Montag, 21. Juli 2014

Wie billig kann man eigentlich gesund essen?...



Ich wollte immer schon mal ausprobieren mit wie wenig Geld man eigentlich vollwertig, pflanzlich und mit allen Nährstoffen über die Runden kommen kann, aber seit ich im Bioladen arbeite, hat sich nie wieder die Gelegenheit ergeben. In den Zeiten in denen ich arm war, war ich roh und wollte es daher überhaupt gar nicht. Ist schon dämlich, denn Rohkost ist um Längen teurer als vollwertige pflanzliche Ernährung und dennoch, nach heutigem Wissenstand, weniger optimal. Roh habe ich jeden Tag ca. 10 € für Essen ausgegeben und das war nicht in Bioqualität sondern häufig von Aldi. Wenn man seine Kalorien aus Nüssen beziehen will, muss man ordentlich in die Tasche langen. Wenn man sie aus Obst beziehen will auch. Stärke hingegen, sogar vollwertige Stärke ist häufig sehr billig. Vollkornhaferflocken kosten in jedem Supermarkt 0,39 €.

Da ich mich selber hier als Beispiel nicht vorstellen kann, möchte ich euch mit der Veganköchin Darshana Thacker bekannt machen, die auf Forks over knives darüber geschrieben hat, wie sie 5 Tage lange nur von 1,50 € am Tag gelebt hat. Für sich selber um raus zu finden, womit ein Großteil der Menschen sich konfrontiert sieht, wenn es um Haushaltsplanung geht. Statistisch ist es nämlich leider so, dass der Gesundheitszustand von armen Menschen schlechter ist als der von reichen, weil ungesundes Essen einerseits billiger ist und die meisten armen Menschen auch über weniger Bildung verfügen, was die Erhaltung der Gesundheit betrifft.

1,50 € am Tag ist schon reichlich wenig, aber Darshana ist es gelungen. Zu Beginn dieses Challanges hat sie 99-Cent-Läden abgeklappert und dort Linsen, 5 kg Kartoffeln, Möhren, Haferflocken, Vollkornnudeln und zwei Dosen Tomatensauce gekauft. Ich habe in Deutschland bisher keine Kartoffeln oder Möhren in 1 € Läden gesehen, aber ich nehme an zum selben Preis bekommt man das auch bei Aldi. Damit hatte sie 6,76 $ ausgegeben.

Am ersten Tag aß sie morgens, mittags und abends das selbe nämlich Kartoffelbrei, Linseneintopf mit Möhren und braunem Reis.
Am zweiten Tag Haferflocken mit Möhren, gekochte Kartoffeln mit Salz und Pfeffer und restlichen Linseneintopf vom Vortag. Sie sagt, sie habe reichlich zum essen gehabt und sei zufrieden satt geworden.
Am dritten Tag dann Kartoffeleintopf mit Tomatensauce und wieder restlichen braunen Reis und Linseneintopf, dazu rohe Möhren
Am 4. Tag gebackene Kartoffeln mit Möhren, Haferflocken mit Currygeschmack und Linsen und Dahl aus gekeimten Linsen. An dem Tag hat sie sich dann von dem restlichen Geld noch eine Zitrone gekauft, weil sie den Geschmack von etwas saurem vermisst hat, die sie 33 Cent kostete
Am 5. Tag gab es Pasta mit Tomatensauce, Linsen und Möhren und dazu gebackene Kartoffeln. Die restlichen 45 Cent hat sie für frischen Biospinat ausgegeben. Es blieb noch Pasta übrig für das Mittagessen am 6. Tag und zudem 1 kg Kartoffeln.

Was sie aus dieser Erfahrung gelernt habe sei, dass ihr eine einfache Ernährung sehr gut gefallen habe und sie sich durch die 5 Tage sehr gesund gefühlt habe. Zudem, dass, wenn man die Hungerprobleme in der Welt lösen wolle, man sich auf einfache, stärkehaltige Nahrung konzentrieren müsse, die genug Kalorien und Nährstoffe liefert um satt zu werden. Und dass, auch wenn 1,50 € am Tag recht extrem ist, es durchaus machbar sei.

