Donnerstag, 9. April 2015

Testosteron, Fleisch, Zucker und erektile Dysfunktion



Ich hab ja immer so ein bisschen gedacht, dass der gute Dr. Neal Barnard ein wenig übertreibt, wenn er explizit darauf hin weist, dass das erste Zeichen für Atherosklerose bei Männern die erektile Dysfunktion ist. Er sagt das immer so mit ein wenig Schmunzeln und es wirkt so als wolle er dem Geschlecht, was ja ach so gerne grillt und ach so auf Fleischverzehr erpicht ist als Symbol von Männlichkeit klar machen, dass die wahre Männlichkeit flöten geht, wenn man atherosklerosierendes Fleisch mit Cholesterin ist. Vorausgesetzt man stimmt der Cholesterin-führt-zu-Atherossklerose-Lehrmeinung zu, widerspricht Barnard aber auch das Innere Lehrbuch, welches ich vorgestern in der Wartezeit auf die White Coat Ceremony gelesen habe, nicht.


Fotografiert habe ich diesen Eintrag aber quasi nur, weil es immer wieder in der alternativen Gesundheitsszene die Runde macht, dass Testosteronmangel die Ursache für erektile Dysfunktion sei, was hier quasi bestritten wird. Es liegt an der Psyche oder an der Ernährung. Die Logik wird dann so dargestellt, dass in pflanzlicher Ernährung kein Cholesterin enthalten ist und Testosteron als Steroidhomon aus dem Cholesterin synthetisiert wird. Demzufolge wird gemutmaßt: Weniger Cholesterin = weniger Testosteron = erektile Dysfunktion. Ne, nur weniger Libido. Es ist umgekehrt der Fall da nicht alles Cholesterin was man(n) isst in Testosteron umgewandelt wird sondern eben im Blut oxidiert und dann zu Atherosklerose führt.


Was hier aber auch steht ist, dass ebenfalls die Polyneuropathie dabei eine Rolle spielt, also ein Absterben von Nerven, was meistens bei Diabetes der Fall ist, weil der viele Zucker die Nervenfasern glykosyliert und dann funktionsunfähig macht. Und der Zucker ist natürlich nur deshalb so reichlich vorhanden, weil er nicht in die Zellen kann, da diese bei Diabetes Typ 2 insulinresisstent sind. Und diese Insulinresistenz kommt weitgehend wieder von zu vielem Fett in den Muskel- und Fettzellen.

Ich hatte vorgestern in der Mensa eine kurze Diskussion mit einer Kommilitonin, die mir erklären wollte, dass Menschen Fleisch brauchen, weil wir anthropologisch Allesfresser sind. Wir sind zwar Allesfresser, aber wir BRAUCHEN kein Fleisch. Wir können alles auch aus Pflanzen aufnehmen und quasi sogar B12, wenn wir alles Obst und Gemüse unter natürlichen Bedingungen selbst anbauen. Der Grund warum wir heute mit Fleisch solche Probleme haben und vor 50 000 Jahren nicht ist, dass unser Mastvieh heute 40% Fett am Körper hat und nicht mehr 10% wie Wildtiere. Es ist nicht das Fleisch er se, es ist vor allem das viele Fett. Das in Kombination mit Zucker und die Katastrophe ist perfekt.

Und so gaaaaanz laaangsam kommt jetzt auch die Uniklinik da hinter: Vom 20.-24. April macht die von mir so häufig so beschimpfte Cafeteria vegane Tage. Ich glaub das ist das erste Mal. Im Klinikgebäude stehen überall diese Aufsteller: „Do good, be cool, eat vegan“ - Kein Wort über die Gesundheitsvorzüge veganer Ernährung, nur ein SPRUCH!;-)


Ich überlege, die Cafeteria von morgens bis abends aufzusuchen um der Uniklinik das Gefühl zu geben, dass dieses Angebot sehr erwünscht ist!

Tja und was noch passiert ist: Ich hab nen Kittel verliehen bekommen!


Menü des Tages am 8. April 2015

5:30 Uhr: Brokkoli und Paprika


Haferflocken, Banane, Erdbeeren, Carob, Orange, Sunwarrior, Zimt, Wasser


11:30 Uhr: Mensasalat mit Quinoa, Hirse und Kichererbsen


2 Bananen

16:30 Uhr: 2 Riesenmandarinen
Rest Kichererbsen

18 Uhr: Rest Hirse und Quinoa, Brokkoli und Kichererbsen-Sunwarrior Sauce


Ich hab 94 g Eiweiß gegessen und habe tatsächlich den Eindruck, dass es was bringt. Ich fühle mich stärker, das Krafttraining wird leichter und das Joggen wird schneller. Ich habe Sprinteinheiten eingebaut seit ich gelesen habe, dass Joggen nicht gerade sonderlich effektiv sein soll um Fett abzubauen. Das Sprinten scheint mir auch gut zu tun.

Und sonst habe ich natürlich noch das Challenge-Tag-2-Video für euch:



Alles Liebe,

Silke

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