Donnerstag, 31. Juli 2014

Wärme...



München war super! - Ernährungstechnisch sicherlich nicht optimal, aber ich bin ja auch das ständige Nahrungmittelmitschleppen leid, obwohl ich das dennoch durchaus auch dieses Mal wieder gemacht habe. Ganz ohne wird es wohl nie gehen. Es wird dennoch weniger. Und es ist auch einfach so, dass es draußen, in der Gesellschaft, einfach nur suboptimal geht, womit man sich wahrscheinlich abfinden muss, was ja aber auch kein Todesurteil ist.

Ich hatte im Flieger, am Flughafen, auf dem Weg dort hin und in Drehpausen unglaublich viel Zeit zu lernen, was sehr effektiv war und ich habe die Zeit auch genossen. Und ich denke, ich bin hinter den Mechanismus gekommen, warum ich diese „Entgiftungserscheinungen“ hatte und auch da hinter, warum ich bei Dreharbeiten dauernd dazu neige alle Schokolade aufzufressen, die dort angeboten wird.

Kommen wir erstmal zur Schokolade: Ich esse dann Schokolade wenn ich nicht genug Stärke bzw. Glucose gegessen habe. Es ist nicht das Phänomen Nervennahrung, was Schokolade so unwiderstehlich macht, sondern es ist tatsächlich so, dass der Körper schnelle Energie braucht, was mir eigentlich schon hätte auffallen müssen, und auch eigentlich aufgefallen ist, nachdem ich zum Lernen keine Schokolade mehr brauchte, und, was noch wichtiger ist, gar keine Lust darauf hatte als ich vermehrt vollwertige Kohlenhydrate gegessen habe.

Gestern am Set war es auch so. Ich hatte im Hotel ne ordentliche Portion Müsli gefrühstückt, gemischt mit möglichst vielen Haferflocken um es fettärmer und stärkehaltiger zu gestalten und dazu dann Obst und einen grünen Tee. Hier, beim Müsli, hatte dann meine mitgebrachte 200 ml Packung Hafermilch ihren Einsatz.

Von dem Müsli war ich dann sehr lange satt, bis ca. 11 Uhr. Hotelfrühstück fand um 6:30 Uhr statt, daher war das eine recht lange Zeit. Gegen 11 Uhr wurde ich hingegen wieder hungrig und da sahen dann die Schokobons plötzlich interessant aus und auch die belegten Brötchen, die zur Verfügung standen. Alles beides ist natürlich suboptimal. Ein bisschen Obst stand auch bereit, aber auch das sprach mich nicht wirklich an. Ich und der Kollege, der mit mir in der Drehpause saß wussten nicht, wann es denn Mittagessen geben sollte und daher saßen wir da und überlegten, ob es Sinn machen würde ein Brötchen zu essen, oder eben nicht.

Es gab ein Vollkornbrötchen, was ich zwar genommen hätte, wenn es nicht Wurst und Käse drauf gehabt hätte. Und natürlich auch noch Butter. Oder ein Weißmehlbrötchen mit Käse und Butter. Oder den Belag runter nehmen, wegwerfen, was Verschwendung ist, und dann nur das Brötchen mit Butter essen. Ich hab mich für Laugenbrezel mit Butter und dazu Weintrauben entschieden. Das hielt natürlich nicht lange vor und so stellte sich 1,5 Stunden später wieder die Frage, was nun? Mittagessen war auch um 12:30 Uhr noch nicht serviert.

Sowohl ich, als auch mein Kollege, haben uns an Schokobons vergriffen, aber mir wurde dann schnell klar, dass die Ursache dafür nur ist, dass ich eigentlich Glucose brauche und mir fiel, Gott sei Dank ein, dass ich noch Amaranth-Mais-Waffeln aus dem Bioladen in meinem Rucksack hatte und habe dann davon gegessen. Aber auch das war nicht das Optimale. Ich hatte Hunger auf richtiges Essen auf Vollkornstärke und Gemüse. Mittagessen gab es dann schlussendlich um 14:30 Uhr. Salat, weiße Nudeln und Reis und Tomatensauce. Für die Fleischesser noch irgendwas Geschnetzeltes. Danach war ich satt, die Nudeln, der Reis und die Sauce waren wahrscheinlich mit zu viel Öl angemacht, aber wenigstens gab es Salat und das waren dann leider auch die einzigen Ballaststoffe. Naturgemäß hielt auch das dann nicht allzu lange vor, weil es Weißmehl war, aber es war besser als Schokobons. Meine Lust auf Schokobons war damit dann auch weg.

