Sonntag, 20. Dezember 2015

Die Psychologie des Fleischessens - Dr. Melanie Joy


Ich hab mich wieder ein bisschen gefangen, nach meinem letzten Beitrag. Hauptsächlich, weil ich dank YouTube nicht das Gefühl habe, dass die Massenmedien uns/mich unterjochen können, sondern dass YouTube ein Werkzeug ist, was auch ich nutzen kann um mein Wissen unter die Leute zu tragen. Es ist ja nicht so, als würde gar nichts gehen, aber irgendwas ich noch kaputt in uns. die Süddeutsche hat es gewagt gestern, 5 Tage vor Weihnachten, dass Thema Zucker ist Teufelszeug aufs Tablett zu bringen. Warum das nicht ankommt, dazu später...Warum nach dem Statement der WHO, dass Wurst krebserregend ist nicht passiert ist? Dazu auch...

Ich habe danach mit der veganen Kochbuchautorin Gabriele Lendle darüber diskutiert, dass Leute, Patienten, einfach nicht hören wollen und dabei ist mir klar geworden, dass mein Anliegen ein völlig anderes ist als das von Veganern. Das wurde dann nochmal bestätigt in einem Gespräch mit unserer Regionalleiterin im Bioladen, die ebenfalls vegan lebt und auch erzählte, man könne Menschen nicht bekehren.

Das weiß ich, das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist, dass es hier nicht um ein ethisch, moralisches, empathisches Gedankengut geht, wenn ein Arzt dem Patienten erzählt er muss mehr Obst und Gemüse essen und weniger tierisches. DAS IST SEIN MEDIKAMENT! - Das muss er machen, wenn er wieder gesund werden will, das ist seine Therapie, das ist physiologisch und biochemisch bewiesen. Medikamente können das nicht bzw. nicht so gut und haben Nebenwirkungen, die wieder neue Krankheiten mit sich bringen. Und je mehr Obst und Gemüse und je weniger Tierisches desto besser! - Dann ist man, wenn man es sehr extrem macht eben ein Veganer, aber nicht aus ethischer Überzeugung sondern um gesund zu bleiben. Der Unterschied ist groß. Der Untereschied im Gedankengut und in der Motivation ist groß. Und ein Patient MUSS verändert werden, er muss sich selbst verändern, damit er wieder gesund wird. Er muss auf seinen Arzt hören!

Dieser Beitrag ist ein 99%iger veganer Beitrag. Kein Gesundheitsbeitrag. Ein bisschen tierschutzmotiviert, aber hauptsächlich geht es um Psychologie. Massenpsychologie!

Die Psychologin Dr. Melanie Joy hat ihren Doktor im Thema "Wissenschaft des Fleischverzehrs" gemacht. Sie hat auch ein Buch geschrieben, was ich nicht gelesen habe: Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung Ich hab den Titel mal gehört.
Derzeit macht ein neues Video von ihr die runde und ich muss sagen es ist eines der besten Videos, die ich jemals gesehen habe. Ich hatte voll den Aha-Effekt dadurch. Es ist teilweise animiert während sie erzählt was hinter der Psychologie des Fleischverzehrs steckt. Dabei beginnt sie mit der Ausgangsfrage: Warum essen wir bestimmte Tiere und andere nicht.


Stell dir vor du bist auf einer Dinnerparty eingeladen, kostest einen wunderbaren Eintopf, fragst die Gastgeberin nach dem Rezept und die sagt: "Oh, na klar, geb ich dir das Rezept. Das Geheimnis ist das Fleisch. Und zwar brauchst du zunächst mal 3 Pfund...Golden Retriever..." Komischerweise stört jeden Menschen der Gedanke Golden Retriever zu essen, aber nicht Kuh oder Schwein. Warum differenzieren wir so zwischen den Tieren? Das ist total irrational! Regelrecht schwachsinnig! Dennoch machen wir es alle. Die ganze Welt!

Das ist Dr. Joy auch an sich selber aufgefallen nachdem sie sich mit 23 eine bakterielle Infektion durch Fleischverzehr eingefangen hatte und sich fortan vor Fleisch ekelte. Dadurch kam sie ans nachdenken und schreib später ihre Doktorarbeit darüber.

