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Mittwoch, 12. Februar 2014

Cholesterin - Mythos und Rätsel - Tag 39



Oh, Leute, das Leben ist anstrengen, wenn man den ganzen Tag über Biochemie nachdenken muss. In jeder Lebenssituation, egal was man tut und irgendwann verselbstständigen sich die Gedanken und es kreisen einem nur noch komplizierte Begriffe durch den Kopf. Ich war gestern früh ein letztes Mal bei meinem Biochemie-Rechnen-Nachhilfelehrer und dann in der Kölner Biochemie um mit Kommilitoninnen gemeinsam zu lernen. Dabei waren beide Tätigkeiten sehr befruchtend, da mit anderen Leute über Sachverhalte zu reden immer noch mehr hilft als darüber nur zu lesen. Und parallel dazu musste ich mal wieder über das gute, alte Cholesterin nachdenken.

Ich meine, mir gefällt ja die Theorie, dass Cholesterin für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist und damit tierisches Fett böse ist, aber ich glaube diese Theorie leider nicht. Ich hab so viele Gegenbeweise gelesen, dass ich es nicht glauben kann, auch wenn die Schulmedizin das bis heute lehrt. Wir lernen es auch jetzt noch und damit ist es einfach superleicht ein Argument für pflanzliche Ernährung aus dem Ärmel zu schütteln. So macht Attila das! Kein Cholesterin in meinem Essen, daher keine Herzerkrankung! So einfach ist das aber nicht. Es ist sogar ziemlich kompliziert. Faktisch ungeklärt.

Naja, Barnard hat gestern wieder einen Link über eine Studie der Universität in Oxford veröffentlicht in der 1694 Fleischesser, Fischesser, Vegetarier und Veganer auf Cholesterin, Lipoproprotein A und B sowie Gewicht, BMI etc. untersucht wurden. Stellte sich heraus, die Veganer haben das geringste Gewicht, den niedrigsten Cholesterinspiegel und die niedrigste Konzentration von Lipoprotein B.

Ich wurde vor ein paar Monaten von einer Leserin auf einen Artikel von Dr. Strunz hingewiesen, der darin erklärt Cholesterin habe so gut wie keine Auswirkung auf Herzinfarkte sondern das Lipoprotein A sei das Problem. Tatsächlich hat auch diese von Barnard zitierte Studie gezeigt, das Lipoprotein A bei allen 4 untersuchten Probandengruppen gleich war und genetisch bedingt sein soll. Das sagt auch der Wikipedia-Artikel dazu genau so wie Dr. Strunz. Er habe alles versucht Lipoprotein A zu senken, aber keine Substanz habe funktioniert. Unterschiedlich Essen funktioniert offensichtlich auch nicht und dennoch zeigt diese Studie, dass Veganer ein und 32% verringertes Risiko haben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Und da sind Oreo-Veganer mit eingeschlossen oder Fit for Fun-Veganer die Zucker und Weißmehl essen und wenig Gemüse. Wenn es das Lipoprotein A ist und es genetisch ist, dann verstehe ich zudem auch nicht warum die Pozentzahl an Herz-Kreislauf-Toten von Jahr zu Jahr ansteigt. Vermehren die sich etwa gehäuft?

Naja, es ist offensichtlich auch nicht nur das Lipoprotein A sondern da ist auch noch die Theorie des oxidativen Stress. Heißt so viel wie, dass die Blutfette durch zu wenig Antioxidantien oxidieren und sich dann ablagert. Dann könnte es sein, dass die meisten Veganer vielleicht doch einfach mehr Obst und Gemüse essen und damit besser geschützt sind. Fettverzicht mit gleichzeitig viel Gemüse kann, wie Dr. Ornisch bereits 1990 gezeigt hat, diese Ablagerungen auch wieder rückgängig machen,

Und während ich darüber so den ganzen Tag lang nachdachte, was nun wirklich der Grund für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist lag ich dann gestern Abend im Bett, las noch etwas in der Weizen-Wampe und da biss sich der Hund dann in den eigenen Schwanz. Dr. William Davis schreibt darüber wie ungünstig sich Weizen, auf den pH-Wert des Körper auswirkt weil es säurebildend ist. Gott sei Dank ist ihm nicht entgangen, dass auch tierische Nahrung säurebildend ist und er weist darauf hin, dass man neben säurebildender Nahrung auch reichlich Gemüse essen müsse um Basen zu bilden.