Um 16:30 Uhr war ich abgedreht, bin dann zum Flughafen gefahren und habe mir dort die Zeit vertrieben und gelernt. Mein Flieger ging jedoch erst um 21:45 Uhr demnach war das ne Menge Zeit zum totschlagen. Ich hab mir im Airbräu am Flughafen ein Weißbier gegönnt, noch die restlichen Amaranth-Mais-Waffeln gegessen und später in einem Biobistro im Flughafen, das war neu, eine weitere Laugenbrezel und eine 40 g Biobitterschokolade erworden. Irgendwie hatte ich vergessen mir nochmal was Anständiges zu kaufen oder es lag daran, dass ich einfach nichts wirklich Anständiges gefunden habe, was mich angesprochen hat. - Was schlussendlich auch wieder meinen Appetit auf Schokolade erklärt...



Im Airbäu saß ich dann daußen, bei nur 21°C im T-Shirt und hab mich darüber gewundert, dass mir nich kalt war. Ich hatte überhaupt nichts Langärmeliges dabei, weil ich von Hochsommer ausgegagen war. Kann ja keiner ahnen, dass es zu einem Temperatursturz kommt und es Gewittert!! Jedenfalls war mir da nicht kalt und auch nicht als ich nachts um 23:30 Uhr mit dem Fahrrad bei 18°C im T-Shirt nach Hause gefahren bin.

Ich bin eigentlich eine totale Frostbeule und reagiere total empfindlich auf Kälte. Kann sie nicht ausstehen. Aber bei der Verstoffwechselung von Glucose wird ja unglaublich viel Wärme frei, wegen der vielen energetischen Umwandlungsprozesse. Solche Wärme kann man natürlich auch super nutzen, um sich warm zu halten, wenn es draußen kühler ist. Klingt doof, ist aber so!;-)))

Der Mensch ist ein gleichwarmes Lebewesen und muss seine Körpertemperatur, egal wie es draußen ist, auf 36,5°C halten.

Nun lese ich aber auch folgenden banalen Satz im Physiologie-Buch:

Alle Transporte sind temperaturabhängig. Am absoluten Nullpunkt bewegt sich gar nichts und je heißer es wird, desto mehr geht ab“.

Auch in Physiologie haben wir gelernt, dass die Körperkerntemperatur eines Weltklasse-Marathonläufers bis auf 40°C ansteigen kann. Das Fieber nutzt der Körper um heilen zu können genau dazu: Um alle Mechanismen zu beschläunigen, damit es zu einer Bewältigung des Eindringling und/oder einem Abtransport der Giftstoffe kommen kann.

Nun war es in den letzten Wochen ziemlich warm, ich habe mehr Sport gemacht und ich habe mehr körpereigene Wärme produziert. Ich gehe nicht davon aus, dass das Weglassen von Fett zu den Entgiftungserscheinungen geführt hat, sondern die Erhöhung des Kohlenhydratanteils. Ich hatte diese Entgiftungserscheinungen auch nochmal unabhängig von Sport 2 Mal, aber auch da war diie Außentemperatur locker 25°C. Zuletzt am Sonntag.

Sollte die Theorie stimmen, ist das Phänomen irgendwann vorbei, wenn genug Entgiftung erfolgt ist. Wenn nicht, muss ich eine andere Erklärung finden. Vorerst bin ich jedenfalls froh darüber, dass mein Körper mich bei 17°C warm genug hält, als das ich mich Tag und Nacht im T-Shirt bewegen kann. Bin gespannt, was passiert, wenn der Winter kommt!;-)

Alles Liebe,

Silke



Kommentare:

  1. Oh man, da schreib ich erst mal einen fetten Kommentar und dann ist er weg. o_O

    Also noch mal:

    Hi Silke,

    ich finde dein ganzes Stärkeexperiment und sowieso die ganze Glucose-Fructose- bzw. Stärke-Früchte-Geschichte hochinteressant! Ebenfalls die Sache mit der Thermogenese.

    Du hast ja mal geschrieben, dass du vermutest, dass deine Glykogenspeicher in den Muskeln nie richtig gefüllt waren. Hast du da mal weiter recherchiert?

    Ich frage mich: Wenn jemand 801010 nach Graham praktiziert, der diese Ernährungsform ja speziell auch für (Ausdauer)Sportler kreiert hat, isst derjenige ja statt Stärke eben Früchte, die meist ein Verhältnis von jeweils zur Hälfte Glucose und Fructose haben. Ich nehme aber mal an, dass die damit auch das Muskelglykogen auffüllen können, weil ansonsten wäre das ja keine Ernährungsweise für Sportler!? Oder meinst du einfach, es ginge NOCH besser, wenn sie eben noch mehr Glucose und weniger Fructose äßen? Ich glaube auch, mal gelesen zu haben, dass nicht wenige Hochleistungssportler auf Rohkost schwören würden oder zumindest einen hohen Anteil Rohkost praktizieren.

    Ich finde sowohl Grahams als auch McDougalls Ansätze plausibel. Natürlich haben beide Konzepte auch evtl. Schwachstellen. Ich weiß einfach nicht, was ich glauben soll.