In anbetracht dessen, das eine einzige Mahlzeit in der Mensa schon 2,20 € kostet ist das durchaus erstaunlich. Einziger Haken: Man muss wirklich selber kochen. Man muss die Zeit dafür aufwenden, was für Studenten vielleicht nicht immer möglich ist, für einen Hartz 4-Empfänger sollte das jedoch durchaus machbar sein. Vorausgesetzt er kann kochen...

Und da sind wir eingentlich wieder beim Hauptproblem: Die Leute wissen nicht wie man gesund und lecker kocht. Meine Tante zum Beispiel kriegt von ihrem Arzt immer wieder gesagt, sie solle abnehmen. Daraufhin sagt sie: „Aber ich koche doch so gerne!!!“ - Ich koche auch gerne. Was ist denn das für eine Ausrede? Dann muss man halt ein paar neue Kochtricks lernen! Das sollte jemandem, der gerne kocht doch auch Spaß machen?!

Menü des Tages am 20. Juli

Buchweizen eingeweicht in Reismilch, Rosinen, Banane, Zimt, Chia, Walnüsse


200 g Möhren
1 Banane

Dinkel-Vollkorn-Nudeln mit Sojagranulat, Tomate, Zwiebel, Mangold, Salz, Pfeffer, 1 TL Oliventapenade


Bananensofteis aus pürierten gefrorenen Bananeen

Rest vom Mittagessen

Momentan esse ich den Buchweizen irgendwie lieber nur eingeweicht und nicht auch noch püriert. Keine Ahung wieso. Und ich stelle fest, dass das meiste was ich zubereite mit weniger unterschiedlichen Zutaten besser schmeckt als wenn ich alle Reste einfach zusammen mische.

Ich bin erst im 12 Uhr aufgestanden um mal den Semesterstress los zu werden. Tat sehr gut. Und auch sonst habe ich nicht viel gemacht außer lernen und ausruhen, was sich erstaunlicher Weise nicht ausschließt. Ich hab sonst nicht viel Lust auf irgendwas, was vielleicht mit Überarbeitunge vielleicht aber auch immer noch mit irgendeinem Entgiftungskram zusammen hängt, den ich immer noch nicht ganz entschlüsselt habe. Und dann finde ich es noch krass, dass wenn es mir schon schwer fällt meine eigenen Symptome richtig zu deuten und ich dafür Tage brauche, wie schwer ist es erst, wenn man die Symptome eine Patienten deuten soll! - Na klar, verschreibt man dann lieber ein Medikament statt sich auf den Arsch zu setzen und sich Gedanken zu machen, welche Symptome wohl wie zusammen hängen und welche Wechselwirkungen da auftreten. Und ein Patient kann dann auch gar nicht wissen, welche Informationen für den Arzt vielleicht doch relevant sind und er ihm mitteilen sollte.

Manchmal denke ich wir sollten alle Krankheiten so behandeln, wie meine Katze sie an sich selbst behandelt. Einfach nichts essen und sich unterm Bett verstecken bis die Krankheit vorbei ist. Mein Kater war erst 2 Mal krank in 13 Jahren, aber er hat sich beide Male auf die Art und Weise selber geheilt. Einen Tierarzt hat er bisher nur zur Kastration gesehen.

Alles Liebe,

Silke



1 Kommentar:

  1. Hallo Silke,
    also ich teile absolut nicht Deine Ansicht, dass gesundes Essen teurer ist als Ungesundes. Hier ein paar Gegenbeispiele:
    - Wasser oder Tee sind billiger als Cola, Limo oder Red Bull
    - Müsli oder Brot ist billiger als Kuchen
    - Der Verzicht auf Süßigkeiten und Salzgebäck spart Geld
    - weniger Fleisch zu konsumieren spart Geld
    - auf Restaurantbesuche und Fertiggerichte zu verzichten spart Geld

    Selberkochen kann gesund und preiswehrt sein. Kartoffeln, Zwiebeln oder Karotten sind bei Aldi spottbillig. Ein Kilo Rosenkohl kostet dort in der Saison gerade einmal 79 Cent.
    Teuer wird es erst, wenn man hohe Ansprüche an Herkunft und Qualität stellt.
    Viele Grüße, Gunnar

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