Und dann bemüht auch er wieder den vor 5250 Jahren verstorbenen armen Tiroler Ötzi über den er schreibt:

"Die fleischlastige Ernährung der Jäger und Sammler wie Ötzi bewirkte eine erhebliche Säurebelastung.  Ötzi aß mehr Fleisch als die meisten heutigen Menschen (35-55% der Kalorien aus tierischen Produkten) und erzeugte damit mehr Schwefelsäure und andere organische Säuren. Trotz des relativ hohen Anteils an tierischer Nahrung sorgten die großen Mengen Wildgemüse, die Jäger und Sammler verzehrten, aber auch für eine großzügige Versorgung mit basischen Kaliumsalzen wie Kaliumcitrat und Kaliumacetat und damit für ein ausgeglichenes Säure-Basen-Gleichgewicht. Wegen des erheblichen Pflanzenverzehrs in ursprünglichen Kulturen waren diese Schätzungen zufolge sechs- bis zehnmal so basisch wie moderne Ernährungsformen."
(dafür hat er eine Quellenangabe)

So, Ötzi aß also nur Fleisch und Wildkräuter und ein bisschen gesäuertes Emmer-Vollkornbrot. Milch verzehrte er wohl kaum, da er lactoseintollerant war. Und jetzt erkläre mir bitte jemand: Warum hatte sogar schon Ötzi Arteriosklerose??? Antioxidantien hat er wohl reichlich gegessen und das nicht aus dem Supermarkt sondern Wildkräuter! Ich nehme daher einfach mal schwer an, dass Arteriosklerose etwas mit dem Fettverzehr zu tun haben muss und dass Antioxidantien nicht ausreichen um Ablagerungen zu verhindern und diese Ablagerungen sorgen dann für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch raffinierter Zucker oder Vollkorngetreide kann es nicht sein, denn ersteren gab es nicht und von letzterem hat Ötzi kaum was gegessen. Oder hat nur Ötzi sich vermehrt, weil Leute mit viel Lipoprotein A einfach einen stärkeren Sexualtrieb haben. Hahahaha! Und jetzt stirbt 40% der Bevölkerung daran! - Das war jetzt Ironie, ich hoffe es kam an.;-) (Wikipedia dazu: "Genetisch gehörte Ötzi einer Untergruppe der mtDNA-Haplogruppe K1 an, zu der derzeit keine Überlebenden bekannt sind" und "Drei im Jahre 2001 beschriebene Gallensteine deuten auf einen erhöhten Cholesterinspiegel des Gletschermannes, was in Verbindung mit der bereits vor Jahren diagnostizierten Arteriosklerose zu einer neuen Interpretation seiner Ernährung führt.[20] Während der starke Zahnabrieb noch als Beleg für eine überwiegend vegetarische Ernährung gesehen wurde, wird jetzt Fleisch als wesentliche Nahrungsquelle gesehen.[20] Aus der DNA-Analyse ergaben sich jedoch auch Anhaltspunkte für eine erbliche Komponente der Arterienerkrankung")

Ich weiß nicht, ob Dr. Williams weiß, dass Ötzi Arteriosklerose hatte, aber ich glaube schon, dass er es weiß, denn er wusste auch um die Theorie, dass Ötzi ermordet wurde. Er scheint sich also sehr damit beschäftigt zu haben. Gut, Ötzi aß 50% Fleisch, hatte Arteriosklerose und Dr. Dean Ornish macht mit fettarmer, pflanzlicher, vollwertige Ernährung Arteriosklerose wieder rückgängig. Irgendwo da muss der Hund begraben liegen, irgendwo im tierischen Fett. Der sicherste Schutz scheint mir aber vor diesem Hintergrund immer noch eine vollwertige, pflanzliche Ernährung zu sein.

