Hallo Liebes,
Tag 661: So langsam komme ich in den Ferien an, weil ich so langsam nicht mehr ausschließlich gehetzt bin. Ist es nicht komisch, dass man erst wenn man nicht mehr unter Anspannung steht merkt, dass man unter Anspannung stand? Ich nehme an, das ist in allen Lebensbereichen so, dass man sich beider Pole bewusst werden muss um die Unterschiede schätzen zu können.
Ich stand gestern wieder in der Videothek und es war wieder ruhig, was mir die Möglichkeit gegeben hat weiter zu lesen und mit meinem Vater zu telefonieren. Dem habe ich erzählt, dass ich gelesen habe, dass Kokosöl kühlend bei Neurodermitis wirken soll, worauf er mir erzählt hat, dass zumindest eins klar sei: Aloe Vera helfe nicht gegen Neurodermitis, zumindest nicht von außen aufgetragen. Was er noch nicht klar herausgefunden hätte wäre, ob sie wirken würde, wenn man sie mit der Nahrung aufnimmt. Daraufhin habe ich ihm wieder erzählt, dass ich es an seiner Stelle wirklich mal mit dem Weglassen tierischer Produkte probieren würde, denn dass die im Zusammenhang mit Neurodermitis stehen sollen, habe ich nun wirklich schon tausend Mal gelesen. Daraufhin meinte er, er hätte sie ja schon reduziert, woraufhin ich wieder versucht habe einzuwirken mit: „Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungs sagt auch, man solle nur 3 Mal die Woche Fleisch essen“ – Daraufhin hat er sich clever rausgeredet: wenn er kleine Mengen essen würde, könne er ja auch 5 Mal die Woche Fleisch essen.
Um es mal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Dr. Joel Fuhrman sagt: Maximal 300 g Fleisch die Woche. Auf wie viel Tage verteilt ist egal!!!
Momentan höre ich von vielen Rohkostanfängern, dass sie Schwierigkeiten haben an der Rohkost zu bleiben, wo jetzt die Temperaturen zu fallen beginnen. Ich persönlich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals große Probleme gehabt hätte im Winter Rohkost zu essen, ich kenne das zwar auch, dass man das Bedürfnis nach was Warmem hat, ich habe dann aber meistens zu Tee gegriffen. Mir ist irgendwann man beim Wasserfasten aufgefallen, dass es reicht heißes Wasser zu trinken um den Körper zu wärmen.
Mit einer Rohkostanfängerin habe ich gesprochen, die momentan versucht für sich den besten Weg zu finden rohe Suppen auf 40°C zu erhitzen um sich alle Vitamine zu bewahren, von anderen Leuten höre ich, dass sie einfach aufgeben.
Meine Meinung dazu ist folgende: Ich finde, es lohnt sich nicht sich solch einen Stress zu machen und sich so unter Druck zu setzen, denn das ist für die Gesundheit auch nicht zuträglich. Sehr häufig ist Essen nicht nur Gewohnheit, sondern auch emotional verwurzelt und wenn nun mal der Drang nach was warmem da ist, dann kann man dem schon mal nachgeben zumindest so lange man keine Tütensuppe dafür nimmt. (siehe gestern)
Es gibt ja nun die unterschiedlichsten Temperaturen zum Kochen und wie Dr. Fuhrmann sagte, ist es was völlig anderes eine Suppe oder einen Eintopf bei 100 Grad zu kochen, als eine Pizza bei 220°. Wenn man also hingeht und sich bei 100° eine Gemüsesuppe selber kocht, so richtig mit selbstgeschnibbeltem Gemüse, dann ist das nicht das Ende der Welt und auch nicht der Rohkost. Man muss aufhören, diese superperfekten Erwartungen an sich zu haben. Hätte ich die gehabt, wäre ich jetzt nicht bei der Ernährung, bei der ich bin. Man muss lieb und nett zu sich sein und sich Gutes tun. Wirklich Gutes, nicht scheinbar Gutes – wie Drogen. Außerdem sagen viele Rohkostspezialisten heutzutage, dass es überhaupt nicht sinnvoll ist von jetzt auf gleich auf 10% Rohkost umstellen zu wollen, weil dabei die Entgiftung zu groß ist, die Giftstoffe demzufolge nicht alle ausgeschieden werden können und dann weiter im Körper zirkulieren, was zu Unwohlsein fühlt. Was ich damit sagen will ist: Wenn jemand diesen Sommer mit Rohkost angefangen hat und sich jetzt nach Suppe oder Eintopf sehnt, dann soll er das um Gottes Willen essen und nicht denken: „Ach, das klappt nicht mit der Rohkost, jetzt ist es auch egal, was ich an gekochtem Essen esse“ Es gibt große Unterschiede in der Qualität von Nahrung und gekochtes Gemüse, vor allem Suppe und Eintopf, wo die Vitamine nicht mit dem Kochwasser weggeschüttet werden, ist weitaus gesünder als gegrilltes, rotes Fleisch. Grämt euch nicht, so lange ihr auch noch was Rohes den Tag über esst, ist das schon in Ordnung. Und vielleicht sogar besser.
