Donnerstag, 2. Oktober 2014

Dr. med. L. M. Jacob und Kumpir vegan



Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt noch bloggen muss. Abgesehen von meinem eigenen Bedürfnis danach. - Es gibt wirklich großartige Gesundheitslehrer da draußen, und das nicht nur in den USA, sondern auch hier. Wenn es doch Menschen wie Dr. Rüdiger Dahlke gibt und auch Dr. Ernst Walter Henrich, warum mach ich mir dann noch die Mühe meinen Senf beizusteuern, der der selbe Senf ist , wieder von den Herren?

Durch einen Kommentar bin ich auf einen weiteren großartigen Arzt gestoßen, Dr. med L.M. Jacob, der, ählich wie Barnard, ein eigenes Institut gegründet hat für komplementäre Medizin. Was man noch alles so machen kann, nicht um die Schulmedizin zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen. Ich hab mir einen Vortag von ihm angesehen, der unter dem Menüpunkt Multimedia, auf der Seite des Dr. Jacob Instituts gelistet ist §Wir essen und krank, statt Gutes zu genießen" und war völlig fasziniert davon, weil der Typ in 1 Stunden alles, aber auch absolut alles abhandelt, worüber ich in den letzten 3 Jahren gebloggt habe.

Logischerweise geht er nicht so sehr ins Detail, aber ich freue mich immer wieder, wenn es Bestätigungen für mein Überzeugungen auf Seiten anderer Mediziner gibt. - Ich hab mich auch gefreut, als die Medizinstudentin, die mit mir gemeinsam die Cholesterinspiegel in der Pärventionsaktion gemessen hat erzählte, dass sie Vegetarierin sein und die letzten beiden Tage nur Salat gegessen hatte, was erklärte dass ihr Cholesterinspiegel ebenfalls sehr niedrig war. Und ich habe mich ebenfalls gefreut, als der Neurologe, mit dem ich mich am Samstag im Fernsehstudio unterhalten habe nebenbei einwarf, dass seine Familie kein Fleisch esse...“also kaum“ wie er ergänzte.

Und dann denke ich, medizinisch scheint das alles völlig klar zu sein. Warum macht man sich überhaupt noch die Mühe Atkins oder Paleo zu diskutieren? Jeder der sich einmal in die Forschungsergebnisse von Campbell, Esselstyn, Barnard und Ornish vertieft hat, und ein gewisses medizinisches Grundverständnis hat, kann zu keinen anderen Rückschlüssen kommen!

Dr. Jacob erzählt in seinem Vortrag davon, dass er selber vor ein paar Jahren kurz davor stand ein Metabolisches Syndrom zu entwickeln. Er hatte einen erhöhten Blutdruck und Cholesterinspiegel und fing dann an zu recherchieren und kam so schlussendlich zu den Rückschlüssen, zu denen auch so viele andere Ärzte (s.o.) kamen. Er hat das alles in seinem Buch Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts: Die effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten: Metabolisches Syndrom ... Rheuma Prostata- und Brustkrebs detailliert mir unmengen Studien als Quellen zusammen gefaßt.

Wenn ich dann aber sehe, dass jemand in einer Facebook-Gruppe postet, er habe sich eine typische „Single“-Mahlzeit mit 850 g Dosenravioli und 200 g geriebenen Käse gemacht, stelle ich fest, dass es absolut erforderlich ist, dass ich so viel weiter blogge, wie es irgendwie geht. Zur Not sogar über immer die selben Themen, denn in der Gesellschaft ist noch gar nichts angekommen und 3 deutsche Ärzte, die sich für eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung stark machen, sind noch lange nicht genug.

Und auch, wenn ich alle weiteren Kommentare zu meinem letzten Post durchlese, die fast ausschließlich von einer ziemlich prominenten Rohkost-Buchautorin kamen, stelle ich fest, dass noch eine menge Arbeit zu tun ist, bevor sich auch nur halbwegs ein Gesundheitsbewußtsein in der Allgemeinbevölkerung durchsetzt und das in der alternativen Gesundheitsbewegung so weit sortiert ist, dass nicht dauernd Blödsinn verbreitet wird!

Außer natürlich in Köln – Ehrenfeld!

Veganes Hochburg-Veedel in Köln und mein momentaner Probenort. In Ehrenfeld findet man fast kein Restaurant oder Café mehr, wo man keine veganen Alternativen bekommt. Zumindest habe ich noch keines angetroffen. Ich war zufällig mal auf einem Date in Ehrenfeld, zu Dreharbeiten, jetzt zu Theaterproben und immer wieder gab es vegane Speisen!!! - Hinreißend!