Und während ich hier gerade so tippe hat Dr. Ornish einen Link auf Facebook zu einer Studie gepostet die betitelt ist "Too much sugar linked to fatal heart disease, even in those who are not obese” Na, was halten wir fest? Zivilisationsnahrung ist Mist. Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrücht sollten den Großteil der Nahrung ausmachen. Ornish selber schreibt dazu folgendes.

“A recent study indicates that adults who got at least 25 percent of their calories from added sugar were almost three times more likely to die of heart problems than those who consumed the least (less than 10 percent). 

An optimal diet is high in fruits, vegetables, and legumes and low in both fat and refined carbs such as sugar and white flour. 

35 years ago, some people said that fat was unhealthful but sugar was fine, leading to processed foods such as Snackwell cookies that were low in fat but high in sugar. 

Now, some people are saying that sugar is the main culprit but fat is fine, which is equally reductionistic and equally wrong. 

It’s both. And it’s not just diet.  “

Menu des Tages am 11. Februar 2014

Frischkornbrei aus Hafer, Banane, Reis, Wasser, Sunwarrior Vanile, Kakaonibs, Mandeln, Erdnussbutter


40 g Haferflocken mit Banane, Sunwarrior Vanille, Wasser und Stevia
1 Matcha-Tee mit Stevia
8 g Ombar dark

2 Roggenvollkornbrote mit Reissirup-Schoko-Aufstrich und Banane
1/2 Banane

Salat in der Mensa mit etwas Olivenöl und Balsamico-Dressing
Apfel-Dinkel-Taler aus Bioladen

2 Bananen mit Sunwarrior und Zimt

Tomatensalat mit Parmesandressing auf Miniromana (heute im Newsletter)
1,5 Bananen

Also, ich lasse das sein mit den Sattmacher-Tagen. Erstens, weil ich von Brot schlechter satt werde und zweitens weil mich Dr. Weizenwampe daran erinnert hat, dass Getreide ja auch säurebildend ist. Ich will es daher nicht mit Gemüse in einen Topf werfen, sondern mehr Gemüse als Getreide verzehren. Gemüse sättigt auch besser.

Tja, und dann muss ich noch eingestehen, dass der Dinkel-Apfel-Taler (100% Vollkorn) nicht vegan war. Ich hatte am Vortag im Bioladen den Schlüssel mitgenommen und musste ihn gestern wieder in den Laden bringen, wobei mir zwei Dinkel-Apfel-Taler geschenkt wurden. Ich dachte schon, dass die wohl nicht vegan sind, da ich aber mir Kommilitoninnen verabredet war dachte ich, ich könnte die einfach mal einstecken und ihnen mitbringen. Naja, und dann habe ich selber davon genascht. So ist das. Vegan sein ist leicht, wenn man nicht unter Leute geht!

Wenigstens habe ich in der Mensa Salat gegessen, was ziemlich leicht ist und ziemlich lecker ist und mich 4,88 € kostete statt des Standartessens für 2,20 € kostete. Ich saß da mit meinem Salat und die drei anderen mit fleischgefüllten Ravioli aus Weißmehl in 4-Käse-Sauce. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber genau das macht zivilisationskrank. Bitter...

Alles Liebe,

Silke

Schnäppchen des Monats Februar 2014:
Organic
 Food Bar Belgium Chocolate Chips - 1,69 € statt 1,99 €
Arganöl nativ, 250 ml - 20,90 € statt 23,90 €
Lovechock Maulbeere/Vanille, 40 g - 2,69 € statt 2,99 €
Rowmeo Mix, 63 g - 2,45 € statt 2,99 €
Rawmeo Schoko, 70 g - 2,45 € statt 2,99




Dienstag, 5. November 2013

Arteriosklerose, Dr. Dean Ornish und der Sättigungsmechanismus...



