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Sonntag, 12. Oktober 2014

B12 revisited...



Hurra, ich glaube gestern ist es mir gelungen Vitamin B12 endlich zu verstehen und zwar so wie es gelehrt wird und nicht so, wie sich Laien im Internet darüber unterhalten, wo man völlig konfus wird und überhaupt nicht mehr abschätzen kann, was hier nun stimmt und was nicht.

Zunächst mal, fürchte ich, muss ich aber die Geschichte der Wurst- und Käse-Verkäuferin aus dem Bioladen beenden. - Ja, ich dachte auch, sie wäre schon beendet, was sie aber nicht war, denn am Freitag rief sie im Bioladen an, erzählte, sie habe am Donnerstag Nachmittag eine hypertone Krise gehaben, also einen zu hohen Blutdruck, so dass sie sogar den Notarzt hätte rufen müssen. Schuld ist jetzt natürlich der Stress und vielleicht bin sogar ich, in ihren Augen mit schuld, weil ich sie darüber aufgeklärt habe, dass ihre Ernährung die Ablagerungen in den Gefäßen verursacht. Wenn dann aber Ablagerungen in den Gefäßen sind, dann werden diese nicht nur im Radius vermindert und der Blutdruck steigt sondern auch die Gefäßwände arbeiten nicht mehr einwandfrei. Diese haben zum Beispiel die Funktion Stickstoffmonoxid zu produzieren welches die Gefäße erweitern kann, damit ein höherer Druck in den Gefäßen, wenn man zum Beispiel schnell weglaufen muss oder sonstigen Stress hat, ausgeglichen werden kann. - Und so kommt jetzt zu unserer Unterbesetzung im Bioladen ein weiter Krankheitsfall hinzu, denn die Dame ist jetzt bis Ende nächster Woche krank geschrieben und ich durft gestern die Brot-Wurst- und Käsetheke machen...Gott sei Dank, sieht der Laden das so wie ich: Brot hat Priorität!

Aber kommen wir zum B12. Natürlich habe ich bereits mehrfach darüber berichtet, denn B12 ist ein wichtiges Thema. B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor und wer die nicht isst, sollte sich damit auseinadersetzten. Leider hört man über B12 jedoch auch ne Menge Unfug und Halbwahrheiten und dann gibt es noch Leute, die B12 in aktives und inaktives B12 einteilen und sich darüber streiten ob das B12 in Algen aktiv oder inaktiv ist und ob man mit Algen seinen B12-Bedarf decken kann. Jedes Buch eines veganen Arztes, das ich jemals gelesen habe, empfiehlt die zusätzliche Einnahme von B12 um sicher zu gehen, dass man keinen Mangel entwickelt, denn ein Mangel kann Folgen haben, die der Körper nicht mehr reparieren kann. Bei B12-Mangel kommt es, ähnlich wie bei der Multiplen Sklerose, zur Zerstörung der Myerlinscheiden der Nervenzellen was sie funktionsuntüchtig macht. Das ist irreparabel. Außerdem entwickelt man bei B12-Mangel zu große rote Blutkörperchen und damit eine Anämie, die sogenannte perniziöse, makrozytäre Anämie.

Weil ich nicht weiß wie viele Anatomiekenntnisse ihr habt, habe ich mal ein Foto rausgesucht:



Bereits im 2 Semester in Histologie wurde in einer Vorlesung von einem Anatomieprofessor gesagt: „Ein gesunder Darm produziert ausreichend B12“ - was ich mir einfach mal so notiert habe, interessant fand und dachte: Das ist doch mal ne Aussage. Aber wer weiß schon, ob er einen gesunden Darm hat?! - Ebenfalls wurde gelehrt, dass B12 nur zusammen mit dem im Magen gebildeten Intrinsic Faktor aufgenommen werden kann und zwar am Ende des Dünndarms im sogenannten termialen Ileum. Das ist auf der Zeichnung etwas oberhalb vom Blinddarm.

Nur dass das nochmal klar ist: Das Essen nimmt den Weg Magen – Zwölffingerdarm – Dünndarm – Dickdarm – Rektum.

Also kurz vor dem Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm wird das B12 aufgenommen. Gestern habe ich gelesen wieso es den Intrinsic Factor braucht: B12 bildet einen Komplex mit dem Intrinsic Factor und der Rezeptor im terminalen Ileum erkennt eben genau diesen Komplex. Mein Biochemie-Rechnen-Nachhilfelehrer hatte mir vorher schon mal gesagt, das  B12 den Intrinsic Factor im Magen braucht, damit es von der Magensäure nicht abgebaut wird. Es sei sehr säureempfindlich. Die meisten diagnostizierten B12-Mängel, so habe ich irgendwo mal gelesen, sollen mit einem Mangel an Intrinsic Factor bei Fleischessern auftreten und weniger bei Veganern, denen diesen die Problematik häufiger bewusst ist.

So und während ich dann gestern im Physiologiebuch so über Verdauung las, es um den Dickdarm ging, der die meisten Darmbakterien enthält, sage und schreiben 1/3 der Trockenmasse des Stuhls sind nur Darmbakterien, stieß mir ins Auge, dass explizit erwähnt wird, dass die Darmbakterien im Dickdarm B12 und Vitamin K bilden. Ich dachte so bei mir: Warum erwähnen die das, das muss doch eine Bewandnis haben. Manche Leute, wie Dr. Mutter, glauben, dass Substanzen teilweise vom Dickdarm durch die Bauhinklappe zurück in den Dünndarm schwappen können und ich hab überlegt, ob das bei B12 auch sein könnte. - Das ist natürlich Blödsinn, durch die Tatsache, dass selbst wenn es so wäre, das B12 aus den Bakterien des Dickdarms keinen Intrinsic Factor besitzen und somit nicht an die Rezeptoren andocken können.

Also, was? Wird das von den Darmbakterien produzierte B12 und K einfach ausgeschieden und alle Produktion war umsonst?

Und dann fiel mir meine Zahncreme ein. Seit sie auf dem Markt ist verwende ich die mit B12 angereicherte Zahncreme von Santé. Die wirkt nicht etwa über den Mechanismus, dass Zahncremereste geschluckt werden sondern dass B12 ist in der Lage durch die Mundschleimhaut zu diffundieren und so ins Blut aufgenommen zu werden. So, und jetzt hege ich die Theorie, dass im Dickdarm produziertes B12 ebenfalls durch die Schleimhaut des Dickdarms in den Körper diffundiert aber eben B12 aus der Nahrung, welches einen Komplex mit dem Intrinsic Factor gebildet hat nicht. So würden alle Aussagen, die ich jemals von Anatomen, Biochemikern und Physiologen gehört haben zusammen passen und meine eigene Erfahrung stützen: Ich esse schon seit 27 Jahren viel zu wenig B12. Ich habe fast nie supplementiert, aber zwischendurch immer mal wieder mit Multivitaminen oder auch B12-Supplementen experimentiert. Das machte aber maximal 4 Monate in meinen 27 Jahren zu wenig B12 aus. Bis zu 7 Jahren kann B12 in der Leber gespeichert werden, aber auch das scheint hier nicht zu greifen...

Also, ich muss nochmal den wirklich, wirklich klugen Physiologieprofessor fragen, ob das stimmen kann oder ob ich was übersehe.

Warum muss man trotzdem auf B12 achten? - Wir leben in Zeiten von Antibiotika und diese wirken leider auch gegen die Darmbakterien. In dem Moment wo man Antibiotika nehmen „muss“ und seine Darmflora zerstört, produziert der Darm auch kein B12 oder K mehr. Sie neu anzusiedeln dauert. Die Darmflora, die aus tausenden unterschiedlichen Bakterien besteht, die in einem sehr feinen System miteinander agieren in einem perfekten Verhältnis neu anzusiedeln ist noch schwerer. Also könnte hier ein B12-Problem lauern.

Ein zweites, was auch mit Fleischverzehr überhaupt nichts zu tun hat, ist unsere sterile Welt. Alles ist bei uns antibakteriell und daher verzehren wir auch weniger Bakterien, was natürlich gut ist, wenn es sich um krankmachende Bakterien handelt aber schlecht, wenn es darum geht Stoffwechselprodukte von Bakterien aufzunehmen. Meines Erachtens ist es auch schlecht für die Ausbidlung eines optimalen Immunsystems, denn das produziert ja nur Antikörper, wenn es kontakt zu einem Antigen kriegt.