Ja nach Kultur essen wir unterschiedliche Tiere und halten das für selbstverständlich, während wir ekelig finden welche Tiere die anderen Kulturen essen. Hunde und Katzen werden von uns geliebt und von den Chinesen gegessen. Kühe werden von uns gegessen und von Indern in Frieden gelassen, Schweine werden von uns gegessen und von Muslimen als schmutzig betrachtet und nicht gegesse. Dieses System bestimmtes Fleisch zu essen und anders nicht nennt Melanie Joy "Karnismus" ihre eigene Wortschöpfung.

Die Entscheidung welches Tier gegessen und welches gekuschelt wird, trifft leider nicht der einzelne Mensch sondern das kollektive Unterbewusstsein. Wir sind so konditioniert. Und wir sind nicht nur konditioniert welche Tiere wird essen, sondern dass wir sie überhaupt essen, Wir sind auch konditioniert nicht in der Lage zu sein zu differenzieren, dass ein Schlachtschwein ohne Namen die gleichen Empfindungen hat wie unser Hund Hasso. Und wir sehen Schlachtvieh nicht als Wesen sehen sondern als Objekte. - Auch das ist völlig verrückt! Das ist genau so verrückt wie eine Körperschemastörung oder eine Wahnvorstellung oder die Abspaltung eines Teils seiner Vergangeneheit oder sowas. Das gehört therapiert! - Leider machen es alle...

"Karnismus" benötigt, so Joy, einige Verteidigungstrategien um zu funktionieren. Vor allem das unsichtbar machen und das "normal" machen. Das unsichtbar machen funktioniere hauptsächlich dadurch, dass die Bevölkerung von den Praktiken in Schlachthöfen nichts zu hören und zu sehen kriegt. Was dort passiert auch gar nicht wissen will. Das normal machen funktioniere so, wie bei all den anderen Dingen, die wir mittlerweile abgeschafft haben, die früher normal waren: Rassismus, Sklaverei, Absolutismus, Sexismus, Heterosexismus. All das ist genau so wenig normal wie der Verzehr von manchen Tieren und anderen nicht. Es nicht normal oder natürlich oder notwendig.

Dabei beobachte ich, dass Menschen unterschiedlich sind.

Ich habe einen Freund, der ein großer Tierliebhabe ist, der zwei Katzen sein eigen nennt, der alle Nase lang für Tiere Geld spendet, der die Zustände in der Massentierhaltung grauenvoll findet, aber nicht in der Lage ist aufzuhören Fleisch zu essen....weil es so lecker ist....

Mein Vater hingegen hat von klein auf gelernt, dass Tiere keine Freunde sind sondern zum Nutzen des Menschen gehalten werden. Er isst gerne Fleisch, aber hat absolut keine persönliche oder empathische Beziehung zu Tieren und hätte auch überhaupt kein Problem damit selber eines zu töten. So nehme ich an. Ihm wäre, glaube ich, auch egal, welches Tier er isst. Für ihn sind sie alle gleich. Hunde oder Schweine. Alles eine Suppe.. Er ist nicht Inkonsistent wie unser kollektives Unterbewusstsein im Verhältnis zu Tieren. Das kann ich in gewisser Hinsicht weit mehr respektieren. Hier liegt keine Scheinheiligkeit vor.

Schweine sind so klug wie dreijährige Kinder - meine Nichte wird dieses Jahr drei und die kann Happy Birthday singen! - Da dreht sich mich der Magen um.

Kühe bauen langfristige Beziehungen zu einzelnen Artgenossen auf und trauen lange, wenn sie einen Artgenossen oder ein Kalb verlieren

Hühner können 100 unterschiedliche Gesichter auseinander halten

124 000 Tiere werden weltweit pro Minute geschlachtet

Was mich schockiert ist nicht, dass das passiert. Das wusste ich. Was mich schockiert ist, dass hier eine kollektive Gehirnwäsche passiert ist, die irgendwie nicht hinterfragt wurde und wird. Und das ist dumm! Und diese Gehirnwäsche wird von allen Einrichtugen der Gesellschaft unterstützt: Von der Regierung, der Medizin, dem Schulsystem, dem Gesetzgeber. - NOCH!