Das Beste war aber tatsächlich gestern, ein Laden, den ich am Tag vorher auf dem Weg zu einer Filiale meine Bioladenkette entdeckt habe, als ich mir am Vortag Mittagessen besorgen wollte. An der Fensterfront des Ladens stand: Backofenkartoffen, vegetarisch, vegan. In Ehrenfeld ist man so weit, dass man mit „vegan“ Kunden gewinnen kann!!!

Also habe ich das gestern für das Mittagsmahl ausgewählt, und war begeistert, denn es war vollwertig, fettarm und pflanzlich und es war FastFood! - Eine dicke, fette Ofenkartoffel wurde aufgeschnitten, das Innere mit einer Gabel zermatscht und dann mit Salat gefüllt. Ich war absolut begeistert. Kostete 5,50 € und ich hab es zum mitnehmen einpacken lassen.

Für alle, die dort auch mal hin wollen: Venloer Str. 276, Mr. Kumpir, steht drüber und das Ganze ist wohl eine Spezialität, die ursprünglich aus Instanbul kommt. Diese Südländer haben es mit dem Essen einfach besser drauf, als wir hier...

Menü des Tages am 1. Oktober

Haferflocken, Banane, Blaubeeren, Chia, Wasser, Sonnenblumenkerne, Reissirup, getrocknete Aprikosen


2 Grümtee

Kumpir vegan


Soja Latte-Macchiato, koffeinfrei

4 Bananenplätzchen (gestern im Newsletter)



Rest Linsen/Dinkel-Eintopf


1 Banane
5 Macadamianüsse
10 Zwetschgen
Reischips


Das Geprobe hat jetzt, Gott sei Dank, wieder ein Ende. Ich hatte schon wieder das Gefühl gelangweilt davon zu sein, jeden Tag das selbe zu tun. Das ist nichts für mich. Ich muss möglichst viele unterschiedliche Jobs haben um im Leben zufrieden zu sein. 40 Stunden jede Woche das gleiche machen, ist für mich eine Vollkatastrophe und das würde sogar gelten, wenn ich die Hauptrolle in einer Fernsehserie hätte oder ein Festengagement am Theater.

Und ob man es glaubt oder nicht, nächste Woche geht die Uni wieder los. Das waren 3 Monate Semesterferien und ich hab nichts davon gemerkt, weil ich die ganze Zeit für Klausuren gelernt habe, oder sonstige Sachen erledigen musst, die ich noch einreichen musste, um für die mündliche Prüfung zugelassen zu werden. Ich hege dennoch die Hoffnung, dass es jetzt etwas ruhiger wird.

Heute Abend ist dann Theaternacht: Um 20 Uhr und 22 Uhr gibt es im Boxring in Ehrenfeld am Neptunbad die Mordszene aus „Othello“ mit mir als Desdemona. Wer Zeit und Lust hat und in der Nähe ist, kann gerne vorbei schauen!

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Mach ruhig weiter - auch wenn Du meinst das schon alles geschrieben ist... geht mir auch immer so ;-)

    Die Frage ist eben immer die Sache mit der Orientierung und der eigenen und der zielgruppengerechten Aufarbeitung und Zusammenfassung. Ich habe hier schon viele gute Artikel gelesen - insb. deine Zusammenfassung von Barnard finde ich sehr gut - sowie die Beiträge zu 80/10/10.

    Wichtig ist auch, das merke ich bei mir immer, das das Aufschreiben eine gute Reflektion des Erfahrenen ist - ich denke das hilft Dir persönlich auch viel weiter.... und auch Du entdeckst ja noch perlen wie Dr. Jacobs, den ich auch von "Rohe Energie" Youtube Kanal kenne.

    Ich muss jetzt langsam den Schritt von RawTill4 auf etwas anderes schaffen - um weiter Alternativen im HCLF Bereich auszuprobieren - die z.B. reisefähig sind :-) Das was Du so isst passt ganz gut in das Schema. Auch die Sache mit den Gemüse + Sprossen und keimbasierter Rohkost interessiert mich noch. Kichererbsenkeime hab ich gerade - superlecker.... leider ist alles mit den reifen Früchten sowie den Sprossen und Keimen ein ziemlich großer logistischer Aufwand.