Und deshalb ist es notwendig, dass man sein B12 im Auge behält, regelmäßig zum Arzt geht und ein Blutbild machen lässt. Das sollte aber sowieso jeder machen, nicht nur Veganer, aber die sind. Gott sei Dank, in allem vorsichtiger.

Menü des Tages am 11. Oktober 2014

Haferflocken, Rosinen, Apfel, Sesam, Chia, Reissirup


2 Grüntee

Kaffee mit Sojamilch und Agavendicksaft
Weincremeschnitte in Bioladenbäcker

2 Gemüseburger auf Dinkelhefebrötchen mit Rote Beete-Aufstrich, Knoblauchpaste, vegane Mayo, Senf, Gurke



White Nougat Crisp Vivani
Donauwelle


Alkoholfreies Bier

Salatschale Vegetarisch (jetzt neu mit veganem Dressing!)


ca. 500 g Brokkoli mit Knoblauch, Ingwer, Chili und Salz


Scheibe Roggenbrot mit Rote Beete Aufstrich

Also, ich stand ab 6 im Bioladen an 2 Theken, es war Samstag und ich hatte keine Pause. Es gab jedoch Weincremeschnitte zu verkosten und so war das mein zweites Frühstück. Das Ding war nicht vegan ebensowenig wie die Donauwelle.

Der Burger war hingegen ganz fantastisch und das hauptsächlich, weil wir neue Aufstriche im Sortiment haben, wo ich am Freitag schon die Verkostung gemacht habe und Denns auch die 2 Wochen im Angebot hat für 1,99 € - Alle 6 Sorten sind vegan und enthalten 60-70% Gemüse. Aber auch 15-20g Fett auf 100g.  Es ist für jeden Geschmack was dabei.



Die Kuchenstück habe ich dann, und hatte ich auch das physiologische Bedürfnis für, mit Salat und Brokkoli wieder ausgeglichen.

Also dann, ich geh heute Joggen, mal wieder was länger und versuche zu sortieren, was ich die letzten Wochen nicht und bis heute noch nicht geschafft habe. Ansonsten ist der komplette Tag frei. Yeah!:-)

Alles Liebe,

Silke


Freitag, 10. Oktober 2014

Wie man NICHT beweist, dass vegane Ernährung nichts taugt...



Mir ist von einer Leserin ein Betrag zugespielt worden, der von einer, na ich sag mal, „Antiveganerin“ in ihrem Forum veröffentlicht wurde, welcher ein gutes Beispiel dafür ist, wie Wissenschaft eben nicht funktioniert, warum Sekundärdaten nicht wirklich taugen und warum Interpretationsobjektivität ausgesprochen wichtig ist. Ich fühlte mich wieder an alles erinnert, was ich für meine mündliche Physikumsprüfung über MedSoz lernen musste und übe mich in Dankbarkeit, dass mir eine wissenschaftliche Ausbildung zu teil wird. Ärgere mich aber gleichzeitig mal wieder darüber, wenn andere Menschen  nicht wissenschaftlich an Dinge heran gehen. Das ist, als würde man ein Spiel mit jemandem spielen wollen, der die Regeln nicht kennt oder sich daran nicht halten will. Erkannt wird das aber dann auch wieder nur von Zuschauen, die die Regeln kennen und nicht von denen die die Regeln nicht kennen. Ein Zuschauer, der die Regeln ebenfalls nicht kennt, mag den Spieler, der die Regeln nicht kennt als „besser“ einschätzen...Und so ist das in der Wissenschaft auch. Studien gelten als valide, als gültig, wenn die das messen, was sie tatsächlich messen sollen. Alles andere ist Pseudoscience. Nicht umsonst gibt es diesen Begriff.

Besagte Antiveganerin war auf einen Artikel gestoßen, der hier http://sciencev1.orf.at/sciencev1.orf.at/science/news/133211.html veröffenticht wurde. Eine „Wissenschaftsseite“ des östereichischen Fernsehens. Die Überschrift ist betitelt mit: Forscherin: Fleisch ist wichtig für die Entwicklung von Kindern. Angeblich habe die Forscherin gesagt, dass es unvertretbar sei Kinder vegan aufzuziehen.

Aber kommen wir zur Studie:

In Kenia wurden 544 ca. 7 jährige Kinder in 4 Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe enthielt zusätzlich zu ihrer herkömmlichen Ernährung noch 60 g Fleisch, die zweite Gruppe noch 1 Tasse Milch, die dritte Öl und die vierte nichts. Die Studie lief 2 Jahre und nach Ablauf der 2 Jahre hatte sich gezeigt, dass die Kinder aus den Gruppen mit zusätzlichen Lebensmitteln im Durchschnitt 400 g mehr zugenommen haben als Kinder, die keine zusätzliche Nahrung bekommen hatten. Wenn sie Milch bekommen hatten, nahm ihre Oberarmuskulatur um 40% zu und bei Fleisch 80%. Die Kinder, die Fleisch bekommen hatten, schnitten auch bei Intelligenztests besser ab.

Wofür ist das aber jetzt ein Beweis? Dafür, dass unterernährte Kinder mit Fleisch besser gedeihen als mit Milch oder Öl? - Ja, genau!

Wenn man nämlich den Namen der Forscherin Lindsey Allen in Google eingibt findet man eine lange Liste ihrer Forschungsarbeiten und erkennt sehr schnell, dass sie darauf spezialisiert ist rauszufinden, wie welche Mikronährstoffe aus welcher Nahrung in Entwicklungsländern am besten die jeweiligen Probleme beseitigen können. Also damit, wie der Hunger in der 3. Welt gelindert werden kann. Kinder in Kenia essen hauptsächlich Mais und Bohnen und damit alles andere als eine ausgewogene Ernährung. Die Studie diente überhaupt nicht dazu rauszufinden, ob vegane Ernährung unzureichend ist, sondern dazu zu ergründen welches zusätzliche Nahrungsmittel von diesen dreien Fleisch, Milch, Öl am besten geeignet ist die Kinder zu nähren. Dabei zeigte sich, dass Fleisch am effektivsten ist in Anbetracht dessen was sonst noch gegessen wird.

Würde man eine Studie machen in der übergewichtige Siebenjährige in Deutschland oder den USA unterschiedliche Nahrungmittel gegeben würden um zu schauen was sich besser auf ihre Gesundheit auswirkte käme wahrscheinlich heraus, dass Mais und Bohnen sich besonders positiv auswirken. Man kann mit Fleisch überernährt und auch unterernährt sein. Alternativ hätte man den Kindern auch noch andere Nahrungsmittel zusätzlich geben könnten um zu gucken, wie sich das auswirkt, denn es war eigentlich klar, welche Nährstoffe den Kindern fehlen Vitamin A, Eisen, B12, Vitamin E. - Zudem schreibt die Antiveganerin auch, dass es sich hierbei um eine NEUE Studie handele...Wenn man in PubMed nachschlägt findet man ein Erscheinungsdatum 2003. Wissenschaftlich also alles andere als neu. Da heißt die Studie wie folgt: Interventions for micronutrient deficiency control in developing countries: past, present and future.
Es handelt sich also um eine Intervention bei Mikronährstoffmangel in Entwicklungsländern.

Demnach ist die Studie in keinster Weise aussagekräftig für die Ernährung von Kindern in der westlichen Welt, in welcher alle Nahrungsmittel mit allen Nährstoffen das ganze Jahr hindurch verfügbar sind. Jeder Mikronährstoff mit Ausnahme von B12 ist in veganen Nahrungsmitteln vorhanden. Man müsste also die Kinder von Veganern in der westlichen Welt untersuchen ob vegane Ernährung zu Mangelerscheinungen führt, aber auch das ist natürlich Irrsinn, weil es richtige und falsche vegane Ernährung gibt, genau so wie es richtige und falsche omnivore Ernährung gibt.

