kultivieren und die dick machenden abzutöten. (Das ist natürlich wesentlich easier als einfach nur andere Sachen zu essen! *Ironiemodus wieder aus*)

In Anbetracht der fettarm, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung zur Therapie von Typ-2-Diabetes machen diese Forschungsergebnisse jedoch auch Sinn, da sich mal wieder bestätigt, dass Fett in den Zellen die Ursache für die Entstehung von Diabetes ist und verursacht, dass Zucker von den Zellen nicht aufgenommen werden kann. Reduziert man das Fett in den Zellen, egal ob mit Ernährung oder wie hier mit Antibiotika, reduziert sich auch der Diabetes.

Ich bin schon oft gefragt worden, ob Probiotika helfen und welche empfehlenswert sind und ich muss freimütig gestehen, ich habe immer noch keine Ahnung von Probiotika. Ich denke die Darmbakterien werden reguliert durch das, was man an Nahrung zu sich nimmt und ich denke, dass Schlanke deshalb eine andere Darmflora haben als Dicke, weil sie anderes essen.

Alles weitere lerne ich vielleicht im True North, denn die verkaufen dort eine bestimmte Sorte Probiotika. Vielleicht weiß dort jemand mehr über die Zusammenhänge. In der Uni kam dazu noch nichts, außer natürlich, dass wir unendlich viele, keine Ahnung, tausende unterschiedliche Spezies an Darmbakterien beherbergen. Die Suche nach den guten und bösen scheint mir eine Suche nach einer Nadel im Heuhaufen zu sein. Daher auch wieder der Appell: Vernünftig essen, dann regelt der Körper das von selbst.

Menü des Tages am 28. November 2015 

Brokkoli, Blumenkohl und Tomaten


Haferflocken mit Banane, Zimt, Paranuss, Leinsamen, Sunwarrior, Lucuma, Granatapfel, Kakaobohnen


1 Banane

Polenta Pizza aus dem 21-Tage-FoodPlan (den gibt's hier)


1 Kaki

Rest Polentapizza


Reisnudeln mit Chilibohnen, Paprika, Zwiebeln und Mais


1 Kaki

Ich war zwischen Mittag- und Abendessen unfassbare 7,5 Stunden satt. Die Pizza war aber auch echt der Hammer! Kann mich gar nicht erinnern, dass ich die so gut kreiert hatte!;-)

Ich kam nicht früher als 19:30 Uhr zum Abendessen, weil ich um 18:25 Uhr einen Auftritt hatte und zu meiner üblichen Abendessenszeit unterwegs war. Wenn man sich satt isst, hat man kein Problem damit, wenn sich die Essenszeit verzögert, wenn man Diät lebt, wird man schwer grantig. Das ist auch echt kein Wunder.

Was mich die letzten 8 Wochen gelehrt haben, seit der letzten Challenge ist, dass ich mit Kalorienzählen endgültig durch bin. Aus mehreren Gründen:

1) Der Körper ist in der Lage Hunger und Sättigung exakt zu regulieren, wenn man die richtige Nahrung wählt
2) Hungern aktiviert das Belohnungssystem dergestalt mehr, dass man ein größeres Bedürfnis nach hochkalorischer Nahrung hat und führt dazu dass die Beschäftigung mit Essen ein zu großes Ausmaß nimmt, was heutzutage nicht mehr Sinn des Lebens sein muss
3) Auf die Dauer fordert Kalorien zählen einem doch sehr viel ab und kostet Nerven.
4) Schlussendlich verändert sich absolut nichts im Leben egal ob man 5 kg mehr oder weniger auf den Rippen hat.

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Im Buch „Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit. Neuste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung“. vom Zschocke steht auch einiges darüber drin - und noch viel mehr. Leider ist das Interview aus 1/2015 bei SR2 (Fragen an den Autor) nicht mehr online.

    Silke schrieb: "Ich denke die Darmbakterien werden reguliert durch das, was man an Nahrung zu sich nimmt und ich denke, dass Schlanke deshalb eine andere Darmflora haben als Dicke, weil sie anderes essen."

    Ich erinnere mich bez. Lesen den oben genannten Buches daran, das Antibiotikagaben das (teils) fragile Gleichgewicht der Darmbakterien empfindlich stören können - ebenso wie die falsche Ernährung. Fehlen dann bestimmte Stämme - können Sie ggf. nie wieder kommen. Weiterhin bestimmt auch das Nahrungsangebot die Besiedlung.

    In dem Zusammenhang wurde nun auch klar, das auch der Blinddarm eine Funktion zu haben scheint: Zur Re- bzw. Neubesiedlung des Darms nach sehr schweren Krankheiten, Durchfall, etc. pp. mit einer stabilen Bakterienkultur. Das alles ist schon recht spannend.

    Zu Probiotika mag dann auch noch das Buch zu effektiven Mikroorganismen (EM) der gleichen Autorin empfohlen sein. Ich habe es noch nicht gelesen, kenne die EM sonst nur aus dem Permakulturbereich zur Verbesserung von Boden und Kompost.

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  2. Sehr guter und fundierter Beitrag! Ich ernähre mich seit meinem Schlüsselerlebnis auch fast nur noch pflanzlich und sehr ballaststoffreich. Ich hatte durch viele Antibiotika und falsche Ernährung eine wirklich geschädigte Darmflora. Als ich das heraus gefunden habe (ist gar nicht so einfach), habe ich sie mit Probiotika und Präbiotikum wieder aufegebaut. Gibt gute Infos dazu auch unter www.vitaminexpress.org/prebiona-praebiotikum. Kann jedem nur empfehlen sich mehr mit seiner Nahrung auseinander zu setzen. Tut einfach gut und gibt ein ganz neues Lebensgefühl. :)

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