Und dann komme ich aus der Videothek nach Hause und finde ein kleines Päckchen mit mir unbekannte, Absender im Briefkasten vor. Gespannt öffne ich es und finde eine kleines Päcken Rohkostschokolade zusammen mit einer Karte vor. Wie sich herausstellte war das Päckchen von einer Leserin, die sich auf diesem Weg für das Blog bedanken wollte. Oh, ich hab mich total gefreut, viele Dank! :-))) Ich weiß zwar, dass total viele tolle Leute dieses Blog lesen, aber melden, bzw. kommentieren tun dann doch immer nur die, die mir nicht wohl gesonnen sind, was manchmal wirklich entmutigend ist. Ich versuche das nicht persönlich zu nehmen, aber ich bin auch ein menschliches Wesen, auch ich habe Gefühle, weshalb ich mich darauf beschränke die Kommentare von gewissen Leuten weder zu lesen noch zu veröffentlichen. Sowas, wie dieses Päckchen, ist Balsam für die Seele. A propos Päckchen: haltet mich nicht für gierig, aber ich habe meinen Gewinn vom Rezeptwettbewerb bisher auch noch nicht bekommen…
Und a propos Rezeptwettbewerb: Ich hab gestern Twix gemacht, ja, um zu checken, wie lange die haltbar sind, aber wenn ich so weiter mache, komme ich gar nicht an deren Haltbarkeitslimit. Ich wollte nur ¼ eines Riegels probieren, dann ½ und dann war plötzlich ein ganzer Riegel weg. Wie gut, dass ich zuvor ausgerechnet hatte wie viele Nährstoffe und Kalorien 1 Twix enthält. War gar keine so große Vollkatastrophe. Da ist genau so viel Fett drin, wie in einer viertel Avocado.
Was gab’s zu essen?
1 Eisen/B12 Tablette
½ TL MSM
Guten Morgen Tee
300 g Trauben
3 Bananen püriert mit 2 Ringe Ananastücken
12:30 Uhr: Salat aus 300 g Blattsalat, 60 g Avocado, 1 Frühlingszwiebel, 200 g Gurke, 100 g Paprika, 100 g Sonnenblumenkeime, Salz, Zitronensaft, Kreuzkümmel
1 Twix, roh
15:30 Uhr: 4 Bananen
16-19 Uhr: 250 g Cherrytomaten, 500 g Gurke
20:30 Uhr: Salat aus 300 g Blattsalat, 120 g Gurke, 60 g Avocado, 100 g Möhren, 1 Frühlingszwiebel, 1 Blatt Nori, 100 g Paprika, 50 g Sonnenblumenkeime mit Apfelessig, Salz und Chili
3 EL Honig
Zunächst mal ist es unmöglich den Nährwertgehalt von Sonnenblumenkeimen in Erfahrung zu bringen. Weder im deutschen noch im englischen Internet habe ich irgendwas dazu gefunden, von meinen Nährwerttabellen mal ganz zu schweigen. Die einzige Angaben war: 100 g enthalten 20 g Eiweiß, 20 g Kohlehydrate kein Fett und 1 Kalorie!!! Dass ich nicht lache!! Ich hab trotzdem mal mit diesen Zahlen gerechnet und heraus kamen:
2100 kcal, 14,1% Eiweiß, 75% Kohlenhydrate und 18,8% Fett – ich muss mich irgendwo verrechnet haben, denn ich bin bei über 100%...egal…es war genug Eiweiß und wenig genug Fett. Das reicht mir. Ich vermisse die Nüsse gar nicht. Ich denke wirklich, das hängt mit dem Eiweiß zusammen. Wenn man genug davon isst, will der Körper nicht das wenige Eiweiß das er zuvor immer aus Nüssen bezogen hat - und konsumiert so nicht automatisch Fett mit.
Darüber hinaus habe ich ein neues Lieblingsdressing. Es ist recht schwer ¼ Avocado auf einem ganzen Salat zu verteilen und so habe ich sie mit Gurke, Salz, Zitrone und Kräutern püriert und schon ließ sie sich super verteilen. Das kann man aber mit jedem anderen Gemüse genauso machen, es muss nicht Gurke sein. Und es muss auch nicht Avocado sein: Man kann auch Oliven oder Samen und Nüsse dafür nehmen und so ein ölfreies Dressing machen. Ich find’s super, werde mal rumexperimentieren.
Alles Liebe,
Silke