Menü des Tages am 9. Oktober

Haferflocken, Rosinen, Mango, Sonnenblumenkerne, Chia, Wasser


2 Grüntee

Kaffee mit Sojamilch und Stevia

Organic Food Bar Belgian Chocolate

Linseneintopf vom Vortag


Dark Nougat Crisp Vivani

2 Ringe Ananas



3 Gemüseburger
Salat aus Blattsalat, Frühlingszwiebel und Gurke mit Mangodressing

vorher
nachher...Ist empfehlenswert, diese Burgermischung...


Frühschicht im Bioladen und ich hatte noch Linseneintopf vom Vortag. Ich bin ein völlig anderer „Essens“-Mensch, wenn ich nicht im Prüfungsstress bin. Ich verschlinge einen Schokoriegel nicht einfach so, sondern stelle nach 2 Stücken fest, dass ich genug habe und lege ihn zur Seite. So kenne ich mich eigentlich nicht...

Und dann fange ich an zu denken, dass es vielleicht doch überhaupt nicht mein Belohnungssystem ist, dass danach verlangt sondern schlicht und ergreifend ein physiologisches Bedürfnis nach Energie und die kriegt man durch einen Schokoriegel ziemlich gut! - Vielleicht kennt ihr das: Man isst vollwertig, fettarm und pflanzlich, hat seinen Magen voll, aber immer noch das Gefühl, dass man noch mehr Essen sollte. Dieses Gefühl macht mir immer Sorgen, weil ich dann denke, dass ist abnormal. Das Gefühl noch eine hochkonzentrierte Nahrung wie Banane oder Dessert nachzuschieben. Vielleicht ist das aber wirklich physiologisch. Vielleicht ist die Dehnungskapazität meines Magens erreicht, aber meine Energiesensoren melden noch: „Körper braucht mehr Energie für schwere Lernarbeit“. Diese Überlegung kann ich aber auch nur wagen, weil ich normalgewichtig bin.

Die Käse-und Wurst-Verkäuferin im Bioladen offenbarte mir gestern, sie sei koronar herzkrank und habe einen Stent gesetzt bekommen in einem ihrer Herzkranzgefäße. Ich: „Und dann stehst du noch hinter der Wurst- und Käsetheke und verkaufst das Zeug, was dich krank gemacht hat!!!“ - Ich glaube, ich war zu heftig an der Theke, aber ich habe mich zuvor schon, ohne was zu sagen darüber aufgeregt, dass diese Frau Kindern eine Scheibe Fleischwurst schenkt, die gerade dabei sind ihren Geschmack zu prägen und ihr Belohnungssystem. (Mein Vater würde jetzt sagen, Menschen die im Sumpf sitzen versuchen immer andere mit rein zu ziehen). Zuerst redete sie sich damit raus, dass sie ja nicht viel davon essen würde...Ich: „Ja, das sagen alle, aber wenn du Plaque in deinen Herz-Kranzgefäßen hast, dann isst du davon zu viel und hast auch dein ganzes Leben lang zu viel davon gegessen. Dann hieß es: „Mein Arzt sagt mir aber, ich solle mich bewegen und ich mach 3 mal die Woche Nordic Walking und mein Herz ist gesund!“ - Ich: „Dein Problem ist nicht deine Bewegung (sie muss tatsächlich vieeel abnehmen, hat locker 40 kg zu viel und deshalb hat ihr Arzt ihr sicherlich Bewegung verordnet) das Problem ist auch nicht das Herz, das Problem sind die Plaques in deinen Gefäßen und die gehen davon nicht weg. Dann sie: „Ja, und weil ich koronar Herzkrank bin muss ich Stress meiden und wenn ich niemanden an der Theke habe, der mir hilft, habe ich Stress!“ - Sie hatte sich den ganzen Vormittag schon darüber aufgeregt, dass wir unterbesetzt sind...

So sieht die Realität aus: Die Menschen wollen einfach nichts an ihrem Verhalten ändern, glauben dem Guru, der ihnen die Aussage über ihre schlechten Angewohnheiten liefert, die sie hören wollen und in dem Fall unterer Antiveganerin einer Studie, die überhaupt nicht in der Lage ist das zu beweisen, was sie gerne hätte, dass sie beweisen soll.

Wer mir wissenschaftlich beweisen kann, dass vegane, aubwechslungsreiche Ernährung Kindern schadet und dass Fleisch und Käse sich positiv auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken, den höre ich gerne an. Alles Unwissenschatliche verdient hingegen nicht einen Hauch meiner Aufmerksamkeit.

Alles Liebe,

Silke


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Nährstoffe und Salz...



Dieses Video Catching Fire – How Cooking made uns Human, hat mich die letzten Tage nicht los gelassen. Nicht, weil ich es wichtig finde, ob wir uns nun zum Menschen entwickelt haben, weil wir gekocht haben oder nicht, sondern wegen der schlichten Tatsache, über die ich noch nie nachgedacht habe, dass Nährstoffe in gekochter Nahrung leichter aufgenommen werden können. Sowohl Kalorien, als auch Vitamine und Mineralstoffe. Sprich, ich kann zwar im Cronometer nachschauen, wie viel von einem Nährstoff in einem Salat drin ist, aber ob dieser aufgenommen wird oder nicht, weiß ich dann nicht. - Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass nur bei einer Resorptionsstörung ein in einem Nahrungsmittel enthaltener Nährstoff nicht aufgenommen wird, aber Fakt ist, dass aufgrund der Ballaststoffe, die nicht abschießend verdaut werden, noch Vitamine und Mineralstoffe  über den Darm ausgeschieden werden. Besonders dann, wenn man sie roh isst.

Jegliche Verarbeitung zerstört aber auch Nährstoffe, das gilt sowohl für's Kochen, als auch für die Zubereitung von Smoothies oder Säften. Nährstoffe fangen sogar bereits dann an zu schwinden, wenn das Nahrungmittel geerntet wird. - Daher sind wahrscheinlich viele Diskussionen sinnlos und müßig, wenn es um den Nährstoffgehalt geht, der faktisch in Nahrungsmitteln drin ist, von dem man aber gar nicht weiß, ob er aufgenommen wird.

Einer Leserin ist aufgefallen, dass ich neuerdings dauernd Vollkornhaferflocken frühstücke und fragte mich, ob das aus Bequemlichkeit sei, da ich früher ja auch oft Nackthafer gegessen habe. Es ist aus Bequemlichkeit, aber ob tatsächlich mehr Nährstoffe aus Nackthafer aufgenommen werden als aus Vollkornhaferflocken ist wahrscheinlich auch fraglich.

Die Raffinierung der Nahrung erfolgte also, damit die Kalorien leichter zugänglich sind: Zucker, Weißmehl, Öl, das alles liefert Kalorien die dem Körper schneller zur Verfügung stehen als man gucken kann. Ihnen fehlt aber auch ein großer Anteil an sonstigen Nähr- und Ballaststoffen, die Teil des Sättigungsmechanismus sind und daher greift dieser dann nicht mehr.

Tja, und weil ich in Physiologie eigentlich lerne, dass der Sättigungsmechanismus ein super akkurates und eigentlich unfehlbares System ist, welches bis auf kleinste Kalorienmengen messen kann, ob man genug gegessen hat, denke ich, sollte man wahrscheinlich alle Kalorientabellen und Cronometer zur Seite legen und nur auf seinen Körper hören. - Und mit dieser Erkenntnis wird mir dann auch wieder klar, warum Barnard, Esselstyn, McDougall und Co. empfehlen so viel zu essen bis man satt ist! Sie haben Recht. - Sie haben mal wieder total Recht!!! Der Körper kann das alles ganz alleine regeln!!!

Ich selber bin seit Februar auf keiner Waage mehr gewesen und habe auch seither nicht mehr in den Cronometer geschaut. Ich ernähre mich nach bestem Wissen und Gewissen gesund, auch wenn der Prüfungsstress manchmal komische Dinge mit mir macht, aber mein Körper ist völlig in Ordnung. Er sieht dünn und straff aus, meine Fingernägel sind fest, Haare frei von Spliss, Haut nicht ganz so gut wie mit mehr Fett, aber der Körper regelt das alles intuitiv.