    Ach ja: Ich habe bei Keimling für dich gevotet. :) Ich glaube zwar nicht, dass du gewinnst (dazu sind die Massen noch nicht bereit ;-) ), aber verdient hättest du es! Danke auch, dass du immer so geduldig auf Kommentare antwortest und allgemein für deinen Blog! :)

    GlG Anna

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  2. Meine Empfehlung, falls du wieder mal in München "Zeit totschlagen" musst: Das "Max Pett", veganes Restaurant der Extraklasse - und das bei zivilen Preisen. Allein die Mousse au Chocolat ist einen Besuch wert.

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  3. Liebe Anna,

    Muskelzellen können Fructose nicht verstoffwechseln. Das ist biochemisch unmöglich. Was sie aber verstoffwechseln könne ist Fett, gerade Ausdauersport verbrennt Fett und wenn die Leber aus Fructose Fett herstellt ist da durchaus Energiegewinnung möglich. Natürlich kann auch das Leberglykogen, wenn es den Blutzuckerspiegel erhöht, von den Muskeln verwertet werden. Die Leber setzt Glucose aus dem Glykogen frei, die Muskeln nutzen es für die Energiegewinnung und die Frucotse wird zu neuem Leberglykogen aufgebaut. Aussauersport hat gerade den Vorteil, dass die Zellen dann auf Fettverbrennung umschalten. Muskelglykogen ist vor allem für Schnellkraftsport wichtig. Somit kann man mit 80/10/10 nach Graham durchaus Sport machen, aber nicht sein Muskelglycogen auffüllen. Ob Kraftsport damit möglich ist bezweifele aber sehr. Man kann aber genau so gut statt der Frucotse Fett verzehren, wenn man Sport macht, das bleibt sich dann gleich.

    Seit ich jedoch weiß, dass der hohe Energieverbrauch beim Denken, z.B. Kopfrechnen durch gesteigerten Muskeltonus erfolgt, denke ich, dass man vor allem zum Denken/Lernen seine Muskelglykogenspeicher voll haben sollte, oder eben die ganze Zeit essen muss!:-)

    Geronymo,

    im Max Pett war ich schon mal, als ich in München war. Es war lecker aber auch wenig Vollkorn und viel Fett!:-)

    LG Silke

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  4. Hi Silke,
    also ich habe das mit der stärkebasierten Ernährung auch versucht und ebenfalls unheimliche Kopfweh bekommen. Deshalb habe ich vorerst auch wieder abgebrochen. Außerdem habe ich auch einen leichten Ausbruch meiner Neurodermitis bemerkt, die ich eigentlich schon längst los bin. Nachdem ich den Fettanteil wieder etwas erhöht hatte, sind beide Symptome verschwunden. Geblieben ist der Eindruck von niedrigerem Blutdruck, den ich aber auch noch nicht gemessen habe.

    Ich habe aber schon noch Lust, das nochmal zu versuchen. Sind deine Kopfschmerzen denn mittlerweile weg?

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  5. Einer angehenden Ernährungsmedizinerin und preisverdächtigen Vollwertköchin ein Restaurant zu empfehlen ist etwa so folgenschwer, wie einem Lehrer oder Rechtsanwalt ein Auto zu verkaufen - oder gleich dem Papst ein Doppelbett.;-) Hätte ich mir eigentlich denken können. Dennoch, das "Max Pett" bleibt bis auf weiteres mein Lieblingsrestaurant. Gesünder ist vielleicht "Die Krone" in Kreuzlingen, wird sogar von Dr. Henrich empfohlen. An der untersten Stelle der Unterwegsverköstigung rangiert die vegane Bordverpflegung bei Condor (lässt sich gegen Aufpreis !!! zubuchen) - zweimal und nie wieder; dafür hätte ich mindestens zwei Flaschen besten veganen Rotwein bekommen und eine Riesentrommel Popcorn dazu. Vielleicht ist ja demnächst ein "Barnards Inn" in Köln angesagt. Hoffentlich noch gesünder und nicht so alkoholfrei wie das "Max Pett." Ist doch in dessen Speisekarten-präambel tatsächlich der Suizid des verdienstvollen Max von Pettenkofer erwähnt. Wie soll man das alles verstehen? Vegane Restaurants, ihr müsst (mehr und) besser werden! Und die Gäste natürlich auch.

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  6. Hallo Patti,

    ich hatte seit letzten Sonntag keine Kopfschmerzen mehr, ich war zwischenzeitlich aber auch nicht mehr länger als 20 Minuten joggen. Entgiftungen kommen, meiner Erfahrung nach aber immer in Schüben. Gerade so viel auf einmal, wie der Körper bewältigen kann. Man braucht nicht von einen Tag auf den anderendie Ernährung umstellen. Nach und nach ist auch völlig in Ordnung und vielleicht sogar besser.

    LG Silke

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