Samstag, 26. September 2015

Wo ist der Fehler im System?



Ich bin verwirrt...

Ich habe in der Famulatur bei jedem Arzt und auch bei der Ernährungsberaterin gehört, wie sie Patienten mitgeteilt haben, dass lebensverändernde Maßnahmen, wie Ernährungsumstellung und Sport, wesentlich besser gegen Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz helfen, als Medikament und dazu noch ohne Nebenwirkungen sind. Sie haben das nicht jedem Patienten gesagt, aber ich habe es gehört, daher sind sie offensichtlich dieser Meinung.

Ich habe den Eindruck, dass sie nach Gefühl gehen welchem Patienten man was sagen kann. Jemand der kommt und sagt er isst nur Mist, hat einen BMI von 35 und treibt nie Sport, dem wird das weniger gesagt, als jemandem, der nur leicht schlechte Werte hat. Es ist so, als würde man dem Patienten einfach nicht viel Eigeninitiative zutrauen und vielleicht sogar zurecht.

Ich stieß gestern auf einen Artikel, den die Ärztin Kerry Graff für Forks over Knives geschrieben hat. Sie sagt darin, dass sie seinerzeit Gabel statt Skalpell geschaut und gedacht hat, dass alle dort auftretenden Ärzte Quacksalber seien. Denn wenn das wahr wäre, was dort erzählt würde, würde das ja bedeuten, dass sie 18 Jahre lang Medizin falsch praktiziert hätte. Die Frage, ob sie mit der Empfehlung fettarmer Milchprodukte ihren Patienten schaden könne, ging ihr hingegen nicht aus dem Kopf und so fing sie an Barnard, Esselstyn, Campebell und Co. zu recherchieren nur um festzustellen, dass es sich bei ihnen nicht um Quacksalber sondern um respektierte Mediziner und/oder Wissenschaftler mit reichlich Studienerfahrung handelt. Da sei sie wütend geworden, weil in ihrer medizinischen Ausbildung nie etwas darüber gesagt worden sei, dass man mit Ernährung die Patienten ggf. viel effektiver behandeln könne.

Sie hat also selber angefangen sich vollwertig und pflanzlich zu ernähren. Im Zuge dessen verschwand ihr Pre-Diabetes, ihr Reflux, ihre Schilddrüsenunterfunktion, ihre chronische Verstopfung und ihre Depressionen. Außerdem nahm sie 25 Pfund ab. Seither lehrt auch sie eine vollwertige, pflanzliche Ernährung.

Und jetzt frage ich mich, ob die Diskrepanz vielleicht irgendwo innerhalb der Zeitlinie liegt. Mag sein, dass man Ärzten vor 20 Jahren nicht beigebracht hat, dass man mit fettarmer Ernährung Insulinresistenz knacken kann. Ich nehme an, viele wissen es immer noch nicht, wenn man hört, dass immer wieder LowCarb von Ärzten empfohlen wird. Und das Patienten eben auch noch genau so gepolt sind, dass sie absolut nicht denken, dass ihr Diabetes, ihr hoher Cholesterinspiegel oder ihre Triglyceride irgendwas mit ihrem Ernährungsverhalten zu tun haben - und das möglicherweise auch gar nicht hören wollen.

Ein Patient stellte sich vor der erhöhtes Cholesterin, erhöhte Triglyceride und bereits arterioskelrotische Plaques hatte. Die Ärztin musste ihm nahe legen, dass er das Rauchen, den Alkohol und den Verzehr von Fett dran geben müsse um seine Gesundheit zu verbessern. Ich nehme an, dass uns dreien in dem Raum klar war, dass der Patient das nicht schaffen würde. Vielleicht auch die Tools für eine Entwöhnung dieser Substanzen einfach nicht zur Verfügung stehen oder angeboten werden. - Nun, dann halt Medikamente.

Was ich auch wahrnehme ist, dass unglaublich viele Menschen depressiv zu sein scheinen. Ich persönlich schiebe das auf ein jahrelang manipuliertes Belohnungssystem. Kann das nur noch nicht wissenschaftlich belegen. Das, oder die Depressionen kommen direkt von Medikamentengabe. In Anbetracht dessen ist auch wieder interessant, dass Dr. Kerry Graff in ihrem Artikel schreibt, dass ihre Depressionen von vollwertiger, pflanzlicher Ernährung verschwanden. Keine Manipulation des Belohnungssystems mehr. Oder?

Und was ich abschließend noch im klinischen Alltag gelernt habe ist, dass total viele Menschen absolut gar nichts haben. Also, nicht klinisch nachweisbares, aber sie haben Symptome oder Schmerzen oder man kann laborchemisch nichts inden.