Wenn ich mich nach Cronometer ernähre unterdrücke ich vor allem Appetit auf Stärke. Bei Rohkost ebenso. Dabei ist Stärke, nach allem was ich so biochemisch durchdenke, der tollste Nährstoff überhaupt. Er hat keine Schattenseiten im Vergleich zu Fetten, Fruktose oder Eiweiß. Die einzige Schattenseite wäre, wenn die Glucose zu schnell ins Blut geht oder wenn man wirklich viel zu viel davon isst und Hüftgold bildet, was mit Glucose aber auch schwerer ist als mit Fructose oder Fett.

Dann wiederum stellt sich aber die Frage, wie kann man das, was einem der Körper sagt unterscheiden von dem, was einem das Belohnungssystem sagt? - Da ist für mich schlussendlich die Antwort: Alles was fettarm, vollwertig und pflanzlich ist, darf man in jeglicher Menge verzehren, bei allem was das nicht ist, sollte man vorsichtig sein und nur wenig davon essen.

Menü des Tages am 7. Oktober

Haferflocken mit Banane, Rosinen, Wasser, Sonnenblumenkerne, Chia


3 Grüntee

Organic Food Bar Belgian Chocolat



Salat aus Vollkornnudeln, Schnittlauch, Chinakohl, Sprossen und


Mangodressing (fettfrei) heute im Newsletter
PS: Ab heute sind ganz fantastische, essreife Mangos zwei Wochen lang im Angebot bei Denns!



Rest vom Salat

Und dann hatte ich gestern eine nette Unterhaltung mit meinem Physiologie-Professor, der, der wusste, dass wenig Methionin in der Nahrung einen ebenso großen Effekt auf dass alt werden hat wie Kalorienrestriktion und den ich für wirklich, wirklich klug halte.

Ich hatte gelesen, dass Insulin sich auf die Kaliumkanäle aller Zellen auswirkt welche wichtig sind, damit Nerven- und Muskelzellen überhaupt ein Aktionspotential ausbilden können sprich Nerven leiten und Herzen schlagen können. Ohne Insulin ist das also auch weitaus schlechter möglich und daher ist es auch aus dieser Perspektive Blödsinn Insulin dauernd als böse hinzustellen. Ich hab ihn nach dem physiologischen Sinn dessen gefragt, der schlicht und ergreifend darin besteht, dass man mit der Nahrung Kalium aufnimmt, dann Insulin ausgeschüttet wird und das Kalium dann in die Zelle ein und Ausströmen kann, je nachdem.

Kalium wird zusätzlich in einem Austauschsystem mit Natrium in die Zelle transportiert: 3 Natrium-Ionen gehen raus und 2 Kalium rein. Dieser Transportmechanismus, der überall im Körper vorhanden ist verbraucht sage und schreibe 1/3 all unserer aufgenommenen Kalorien, weil die Natrium-Kalium-ATPase auch in der Darmwand sitzt und im Schlepptau mit Natrium auch Glucose und Aminosäuren aus dem Darm aufnimmt.

Aufgrund dieses Mechanismus liest man immer mal wieder in der alternativen Gesundheitsszene man müsse Kalium und Natrium im Verhältnis 2/3 aus der Nahrung aufnehmen. Ich hab den Prof. gefragt, ob da was dran sein und er sagte: "Nein". Sowohl überschüssiges Natrium als auch Kalium würde über die Niere einfach wieder ausgeschieden.

In Anbetracht dessen ist der ganze Salz-Wahn bzw. Salz-Verzicht-Wahn natürlich Blödsinn und es spricht absolut nur eine einzige Sache dafür, Salz zu reduzieren: Man hat erhöhten Blutdruck! Wobei der Salzverzicht da auch nur symptomatisch Wirksam ist und man besser daran arbeiten sollte sein Plaques in den Gefäßen abzubauen. - Im Gegenteil ist Natrium auch dafür zuständige unsere Zellen prall mit Wasser gefüllt zu halten und nur dann ist unser Gewebe straff! - Sollte man mal drüber nachdenken...

Alles Liebe,

Silke


Montag, 6. Oktober 2014

Warum man Paleo in der Höhle lassen sollte...



Diese Liste ist nicht von mir, sondern vom Physician Committee for Responsible Medicine aber ich finde sie macht sehr gut klar, warum Paleo eine Schwachsinnsernährungsweise ist und deshalb möchte ich sie mit euch teilen:

1. Das Paleolithicum ist zum einen nicht nur mehr als 2 Mio. Jahre her und endete mit der Neolithischen Revolution vor 10-20000 Jahren, sondern es fand auch auf der ganzen Welt statt. Es ist unmöglich für einen so langen Zeitraum und für unterschiedlichste Breitengrade des Planeten Erde eine einzige Ernährungsweise heraus zu stellen. In tropischen Regenwäldern wurde anders gegessen als in nördlicheren Gefilden. Und das Wetter in diesen 2 Mio Jahren änderte sich auch immer wieder. Es kann daher nicht Eine Paleo-Diät geben.

2. DNA-Tests an Überresten von Menschen, die im Paleolithicum lebten haben gezeigt, dass in dieser Zeit auch Getreide und Hülsenfrüchte verzehrt wurden.

3. Die Tiere, die im Paleolithicum verzehrt wurden, waren völlig andere als die Anhänger der Paleo-Ernährung heute essen. Im Paleolithicum wurden hauptsächlich Wild und Nager gegessen, nicht Kühe und Hühner.

4. Viele Jäger-Sammler-Kulturen waren kleiner und schlechter genährt als der moderne Mensch.

5. Heutige Jäger-Sammler-Stämme sind weniger gesund und haben häufig mit Infektionskrankheiten zu kämpfen, die durch Fleisch übertragen werden, z.B. Würmer.

Einen positiven Aspekt wird der Paleo-Ernährung dann hingegen doch zugeschrieben: Man verzehrt dabei weniger verarbeitete Produkte und weniger Milch, als Otto Normalverbraucher, was aber nicht wett mache, dass man dennoch viel zu viel Fett und Cholesterin zu sich nimmt.

Unter dem Text sind Quellenangaben verzeichnet, für alle, die dem näher nachgehen wollen unter anderem zu einer Studie, die Artherosklerose an Mumien in 4 unterschiedlichen Regionen der Erde der letzten 4000 Jahre untersucht hat. Obwohl in allen Regionen Mumien mit Artherosklerose gefunden wurde, war sie bei den Mumien der Jäger-Sammler-Kulturen am häufigsten vertreten – wobei ich einräumen muss, dass man auch weniger Jäger-Sammler-Mumien findet, als ägyptische Mumien und so gab es nur 5 wovon 3 Artherosklerose aufwiesen und damit waren das 60%. Wahrscheinlich muss man auch noch einräumen, dass nur wohlhabende und wichtige Menschen mumifiziert wurden und die haben schon immer mehr Fleisch gegessen. - Wie dem auch sei, bisher hat man nur eine einzige Ernährungsweise gefunden, die Artherosklerose rückgängig machen kann und das ist Dr. Dean Ornish' fettarme, vollwertige, pflanzlicher Ernährung.

Menü des Tages am 5. Oktober

2 Brownies
Sushireis mit Rosinen, Wasser, Mandelpüree, Bananen, Chia


4 Grüntee

1 Brownie

Salat aus Vollkornnudeln, Chinakohl, Möhre, Sauce aus Kichererbsen-Paprika-Püree, Rest von der Gemüsepfanne, Dill, 1 TL Rapsöl, Sprossenmix, Salz, Pfeffer, Rotweinessig


1 Brownie
4 Bananenplätzchen
ein paar Reischips

Ich hab Dr. Joachim Mutters Buch Grün essen!: Die Gesundheitsrevolution auf Ihrem Teller ausgelesen und kann nichts damit anfangen. Ich hab den Eindruck, er hat das Thema Essen nicht vollständig durchdacht und auch die Biochemie dahinter nicht.

Das eine was er nicht berücksichtigt ist, wie ich gestern schon schrieb, die Halbwertzeit von Insulin von 5 Minuten. Dann stellt er Insulin als böse da, weil es die Synthese von Wachstumhormonen unterbindet, die in der Nacht produziert werden und für die Regeneration wichtig sind und läßt dabei völlig außer acht, dass kaum jemand die ganze Nacht durch isst, sondern schläft und eben kein Insulin ausschüttet, es sei denn er ist Diabetiker und insulinresistent und der Zucker kann nicht in die Zelle.