Das ist die selbe Gehirnwäsche, die dafür verantwortlich ist, dass die Bildzeitung aufschreit wenn ein Löwe in Simbabwe erschossen wird, aber die Milchkuh Else interessiert keinen.

Und was mich auch schockiert ist, dass ich, obwohl seit 27 Jahren Vegetarier, Teil dieses kollektiven Unterbewusstseins bin. Ich will das Leid der Tiere auch nicht vor Augen geführt kriegen, ich will auch nicht wissen, dass die Wurst, die ich im Bioladen anschneiden musste, weil sie an die Kunden verkostet wurde, von einem lebendigen, leidenden Wesen kam. Ich bin Vegetarier geworden damit ich kein schlechtes Gewissen mehr wegen Tierleid haben muss und wenn mir jetzt wieder jemand das Leid vor Augen führt habe ich ein schlechtes Gewissen. Selbst, wenn ich nichts dazu beitrage!

Aber dass es ein völlig irrationales kollektives Unterbewusstsein in Bezug auf Fleischverzehr offensichtlich gibt, hat mich beeindruckt und es erklärt auch, abgesehen vom Suchtaspekt, warum die Worte eines Arztes, der seinem Patienten sagt, es müsse weniger tierisches und mehr Obst und Gemüse essen, nicht an kommt: Wir sind irgendwie konditioniert auf das was wir essen, unbewusst, und das zu ändern ist schwer. Ein Glaubenssystem einzureißen ist schwer! Es heißt eines Menschen Ernährung zu ändern sei schwerer als seine Religion!

Ernährung ist eigentlich etwas, wobei die Evolution sich gedacht hat, dass solle was sein, dass intuitiv funktioniert. Es ist schließlich wichtig. Das ist was, das man durch nachmachen lernt (was der Hauptgrund ist, warum ich mein Essen hier poste!). Wenn wir es aber dem Werbefernsehen nachmachen, haben wir ein Problem. Wenn wir es Eltern nachmachen, die auf das Werbefernsehen reingefallen sind, auch. Um sich gesund zu ernähren, braucht man eigentlich eine Menge Hintergrundwissen, was die meisten Leute nicht haben. Deshalb MUSS Ernährung, so dachte sich die Natur, intuitiv passieren können. Und dann haben wir uns Nahrung manipuliert. Jetzt funktioniert das System nicht mehr.

Oh Gott, ich weiß schon wieder nicht wo ich anfangen soll die Welt zu verändern. Vielleicht bei mir selbst, dass ich die Augen nicht mehr vor der Verblendung verschließe? Jetzt bin ich erwachsen. Jetzt sollte ich mich den Tatsachen stellen. Mit 13 ging das noch nicht. Da hatte ich nicht die kognitiven Fähigkeiten aber meine Intuition funktionierte, dass wenn ich nicht will das meine Kannninchen gegessen werden ich auch nicht wollen kann, dass andere Tiere gegessen werden.

Vielleicht auch konsequenter sein.

Voll allem aber widert es mich an ein Teil von dieser Verblendung zu sein...genau so wie es mich anwidert durch mein Belohnungsystem fremdgesteuert zu sein. Krasser Scheiß. Die Evolution ist kaputt! Und nun?

Menü des Tages am 19. Dezember 2015

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Banane, Acai, Paranuss, Leinsamen, Mandeln, Sunwarrior, Kaki


Gemüsepfanne mit Kichererbsen und Quinoa


2 Bananen


4 Kugeln DAS Eis



Ich habe einen 15 € Gutschein vom Bioladen zu Weihnachten bekommen und den gestern für Dinge verprasst, die ich mir normalerweise nicht gönne, weil ungesund, aber zu Weihnachten schon bis ich raus gefunden habe was der wirkliche Sinn von Weihnachten ist.... Dazu gehörte DAS Eis.

Ich habe es letzten Sommer (2014) zum ersten und einzigen Mal gekauft, als es neu im Sortiment war, mich aber diesen Sommer nur auf Bananeneis berufen. Jetzt zu Weihnachten war mein Traum eigentlich es mit zu meinem Vater zu nehmen, aber das geht leider nicht. Keine Kühltruhe oder Tasche der Welt schafft es das das Eis nicht schmilzt. Double Nut kannte ich schon, das schmeckt nuss- und schokoladig. Vanilla Blueberry Applepie ist aber fast noch besser und hat mich total überrascht. Beide Eissorten sind absolut hervorragend.