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  2. Eine Frage an Silke: Kennst Du Brendan Braizier ("Thrive", Iron-Man, Leistungssportler, Veganer)? Ich bin das gerade am Lesen... fast am Ende... effektiv keine wissenschaftlichen Referenzen - wobei der Tenor des Buches für mich grundsätzlich o.k. ist.

    Er beschreibt dort seine Ernährung - also für einen Leistungssportler - und setzt dabei ziemlich auf vegane Powerfoods (Hanf, Amarant, Quinoja, Leinsaamen, etc. pp.) und beschreibt es aus der Sicht, was bei Ihm über die letzten 10-20 Jahre am besten funktioniert hat. Bei den Fetten und Proteinen ist er allerdings großzügiger - insb. bei Kokosfett.

    Wie ist Deine Meinung bez. Fetten bei Ausdauersport - z.B. Radtouren über viele Tage/Wochen? Sollte dort Fett als Energiespeicher und wegen der Praktikabilität des Energienachschubs deutlich höher als 10% gewichtet werden und auch 'konzentrierte' Fette verzehrt werden?

    Und wie ist das bei Kokosfett? Ich dachte das gerade die gesättigten Fetten maximal fürs Kochen gut sind - ansonsten aber eher auf die ungesättigten ausgewichen werden sollte (z.B. durch Verzehr von ölhaltigen Samen/Saaten/Früchten)?

    Dein Stand der Erkenntnis hierzu würde mich interessieren :-)

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  3. Ja, ich kenne Brandon Brazier!

    Nun, der Skelettmuskel kann seine Energie sowohl aus Fett als auch aus Glucose/Glycogen beziehen, daher macht das durchaus Sinn. Ich weiß sogar von 80/10/10 Ultramarathonläufern oder Triathleten, die wegen der Praktikabiliät dann doch auf Nüsse als Kalorienquelle zurück greifen. - Als Energiequelle ist es dann wiederum egal ob es sich um gesättigtes oder ungesättigtes essentielles Fett handelt, da es ja nicht Ausgangssubstanz für andere Stoffwechselprodukte ist, sondern nur der Energiegewinnung dient. Prozentzahlen würde ich hier nicht angeben, da jeder Sportler ein unterschiedliches Pensum hat.

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  4. Oh no, der gestrige Newsletter ist bei mir nicht angekommen :( hat bis jetzt doch immer einwandfrei geklappt! aus Panik hab ich mich eben nochmal im Newsletter eingetragen - jetzt kriege ich die Mails bestimmt immer doppelt :'D

    Übrigens: Du musst auf jeden Fall weiter bloggen, auch wenn irgendwer ähnliche Dinge sagt wie du! Für mich bist du sozusagen das Medium zu großartigen Menschen wie Dahlke und Barnard und Henrich! Und ein täglicher Reminder an was-ich-so-Schönes-veganes-den-Tag-über-essen-könnte :)

    Liebst,
    Maisy

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    1. kurz nachdem ich dir das geschrieben hatte, hab ich den Newsletter bekommen! Ob das jetzt daran liegt, dass er einen Tag später kam, oder ob du ihn mir nachträglich zugeschickt hast, weiß ich nicht - aber ich hab mich sehr gefreut! :)

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    2. Liebe Maisy, es waren noch nicht alle Newsletter raus und da deine E-Mail-Adresse mit S anfängt, bist du leider immer eine der letzten, die den Newsetter bekomme!;-)

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    3. wie fies! :D aber dann weiß ich ja jetzt bescheid, danke!

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  5. @Silke

    Danke für die Antwort! ich schließe daraus, das ich wenn ich am Tag 100-140KM mit dem Rad fahre (Radtour mit Zelt, etc.) - das ich dann ohne schlechtes Gewissen für die Leistung mein Mandel- und Wallnusspensum ("Studentenfutter") erhöhen kann bzw. selbst gemachte Power-Riegel aus Datteln und Nüssen/Fett - aber auch mal eine Portion Olivenöl in das stärkebasierte Abendessen o.k. sind?

    Vor meiner veganen Phase habe ich ca. 40%-50% der Energie aus Fetten (Butter, Olivenöl, Schokolade, Nüsse) bezogen... aber das erscheint mir heute beim besten Willen etwas zu viel. Ich merke heute das ich mit weniger Fett einfach mehr ausdauer habe und die Beine nicht schlapp machen.