Nachdem man bei ihm weder Tierisches, noch Nüsse, noch Obst, noch Öl, noch gekochte Stärke verzehren darf, stellte sich beim Weiterlesen heraus, dass er für Leinsamen, Kokosnüsse und andere Samen plädiert. Daher also wohl die Kalorien beziehen soll. Abgesehen davon, dass zu viele Leinsamen zu viel Omega 3 liefern und damit möglicherweise mit Prostatakrebs korrelieren, schreibt er nichts darüber ob seine Ernährungsempfehlungen ketogen sein sollen. Gesunde dürfen durchaus auch ein bisschen was gekochtes Essen etc. Die Versorgung des Gehirn mit Energie, so schreibt er, soll über Ketonkörper erfolgen (die ja 70% der Energieversorgung übernehmen können – ehlich, ich finde hier wieder, dass ich liebe 100% Energie für mein Hirn hätte als 70%) - Wenn man also ketogen lebt, kann diese Ernährung gesund sein, aber man hat nur 70% Energie für sein Hirn, muss aber unter 50 g KHD essen. Wenn man, als Gesunder mehr KHD isst, und dann nicht ketogen isst, hat man mehr Hunger auf KHD, weil keine Ketonkörper für das Hirn produziert werden und hat dann verhältnismäßig aber zu viel Fett gegessen.

Abgesehen davon heilt diese Ernährung nicht die Insulinresistenz, auch wenn sie den Blutzucker niedrig hält.

Da Herrn Dr. Mutter also weder Ketose noch Halbwertzeit von Insulin bekannt zu sein scheinen, muss ich sagen, und jetzt hört genau zu, sogar Obstrohkost nach Graham, sprich 80/10/10 halte ich für eine gesündere Ernährung als Dr. Mutters Grün Essen!

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 5. Oktober 2014

Grün essen vs. gekocht essen...



Drei Sachen haben mich in den letzten Tagen beschäftigt und witzigerweise hängen die alle zusammen: Meine „Diskussion“ mit der Rohkostautorin, die eigentlich gar keine Diskussion war, da gar nicht wissenschaftlich diskutiert wurde, was wohl nur dann der Fall wäre, wenn jemand einen Standpunkt verdeutlicht und der andere diesen dann dementiert, ergänzt oder sonst wie begründet erörtert. Das war nicht der Fall und ich hatte das Gefühl es geht alles nur um heißen Brei, was mich genervt hat und dann wurde ich beleidigend, weil diese Person mich eh schon seit Jahren nervt und immer wieder ankommt um mich weiter zu nerven, selbst wenn ich beleidigend werde, was ich nicht verstehe...

Dann habe ich Dr. Joachim Mutters Buch Grün essen! weiter gelesen, das mir einen Freundin geliehen hat und wurde auch da in mancherlei Hinsicht stutzig, obwohl der Mann einen Dr. med. hat.

Und dann habe ich einen Vortrag zu einem Buch auf YouTube geschaut, von dessen Existenz ich seit mehreren Jahren weiß, was ich aber nicht gelesen habe und auch nicht wusste, dass der Autor dazu auch Vortrage gehalten hat.



Und das kam so: Vor 4 Jahren, glaube ich, kam das Buch des Primatologen und Harvardforschers Richard Wrangham Catching Fire: How Cooking Made Us Human in der amerikanischen Rohkostszene an und kurz darauf fing das 100% roh Dogma an zu fallen und immer mehr Rohköstler fingen an wieder gekochte Nahrung zu integrieren. Das Buch ist auch auf Deutsch erhältlich und seine These ist nicht unumstrittten: Feuer fangen: Wie uns das Kochen zum Menschen machte - eine neue Theorie der menschlichen Evolution - -

Wrangham stellt so einige interessante Hypothesen auf und klärt über Verhaltensweisen von Menschenaffen auf und vergleicht diese mit dem Homo Sapiens. Da er sich aber mit Ereignissen beschäftigt, die vor 1,5-2 Mio Jahren passierten ist es nicht allzu leicht diese Hypothesen definitiv zu bestätigen. Vor allem besagt Wranghams Theorie, dass uns die Erfindung des Kochen überhaupt erst zu Menschen hat werden lassen, zur Krönung der Schöpfung, allen anderen Kreaturen überlegen durch unser riesiges Gehirn. Er begründet das damit, dass das Kochen es dem Körper ermöglicht, vor allem Kalorien leichter aufzunehmen, da es die Fasern bereits vor der Verdauung aufbricht und der Verdauung Arbeit abnimmt. Wrangham geht davon aus, dass die Erfindung des Kochens damit einher ging, dass sich anatomische Veränderungen in der Spezies Homo vor 2 Mio Jahren ereigneten. Der Brustkorb, der ursprünglich eher Birnenförmig war mit den unteren Rippen in einem größeren Durchmesser zueinander, wurde vor 1,8 Mio Jahren schmaler und veränderte sich in die Form, die wir auch heute noch haben. Wrangham hegt die Theorie, dass das Kochen und die damit effizientere Aufnahme von Kalorien dazu geführt habe, dass der Verdauungstrakt kleiner werden konnte und der Brustkorb sich dadurch verengte. Leider ist es nicht ganz leicht raus zu finden ob Hominiden vor 2 Mio Jahren Feuer verwendet haben oder nicht, aber vereinzelt gibt es Anzeichen dafür, dass dem so war. In der Wissenschaft braucht es aber immer ausreichend Belege, bevor eine Theorie als bestätigt gilt. Die Alternativhypothese besagt, dass der Verzehr von Fleisch zu diesen anatomischen Veränderungen geführt hat.

Wrangham geht in seinem Vortrag auch auf heutige Affen und deren Ernährungsgewohnheiten ein, sagt, dass er selber versucht habe sich von exakt der Nahrung der Menschenaffen zu ernähren und dass sei furchtbar gewesen. In jeder Hinsicht. Dabei erwähnt er auch, dass Affen, die gelegentlich mal Fleisch essen sich ein Tier einverleibt habe, welches nur 4% Fett enthielt – das mal im Vergleich zu unserem Mastvieh mit 40-50% Fett. Ebenfalls hat er sich mit Jäger-Sammler-Stämmen beschäftigt und auch die würden kochen und hätten ihn ausgelacht, als er vorschlug mal nur roh zu essen. Außerdem würden sie sehr viel Honig essen – auch das sicherlich, weil es so eine leichte Kalorienaufnahme ermöglicht. - Zu den Inuit ergänzt er, dass sogar die nicht nur rohes Fleisch und Fisch essen, sondern darauf bestünden, dass ihre Abendmahlzeit gekocht sei, was ihren Frauen ne Menge ärger macht, dass es nicht leicht ist in einem Iglo anständig zu kochen und es sehr lange dauere bis etwas gar ist.

Er zitiert dann auch noch die Gießener Rohkoststudie, eine Studie, die an der Uni Gießen, durchgeführt wurde, wo 500 Rohköster auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht wurden. Dabei stellte sich bei der Hälfte der Frauen raus, dass sie ihre Regel nicht bekamen und damit mehr oder weniger unfruchtbar waren (wobei es auch Jinjee Talifero gibt, die 5 oder 6 Kinder hat, roh lebt und sagt, sie sei schwanger geworden obwohl sie ihre Tage nicht hatte. Weiß der Geier, ob das stimmt.)

Der Verzehr von gekochtem Essen und die damit erhöhte Kalorienaufnahme habe es dem Menschen ermöglicht fruchtbarer zu sein und damit mehr Nachwuchs in die Welt zu setzen und damit den Sinn des Lebens zu erfüllen. Mehr Kalorien aufnehmen kann man auch, wenn das Essen möglichst weich ist, oder püriert oder von Ballaststoffen entfernt, was der Grund ist, warum unser Essen immer raffinierter wurde und uns durch Kalorienüberschuss in die Zivilisationkrankheiten geführt hat. Man kann aber nicht nur mehr Kalorien aufnehmen sondern auch mehr Nährstoffe, also die, die nicht im Zubereitungsprozess zerstört wurden, sei es durch Erhitzen oder auch Oxidation.