Die Diabetiker sind gestern von einer Ärztin über die Folgeerkrankungen von Diabetes aufgeklärt worden: Herz-Kreislauferkrankungen, Retinopathie und Nephropathie, Neuropathie und das Diabetische Fußsyndrom und in diesem Zusammenhang natürlich auch über Arteriosklerose informiert worden. Die Ärztin war noch ganz am Anfang ihres Vortrags, da meldete sich bereits ein Schulungsteilnehmer und fragte: "Ist das Rückgängig zu machen?" - Die Ärztin druckste ein bisschen rum und sagte dann, nein, es sei denn es sei völlig im Anfangsstadium und die Fettplaques seien noch nicht verkalkt.

Hab ich eigentlich schon mal erklärt woher bei Diabetikern Arteriosklerose kommt?

 Der Zucker im Blut reagiert mit den Proteinen der Innenseite der Blutgefäße und schädigt sie so. Der Körper versucht diese Schädigung zu reparieren und dazu braucht er unter anderem Cholesterin. Wenn sich oxidiertes Cholesterin ablagert oder das Cholesterin, was sich ablagert oxidiert, bilden sich diese Fettplaques. Oxidieren tut es unter anderem, wenn man zu wenig Antioxidanzien verzehrt. Wenn dann die Ablagerungen an den Gefäßwänden immer mehr werden, wird vom Endothel, also der obersten Zellschicht der Gefäße, nicht mehr ausreichend Stickstoffmonoxid gebildet, welches dazu da ist, die Gefäße zu erweitern. Hinzu kommt natürlich auch, dass der Durchmesser des Gefäßes immer kleiner wird durch die Ablagerungen und es dadurch zu höherem Druck kommt. Dieser höhere Druck kann unter Umständen so eine Ablagerung los reißen und sie verstopft dann irgendwo im Körper ein kleineres Gefäß. Oder aber, dass Gefäß ist irgendwann komplett zu, was auch dadurch passieren kann, dass sich so ein Plaque löst und ein bereits verstopftes Gefäß weiter verstopft.

Die Wissenschaft ist sich nicht sicher wie der Prozess der Arteriosklerose tatsächlich anfängt und was Cholesterin schlussendlich wirklich damit zu tun hat. In der Paleo-Szene und auch von Joseph Mercola wird behauptet, dass Cholesterin, auch das schlechte LDL, nicht böse sei, sondern der Mangel an Antioxidazien es schlussendlich schädlich macht. Auf lange Sicht gesehen ist mir das hingegen egal, da die beiden Herren, die Arteriosklerose rückgängig gemacht haben nicht nur eine Ernährung frei von gesättigte Fette und Cholesterin, sondern auch mit vielen Antioxidanzien angewandt haben.

Ich war kurz davor die Ärztin zu fragen, ob sie die Arbeiten von Dr. Dean Ornish und Dr. Caldwell Esselstyn kennt, aber die Gelegenheit ergab sich dann doch nicht mehr und ich wollte vor den Schulungsteilnehmer auch nicht ihre Autorität untergraben. - Und ich habe mir gedacht, vielleicht sollte ich mich zuerst mal wirklich selber auch genau mit Dr. Ornish Studie beschäftigen um bei Medizinern auch besser argumentieren zu können. Auch Esselstyns Buch ist fast schon wieder zu lange her, als dass ich daraus argumentieren könnte.

Also habe ich Ornish gestern erstmal gegoogelt und er hat sogar eine deutsche Wikipedia-Seite und die ist interessant. Ornishs Studie hat Ende der 80er Jahre Arteriosklerose erstmals rückgängig gemacht und die Zahl der kardialen Ereignisse im Vergleich zu Kontrollgruppe gesenkt. Bei der Kontrollgruppe nahm die Arteriosklerose zu - trotz Lipidsenker. Ornish gelang das mit einer Ernährung mit nur 10% Fett und maximal 5 mg Cholesterin. Dazu Entspannungsübungen.