Weiterhin gab's Dennree Seitan, den ich meinem Vater wahrscheinlich als Hühnchen unterjubeln kann, außer dass der ja weiß, dass ich kein Hühnchen koche, Sojasahne mit der man sicher irgendwas an den Feiertragen zubereiten kann, Vego-Riegel die beste vegane Schokolade der Welt, weil sie wie Vollmilch schmeckt ohne Milch oder Milchersatz zu enthalten und nicht wie Bitterschockolade. Sie macht alleding hochgradig süchtig.

Ich werde einen FoodHaul dazu drehen. Alle die das interessiert sollten mir auf YouTube folgen.

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Wieder mal ein toller Link auf ein gutes Video - Danke.

    Bezüglich eines anderes Buches und Deinem Aspekt des "Nachahmens / Nachmachens" beim Essen und dem (gutem) Beispiel von dem wir lernen ggf. noch ein Tip in der Kommunikation: Ich lese gerade ein Sachbuch eines Cartonisten und ein (Arbeits-/Lebens-) Aspekt bei Ihm ist: "Systems, not Goals". Er mein damit das wir eher Systeme haben sollten als Ziele. Systeme sind dinge die wir regelmäßig machen - die natürlich einer Erreichung eines Ziels dienen können bzw. mini-Ziele haben. Es ist aber nicht das "große" Ziel, nach dessen Erreichung dann ein Vakuum herrscht - oder das nie erreicht wird und dann Frustration (durch scheitern) auslöst.

    Vergleichbar ist das mit Deinem Tagesplan beim Essen: Brokkoli/Tomate & Müsli mit Haferflocken - jeden Tag - das ist ein System! Ein anderer mal das Ziel haben morgens gesund zu frühstücken - das geht aber je nachdem schief, ist unbestimmt, wird mal verworfen und dann ist das ganze irgendwie negativ.

    Diese Systeme können dann ausgebaut werden.... Mittag, Abends... wenn mal Heißhunger zwischen durch herrscht.

    Ggf. ist das ja ein psychologischer Aspekt mit denen Du Patienten helfen kannst?!?!

    Schönen Sonntag noch :-)

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  2. Hallo Silke,
    einer Deiner besten Beiträge, finde ich! :-)Ich schätze Deine wissenschaftlichen postings sehr, doch dieser hat mich sehr berührt. Zumal ich seit ein paar Wochen für mich persönlich intensiv an der Thematik dran bin und auch darüber schreibe. Ich denke, dass jeder, der sich berufen fühlt, aufzuklären, dies auch unbedingt tun sollte, denn je mehr wir sind, desto schneller wird das kollektive Unterbewusstsein umprogrammiert! Die Menschen müssen aus ihrem Schlaf wachgerüttelt werden, die Evolution des Bewusstseins schreitet voran! :-) Danke Dir für Deinen Einsatz. Du inspirierst mich schon seit Jahren, vielleicht kann ich auch ein paar Menschen inspirieren und die wiederum noch andere, so dass die Botschaft verbreitet werden kann. Ich wünsche Dir schöne Weihnachten, Silke und freue mich schon auf die nächste Challenge in der Fb Gruppe! LG

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  3. Danke, liebe Helena.:-)
    Ich freu mich auch!

    LG Silke

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  4. Geht mir ein wenig anders. Ich find die letzten Beiträge leider leider immer nerviger. "Ich beschäftig mich doch schon so lange mit dem Zeug und komm so langsam dahinter, wie verschiedenes zusammenhängt, warum glauben mir nicht einfach alle, und sehen, dass ich die Erlösung für sie habe...". So klingt es für mich.

    Ehrlich gesagt, so oft wie ich schon von Ärzten als "dumme Patientin und Geldmelkkuh" behandelt wurde, da wunder ich mich absolut nicht, wenn Patienten deren Hinweise nicht ernst nehmen.