Sehr interessant fand ich auch, dass er Experimente mit anderen Tieren, auch mit Affen gemacht hat, und alle Tiere würden gekochtes Essen rohem Essen vorziehen.

Und damit komme ich zu Dr. Joachim Mutter der zunächst mal ziemlich viele biochemische Fakten in seinem Buch darlegt, denen ich nicht widersprechen kann. Bevor er dann aber zu dem Kapitel übergeht, wo er beschreibt, wie man sich optimal ernähren soll, spricht er ein paar komische Dinge an.

Mal allem voraus: Dr. Joachim Mutter ist der Auffassung man solle kein Stärke, kaum Früchte, kaum Nüsse, keine tierischen Produkte, keine Öle, kein Salz und hauptsächlich Grünzeug essen. Da es in seinem Buch keine Rezepte gibt, weiß ich nicht, wie das halbwegs schmackhaft gehen soll und auch nicht, wie man damit ausreichend Kalorien zu sich nehmen soll, zumal auch Sportler so essen sollten.

Gegen Stärke ist er, weil davon Insulin ausgeschüttet wird, wobei auch ihm scheinbar nicht klar ist, dass Insulin eine Halbwertzeit von 5 Minuten hat und dass selbst abends gegessene Kohlenhydrate, wenn man 2 Stunden nach der Abendmahlzeit ins Bett geht, nicht mit der Produktion von Wachstumshormonen korreliert.

Gegen Getreide ist er, weil bei der Verdauung von Gluten opiatähnliche Moleküle entstehen. Barnard hingegen sagt, dass sich das nur auf Weizengluten beziehe. Er behauptet zudem, dass beim Kochen noch andere Moleküle entstehen würden, die süchtig machen, aber gibt dazu keine Quellen, noch nennt er Namen dieser Moleküle. Er ist auch gegen Kasomorphin aus Milchprodukten, die er im selben Absatz abhandelt. Aufgrund dieser namenlosen Substanzen würde auch der Instinkt nicht mehr funktionieren und man würde mehr essen als man braucht. Auch hier keine Quellenangaben!

Und dann kommt das Thema AGEs, was auch Streitthema zwischen mit und der anderen Rohkostautorin war: AGEs steht für Advanced Glykation Endprodukts. Eiweiße die glykosyliert, also mit Zucker versehen wurden, was sowohl im Kochtopf oder besser in der Bratpfanne passieren kann als auch im Körper selber. Im Körper passiert es, wenn man dauerhaft einen zu hohen Blutzuckerspiegel hat und der viele Zucker die Wände der Blutgefäße glykosyliert oder die Nerven. Diebetische Neuropathie, Nirenversagen, Retinopathie und Herz-Kreislauferkrankungen rühren daher, dass der Blutzucker das Gewebe glykosyliert. Bei einem gesunden Menschen der nicht insulinresistent ist, ist das aber kein Problem, da der Zucker in die Zellen geschafft und verbrannt wird.

AGEs in der Nahrung entstehen beim Kochen über 130°C und vor allem bei trockener Hitze sowie im besonderen, wenn man Eiweiß/Fleisch erhitzt. Bei hohen Temperaturen, und auch wieder besonders bei Fleisch entstehen auch heterozyklische Amine und Akrylamide, welche als krebserregend gelten. AGEs in der Nahrung belasten die Nieren, wenn die Ausscheidungskapazität überschritten wird. - Das ist also durchaus ein Grund nicht jeden Tag zu Braten oder zu Grillen, aber es ist absolut kein Grund nicht eine Gemüsesuppe zu essen und alles Essen bei unter 42°C zu verarbeiten.

Und dann bringt Dr. Mutter ein Beispiel, warum Rohkost jung macht: Bernando Lapallo. Der Mann ist Amerikaner, 113 Jahre alt, isst sehr viel Rohkost, aber auch Brot und Fisch und schreibt Bücher über Ernährung, weil er sein hohes Alter darauf schiebt, dass er sich so gut ernährt. Mutter bringt das damit in Verbindung, dass optimale Nahrung die Telomere verlängern kann, geht aber nicht mal ansatzweise darauf ein, dass auch Ornish die Telomere seiner Patienten verlängert hat und zwar mit gekochter Nahrung! Fettarm, vollwertig und pflanzlich.

Darüber hinaus ist die ältereste Frau Deutschlands ebenfalls 113 Jahre alt und ich denke nicht, dass sie Rohköstlerin ist. - Nichts desto trotz: Respekt für ein so hohes Alter! - Auch Dr. Mutter sollte wissen, dass ein einziger alter Mensch, keiner Studie gleich kommt, denn dann spräche Helmut Schmidt, Altkanzler a.D. ganz klar für die Vorzüge des Rauchens!

Mein Wort zum Sonntag ist folgende Überlegung:

Wie wäre es, wenn ich komplett auf Rohkost verzichten müsste? - Schrecklich! - Wie wäre es, wenn ich komplett auf Gekochtes verzichten müsste? - Ebenfalls schrecklich! - beides hat seine Vor- und Nachteile und ich sehe es absolut nicht wissenschaftlich erwiesen, dass man nur das eine oder das andere essen sollte.

Menü des Tages am 4. Oktober

Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Chia, Banane, Brownie


3 Grüntee

Kaffee mit Sojamilch und Stevia

Gemüsepfanne vom Vortag mit Pfifferlingen, Brokkoli, Tomatensauce, Zucchini, Paprika, Tofu



2 Brownies

Feinschmeckerbrot mit veganer Mayo, Senf, Chorizo von Wheaty und Paprika



100 ml Sekt

Ich hatte vorgestern Geburtstag und alles was ich mir gewünscht habe war meine Ruhe!!! - Ich hatte keine Lust zu feiern oder mich auch nur zu bewegen und so kam es dazu, dass ich mir eine vegane Brownie-Backmischung im Bioladen gekauft habe und Brownies gebacken haben.
Das muss man sich mal vorstellen: Ich mit meinem Süßkram-Blog bin so fertig, dass ich absolut keine Lust habe zu backen! - Ich bin wirklich fertig und erschlagen. Ach ja, ich hab die Brownies genau so gemacht, wie es auf der Packung steht, mit 150 g Fett, weil ich keine Lust auf Experimente hatte und fand es ekelig. Ich glaube mein Belohnungssystem reagiert nicht auf Fett, oder es reagiert nicht, weil ich ausreichend genährt bin! - Auch das sollte man mal erforschen...

Yo, und dann war Theaternacht am 2. Oktober. Ich hab ein paar Fotos für euch, die mir der Fotograf gestern geschickt hat: „Othello“ - ich bin Desdemona.:-)










Dann wurde bis 3 Uhr in meinen Geburtstag rein gefeiert, es gab Kölsch gratis und am nächsten Tag habe ich ausgeschlafen, Brownies gegessen und die Sonne genossen. Gestern ging es dann jedoch gleich wieder los mit Bioladen-Frühschicht und Abends der Einführungsveranstaltung in der Oper, wobei ich mir auch das Stück angesehen habe und in der Pause einen Sekt getrunken habe.

Heute noch Joggen und morgen sind die Semesterferien vorbei...Na super...

Alles Liebe,

Silke

 

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Dr. med. L. M. Jacob und Kumpir vegan



Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt noch bloggen muss. Abgesehen von meinem eigenen Bedürfnis danach. - Es gibt wirklich großartige Gesundheitslehrer da draußen, und das nicht nur in den USA, sondern auch hier. Wenn es doch Menschen wie Dr. Rüdiger Dahlke gibt und auch Dr. Ernst Walter Henrich, warum mach ich mir dann noch die Mühe meinen Senf beizusteuern, der der selbe Senf ist , wieder von den Herren?

Durch einen Kommentar bin ich auf einen weiteren großartigen Arzt gestoßen, Dr. med L.M. Jacob, der, ählich wie Barnard, ein eigenes Institut gegründet hat für komplementäre Medizin. Was man noch alles so machen kann, nicht um die Schulmedizin zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen. Ich hab mir einen Vortag von ihm angesehen, der unter dem Menüpunkt Multimedia, auf der Seite des Dr. Jacob Instituts gelistet ist §Wir essen und krank, statt Gutes zu genießen" und war völlig fasziniert davon, weil der Typ in 1 Stunden alles, aber auch absolut alles abhandelt, worüber ich in den letzten 3 Jahren gebloggt habe.

