Dienstag, 24. November 2015

Hat das Studium meine Gesundheitsüberzeugungen verändert?



Ich hab überlegt, was sich an meinem eigenen Lifestyle und meinen Überzeugungen verändert hat, seit ich Medizin studiere, was ja mittlerweile 4 Jahre ist. Faszinierender Weise ist das fast gar nichts.

Ich hab ein halbes Jahr vor Beginn des Studium endgültig mit Rohkost aufgehört und lebe seither fettarm, vollwertig und pflanzlich und  genau das deckt sich halt mit allem, was ich im Studium auch vermittelt bekomme. Das ist vielleicht aber auch logisch, da die fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung auch von vielen Ärzten verbreitet und unterstützt wird. Zugegeben hauptsächlich amerikanischen Ärzten, aber die Amerikaner sind uns in fast allem voraus.

Wenn ich überhaupt etwas im Studium dazu gelernt habe, dann wie ich besser für die Ernährung argumentieren kann. Allerdings scheren die meisten Menschen die meisten Argumente eh nicht. Deren Belohnungssystem diktiert ihnen nicht so essen zu wollen und viele checken dann gar nicht, wie irrational ihre Gegenargumente sind. Und das passiert sogar klugen Leuten! Damit habe ich mich weitgehend abgefunden.

Darüber hinaus habe ich im Studium auch noch bestätigt bekommen, dass man Medikamente, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, besser nicht nehmen sollte, denn alles was eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung. Klar gibt es Situationen, in denen das unumgänglich ist, wir müssen schon dankbar sein, dass es Medikamente gibt,  aber für die meisten Dinge halte ich Medikamente wenn nicht für Überflüsse so dann doch für oft wesentlich ineffektiver als eine Umstellung des Verhaltens. Und zudem für mit Nebenwirkungen behaftet, welche eine Änderung des Lebensstils nicht hat.

Ich war in diesen 4 Jahren natürlich kein einziges Mal ernsthaft krank. Ich werde auch nicht krank. Seit Jahrzehnten nicht. Es kann sein, dass ich mich mal erkälte und dann warte ich, bis die Erkältung vorbei ist. Das dauert so 4-5 Tage. Und sie geht von selbst vorbei ohne Medikamente. Ich bin auch immer noch so gepolt, dass ich denke, dass das Beste, was man im Krankheitsfall machen kann ist, viel zu trinken und sich ins Bett zu legen, ggf. Fasten, wenn man keinen Appetit hat,  bis die Krankheit vorbei ist. Abgesehen von einer Ernährungsumstellung natürlich, welche ich fast IMMER als Grundlage für eine Therapie sehe. Was mit Ernährungsumstellung nicht weg geht sollte man dann noch psychosomatisch behandeln und was dann noch da ist medikamentös. Ich glaube hingegen nicht, dass dann noch viel Krankheit da ist!

Das sah ich vor dem Studium so und ich habe an der Uni nichts beobachtet, was mich eines anderen belehrt hat. Es hat mich eher darin bestätigt. Was ich nicht so ganz begreife ist, warum das von anderen Leuten nicht erkannt wird?!

Und gleichzeitig bin ich teilweise geschockt, was in Naturheilkunde gelehrt wird!

So fragte in einer Stunde einer der Studenten, was es mit der WHO-Erklärung auf sich hätte, dass rotes Fleisch krebserregend sei und der Dozent hat gesagt, dass ja die Dosis das Gift mache und dass diese Warnung vor rotem Fleisch jetzt wahrscheinlich nur dazu führen würde, dass die Leute mehr Geflügel essen, dabei sei Geflügel vollgestopft mit Antibiotika und Fisch voll mit Schwermetallen und es sei in keinster Weise gesünder das zu essen. - Während er das erzählte, hat es aber bei dem Dozenten in keinster Weise KLICK gemacht, während ich dacht; "Leute, klingelt da nichts? Wenn man dieses Hintergrundwissen hat muss einem doch klar werden, dass es keine gesundheitlich förderliche Wirkung hat irgendwelche Tiere zu essen und man den Verzehr am besten komplett meiden sollte" - Es ist nicht erforderlich es zu essen und es macht ggf sogar krank, Da kann mir keiner erzählen, dass es sein rationaler Verstand ist, der ihm zum Fleischverzehr rät.

Andererseits wurde dann eine komplette Vorlesung  über TCM, Traditionelle Chinesische Medizin, gehalten und ich hätte vor Unwissenschaftlichkeit kotzen können.;-) Die Dozentin war eine chinesische Dr. med, die lange in Deutschland in der Forschung gearbeitet hat, dann aber Lust auf Patientenkontakt hatte und zurück nach China gegangen ist, TCM studiert hat und jetzt wieder hier ist.

Theoretisch ist TCM voll meins, weil die Therapie Nahrungsmittel, Gewürze, Akkupunktur,  und Sport ist, was alles schön nicht-invasiv ist. Aber die theoretische Lehre dahinter ist pure Esoterik. Nichts anderes. Da gibt es 5 Elemente, die 5 Jahreszeiten zugeordnet werden, die unterschiedlichen Organen zugeordnet werden und das alles ist völlig wahllos. Die einzelnen Organe sollen nach der Lehre dann jeweils Einfluss aufeinander nehmen und auch das ist pure Esoterik, denn entsprechende Zytokine oder Neurotransmitter oder Hormone hat man bis dato nicht entdecken können um diese Wirkungsweise zu bestätigten. Quelle Das selbe gilt in meinen Augen auch für Ayurveda.

Damit bleibt es beim Placeboeffekt. Wenn TCM-Arzt und TCM-Patient dran glaube, soll es wohl helfen. Ich war jedenfalls entsetzt, dass Wissenschaftler in der Lage sind sowas zu glauben, aber nicht die Einsicht haben Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation umzusetzen.

Menü des Tages am 23. November 2015

Blumenkohl mit Tomaten


Glutenfreie Haferflocken mit Banane, Apfel, Zimt, Sunwarrior, Paranuss, Leinsamen, Lucuma, Kakaobohnen, Carob


 Rest Eintopf vom Vortag


10 Mandeln
Gemüsepfanne aus roten Linsen, Sellerie, Zwiebel, Vollkornreis, getrocknete Tomaten


1 Banane mit Erdnussmus


 Rest Gemüsepfanne von mittags
1 Banane
3 alkoholhaltige Biere und zwei ohne Alkohol

Ich war bei einem Freund zu Besuch und hatte den Rest der Gemüsepfanne mitgenommen, weil ich direkt aus der Uni kam und ich hab seit 2 Tagen tierische Lust auf Schokolade. Das lässt sich mit Bananen meist gut bremsen, aber ich esse ja zwischen den Mahlzeiten nicht. Also trinke ich was, wenn die Lust auf Schokolade kommt, aber sie ist echt penetrant.

Ich frage mich jetzt schon wieder ob das irgendwie hormonell bedingt ist, also zyklusabhängig, denn ich glaube nicht, dass es gehirnbiochemisch ist. Es fühlt sich anders an. Vielleicht kann man da ja auch noch Zusammenhänge finden, wie welches Hormon auf Schokogelüste wirkt. Denn ich glaube fast jede Frau kennt das mit den Gelüsten vor der Regel aber ob bisher eine evidenzbasiert medizinische Ursache dafür gefunden ist oder ob man es einfach nur darauf schiebt, dass man in der Zeit "emotionaler" ist. Ich weiß es nicht...

Alles Liebe,

Silke

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