Ornish hat damit unglaublich Aufsehen erregt und seine Ernährungsweise wurde im Laufe der Jahrzehnte, sind es ja mittlerweile, immer wieder im Vergleich mit anderen "Diäten" getestet. Mit Atikins, Zone und noch anderen Diäten und es zeigte sich bei Gesunden keine größere Gewichtsabnahme als bei anderen Diäten. Was wieder dafür spricht, dass es schlussendlich immer nur die Kalorienmenge ist, die entscheidet. Bei Gesunden kam es auch zu keinem besondern Einfluss auf den Cholesterin- und Blutzuckerwert. In einer weiteren Studie an 160 Personen bei denen der Einfluss der Ornish-Diät auf kardiovaskuläre Risikofaktoren getestet wurde, hat die Hälfte der Teilnehmer im Verlauf der Studie das Handtuch geworfen, weil sie es nicht ausgehalten haben dauerhaft so wenig Fett zu essen. Wahrscheinlich nicht deshalb nicht, weil es physiologisch nicht funktionierte, sondern innerhalb unserer Gesellschaft nicht funktioniert!

Auch meine Diabetiker waren gestern geschockt! - Sie wurden gefragt, ob sie denn mal die Lebensmittelpyramide über das Wochenende angekreuzt hätten . Hatte keiner. Zudem waren sie Sonntag Abend alle Essen gegangen und nur einer hatte nicht zu Fleisch, sondern zu Weißmehl-Pizza und Nudeln gegriffen und hatte die höchsten Blutzuckerwerte von allen.

Noch schwerer für die meisten Menschen, als Obst und Gemüse in der Ernährung zu erhöhen, ist Fett zu senken. Also wurden sie gestern morgen um 10:30 Uhr aufgefordert schon mal anzukreuzen was sie zum Frühstück gegessen hatten. Stellte sich raus, dass die Spitze der Pyramide nach der allerersten Mahlzeit schon voll war. Süßigkeiten, Fett und tierische Produkte. Mit Entsetzen schrie dann einer auf: "Dann darf ich ja den Rest des Tages nur noch Gemüse ohne Fett essen!" - Ja, da hat sich die DGE was gedacht, den Menschen Aufschnitt und Butter zu erlauben...Da hielt ich es dann für nötig mal zu erwähnen, dass es ein wunderbares Buch namens Gabel statt Skalpell: Gesund durch Ernährung auf pflanzlicher Grundlage gibt, wo 150 Rezepte ohne Fett und ganz viel Gemüse drin stehen und zudem Infos über Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Ich glaube, es hat aber nur einer zugehört und es sich notiert...

Und seit gestern weiß ich, als Diabetesberater im Krankenhaus zu arbeiten wird auch überhaupt nie mein Ding. Ich brauche Leute, die von sich aus auf mich zukommen, denn sonst sind sie eh nicht offen. Nicht Leute, die von ihrem Arzt zu einer Schulung geschickt werden. - Möglicherweise ist das ein Prozess.n..Eine Entwicklung für jeden einzelnen Patienten...das geht nicht von jetzt auf gleich. Der Schulungsleiter erzählte mir letzte Woche, dass er schon froh sei, wenn sie 10% der Info aus der Schulung zuhause umsetzten.

Ach ja, Frau Doktor meinte, dass Einzige, was man gegen die Folgeerkrankungen von Diabetes tun könne sei die Blutfett-, Blutdruck- und Blutzuckerwerte gut einstellen - und meint damit natürlich die Gabe von Blutdruck, Blutzucker und Blutfett senkenden Medikamenten. Obwohl das alles auch mit Ernährung zu machen ist. - Natürlich nur, wenn man gewillt ist an sich und seiner Lustfalle zu arbeiten. - Dazu muss man aber erstmal wissen, dass es sie gibt!