Logischerweise geht er nicht so sehr ins Detail, aber ich freue mich immer wieder, wenn es Bestätigungen für mein Überzeugungen auf Seiten anderer Mediziner gibt. - Ich hab mich auch gefreut, als die Medizinstudentin, die mit mir gemeinsam die Cholesterinspiegel in der Pärventionsaktion gemessen hat erzählte, dass sie Vegetarierin sein und die letzten beiden Tage nur Salat gegessen hatte, was erklärte dass ihr Cholesterinspiegel ebenfalls sehr niedrig war. Und ich habe mich ebenfalls gefreut, als der Neurologe, mit dem ich mich am Samstag im Fernsehstudio unterhalten habe nebenbei einwarf, dass seine Familie kein Fleisch esse...“also kaum“ wie er ergänzte.

Und dann denke ich, medizinisch scheint das alles völlig klar zu sein. Warum macht man sich überhaupt noch die Mühe Atkins oder Paleo zu diskutieren? Jeder der sich einmal in die Forschungsergebnisse von Campbell, Esselstyn, Barnard und Ornish vertieft hat, und ein gewisses medizinisches Grundverständnis hat, kann zu keinen anderen Rückschlüssen kommen!

Dr. Jacob erzählt in seinem Vortrag davon, dass er selber vor ein paar Jahren kurz davor stand ein Metabolisches Syndrom zu entwickeln. Er hatte einen erhöhten Blutdruck und Cholesterinspiegel und fing dann an zu recherchieren und kam so schlussendlich zu den Rückschlüssen, zu denen auch so viele andere Ärzte (s.o.) kamen. Er hat das alles in seinem Buch Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts: Die effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten: Metabolisches Syndrom ... Rheuma Prostata- und Brustkrebs detailliert mir unmengen Studien als Quellen zusammen gefaßt.

Wenn ich dann aber sehe, dass jemand in einer Facebook-Gruppe postet, er habe sich eine typische „Single“-Mahlzeit mit 850 g Dosenravioli und 200 g geriebenen Käse gemacht, stelle ich fest, dass es absolut erforderlich ist, dass ich so viel weiter blogge, wie es irgendwie geht. Zur Not sogar über immer die selben Themen, denn in der Gesellschaft ist noch gar nichts angekommen und 3 deutsche Ärzte, die sich für eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung stark machen, sind noch lange nicht genug.

Und auch, wenn ich alle weiteren Kommentare zu meinem letzten Post durchlese, die fast ausschließlich von einer ziemlich prominenten Rohkost-Buchautorin kamen, stelle ich fest, dass noch eine menge Arbeit zu tun ist, bevor sich auch nur halbwegs ein Gesundheitsbewußtsein in der Allgemeinbevölkerung durchsetzt und das in der alternativen Gesundheitsbewegung so weit sortiert ist, dass nicht dauernd Blödsinn verbreitet wird!

Außer natürlich in Köln – Ehrenfeld!

Veganes Hochburg-Veedel in Köln und mein momentaner Probenort. In Ehrenfeld findet man fast kein Restaurant oder Café mehr, wo man keine veganen Alternativen bekommt. Zumindest habe ich noch keines angetroffen. Ich war zufällig mal auf einem Date in Ehrenfeld, zu Dreharbeiten, jetzt zu Theaterproben und immer wieder gab es vegane Speisen!!! - Hinreißend!

Das Beste war aber tatsächlich gestern, ein Laden, den ich am Tag vorher auf dem Weg zu einer Filiale meine Bioladenkette entdeckt habe, als ich mir am Vortag Mittagessen besorgen wollte. An der Fensterfront des Ladens stand: Backofenkartoffen, vegetarisch, vegan. In Ehrenfeld ist man so weit, dass man mit „vegan“ Kunden gewinnen kann!!!

Also habe ich das gestern für das Mittagsmahl ausgewählt, und war begeistert, denn es war vollwertig, fettarm und pflanzlich und es war FastFood! - Eine dicke, fette Ofenkartoffel wurde aufgeschnitten, das Innere mit einer Gabel zermatscht und dann mit Salat gefüllt. Ich war absolut begeistert. Kostete 5,50 € und ich hab es zum mitnehmen einpacken lassen.

Für alle, die dort auch mal hin wollen: Venloer Str. 276, Mr. Kumpir, steht drüber und das Ganze ist wohl eine Spezialität, die ursprünglich aus Instanbul kommt. Diese Südländer haben es mit dem Essen einfach besser drauf, als wir hier...

Menü des Tages am 1. Oktober

Haferflocken, Banane, Blaubeeren, Chia, Wasser, Sonnenblumenkerne, Reissirup, getrocknete Aprikosen


2 Grümtee

Kumpir vegan


Soja Latte-Macchiato, koffeinfrei

4 Bananenplätzchen (gestern im Newsletter)



Rest Linsen/Dinkel-Eintopf


1 Banane
5 Macadamianüsse
10 Zwetschgen
Reischips


Das Geprobe hat jetzt, Gott sei Dank, wieder ein Ende. Ich hatte schon wieder das Gefühl gelangweilt davon zu sein, jeden Tag das selbe zu tun. Das ist nichts für mich. Ich muss möglichst viele unterschiedliche Jobs haben um im Leben zufrieden zu sein. 40 Stunden jede Woche das gleiche machen, ist für mich eine Vollkatastrophe und das würde sogar gelten, wenn ich die Hauptrolle in einer Fernsehserie hätte oder ein Festengagement am Theater.

Und ob man es glaubt oder nicht, nächste Woche geht die Uni wieder los. Das waren 3 Monate Semesterferien und ich hab nichts davon gemerkt, weil ich die ganze Zeit für Klausuren gelernt habe, oder sonstige Sachen erledigen musst, die ich noch einreichen musste, um für die mündliche Prüfung zugelassen zu werden. Ich hege dennoch die Hoffnung, dass es jetzt etwas ruhiger wird.

Heute Abend ist dann Theaternacht: Um 20 Uhr und 22 Uhr gibt es im Boxring in Ehrenfeld am Neptunbad die Mordszene aus „Othello“ mit mir als Desdemona. Wer Zeit und Lust hat und in der Nähe ist, kann gerne vorbei schauen!

Alles Liebe,

Silke


Montag, 29. September 2014

Kreatin-Kinase Werte von omnivoren Rohköstlern...



Leute, ich bin fix und fertig...Ich weiß, dass ich eigentlich Urlaub brauche, die meisten Kommilitonen sind nach den Prüfungen irgendwohin in Urlaub gefahren. Und ich ziehe es vor Theater zu spielen. Wieso? Weil man nicht sehr häufig Schauspieljobs angeboten bekommt und weil das Medizinstudium eh zeitaufwenig ist, aber jetzt gerade nicht meine Aufmerksamkeit braucht und ich denke, dass es ein schöner Ausgleich sein könnte.

Dann stelle ich aber fest, dass ich heute bis 10:30 Uhr geschlafen habe, ich stelle auch fest, dass ich eigentlich gar nicht aus dem Bett raus will, dass ich keine Lust habe irgendetwas zu tun und das bedeutet, ich sollte auch mal einfach überhaupt gar nichts tun. Heute ist der einzige Tag an dem das geht.

Direkt am Tag nach der mündlichen Prüfung habe ich mit Theaterproben angefangen, am Freitag im Bioladen gearbeitet, am Samstag für das Fernsehen was gedreht und gestern wieder Theater. Heute ist gar nichts und ich plane nach 3 Wochen endlich mal wieder Sport zu machen. Ich hab das völlig vernachlässigt, seit ich weiß, was die Themen für die mündliche Prüfung waren und ich kann derzeit auch keine Bücher sehen. Die Uni geht schon früh genug wieder los...