Ich persönlich bin ca. 1998 das erste Mal mit Psychosomatik in Verbindung gekommen durch Lousie L. Hays wunderbares Buch Gesundheit für Körper und Seele. Auch an der Schauspielschule wurde Psychosomatik groß geschrieben, da, wenn du krank warst, dir unterstellt wurde, dass du die falsche Einstellung zum Beruf hast. Also wurde ich nie krank, Ich hab damals auch immer gedacht, dass das weitestgehend Esoterik sei und von der Schulmedizin sowieso nie ernst genommen werden würde, aber seit 2003 gibt es einen eigenen Facharzt für Psychosomatik. Eine Assistenzärztin sagte mir, das sei so krass, wie stark so viele Leute somatisieren würden. Sie habe zwei Freunde, die Psychosomatiker seien und dass in dem Bereich händeringend Personal gesucht würde. Oder man kauft Louise L. Hays Buch Heile deinen Körper: Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit und ein ganzheitlicher Weg, sie zu überwinden

Louise L. Hay hat für fast alle Beschwerden die zugrunde liegenen Gedankenmuste aufgeschrieben und diese veröffentlicht. Man kann da seine Krankheit nachschlagen, nachlesen womit das zusammen hängt und seine Gedanken dazu hinterfragen. Sie bietet dann auch neue Gedanken als Affirmationen an. Wenn das nicht ausreicht kann man zusätzlich noch einen Psychologen oder so hinzu ziehen. Aber damit weiß man schon mal wo man in sich suchen muss!

Gestern hatte ich selber so ein Patientin. Schmerzen in allen Gelenken und im Labor absolut nichts auffällig. Auch der Rheumatologe und der Hausarzt hatten nichts bei ihr gefunden.

Ich dachte das schon immer. Und auch nach 4 Wochen klinischem Alltag denke ich es immer noch: Die meisten Krankheiten entstehen durch falsches Essen, psychosomatisch oder durch Medikamenten und Drogen-Gebrach. Genetische Defekte und Unfälle (die ja auch nur psychosomatisch sind;-)) fallen da kaum ins Gewicht. Was neu ist ist, dass ich jetzt auch noch denke, dass die meisten Menschen "unterschlafen" sind. Die klagen alle über Müdigkeit. Müdigkeit hingegen führt zu Drogenkonsum und dass wiederum zu Stress für den Körper und der wieder zu noch mehr Müdigkeit. Ein Teufelskreis. Ausschlafen ist die Devise. Und keine Stimulanzen konsumieren. Eigentlich...Und jetzt komme ich...

Menü des Tages am 25. September

Grüner Tee
Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Banane, Sunwarrior, Chia, Zimt, Traubenkernmehl, Heidelbeeren, Kakaonibs


Kaffee schwarz

Wok-Mix, Kichererbsen, glutenfreie Nudeln, Guacamole


Schwarzbrot mit Cashewmus und Banane, Stick Wilmersburger


2 Feigen


Wok-Mix und Kichererbsen



2 Tage habe ich noch vor mir, dann ist wieder frei. Und obwohl ich zeitlich gar nicht so eingebunden bin fühle ich mich grade ziemlich gestresst. Vielleicht weil alles neu ist und ich auch nicht ordentlich ausgeschlafen bin und auch weil ich nicht wirklich aktiv viel tun kann, ich bin ja da zum lernen und vielleicht ist sogar mein Gehirn einfach sehr gefordert bzw. anders als es das sonst ist.

Ich werde auf jeden Fall Koffein nächste Woche weglassen und so ein kleines Zuckerproblem habe ich auch bekommen, als ich am Mittwoch nach der Famulatur noch zum Schauspielen nach Bochum gefahren bin, nervös war, weil ich diese Rolle zum ersten Mal gespielt habe und sie sich aus 4 DinA4 Seiten Text zusammensetzte und mir am Wochenende vorher eine Eisdiele in Bochum empfohlen wurde, die veganes Eis hat. Die wollte ich aufsuchen, wo sich gerade die Gelegenheit ergab.

Da habe ich gelernt, dass man besonders in Stresssituationen nicht zu Drogennahrung greifen sollte, denn schlussendlich wird dadurch alles noch schlimmer. Man spürt es nur nicht, weil Zucker schön Endorphine ausschüttet! - Realistisch betrachtet, war ich aber darstellerisch schlechter als beim letzten Mal spielen, wo ich clean war. Drogennahrung darf man nur konsumieren wenn man entspannt ist, auf Partys oder so, nicht aber in Stresszeiten. Da sollte man so clean wie möglich bleiben. Ich probiere das bald aus und spätestens im nächsten Klausurenstress!!!

Alles Liebe,

Silke

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