    Hinzu kommt, dass wenn du nem Patienten erzählst, er solle seine Ernährung umstellen, dann kritisierst du ihn bzw. du versuchst, ihn einzuschränken (in seiner Wahrnehmung)!
    Bei kritischem Feedback überlegt man sich in der Regel doch auch, wie man es dem anderen mitteilt. Nur so mancher Arzt scheint davon noch nichts gehört zu haben. Wenn man jeden auf dem gleichen Weg erreichen könnte, könnten wir auch Klassen mit hundert Schülern machen...

    Sicher, der ein oder andere Patient will nicht die Verantwortung für sich selbst übernehmen. Da ist dann vielleicht nicht viel zu machen, genügend andere wissen aber einfach nicht, wie sie etwas ändern können.
    Mein Kollege meinte letztens, es sei einfach viel einfacher, ein Stück Fleisch in die Pfanne zu tun und da dann noch etwas dazu zu machen. Und ich meinte dann, dass ich da halt andersrum rangehe. Dass ich erst entscheide, dass es heute Kartoffeln gibt, und dann überlege, wass ich dazu mache. So hatte er das noch nie gesehen...

    Ich wünsch dir tolle Feiertage und eine schöne Zeit mit deinem Vater, der sich ja echt entwickelt haben zu scheint!

    LG

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    1. Ich weiß nicht genau, wie du dir die Lösung dieses Problems vorstellst. - Tut mir leid, dass du dass Gefühl hattest als Geldmelkkuh herhalten zu müssen. Sicher sind nicht alle Ärzte altruistisch. Oder vielleicht auch aufgrund der Desillusion nicht mehr.

      Das mit dem kritisiert werden ist natürlich auch ein Faktor. Allerdings, wenn man zum Arzt geht, Husten hat und beispielsweise Raucher ist, aber gesund werden will, kann es eben sein, dass der Arzt das Rauchen kritisiert.

      Ich hatte 10 Jahre lang Gesangsunterricht und hätte da nichts gelernt, wenn meine Lehrerin z.B. schlechte Technik nicht kritisiert hätte.

      Dazu fällt mir ein, dass mein Onkel kürzlich gestorben ist. Mit nur 61 Jahren. Der hatte Angst vor Ärzten weil er Angst vor Kritik hatte und seinen unsoliden Lebenswandel nicht ändern wollte. Seine Frau, Töchter und Enkel leidern jetzt unter dem Verlust und ich nehme an ihm ging es zuletzt auch nicht gut.

      Das lässt mich wieder nur den einzigen Rückschluss ziehen YouTube Arzt zu werden. Wer es nicht sehen will kann abschalten, wer nicht persönlich kritisiert werden will (denn da ist ja alles sehr abstrakt) fühlt sich einfach nicht angesprochen...und lernt vielleicht irgendwann doch etwas.
      Und ich brauch das Leid nicht mit ansehen.

      Danke für deinen Kommentar.

      LG Silke

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  5. Ich versteh dich ja, dass es nicht einfach ist, deine Erkenntnisse denen, die sie bräuchten, an den Mann/ die Frau zu bringen.
    Bitte hör auf keinen Fall auf damit... Ich denk mir halt, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ansprache brauchen und der Arzt für viele eben nicht mehr unbedingt der Halbgott in weiß ist, ihm also nicht mehr einfach nur alles geglaubt wird. Der eine muss vielleicht aufgerüttelt werden, der andere ne Zeit lang am Händchen geführt werden (dein 21 Tageplan z.B. ;-)), beim Dritten löst man auf direktem Weg eher Trotz aus, und beim Vierten sind wissenschaftliche Erklärungen sinnvoll...
    Ich weiß, das ist dann menschlich schon fast wieder nicht leistbar, in den paar Minuten, die der Arzt pro Patient hat, aber einfach nur zu sagen "Die wollen einfach nichts ändern", finde ich halt zu kurz gegriffen.
    Und dann kommt noch dazu:
    Ein Bekannter - Arzt,Jurist,Diabetiker - lässt Zucker weg und meidet Kohlenhydrate, sprich: isst extrem fettig. Durch 3x intensiven Sport in der Woche kriegt er seine Werte wohl irgendwie in den Griff - wie mir scheint-, aber wenn nicht mal der das mit dem Fett nicht kapiert, wie soll es der "einfache" Patient verstehen?