Menu des Tages am 4- November 2013

Haferflocken, Rosinen, Mohn, Leinsamen, Hanfprotein, Apfel und Zimt mit Wasser
1 Banane

Durian
1 Banane

Salat aus Pasta, gedünsteten Champignons in Sojasauce, Blattsalat, Wildkräuter, Paprika, Möhre, Blumenkohl, 1 TL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Radicio, Apfel



1 St. Carrot Cake, roh
2 Amaranth-Maiswaffeln
1 Banane
2 koffeinfreie Kaffee mit Blattstevia....geht so lala...Lustfalle ruft und ich versuche sie auszutricksen

Salat aus Kopfsalat, Wildkräuter, Blumenkohl, Apfel, Avocado, Sonnenknuspis, Knoblauch, Salz und Pfeffer



Ich versuche gerade irgendwie meine Diät auszuschleichen, obwohl ich gerade, durch die Fressorgien auf den Messen und den Mangel an Sport bei 60 kg bin. Douglas Lisle hat mich in Die Lustfalle aber davon überzeugt, dass ein korrekter Sättigungsmechanismus existiert. Allerdings funktioniert der nicht nach der Regel 100% Rohkost oder Instinkto-Rokost oder Monoessen, sondern der funktioniert bei allen natürlichen Nahrungsmitteln, egal ob roh oder gekocht. Er funktioniert nicht bei "Zaubernahrung" mit Weißmehl, Zucker und viel Fett. Er funktioniert sogar schlechter bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot oder Nudeln, selbst, wenn die aus Vollkornmehl sind, weil die Mühle dem Körper schon einen Teil der Verdauungsarbeit abnimmt.

Diäten führen zu Essstörungen und es ist sicherlich in niemandens Interesse dauerhaft alle Kalorien zählen zu müssen. Daher hatte ich jahrelang eine Aversion gegen Diäten zumal sie, wenn man zu wenig Kalorien, unter 1400 isst, auch noch den Grundumsatz runter schraubt. In Wahrheit ist der Körper natürlich mit einem Mechanismus ausgestattet, der einen genau so viel essen lässt, wie man braucht und der einen dabei schlank und fit erhält oder macht. Nur, jede Diät, die versprochen hat, man könne so viel essen wie man will und nimmt trotzdem ab, hat bei mir nicht funktioniert. Die waren aber auch nicht nach diesem Prinzip aufgebaut. Also quasi nur natürliche Nahrungsmittel, keine Öle, wenig Nüsse, wenig Soja, wenig Brot oder Nudeln. Das wenig zu definieren, finde ich schwer und finde es daher gut in einer Mahlzeit nur 20% Fett zu haben. Aber halten tue ich mich ja auch daran nicht wirklich...Mea Culpa...die Lustfalle ist auch hier wieder schuld.

Jedenfalls funktioniert das Trainieren meines Sättigungsmechanismus eigentlich recht gut. Ich werde an einem bestimmten Punkt satt und bleibe es dann auch über längere Zeit und laut Die Lustfalle ist es auch so, dass keine Belohnugstransmitter mehr ausgeschüttet werden wenn die Dehnungs- und Nährstoffrezeptoren von Körper und Magen realisiert haben, dass genug Nahrung vorhanden ist. - Dem muss ich noch nachgehen...

Aktuell führt das aber auch dazu, dass ich bis nachmittags 1800 kcal gegessen habe und mir dann im Abendessen nur noch 200 kcal erlaube, was mit Salat aber gut zu machen ist. Kann sein, dass es sich als Dauerlösung herausstellt einfach nur abends einen Salat zu essen und den Rest der Zeit auf das Sättigungsgefühl bei natürliche Nahrung zu achten...

Alles Liebe,

Silke



Dienstag, 13. September 2011

Bill Clinton...

Hallo Liebes,

Tag 892: Ich bekam gestern eine E-Mail einer österreichischen Ärztin, die sich mal auf die Suche nach der Studie des Max Planck Instituts gemacht hat. Immerhin habe ich keine Ahnung wo man so was findet. Ich habe nur das Internet und ein paar Bücher, aber wie medizinisches Fachwissen abgelegt ist, weiß ich nicht. Allerdings wusste ich bisher auch nicht, dass sich Max Planck mit ck schreibt. Das ist mir irgendwie abgegangen, aber Rechtschreibung lag mir auch noch nie und ich bin nicht der Papst, daher nicht unfehlbar und ich bin auch keine Ernährungswissenschaftlerin noch bin ich eine Ärztin. Ich blogge. Das ist alles. Wenn ich überhaupt was bin, dann bin ich Schauspielerin und da bedarf es keiner Rechtschreibung. Für den Deutsch LK scheinbar auch nicht, denn da habe ich auch 14 Punkte gehabt. Also sorry, ich übe, ich werde sogar besser, aber vor Fehlern bin ich nicht gefeit.