    Nur wenn ich keinen großen sportlichen Kalorienumsatz habe sollte es mit den Fetten nicht übertrieben werden - insb. wenn ich gleichzeitig viel Obst und Kohlenhydrate esse?

    Brazier schreibt das alles ja aus einer Perspektive einer Person die 6500 Kalorien am Tag umsetzt und massiv Training/Sport macht.... deswegen ist das was er schreibt für mich oft nicht so einfach einzuordnen (insb. nicht die Ami-Typischen Pancakes ;-)

    Ich merke, das ich noch viel ausprobieren muss.... das Konzept bzw. 'Mem' der "High-Net-Gain-Foods" von Brazier finde ich hingegen sehr gut.

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  6. Hallo Silke,

    nur zur Info: http://www.rohkostforum.net/threads/1269-AGEs-nur-ein-Thema-bei-Diabetes

    Angelika nimmt Bezug auf eure Diskussion und versucht ihre AGE-Theorie zu erklären/belegen. ;-)

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  7. Hab das Buch von Dr. Jacobs gekauft. Vielleicht schreibst Du ja auch mal eins. Qualifizierten " Rohstoff" aus Deinen Blog hast Du ja genug. Ist hiermit schon bestellt! Grüsse und Viel Erfolg!

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  8. Dann hat Angelika immer noch nichts kapiert!!! - Typisch!

    Danke, Geronymo!:-)

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  9. Haha - also ich finde dich logischer. :) Mein Verstand und mein Hang zu rationalem Denken sagen ganz klar, dass ihr Standpunkt nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. ;)

    Vielen Dank, dass du deine Erkenntnisse und Einsichten, die du in deinem Studium gewinnst, immer mit uns teilst! :)

    Mal eine andere Frage: Früher hast du morgens ja immer Sprießkornhafer als Frischkornbrei gegessen. Jetzt isst du häufig Haferflocken. Hat das einen bestimmten Grund oder ist das nur der Bequemlichkeit wegen sozusagen? Ich habe auch mal wieder Hunger auf Hafer jetzt im Herbst, aber bei Haferflocken bin ich immer etwas skeptisch, weil manche Quellen ja behaupten, dass sie durch den Erhitzungsvorgang beim Flocken erheblich an Nährstoffen einbüßen und das enthaltene Fett eigentlich ranzig ist, man dies aber nicht mehr schmeckt, da die Flocken ja erhitzt wurden. Weißt du, ob da was dran ist? Also, ob das Fett in den Flocken wirklich ranzig ist und ob das schädlich sein kann?

    LG Anna

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  10. Ganz klar Bequemlichkeit!

    Ich weiß, das Haferflocken bei ca. 70°C gedämpft werden um sie haltbar zu machen, was bedeuten würde, dass Vitamin C, wäre es darin enthalten, zerstört würde. Manche Nährstoffe oxidieren sicherlich auch, da das volle Korn nicht mehr intakt ist. Haferflocken enthalten so wenig Fett, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das negative Auswirkungen haben kann - verglichen mit gerösteten Erdnüssen z.B. - aber keine Frage: Sprießkornhafer ist sicherlich die optimalere Variante!

    LG Silke

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  11. Würde es Nährwerttechnisch einen großen Unterschid machen wenn ich mir mein Hafer selbst in einer Mühle mahle ? Ich habe auf einer Messe mal selbst gemahlene probiert und einen großen Unterschied geschmeckt.

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  12. PS: Wow, ich sehe gerade, Angelika hat mir superviele Seitenaufrufe beschert!;-))))

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  13. Wie groß der Unterschied ist, kann ich dir nicht sagen, aber selbstgemahlen ist definitv nährstoffreicher.

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  14. Auch dieses zeigt, dass es noch viel zu tun gibt bez. Aufklärung über gesunde Ernährung: Ein weisshäutiger Matrose kehrte nach 18 monatiger Seereise heim und stellte mit Erstaunen fest, dass seine ebenfalls weisshäutige Frau gerade zwei farbige Zwillinge zur Welt gebracht hatte. Die Frau erkärte ihm, dass Zwillinge eine doppelt so lange Schwangerschaftszeit brauchen und mit Kakao ernährt dunkelhäutig werden. Beruhigt und erfreut schrieb er dieses so seiner Mutter. Die Mutter antwortete: Lieber Sohn, nachdem Du auf die Welt kamst, hab ich Dich mangels Muttermilch mit Kuhmilch ernährt - deswegen bist Du wohl so ein Ochse geworden.

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