Daher dachte ich berichte ich heute einfach mal weiter über meinen omnivoren Rohkostfreund auf FB, mit dem die Diskussion weiter ging. Nachdem alle meine wissenschaftlichen Argumente gegen eine Paleo- bzw. eine omnivore, instinktive Rohkost nicht registriert wurden, habe ich gefragt, ob es denn eigentlich ein Blutbild von ihm gäbe, so dass man sich mal Risikofaktor und Parameter anschauen könnte, also Triglyceride und Cholesterin, was ja bei fleischhaltiger Ernährung naturgemäß erhöht ist und einen bzw. zwei Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt.

Ich setze einfach noch mal früher an:

Der Typ gründet seine Philosophie quasi auf 3 Theorien.

1. Der Mensch ist durch die Steinzeit/Eiszeit oder wann auch immer am besten an den Verzehr von tierischer Nahrung und nicht an Getreide angepasst (was, wie McDougall z.B. erklärt daher rührt, dass Paleontologen zunächst nur Nahrungsreste von tierischer Nahrung gefunden haben, da Knochen etc. länger der Verwesung widerstehen im Gegensatz zu pflanzlicher Nahrung. Mittlerweile geht man davon aus, dass nicht ansatzweise so viel Fleisch gegessen wurde, wie immer behauptet wird auch wenn natürlich Fleisch gegessen wurde. Weil es aber so viele andere Todesursachen in der Steinzeit gab wie erfrieren, verhungern, verdurste oder von Raubtieren gefressen werden, lag das Druchschnittsalter in der Steinzeit bei 21 Jahren und Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kriegt man fast immer erst in höherem Alter – oder kennt ihr einen Paleontologen, der Paleo für die optimale Ernährung hält? - Die müssten das doch genau wissen!)

Theorie 2 ist, dass die Inuit ja auch fast nur von Fleisch leben und dabei nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben – die Inuit haben allerdings eine Mutation, welche sie dazu befähigt mehr „gutes“ HDL- Cholesterin zu bilden, was dafür sorgt, dass mehr von dem "schlechten" wieder zurück zur Leber gebracht wird, so dass es nicht dazu kommt, dass das böse LDL-Cholesterin oxidiert und sich an den Arterienwänden ablagert.

Seine 3. Theorie ist die von so manchen Schulmedizinern vor ca. 100 Jahren aufgestellte Hypothese, dass die Denaturierung von Nahrung dazu führt, dass man zivilisationskrank wird, sprich das Kochen, aber auch das ist nicht haltbar, weil auch die Magensäure, die Nahrung denaturiert. Das einzige was beim Kochen passieren kann ist, dass manche Vitamine und manche sekundären Pflanzenstoffe zerstört werden. Und es kann fatal sein, wenn man zu wenig Ballaststoffe konsumiert. Nachweislich hat aber die Spezies Homo bereits die letzten 1 Mio. Jahre gekocht, wenn auch nicht so viel wie wir heute - Der Typ lebt also jetzt seit 15 Jahren instinktiv, omnivor, 100% roh  und fühlt sich wohl, also müssen seine Theorien ja stimmen.

Auf meine Frage nach einem Blutbild postete er einen Link zu seinem Blog, auf dem es ein Blutbild gab, welches er bei einem Tropenmediziner erstellen lassen hat, weil er sich vor kurzem irgendwo in den Tropen aufgehalten hat und sich da wohl irgendwas eingefangen hat. Ich hab also das Blutbild mit Blicken gescannt auf der Suche nach Cholesterin- und Triglyceridweren und sie nicht gefunden. Dafür alle möglichen anderen skurielen Werte, die bei mir nie bestimmt wurden unter anderem die Kreatinkinase.

Klar weiß ich, was ne Kreatinkinase ist, ich hatte Biochemie, die Kreatinkinase phosphoryliert Kreatin und macht darauf Kreatinphosphat, was dem Muskel ca. 1,5 Sekunden als Energiequelle dienen kann. Ich musste sie aber dennoch googeln, weil ich nicht wusste, was ein erhöhter Wert bedeutet. Sieht so aus, als würde eine erhöhte Kreatinkinase darauf hin deuten, dass im Körper Muskel zerstört wurde, was zum Beispiel auf einen Herzinfarkt hin deuten kann, aber auch darauf, dass man Sport getrieben hat, und da der Typ Krafttraining macht, erklärt er sich seine im Blut erhöhte Kreatinkinase natürlich dadurch. Wahrscheinlich hat er sogar Recht, aber eine erhöhte Kreatinkinase im Blut kann auch auf andere Dinge hindeuten, wie ich durch DocCheck erfahren habe: Niereninsuffizienz, chronischer Alkoholabusus oder Schilddrüsenfunktionsstörungen. Nieren- und Schilddrüsenwerte waren bei ihm aber im normalen Bereich und Alkohol trinkt er keinen.

Wikipedia weiß hingegen, dass auch Medikamente wie Statine und Fibrate die Kreatinkinase erhöhen können. Und dem nachzugehen könnte sehr interessant sein, denn Statine senken den Cholesterinspiegel, indem sie die HMG-CoA-Reduktase, das Schlüsselenzym in der Cholesterinbiosynthese, hemmen, was der Körper auch selber kann, wenn er feststellt, dass genug Cholesterin da ist. (Wenn man aber weiter Cholesterin isst, hilft auch das natürlich nichts um die Werte weiter zu senken und da kommen die Fibrate ins Spiel). Fibrate senken die Blutfettwerte über einen Mechanismus, den ich bisher noch nicht gelernt habe, demnach nicht verstehe, aber der womöglich einen ähnlichen natürlichen Ursprung hat, wie die HMG-CoA-Reduktase.

Ich hab dem Typen gesagt, er solle zu einem Allgemeinmediziner gehen und Triglyceride und Cholesterin messen lassen, dann könnten wir weiter reden. Schlussendlich wäre es auch interessant zu wissen, wie die Kreatinkinase-Werte eines sportlichen vollwertigen Veganers sind um da Vergleiche ran zu ziehen.

Menü des Tages am 28. September

Haferflocken mit Banane, Hafermilch, Leinsamen, Mohn, Reissirup, Stevia


2 Grüntee

Gemüsepfanne mit Paprika, Tomaten, Zucchini, Möhren, Glasnudeln, Salz, Pfeffer und ½ TL Kokosöl



Ich war am Samstag Abend auf einer Party, die mir ziemlich den Rest gegeben hat. Das war die Geburtsagsparty eines Schauspielerkollegens, die in einer Wagenburg in der Stadt, genannt, Das Paradies statt fand. Letzte Woche erst hatte die Stadt, den Künstlern, die dort leben, wieder das Licht und die Wasserversorgung angestellt und erlaubt, dass man das Gelände bis 2015 nutzen darf. Ich wollte da schon immer mal hin und als diese Geburtstagseinladung kam, sah ich meine Chance. Aber Künstler sind auch immer so eine Sache...Irgendwie finde ich, passe ich da nicht mehr hin. Ich bin nicht mehr neurotisch genug ;-), habe ich das Gefühl. Mein Drang nach Alkohol etc. ist aufgrund meines verbesserten Selbstbewußtsein nur noch minimal vorhanden und auch nur, wenn ich Stress habe...

Auf dieser Party war ich bis 1 Uhr und hab zuvor von 9 bist 17:30 Uhr in einem Fernsehstudio gesessen und wurde dann doch nicht gebraucht.:-) - Meistens arbeiten Schauspieler ohne Geld zu bekommen. Dies war mal eine willkommene Abwechselung: Ich bekam Geld ohne Arbeiten zu müssen!

Zudem hatte ich das Vergnügen mich den ganzen Vormittag mit einem Neurologen unterhalten zu können, der der echte Vater des Jungen war, der meinen Sohn spielen sollte, was sehr anregend war.

Das Essen war jedoch wieder die Hölle! Süßkram, Limo und einen Pizzadienst, der nicht mal Salat liefern konnte. Ich bin heilfroh, dass ich nicht jeden Tag beim Fernsehen arbeiten muss, ich würde die Krise kriegen. Das Dumme ist nur immer die Ironie des Schicksals: Wenn ich was mitbringe, gibt es auch anständiges Essen am Set, und wenn ich es nicht mitbringe gibt es nur Schott...Schwer....

Alles Liebe,

Silke