Aber zurück zu der österreichischen Ärztin. Sie hat sich auf die Suche nach der Studie gemacht und sie nicht gefunden. Sie hat allerdings mehrere Arbeiten von Dr. Barnard gefunden und mir ein PDF der Studie über die positiven Auswirkungen vegetarischer und veganer Ernährung geschickt. Zur Barnard-Studie hat ja auch Cousens seine Fußnoten angebracht, aber was ist mit dem Max Planck Institut? Hat Cousens das erfunden? Hat er es vor 30 Jahren irgendwo gelesen und weiß jetzt nicht mehr wo? Nun ja, es gibt tatsächlich eine Menge Studien darüber, dass Obst und Gemüse gesund ist, dass zu viel tierisches Fett schädlich ist und zu Krebs und Herzinfarkt führt, aber wer schreibt schon konkrete Mengen vor?

Ich komme wieder zurück zu Bill Clinton, weil ich mir denke, dass jemand, der mal der mächtigste Mann der Welt war, genug Geld hat sich alles zu kaufen. Er kann sich die teuersten und besten Ärzte der Welt kaufen, die ihm alles verschreiben war geht, und was macht er? Er ändert seine Ernährung. Neben Dr. Neal Barnard gibt es auch noch Dr. Dean Ornish, der ebenfalls ein Buch über die Heilung von Diabetes geschrieben hat: Dr. Dean Ornish's Program for Reversing Heart Disease - wie ich aber gerade bei Amazon gesehen habe, hat er noch weit mehr Bücher geschrieben…

Naja, Ornish so heißt es in diesem Artikel, ist seit 1993 einer von Bill Clintons behandelnden Ärzten. Gemeinsam haben Sie versucht Stück für Clintons Gesundheit zu verbessern, aber eine Rückbildung des Schadens, der nach seiner Angioplastie 2010 vorhanden war, konnte nur möglich sein, durch die Zuwendung zur komplett veganen Ernährung. Sonst nichts. Und deshalb ist Bill Clinton seit 2010 Veganer. Ob mit oder ohne B12, keine Ahnung, allerdings soll er früher Unmengen Fleisch gegessen haben, wahrscheinlich hat er auch noch B12 Reserven.

Der Artikel ist zudem interessant, weil er auch darauf hinweist, dass die Schublade „vegan“ eine Ernährung nicht automatisch gesund macht. Man kann nicht Fleisch durch Pommes ersetzen und glauben, dass sei gesund (wobei, kann auch sein, dass Pommes gar nicht vegan sind. Das hängt vom Frittierfett ab und ich habe gehört, dass dafür auch häufig tierisches Fett verwendet wird), man kann auch nicht jegliches Fleisch durch Fleischimmitate ersetzen, auch das hat nichts mit gesunder Ernährung zu tun. Nur gekochte Stärke und kein Obst, Gemüse und Salat zu essen ist auch nicht gesund. Es muss ausgewogen sein sonst kommt es, wie bei vielen Rohköstlern zu Eisen, Zink und Eiweißmangel. Ach so, ergänzend sollte ich vielleicht hinzu fügen, dass Ornish und Barnard fettarme, vegane Ernährung empfehlen.

Rohkost-Buch

Und ich bin unter die Sammler gegangen. Ich bin ja wieder pleite, also blieb mir nur wieder an den Ort zu fahren, wo ich letzte Woche schon war und dort Obst zu sammeln. Ich habe so viel mitgenommen wie in mein Körbchen ging und schaue mal wie lange es reicht. Die Sache ist nämlich die: die Birnen von dort sind so unglaublich lecker. Regional, bio und die Baumkronen hängen unglaublich voll und niemand pflückt sie. Ich komme nicht ran.