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    1. Genau das, was du meinst dass ich sage: "Die Menschen wollen einfach nichts ändern" sage ich nicht.
      Ich sage in doppelter Hinsicht das Gegenteil davon:

      1. Die Ärzte kommen nicht an sie ran - Damit suche ich das Problem auf Seiten der Ärzte

      2. Die Menschen stehen unter Einfluss der Massenpsychologie des Werbefernsehen und der Gesellschaft sowie unter Einfluss ihres Belohnungssystems.

      Das sind die Punkte, die ich für beeinflussenswürdig halte.

      LG Silke

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    2. @An.na

      Als Anmerkung zum Juristen: Ich denke mal, das das mit dem Fett nicht so einfach ist. Ich bin selber Ing. - aber hatte eben nie den Einstieg zu den richtigen Quellen in der Literatur gefunden. Und auf dem Buchmarkt geistert alles möglich rum. Wer weiss wie er mit Studien und Referenzen umgehen muss um "seine" Meinung zu belegen....

      So haben selbst die "alten" Ikonen wie Bruker & Co. etc. noch gut über Milchprodukte geredet (Butter, Quark, Käse...) - überall wird das mit Bio-Siegel & Co. als Gut vermarktet - mein alter Allgemeinarzt rat mir immer mal eine kräftige Brühe aus ausgekochten Knochen zu essen. Im Hauswirtschaftsunterricht gabs die Essenspyramide - natürlich mit Fleisch und Milchprodukten.... zuhause sowieso. Und weil ich als Kind immer wenig Fleisch aber viel Kartoffeln gegessen habe war Oma ganz panisch das ich mich falsch ernähre!

      Dann bin ich irgendwie durch andere Blogs mal zum Lesen von Paleo gekommen - habe es aber nie praktiziert... weil mir das nicht komplett eingeleuchtet hat. Leider aber ist der Cordain gar nicht so dumm wie man meinen mag, weil er ja auch sehr, sehr viel richtiges schreibt - nur irgendwo dann falsch abgebogen ist und heute davon lebt....

      Ich kann da schon nachvollziehen, das es für den einfachen Menschen gar nicht mehr richtig möglich ist sich im Überfluss der Informationen zu orientieren. Zu Silkes Blog bin ich dann auch irgendwie wegen der (vollkommen zutreffenden!) Kritik an Freelee & Co. gekommen. Dennoch war 80/10/10 und "RawTill4" das was mich letztendlich auch Literaturmäßig zu McDougal, Barnard & Co. und schliesslich Silkes Blog gebracht hat.

      Heute ist Silkes (Video-)Blog hier das einzige im Deutschen Bereich was ich regelmäßig lese - viele andere die zum Einstieg "Cool" waren kann ich heute nicht mehr anschauen / lesen. Die sind sehr oft faktenfrei und wollen auch kommerziell erfolgreich sein.

      So hoffe ich das Silke Ihren Bogen findet und ggf. dieses Blog & die Videos ausbaut. Eventuell ist auch gerade Silkes unterschied zu vielen anderen, das Sie nicht rumkünstelt, Videos ziemlich ungeschnitten und großes Tam-Tam filmt - und einen sehr angenehmen Einsatz des Wortes "Bullshit" hat, wenn der Unsinn nun mal wirklich zu weit geht :-)

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    3. Dann hatte ich dich missverstanden, Silke. Danke, dass wir es klären konnten.

      Selbst denken: Ja, ich bin jetzt selbst seit 5 Jahren dabei, herauszufinden, was wirklich gut ist für mich und meinen Körper und denke auch, dass das echt nicht so einfach ist. Vorallem, weil der Körper ja auch erstmal eine ganze Menge toleriert... Und die wissenschaftlich bekannten Hintergründe werden selten so dargestellt wie hier, so dass der Unterschied zwischen "Mist" und "gute Orientierung" sehr verschwimmt (bin selbst Wissenschaftlerin, zwar in einem ganz anderem Bereich, jedoch trau ich mir zu, wissenschaftliche Argumentation zu erkennen).
      Bin grad schwanger und war anfangs fast verzweifelt, weil die Hinweise zu Ernährung in der Schwangerschaft so oft so katastrophal sind...
      Glücklicherweise hab ich aber erstmals das Gefühl, ein normales Essverhalten zu haben :-) und ich habe beschlossen, darauf zu hören. Das scheint sich bisher ganz gut zu bewähren.
      Naja, ich schweife ab...
      Viele Grüße
      An

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  6. Hallo Silke, kann Deinen Frust sehr gut verstehen. Bin Veganer (Vollwert) seit fast 5 Jahren - mit überzeugenden Ergebnissen. Blutdruck um 30 Punkte runter (von 140/100) auf 110/65, Gewicht von 98 auf 78kg (in einem Jahr). Konnte einige Menschen "bekehren". Einer davon, langjähriger vegetarischer Asthmatiker,vom Asthma (cortisonpflichtig) befreit. Andere Gleichaltrige ..Apothekengänger, wandelnde Ersatzteillager und Kostgänger der medizinischen Subkultur....fast hoffnungslos.Vollkaskomentalität. Ist so, wie der Autofahrer, der sich über den Unfall freut, weil sich damit die Versicherung gelohnt hat. Verstehe nicht so recht, warum Du ethische und gesundheitliche Veganer polarisierst. Die Schnittmenge ist doch überwältigend.

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  7. Nein. die Schnittmenge ist nicht überwältigend. Ethische Veganer stehen mit miesen B12, Eisen, Kalzium und sonst was Werten beim Arzt und werfen ein schlechtes Licht auf alle Veganer und der Arzt denkt: "Veganer sind alle ungesund und bescheuert. Deshalb trenne ich.

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    1. Wieviel Prozent der (auch) ethischen Veganer? So ähnlich, als wenn ich die Gefährlichkeit des Strassenverkehrs an den Aufnahmezahlen der Ambulanz ablesen will. Etwas reduktionistisch... Es sind wohl eher die kranken Esoteriker, die die Statistik verzerren. Ich selber orientiere mich sowohl an der Wissenschaft und der Ethik. Das eine gehört zum anderen. Eine Wissenschaft ohne Ethik ist wertlos. - siehe 3. Reich. Selbst wenn Du die Schnittmenge pessimistisch siehst (welche Daten hast Du eigentlich dazu?) Ich gebe vorab schonmal zu - ich hab da (noch) nix belastbares. Ist bei mir eher eine "Beobachtungsstudie". Frohe Weihnachten!

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    2. Die Schnittmenge ist qualitativ überwältigend.

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  8. @Silke

    Alle Gute zu den weihnachtlichen Tagen, viel Erholung und neue Einsichten + bleib an dem Blog und Deiner Thematik (Sucht) dran. Dann hast Du auch eine lebenslange Aufgabe und ein lebenslanges Ziel das vielen Menschen (direkt) hilft!

    @Geronymo

    Zum Thema ethische Veganer: ich habe bei mir in der nähe ein veganen Shop - der ist Ethisch angehaucht, weil es auch in den Aushängen und im begleitenden Cafe immer nur um den Tierschutz - aber nie um die eigene Gesundheit geht. Leider zeigt sich das dann auch im Angebot dieses Ladens u.a. auch beim veganen Tierfutter für fleischfressende Haustiere.

    Ethische Grundsätze sind wichtig und gut - insb. auch kein Fleisch zu essen und damit das industrielle Fleischsystem nicht zu unterstützten. Im nachhaltigen Sinn für unsere Breitengrade macht die Tierhaltung aber durchaus sehr viel Sinn im Bezug auf Kreisprozesse, Bodenerhaltung/aufbau, Transport von Kalorien in den Winter, etc. Das heißt dann aber auch sehr wenig Fleisch/Tierprodukt im Vergleich zu heute.

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  9. Es sind die wenigen ethischen und ernährungswissenschaftlich schlecht informierten Veganer, die beim Arzt landen. Und die anderen? Soviel zur nicht überwältigenden Schnittmenge...Es sind übrigens viele reine Diätveganer, die nach kurzer Zeit rückfällig werden. Entspricht einfach meinen Beobachtungen. Deswegen halte ich die Auftrennung für nicht sinnvoll. Das Veränderungspotential liegt im "holistischen" Ansatz, wie ihn auch Prof. Campbell vorschlägt. Liebe Grüsse und Frohe Weihnacht weiterhin. Geronymo

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