Wo ich aber rankomme ist das Fallobst und Fallobst ist tatsächlich häufig auch von immens guter Qualität und zu allem Überfluss auch noch reif! Das hat dann zu folge, dass es Birnen gibt, die einen Geschmack von Marzipan haben, was total irre ist, weil Birne so gut wie kein Fett hat. Marzipan aber schon!

Und dann habe ich mich gefragt: Ist nicht in Fallobst reichlich B12? Ich meine, das liegt am Boden, es ist Dreck dran, Tiere, vielleicht Würmer. Brauchen wir deshalb B12, weil wir es schon seit 2 Mio Jahren aus Fallobst und sonstigem Dreck konsumieren und gar nicht unbedingt aus toten Tieren? B12 kommt ja in erster Linie aus Bakterien. Bakterien haben kein Fett, Dreck auch nicht. Fleisch schon! Und wenn man zu viel Fleisch isst hat man Gesundheitsprobleme….

Es hat sich bestimmt noch nie jemand dergestalt mit Fallobst beschäftigt, daher kann ich nur damit argumentieren, dass es regionales Bioobst war, was ich konsumiert hab. Irgendwo muss ich meine einfachen Kohlenhydrate her bekommen und Bananen kaufen kann ich nicht. Aber ab heute kann ich wahrscheinlich gar nichts mehr kaufen, also…schaun wir mal, wo das hin führt. Neben dem Obst habe ich gestern auch noch 5 Bierflaschen gesammelt und für Brokkoli ausgegeben.

Was gab‘s zu essen?:

2 Birnen

10 Uhr: Hirsebrei aus Hirse, Mandelpüree, Leinsamen gemahlen, Agavendicksaft, Zimt

11:10 Uhr: 200 g Tofu in Sojasauce im Wok angebraten
13 g Macadamianüsse

Ca. 13:30 Uhr: einige Brombeeren, 1 Birne

15 Uhr: 1 Kartoffel, gekocht mit Spanischer Mandelsauce

19:30 Uhr: 1 Birne

20:30 Uhr: 750 g Brokkoli, gekocht mit Salz, Pfeffer und Knoblauch
2 Birnen

22 Uhr: 150 g Kichererbsen
3 Möhren mit Dr. Fuhrmanns Hummus

Mit geldbedingt eingeschränkter Nahrungsauswahl fällt es mir schwerer das Fett niedrig zu halten. Ich würde sonst mehr Bananen essen und auch mehr Kartoffeln und ich hätte sogar glatt 1500 g Brokkoli essen können. Aber…c‘est la vie!

Dr. Fuhrmanns Hummusrezept ist interessant und geht so. Es ist ein Dip ohne viel Fett was ihn praktischer macht als die spanische Mandelsauce. Aber…oh man…eingekochte Kichererbsen im Glas von DM…die waren lecker!!! Wieder was, dass ich ewig nicht gegessen habe und das mein Körper ganz offensichtlich vermisst hat.

Die eine Hälfte des Glases habe ich für‘s Hummus verwendet, die andere so gegessen.

1 Tasse gekochte oder eingedoste Kichererbsen
1 EL Tahini oder gemahlenen Sesam
2 EL Zitronensaft
2 Knoblauchzehen
1/3 Tasse Flüssigkeit aus der Dose oder Wasser

Ich hab noch Salz und Kreuzkümmel zugegeben.

Alles pürieren. Fertig.

Ich kam raus bei 65/14/22 was bedeutet 52 g Fett und 82 g Eiweiß und 2169 kcal. Hängt wahrscheinlich mit dem Bananenmangel zusammen, ach, und dem Trockenfrüchtemangel. Das hebt meine Kohlenhydratbilanz meist. Zu viel Fett und erstaunlich viel Eiweiß…Und ich glaube nicht, dass ich mich heute besser anstelle…bisher jedenfalls nicht…

Alles Liebe,

Silke
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